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12. Januar 2011Wenn im Lokal jemand eine Runde schmeißt, hat er entweder gerade eine Bank ausgeraubt, einen besonders guten Tag hinter sich oder er führt etwas im Schilde. Auf John Wren, den …


Wenn im Lokal jemand eine Runde schmeißt, hat er entweder gerade eine Bank ausgeraubt, einen besonders guten Tag hinter sich oder er führt etwas im Schilde. Auf John Wren, den Chef des Werbe- Marketing- und Kommunikationsgiganten Omnicon dürfte wahrscheinlich Letzteres zutreffen. Wobei er keine Lokalrunde schmeißt sondern sogar noch etwas tiefer in die Tasche greift und seinen rund 36.000 Angestellten Nachhilfe im Bereich Digital Media spendiert. Wie dieser Schritt wohl bei Agenturen wie der TBWA oder der BBDO ankommen wird, die Teil der Omnicon Gruppe sind? Ist ja nicht gerade so, dass die während der vergangenen Jahr keine Digital Media Projekte umgesetzt hätten. Dass Wren sich 2011 was den Erwerb einer oder mehrerer großer Digitalagenturen anlangt kasteien will, hat Gründe die schon ein paar Jahre zurückgehen, wie ich gerade auf BNET lese. Genau gesagt in die Zeit kurz vor Platzen der Dotcom-Blase. Das Unternehmen hat mit seinen Beteiligungen damals groß draufgezahlt. Aber lassen wir das, ist schließlich kein BWL-Blog hier!

Was die Großen der Branche tun ist ja immer hoch interessant. Wie BUNTE lesen. Was aber tut Otto-Normalabweichler? Was das kleine und Mittelständische Unternehmen, wenn es um das Aneignen von Kompetenz im Bereich digital Media geht? Meine Beobachtung ist die, dass es entweder jemandem im Haus gibt, der hier Kompetenz hat. Dies bedeutet aber nicht, dass sich dieser jemand immer in der Position befindet, in der er dieses Know-how auch entsprechend ausspielen kann. Was natürlich sehr schade ist. Oder aber, es ist so, dass die Firma Know-how zukauft von außen. Dann kommen Leute wie ich an. Geht alles gut, gibt es nach ein paar Monaten in der Firma jemanden, der meist im Bereich Marketing oder PR angesiedelt ist, der sich immer weiter – und von nun an selbständig! – mit der Materie beschäftigt, sich in das Thema Social Media hineinarbeitet. Dumm ist dann nur, wenn dieser jemand ein Baby bekommt, abgeworben wird oder anderwertig nicht verfügbar ist. Dann steht sozusagen alles. Nichts geht mehr. Oder, für das Unternehmen auch nicht gerade positiv, es wird wieder zugekauft bzw. gänzlich ausgelagert. Insofern finde ich es alles andere als uninteressant, wenn große Unternehmen wie Omnicom dazu übergehen, zentrale Kompetenzen und Know-how wirklich allen MitarbeiterInnen gegenüber zu vermitteln. Finde ich auch total schön wenn alle was lernen. Lernendes Unternehmen und so… Wird bestimmt lustig wenn einige der alten Knacker aus dem Board of Directors der Omnicom ihre ersten Tweets absetzen… oder sind die nicht dabei bei den 36.000?

crossbow / flickr.com

Know-how zu teilen macht Sinn - schon gar wenn es sich dabei um die eigenen MitarbeiterInnen handelt - Bild: krossbow / flickr.com

Ein kleiner Sidestep noch: Im Bereich Corporate Social Media geht es meiner Meinung nach nicht anders, als dass es im Unternehmen einen – noch besser mehrere – MitarbeiterInnen gibt, die sich um die verschiedenen Aufgaben kümmern. Ich persönlich halte es einfach für wesentlich nachhaltiger, Kompetenzen, und natürlich auch Lasten, auf mehrere Schultern zu verteilen. Wenngleich das auch ein wenig nach Sägen am Ast anmutet, auf dem man selbst sitzt. Mir ist es immer lieber, das Thema wächst an – in Form von dafür zuständigen Mitarbeitern die das Engagement verstehen und mittragen – als dass ich nach einem halben Jahr wieder draußen bin und das Thema Social Media, Listening Point, what ever dann wieder einschläft. Das erinnert mich dann irgendwie an die Zeit, in der ich unbedingt Gitarre spielen musste. Von dem Tag an, an dem ich mein „Befriedigend“ im Maturazeugnis stehen hatte, griff ich nie wieder in die Saiten.

via: Werben & Verkaufen

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