Blogs als Felsen in der Social Media Brandung

14. Juni 2013Wenn ich in Zeitungen etwas über Blogs lese, schau' ich genau hin. Das gleiche gilt für Studien, die von der Wertigkeit von Blogs berichten. Und ganz genau hin höre ich, wenn mir Gesprächspartner über das erzählen, was ihnen andere über Blogs erzählen. Hier ein paar Inputs in Sachen Content Strategie, Storytelling und Corporate Communications. Jeweils unter Bezugnahme auf den Social Media Kanal Weblog.


Alleine das Wort „Weblog“ zu schreiben, fühlt sich antiquiert an. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich 2006 hier am edRelations-Blog über das Blog von Christoph Chorherr geschrieben habe. Zu einer Zeit, als es noch kein Facebook gab, meine Kunden von „Social“ noch nix wissen wollten und ich folglich pressearbeitete. Die Blog-Welt war damals noch irgendwie heil.

Blogs sind Felsen in der Brandung. Sind sie gut gemacht, bieten sie Orientierung im Geschrei um die Aufmerksamkeit.

Seitdem ist viel passiert. Neue Tools und Dienste machen es Nutzern noch viel einfacher, Online-Inhalte zu teilen. Blogs braucht dazu längst keiner mehr. Facebook takes it all. Derzeit noch. Aber auch hier gibt es längst über-deutliche Zeichen an der Wand, die uns nachdenklich machen sollten.

Ach ja, das Chorherr-Blog gibt es immer noch. Der Grün-Politiker bloggt sich nach wie vor die Finger wund und produziert Inhalte scheinbar ohne Ende. Eine viel wichtigere Beobachtung jedoch ist, dass dieser Content gelesen wird. Chorherr brauchte einen langen Atem, ja, aber sein Content kommt dafür auch wirklich an. Sein Beitrag etwa über das Radfahren am Getreidemarkt erzielt nicht weniger als 86 Kommentare und zeigt uns eindrucksvoll, dass hier nicht nur gelesen sondern vor allem auch interagiert wird. Aber zurück in die Meta-Ebene!

Viele Unternehmen sind es müde, über ihre Facebook-Seite iPads zu verschenken, haben es mit Vauchern versucht und wieder gelassen, auf Foursquare experimentiert und versuchen es jetzt auf Google Plus. Einmal hier und einmal dort wird investiert. Solch schlingernde Online-Strategien haben meist nur ein Problem: Wo den Content hernehmen, wenn nicht stehlen?!

In Sozialen Medien wird geteilt und geliked und kommentiert, schon klar. Aber was eigentlich? Ach ja, gute, berührende, emotionalisierende, relevante, lustige, etc. Inhalte. Aber woher kommen diese Inhalte?

Viele Unternehmen müssen einsehen, dass sie die Zügel hier viel zu lange haben schleifen lassen. Und wenn kein (eigener) Content da ist, dann müssen wir z.B. auf der eigenen Facebook-Seite die Inhalte anderer teilen. Hm… Dann machen wir aber eigentlich Reklame für die, oder? Ja, genau das passiert.

Der Grund ist, dass sich besagte Unternehmen nie Gedanken über den Aufbau einer eigenen Content-Schiene, etwa via eines eigenen Blogs, gemacht haben. Jetzt stehen sie da wie bestellt und nicht abgeholt und setzen dann halt auf die nächste Social Media Plattform, auf der sich das Spiel natürlich wiederholt. Was also tun? Wie also ausbrechen aus diesem Kreislauf? In Content investieren natürlich! Wenn Sie wissen wollen, wie das geht, empfehle ich Ihnen noch einmal Spezialfall Chorherr. Spezialfall deshalb, weil PolitikerInnen nicht selten ein gutes Händchen für die Vermarktung mitbringen. Von Natur aus, sozusagen.

In einem Gespräch vor einigen Tagen, kam die Sprache auf Top-Marketing-Experten. Wir unterhielten uns darüber, was sie lesen, woher sie sich informieren und wie man diese  Crème de la Crème an Leuten erreichen würde. Ich war ziemlich erstaunt, zu erfahren, dass für diesen, e-mail-technisch und telefonisch nicht (mehr) erreichbaren Menschenschlag, Blogs offenbar eine große Rolle spielen. Gut zu wissen! Die Frage ist jetzt bloß, welche Qualität sich diese Leute hier erwarten, wie sie Blogs beziehen und letztlich, wie sie Blogs wirklich lesen. Das gilt es herauszufinden.

Was jedoch sollten Unternehmen bedenken, die sich nun mehr und mehr eingestehen müssen, den Content-Zug versäumt zu haben? Eine ganze Menge! Unter anderem, dass es wesentlich mehr braucht, ein gutes Blog zu führen, als zum Beispiel nötig ist, eine halbwegs vernünftige Facebook-Seite hoch zu ziehen. Auch die Strategie sollte keines Falles zu kurz kommen und viele andere Dinge mehr berücksichtigt werden. Viele Agenturen wissen angeblich, wie es geht. Einige wenige haben Lösungen. Fragen Sie die und vor allem, schauen sie sich vorher ihre Blogs an. Auch hier gilt: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. 

Wenn es dann eine eigene Content-Schiene gibt. Wenn Ihr Unternehmen dann in die Lage versetzt wurde, wertvolle Inhalte zu erstellen und zwar laufend und in gleichbleibend hoher Qualität, werden Sie erkennen, um wieviel leichter Ihnen die Kommunikations-Arbeit auf ihren eigenen Social Media Kanälen fallen wird, dass Sie immer öfter wirklich relevante Inhalte, etwa in Form von Kommentaren, zurück bekommen und dass Sie für Ihre Zielgruppe genau jenen Kitt (Stichwort: Bindungsqualität) bereitstellen, den diese braucht, um an Ihrem Unternehmen, Ihrer Dienstleistung oder Ihrem Produkt im wahrsten Sinn des Wortes „dran zu bleiben“. Ihr Blog wird dann einer überschaubaren, thematisch klar umrissenen Gemeinschaft an Menschen Richtung geben. Das Ziel ist erreicht!

 

Der nächste Social Media Kanal, auf dem „jetzt alles sind“, kommt bestimmt. Ihr eigener Blog jedoch bleibt. Bei Fragen rund ums Bloggen oder das Thema Content Strategie, bin ich gerne für Sie da! ==> Kontakt

 

4 Gedanken zu “Blogs als Felsen in der Social Media Brandung

  1. Ed, gebe dir voll recht. Wenn die Vesper auf dem Facebook Gewinnspiel verlost wurde bleibt nicht viel, selbst wenn 50.000 Fans kurzfristig mitgemacht haben.

    • Hi Peter, spieltst du auf die Usability an oder funktioniert der Like button nicht. ich schau gleich mal nach. Danke jedenfalls fürs Lesen und Kommentieren 😉