Mitarbeiter als Unternehmenssprecher? Es geht!

27. Februar 2012Das MitarbeiterInnen für die Kommunikation eines Unternehmens nach außen eine bedeutende Rolle spielen ist wohl Common Sense. Sind jedoch soziale Medien im Spiel ist es schnell vorbei mit der Bereitschaft …


Das MitarbeiterInnen für die Kommunikation eines Unternehmens nach außen eine bedeutende Rolle spielen ist wohl Common Sense. Sind jedoch soziale Medien im Spiel ist es schnell vorbei mit der Bereitschaft von Unternehmen, Mitarbeiter aktiv in die Sprecherrolle einzubinden. Ganz egal, ob die Angestellten des Unternehmens innerhalb ihrer Freundeskreise aus Auskunftspersonen wahrgenommen werden oder nicht. PepsiCo zeigt jetzt mit einem kleveren Projekt vor, wie der Spagat gelingen kann.

Bei PepsiCo gibt es einen täglichen Newsletter an die Mitarbeiter. Dieser Newsletter wurde über Sharing-Möglichkeiten so gestaltet, dass die MitarbeiterInnen die bezogenen Inhalte ganz einfach mit ihren Familien und Freundeskreisen teilen können. Ist das alles? Nicht ganz.

Pepsi hat über Befragungen seiner Belegschaft herausgefunden, dass 65% von Freunden oder Bekannten auf das Unternehmen angesprochen werden. Diese Zahl sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ob die Unternehmenskommunikation wohl zuhört, wenn Mitarbeiter A seinem Vereinskollegen B über die neue Positionierung des Unternehmens in der Sparte C oder über das Produkt D erzählt? Wohl kaum. Auch fand PepsiCo heraus, dass mehr als die Hälfte (!) der Befragten gerne Infos erhalten würde, die sie über soziale Netzwerke teilen können. Das muss man sich auch erst mal vorstellen! Mitarbeiter würden gerne brauchen dazu aber – exactly! – teilbare Inhalte…

Mitarbeiterkommunikation in sozialen Medien braucht Grundlagen

So einfach ist die Sache dann aber doch nicht. Die Grundlagen sollten da sein, wenn sich ein großes Unternehmen dazu entschließt, seine Mitarbeiter in die Sprecherrolle zu bringen oder sie näher an diese heranzuführen gedenkt. Deshalb gab es für die Leute bei PepsiCo nicht nur Social Media Guidelines sonder darüber hinaus Trainings. Ein total wichtiger Punkt übrigens. Wenn Unternehmen Social Media Guidelines erstellen, dann ist das eine Sache. Diese auch einzuführen die andere. So nach dem Motto: „Anbei finden Sie die Guidelines in der aktuellen Fassung. Sie gelten ab Montag 0:00h“ das ist eine Möglichkeit. Die Guidelines dem Mitarbeitern jedoch im Rahmen von internen Social Media Trainings näher zu bringen und zu erklären, eine wesentlich bessere, weil nachhaltigere Variante.

Ein weiterer wichtier Aspekt: Es wird niemand gezwungen. Es ist nicht Pflicht den Newsletter bzw. einzelne Postings daraus täglich mit Freunden und Bekannten zu teilen. Es ist nicht mehr und nicht weniger als ein Angebot an Mitarbeiter, dass sie, wenn sie wollen, Inhalte des Unternehmens transportieren können. Und den Kommunikationsmanagern bei PepsiCo ist klar, dass nicht jeder Inhalte für alle relevant ist bzw. dass Mitarbeiter ihrerseits nur jene Artikel weiterleiten werden, die für ihre Netzwerke relevant sind.

Interne Kommunikation: Kreative Lösungen statt Angst!

Ich finde dieses Beispiel nicht nur gut, weil es von PepsiCo stammt. Die haben mit dem Pepsi Refresh Project hier am Blog beschrieben die Social-Media- bzw. Crowdsourcing-Latte schon ziemlich hoch gelegt. Ich finde immer interessant, wenn Unternehmen nach kreativen Lösungen suchen, den neuen Rahmen, in dem sie kommunizieren, auch wirklich für sich nutzbar zu machen. Nicht selten zeigen Unternehmen einen Angstreflex und sperren, verbieten oder „verguidelinen“ ihren Mitarbeitern die Möglichkeit  für das Unternehmen tätig zu werden. Das ist unendlich schade. Letztlich vergeudet es aber auch jenes Potential, das das betreffende Unternehmen eingentlich hätte vorne bringen könnte.

Bei FIR gibt es das Interview mit Sharon McIntosh zuständig für Mitarbeiterkommuikation bei PepsiCo zum Nachhören.

8 Gedanken zu “Mitarbeiter als Unternehmenssprecher? Es geht!

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  2. ein gutes Beispiel ist auch die Caritas – die haben ihre Guidelines öffentlich im Blog vorgestellt und von allen Lesern kommentieren und bewerten lassen und danach angepasst

  3. Pingback: Die freitäglichen Gedankenspiele zu Online Relations vom 02.03.2012 « GEDANKENSPIELE by Dominik Ruisinger

  4. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Eine Markt- und Kundenanalyse, bevor man auf den Markt geht. Nur dass Markt und Kunden die eigenen Mitarbeiter sind :-)

    • detto. Hab das auch noch nie gemacht die Mitarbeiter zu befragen. Je länger ich aber darüber nachdenke desto sinnvoller erscheint es mir es zu tun. Sonst setzt die Kommunikationsabteilung (oder wer auch immer) Schritte, die vom einzelnen Mitarbeiter gar nicht nachgefragt / gewünscht werden. Und das ist es ja gerade nicht, was PepsiCo da tut. Die haben sich sehr gut schlau gemacht bei den MA und setzen jetzt die passenden Schritte.