PR-Praktiker – E-Book mit interessanten Einblicken (2)

11. Januar 2011Weiter gehts mit den Fundstücken aus dem PR-Praktiker E-Book der Hochschule Darmstadt. Torsten Herrmann betreibt das Chain Relations Blog und hat angesprochen auf die Zukunft der Online-PR klare Worte. Ich …


Weiter gehts mit den Fundstücken aus dem PR-Praktiker E-Book der Hochschule Darmstadt. Torsten Herrmann betreibt das Chain Relations Blog und hat angesprochen auf die Zukunft der Online-PR klare Worte.

Ich halte den Begriff Online-PR für überflüssig. Ich sehe keinen fundamentalen Unterschied zwischen klassischer PR und Online-PR, außer dass PR endlich der Komfortzone entrissen wurde (…). Vor allem aber muss die PR endlich auch mit anderen Menschen als nur mit Journalisten, Analysten und ein paar anderen Stakeholdern kommunizieren. Das sind die meisten einfach nur nicht gewohnt. Am Fundament hat sich meines Erachtens dennoch nichts geändert. Wir vertreten die Interessen und kommunizieren im Interessen unserer Auftraggeber. ==> gesamtes Interview

Autsch! Jetzt hab ich mich so gefreut endlich eine schöne Verpackung zu haben für das was mir da am Herzen liegt und schwups! kommt mir mein Buzz-Word auch schon wieder abhanden. Aber Scherz beiseite. Wichtig ist mir vielmehr, wie das, was Herrmann da sagt bei seinen ZuhörerInnen ankommt. Wenn die sagen, ja, ist wichtig, raus aus der Komfortzone, ja, wir haben deutlich mehr Stakeholder als noch vor einigen Jahren und ja, mit denen werden wir ab sofort auch zu sprechen haben, dann ist es mir schnurz-piep-egal, ob das Baby nun auf Online-PR, New-PR, Cluetrain PR,  PR2.0 (wem fällt noch ein tolles Wort ein?), etc. getauft wird. Wenn die jedoch sagen, Siehste! alles nur dummes Geschwätz, alles bleibt beim alten, PR-Blase, alles wird nicht so heiß gegessen wie gekocht, etc., dann würde ich das schon recht kritisch bewerten wollen. Was das Fundament anbelangt, kann man Herrmann schwer widersprechen. Natürlich könnte man über das „Fundament“ von PR bzw. Online-PR gut und gerne Bücher schreiben. Es jedoch alleine darauf zu reduzieren Interessen zu vertreten bzw. im Interesse unserer Auftraggeber zu kommunizieren, erscheint mir – zumindest in meinem Fall – ein wenig zu kurz gegriffen. Klar ist es das. Aber nicht nur und ausschließlich sondern auch. Außerdem klingt für mich bei „im Interesse unserer Auftraggeber kommunizieren“ auch sehr nach Lautsprecher und one-way. Aber ich unterstelle Hermann natürlich nicht, das gemeint zu haben. Bei diesem Blick auf das Fundament kommt mir persönlich das Orchestrieren der vielen Stimmen, das oftmals – weil notwendig – behutsame Heranführen vor Auftraggebern an die neuen Unternehmenssprecher also all das, was den PR-Treibenden bzw. die PR als solche als Enabler von Kommunikation so ausmacht, wesentlich zu kurz.

Marie-Christine Schindler bringt ihre Sicht auf die Zukunft der Online-PR so auf den Punkt:

Am Ziel und Zweck der PR, für die ganze Organisation Akzeptanz, Verständnis, Vertrauen und Glaubwürdigkeit aufzubauen, hat sich bis heute nichts geändert. Auf funktionaler Ebene sind jedoch grundlegende Veränderungen im Gang (…). In fünf bis sechs Jahren wird die Kommunikation im Social Web nicht mehr als Spezialdisziplin, sondern als logischer Teil der integrierten Kommunikation betrachtet werden. ==> gesamtes Interview

Finde ich gut, den Ziel und Zweck unseres Tuns mal so schön serviert zu bekommen. Das sind ganz fundamentale General-Zielsetzungen von Public Relations. Und es ist gut, sich diese wieder mal deutlich zu Gemüte zu führen. Vielfach steckt man so im Detail, ist so damit beschäftigt die Funktionalität der neuesten Web-Plattform zu verstehen oder sich den letzten Podcast reinzuziehen, dass die Basics fast ganz aus dem Blickfeld verschwinden. Die Prognose hinsichtlich integrierter Kommunikation ist ebenfalls interessant. Manche sagen, dass die Integration von Maßnahmen der online Kommunikation in die Gesamtkommunikation von Unternehmen heute längst gängie Praxis ist. Manch andere glauben wieder es würde länger dauern. Andere wiederum, dass Online-PR immer etwas ganz Spezielles und Eigenständiges bleiben wird oder besser bleiben sollte. Ich weiß es nicht. Schindler liegt mit ihrer Einschätzung damit also eher auf der sicheren Seite.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.