Offen sein – offen bleiben

10. Januar 2011Huch wie sind wir nicht alle professionell. Tolle Kunden, schönes Büro, schöne LebensabschnittspartnerInnen. BarCamps? Geschenkt! Hier quasseln doch nur noch Leute in Wollpullis mit Helfersyndrom! Gegenseitiger Austausch über ein gewisses …


Huch wie sind wir nicht alle professionell. Tolle Kunden, schönes Büro, schöne LebensabschnittspartnerInnen. BarCamps? Geschenkt! Hier quasseln doch nur noch Leute in Wollpullis mit Helfersyndrom! Gegenseitiger Austausch über ein gewisses Maß an professioneller Höflichkeit hinaus? Forget it! Könnte doch gleich jeder kommen! Gedankenaustausch mit Studierenden, Interviews oder ihnen bei ihren zugegeben manchmal mühsamen Fragen behilflich sein? Reine Zeitverschwendung! Sollen selber schau wo sie bleiben. Hat schließlich lange genug gedauert dieses Studium und mir hat auch keiner geholfen..!

Diese und ähnliche Gedankenspiele sind mir alles andere als fremd. Man pendelt so hin und her. Je nach Tagesverfassung. Was aber bedeutet dies für meine eigenen Online-Relations für meine Position in den sozialen Graphen meiner Kontakte? Laufe ich damit nicht Gefahr, mich völlig abzuschotten, damit fachlich abzustumpfen, kein neues Wissen, keine queren Ideen und Vorschläge mehr reinzubekommen? Mit Sicherheit heißt es das! Was also tun gegen dieses digitale Sich-Einigeln?

Innovation entsteht an den Rändern. Keine Ahnung von wo ich das her habe. Aber diese Ränder sind meiner Meinung nach nicht die PR-Blogs in meinem Feed-Reader, die paar Fanpages von Burson-Marsteller, Pleon Publico und Co. Was hier passiert ist besten Falles Mainstream, selbst wenn es um so „neue“ Themen geht wie z. B. Social Media Marketing oder Online PR. Und teilweise nicht mal das. Die Ränder das sind z. B. die E-Mails von Studierenden, die nach einem Frontalvortrag zum Thema Online-PR meist ganz beiläufig gestellten Fragen. Die Ränder markiert unter anderem auch die Realität am Kunden. Irrsinnig schön zu sehen, was hier als wichtig wahrgenommen wird, was hier wie verstanden wird. Und die Ränder sind vor allem auch Bar Camps. Was ich damit sagen will, ist, dass sich das Fach der Online-PR (bitte keinen Streit ob das jetzt ein eigenständiges Fach ist oder nicht…) meiner Meinung nach nur dann entwickeln kann, wenn Menschen miteinander in Dialog treten und zwar offen und ehrlich. Wenn Argumente ausgetauscht werden und das ganze ohne Besserwisserei oder Angst abläuft, das Gegenüber könnte einen nicht verstehen, für inkompetent halten oder über einen lachen.

Genau diesen Blick über den Tellerrand, dieses offen bleiben für online oder offline stattfindende Gespräche, die vielleicht erst auf den zweiten oder dritten Blick – wenn überhaupt – die Kasse klingeln lassen, das nehme ich mir für das kommende Jahr vor. Auf das BarCamp Klagenfurt freue ich mich auch schon sehr. Ich werde versuchen, dort anderen so viel Nutzen zu stiften wie nur irgendwie möglich, Fragen stellen und hoffentlich ein paar Antworten erhalten bzw. geben können. Wer nämlich gedacht hat, er steht jetzt in der Zeitung und ist Experte für sowieso eh alles, der hat nichts verstanden.

 

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