Gurken-Krise: Wie nutzen SPAR, BILLA und REWE Facebook?

31. Mai 2011Das Thema Gurken ist derzeit ja in aller Munde. Klingt reichlich komisch, in Zeiten, in denen bekanntlich niemand so recht Gurken essen will. Auch Ein Blick auf Google-Trends verdeutlicht den markanten …


Das Thema Gurken ist derzeit ja in aller Munde. Klingt reichlich komisch, in Zeiten, in denen bekanntlich niemand so recht Gurken essen will. Auch Ein Blick auf Google-Trends verdeutlicht den markanten Anstieg an online- und offline stattfindender Berichterstattung zum Thema rund um den 25. Mai 2011.

Gut hinein in meine morgentliche Zeitungslektüre passt hier ein Zitat von Spar-Konzernsprecherin, Nicole Berkmann im heutigen Wirtschaftsblatt. Es lautet: „Unsere Bioschiene Natur pur ist streng kontrolliert. Uns sollte da jedenfalls nichts passieren“.

Hm… Wäre ich Konzernsprecher, ich würde mich genau so äußern. Ich würde noch das eine oder andere „möglicherweise“ einstreuen, um mit meiner Aussage nur  ja auf der sicheren Seite zu bleiben. PR-Treibende kennen das. Und genau deshalb sind sie unglaubwürdig. Ich kann mich auf derlei vage Aussagen nicht verlassen, wenn ich am Gemüseregal des Lebensmittelmarktes meiner Wahl stehe. Schließlich heißt es ja „Uns sollte da jedenfalls nichts passieren…“ Was heißt das jetzt genau? Heißt das nun unsere Produkte sind sicher? Lässt sich eine solche Aussage denn überhaupt treffen? Viele Fragen.

Mit diesen Fragezeichen im Kopf habe ich mir mal die Facebook Seiten einiger Nahrungsmittel-Ketten angesehen. Mich hat interessiert, wie und ob das Thema spanische Salatgurken / Schlangengurken hier vorkommt, ob es seitens der Unternehmen hier aktiv lanciert wird oder ob man eher reagiert, wenn entsprechende Fragen auftauchen. Hier das nicht-repräsentative Ergebnis:

SPAR geht das Thema am 26. Mai proaktiv an. Dies zu einem Zeitpunkt übrigens, zu dem es noch keinerlei Kundenanfragen oder Postings dazu gegeben hat. Spar beruhigt und stellt fest, in seinen Filialen kein betroffenes Gemüse zu führen.

Für Interessierte gibt es einen Link auf die Homepage, auf der es weitere Infos zum Thema spanische Salatgurken gibt. Kleiner Wermutstropfen: Den Menüpunkt der über die EHEC-Story informiert, will erst mal gefunden werden. Der hätte sich meiner Meinung nach auf der Homepage einen prominenteren Platz verdient (Popup, Layer, etc.).

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mfoto-2011-05-31-um-09-01-13.png“>Was mir hier gefällt, ist, dass die Aussagen wesentlich klarer und damit konsumentenfreundlicher gestaltet sind (z. B. letzter Satz). Ich werfe die Aussagen der Konzernsprecherin hier nicht auf die Goldwaage aber „Die Kunden können ihren Gemüseeinkauf ohne Bedenken bei SPAR tätigen“ klingt schon wesentlich verbindlicher als „Uns sollte da jedenfalls nichts passieren…“. Meiner Meinung nach. Auch der SPAR-Twitterkanal wurde eingesetzt um Entwarnung zu geben. Wie aber behandeln andere das Thema?

Auf der Fanpage von REWE wird das Thema Gurken nicht aktiv angesprochen. Am 26. Mai meldet sich ein Fan mit einer diesbezüglichen Frage. Diese wird beantwortet. Mit einiger Verzögerung zwar, aber immerhin.

Auf der Facebook Page billa.at, sie hat aktuell immerhin über 57.000 Fans, finden sich derzeit keine Gespräche zu den Begriffen „Gurken“, „EHEC“ oder „Spanien“, was mich schon einigermaßen verwundert. Gleiches gilt für die Fanpage der Preiskampftruppe Penny. Auch hier spielen die genannten Begriffe derzeit keine Rolle. Und ich gehe mal davon aus, dass das Thema spanische / norddeutsche Salatgurken seinen Zenit bereits überschritten hat.

Auf meine alte These, soziale Medien würden von Unternehmen primär zur Selbstbeweihräucherung bzw. zur Schönwetter-Kommunikation eingesetzt, liefern die Beispiele wieder mal keine eindeutige Antwort. Manche Unternehmen (REWE, Billa Penny) äußern sich zum interessierenden Thema erst dann, wenn sie darauf angesprochen werden. Das ist grundsätzlich ok bzw. Teil der jeweiligen Strategie, die von außen bekanntlich nicht eingesehen / bewertet werden kann. Andere Unternehmen (Spar) nutzen Social Media dazu, relevante Themen aktiv anzusprechen und geben damit Infos auf Fragen, die mit Sicherheit auch Fans interessieren. Wobei ich hier relativierend anführen darf, dass SPAR sehr gute Karten hatte, da sie weder Gemüse aus Norddeutschland, noch aus Spanien im Sortiment hatten.

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