PR-Praktiker – E-Book mit interessanten Einblicken (1)

10. Januar 2011Vor einiger Zeit wurde ich um ein paar Wortspenden für das PR-Fundsachen Blog gebeten. Ein paar Monate darauf um mein OK für die Veröffentlichung via E-Book bzw. in gedruckter Form. …


Vor einiger Zeit wurde ich um ein paar Wortspenden für das PR-Fundsachen Blog gebeten. Ein paar Monate darauf um mein OK für die Veröffentlichung via E-Book bzw. in gedruckter Form. Natürlich war ich dabei. Thomas Pleil vor allem seine Studierenden an der  der Hochschule Darmstadt (Schwerpunkt PR im Studiengang Online- Journalismus) waren und sind für mich immer ein Garant für ganz tolle Beiträge in Sachen Online-PR.

Wobei, Thomas ist für mich mehr als das. Er ist gleichzeitig Echolot, Radar und Leuchtturm in vielen mich interessierenden Fragestellungen. So jetzt aber genug gelobhudelt :) Das E-Book ist erschienen und ich hab mir immer jene Seiten ausgedruckt und wie ein Eichhörnchen über die Weihnachtstage mit nach Hause genommen, auf denen die PR-Praktiker nach ihrer Sicht auf die Zukunft der Public Relations respektive jener der Online PR befragt wurden. Darauf habe ich herumgestrichen und gekritzelt ohne Ende und mir damit die kalten Winterabende verschönert.

PR Praktiker Ed Wohlfahrt edRelations
Die für mich interessantesten Passagen (subjektive Auswahl) möchte ich hier zitieren, damit ein wenig Werbung für die geschätzten Branchen-Kolleginnen und Kollegen sowie die Publikation als solche machen, ach ja, und, wer weiß, die Diskussion über den einen oder anderen Aspekt in Gang bringen. Mal sehn!

Auf die Frage „Wohin wird sich die Online-PR in der Zukunft entwickeln“ antwortet „PR-Doktorin“ Kerstin Hoffmann:

Wenn man weiß, wie es geht, ist Recherche im Internet sehr einfach und effizient. Aber eine machtvolle Maschine macht noch keinen guten Bediener. Das gilt auch für Blogs, Social Media und so weiter. Man muss die Mechanismen und Feinheiten kennen. Daher sind wir alle – also PR-Fachleute, Werber, Berater… – gefordert, uns ständig fortzubilden und unsere Kunden verantwortungsbewusst zu begleiten. ==> gesamtes Interview

„Begleiten“ finde ich schön. Besonders am Herzen liegen mir aber die angesprochenen Mechanismen und Feinheiten. Wie sehen die LeserInnen das? Ist es der Job des PR-Treibenden alle Funktionalitäten von Facebook oder WordPress bis in die kleinste Verästelung zu kennen? Ich denke nämlich nicht. Keine Ahnung wie es gemeint war, vielleicht kann Kerstin Hoffmann via Kommentar noch erklären. aber ich denke, dass es ihr hier nicht um Technik ging sondern um die Feinheiten ging, die es im Umgang mit Dialoggruppen zu berücksichtigen gilt. Und zwar online und offline. Hier haben PR-Treibende imho sehr gute Karten einen konkreten Nutzen zu stiften weil sie sich mit den Feinheiten dieser Dialogbeziehungen doch schon sehr lange und das vor allen anderen Branchen wie Programmierern, Management-Consultants, Eventmanagern, etc. auskennen und beschäftigen.

Exzellenten Input erhielt ich auch von Wolfgang Lünebürger-Reidenbach, der zwischen PR-, Werbe- und Interaktivagenturen Verteilungskämpfe ortet, wenn es um das Thema Online Kommunikation geht. Er sagt angesprochen auf die Zukunft der Online-PR unter anderem folgendes:

Und für Online-PRler wird es eben darum gehen, kanalübergreifend und auch disziplinüberbreifend zu arbeiten. Viele von den Sachen, die wir sehen, funktionieren nicht, weil sie eine klassische Agentur gemacht hat, ohne daran zu denken, was die anderen dazu hätten beitragen können (…). Insofern glaube ich, dass diejenigen, die Online-Kommunikation machen, stärker verstehen müssen, was die anderen Disziplinen machen. Entweder wird es gelingen, das Thema Dialogkommunikation, also Social Media, in all diesen Disziplinen miteinander zu verbinden oder es wird nicht vernünftig gemacht. ==> gesamtes Interview

Phoa! Ich hatte im vergangenen Jahr ein Projekt, an dem neben mir auch noch eine Werbeagentur sowie ein Interaktivagentur arbeiteten. Wir alle redeten aneinander vorbei, schlugen Räder vor dem Kunden. Jeder kannte sich besser aus mit Social Media. Als mir das schließlich klar wurde, war das Projekt längst umgesetzt, das Blog und die Facebook-Fanpage auf der Welt. Dem Kunden gefiel das alles gut. Man könnte jetzt sagen, dass dann eh alles balletti wäre. Weit gefehlt! Aus heutiger Sicht würde ich vieles anders machen, was aber auch bedeuten würde, anderen Playern klar zu sagen, in welchen Bereichen ihr Input erwünscht ist und wie weit dieser gehen kann. Kann man das vom Kunden immer einfordern? Ich weiß nicht. Dass hierzulande jeder bei Social Media auskennt (damit nicht selten Facebook meint) egal als welchem Lager er gerade kommt, macht die Sache nicht einfacher. Klar ist es gut, die anderen Disziplinen a) zu kennen b) einzubinden um c) das Optimum für den Kunden oder das jeweilige Projekt herauszuholen. Andererseits setzt gerade dieser Umstand Professionalität voraus, die vielen abgeht. Einen Strich zu ziehen und zu sagen „da kenn ich mich nicht (mehr) aus“ oder „das ist jetzt nicht mehr mein Kern-Gebiet“ damit tun viele schwer und gerade deshalb verderben dann zu viele Köche den Social Media Brei.

2 Gedanken zu “PR-Praktiker – E-Book mit interessanten Einblicken (1)

  1. Hallo Alex, das kann ich natürlich voll verstehen. Ich kann aber natürlich nur dafür einstehen, was ich selbst und ganz alleine gemacht habe. Nur das kann ich zeigen, kritisieren, etc. Die betroffenen anderen beiden Agenturen würden sich fragen, wie sie dazu kommen, hier von mir als, sagen wir es so, weniger tolles Beispiel genannt zu werden. Das ist der Punkt.

  2. Hallo Ed,
    danke für den E-Book Tip, werde nachher definitiv reinschauen.

    Was mich interessieren würde, ist der Fall, den Du am Schluss beschreibst. Natürlich entsprechend anonymisiert und abstrahiert.

    Mir fällt in letzter Zeit in Blogs unterschiedlicher Thematiken immer mehr auf, dass Autoren posten, _dass_ ihnen folgender Fall passierte und dass sie eine Erkenntnis daraus gezogen haben. Leider liefern die Blogs im Vergleich zu früher immer weniger WAS das war.

    Objektivität in allen Ehren. Ins Leser interessiert aber auch das „Butter beie Fische“ 😉

    Würde mich freuen, davon zu lesen.