PR-Praktiker – E-Book mit interessanten Einblicken (3)

11. Januar 2011Sehr weit aus dem Fenster lehnt sich in ihrem Interview Susanne Franke. Angesprochen auf die Zukunft der Online-PR sagt sie unter anderem: Menschen, mit denen ein Unternehmen  kommuniziert, sind weniger …

Sehr weit aus dem Fenster lehnt sich in ihrem Interview Susanne Franke. Angesprochen auf die Zukunft der Online-PR sagt sie unter anderem:

Menschen, mit denen ein Unternehmen  kommuniziert, sind weniger klaren Bezugsgruppen zuzuordnen. Ich glaube sogar, dass sich die Definitionen ganz auflösen werden. Darum wird die Sozial und Medienkompetenz von PRlern wichtig sein wie auch eine ordentliche Portion Flexibilität. Wir werden selbständiger kommunizieren und müssen Teil interner und externer Kommunikationsprozesse sein, statt nur Informationen zu verwerten (…). Die Kommunikation verändert sich weg von juristischen Personen, also von Unternehmen, hin zu Menschen, die sich austauschen. ==> gesamtes Interview

Die Erosion der vormals klar voneinander unterscheidbaren Bezugsgruppen hervorgerufen durch Social Media (?) – ich vermute das hier einfach mal – wohin führt das? Wird es in den Kommunikationskonzepten der Zukunft nur noch eine Art von Dialogpartnern geben, nämlich “die breite Öffentlichkeit”, die in Wirklichkeit die breite Internetöffentlichkeit sein wird? Ich finde das Gesagte extrem spannend. Ich weiß nur (noch) nicht, in welche Richtung ich es weiter denken kann oder soll. Vielleicht weiß jemand was dazu?

Last but not least – auf keinen Fall!! – möchte ich noch auf Norbert Eder zu sprechen kommen. Auch bei seinen Antworten spielte mein grüner Textmarker förmlich verrückt. Dies nicht zuletzt, weil er mit seinen Aussagen zur Zukunft der Online-PR bzw. in seiner Bewertung ihrer Rolle im Unternehmen einen breiteren Bogen spannt, als dies die anderen 16 Autoren getan haben.

Ich denke, die PR im Bereich Unternehmenskommunikation wird mehr mit allgemeinen Managementthemen eines Unternehmens beauftragt werden, als das bisher der Fall ist. Das heißt, aus PR-wird Reputations- oder Imagemanagement und das schließt Unternehmenskultur, Change Management und Prozesseffizienz, Public Affairs, CSR, Employer Branding, Kunden- und Marktkommunikation ein. Gerade Change Management und Prozesseffizienz sind klassische Managementaufgaben, die nicht per se mit der PR-Abteilung in Verbindung gebracht werden, deren Erfolg aber von der Kommunikation abhängt. ==> gesamtes Interview

Ich finde diese Sicht vor allem deshalb hoch spannend, weil namhafte Vertreter der US-amerikanischen Social Media- Online-PR Community – man lese dazu etwa Brian Solis – sich mehr und mehr dem Thema Social Business zuwenden. Was das sein könnte? Möglicherweise das, was Eder oben angesprochen hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass “Social Business” in absehbarer Zukunft auch in unseren Breiten zum Thema wird. Nämlich dass die den sozialen Medien innewohnenden Charakteristiken mehr und mehr auf das Unternehmen als Gesamtheit überschwappen, dieses beginnen zu beeinflussen, im positiven Sinn zu verändern. Ich denke, dass die Offenheit, die (Notwendigkeit zur) Transparenz, die Abkehr der One-Voice-Policy, um nur einige Aspekte zu nennen, die die Autorenkultur des Social Webs für Unternehmen mit sich bringen noch weitaus größere Auswirkungen haben kann, als uns das heute bewusst ist. Dass diese Aspekte sozusagen im Unternehmen sickern, sich in den Köpfen der Entscheider festsetzen und sich so zu bestimmenden Einflussgrößen entwickeln. Und dies eben längst nicht mehr nur dann, wenn es um Fragen der Unternehmenskommunikation online oder offline geht. Diese Denke, dieser Mindset könnte überschwappen auf sämtliche Bereiche des Unternehmens. Dann schließt sich der Kreis und würde Social Business zur logischen Fortentwicklung bzw. Verlängerung (?) von Social Media.

4 Gedanken zu “PR-Praktiker – E-Book mit interessanten Einblicken (3)

  1. Kaum ist über ein Jahr vergangen, stolpere ich zufällig über deinen Beitrag. Lustig, mein Monitoring ist nicht auf Susanne ausgelegt, sondern Su ;) Jedenfalls, bleibe ich auch heute noch bei dieser von dir zitierten Aussage und gehe inzwischen von B:B hin zur Definition H:H (human to human ;) Danke übrigens fürs Aufnehmen und Weiterdenken, freut mich besonders aus deiner Feder.

  2. Pingback: links for 2011-01-12 | Das Textdepot

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>