Corporate Videos wenn der Hut brennt

8. März 2012Die beste Videocamera ist angeblich immer die, die man gerade dabei hat, heißt es so schön. Neulich war ich am Messestand eines Kunden und frage mich, warum mir der Chef …


Wie wir von vielen Beispielen (z.B. Chevy goes Chevrolet) wissen, ist es oft nicht so schlimm, wenn Unternehmen Videos veröffentlichen, die nicht perfekt geschnitten oder beleuchtet sind. Beispielsweise dann, wenn es nicht um elegische Image-Videos mit wunderschönen Schnittbildern oder Luftaufnahmen des Firmensitzes geht. Oder auch dann, wenn die Message extrem schnell raus muss und Presseaussendungen nicht das geeignete Medium darstellen. Für diesen Fall und nur für diesen Fall denke ich, dass man auch selbst die wichtigsten Kniffe beherrschen sollte. UND: Die kann man in Summe gar nicht gut genug verinnerlicht haben als PR-Treibender. Nachfolgendes Video gibt Aufschluss, wie man über sein iPhone eine ganz passable Qualität hinbekommt.

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=fiZEK13KXsg&w=640&h=480]

Hier noch ein paar Tipps von meiner Seite

  1. Arbeiten Sie mit Profis wenn es um das Thema Video geht. Der Zuseher wird es ihnen danken.
  2. Wenn’s extrem schnell gehen muss, der Profi mal nicht greifbar und wirklich nur ein Smartphone verfügbar ist, verwenden Sie unbedingt ein Halterung (für das iPhone) und externes Micro. Zuseher verzeihen schlechtes Licht oder leichtes Wackeln. Was sie nicht akzeptieren ist schlechter Ton.
  3. Ein kurzes Drehbuch muss sein! Listen Sie die zentralen Botschaften auf und arbeiten Sie diese Step by Step ab.
  4. Denken Sie beim Dreh bereits an den danach folgenden Schnitt. Es hilft nichts wenn Sie tonnenweise Material ansammeln. Sie müssen es anschließend sichten und schneiden. Wenn es schnell gehen muss kann das ein Hindernis sein. Das Video vielleicht in 10 Minuten im Kasten zu haben aber einen ganzen Nachmittag lang zu schneiden ist doof.
  5. Briefen Sie den Interviewten mit den Kernbotschaften
  6. Geben Sie während dem Dreh Feedback. Das geht mit dem iPhone aber auch mit anderen Videokameras sehr gut. Nicken Sie z.B. mit dem Kopf. Leuten, vor allem solchen, die nicht kamera-geschult sind hilft das dabei gut zu performen.
  7. Denken Sie nochmal an die viele Arbeit danach. Ich verwende dafür folgenden Trick. Ich vereinbare mit dem „Talking-Head“ ein Zeichen. Ich sage, dass ich ihm „nach circa einer Minute“ (es kann auch eine halbe sein oder eineinhalb Minuten, das kommt darauf an…) ein Zeichen mit der Hand gebe, worauf er langsam zum Schluss kommt, etwa noch ein zwei Sätze spricht und dann endet. Das hat den Vorteil, dass ich mit dem Schnitt viel weniger Progleme habe bzw. es viel schneller geht. Das Problem mit dem Schnitt zu einem Zeitpunkt, bei dem der Sprecher mit der Stimme noch oben ist entfällt.

Mein Punkt #1 ist für mich der Wichtigste. #2 bis #7 sind nur für den Fall anzuwenden, dass dieser Profi gerade mal was anderes zu tun hat, als meinem Kunden dabei zu helfen eine Kommunikationskrise zu bewältigen und ich ran muss.

Noch etwas: Ich weiß schon, dass jetzt wieder ein paar PR-Profis aufkreischen werden und über Professionalisierung und weiß Gott noch was reden wollen. Corporate Videos auch solche die z.B. in Krisenzeiten entstehen müssen zumindest annähernd perfekt sein, etc. Ich denke das stimmte bis vor einigen Jahren. Aber jetzt stimmt es nicht mehr und PR-Treibende müssen längst auch in Fragen des Corporate Video Publishings fit sein. Jene die nach den Profis schreien, selbst aber weder shooten noch das einfachste Schnittprogramm beherrschen, sollten sich meiner Meinung nach warm anziehen bzw. schnell umdenken und lernen.

3 Gedanken zu “Corporate Videos wenn der Hut brennt

  1. Ob kurz oder ob rasch, entscheidend ist die Dramaturgie. Diese gelingt oft zufällig, weil der normale Hausverstand Regie führt.
    Wenn jedoch Zeit zum Planen ist, dann ist Dramaturgie wichtiger als Technik und alles andere. Leider gibt es selten gute Dramaturgen. Marc Miletich von Sonovista ist einer der sehr guten in Österreich im Bereich Corporate Film. Schöne Grüße an den Mark! http://www.sonovista.com/

  2. eine sehr gute technik, um nichts zu verpassen und trotzdem nicht zu viel zu drehen ist die sog. 5 shot coverage. diese technik und vieles andere wissenswerte zum thema video wird im videoguide des schweizer fernsehens erklärt (keine sorge, es gibt auch ein hochdeutsche variante). der videoguide hat mir sehr geholfen, als ich selber zu filmen begonnen habe und ich schaue mir immer wieder sequenzen zur auffrischung an. in letzter zeit habe ich begonnen, für unseren web 2.0 auftritt vermehrt videos zu nutzen. es sind meistens kurze interviews z. b. zu buchpräsentationen, kunstprojekten oder auch expertenmeinungen zu produktschwerpunkten. zusätzlich habe ich schon einige veranstaltungen mitgefilmt und den veranstaltern das video dann zu verfügung gestellt. natürlich muss ich noch viel lernen, aber ich denke, das ist eine gute möglichkeit wie man mit relativ kleinen budget und ein wenig einsatz und herzblut schöne geschichten machen kann. speziell bei sponsorings von aktionen oder veranstaltungen kann das video sowohl von mir als auch vom veranstalter verwendet werden und so haben wieder beide etwas davon.