Online-PR all inclusive

29. Januar 2011Darüber, dass es Social Media PR bereits ab 250 Euro gibt, habe ich hier auf edRelations ja schon mal berichtet. Es geht aber auch günstiger, wetten? Keine Ahnung woran es …


Darüber, dass es Social Media PR bereits ab 250 Euro gibt, habe ich hier auf edRelations ja schon mal berichtet. Es geht aber auch günstiger, wetten?

Keine Ahnung woran es gelegen hat. War es die fortgeschrittene Stunde, waren es die bereits zwei kleinen Biere, die wir zu diesem Zeitpunkt schon hatten, oder war es der harte Tag meines Gegenübers. Ich weiß es nicht. Was ich mittlerweile jedoch weiß, ist, dass es bei einer PR-Agentur Online-PR gratis mit dazu gibt. Ja, gratis. So und nicht anders – ich habe extra nachgefragt – hat es mir mein Gesprächspartner beschrieben. Auf meine Frage, wie das ginge, erklärte er mir, dass die Betreuungspauschalen so großzügig berechnet wären, dass es auf diesen zusätzlichen Service nicht wirklich ankommt Nice! Das Gute dabei sei vor allem, dass man Kunden damit die eigene Innovationsfähigkeit unter Beweis stellt und so ganzheitlicher kommunizieren würde. Ich hätte zu diesem Zeitpunkt wohl besser auf härtere Getränke umsteigen sollen. Was ich nicht getan habe weil Auto und so… Wir haben dann noch ein paar Takte geplaudert aber irgendwie zog sich in mir alles zusammen. So wünschte ich einen angenehmen Abend und trat dem Rückzug die Heimreise an. Einige Fragen spuken mir seitdem jedoch im Kopf herum? Was noch bekommt man heute gratis dazu? Winterreifen? Das zweite Herrenhemd von Walbusch?

Und überhaupt: Was bekommen die Kunden meines Gesprächspartners eigentlich für null Euro? Mir gegenüber sprach er von Twitter und Facebook wo er ein wenig über die Kanäle seiner Kunden „drüberschaut“ und mal ein wenig hier, mal einwenig dort tätig wird, sprach von ein paar RSS-Feeds, die er so nebenbei mitlaufen lässt, „nichts großes also“, wie er meinte.

Hm… Was nichts kostet soll ja angeblich nichts wert sein. Dieser Umstand oder besser Stehsatz hat sich mir irgendwann mal ins Gehirn gebrannt und will von dort nicht mehr weg. Mir geht’s gar nicht so sehr darum, dass die betreffende (und hier selbstverständlich nicht genannte) Agentur den Markt für professionelle Kommunikationsdienstleistungen kaputt macht. Mir geht’s darum, dass über diese Agentur Kunden ein Bild von online Kommunikation bekommen, ja bekommen müssen, das extrem verzerrt ist. Online Kommunikation als Anhängsel, als Gratis-Dienstleistung passt mir irgendwie gar nicht. Und wenn ich das hier schreibe wird mir klar, dass es mir sehr wohl darum geht, dass PR-Agenturen (nein, korrekt bleiben: eine PR-Agentur) online stattfindende Kommunikation und die daran anschließenden PR-Dienstleistungen bewusst oder unbewusst entwerten und damit den Markt kaputt macht. Andererseits sollte sich Qualität am Ende des Tages durchsetzen. Daran glaube ich einfach. Und ich glaube weiters, dass es Kunden gibt, die sich nicht mit dem begnügen, was sie gratis dazu bekommen, weil sie so viel Geld für Pressearbeit und andere klassische PR-Aktivitäten ausgeben. Also wieder schön runter mit dem Puls…

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