Spannende Perspektiven und neues Land

20. Dezember 2013"Ed, du machst schon noch Social Media, oder?" Das war so eine Frage, die ich neulich mit "ja natürlich, aber..." beantwortet habe. Und es war nicht gelogen.


Dieses „aber“ möchte ich hier näher ausführen. Einerseits für mich (Stichwort Selbstreferenzialität), andererseits aber auch für die, die mir hier zuhören, mit mir gemeinsam an Projekten arbeiten und von denen ich gerne verstanden und angenommen sein möchte.

Um 4 Uhr morgens gibt es wohl eine ganze Menge an Dingen, die man tun könnten. Schlafen zum Beispiel. Geht zur Zeit nicht, also sitze ich hier und blogge. Im Anschluss werde ich mich um das Workshop-Design für eine Großgruppenveranstaltung kümmern auf die ich mich riesig freue und in deren Zentrum das Thema Wertschätzung stehen wird. Während der letzten Wochen habe ich mich intensiv mit der Methode der wertschätzenden Befragung (Appreciative Inquiry) auseinandergesetzt und gestern fielen auch die Würfel für die Fortsetzung eines reinen Facebook-Projekts, das sich im zweiten Halbjahr in eine wahre Herzensangelegenheit verwandelt hat.

Dieses Projekt schoss mich mitten hinein in die (für mich mittlerweile) gut abgehangenen Public Relations, die Online-PR sowie angrenzende Bereiche wie Social Media Marketing, Moderation, Konzeption und Durchführung von Events, Customer Relationship Management, Organisationsentwicklung und natürlich, auch hier, wertschätzende Kommunikation. Und wenn ich schreibe „schoss“, so meine ich wohl eher, dass mir dieses Projekt im wahrsten Sinn des Wortes passierte. Aber ich nehme mir gerade vor, die Learnings aus dem Baustellentagebuch hier separat zu behandeln. Zeit hab ich, ist doch erst zehn nach vier!

Eine weitere Zutat für das abgelaufene Jahr sind Geschichten. Vom Storycamp 2012 (kam 2013 leider nicht zustande) in Salzburg an ging mir das Thema Storytelling nicht mehr aus dem Kopf. Die gelesenen Bücher verstand ich nur zum Teil, der Bezug zur Praxis meiner Kunden aber auch der zu meiner eigenen Praxis fehlte mir weitestgehend. Dennoch mauserte sich Storytelling immer mehr zur Methode (gemeinsam mit Wertschätzung), die ich so gut wie in jedes Projekt auf die eine oder andere Weise mit hineinbacke (kein Tippfehler!). Die Methodik ist zu klar, zu intuitiv und wirkungsmächtig, als dass ich darauf verzichten wollte. Soviel dazu.

Fassen wir zusammen: Ich fühle mich an keiner Weggabelung angelangt auch wenn ich in wenigen Tagen 40 werde. Beruflich läuft es besser denn je, was nach einem katastrophalen ersten Halbjahr eine wirklich tolle Erfahrung für mich ist. Ach ja. Und mit mir selbst verändern sich natürlich auch meine Projekte, Sichtweisen und Lösungen. Sie sind weniger strategisch, klicklastig und vielleicht rechthaberisch, als sie einmal waren. Sie spielen sich stärker auf der Beziehungsebene und weniger auf der Sachebene ab. Dies deshalb, weil ich einsehe, dass auch die erfolgreichsten Kommunikationsprojekte zum Stillstand kommen, wenn es auf der Beziehungsebene nicht klappt. Dorthin, nämlich auf die Ebene der Beziehung, des wertschätzenden Dialogs, des Gesprächs, geht meine Reise. Und angekommen bin ich noch lange nicht!

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