Weihnachtswünsche per E-Mail – nein danke!

23. Dezember 2010Es hat sich über die letzten Jahre zu einer wirklichen Unsitte ausgewachsen. Das Versenden von Weihnachtswünschen per E-Mail. Ich habe heute ein paar davon bekommen. Einmal war ich knapp davor …


Es hat sich über die letzten Jahre zu einer wirklichen Unsitte ausgewachsen. Das Versenden von Weihnachtswünschen per E-Mail. Ich habe heute ein paar davon bekommen. Einmal war ich knapp davor zurückzuschreiben. Ich hab es aber gelassen, warum hab ich schließlich ein Blog? Die besten Weihnachtsgrüße hatten gleich drei (!) Anhänge. Anhang #1 wollte mich zu einem Congress einladen. Kostenpunkt 380,- Euro / Person. Anhang #2 mich auf einen Workshop aufmerksam machen um wohlfeile 420 Euro. Schließlich Anhang #3 der mich zu einem „Triz Level 2 Training“ um 1.800 Euro exkl. verführen wollte. Oben drüber stand quasi als Zierde „Frohe Weihnachten“. Was für Schwachsinn!

Ein anderes Unternehmen prahlt unter dem Motto „Frohe Weihnachten unseren Partnern und Kunden“ (ich bin übrigens keines von beiden…) mit seiner unglaublichen Entwicklung im vergangene Jahr. Vergrößert hätte man sich, umbenennen müsste man sich deshalb. Wen könnte das alles wohl interessieren?! Und was hat das ganze im Entferntesten mit Weihnachten zu tun? In einem anderen E-Mail wünscht man mir allerlei schöne Dinge. Unter anderem „ruhige Zeit zum Ausruhen“ die ich zum „Genießen und Wahrnehmen“ nutzen soll. Das ist schön gesagt. Aber beginnen würde eine solche ruhige Zeit mit weniger Weihnachts-Müll, der mein Postfach verklebt. Sowie einige Unternehmen keine Weihnachts- bzw. Werbegeschenke (die oft eh keiner will…) mehr schenken sondern das dafür vorgesehene Geld einer caritativen Einrichtung überweisen, wäre es doch auch vorstellbar sich in E-Mail-Zurückhaltung zu üben. Beim nächsten (Kunden-) Termin 2011 könnte der Geschäftsführer dann sagen. „Wir tun das nicht mehr, weil wir damit genau das verhindern, was wir unseren Freunden / Partnern / Kunden am meisten wünschen. Nämlich Zeit und Ruhe.“

Letztes Jahr so um die Zeit läutete mein Telefon. Jemand, den ich schon seit Monaten nicht mehr gehört hatte, meldete sich und wir wechselten ein paar Worte. Entspannt war das. Da nahm sich jemand Zeit für mich und klatschte nicht bloß ein gegoogeltes Weihnachts-gif in ein E-Mail, das anschließend „an alle“ verschickt wurde. Das hat mich damals sehr gefreut. Und wenn ich daran denke, dann freut es mich immer noch. Ist halt ganz was anderes wie copy paste…

4 Gedanken zu “Weihnachtswünsche per E-Mail – nein danke!

  1. Hallo Reinhard, mit dieser antizyklischen Methode liegst du ubrigens voll im Trend. Neulich auf OE1 hab ich jemd. sagen gehört, dass diesedem eigentlichen Gedanken des Schenkens am nächsten kommen wuerde.

  2. Ed, ich bin zu 100% deiner Meinung. Ich habe – im Businessbereich – auch aufgehört Weihnachtswünsche zu versenden. Geschenke zu verteilen habe ich sowieso seit Jahren verweigert. Was war das spannende daran? Es ist – bei der Fülle – niemandem aufgefallen ob ich jemals etwas verschickt hätte. Diese lieblosen Weihnachtskarten und – ganz extrem – noch liebloseren Weihnachts-Mails lehne ich ab!

    Meine Stärken liegen in der Wertschätzung während des Jahres. Wenn niemand damit rechnet, dann schlägt meine Stunde. Es ist immer sehr persönlich und die Leute freuen sich.

    Heuer habe ich übers Internet (im privaten Bereich) eine kleine Ausnahme gemacht und selbiges verschickt! http://www.youtube.com/watch?v=pKQTQSxh6ng

    Frohes Fest – Reinhard

  3. Hallo Ed!

    Jaaa wenn ich DAS gewusst hätte, dann hätten wir dich natürlich sofort aus dem Verteiler genommen! :)
    Trotzdem: Schöne Weihnachten! („Besinnlich“ und „ruhig“ sind definitiv die falschen Attribute für die hecktischte Zeit des Jahres)

    Auf ein Wiedersehen 2011!
    Bernd