Einmal Web 2.0 bitte!

20. Januar 2011Früher gab es Tankstellen, da rollte man mit seinem Wagen an die Zapfsäule an der ein gelangweilter, an einem abgebissenen Zahnstocher kauender Tankwart in Latzhosen stand. Man blieb im Auto …


Früher gab es Tankstellen, da rollte man mit seinem Wagen an die Zapfsäule an der ein gelangweilter, an einem abgebissenen Zahnstocher kauender Tankwart in Latzhosen stand. Man blieb im Auto sitzen, kurbelte nur mal schnell die Schreibe runter (nix elektrisch!) und sagte „einmal volltanken bitte“. Wenn der Tankwart seinen Beruf wirklich ernst nahm, fragte er dann noch, ob er den Ölstand checken sollte. Manchmal reinigte er auch die Frontscheibe. Dann wurde die riesige Tankwart-Brieftasche gezückt und abkassiert. Was aber hat das mit dem Social Web zu tun?

Flickr / adesigna

Flickr / adesigna

Vor ein paar Tagen erhielt ich den Anruf eines Unternehmens. Nach längerem hin und her rückte der Geschäftsführer endlich heraus mit der Sprache. Man hätte jetzt alles was man brauche. So von wegen Web 2.0 und so. Was denn das heißt, fragte ich. Naja die Facebook-Einbindung, den Twitter-Stream, die Flickr-Bilder, das Blog und eben die Videos von YouTube. Aha. Alles was sie nun brauchen ist eine Strategie wie sie das richtig einsetzen können. Ganz brutal ausgedrückt: Alles was sie brauchen war eine Antwort auf die Frage, was sie damit nun anfangen sollen. Stichwort: Social Media Strategie. Hm…

Ich habe mir dann die Webseite angesehen (und für alle die jetzt wieder herummäkeln, dass ich den Link nicht bringe nur so viel: Wie würden denn alle Beteiligten dazu kommen, hier von mir vorgezeigt zu werden? Ich meine wer bin ich denn, dass ich mit ausgestrecktem Zeigefinger auf andere deute?! Ich meine, es sei denn, es handelt sich dabei um wirkliche Vorzeigeprojekte). Und die schaut wirklich absolut sauber aus. Auch die Integration der oben genannten Tools schaut nicht nur gut aus sondern ist durchdacht. Vom Look and Feel, von der Usability, vom optisch graphischen Standpunkt aus betrachtet. Das ist jetzt mal gar nicht meine Profession also sagen wir es anders: Die Webseite sah für mich prima aus. Was weniger prima war, zeigte sich auf den zweiten Blick. Als man nämlich die Homepage verlies und sich die einzelnen Kanäle en Detail ansah. Wenig Inhalte, kaum transportierter Nutzen, Botschaften, die mal den Endkunden, mal die Mitarbeiter, mal die Lieferanten adressierten, u.v.a.m.

Die umsetzende Agentur hatte tolle Arbeit geleistet. Jedoch war ihr Zugang ein sehr technischer gepaart mit einer großen Affinität zum Thema Web Design. Nein, ich will mich nicht nachträglich hinein reklamieren. Nein, ich will nicht sagen was gewesen wäre, hätte man das Projekt ganzheitlicher angelegt, nein. Das, worauf ich hinaus will, ist, dass das Unternehmen offenkundig gesagt hat „Wir brauchen Web 2.0″ und exakt das bekommen hat. Ein rundes Paket sozusagen, das jemand bekommt, der nicht wirklich weiß was er will und braucht, der sich vielleicht gar nicht in der Lage befindet, zu entscheiden was er braucht und warum. Die Frag ist jetzt, ob das gut ist oder schlecht. Die Frage ist, ob dieses Paket einen kommunikativen Mehrwert (für wen eigentlich!?) schaffen kann oder nicht. Die Frag ist nicht zuletzt, ob der eingeschlagene Weg nachhaltig ist oder nicht. Das sind nur ein paar der Fragen, die wir diskutieren werden. Ich freu mich schon drauf. Salzburg ist sowieso immer eine Reise wert!

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