Mit gegenseitiger Wertschätzung zu besseren Meetings

9. Mai 2014Wie man richtig gute Meetings abhält, darüber werden bekanntlich Bücher geschrieben. Effizient sollen sie sein, einen Rahmen bereitstellen, in dem möglichst alle Teilnehmer sich aktiv einbringen können und vor allem schnell wieder vorbei. Was gegenseitige Wertschätzung zu gelingenden Meetings beitragen kann, davon handeln die nächsten Zeilen.


Wohl jeder kennt Meetings, bei denen man sich miteinander irrsinnig schwer tut. Die unterschiedliche Wellenlänge der einzelnen Teilnehmer, die gemeinsame (Verletzungs-) Geschichten und andere Faktoren machen ein effizientes Meeting im Grunde unmöglich. Der Output folglich ist mau. Gemeinsam geht es in solchen Besprechungen dann um „die Sache“, also etwa den Ablauf eines Projektes, die nächsten Schritte, die gemeinsame Bewertung von diesem oder jenem. Man kennt das. Aber niemand zahlt wirklich ein und erweitert damit das Kommunikationsfeld der Teilnehmer.

Entweder fährt man nur mit 70% oder hält mit der eigenen Meinung hinter dem Berg. Es gibt noch viele andere Möglichkeiten, als Teilnehmer dabei und eben doch nicht dabei zu sein. Viel einfacher und damit für die Zusammenkunft effizienter wäre es, würde man auf der Beziehungsebene miteinander ins Gespräch kommen, diese Ebene zu reparieren und erst dann wieder auf die Sachebene zu gehen. Hört sich einfacher an als es letztlich ist, jedoch wird dann mit Sicherheit mehr raus kommen.

Gemeinsam ankommen
Die meisten Meetings gehen mit einem Räuspern des Vorgesetzten oder Chefs an. Vorher ein wenig Smalltalk und dann ab. Wie es den einzelnen Teilnehmern geht, was sie sozusagen zum Meeting mitbringen, dafür ist keine Zeit. Schließlich jagt ein Meeting das nächste und überhaupt sind wir doch alle professionell und brauchen diesen Gefühlskram doch alle gar nicht. Stimmt. Und aus diesem Grund ist die Meetingkultur in unseren Breiten vielfach eben auch wie sie ist.

Was ist gerade „Top of mind“?
„Wie geht es Ihnen?“ kann eine tolle erste Frage sein. Vielfach wird sie jedoch als Aufforderung zum Smalltalk missverstanden. Schließlich will das mein Friseur auch wissen, sobald ich mich setze. Diese Frage kann aber noch viel mehr. Was wäre, würde diese Frage wirklich ernst gemeint sein und jedes Meeting standardisiert einbegleiten? Was wäre, würde es echte, ehrlich gemeinte Antworten geben auf diese Frage. Antworten, die dann aktiv und wertschätzend von allen am Tisch gehört würden und nicht im letzten hereinkommenden Telefonat oder im Leiseschalten des Telefons (Standard-Begleitmusik zum Start schlechter Meetings) untergehen? Alternativ könnte man auch fragen, „Wie geht es unserer Abteilung heute?“ Eine andere Möglichkeit ist es, zu fragen, was im einzelnen jetzt gerade präsent ist bzw. was die einzelnen TeilnehmerInnen davon abhält, jetzt ganz hier zu sein.

Wenn Fragen überfordern
Machen die TeilnehmerInnen des Meetings angesichts solcher Fragen zuerst Mal große Augen, so kann dies ein guter Anfang sein. Es ist ein Beginn, eine Sensibilisierung auf das, was jetzt in jedem einzelnen präsent ist, ein Kontaktaufnehmen jedes Teilnehmers mit sich selbst. Je klarer es jedem einzelnen Teilnehmer bewusst ist, wie es ihm gerade geht, was jetzt in ihm präsent ist, was er sozusagen mitbringt zum Meeting, umso besser für ihn. Gelingt es nun den einzelnen dazu zu bringen, darüber in der Gruppe zu sprechen, dann gewinnen alle. Wenn sich im Zuge eines solchen Check-ins jeder in ausreichender Form gehört fühlt, lässt es sich über die kommenden total wichtigen Tagesordnungspunkte (Sachebene) viel einfacher, und ja!, effizienter, sprechen.

Das Danke zum Schluss
Tolle Möglichkeit, Wertschätzung zu üben, ja üben!, ist es, Teilnehmer zum Abschluss des Meetings aktiv dazu aufzufordern, sich zu bedanken. Hier gibts einen schönen Blogpost, zum Danke-Schön-Ende von Besprechungen, der mich inspiriert hat. Wichtig dabei. Sie müssen sich nicht gleich bei den Teilnehmerinnen des Meetings oder bei jemandem persönlich bedanken. Vielleicht passt das gar nicht für Danke-Anfänger. Lassen Sie sich ruhig Zeit mit dem Danke. Wenn ein Danke jedoch wirklich ernst gemeint ist, vom Herzen kommt und damit passt, so kann es in der Beziehung zwischen ArbeitskollegInnen wahre Wunder bewirken. Aber wir haben bereits auf so viele Art Dank annehmen „dürfen“ oder besser müssen, dass wir nicht selten misstrauisch sind oder uns auf den Standpunkt „nix sagen ist Lob genug…“ zurückziehen (und in unseren Beziehungen lustvoll gegen die fahren).

Sie halten das alles für unnütze Gefühlsduselei? Sie haben recht. Und glauben Sie davon bloß nichts. Wenn Sie mit dem Outcome des nächsten Meetings jedoch nicht zufrieden sein sollten, wenn Ihnen vorkommt, dass zuviel Zeit in unnützen Meetings verplempert wird, dann probieren sie das eine oder andere mal aus. Es könnte sein, dass Sie sich wundern, wenn Sie sehen, was mit derlei Methoden alles einfacher und schneller gehen kann.

==> Für alle an Wertschätzung Interessierten trage ich auf meinem Account auf Scoop.it! laufend Beiträge zu diesem Thema zusammen.

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