Nein zur digitalen Selbstbeweihräucherung!

11. Januar 2011Mein neu gestartetes edRelations Blog ist eine echte Chance. Ich nehme es zum Anlass mit einer Unsitte aufzuräumen, die – ich geb’s ja zu – bei mir eingerissen ist. Ich …


Mein neu gestartetes edRelations Blog ist eine echte Chance. Ich nehme es zum Anlass mit einer Unsitte aufzuräumen, die – ich geb’s ja zu – bei mir eingerissen ist. Ich meine damit das Hinweisen auf eigene Blogposts via Twitter, Facebook Profil und Fanpage. So ein Schwachsinn aber auch! Wie konnte ich nur! Ich meine am Blog steht es mir ja frei, es BesucherInnen möglichst leicht zu machen die hier gefundenen und – wer weiß!? – für gut befundenen Inhalte mit anderen zu teilen. Aber das selbst zu machen, das hört sich jetzt auf. Unangenehm war es mir ja immer schon. Irgendwie zumindest. Ich habe mich um diese Peinlichkeit – und JA es ist peinlich! – herumgedrückt, indem ich z. B. auf Twitter dann schrieb: „Ein paar Gedanken zum Thema XY“ brav versehen natürlich immer mit einem Link auf mein eigenes Blog. Das tu ich jetzt nicht mehr und wer mich dabei erwischt, dem schicke ich eine Kiste Bier nach irgendwo hin. Das ist ein Versprechen.

by Joachim S. Müller / flickr.com

Und weil ich mit dieser Unart ja nicht alleine bin (schön wär’s!), nehme ich das ganze zum Anlass, euch, meine erlauchten 10 oder 15 LeserInnen zu fragen, wie Ihr es mit dem Hinweisen auf eigene Inhalte auf Blogs so haltet. Wie geht Ihr damit um wenn andere das tun und fast nur noch so herumsurfen immer alle Lichter auf die ach so tollen eigenen Inhalte ausrichtend? ==> zur Umfrage

Danke an jeden der mitmacht. Ach ja: Diesen Blogpost werde ich weder zwitschern noch irgendwo sonst posten. Mal sehn vielleicht findet er ja selbst seinen Weg…

Nachtrag:

Klar sind 26 Meinungen jetzt nicht gerade repräsentativ. Mich wundert aber schon, dass sich derzeit nur ein einziger gegen das Pushen eigener Inhalte ausspricht. Im Gegensatz dazu weisen 16 gelegentlich und 9 sogar immer auf die eigenen Inhalte hin. Hm… Ob ich zu viele Social Media Aficionados unter meinen Freuden und Followern habe? Kann sein.

15 Gedanken zu “Nein zur digitalen Selbstbeweihräucherung!

  1. Sehr spannender Kommentar Frank, danke dafür. Auch für die Blumen :) Zwei Fragen, wie kann es sein, dass ein Twitter-Accont mit keinem einzigen Tweet 180.000 Follower hat? Arbeitet ihr mit Twitter-Trains oder dergleichen? Hätte natürlich kein Prob damit wenn es so wäre, interessieren würde es mich trotzdem wie solche Zahlen zustande kommen. Spannend vor allem aber auch die hohen Absprungraten jener Leute, die von Facebook oder Twitter kommen. Ich habe genau das vermutet. Auch ein Grund übrigens, warum ich mich jetzt mal kasteie was das Hinweisen auf eigene Inhalte auf eben diesen Kanälen anbelangt. Du lieferst aber das erste Mal Evidenz, dass ich mit meiner Vermutung richtig liegen könnte. Facebook und auch Twitter bringt mit viel, wenn es darum geht, die Besucherzahlen rauf zu drehen. Aber ich will ja nicht hohe Frequenz sondern Envolvement. Deshalb sind hohe Zugriffszahlen zwar schön. Diese Relativieren sich aber wenn über 80% der BesucherInnen nach drei Sekunden wieder weg sind. Ich muss mir das nochmal näher anschauen mittels Webanalyse. Aber wenn der Traffic den ich über das Teilen eigener (!) Links auf Facebook und Twitter nur vergleichsweise uniteressanten Traffic generiere, dann ist das für mich ein weiterer Grund, die Finger davon zu lassen.

  2. Hallo, Ed. Ich find es grundsätzlich völlig legitim zur Suchmaschinenoptimierung oder auch zur Generierung von Traffic auf anderen Portalen eigene Beiträge zu promoten.

    Wir haben ja einen Twitter-Account mit mittlerweile über 180.000 Followern. Immer noch ohne einen einzigen Tweet. Das wird auch so bleiben.
    Obwohl wir schon oft drüber nachgedacht haben mal einen Probetweet rauszuschicken.

    Man stelle sich vor, wir beginnen nun doch zu twittern. Und sagen wir mal 0,1 bis 0, 2 Prozent unserer Follower reagieren mit einem Klick und wir erhöhen den Tagestraffic auf unserem Blog um 5 bis 10 %. Das sähe zunächst mal gut aus.

    Bei genauerer Betrachtung des vorhandenen Traffics mittels Web-Analyse, welcher uns derzeit über anderer Leute Accounts zugespielt wird, fällt aber auf, das eben diese Besucher, die über Twitter und Facebook kommen, hohe Abbruchraten verursachen, nicht wiederkehren und zudem nicht mal auf Adsense klicken.
    Es ist sicherlich falsch hier von einer Art „schädlichem Traffic“ zu sprechen. Unterm Strich aber hilft er mir nicht im Hinblick auf die Positionierung des Angebots, er bringt keine zusätzlichen Einnahmen, beschert wohl nur im Ausnahmefall neue Leser. Für die Suchmaschinen bringen Twitter und Facebook eh nur wenig – zumindest im Verhältnis zu all den anderen Möglichkeiten, die einem das Web so offenbart.

    Dem allen kann man natürlich entgegenhalten, dass es durchaus möglich ist auf diesen beiden Kanälen eine interessante, interessierte und qualifizierte Community oder auch Leserschaft aufzubauen. Aber wie kacke muß ich sein? marketing-blog.biz@facebook oder besserwerber@twitter klingt im Vergleich zu marketing-blog.biz dem Besserwerberblog verhältnismäßig scheisse. Mein Angebot ist so gut! Der Aufwand für Twitter und Facebook lohnen sich nicht.

    Dein Angebot ist übrigens auch einzigartig gut. 😉

  3. So, ich habe mich für eine Vorgehensweise entschieden: Ich werde das automatisierte Twittern abstellen, aber weiterhin Links auf ausgewählte Artikel „höchstpersönlich“ twittern :-)

    • Scheint mir auch der beste Weg zu sein. Ein separater Account wäre demgegenüber ja auch nur eine Distribution. Denke, mit der richtigen Mischung in einem Account kann’s ganz gut klappen. Und ich glaube, das manuelle Twittern bietet die Chance auf bessere Teaser 😉

  4. Pingback: Twitter, Facebook und XING: Linkschleuderei als digitalen Selbstbeweihräucherung? | Telagon Sichelputzer

  5. Für mich ist diese Frage gar nicht so klar zu beantworten. Ich hole dazu mal ein bisschen aus: Nach meinem Verständnis schafft jedes Online-Projekt ein kleines soziales Netz (manche auch größere). D.h., rund um ein Blog gibt es ein Netz, das aus mehr oder weniger aktiven Leuten besteht (in Bezug auf Lesen, Diskutieren, Weitertragen etc.), ebenso ist’s bei Twitter, Facebook, Friendfeed etc. Nach meiner Beobachtung gibt es klare Schnittmengen zwischen diesen Netzen. Aber sie sind nicht deckungsgleich. Das hängt vermutlich mit vielen Faktoren zusammen: Im Idealfall unterscheiden sich meine Angebote etwas, aber manche Leute ziehen einfach eine bestimmte Plattform der anderen vor.

    Ich treffe zunehmend auf Leute, die ihr Infomenu nur noch aus Twitter beziehen, andere legen mehr Wert auf Facebook-Empfehlungen, wieder andere abonnieren tatsächlich via RSS 😉 Mein Gefühl ist, dass das kontinuierliche Lesen eines Angebots an Bedeutung verliert, weil es unsere Möglichkeiten übersteigt. Deshalb empfehlen wir einzelne Artikel.

    Die Frage ist nun, ob nur andere empfehlen sollten (Dein Ansatz), oder ob man seine unterschiedlichen Netze selbst auf Neues stoßen sollte. Mit Blick auf die Wahrnehmung (und damit verbunden auf mögliche Diskussionen etc.) scheint mir es effektiver, diesen Anstoß auch selbst zu geben. Einem bloggenden Unternehmen muss man also wohl raten, neben dem Blog auch andere Kanäle zu nutzen, um die für das Blog gesetzten Kommunikationsziele zu erreichen. Ich betrachte z.B. den Tweet im weitesten Sinne als Teaser, wie wir ihn aus dem Journalismus kennen. Als Einzelperson kann man das sicher anders entscheiden.

    Wie mache ich es selbst? Beiträge, die mir wichtig sind, bekommen auch bei Fb und/oder Twitter einen Teaser. Alle nicht. Aber: Viele Leute, mit denen sich immer wieder gute Diskussionen im Blog entwickeln, kommen nach meiner Erfahrung nur, wenn ich diesen Teaser schreibe. Empfiehlt meinen Beitrag ein anderer, ist das große Ehre, aber damit wird dessen Netz erreicht, nicht meines.

    Abschließend: Wichtig erscheint mir vor allem, die richtig Mischung hinzubekommen. Auf Twitter nur von sich selbst zu erzählen, verbietet sich bestimmt. Aber eigene Beiträge ins Menu aufzunehmen, scheint mir schon sinnvoll.

    • Nach Deinen Gedanken habe ich mir zunächst überlegt: Sollte ich evtl. die Anstöße für mein Netzwerk in einen extra Twitter-Account auslagern? Also beispielsweise http://twitter.com/injelea

      Aber dann würde ich meine Follower „nötigen“, einem weiteren Account zu followen und ein neues „Netzwerk“ zu gründen…

      Andererseits würde dieser Account vielleicht auch andere „Stakeholder“ ansprechen….

      Letztendlich habe ich den Gedanken aber wieder verworfen, so etwas lohnt sich wahrscheinlich wirklich nur für Blogs/Seiten mit vielen Beiträgen und einem sehr großen Netzwerk.

      Insgesamt bin ich also genauso schlau wie vorher :-)

  6. Logo mache ich das. Fast immer. Warum nicht?
    Wer seinen Content nicht gut genug haltet, um ihn zu teilen, sollte ihn erst gar nicht produzieren.

    • absolut legitim dein Standpunkt, danke fürs Reinschauen Georg. Ich hab das ja selbst auch gemacht. Und ganz ehrlich frage ich mich, ob diese meine Askese der richtige Weg ist. Generell finde ich es halt viel schöner, wenn LeserInnen meiner Inhalte diese so toll finden und nicht ich den Karren anschieben muss, indem ich alle Scheinwerfer auf mich selbst richte und sage, schaut her, was ich tolles gemacht habe… Ist vielleicht komisch wenn ein PRler das sagt, geb ich zu. Aber wie gesagt, es ist völlig ok wenn du das machst. Wenngleich ich davon jetzt mal Abstand nehme.

  7. danke Frank für den Kommentar. Da gibts gar nix zu bekennen, du gehörst einer satten Mehrheit an. Das wird offenbar so gehandhabt und basta. Zum Hintergrund: Ich hing lange an meinem alten Blog, konnte mich nicht trennen, wollte die doch einigen incomming Links und den Google Juice nicht abschreiben. Aber ich hab immer mehr nachgedacht ob es das ist und schließlich fiel der Schritt ganz leicht. Es geht mir nicht mehr um Zahlen um Follower und verkaufte Feed-Abos. Ich will das nicht mehr. Ich will möglichst klare Gedanken zum Thema online PR haben und diese mit anderen teilen. Die werden es früher oder später sehen, mich (wieder) entdecken sofern die Inhalte passen. Die hören mir sicher nicht aus Versehen zu, denke ich. Ich hab heute glaub ich 25 Leute auf meinem Blog. Mir sind die wesentlich lieber als die vielleicht 400 am alten Blog, die ich vor allem über Twitter, Xing und Facebook abholte… Irgendwann geht es dann nur noch um möglichst reiserische Überschriften, um möglichst viele Klicks, darum, alles zu optimieren. Mehr Traffic zu haben wie gestern. Das sehe ich seit ein paar Tagen relativ.

    • Deinen Standpunkt kann ich gut verstehen. Du machst mich etwas nachdenklich…

      Im Juni bin ich auf WordPress umgestiegen, davor hatte ich nur gelegentlich auf einen meiner Blogartikel in Twitter hingewiesen. Bei WordPress habe ich eines der Plugins installiert, und seitdem läuft der Tweet automatisch raus. Vielleicht sollte ich das Plugin einfach mal deaktivieren… Ich denk mal drüber nach 😉

      • Hi Frank, schön wenn man sich gegenseitig zum Nachdenken bringt :) ich hab mit diversen Automatisierungen (Blog auf Twitter und Facebook) ebenfalls herumgespielt. FeedGraphity oder so ähnlich hieß das, glaube ich für FB. Alles was ich am Blog postete ging automatisch auch auf meine Fanpage und stand da irgendwie ohne großen Kontext… das gleiche im Twitter. Einer guter Freund von mir wollte wissen, was mit diesen @’s und #’s gemeint ist. So ein Blödsinn, meint er und hatte damit wohl auch nicht ganz Unrecht. Dieses Cross-Posten man vom Traffic her sicher was bringen. Für mich macht es aber weniger Sinn.

  8. Ich bekenne: Ich tu es immer – logo! Ich lasse WordPress automatisch einen Tweet absetzen, wenn ein Artikel veröffentlicht wird. Mache ich natürlich ausschließlich aus dem Servicegedanken, dass viele meiner Follower mein Blog – womöglich versehentlich – nicht abonniert haben 😉