Social Media: Warum Inhalte wichtiger sind als die Verpackung

26. April 2012Alles spricht über Social Media. Bei genauerer Betrachtung aber wird klar, dass vor allem über die Kanäle selbst gesprochen wird. Klar, steckt doch schon im Wort Social „MEDIA“. Also sollte …


Alles spricht über Social Media. Bei genauerer Betrachtung aber wird klar, dass vor allem über die Kanäle selbst gesprochen wird. Klar, steckt doch schon im Wort Social „MEDIA“. Also sollte sich niemand wundern, wenn Unternehmen vor allem wissen wollen, ob sie Xing, Facebook oder doch Twitter nutzen sollen. Was aber ist mit den Inhalten? Warum wird so wenig über sie gesproche? Warum sind sie offensichtlich so nebensächlich in der Auseinandersetzung mit sozialen Medien? Dieser Post soll Antworten liefern und Wege aufzeigen, wie Inhalte wieder jenen Stellenwert bekommen können, der ihnen eigentlich zusteht.

Welche Social Media Inhalte weden geteilt? Solche mit hoher Qualität!

Welche Inhalte werden über soziale Medien geteilt?

Meine Google-Suchanfrage ist jetzt wenige Minuten her. Ich wollte wissen welche Inhalte über soziale Medien geteilt werden. Ich bekam tonnenweise Antworten. Meine Frage jedoch blieb unbeantwortet. Die erhaltenen Antworten drehten sich vor allem um das Wie. Wie also geteilt wird, über welche Plattformen, wann und wie stark geteilt wird. Allesamt wichtige Fragen. Wichtig insofern, weil sie die Lücke aufzeigen, die es hier gibt. Die für mich wesentliche Frage lautet: Wie müssen Inhalte beschaffen sein, damit sie geteilt werden. Also ganz konkret: Wie ist es um ihre Qualität bestellt, wie muss diese aussehen, damit jemand einen der vielen schönen Teil-Buttons klickt und damit das Versprechen einlöst, das hinter sozialen Medien steckt (Schneeballeffekte, Viralität you name it!).

Social Media: Wie wichtig ist guter Content wirklich?

Warum ist diese Frage wichtig? Warum ist es wichtig, sich die Inhalte von Blogs, Facebook-Postings oder Tweets genauer anzusehen? Welch dumme Frage! Da könnte man ja gleich fragen warum Qualität wichtig ist, oder? Ja, das könnte man natürlich tun, aber wen interessiert das?! Nun, es gibt da zweifellos Aspekte, die in (sozialen) Medien den Ausschlag dafür geben, dass diese konsumiert werden, erinnert werden, dankbare Abnehmer finden etc. Ist Qualität also doch ein Thema? Meiner Meinung nach ja!

Geheimtipps: Nein zu Social Mogelpackungen!

Wenn ich Blog sehe, die in ihren Headlines erklären, dass sie Hintergrund-Tipps und Insinder-Infos liefern, dann lese ich doch schon mal gerne näher rein. In 99,9 Prozent der Fälle sehe ich dann vieles, aber eben keine Insider-Infos oder gar Geheimtipps. Wer sich aber ansieht, wie stark z.B. Urlaubsgäste genau danach suchen, der sollte sich ansträngen, der schönen Verpackung dann auch entsprechend schöne Inhalte mit auf den Weg zu geben.

Quality Content abseits von Blogs

Das gleiche gilt natürlich auch abseits von Blogs, einem Medium im übrigen, das echt verstanden weden möchte (auch qualitativ!) bevor man es in WordPress gießt und live stellt. Auch auf Facebook geht es nicht nur um kurze Reaktionszeiten, aktive Customer Care sondern in erster Linie um hochwertige Inhalte. Aber genau zu diesem Thema – ich beschäftige mich damit gerade in Vorbereitung auf einen Workshop – findet man kaum etwas. Alles geht nur in die Richtung, wann, wo und wie Inhalte geteilt werden und nie darum, wie Inhalt(e) denn überhaupt beschaffen sein müssen damit sie geteilt werden. Wie also haben sie auszusehen? Hier ein paar für mich wichtige Punkte die natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit beanspruchen können. Was also macht ihn aus, den guten Content in sozialen Medien?

Was macht guten Social Media Content aus?

Guter Social Media Content ist informativ, unterhaltsam, kommt zur richtigen Zeit, nicht zu oft und nicht zu selten. Aber im Grund muss oder besser kann Social Media Content jenes Puzzleteilchen darstellen, das jemand gerade jetzt! zur Lösung seiner Fragen oder Probleme braucht. Und das Wort Lösung ist hier wichtig. Guter Social Media Content muss mir (und vielleicht auch anderen…) dabei helfen, ein Problem, eine Fragestellung zu lösen oder mich dieser Lösung zumindest ein Stückweit näher zu bringen.

Mit gutem Social Content besser verkaufen!

Natürlich muss oder besser sollte Social Content auch verkaufen können. Wo kämen wir denn hin, wäre dies nicht ein ebenso wichtiges Kriterium wie die bereits oben erwähnten?! Aber wie verkaufen in einer Social Media Welt, die neben Langeweile und Penetration kaum noch etwas anderes kennt? Wenn ich über meinen Facebook Sream dazu in der Lage bin, Inhalte zu transportieren, die nachweislich auf Verkauf abzielen (z.B. Urlaub), die jedoch so verpackt sind, dass sie nicht als schnöde Werbung sondern vielmehr als Lösung wahrgenommen werden (weil sie als Lösung konzipiert wurden ergo eine Lösung auf ein konretes oder latentes Problem darstellen!) weil sie eben eine Lösung sine (!) dann sollte auch der Verkauf über soziale Medien keine Hexeren mehr darstellen, oder?

Social Content Quality first!

Die Voraussetzung für all das oben gesagte sind ein paar klare Gedanken über die Inhalte, die wir in unsere Kanäle (social MEDIA…) kippen. Kommt hier nämlich der ganze schnöde Mist rein, von dem wir sonst nicht wissen wohin, dann kommt hinten auch Mist bzw. Frust heraus. Klar eigentlich. Ebenso wichtig ist die Fage, was wir mit den möchlichst qualitativ hochwertigen Inhalten beim Betrachter auslösen wollen. Ober überhaupt erst einmal, welche Fragestellungen könnte jemand haben, der sich durch unser Social Media Angebot klickt..? Alle diese Fragen haben ein Ziel: Sie führen uns zu besseren Inhalten. Gleichzeitig führen sie uns weg von den Hüllen und hin zu den Inhalten. Und ich denke, diese Art der Betrachtung sozialer Medien kann uns allen nur gut tun.

5 Gedanken zu “Social Media: Warum Inhalte wichtiger sind als die Verpackung

  1. Ein sehr schönes Thema: Content Marketing. Hier geht es darum gute Inhalte zu verteilen, Betonung auf gut. Der Kanal ist dabei erst zweitrangig. Seit rund einem Jahr schwappt ausgehend von den USA eine neue digitale Welle zu uns nach good old Europe: Content Strategists sind plötzlich gefragter denn nie (Was ist denn das überhaupt?), Content Management wird über Nacht zur digitalen Kernaufgabe (wieso – content managen? Gibt es da mehr als texten und einwarten?). Antworten und Orientierung gibt ein einfaches aber höchst effektives Büchlein mit dem klingenden Namen ‚Content Strategy‘ von Kristina Halvorson.

    http://www.amazon.com/Content-Strategy-Web-Kristina-Halvorson/dp/0321808304/ref=dp_ob_image_bk

    Im Vorwort der aktuell erschienen 2. Ausgabe erzählt Sarah Cancilla von Facebook, dass sie sich als Content Redakteurin von eBay 2010 mit Kristina’s Buch unter der Hand bei Facebook beworben hatte – und sofort als Content Strategin engagiert wurde. Damals war sie weit und breit eine der ersten mit dieser Berufsbezeichnung. Heute gibt es 9 (neun!) „content strategists“ bei Facebook. Das Vorwort bringt übrigens genial auf den Punkt was Content Strategie bewirkt. Lesen.

  2. Die Frage des Contents muss ich mir mit jedem neuen Kanal den ich aufmache aufs Neue überlegen. Und wenn es von der Qualität der Inhalte schon jetzt nicht sonderlich rund läuft, warum dann einen neuen Kanal öffnen? Ich muss mich oft wundern, wenn Leute vom Social Web laut Eigendefinition „komplett enttäuscht“ sind. Jedoch zugleich kaum dazu in der Lage oder willens sind (Zeitressorcen) ordentliche Inhalte bereitzustellen, die die Nutzer wirklich interessieren könnten… Der Wunsch für alles eine einfache Lösung oder noch besser eine Taste am Keyboard zu haben ist weit verbreitet.

  3. Quality first und eine Differenzierte Contentstrategie – da bin ich voll und ganz bei Dir! Ich würde aber sogar soweit gehen zu behaupten, dass viele Kunden bei Social Media außer an Facebook nur ganz selten an Alternativen wie Twitter, Xing oder Blogs denken (siehe mein Gastbeitrag auf Sputnik-Dresden http://www.sputnik-dresden.de/wird-facebook-von-unternehmen-ueberschaetzt/) und dabei wesentliche Dinge vollkommen außer acht lassen, wie zum Beispiel – Du hast es erwähnt – guten und wertvollen Content zu produzieren. Und die Inhalte sollen ja letztendlich auf eines abzielen – nämlich die gesteckten Ziele zu erfüllen (Vertrieb, Image, Marketing….), wobei ich die Erfahrung gemacht habe, dass es dabei noch erheblichen Nachholebdarf gibt, nämlich konkrete Ziele zu definieren.

    Es spielt quasi alles zusammen – guter Inhalt, die richtigen Kanäle, das Sharing und natürlich auch das Verständnis für die einzelnen Medien.

    Danke für den erfrischenden Beitrag!
    Jan