Storyteling auf Facebook (Teil 1)

12. November 2014Facebook ist derzeit (November 2014) sicher die bestimmende Social Media Plattform. Rein mal zahlenmäßig gesehen. Weil Facebook aber auch für Storytelling ein geeigneter Rahmen sein kann, beschäftige ich mich in dieser Blog-Serie mit Storytelling auf Facebook.


Mit der Einschätzung, dass Facebook für Storyteling ein geeigneter Rahmen sein kann, widerspreche ich mir gleich mal. Im Blogbeitrag Storytelling: Twitter, Google+ oder doch Facebook? aus 2012 fragte ichn mich, ob Unternehmen

(…)  nicht sprichwörtlich Perlen vor die Säue werfen, indem sie gute Geschichten in die Streams ihrer Fans spielen, wo sie zwischen Posts der Marke “Ich esse gerade ein Steak mit 240 Gramm Einwaage” oder “Mann ist mein neuer BMW aber klasse” zu stehen kommen?

Mir wurde teilweise kopfschüttelnd widersprochen, zeigt mir ein Blick in die Kommentare. Naja, das sehe ich mittlerweise differenzierter. Möglicherweise auch deshalb, weil Unternehmen auf Facebook heute wesentlich besser und auch öfter Geschichten erzählen, als sie es noch vor einigen Jahren getan haben. Auch das Thema selbst und der Zugang dazu haben sich gemausert. Und zwar gewaltig. So ist Storytelling in all seinen begrifflichen Ausprägungen ein wirklich großes Thema geworden. Vor allem dann, wenn es um Online- bzw. Content-Marketing geht, kann es sich kein Kongress, keine Webseite und kein Marketeer mehr leisten, zum Thema Storytelling nicht zu sagen. Viele haben das Thema jetzt also auf dem Radar und bekommen von Facebook auch nicht zuletzt deshalb einen optimalen Rahmen, ihre Geschichten loszuwerden.

Facebook hat Geschichten in seiner DNA
Wer sich Facebook genauer ansieht, erkennt schnell, auf welch vielfältige Art uns die Marke selbst Geschichten erzählt. Aber nicht etwa von sich selbst, das erledigen schon andere, und stärken über diese Mystifizierung gleich wieder die Marke. In den Geschichten, die uns Facebook über seine wirklich genial gemachte Facebook-Stories Webseite erzählt, stehen die Facebook-Nutzer im Mittelpunkt. Aber nicht nur sie, auch ihre vielfältigen Konflikte, für die Facebook Lösungen parat hat. Das ist wirklich clever gemacht.

Hier gehts zur Blogparade State of Storytelling

Storytelling via Lebensereignis und Meilenstein
Wer keine Geschichte hat, der hat zumindest seine Lebensgeschichte, heißt es so schön. Auch das wiederum erkannte Facebook und bietet seinen Nutzern das Feature „Facebook-Lebensereignis“ bzw. Firmen das gleiche Vehikel namens „Facebook-Meilenstein“ an. Und Facebook bittet seine Nutzer dann auch wirklich um ihre Geschichten. Hier geht es um nichts anderes, als darum, Geschichten auszulösen. Je mehr Geschichten, desto besser für Facebook, so die einfache Formel. Mehr Geschichten bedeutet mehr Content. Mehr Content für unsere Freundeskreise auf Facebook wiederum mehr soziales Kapital und damit Relevanz. Je relevanter unsere Geschichten auf Facebook aber für unsere Freunde und Follower, desto relevanter ist für sie letztlich auch – genau! – Facebook selbst.

Facebook bietet Storytellern ein breites Betätigungsfeld. Letztlich geht es darum, wie wir Geschichten definieren und was wir bei unseren Zuhörern damit bewirken wollen. Fotocredit: Loren Sztajer / flickr.com

Facebook bietet Storytellern ein breites Betätigungsfeld. Letztlich geht es darum, wie wir Geschichten definieren und was wir bei unseren Zuhörern damit bewirken wollen. Fotocredit: Loren Sztajer / flickr.com

Dieser unwiderstehliche Kitt, den uns Facebook in Form von Geschichten derer, denen wir folgen, bereitstellt, macht es einigen von uns letztlich sooo schwer, der Plattform den Rücken zu kehren. Sie müssen einfach immer wieder zurück, weil es sonst keine Fortsetzung gibt. Ein Prinzip, das wir schon aus dem Märchen von 1001 Nacht kennen. Bei Facebook hier abzukupfern ist für Unternehmen nicht ganz einfach, jedoch mit Sicherheit sehr lohnend.

Facebook Storytelling einfacher als man denkt
Wenn man über Storytelling auf Facebook nachdenkt ist man eigentlich schon in der Patsche. Zumindest mit einem Fuß. Der Begriff alleine macht es oft schon sehr schwer, die Lockerheit mitzubringen, etwas Anregendes, Leichtes, Lockeres oder Emotionales von sich zu geben. Egal ob jetzt als Einzelperson oder als Unternehmen. Weniger, so meine Erfahrung, ist vielfach mehr. Wenn wir den Begriff Storytelling schon verwenden, so verstehen wir darunter möglicherweise ein kurzes Video, einen kurzen, ja sehr kurzen Text oder ein Bild bzw. eine Kombination daraus. Das ist es letztlich, was unsere „Story“ im Rahmen eines x-beliebigen Facebook-Postings ausmacht. Vielleicht ist es also besser auf Facebook von Micro-Geschichten oder Geschichts-Fragmenten zu sprechen.

Die Basis unserer Geschichten
Ob online oder offline. Unsere Micro-Geschichten oder Geschichts-Fragmente, die wir auf Facebook zum Besten geben, brauchen eine Unterlage und zwar in zweifacher Hinsicht. Erstens müssen sie mit dem, was wir sind, wonach wir streben, wofür wir stehen, also mit unserer persönlichen Mission oder der Mission des betreffenden Unternehmens in Einklang stehen. In der Literatur taucht hierfür immer wieder der Begriff Kern-Geschichte bzw. Core Story auf. Dies ist die eine Ebene. Die andere besteht darin, dass unser Content, egal ob Text, Bild, kurzes Video oder eben die Kombination daraus, auf eine bereits erlebte Geschichte unserer Fans und Follower treffen sollte. Unsere auf Facebook veröffentlichten Geschichts-Fragmente sollten also optimalerweise auf ein „Ach ja, so ging es mir auch einmal“ oder „Ja, dieses Gefühl kenne ich“ treffen. Ist dies gegeben, so hat mir ein Facebook-User oder ein Unternehmen, dem ich auf Facebook folge, eine Geschichte erzählt und mir darüber einen Nutzen stiften können.

 

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