Blogparade #Stateofstorytelling: Weniger ist mehr!

27. November 2014Vor ein paar Wochen startete ich die Blogparade Stateofstorytelling. Ich hatte große Erwartungen und sie erfüllten sich nur zum Teil. Warum das wiederum gut sein könnte, möchte ich hier kurz ausführen.


Zuerst die gute Nachricht: Acht Blogger haben sich – exklusive mir selbst – mit ihren Beiträgen an der Blogparade beteiligt. Es sind ein paar wirklich tolle Beiträge darunter, die ich Storytelling-Interessierten nur wärmstens ans Herz legen möchte. Ich liste sie hier allesamt noch einmal auf.

E-Travel Vordenker Günter Exel etwa publizierte am Tourismus-Blog von Tourismuszukunft einen tollen Beitrag, den sich nicht nur Touristiker durchlesen sollten. Dass Content immer rechtzeitiger werden und welche Konsequenzen sich daraus ableiten, ist wirklich gut erklärt worden. Auch Alexander Stocker beteiligte sich an der Blogparade und diskutierte narrative Methoden in der Einführung bzw. im Umgang mit Web 2.0 Anwendungen im unternehmerischen Kontext, also Corporate Social Software.

Michael Stocker

Warum mir dieser Beitrag besonders wichtig war, ist einfach erklärt. Er geht über Storytelling im Marketing-Context weit hinaus und beleuchtet die Methodik aus einem wohltuend anderen Blickwinkel. Wertvolle Beiträge kamen zudem vom Online-PR-Blog von PR-Gateway in Form des Interviews mit Storytelling-Experten Björn Eichstädt von Storymaker, einer PR-Agentur übrigens, die sich auf die Arbeit mit Geschichten spezialisiert hat sowie einem Post, der sich mit dem Thema Storytelling und Content Marketing beschäftigt.

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Zwei weitere Einreichungen zur Blogparade möchte ich gesondert hervorheben. Einerseits den von Cyquest-Geschäftsführer Jo Diercks vom Recutainment-Blog, andererseits jenen von Michael Geerdts. Diercks Beitrag ist ein besonders schöner, da er darin auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Geschichten im Employer Branding zu sprechen kommt und damit – zumindest für mich – auf Facetten des Storytellings hinweist, die im lauten Geschrei  oft untergehen. Last but not least möchte ich auf Michael Geerdts Post lautend auf „Ein Geheimnis für gutes Storytelling“ zu sprechen kommen. Geerdts beschäftigt sich mit Präsentationstechniken und hatte gleich ein paar ganz konkrete Tipps für das tägliche Arbeiten mit Geschichten parat. Gerade diesen Input sehe ich als besonders wertvoll an, da er uns hilft, bestehende Techniken noch weiter zu verfeinern. Und genau darum geht es meiner Meinung nach auch.

Shame on me! Vergessen hier aufzuzählen habe ich vor allem einen guten alten Bekannten aus meinen Tagen an der Uni Salzburg, Thomas Hunter. Er war schon während meiner Zeit in Salzburg immer einer, dem ich gerne und vertrauensvoll zuhören konnte, wenn er über Public Relations sprach. Er war damals Tutor eines gewissen Benno Signitzer. Lang lang ists her 😉 Aber sein Beitrag zur Blogparade Keine Märchenstunde: Storytelling darf hier nicht der guten alten Zeiten wegen nicht unerwähnt bleiben, sondern deshalb, weil er aufzeigt, wie Geschichten in der Kommunikations-Praxis Eingang finden können und sollen. Thomas zeigt aber auch einen wichtigen Umstand auf, der zentral ist, wenn er schreibt

Nicht alles kann über Geschichten vermittelt werden. Sie sollen dort eingesetzt werden, wo sie einen sinnvollen Beitrag zur Zielerreichung leisten.

Ich denke, das sollten wir uns alle hinter die Ohren schreiben. Dieses Zitat rückt die Thematik wohltuend zurecht, in Zeiten wie diesen, in denen viele Storytelling als neue „Super-Methode“ durch’s Dorf treiben so wie damals Al Gore das Internet 😉 Mir gefällt diese professionelle Unaufgeregtheit überaus gut. Danke dafür nach Salzburg!

So, jetzt habe ich den Focus mal ganz stark auf die Positiva gelegt. Und wisst ihr was? Ich hab für das vielleicht Negative dieser Blogparade gar keine Tinte mehr : ) Klar hätte vielleicht es mehr Einrichtungen geben können (vielleicht kommt bis zum 30. November 2014 ja auch noch was dazu?), aber wie immer geht es auch hier nicht um Masse sondern um Klasse. Und die war zweifellos gegeben. Und mal ganz im Ernst: Vielleicht lässt die nicht sonderlich starke Teilnehme an dieser Blogparade ja auch den Schluss zu, dass sich nicht (mehr) jeder zu Wort melden kann oder will, wenn er „Storytelling“ nur hört. Ich hatte neulich auf einem Congress so jemanden gesehen, der sich zu Wort gemeldet hat, und es meiner Meinung nach besser gelassen hätte.

Ich sage Danke für alle Einreichungen und im Voraus Danke für die, die sich vielleicht noch einstellen werden. Lasst uns die Methodik Storytelling weiter bearbeiten und sie von möglichst vielen unterschiedlichen Perspektiven aus gemeinsam betrachten. Das wünsche ich mir!

11 Gedanken zu “Blogparade #Stateofstorytelling: Weniger ist mehr!

    • ist bei mir das selbe. Um Geschichten dann, wenn man sie braucht, parat zu haben, sollte man sich rechtzeitig drum kümmern. Und dieses Kümmern bleibt bei mir auch viel zu oft auf der Strecke, weil eben zu wenig Zeit da ist. Umso schöner, wenn man dann aber merkt, dass die eigenen Geschichten anderen wirklich dabei helfen, besser, schneller oder einfacher zu verstehen. Wenn man das in den Gesichtern seiner Zuhörer sieht, macht Kommunikation über Geschichten einfach großen Spaß, was es dann wieder einfacher macht, sich die Zeit für das Suchen und Finden von Geschichten zu nehmen. Lieben Gruß!

  1. Pingback: Linkdump vom Mo, 01. Dezember 2014 bis Di, 02. Dezember 2014 Links synapsenschnappsen

    • super, sehr gern. Hab ich schon gelesen und finde toll, was Sommer hier sagt. Noch dazu, wo ich doch auch mal bei Ketchum bzw. damals noch Pleon gearbeitet habe :) Danke Klaus!

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