Storytelling: Twitter, Google+ oder doch Facebook?

11. Oktober 2012Ich habe mich hier am Blog schon öfters mit der Frage beschäftigt, welche (Social) Media Plattform sich wie gut für das Erzählen digitaler Geschichten eignet. Dieser Post soll eine Art Gegenüberstellung bieten und Gespräche triggern, die uns bei der Wahl sowohl von Plattformen, als auch Methoden im Storytelling weiterhelfen sollen.


Ich habe mich mit dem Post Storytelling auf Facebook – Es geht! schon ziemlich weit rausgelehnt. Ich habe darin einfach mal behauptet, dass sich auf Facebook Geschichten erzählen lassen. Das wird wohl stimmen auf die eine oder andere Art. Jedoch stellen sich doch ein paar Fragen:

  1. ist Facebook der geeignete Rahmen zum Erzählen von Geschichten im (zielgerichteten) Sinn von Storytelling?
  2. Geht es Fans einer Marke auf Facebook um Geschichten oder in Wirklichkeit doch eher um Rabatte und exklusive Infos?
  3. Ist das Erzählen von Geschichten auf Facebook nicht geradezu fahrlässig? Schließlich werden Infos von Nutzern bestenfalls überflogen. Außerdem heißt es den Edgerank im Auge zu behalten, da man ansonsten schnell weg ist vom Fenster der Aufmerksamkeit und auf Facebook in weiterer Folge vor leeren Rängen spielen muss.

Das zuvor Gesagte betriff in erster Linie das geschriebene Wort. Videos bieten weitere Möglichkeiten und diese via Einbettung auf Facebook oder anderen Medien zu promoten, macht bestimmt Sinn. Die eingangs gestellte Frage jedoch ist, inwieweit sich Social Media Plattformen für das Erzählen von Geschichten eignen und nicht, ob es auf der einen Plattform mehr Sinn hat Links zu Geschichten zu posten als auf der anderen!

Ich habe mir vorher das Siemens-Answers Projekt angesehen. Ich bekomme E-Mails wenn es neue Stories gibt und bin davon sehr angetan.

Storytelling wird bei Siemens unter anderem dafür eingesetzt, Menschen vorzustellen, oder dafür, zu vermitteln, wie das Unternehmen für sich Verantwortung definiert. Letztlich sicher aber auch dafür, mehr Produkte – wenn in diesem Fall auch gebrauchte Produkte – abzusetzen. Schließlich muss ja auch der Rubel rennen. Aber Storytelling eignet sich bekanntlich auch für die Verkaufsunterstützung bzw. schließt diese nicht aus.

Hinaus will ich aber darauf, dass der Twitter-Kanal von Siemens Answers für die Aufgabe des Erzählens von Geschichten keine Rolle zu spielen scheint. Hier geht es meiner Meinung nach lediglich darum, auf neue Geschichten hinzuweisen. Aber nicht darum, hier aktiv Geschichten zu erzählen oder von anderen einzuholen. Daraus ergibt sich die Frage, ob sich Twitter überhaupt für das Erzählen von Geschichten im Sinne des Storytellings eignet. Und nach einer ziemlich ausgiebigen Internet-Recherche beantworte ich diese Frage mal mit einem klaren Nein.

Twitter für Storytelling unbrauchbar?

140 Zeichen sind einfach zu kurz, das Medium zu flüchtig, als dass man es für den Aufbau von Spannungsbögen benutzen bzw. das Erzählen von Geschichten nutzen könnte. Wer hier Beispiele nennen kann, die zeigen, dass Twitter sehr wohl für Storytelling taugt, der postet bitte Links in den Kommentaren. Danke dafür bereits an dieser Stelle! Auch dem Versuch, Tweets aufeinander aufzubauen bzw. ineinandergreifen zu lassen, um durch die Aneinanderreihung von 140 + 140 + 140 Zeichen einen Spannungsbogen zu erreichen, scheinen Grenzen gesetzt. Welcher Twitter-Konsument wartet schon auf Twitter auf den Fortsetzungs-Tweet? Vor allem dann, wenn man mehr als einer Person folgt. Hier gibt es meiner Ansicht nach für Unternehmen kein Durchkommen bzw. Vorbeikommen mit ihren Geschchten an den Tweets anderer.

Storytelling auf Facebook? Naja…

Facebook bietet Storytellern weit mehr Raum an als Twitter. Allerdings stellt sich auch hier die Frage, ob die Rezipienten in ihren Newsfeeds (und hier spielt sich ihr „Facebook“ letztendlich ja ab!) darauf aus sind, Geschichten zu lesen. Ein anderer Aspekt scheint mir hier auch nicht unwesentlich. Wenn Unternehmen dazu in der Lage sind, in Geschichten zu denken und den hohen Aufwand nehmen, diese auch entsprechend aufzubereiten, entwerten sie diese nicht gleich wieder, indem sie diese via Facebook teilen? Werfen sie nicht sprichwörtlich Perlen vor die Säue, indem sie gute Geschichten in die Streams ihrer Fans spielen, wo sie zwischen Posts der Marke „Ich esse gerade ein Steak mit 240 Gramm Einwaage“ oder „Mann ist mein neuer BMW aber klasse“ zu stehen kommen? Ich will hier keinesfalls überheblich sein, aber angesichts der Tatsache, wie viel Hirnschmalz in die Entwicklung guter Geschichten fließt bzw. fließen kann, sollte diese Frage zumindest angesprochen sein.

Ist Google Plus des Storytellers erste Wahl?

Ja. Meiner Meinung nach ist es so. Es geht aber nicht darum, den einen Kanal über den anderen zu stellen. Ich betrachte Google+ derzeit als jene Plattform, auf der meine Geschichten oder Aussagen, die ich versuche, in Geschichten zu verpacken, am besten aufgehoben sind. Warum?

Auf Google+ findet sich derzeit noch wesentlich weniger Trivialität als auf Facebook. Ich weiß, es gibt Ausnahmen aber derzeit habe ich diesen Eindruck. Während die Kommentare auf Facebook nicht selten abgleiten, habe ich auf Google+ diesen Eindruck noch nicht. Mit Betonung auf „noch“. Wäre ich also ein Unternehmen, das vor der Frage steht, Stories am eigenen Blog, auf Facebook, Google+ oder Twitter zu erzählen, würde ich mich bestimmt für das eigene Blog bzw. die eigene Homepage entscheiden, gleich danach aber bereits für Google+ votieren.

Das sind jetzt allesamt ziemlich subjektive Meinungen, ist mir klar. Dennoch sehe ich – und dies unterstützt meine These – dass Unternehmen auf Google Plus viel eher dazu tendieren, ihre Updates in Stories zu verpacken, als sie dies beispielsweise auf Facebook tun. Jetzt stellt sich die Frage, wie wir „Story“ oder auch „Storytelling“ definieren wollen. Aber ist dieses Status-Update von Coca Cola nun eine Story oder nicht? Ich denke nicht, es ist ein Info-Quickie, der auf den schnellen Like aus ist, nicht mehr. Ach ja, und maximalen Erfolg dabei hat…

Im Unterschied dazu sehe ich bei Unternehmen auf Google Plus ein anderes Verhalten. Zumindest teilweise. Auch hier gibt’s natürlich die, die auf den schnellen Klick aus sind. Ich vermute aber, dass Unternehmen ihren Followern auf Google+ ein wenig mehr zutrauen, was das Rezipieren von Text und die damit verbundene Aufmerksamkeitsspanne anbelangt. Hierzu ein Beispiel. Die Outdoor Marke The North Face etwa erzählt ihren Fans auf Google Plus eine Wanderung in Form einer Geschichte und teasert den Betrachter, am Blog mehr darüber zu erfahren. Hier fungiert Google Plus also nicht nur als Sprungbrett zur Geschichte sondern ist selbst der Ort, an dem uns die Marke eine Geschichte erzählt. Weitere Beispiele gerne separat, ich bin schon ziemlich lang.

Fassen wir also zusammen: Ich glaube Twitter lässt Storytelling schlicht nicht zu. Facebook bedeutet – sorry – Verschwendung von Geschichten, auch wenn sie sich hier aufgrund des Platzangebotes durchaus erzählen lassen. Das Problem der Aufnahme von Facebook-Inhalten bzw. die Rezeption im Newsfeed bleibt bestehen. Das Thema Edgerank ist ein weiteres Fragezeichen für Storytelling auf Facebook. Dies gilt selbstverständlich auch für Google Plus. Dennoch sehe ich in Google+ einen geeigneteren Rahmen für Storytelling, als es Twitter & Facebook sind. Die Mutter aller Storytelling Schlachten stellt jedoch nach wie vor die eigene Homepage bzw. das eigene Blog dar. Ein Learning, das nicht zuletzt auch das Siemens Answer Projekt bietet.

Veranstaltungstipp: Storycamp Salzburg – 23. November 2012 zwischen 9 und 16 Uhr (genaue Ortsangabe folgt!) Hier gehts zur ==> Anmeldung

17 Gedanken zu “Storytelling: Twitter, Google+ oder doch Facebook?

  1. Pingback: Wochenrückblick 41/2012 | Kristine Honig

  2. Pingback: Storytelling: Twitter, Facebook, oder doch Google+ « marcomuhrerschwaiger

  3. Hallo,

    der Gedanke, dass ein Autor die Qualität seiner Geschichte nach der Wahl des Mediums beurteilt, erscheint mir skurril, auch wenn er alltäglich ist.

    Natürlich hat jeder Autor seine Präferenzen, aber grundsätzlich liefert die Geschichte m.E. auch die Form, um wirken zu können.

    Liebe Grüße

  4. Moin Ed,

    zum Teil stimme ich Dir zu – zum anderen eher Günter.

    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Blogs die klassische und beste Version sind, Geschichten zu erzählen. Twitter ist zu schnell verloren, irgendwo im Nirwana, Facebook ist in meinen Augen ok, aber nicht das Optimum, zumal es sich immer noch eher um einen closed shop handelt. Bei Google+ denke ich eher, dass das zwar für das Google-Ranking gut ist – aber letztlich noch viel zu wenig Leute dort sind und das dann nicht lesen.

    Doch wenn ich, wie Günter, storify nutze, dann rette ich die Tweets vor dem Nirwana. Ich aggregiere sie, habe sie auf einer Webseite und kann die Story auch noch länger auf der Webseite haben. Sie ist nicht nach 6 Monaten gelöscht, während die normalen Tweets dann eh weg sind. Die Tweets sind also „verbloggt“, wo wir bei meinem Eingangsargument sind: Das Blog ist nach wie vor das Beste.

    Herzlichst aus München,
    Götz

  5. Lieber Ed,
    oft sind wir einer Meinung. Aber zum Thema Storytelling & Twitter hast du dich – sorry – am Holzweg verlaufen. Wenn du versuchst, die Storytauglichkeit einer Plattform einzig von der Zeichen- und Multimedia-Ausstattung des jeweiligen Kanals zu definieren, wird das der tatsächlichen Nutzung nicht gerecht.
    In der Tat gibt es viele Beispiele, wie – über die exzellente Kurzform eines Einzeltweets so wie in „Tiny Tales“ hinaus – Twitter-Kanäle für zusammenhängende Geschichten genutzt werden. Gerade die Kürze prädestiniert Twitter nämlich zu etwas, was die anderen Kanäle nicht können: das Aggregieren von Einzelbeiträgen in einem größeren Zusammenhang.
    Hat das etwas mit Storytelling zu tun? Und ob! Gerade die meistgenutzte Plattform zur Aggregierung von Tweets heißt doch nicht umsonst Storify. Diese aggregierten Twitter-Geschichten können, was andere Plattformen eben nicht beherrschen:
    – Dialoge zu Geschichten vereinigen, wenn die Beiträge von mehreren Nutzern kommen (die von Albina erwähnet #rn8 würde sich dafür eignen), oder
    – zusammenhängende Geschichten mit Multimedia-Einsatz kuratieren. Das bedeutet: eine Kombination aus Text, Bild, Video und auch Audio-Interviews zu gestalten, die verschiedene Aspekte einer Geschichte multimedial umsetzt.

    Für letzteres sind doch gerade meine Eventreportagen auf @guenterexel (z.B. http://www.guenterexel.com/2012/05/13/live-report-germany-travel-mart-2012-leipzig/) sowie meine Reisereportagen auf @TravelLiveCC Musterbeispiele. Tag 1 meines Griechenland-Berichtes #KretaLive fängt nicht umsonst mit dem Zitat „Ich möchte Euch eine Geschichte erzählen …“ an (http://www.travellive.cc/2012/09/29/ich-m%C3%B6chte-euch-eine-geschichte-erz%C3%A4hlen-tag-1-von-kretalive/). Auch an einigen anderen Tagen erzähle ich mittels Twitter zusammenhängende Stories mit Multimedia-Einsatz, etwa am fünften Tag (http://www.travellive.cc/2012/10/03/knossos-oder-das-schweigen-der-minoer-tag-5-von-kretalive/) oder auch mit dem gleichen Anspruch des Geschichtenerzählers am Abreisetag (http://www.travellive.cc/2012/10/05/panta-rhei-alles-flie%C3%9Ft-tag-7-von-kretalive/).

    Wenn du dir diese Twitter-Geschichten ansiehst, wirst du sehen, warum Storytelling in dieser Form NUR über Twitter möglich ist. Der entscheidende Unterschied ist nämlich, dass dort nicht gilt: „The Medium is the message“. Im Gegenteil: Über Storify sind diese Geschichten auch transportabel, in beliebig vielen anderen Websites einbettbar.
    Darum meine Bitte: Beurteile die Storytelling-Chancen nicht nur nach dem Einzeltweet, dem Einzelposting, sondern nach dem Potenzial des gesamten Kanals.
    Liebe Grüße,
    Günter

    • sorry Günther. hab jetzt erst gesehen dass dieses Kommentar auf Freischaltung gewartet hat. Mir ist dein Widerspruch eh schon abgegangen, jetzt weiß ich warum. Ich lass mir die Kommentare alle mal durch den Kopf gehen v.a. die Twitter betreffenden und antworte dann gesammelt.

    • Du hast recht wenn du sagts, ich hätte die Storytauglichkeit einer Plattform einzig von der Zeichen- und Multimedia-Ausstattung des jeweiligen Kanals“ abhängig gemacht. Das habe ich wirklich getan. Vielleicht im Post zu wenig erklärt und aus der Hüfte geschossen. Deine Reise-Reportagen auf Twitter sind toll. Und wenn ich mir ansehe, wie du sie über Storify auf deinem Blog einbindest, dann ist das für mich digitales Geschichtenerzählen in Reinkultur. Wenn ich in meinem Posting sage, dass sich Twitter für den Zweck des Geschichtenerzählens nicht eignet, so hat das damit zu tun, dass ich Twitter hier auf den einzelnen, allein stehenden Tweet herunter gebrochen habe und nach wie vor denke, dass sich eine Geschichte nicht in 140 Zeichen erzählen lässt. Beispiele für solche Kunststücke immer gerne. Ich will ständig dazulernen und Beispiele helfen dabei. Zusammengestellt z.B. via Storify und ähnlicher Dienste und – wie du es vorzeigst – ineinanderfließend, kann ich es mir sehr wohl vorstellen, dass sich über Twitter Geschichten erzählen lassen. Über den einzelnen Tweet jedoch nicht. Den Vorwurf, den ich mir machen lassen muss, ist, dass ich pauschal über Twitter urteile. Mag ich also bei einzelnen Tweet vielleicht recht haben, habe ich dort sicher unrecht, wo Tweets kuratiert werden oder Geschichten z.B. über eine Anzahl x an Tweets erzählt werden. Aber soweit habe ich in meinem Posting gar nicht gedacht, dass diese Möglichkeiten ja sehr wohl bestehen, ich habe auf Ebene des einzelnen Tweets argumentiert. Aber vielleicht gibt es ja auch Beispiele für Stories in 140 Zeichen?

      • Lieber Ed,
        sorry, dass ich erst jetzt antworte – war so eingedeckt mit dem Erzählen von Geschichten aus Kambodscha, Thailand oder dem ReiseSalon 😉

        Ich freu mich riesig über deinen Kommentar und für das tolle Feedback zu den #TravelLive Reportagen. Auch Götz hat (s.u.) schon begonnen, Storify zu nutzen und hat den entscheidenden Nutzen davon herausgearbeitet: Mit dem Kuratieren zu Geschichten „rettet man Tweets vor dem Nirwana“.

        Um deine zweite Frage zu beantworten: JA – Geschichten lassen sich auch in 140 Zeichen erzählen. Was da möglich ist, wird das exakt heute beginnende offizielle „Twitter Fiction Festival“ zeigen (http://blog.twitter.com/2012/11/twitter-fiction-festival-selections.html). Lassen wir uns beide überraschen – Twitter hat dazu die Themenseite https://twitter.com/hashtag/twitterfiction eingerichtet!

        Alles Liebe, Günter

        • jetzt weiß ich auch warum dein Kommentar nicht gleich durchging (Links). Ja zu Twitter muss ich wirklich noch überzeugt werden. Ich habe es aus Perspektive des einzelnen Tweets gesehen. Was der hinsichtlich einer Story leisten kann. Aber mal sehn was das Twitter Fiction FEstival hergibt. Man lernt bekanntlich nicht aus. Storify hab ich natürlich am Radar und es ist in der Tat eine gute Möglichkeit Tweets zu konservieren und – why not – darüber Geschichten zu erzählen. Das verstehe ich bzw. kann es mit eigenen Augen ja sehen. Aber Twitter braucht imho dieses KUratieren. Ohne dieses z.B. bloß über einen Hashtag zusammengefasst, sieht es imho bald sehr matt bzw. inkohärent aus mit der Geschichte.

  6. Hallo Ed,
    Ich finde es gewagt, eine solch umfassende These in so oberflächlicher Art und Weise zu überprüfen und ferner zu diskutieren.
    Ich muss dir leider bezüglich deiner Twitter-Aussagen absolut widersprechen.
    Ein Beispiel für Storytelling auf Twitter ist die jeden Montag stattfindene Reisenacht, die nicht nur eine Story erzählt, sondern mittels Hashtag RN8 eine Vielzahl an Personen zusammenbringt und deren Geschichten verknüpft http://twitter.com/search?q=%23RN8&src=hash

    • Hallo Albina, ja, meine These ist sicher gewagt. Ich hätte vorsichtiger sein können oder sollen, bloß macht mir das Bloggen so einfach keinen Spaß wenn ich nix sage oder damit beginne, Dinge so zu formulieren, dass ich bei niemandem mehr anstreife. Danke für das Beispiel von #RN8 ich habe es mir angesehen und vor allem die Monate betrachtet. Was ich gesehen habe: Gespräche zum Thema Reisen. Wie reist du, was ziehst du so an, ich bin gestrandet hier, ohne Koffer angekommen da. Das ist alles ok und ich möchte bewusst nicht werten. Meine Frage ist jedoch: Wo ist die Story, wie die Geschichte? Jetzt müsste man sich natürlich darüber unterhalten was eine Story eigentlich ist/sein soll, wie sie sich definiert und all das. Schon klar. Es mag Leute geben, für die dieser Tweet „@KathrinBauer Tropfende Wasserhähne und durchlaufende Klospülung können einem echt den letzten Nerv rauben. #SelbstIstDerMann #rn8″ eine Story darstellt. Ich gehöre nicht dazu. Wie siehst du das?

  7. Moin Ed,
    Deinen Ansatz für den Post, nach der geeigneten SoMe-Plattform für Storytelling zu suchen, finde ich spannend. Doch wird im Tun das Pferd nicht andersherum gesattelt: erst der Kanal, über den ich meine Info und Botschaft verteilen möchte und dann die Art und Weise?
    Norddeutsche Grüße von Dörte Behrmann

    • Imho sollten gute, zielgerichtete und aussagekräftige Geschichten im Mittelpunkt stehen. Dann erst der Kanal. Also wenn ich gute Stories habe und dafür den falschen Kanal bzw. eine unpassende Art der Vermittlung wähle, mache ich etwas falsch. Generell denke ich, dass Storytelling Face2Face am meisten Qualität oder Nutzen stiften kann. Wenn dann Medien ins Spiel kommen z.B. Podcast fällt schon mal eine ganze Menge weg (Mimik, Gestik, etc.), das für die Vermittlung einer Geschichte zentral ist oder dem Zuhörer helfen kann besser zu verstehen.

  8. danke für die spannenden Beispiele. Ich sehe sie mir gerade in Ruhe durch. Frage: Siehst du „Das Wurmloch spuckte die Kapsel aus wie einen Kirschkern. Der Zeitsprung war geglückt. Über Betlehem trat das Shuttle in die Atmosphäre ein.“ als abgeschlossene Geschichte? Ist rein als Verständnisfrage gedacht.

    • Zugegeben, nicht all seine Geschichten treffen meinen Geschmack… 😉 aber alles in allem zeigt @tiny_tales, dass sich Geschichten sehr wohl in 140 Zeichen erzählen lassen. Finde die kleinen Geschichten durchaus inspirierend – einfach, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was man so alles in einen Tweet „packen“ kann…

  9. Auch wenn ich Dir grds. zustimme, was Twitter & Storytelling angeht, so sind Florian Meimbergs „Tiny Tales“ (@tiny_tales) doch der „Gegenbeweis“, dass sich Geschichten sehr wohl in 140 erzählen lassen. Sogar als abgeschlossene Geschichte. (Das Buch dazu kann ich übrigens nur empfehlen: http://www.hotel-newsroom.de/social-media-buchrezensionen/buchrezension-auf-die-laenge-kommt-es-an/).
    Weitere Beispiele wären m.E. auch @TitanicRealTime oder @RealTimeWWII.