Social Media: Kein Dialog ohne Absender!

30. August 2011Jung von Matt ist wieder mal am Online Pranger. Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) rügte die Agentur jüngst für eine Kampagne, die sie im Auftrag des Autobauers Mercedes …


Jung von Matt ist wieder mal am Online Pranger. Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) rügte die Agentur jüngst für eine Kampagne, die sie im Auftrag des Autobauers Mercedes Benz durchführte. Da in der Kampagne ein Blogger vorkommt (jaja, die gibt es auch noch!), schau ich hier mal ein wenig genauer hin. Was wir alle lernen können ist kurz und knapp eines: Sagt verdammt noch mal, wer ihr seid und warum ihr was tut. Heißt Absenderklarheit und bewirkt, dass sich niemand für dumm verkauft vorkommen muss. Das ist nämlich ganz schlecht. Aber der Reihe nach.

Jung von Matt (jaja… die mit dem Chef mit den Klowänden des Internets…) ersann eine Kampagne die ging so. Blogger Stefan Gburek trampte im Dezember 2010 von Berlin aus durch Europa, stieg dabei jedoch immer nur in Fahrzeuge der Marke Mercedes ein. Dazu gab es diese Page, die sich als Reise- bzw. Fototagebuch verstand.

Völlig ok soweit. Gar nicht ok ist jedoch, dass auf der Page anfänglich weder etwas von Mercedes Benz noch von Jung von Matt zu lesen war. In die Richtung „das ist eine Aktion von Mercedes unterstützt durch die Agentur… mit dem Ziel… läuft von bis, etc. Das ist unterblieben d.h. wurde erst später in dieser Deutlichkeit ergänzt und dann passierte folgendes. Ein Journalist fand heraus, dass die Domain tramp-a-benz.com auf die Agentur Jung von Matt angemeldet wurde. Jaja, so kann es gehen… Und darüber schrieb dieser Journalist logischerweise einen langen, schönen Artikel im Branchenblatt Horizont. Und bald stellten sich Fragen, die zwar beantwortet wurden aber ein schaler Nachgeschmack bleibt.

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Jetzt hat die ganze Kiste noch einige Facetten mehr, weil die Kampagne in Cannes ausgezeichnet wird und der Blogger weiter daran festhält, persönlich hinter der Kampagne zu stehen. Man kennt das. Die Dinge werden schnell komplex und alle haben am Ende wieder doch irgendwie recht, usw. Fakt ist aber, dass man sich diesen Aufreger gänzlich hätte sparen können, dann nämlich, wenn man von Anfang an gesagt hätte, das ist eine Kampagne. Ist doch nichts dabei. Vielleicht hätte sich der eine oder andere dazu bemüßigt gefühlt, zu bekritteln, dass ein sooo großer Konzern und eine sooo große Agentur und dass sich Blogger neuerdings kaufen lassen, und überhaupt. Ja, das hätte in der Tat passieren können, hätte jedoch niemanden wirklich gekratzt, glaube ich. Die Aktion hätte dennoch funktioniert, die Marke Mercedes unterstützt, die Aktion wäre dennoch unkonventionell gewesen und vielleicht ein best practise Beispiel geworden dazu. Aber daraus ist wohl nix geworden, wie es aussieht.

Was ich aus der Sache mitnehme? Mehrerlei. Verdeckte Handlungen zu setzen ist unsauber und strikt abzulehnen. Egal ob online oder offline. Gut ist es, Kunden am besten schriftlich darauf aufmerksam zu machen, dass man stets Wert darauf legt, online immer man selbst zu sein. Auch wenn man z. B. Krisenfeuerwehr für den Kunden auf seinem Facebook-Account spielen würde. Das würde ich keinesfalls als Admin der Page tun wollen (und damit unter dem Logo der Seite) sondern ausschließlich mit meinem eigenen Profil. Und mein erster Satz, mit dem ich ins Gespräch einsteige, würde lauten „Ich spreche hier im Namen meines Kunden…“ oder dergleichen. Warum? Weil meine Reputation auf dem Spiel steht.

Hier der Ratsbeschluss des DRPR zur Tramp a Benz Kampagne (pdf)

Und allen denen das Thema PR & Transparenz am Herzen liegt:

Code de Lisbonne (pdf.)
DRPR-Richtlinie zu PR in digitalen Medien und Netzwerken (pdf.)
Code d'Athene (pdf.)

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