Content Curation: Wie Brands zu Super-Heros werden

3. Mai 2012Ich hätte den Titel wohl auch andes machen können. Vielleicht hätte „Warum Sie heute damit beginnen sollten Content zu kuratieren“ oder so ähnlich mehr Klicks erzeugt. Aber darum geht es …


Ich hätte den Titel wohl auch andes machen können. Vielleicht hätte „Warum Sie heute damit beginnen sollten Content zu kuratieren“ oder so ähnlich mehr Klicks erzeugt. Aber darum geht es ja nicht. Ich möchte hier aufzeigen was Content Curation ist und was die Technik für Unternehmen wertvoll macht. Es geht hier erstmals nicht um die Werkzeuge, mit denen sich Inhalte zusammenstellen bzw. kuratieren lassen (dazu in einem späteren Post mehr!). Hier geht es erstmal um den Nutzen von Content Curation für Einzelpersonen, Unternehmen und Marken.

Der Reihe nach. Die deutsche Wikipedia weißt zum Begriff „Kurator“ folgendes zu berichten: Er stammt ab vom

lateinischen Wort curator („Pfleger“, „Vertreter“ oder „Vormund“) sowie von curare („Sorge tragen“, „sorgen um“). Das verwandte Wort Kuratorium kann auch eine Aufsichtsbehörde, einen Verwaltungsrat, einen Hochschulrat oder einen Stiftungsrat bezeichnen.

Damit ist mal ein Anfang gemacht. Was aber tun Kuratoren in sozialen Medien, was treibt sie an uns was zeichnet sie aus? Was ist es, das sie angeblich zu den neuen Superhelden des Webs macht?

Kuratoren fungieren als Filter. Sozusagen ist jeder von uns ein kleiner Kurator wenn er seinen Kontakten in Sozialen Netzwerken Inhalte bereitstellt, die er für besonderst interessant oder lesenswert hält. Das stimmt einerseits. Das Kuratieren von Inhalten geht aber noch weiter bzw. beginnt an dieser Stelle überhaupt erst einmal interessant zu werden.

Curated Content ohne Meinung ist fad

Kuratoren – ähnlich denen in den Museen – stellen Inhalte zusammen. Sie wählen bewusst aus, gruppieren thematisch und haben immer ihre Kunden, also hier die Leser, die Fans, die Follower im Auge. Was könnte diese interessiere? Womit könnte man sie unterfordern oder überfordern? Welche Inhalte brauchen die gerade? Und nicht zuletzt, wie kann ich über den von mir zusammengestellten und drapierten Content auch für mich relevante Inhalte und Meta-Inhalte transportieren? Das alles mach das Curatieren von Inhalten aus. Aber eben noch mehr. Entscheidend für die Zuhörer ist auch das, was der Kurator zu den von ihm zusammengetragenen Inhalten zu sagen hat, wie seine persönliche Meinung aussieht, etc. Es ist diese persönlche Färbung, die eine reine Ansammlung von Tweets, Bildern, Texten und Videos erst zu einem Gesamtkunstwerk macht.

Raus mit der Sprache!

Und es ist zugleich diese persönliche Färbung, die kuratierte Inhalte für den Betrachter so interessant macht. Wenn Sie also kuratieren, dann raus mit der Sprache! Was ist Ihre persnöliche Meinung. Warum ist das eine ein Scheiß und das andere Gold? Warum. Antworten auf diese Fragen zu finden und die Bewertung, den Kommentar mitzuliefern, das ist der Job eines Kurators der sein Handwerk versteht.

Was haben nun Unternehmen davon Inhalte zu kuratieren? Warum sollen sie es tun, was lässt sich überhaupt kuratieren und wenn ja, was hab ich am Ende des Tages davon. Weißt eh, die Kasse und die Vollbelegstage und die Umsätze, you know…

Corporate Curated Content

Was Unternehmen davon haben wenn sie Inhalte zusammestellen, hübsch drapieren, aktuell halten, nach Themen ordnen und häppchenweise zur Verfügung stellen ist einfach erklärt. Sie haben tollen Content. Darüber hinaus sind sie dazu in der Lage, sich in einem für sie wichtigen Thema als Auskunftsgeber zu positionieren. Und wer heute ein Auskunftsgeber ist kann  vielleicht morgen schon zur Informationsdrehscheibe aufgestiegen sein, wer weiß?! Da ich im Bereich SEO nicht zu Hause bin, kann ich hier nur vermuten, dass ein bunter Strauß an aus vielen Richtungen zusammengetragenen Informatioen auch für Suchmaschinen ein gutes Argument sein könnte, den Seiten und damit ihren Besitzer und damit wiederum deren Angeboten freundlich gesonnen zu sein.

Guten Kuratoren wird vertraut

Der kuratierende Betrieb oder der einzelne Kurator kann über sein Tun aber noch viel mehr für sich und seine Marke herausholen. Er wird über da, was er kuratiert, bedeutsam bzw. steigert seine Reputation, bekommt Anfragen, Probeexemplare und vieles andere mehr. Warum? Weil seine Meinung wichtig ist, weil man seiner sicheren Hand vertraut und seinen nachweislich guten Geschmack über die Zeit zu schätzen gelernt hat. Und all das bloß durch das Zusammentragen von Inhalten anderer durch deren Bewertung und thematischer Gruppierung? Ist das Leben wirklich so einfach? Leider nein!

Viele Unternehmen kuratieren schlecht

Warum Unternehmen zwar kuratieren, dies aber auf denkbar schlechte Weise tun, liegt auf der Hand. Sie wollen immer nur selbst im Rampenlicht stehen, immer nur auf eigene Inhalte verweisen und sich vordrängen wenn es darum geht, die Blicke auf sich zu ziehen. Das ist sehr schade weil es dem Thema Content Curation leider völlig widerspricht. Aber ist es der langjährige Beobachter dies icht schon gewöhnt. Haben wir uns nicht schon damit abgefunden von Unternehmen und Marken einfach nicht mehr überrascht bzw. noch schlimmer, latent unterfordert zu werden?

Curation ist ein undankbarer Job

Content Curation setzt voraus, dass der Kurator angesichts der von ihm zusammengestellten Werkschau an Inhalten in den Hintergrund treten kann. Das muss man sich selbst aber erst mal erlauben. Und wer sich in diesem Punkt nicht selbst schon mal komplett im Wege gestanden ist, der werfe den ersten Stein. Peng! Wer war das?! :)

Man stelle sich den Kurator einer Ausstellung vor, der alle ausgestellten Bilder selbst mal. Er kommt nicht sonderlich vom Fleck damit, schließlich will er ja einen Überblick über eine Zeitspanne von 150 Jahren abbilden. Das dauert. Und weil der Tag der Eröffnung immer näher rückt, entschließt sich unser Kuratur einfach dazu, die Bilder aufzuhängen, die schon da sind. Viele Räume seiner Ausstellung bleiben leer. Doch der Kurator ist happy. Schließlich sind es nur seine Bilder die jetzt gesehen werden. Die Vernissage floppt. Schnitt!

Content Curation ist mehr als bloß Nabelschau!

Pinterest. Hübsch sehen sie aus diese Zusemmanstellungen zu allen möglichen Themen. Ich bin wohl auch da, hab das ganze aber noch nicht sonderlich Zeit gehabt auf mich wirken zu lassen, es zu verstehen. Der Tag kommt aber. Das was ich schon gesehen habe passt hier jedoch gut dazu weil es sich dabei um ein wichtiges Grundprinzip sozialer Medien und eben auch des Kuratierens von Inhalten handelt. Viele Brands und Marken, ob Regionen, Hotel oder Nahrungsmittelmarken kuratieren immer nur ihre eigenen Inhalte. Das ist so falsch wie es logisch ist, dass sie es tun. Das Hotel das seinen Frühstücksraum in sämtlichen Verzierungen abbildet. Mal die Ananas am Frühstücksbuffet von rechts, dann von links, dann kommt die Kiwi dran und dann das Brotkörbchen. Kuratieren tun viele, verstehen sehr wenige.

Große Marken kuratieren schon lange. Hier ein tolles Beispiel curated by Harley-Davidson – The Harley-Davidson Ridebook:

Kuratieren kostet Zeit, viel Zeit sogar. Kuratieren setzt voraus, dass man nicht immer nur von sich selbst redet. Klingt komisch ist aber so: Manche können wirklich nur über sich selbst reden. Als Kuratoren werden es solche Leute schwer haben oder nur Dinge zusammenstellen, die keinen interessieren. Wie übrigens gefühlte 99% der Unternehmen auf Pinterest.

Meine Tipps: Springen Sie über den eigenen Schatten. Gehen sie in der Zusammenstellung der Inhalte tief und noch tiefer. Erst wenn Sie glauben, dass ihre kuratierten Inhalte so abgefahren, schrät und ausgefallen sind, dass sie kaum noch interessiert, sind Sie dem Idealtypus gefährlich nahe gekommen und das ist gut. Das ist dann der Rahm und der ist immer oben. Alles andere geht im Grundrauschen des Webs unter (wo es auch hingehört). Wenn sie kuratieren sein Sie großzügig und schöpfen Sie aus dem Vollen. Das setzt Zeit voraus aber ihre Leser, und Seher werden es Ihnen danken. Und ihre Reputation wird wachsen.

7 Gedanken zu “Content Curation: Wie Brands zu Super-Heros werden

  1. Pingback: Was ist Content Curation? | Geldanzeiger

  2. Da muss ich meinem Vorredner Recht geben. Es ist unheimlich anstrengend den Artikel zu lesen.

    Warum nicht einfach eine Schrift wie Tahoma, Verdana oder dergleichen, auf jeden Fall eine Standardschrift und nicht eine wie diese, die in der Buchstabengröße wechselt.
    Schade, toller Content aber schlecht zu lesen.
    Gruß
    Dougi

    • Danke für Ihren Input, ich werde mir das Schriftbild mit meiner Agentur mal näher ansehen und es gegebenen Falles ändern. Einen schönen Tag, Ed Wohlfahrt

  3. Oh Mann, mit der Schriftart lässt sich Dein Artikel fast nicht lesen. Sorry aber bei solch langen Artikeln würde ich auf eine Standardschrift setzen. Obwohl Dir die Klicks ja egal sind aber Deine Leser möchtest Du doch sicher gut behandeln, nicht wahr?

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