Facebook neu: Die Timeline aus PR-Sicht

2. März 2012Facebook stellt die Unternehmensseiten um. Mit Ende März 2012 werden diese Brandpages anders aussehen und einige Kommentatoren sagen es würde sich alles verändern. Und bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass …


Facebook stellt die Unternehmensseiten um. Mit Ende März 2012 werden diese Brandpages anders aussehen und einige Kommentatoren sagen es würde sich alles verändern. Und bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass es wirklich gravierende Veränderungen gibt. Ich möchte mich in diesem Post mit einigen Punkten beschäftigen, die aus PR-Sicht relevant sein könnten.

Keine Angst mehr vor widerborstigen Fans!
Fälle wie jener von Ing-Diba oder dem Musequmsquartiert war gestern! Damit ist jetzt Schluss. Unternehmen können ihre Wall nunmehr kontrollieren und wieder ruhiger schlafen. Warum Facebook dies tut, ist klar. Keine Angst vor Widerspruch mehr bringt noch mehr Unternehmen auf Facebook. Und wenn sich bei ihnen dann (von selbst) nichts bewegt schalten sie Werbung und die zukünftigen Facebook-Aktionäre freuen sich.

onlinePRFans können auf die Seite schon noch posten (wenn man sie lässt). Ihre Ergüsse werden dann jedoch aggregiert in einem kleinek Kästchen angezeigt. Trollen, Kampfpostern und anderen unwerwünschten „Fans“ wird somit der Zahn gezogen. Sie werden in dieses Kästchen gestetzt wo man immer nur die letzten paar sieht. Die Seite wirkt damit weseltich aufgeräumter und enthält die Geschichte des Unternehmens aus Sicht des Unternehmens. Das klingt doch wie Milch und Honig für PR und Marketing, oder? Ach ja und das Unternehmen bzw. die Leute die hinter der Fanseite stehen können einzlene Post auch hervorheben (größer machen). Summa sumarum wird der Stream dadurch wirklich so etwas wie die Geschichte des Unternehmens mit ganz kleinen unser-generierten Stückchen drin.

Facebook ermöglicht Privatnachrichten an das Unternehmen
Facebook lässt sich jetzt ganz einfach als CRM-Tool einsetzen. Fans haben die Möglichkeit, Unternehmen ihre Anliegen  via Privatnachricht vorzubringen. Diese landet dann im neuen Administrations-Bereich und kann vom Page-Administrator von hier aus beantwortet werden. Der einzige Unterschied ist der, dass private Nachrichten an das Unternehmen nicht auf der Wall stehen und damit nicht mehr für alle Besucher derselben sichtbar sind. Was bleibt, ist die Notwendigkeit, mit diesen Useranfragen zeitgerecht und stilsicher umzugehen. Nur weil diese neuerdings privat sind, heißt das noch lange nicht, das man hier patzen kann. Unternehmen die jetzt denken, „aus den Augen aus dem Sinn“ sollten sich das besser zweimal überlegen. Noch etwas: Aus PR-Sicht könnte es durchaus Sinn machen, private Nachrichten seitens des Unternehmens öffentlich, sprich in Form eines eigenen Statusupdates, sichtbar zu machen. Dies insbesondere dann, wenn es zu einer Häufung thematisch gleich gelagerter Anfragen kommt.

Einladung zum Storytelling
Wie auch bei den bereits früher umgestellten persönlichen Profilen eröffnet Facebook nun auch Unternehmen die Möglichkeit Geschichten zu erzählen. Und da Unternehmen selten in Krankenhäusern auf die Welt kommen gibts die Möglichkeit die Gründung des Unternehmens zu erzählen. Red Bull hat dies auf seiner Fanpage sehr schön gelöst und gleich mit einem Gewinnspiel verknüpft.

Red Bull Story Telling

Apropos Verknüpfung. Jeder Post auf der Wall kann über „Bearbeiten“ oben verankert werden. D.h. dass ein für das Unternehmen wichtiges Posting für sieben Tage ganz oben (wobei „ganz oben“ relativ ist…) steht, bevor es sich dann wieder in den Zeitramen einfügt.

Bei allen neuen Features, um die immer viel Wind gemacht wird, darf eines nicht vergessen werden. Auch wenn Facbook Unternehmen mit diesem Relaunch sehr weit entgegengekommen ist und vielen von ihnen dadurch den Schrecken vor widersprechenden Fans genommen hat, bleiben Unternehmen nach wie vor im Online Gespräch. Über diesen Unstand sollten PR-Treibende trotz oder besser gerade wegen der neuen Möglichkeiten auf Facebook keinesfalls hinwegsehen.

Facebook neu – Kluge Unternehmen bleiben besser angeschnallt!
Fans, die auf den Fanseiten von Unternehmen für ihren Geschmack zuwenig Öffentlichkeit bekommen, könnten auf andere Plätze des sozialen Internets ausweichen. Und ich bin sehr gespannt, wie sich das entwickeln wird Bekanntlich gibt es eine Vielzahl an Plätzen und Orten, auf denen uneingeschfänkt diskutiert werden kann. Es bleibt abzuwarten, ob diese alternativen Orte des sozialen Webs (Blogs, Twitter, Diaspora, etc.) durch die Ende März 2012 ausgerollten Änderungen bei Facebook neuerlichen Aufwind erhalten werden.

Ich kann mich noch gut erinnern, als es hieß „Wenn die Leute online schon über mich reden, sollen sie es lieber bei mir auf der Seite tun“. Kennt man das noch? Was, wenn sie das nicht mehr tun können oder wollen, wenn sie sich andere Plätze dafür suchen? Ob dieser Fall eintritt, wird man sich anschaun müssen. Vom Beratungs-Standpunkt aus betrachtet würde ich das Thema Online-Monitoring durch den Schritt von Facebook nochmal höher bewerten wollen. Soll heißen, dass ich mir es in zukunft genau anschaue, wohin sich Diskussionen (ausgehend von Facebook) verlagern, wo meine kritischen Facebook-Fans online noch diskutieren, etc. Ich denke das sollte jeden Brand und jeden PR-Treibenden interessieren.

Facebook Timeline

Darüber, ob es nun ein Kniefall vor dem Kapital ist, den Facebook vor seinem Börsegang hinlegt oder besser hinlegen muss, können gerne andere diskutieren. Ich muss mit den Fakten (oben ein Screenshot aus dem offiziellen Facebook-Guide) arbeiten und meinen Kunden Möglichkeiten aufzeigen, wie sie im neuen Rahmen, den ihnen Facebook bereitstellt, messbar besser abschneiden können. Und wenn es sich dabei um den „most customizable marketing canvas ever“ handeln sollte 😉

Weitere interessante Beiträge zum Thema „Neue Facebook Timeline“

Timeline für Pages – All Facebook
Facebook-Timeline – 5 Things PR-Pros should know
Die neuen Funktionen auf Facebook – Talkabout
Der Anfang vom Ende für Facebook (Hammer-Post von Markus Hübner dem ich theatisch sehr viel abgewinnen kann)

15 Gedanken zu “Facebook neu: Die Timeline aus PR-Sicht

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  3. Letztendlich muss man das Potential, was einem dort gegeben wird, auch nutzen. Es liegt also letztendlich an jedem Unternehmen selbst, was er daraus macht.

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  6. Herzlichen Dank Ed für Deinen Kommentar zu meinem Artikel! Freut mich sehr, dass es bei allen spannenden Möglichkeiten im Social Media Zeitalter (die ich auch absolut toll finde) auch noch kritische Kollegen gibt die nicht jede Neuerung ohne jegliches Hinterfragen hinnehmen bzw. sogar zelebrieren.

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