Social Media Konzept: Gratis oder gar nicht!

30. März 2011Vielen Dank nochmals für Ihre Bemühungen. Der Vorstand hat nun allerdings beschlossen, dass für ein Strategie-Konzept kein Geld ausgegeben wird. Ich habe den Auftrag erhalten, ein kostenloses Konzept einzuholen. Wenn Sie dies machen …



Vielen Dank nochmals für Ihre Bemühungen. Der Vorstand hat nun allerdings beschlossen, dass für ein Strategie-Konzept kein Geld ausgegeben wird. Ich habe den Auftrag erhalten, ein kostenloses Konzept einzuholen. Wenn Sie dies machen wollen, sind wir dafür gerne offen. Sollten dafür allerdings wie besprochen 5-7 Stunden á € 180,- verrechnet werden, so muss ich leider anderswo nachfragen.

Das fand ich heute in meinem Postfach. Und es gab mir zu denken. Die weit über die Grenzen Kärntens hinaus bekannte Tourismusagentur Strafinger teilt mir mit, dass ich zu teuer bin. Sie sagt mir aber auch, dass sie durchaus dazu bereit wäre, ein Gratis-Konzept aus meiner Feder anzunehmen. Das will ich aber nicht tun. Aus mehreren Gründen. Ist mir aber zu doof hier darauf einzugehen.

Ich bin von Tourismusagenturen schon des öfteren abgesaugt worden. Meist handelte es sich dabei um große, gut situierte Agenturen, die das Thema Social verschlafen hatten. Schöne Grüße nach Salzburg! Betreffende Agenturen waren von heute auf morgen gefordert (von ihren Kunden?) und brauchten so schnell und natürlich so günstig wie möglich aktuelles Social Media Wissen.

Was mich im oben zitierten Fall jedoch besonders sauer aufstößt, ist die Dreistigkeit, mir der sich ein Vorstand ein Gratis Strategie-Konzept einfordert und (!) das ist es ja gerade, auch bekommen wird. Das steht für mich nämlich fest. Der Vorstand wird bekommen, was er will. Bekommen Vorstände das nicht immer? Irgendwer wird liefern. Irgendwer wird sich hinsetzen, Hirnschmalz investieren, sein profundes Wissen zu Papier bringen und Lösungen ausarbeiten für eine Facebook Page die nicht funktioniert, weil sie nicht funktionieren kann. Warum? Weil jemand (ein Vorstand?) sich eine solche gewünscht hat, weil das jetzt alle machen, weil Facebook jetzt rein muss in den Marketing-Mix oder warum auch immer. Auf jeden Fall ohne Konzept, ohne klare Strategie und Richtung. Und dann sind sie da, die zahlreichen Kanäle, die nicht funktionieren wollen. Weil die Anzahl an willigen Zuhörer dann halt doch ziemlich begrenzt ist. Selbst in weltumspannenden Jeder-mit-jedem-Netzwerken wie dem Internet oder Facebook oder Social Media. Ist eh doch alles das selbe!

Im schon ziemlich langen Thread auf meiner Facebook-Seite oder wars auf Twitter, keine Ahnung, da stellte jemand die Frage, ob der Vorstand des Unternehmens auch gratis arbeiten würde. Und das glaube ich ja nicht. Die wissen was sie tun und sind sich voll darüber im Klaren, dass sie bekommen werden was sie wollen. Wenngleich der Preis fest steht (€ 0,00) für ein Social Media Strategie Konzept, die Qualität, die sie erhalten werden, ist derweil völlig unbekannt. Ich hoffe aber, dass sie entsprechend hoch ist. Die betreffende Fanpage könnte sie nämlich wirklich gebrauchen.

Mir kommen strenge Dinge unter. Jemand etwa, der für die Umstellung einer Facebook-Fanpage-URL auf eine Vanity-URL 200 Euro haben will zum Beispiel. Aber warum auf andere mit den Fingern zeigen? Ich selbst werde im Juni in Wien sprechen und kein Honorar verrechnen, weil keines bezahlt wird. Ja bin ich deppert? Ja und nein. Ja weil ich es tue. Nein, weil ich weiß, dass mir Keynotes Kunden bringen. Und zwar gute Kunden.

Im Gegensatz dazu bringen mir gratis Konzepte gar nichts. Im Gegenteil. Sie kosten mir viel Zeit. Zeit im übrigen, die ich nicht mit meiner Familie verbringen kann. Zeit, die unwiederbringlich futsch ist. Ich finde schade, dass Agenturen, die über eine so ausgezeichneten Ruf verfügen wie Strafinger, so handeln. Nämlich beim Zuhören ganz große Ohren zu machen, beim Zahlen aber knausern bzw. offen Gratis-Leistungen verlangen. Die betreffende Tourismusagentur lässt damit tief blicken. Sie sagt nicht nur, dass sie im Bereich sozialer Medien im März 2011 über nicht genügend Know-how verfügt. Sie macht damit auch deutlich, dass Social Media für sie kein allzu wichtiges Thema darstellen. Und genau diese Einstellung halte ich aus strategischer Sicht für brandgefährlich. Aber das ist nur meine bescheidene Meinung. Gratis, aber aus tiefster Überzeugung.

27 Gedanken zu “Social Media Konzept: Gratis oder gar nicht!

  1. Hab grad was ähnliches erlebt, mir „bot“ ein Unternehmen an, mich als Freelancer zu buchen, aber zu Angestellten-Konditionen. Aufgabe, Social Media Strategie, Konzeption, Coaching, aktives Mit-Kommunizieren, Workshops, danach international ausrollen.

    Es ist zwar nicht gratis, aber mit etwa 70 Euro/h weit unterm Marktwert.

    Zur Gratiskultur: Niemand würde wohl auf die Idee kommen, ein Konzept von einer Marketing oder PR-Agentur gratis zu fordern, pardon anzubieten, dass sie es machen dürfen.

  2. Starker Thread!

    Aus meiner Sicht ist gar nichts Verwerfliches daran, für eine Leistung auch Geld zu verlangen. Ich erkenne aber durchaus immer mehr einen Trend, dass die Bereitschaft, für Hirnarbeit zu bezahlen (besonders in Bezug zum Web), mehr in den Hintergrund tritt. Interessant ist dabei allerdings, dass dieselben Personen (ich kenne solche auch) für eine andere Art von Arbeit sehr wohl bezahlen. Ich denke nicht, dass diese zB ihr Auto in der Werkstatt gratis reparieren lassen wollen 😉

  3. Interessanter Beitrag und gut, dass das auch publik gemacht wird! Eine unschöne Methode, die leider immer mehr Gang und Gebe ist. Wer gute Leistung und Input haben möchte, der soll bitteschön auch etwas dafür bezahlen!

    Wer ist nun eigentlich dieser ominöse Vorstand des Golfland Kärnten, der „umsonst“ arbeitet? Sind das Vertreter der Partnerhotels und Golfanlagen? Bei genauerer Recherche kommen hier ja noch weitere Merkwürdigkeiten/Verwirrungen (zumindest für mich) zu Tage….

    Auf der Website:
    http://www.golfland.kaernten.at
    findet man im Impressum kurioserweise: Strafinger Tourismusmanagement und Reisebüro GmbH
    Ossiacher See Süduferstraße 59-61
    A-9523 Landskron

    Keine weitere Informationen!
    Wenn es einen Vorstand gibt, müsste es wohl auch eine Organisation/Verein dazu geben und eine dementsprechende Anschrift/Impressum!

    Dank Internetrecherche erfährt man dann das:
    Geschäftsführer für das Golfland Kärnten soll Günther Novak sein (= gleichzeitig Geschäftsführer Strafinger Tourismuswerkstatt)
    http://kaernten.orf.at/magazin/studio/stories/189670/
    http://www.strafinger.at/team.php

    Ehrenpräsident u und Botschafter Franz Klammer

    Obmann: Mag. Roland Sint
    http://www.touris.kaernten.at/?arid=11676&jid=SO&siid=939

    Interessant!

  4. Neben der Gratis-Pitch Problematik seh ich hier auch noch ein anderes Phänomen am Werk.

    Ich hatte eine ähnliche Situation vor ein paar Wochen.
    Es ging um das bereits erwähnte Kunden-Sentiment: „Ich hab keine Ahnung, von Social Media, ich kenn mich nicht aus. Machen wir doch was aber kosten soll’s nix.“

    Der Vorschlag eines befreundeten Beraters war: machen wir doch ein Gratis-Konzept um den Kunden davon zu überzeugen dass er Social Media Marketing „braucht“. Meine Antwort: Nein, machen wir nicht.

    Begründung: Wer ein Gratis-Konzept will, der will vermutlich auch das Social Media „wieder weg“ geht und ich bin nicht mehr bereit diesen Menschen die Windmühle zu machen.
    Wenn ein Vorstand, CEO, Marketer oder wer auch immer sich auf meine Kosten an Social Media abarbeiten will und den Don Quichote mit mir als Windmühle spielt der sich von mir gratis anhypen lässt um mir dann mit kritischer Miene und verschränkten Armen zu signalisiern dass das eh alles „Blödsinn vom Internet“ ist… Nein.
    Es gibt genügend ernsthafte Kunden.
    Das mit den Gratis-Konzepten seh ich genau in der Tradition: Es ist nichts wert, also soll es auch nichts kosten.
    Falsch.

    Lena Doppel

  5. Die Gratis-Unkultur breitet sich wie ein Krebsgeschwür aus. In den Medien wollen alle eine Gratisberichterstattung haben. PR-Agenturen müllen die Redaktionen ein – ohne Rücksicht, ob sie den Schrott wirklich brauchen. Es stellt sich nun die Frage: Gibt es beim Tourismuskunden auch einen Gratisurlaub? Ich empfehlen allen, die auf Gratis abfahren folgenden Test: Gehen Sie zum Anker und verlangen Sie ein Kilo Brot, aber zugleich sagen Sie, dass Sie das Kilo Brot nur unter der Voraussetzung kaufen, wenn Sie dazu noch ein Kilo Brot gratis bekommen. Was glauben Sie, was die Verkäuferin sagen wird? „Bin ich blöd?“ Diese Antwort muss man den Kunden kommunizieren.
    Mit freundlichen Gratis-Grüßen
    Georg Karp

  6. Dazu fällt mir folgendes ein:

    Ich werde nun zu meinem Autohändler gehen und mir seinen R8 V10 Spyder mit dem Argument holen, sollte ich es von Wien aus nach Siena in 5 Stunden schaffen, dann zahle ich ihm gerne etwas für den Wagen, aber er darf nur max. 20% des Listenpreises kosten und er muss mir garantieren, dass mich weder in Österreich noch in Italien die Polzei aufhält. Wenn ihm dieser Vorschlag nicht gefällt, dann kann er ihn mir natürlich auch sehr gerne unentgeltlich borgen.

    … natürlich würde die Fahrt auch über Bergstrassen gehen und ein kleiner Abstecher nach Monza auf die Rennstrecke muss auch drinnen sein, damit ich sehe, ob der Wagen wirklich was drauf hat! 😀

    Schönen Abend euch und Ed, danke für den Artikel!
    lg, Stefan 😀

  7. Wenn jemand Konzepte geschenkt haben mag, dann findet sich eh meistens jemand anderer, der die Arbeit gratis erledigt. Und Dienstleister und Kunde passen dann auch so richtig gut zusammen. Glückwunsch an beide Seiten – aber man kriegt immer genau den Wert, den man auch zu bezahlen bereit ist.
    Weil es nicht einzusehen ist, dass die treuen Stammkunden solch eine Gratispräsentation mit ihren Rechnungen de facto mitbezahlen müssen, gibts bei keinem ernstzunehmenden Dienstleister was geschenkt. Auch bei mir nicht. Denn wenn eine Zusammenarbeit schon damit beginnt, dass der Kunde nicht zahlungswillig ist, wird jede weitere Honorarnote ein Quell für mühsame Diskussionen. Aber probieren Sie das mal beim Friseur: testweise einen Haarschnitt gratis, um sein Produkt auszuprobieren.
    Danke den Kollegen, die derartige „Sparefrohs“ outen.
    http://www.gegen-gratis.at

  8. Dass das erste Beratungsgespräch kostenfrei ist, ist für mich immer selbstverständlich gewesen. Das ist nicht das Thema. Natürlich wird da auch die grobe Vorgehensweise besprochen als Grobkonzept. Was nicht geht – und das sehe ich gerade wieder in der parallelen Facebook-Diskussion dazu – dass es für selbstverständlich angesehen wird, dass man erstmal kostenlos arbeitet. Weil der Auftraggeber sich über die Ergebnisse nicht sicher ist, die erzielt werden können, trotz Referenzen. Es ist die eigene Unsicherheit, die die Leute blockiert. Warum sollen wir dafür zahlen?

    Was aber passiert durch die vielen Anbieter, die meinen, sie müssten kostenlos arbeiten, ist eine Preiserosion der ganzen Branche. Das führt zu solch unrealistischen und unfairen Erwartungshaltungen. Wir können (noch) nicht von Luft und Liebe allein leben als Unternehmer. Es schadet der Qualität der Dienstleistungen, es schadte somit allen: dem Anbieter und dem Auftraggeber. Und nicht zuletzt den Werten unserer Gesellschaft.

  9. Sehr interessante Diskussion hier. Ein kleiner Input meinerseits:

    Jeder, der ganz bewusst nach gratis Beratung fragt oder diese Frage auch nur weitergibt, zeigt, wie wenig Ahnung er/sie hat. Jeder Berater, der ein echtes Interesse hat, einen neuen Kunden zu angeln, wird sich gerne zu einem persönlichen Gespräch bzw. zu einer Präsentation einladen lassen, auf der min. so viel Wissen vermittelt wird, wie in einem Kurzkonzept. Der Unterschied ist, dass durch den persönlichen Kontakt eine echte Chance besteht, den Interessenten tatsächlich in einen Kunden zu konvertieren. Ganz im Gegensatz zum Kurzkonzept: Das könnte ja dann auch der Cousin dritten Grades mit Facebook-Affinität im Praktikum umsetzen. Leider ohne, dass es fertig gedacht wurde.

    Das ganze ist aber ein schönes Beispiel für die Ignoranz grosser Agenturen den neuen Medien gegenüber.

    Beste Grüsse,
    Bernd Hepberger

    • Bernd kann ich nur zustimmen. Es gibt aber auch Alternativen: Der Kunde könnte sich ja einige Jahre mit den Web 2.0 Medien selber beschäftigen, ein eigenes Blog aufbauen und selber auf Xing, Facebook und Twitter und anderen Plattformen aktiv sein. Er konnte Diskussionen, Barcamps und Pl0gbars besuchen und sich interessante Blogs in seinen Feedreader laden. (Zusätzlich sollte er noch regelmäßig das HTML und CSS Wissen auffrischen, vielleicht einige Adobe Programme beherrschen und ein paar CMS wären ja auch nicht schlecht). Wenn dann mal ein bis zwei Jahre vorbei sind, dann kann unter Umständen soviel Fachwissen da sein, um selber ein Konzept ausarbeiten und umsetzen zu können, das auch funktionieren kann. Ist doch eine super Alternative und man muss nicht lästige Berater bezahlen, die keine Gratisleistungen erbringen möchten

  10. Sehr geehrter Herr Strafinger,

    Ich kann Ed Wohlfahrts Blogpost zu 100% unterschreiben. Abgesehen von der Frage, ob oder in welcher Form Gratis-Leistungen gerechtfertigt sind, gibt mir das Vorgehen Ihres „Auftraggebers“ zu denken.

    Ich muss Ihnen jedenfalls klar widersprechen: Der Kunde hat NICHT immer Recht. Die Vorgabe, Gratiskonzepte einzuholen und daraus das Geeignetste? Günstigste? auszuwählen, disqualifiziert diesen Vorstand und sein Unternehmen. Nicht nur, weil dieses Vorgehen ganz offensichtlich die mangelnde Wertschätzung für dessen Partner (und damit auch Kunden) offenbart. Sondern weil es einen eklatanten Mangel an wirtschaftlichem Gespür und Sachverstand beim Auftraggeber bloß legt. So – und das garantiere ich Ihnen – wird Ihr Auftraggeber keinesfalls die bestmögliche Lösung für seine Problemstellung finden.

    Zugleich diskreditieren sich auch die jetzt auftauchenden Social Media-„Experten“, die angeblich kostenlose Einstiegskonzepte liefern wollen. Weil sie eine Dienstleistung kostenlos anbieten? Nein. Sondern weil dieses Vorgehen schlicht und einfach unseriös und nicht zum Vorteil des Kunden ist.

    Zum besseren Verständnis meiner Überzeugung ein paar Zeilen darüber, wie ich meine Beratungs-Dienstleistung anbiete. Ich gestehe gleich zum Anfang: JA – auch ich berate kostenlos.

    Und zwar in einem persönlichen Erstgespräch, in dem mir der (hoffentlich künftige) Kunde seine Marktposition, seine derzeitigen Kommunikationsaktivitäten sowie seine Problemstellung schildert. Im Rahmen dieses Gespräches kann ich aufgrund meiner Erfahrung abwägen, ob bzw. welche Social Media-Aktivitäten die geeignete Lösung für ihn sein könnten.

    Sollte aus diesem Erstgespräch ein wechselseitiges Interesse an einer Zusammenarbeit entstehen, folgt mein Angebot – für jene Beratungsleistungen, die ich aufgrund dieses Erstgespräches als sinnvoll erachte. Das kann ein Kurzkonzept mit einem Arbeitsaufwand von wenigen Stunden sein – das kann aber auch ein fundiertes Strategie-Konzept sein, für das ich eine intensive Analyse der derzeitigen Kommunikationswege, einen eigenen Briefing-Termin und eine ausführliche Konzeption veranschlage.

    Seriöse Beratung hat ihren Wert und auch ihren Preis, Herr Strafinger. Aber – und das als Botschaft an Ihre Auftraggeber: Seriöse Beratung ist auch immer leistbar. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das verfügbare Budget (ich habe viele kleinere Unternehmen als Kunden) immer ein Thema ist. Aber jeder gute Berater wird aus einem vorgegebenen Budgetrahmen – und sei er noch so klein – das Maximum an Beratungsqualität herausholen können. Und damit auch bessere Ergebnisse für sein Unternehmen erzielen.

    Der Knackpunkt liegt für ein Unternehmen also darin, ein (auch geringes) Beratungsbudget festzuschreiben und einen oder mehrere vertrauenswürdige Berater zu einem kurzen, kostenlosen Erstgespräch einzuladen. Die Entscheidung, wen man nach diesem Erstkontakt mit der gewünschten Beratungsleistung beauftragt, sollte aufgrund des Eindrucks im Erstgespräch zuverlässig und zu beidseitigem Nutzen zu treffen sein. Letztlich wird ein derart angebahnter Beratungsauftrag wesentlich bessere Resultate bringen als eine Kaltakquise von Gratis-Konzepten.

    Wenn ich Ihnen abschließend einen Rat geben darf: Arbeiten Sie GERADE unter diesen Voraussetzungen bei einem etwaigen nächsten Kunden mit Ed Wohlfahrt zusammen – und hinterfragen Sie die Kompetenz und Seriosität all jener „Experten“, die Ihnen jetzt kostenlose Angebote für ein Einstiegskonzept zugesagt haben, aufs Genaueste …

    Ich bin überzeugt, dass beim Einholen von Gratiskonzepten nichts Gutes für den Kunden herauskommen kann. Umgekehrt nehme ich mir als Berater auch die Freiheit heraus, so einen Kunden abzulehnen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Günter Exel

  11. Jeder sollte für seine Leistung auch dementsprechend bezahlt werden. Nun ist es aber in fast allen Branchen üblich, Angebote bzw. Konzepte für Interessenten zu erstellen für die man keinen Cent bekommt, auch wenn man viele Stunden damit verbringt. Jeder erfolgreiche Verkäufer wird mir bestätigen, dass er überhaupt nur verkauft bzw. mehr verkauft, wenn er viele Angebote oder Konzepte erstellt, welche die angeforderten Kundenwünsche befriedigt. Ein einfaches Beispiel sind z.B. Möbelhäuser, die Küchenplanungen kostenlos anbieten und die Pläne aber nicht an den Interessenten aushändigen um ihr „geistiges Eigentum“ zu behalten. Es muss ja eine Basis geben, über die gesprochen werden kann. Die Katze im Sack kauft niemand mehr, oder kennen Sie jemanden, der eine Küche gekauft hat, ohne vorher einen Plan dafür erstellt bekommen zu haben. Erst dann geht es um den Preis der Leistung, die bei Küchen ja bei ein paar tausend Euro beginnt und nach oben hin fast keine Grenzen hat.
    Oder alle Produzenten welche ein Produkt auf den Markt bringen wollen, müssen vorher in die Idee, Entwicklung, Produktion und Marketing Geld investieren um es dann vielleicht zu verkaufen, obwohl es nur kurze Zeit später von Mitbewerbern nachgebaut und billiger verkauft werden könnte.
    Deshalb sollten sich die Anbieter von Social Media Strategie Konzepten überlegen, sich im Verkauf etwas weiterzubilden um Kundenlösungen anbieten zu können oder weiter versuchen ihr Geld mit dem Erstellen von kostenpflichtigen Angeboten zu verdienen. Auch Kreativität ist hilfreich, denn man könnte ja für ein Konzept Geld verlangen und dies dann bei Auftragserhalt wieder gutschreiben. Wodurch sich die Möglichkeit diesen Auftrag zu bekommen um ein Vielfaches erhöht. Versuchen Sie es einmal damit und posten dann hier, welche Methode unterm Strich besser ist.
    Außerdem würde ich wahrscheinlich keinem Unternehmen einen Auftrag vergeben, welches solche Beiträge postet und über die Interessenten herzieht. Interessenten treten ja an Experten heran, weil sie gut bedient werden wollen und erwarten nicht, wenn man sich nicht einigt, genau diese Mittel herangezogen werden und versucht wird diesen dann zu schaden. Neukundengewinnung funktioniert sicher anders!
    Unternehmer zu sein, heißt auch ein gewisses Risiko eingehen zu müssen!!
    Krautwaschel

  12. Es ist traurig was hier geschrieben wird.
    Für mich sieht es so aus als ob zu WENIG miteinander gesprochen wird. Sowas gehört auch nicht in einen öffentlichen Blog.
    Beschimpfungen und gegenseitige Schuldzuweisung hilft niemanden.
    Setzt euch zusammen, macht eine Videokonferenz und sprecht euch alle miteinander aus. Nur das hilft hier weiter….

  13. Vorarbeit kostenlos zu leisten zu sollen, ist eine Anforderung, die heute an viele Agenturen geht – unabhängig von der Branche der Kunden.

    Ein kurzer Kommentar von http://www.clientsfromhell.com:

    „Do you work for free? If you don’t please send me your cheapest price.“

    Als Einzelkämpfer braucht es schon ein gewissen Standing, um richtigerweise knallhart auf „Leistung nur gegen Bezhalung“ zu bestehen.

    Daher beide Daumen hoch für edRelations!

    Herr Büchse

  14. Hi Ed,

    das Unternehmen möglichst kostengünstig einkaufen wollen ist normal – und für SM nicht bezahlen wollen auch! Kannst nicht ändern und darüber aufregen bringt auch nichts!

    Was mir eher Sorgen macht ist – dass du Social Media Konzepte in 5-7 Stunden machst. Ehrlich gesagt schockiert mich das … Respekt – wir können das nicht!

    Ich glaub dass wir eher hier arbeiten müssen – geile Arbeit mit Niveau zu angemessenen Preisen abliefern – dann ergeben sich die Kunden ganz von allein – jedenfalls ist das bei uns so – und da reden wir nicht von 5-7 Stunden = irgendwas bei 1000 Euro

    Liebe Grüße,

    Florian

    • Hallo Florian, danke für deinen Input. Sei aber unbesorgt. Hier wird nicht geschleudert oder 2 zum Preis von 1 verkauft. Ich wurde von meinem Kontakt bei Strafinger ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es um ein Kurzkonzept, ich glaube in dem Zusammenhang fiel sogar das Wort „grobes Kurzkonzept“ oder so für eine Facebook Page geht. Also kein grand over all Social Media Konzept für irgendwas Großes sondern eine sehr überschaubare Fragestellung auf einen Medienkanal hin. Vor diesem Hintergrund finde ich meine Preise angemessen. By the way: Ich kann ein elaboriertes Social Media Konzept auch nicht in 5-7 Stunden liefern. Schön wär’s :)

  15. Grüß Gott Herr Wohlfahrt !

    Na da haben Sie sich ja gehörig über die STRAFINGER TOURISMUSWERKSTATT ausgelassen. Obwohl eigentlich unser Schriftverkehr recht eindeutig war, erkläre ich es gerne nochmals: wir haben mit unserem Kunden das Thema Social Media besprochen und den Auftrag bekommen, ein diesbezügliches Konzept vorzulegen. Wir haben Sie gebeten, ein diesbezügliches Angebot zu erstellen (als einzige Agentur, weil wir glauben, dass Sie hierfür der beste Anbieter sind ! )

    Ihr Angebot haben wir 1:1 dem Vorstand vorgelegt. Die Antwort haben wir Ihnen so übermittelt, wie es beschlossen wurde. Was Sie nicht wissen konnten: dieser Vorstand übt seine Funktion tatsächlich ehrenamtlich aus !

    Ob diese Entscheidung richtig oder falsch war, habe ich nicht zu kommentieren. Für uns gilt der Grundsatz: der Kunde hat immer Recht.

    Was Ihre Kritik an meiner Firma anbelangt, da haben Sie wohl etwas über das Ziel hinausgeschossen. Offen bleibt eigentlich nur die Frage, ob wir unter solchen Voraussetzungen bei einem etwaigen nächsten Kunden noch zusammenarbeiten können ? Täte mir leid….

    Trotzdem beste Grüße aus Kärnten

    Max Strafinger

    P. S.: eine Überlegung von Ihnen war auf jeden Fall richtig: war hatten heute mehrere kostenlose Angebote für ein Einstiegskonzept.

    • Sehr geehrter Herr Strafinger!

      Ich muss in diesem Fall Herrn Wohlfahrt vollinhaltlich zustimmen. Ein Konzept gehört bezahlt. Aus mehreren einfachen Gründen:

      1. Qualität kostet
      Ihr Vorstand kauft sich ja auch nicht ein Tatra um wenige tausend Euro, oder? Warum nicht? Weil Qualität und Leistung kostet. Wollen Sie ein gratis (oder sehr günstiges) Auto haben werden Sie es bekommen, nur wie die Qualität dann aussieht sei mal dahingestellt.

      2. Ein Konzept ist mehr als nur beschriebenes Papier
      Mit dem Bezahlen des Konzepts erwerben Sie das Nutzungsrecht (wie dieses im Detail aussieht hängt von der Agentur, dem Vertrag/den AGBs etc. ab). Ein gratis Konzept (so viel Rückgrat sollten die Agenturen schon haben) dürfen Sie lesen, sich ausdrucken, aber sicher nicht umsetzen.

      Schlimm genug, dass viele Kunden bei Pitches kein Abschlagshonorar zahlen (wollen). Noch schlimmer, dass manche Kunden dann das Konzept der besten Agentur mit der günstigsten umsetzen, aber der Gipfel ist unverhohlen nach gratis Leistungen zu fragen.

      3. Wir sind hier ja nicht bei der Wohlfahrt! 😉

      Freundliche Grüße und weiterhin viel Erfolg bei Ihrem Unterfangen,
      Jakob-Matthias Maul

      PS: Es wäre wünschenswert, wenn alle Agenturen/ Selbständigen Rückgrat bewiesen und keine gratis Konzepte präsentierten. Ansonsten wären Kunde und Agentur ein Fall für http://www.facebook.com/gegenschwarzeschafe

      • TiefLufthole…. Dieses Phänomen erleben wir Texter und Konzeptioner auch derzeit bis zum Erbrechen. Unternehmen können oft den wahren Wert sozialer Medien, aber auch von Texten und Konzepten, die ihnen Profit bringen sollen, schwer einschätzen. Also wird aus Vorsicht gespart.

        Ahnungslos, welche Arbeit und Hirngrütze hinter Konzepten und welche Fleißarbeit hinter Social Media Marketing stecken. Skeptisch, was die Ergebnisse angeht, obwohl sie relativ schnelll messbar sind, wenn man es richtig macht.

        Und was für ein Argument ist das bitte: „ehrenamtlicher Vorstand“? Das schmälert weder den Aufwand noch den Wert der Dienstleistung. Wenn Sie als Selbstständiger Ihre Miete nicht zahlen können, fragt der Vermieter nicht, ob Sie so generös waren, ehrenamtlich für Ehrenamtliche zu arbeiten.. Der wird Ihnen was husten! Und zu recht.

        Mir hat auch mal eine Agentur mitgeteilt, dass ihnen mein Text meinen Preis nicht wert ist, weil sie nur mal was testen wollen. HALLO????

        Es gibt ein gutes altes Sprichwort, das im Grunde eine klare Antwort liefert:

        Was nichts kostet, ist auch nichts.

        Nun darf das relativiert werden. Natürlich ist es aufgrund der Gratis-Mentalität (die wir uns durch Marketing selbst kreiert haben?!) heute unverzichtbar und eine erfolgreiche Strategie durch kostenlose und dennoch hochwertige Leistungen/ Giveaways Kunden zu gewinnen. – Obwohl sich Keynotespeaker durchaus gut bezahlen lassen.

        Zumindest generiert man erstmal Leads. Die Frage ist schon, ob daraus auch Kunden werden, denn immer mehr Leute sind gerade in den sozialen Medien auf der Suche nach Geschenken.

        Das darf jedoch nicht dazu führen, dass hochwertige Dienstleistungen zu Schleuderpreisen (z.B. SEO-Texte für 1ct/ Wort) oder gar kostenlos verlangt werden. Ich beobachte die zunehmende Versklavung der Texter- und Werbebranche. Kein Wunder, dass sogar namhafte Agenturen dadurch in ihrer Existenz gefährdet werden. Zumindest von uns Ergebnis orientierten Profitextern kann ich sagen, dass wir für Unternehmen Werte schaffen: messbaren Mehrumsatz!!!

        Die Wertschätzung für den Einsatz, mit dem Profite gemacht werden, geht leider gegen Null. Über kurz oder lang wirkt sich das auf die Qualität der Leistung aus. Denn für billig kann man als hochqualifizierter Freiberufler nicht vernünftig arbeiten. Wenn jemand einen Mercedes kauft, erwartet er auch nicht, dass er den Händler auf den Preis eines Fiat oder vergleichbarer Marken herunterhandeln kann. Preis=Qualität.

        Warum wird das von uns Dienstleistern erwartet?

        Es ist eine Frechheit. Ich arbeite deshalb nicht mehr für Agenturen, sondern nur noch direkt für Kunden, die meine Arbeit auch zu schätzen wissen. Das ist kein leichter Weg, aber langfristig effizienter und Nerven schonender ;-). Schließlich suchen wir Unternehmer uns unsere Kunden selbst aus.

        Ich steh auf gegenseitige Wertschätzung!

    • Hallo Herr Strafinger, zuerst mal danke für Ihre umgehende Reaktion. Peter Eich sei Dank. Ich finde gut, dass Sie sich persönlich melden. Hier am Blog. Ich hatte heute eine Medienanfrage auf die Geschichte hin. Ich habe dem Redakteur klar gemacht, dass es mir nicht darum geht, auf die Agentur hinzuhauen. Mir geht es vielmehr um die generelle Sicht von Agenturen auf das Thema Social Media. Ich atme, ich denke und in weiten Bereichen lebe ich in diesen Medien. Mir ist das Thema mit einem Wort sehr wichtig. Und dann schmerzt es mich, wenn das, was ich beitragen kann so gering geschätzt wird. Wenn ich eingeladen werde Gratis-Input zu leisten für ein „Einstiegskonzept“ wie Sie es nennen oder für ein „Strategie-Konzept“, wie es im E-Mail hieß. Fakt ist, ich kann für niemanden gratis arbeiten. Das ist kein Prinzip von mir, das ist reine ökonomische Notwendigkeit. Egal ob mich dieses wie immer geartete Konzept nun drei oder doch fünf Stunden Zeit gekostet hätte. Es geht nicht. Ich gehöre definitiv nicht zu jener Sorte von Leuten, die ein paar Gedanken auf ein Papier schmieren und das als Konzept verkaufen. Mir sind die Fragestellungen von Kunden, ihre Problemstellungen, ihre Social Media Kanäle zu wichtig, als dass ich das tun wollte. Das traue ich mich einfach nicht. Aber egal. Meine Türe ist offen, ein persönliches Gespräch mit Ihnen jederzeit möglich.