Storytelling auf Facebook: Es geht!

2. Mai 2012Hinter mir liegen einige Wochen intensiver Beschäftigung mit dem Thema Storytelling. Im Zentrum meiner Auseinandersetzung stand unter anderem die Frage wie Unternehmen Geschichten einsetzen können um darüber am Ende des …


Hinter mir liegen einige Wochen intensiver Beschäftigung mit dem Thema Storytelling. Im Zentrum meiner Auseinandersetzung stand unter anderem die Frage wie Unternehmen Geschichten einsetzen können um darüber am Ende des Tages besser zu verkaufen. Im Speziellen ging es mir darum, wie Social Media Inhalte aussehen und gedacht werden müssen, damit sie der oben dargestellten Zielsetzung genüge tun. Hier ein paar einfache Anregungen zum Arbeiten mit Stories auf Facebook.

Mit Storytelling geht bekanntlich viel. Besser zu verkaufen ist dabei nur eine Zielsetzung. Die Einarbeitungsphase neuer Mitarbeiter kurz zu halten, das Wissen im Unternehmen besser fließen zu lassen oder schneller zu innovieren sind andere mögliche Zielhorizonte. Was aber hat das alles mit sozialen Medien zu tun oder anders: Wie lassen sich über sozialen Medien wie etwa Facebook Stories erzählen, die es wert sind

a) gehört, in diesem Fall gelesen und
b) weitergetragen, sprich weitererzählt zu werden?

Das ist der Knackpunkt. Ich glaube nämlich, dass Posts nur dann geliked, kommentiert oder sogar erzählt / weitergeleitet werden, wenn sie dem Betrachter etwas „sagen“ bei ihm etwas auslösen, erinnert werden. Dann und nur dann lösen soziale Medien das ein, was sie angeblich so gut können, wofür sie in den Augen vieler überhaupt da sind, nämlich Schneeballeffekte auslösen, in die Freundeskreise von Freunden vorstoßen, glückliche Zufälle mit einer am Ende klingelnden Kasse zu bewerkstelligen, etc.

Ich habe vor ein paar Tagen am Social Media Explorer folgenden schlichten Satz gelesen, der mit wirklich beeindruckt hat. Er lautet:

Damit ist alles gesagt und leicht verstanden dazu. Wir, egal ob privat oder als Unternehmen müssen gut genug kommunizieren. Tun wir das nicht, hört uns niemand zu. Einfache Formel: Keine qualitativen Facebook-Updates auf der Page ergibt unterm Strich kein Engagement und eine entsprechend niedrige Sichtbarkeit. Ok. Zurück zum Thema Storytelling.

Ich bin der festen Überzeugung, dass uns Geschichten nicht nur dabei helfen besser zu verstehen und zu erinnern. Sie helfen uns bzw. Marken und Unternehmen auch dabei, Engagement auszulösen, also in der Welt von Facebook und anderen Social Media Kanälen Gehör zu finden und Nachfrage zu bekommen. Alles andere geht im Grundrauschen des Social Webs unter. Wie also sehen Facebook-Postings aus die Geschichten erzählen?

Eineinandergreifende aufeinander abgestimmte Posts

Dazu möchte ich ein wenig ausholen. Die Fanpage eines Unterehmens als Aneinanderreihung einzelner Postings zu sehen ist ziemlich eindimensional. Klar bemüht sich jeder darum besonders witzig, interessant oder informativ zu sein. Aber nochmal: Ist eine Fanpage nun die Aneinanderreihung solcher möglichst toller Inhalte oder ist sie mehr? Ich denke Letzteres. So sollten die einzelnen Statusupdates sinnvollerweise mehr miteinander zu tun haben, als dass sie nur unter dem selben Firmenlogo gepostet wurden. Mit dieser Sicht nähern wir uns dem Thema Storytelling.

Kein Platz für Stories?

Das Problem mit dem Platz. Ich habe auf Facebook nicht unendlich viel Raum meine Geschichte in allen Einzelheiten auszurollen. Das geht nicht. Ist so. Jedoch gibt es Bilder (Videos lasse ich hier mal außen vor) und somit die Möglichkeit, den Text damit kürzer ausfallen zu lassen. Also geht es um die geschickte Verbindung von Text und Bildbotschaft. Und jetzt wird es kniffelig, braucht an doch ein gutes Bild und einen darauf hin abgestimmten Text. Gut ist es jetzt ferner, wenn die Postings aufeinander Bezug nehmen könnten, also biespielsweise aufeinander aufbauen. Auch dieser Umstand kann mir dabei helfen nicht in einem Posting gleich alles sagen zu müssen. So kann ich mir das eine oder andere (die Entwicklung, den Konflikt oder die Auflösung) getrost für später aufheben.

Konflikte? I like!

Die Sache mit dem Konflikt. Es ist so, dass Geschichten ohne Konflikt einfach stinklangweilig sind. Konflikt muss hier aber nicht immer nur Streit bedeuten. Konflikt kann z. B. auch bedeuten, dass ein in der Story vorkommendes Problem nicht gleich gelöst werden konnte, es dazu vielleicht fünf Fehlversuche bedurfte, dass etwas besonders schwierig war, etc. Also wie reinpacken diese Konflikte ins einzelne Posting?

Spannungsbögen bauen

In ein einzelnes Postig erstmal gar nicht. So zumindest meine Entdeckung. Es fehlt schlicht der Platz dazu! Um dem Konflikt (das Salz in der Suppe jeder Story) Genüge zu tun brauche ich ineinandergreifende bzw. aufeinander abgestimmte Postings. Vielleicht geht es auch ohne aber das würde mehr Text bedeuten und das schnelle Aufnehmen von Inhalten eher behindern. Ein Beispiel:

Über das erste Posting inklusive dem Teaser (Rezept gibt’s erst später…) bekomme ich für das nächste Posting jetzt die Möglichkeit entweder sofort das Ziel, das Rezept zu liefern oder doch noch einen (zumindest kleinen) Konflikt einzubauen. Die drei oben dargestellten Updates bekommen dadurch einen Bezug zueinander, der Betrachter die Möglichkeit einer kurzen Geschichte zu folgen. Ein Spannungsbogen entsteht. Auch die Kräuterbutter am Brot bekommt so eine Geschichte verpasst. Sie macht sprichwörtlich Sinn, da sie das Resultat von Posting eins und zwei wird.

Make me care

Ach ja. Auch das Engagement der Fans bzw. die Interaktion wird leichter ausgelöst wenn Postings ineinander greifen und dem Gedanken einer Geschichte folgen. „Sich in diesem Frühjahr zu verkühlen ist ja wirklich keine Kunst. Brrrrrrr!“. „Ist mir leider auch schon passiert, i like!“, etc. Und wenn Facebook-Inhalte noch dazu so gestaltet sind, dass sie neben der kleine Story auch die Möglichkeit zur Identifikation bieten, ist Engagement keine Hexerei mehr.

Es gibt also die Möglichkeit auf Facebook Geschichten zu erzählen und man sollte von dieser Möglichkeit unbedingt Gebrauch machen. Ansonsten wird es immer mehr Unternehmen geben bei deren Facebook-Postings wir auf „verbergen“ klicken, die uns weder abholen noch sonst irgendwie kratzen und die auf die wichtigste aller Bitten ihrer Kunden keine rechte Antwort haben. Sie lautet schlicht: „Make me care!“

Ein Gedanke zu “Storytelling auf Facebook: Es geht!

  1. I agree! Content soll fesseln – und Content ist, wie du sagst, viel mehr als nur ein Aneinanderreihen von Wörtern. Du hast es gut getroffen. Alte Kulturen haben gewußt ihr Wissen, ihre Werte und ihre Traditionen über Geschichten an ihr Nachkommen weiterzugeben. Scheinbar haben wir diese Kunst (fast) vergessen. Schade wirklich, Stories are compelling, memoriable and fun.