Social Media: Einfach mehr Engagement

30. Juli 2012Engagement, Interaktion, Likes, Kommentare, Weiterempfehlung und Shares. Wo ist in Sozialen Medien bloß der verdammte Knopf, den man nur zu drücken braucht und dann klappt es auch schon? Für alle, …


Engagement, Interaktion, Likes, Kommentare, Weiterempfehlung und Shares. Wo ist in Sozialen Medien bloß der verdammte Knopf, den man nur zu drücken braucht und dann klappt es auch schon? Für alle, die diesen Knopf noch nicht gefunden haben eine gute Nachricht. Hören Sie auf zu suchen, es gibt ihn nicht!

Während der vergangenen Wochen habe ich in meiner Vorbereitung auf diverse Workshops immer wieder auf Storytelling und eben Engagement fokussiert. Warum diese beiden Bereiche in sozialen Medien eine so große Rolle spielen ist einfach erklärt. Ohne Stories gestaltet sich Unternehmenspräsentationen auf Facebook als Aneinanderreihung einzelnder Updates. Diese sind mehr oder weniger lose. D.h. sie verbinet nicht viel mehr als der Umstand, dass sie alle vom gleichen Unternehmen stammen. Warum Engagement wichtig ist bzw. Unternehmen wissen sollten, wie sie es denn auslösen können auf ihren Social Media Ablegern ist auch klar. Ohne Engagement, ohne Interaktion zwischen dem Unternehmen und seiner Fans stellt sich früher oder später die Sinnfrage bzw. werden die Social Media Zelte wieder abgebrochen. Aber schauen wir uns den Begriff einmal genauer an.

Was ist Engagement?
Kurz erklärt handelt es sich dabei um die aktive Teilnahme am Geschehen in Form von Interaktion. Umgelegt auf soziale Medien bedeutet dies, dass Fans, Follower, Leser aktiviert und eigeladen werden etwas anzumerken, zu sagen, eine Aktion zu setzen, die von einem flüchtigen Like über den Retweet bis hin zum Copy&Pasten eines Links ins E-Mail Programm reichen kann. Das, woran viele Unternehmen scheitern, ist die Verfügbarkeit von Inhalten, die eben dieses Engagement auszulösen in der Lage sind. Es scheitert häufig aber auch an den Basics, die in den nachfolgenden Punkte angesprochen weden sollen. Alle, die weitere Tricks auf Lager haben bitte diese via Kommentarfunktion teilen. Dann wird aus 1 + 1 plötzlich 3 ; )

Mehr Engagement durch geschlossene Fragen
Zum überwiegenden Teil sind die Nutzer sozialer Medien nicht darauf aus, Unternehmen dabei zu helfen, ihre Botschaften zu verbreiten. Sowas aber auch! Unternehmen müssen sich aber auch darüber im Klaren sein, dass sie im Newsfeed ihrer Fans z.B. auf Facebook mit den Babyfotos der Nachbarin und den Urlaubsbildern des besten Freundes zu konkurrenzieren haben. Geschlossene Fragen helfen dabei, auch faulere, weniger klickfreudigere Nutzer zur Interaktion zu bekommen. So ist es also besser zu fragen: „Was war das Schlimmste, das ihr Hund einmal gefressen hat?“ als „Was wollen Sie mit ihrem Urlaub anfangen?“. Während die Frage mit dem Hund die Anworten (Schuhe, Tiefkühlgemüse, die Katze des Nachbaren) sozusagen schon vorwegnimmt, stellt zweite Frage den Nutzer vor ein echtes Problem: Nachdenken, formuliern, vielleicht nochmal durchlesen und abhändern und dann posten. Das ist zu viel verlangt in flüchtigen Zeiten und es findet keine Interaktion statt. Das „Like“ oder „Ma liiiiiiiiieb :))))“ unter das Babyfoto geht einfach und schnell.

Harmonie zwischen Bildern und Text
Ein Bild sagt mehr sagt als 1.000 Worte, richtig. Aber vom richtigen Bildformat (wieder Facebook) mal abgesehen geht es hier noch um viel mehr. Wie klar ist die Botschaft des Bildes, erklärt es sich selbst? Wie ist es farblich abgestimmt? Knallt es rein oder ist es grau in grau? Passt es zur dazu gestellten kurzen Message? Unterstützt es diese Text-Botschaft oder widerspricht sie ihr? Lange Rede kurzer Sinn: Ein zum Posting gestelltes Bild ist noch keine Garant für Engagement!

Klare Handlungsanweisungen bringen Engagement
Ein Facebook-Posting etwa damit abzuschließen, dass man schreibt „Wenn Sie uns bei dieser Aktion unterstützen wollen, klicken Sie bitte auf Like“ macht Sinn. Auch dem lahmsten Betrachter des Postings wird somit klar, dass er aufgerufen ist JETZT! was zu tun. Es muss natürlich nicht immer nur das Like sein. Auf Ebene von Blogposts eignen sich dazu natürlich auch Fragen offener oder geschlossener Natur. Je genauer man Nutzern sagt wie sie helfen können, wie sie unterstützen können, wie sie konkret teilhaben können, desto höher auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie dieses Angebot annehmen. A propos Angebot: Zu kompliziert sollte es auf keinen Fall sein!

Sich selbst beim Wort nehmen
Bei so manchem Unternehmen, das mich via Facebook um meine Meinung fragt, denke ich mir meinen Teil. Ich frage mich mal grundsätzlich, wie ernst die das meinen. Wenn mir ein Unternehmen jedoch glaubhaft (überr alle Tipping-Points hinweg wohlgemerkt) vermitteln kann, dass es ihm wirklich an meiner Meinung gelegen ist, dann trage ich zumeist gerne bei und nehme das Angebot zur Interakion an. Soziale Medien bieten aber auch eine schöne Möglichkeit, zu belegen, wie man mit dem erzielten Feedback als Unternehmen weiterarbeitet.So hat die niederländische Fluglinie KLM einen eigenen Unterbereich seiner Facebook-Page angelegt, der einzig und allein einem Zweck dient: Dem Besucher zu sagen, dass der Fluglinie Feedback wichtig ist und was mit diesem Feedback genau gemacht wird, also z.B. wo genau was verbessert oder weiterentwickelt wurde.

Komplexität unbedingt vermeiden
Man kennt das. Man schreibt sich warm und klickt dann auf „Send“. Jeder der sich aber schon mal mit dem Thema beschäftigt hat, weiß um die Bedeutung der richtigen Überschrift bzw. die Bedeutung der darin vorkommenden Wörter. Je doppeldeutiger, länger und missverständlicher wir in sozialen Medien kommunizieren, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Interaktion ausbleibt. Deshalb weg mit den Abkürzungen, die nur ein erlauchter Kreis versteht (es sei denn man kommuniziert in Fachforen in denen alle wissen worum es geht) und auf ein Minestmaß an Verständlichkeit und Klarheit achten. Wer Tweets etwa mit dem Twitter-Slang „pls RT“ beschließt braucht sich nicht zu wundern. Ein „bitte Retweeten“ hätten die Chance gehabt von mehr Nutzern verstanden zu werden.

Einfaches Erfassen sicherstellen
Bei den Bildern und dem Punkt „Komplexität vermeinden“ bereit angeklungen. Je einfacher und schneller ein Leser das Bild, das Video oder den Text für sich dekodieren, also entschlüsseln und auf seinen Nutzen hin abschlätzen kann, deso besser. Je länger man sich reinquälen muss oder sich fragt, „was will mir das Unternehmen mit diesem Posting eigentlich sagen“, desto schlechter. Deshalb lohnt es sich immer mal wieder, sich den Post vorzustellen und zu Fragen ob möglichst mit einem Blick erkennbar wird, worum es hier geht.

Einen langen Atem mitbringen
Engagement stellt sich nicht von heute auf morgen ein. Es braucht natürlich auch die Community dahinter. Bedeutet, die Zahlen sind auch nicht ganz unerheblich. Mehr Nutzer, Leser, Follower bedeutet meist, dass auch Interaktionsgrad und Engagement höher ausfallen werden. Bis man das erreicht, dauert es einfach eine Weile. Aber auch im Rahmen kleinerer Zuhörerschaften können die oben erwähnten Tricks helfen. Dennoch sollte man die Flinte nicht vorschnell ins Korn werfen, nur weil das Corporate Weblog im ersten Monat gerade mal ein Kommentar erhalten hat. Dinge müssen wachsen und erfolgreiche Kommunikation über soziale Medien braucht Zeit.

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