Es wird sich weisen

19. August 2011Habe den heutigen Vormittag mit einem Kommunikationskonzept für einen Vielleicht-Kunden verbracht. Ob dieser den vorgeschlagenen Weg wohl beschreiten wird, ob er mitgeht, das würde mich interessieren. Aber das erfahre ich …


Habe den heutigen Vormittag mit einem Kommunikationskonzept für einen Vielleicht-Kunden verbracht. Ob dieser den vorgeschlagenen Weg wohl beschreiten wird, ob er mitgeht, das würde mich interessieren. Aber das erfahre ich früh genug. Verrückte Dinge, die ich da eingebaut habe. Kunden als Freunde zu betrachten (bitte nicht zu verwechseln mit Friends on Facebook…), das Unternehmen in ein sendendes, dialogorientiertes und lernendes zu machen, etc. Es wird sich weisen.

Ich habe die vergangenen Wochen und Monate gebraucht, um ein wenig tiefer zu gehen oder doch wieder die Meta-Ebene zu finden (je nach Blickwinkel). Was mir dabei geholfen hat, meine verstreuten (Social Media) Gedanken zu ordnen, war zum einen die Vorbereitung auf eine Keynote (Folien hier lang!) im Rahmen der Social Media Eventkonfernz in Klagenfurt. Andererseits Bücher und Gespräche, die ich führen durfte. Eines ging in etwas so. Danke dafür übrigens z. B. nach Villach 😉

A: Soziale Medien solitär zu betrachten hat einfach keinen Lack. Blogs und Facebook zu verkaufen macht weder Sinn noch Spaß. Man verändert dadurch im Unternehmen selbst nichts, die Mindsets bleiben gleich und damit vieles andere auch.

B: Und das frustriert dich, nicht wahr?

A: Genau. Soziale Medien wirken im Unternehmen auf so vielfältige Art und Weise, dass es durchaus frustrierend ist, zu sehen, wie solitär sie oft gesehen werden, wie sie verkauft, implementiert und verstanden – oder eben nicht implementiert und nicht verstanden werden. Aber darum gehts mir ja nicht!

B: Also worum geht es dir dann?

A: Nicht länger an der Oberfläche zu kratzen und die Wirkungen sozialer Medien weiter zu denken aus in Freundeskreisen, Shares und zumeist überzogener Erwartungshaltungen. Wie wirken sich Soziale Medien auf die Prozesse in Unternehmen aus, wie auf die Art und Weise wie CEO's führen oder eben nicht mehr führen können, wie Entscheidungen fallen, wie nach innen und außen kommuniziert wird, etc.?

Das Gespräch war damit nicht beendet. Es ging in meinem Kopf weiter. Unter anderem mit folgenden Fragestellungen: Welche Kommunikationsprobleme lassen sich durch den Einsatz sozialer Medien wie genau verbessern respe

ktive lösen? Können wir damit auch so hehre Ziele wie Bewusstseinswandel, Verständnis, gegenseitiges Lernen, etc. bewerkstelligen? Und wenn ja, wie?

Welche Werte vermitteln Unternehmen gegenüber ihren MitarbeiterInnen? Von den Mission-Statements in den Eingangsbereichen mal abgesehen. Finden diese Werte und Haltungen auch in der täglich geübten (Online-) Kommunikationspraxis ihren Niederschlag? Wenn nein, warum nicht? Finden diese Werte Eingang auch in den Umgang mit den eigenen Mitarbeitern oder z. B. Bewerbern? Stichwort wertschätzende, Stichwort gewaltfreie Kommunikation. Oder kann es gar sein, dass Inhalte vermittelt werden auf Teufel komm raus, ohne dass es aus Sicht der internen und externen Dialogpartner betrachtet eine gemeinsame Basis an Haltungen und Werten gibt? Wenn dem nämlich so ist, verstehe ich noch besser, warum viele Unternehmen soziale Medien insbesondere zur Verbreitung positiver Botschaften (Stichwort: Sonnenschein-Kommunikation) verwenden, über diesen Punkt aber keinesfalls hinaus gehen wollen.

Diese Fragen sollten erlaubt sein in Zeiten von „Wie kriege ich besseren Google-Chuice durch Google+“ wie mehr Aufmerksamkeit durch noch klarere Überschriften und Facebook Fanpages, wo muss ich drücken um…“ All diese Fragen haben zweifellos ihre Berechtigung, klar. Aber sie führen auf eine Hochschaubahn der Aufgeregtheit und irgendwann sieht man den Wald vor lauter Bäume nicht mehr. Und eines vorweg: Ich habe noch keine Antworten auf die von mir gestellten Fragen. Aber ich bin dann mal am Weg.

Das Thema Social Business ist für mich persönlich ein sehr Wichtiges (Wer mehr zum Thema Social Business lesen möchte ist hier richtig). Es war immer wieder mal verschüttet in meinem Kopf aber es ist noch da. Die Frage dabei ist, wie Social Business gesehen und verstanden und in weiterer Folge auch gelebt wird / werden kann. Unternehmen verändern sich durch Soziale Medien irrsinnig stark. Manche sagen, es wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Ich frage mich, wo diese Veränderungen stattfinden werden, wo sie hinführen und wie Unternehmen diese Chance oder besser Herausforderungen schon heute an den Hörnern packen können. Ich bemerke nämlich, dass es mehr und mehr Gesprächspartner, Freunde und KollegInnen gibt (und natürlich auch Kunden), die von Facebook und Viralität, von Freunden und Landingpages nicht mehr oder zumindest nicht mehr alleine satt werden. Sie fragen sich nach dem „was nun“. Und das ist schon mal ein Anfang, dem bekanntlich ein Zauber inne wohnt 😉

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