Facebook: Zurück in die Reichweite

12. Juni 2015Viele Unternehmen merken, dass ihre natürliche Reichweite auf Facebook nicht mehr die ist, wie noch vor ein oder zwei Jahren. Hier ein paar praktische Vorschläge, wie Sie sich ein Stück dieser Reichweite einfach wieder zurückholen.


Facebook schraubt laufend an seinem Produkt. Dieses ist dann gut, wenn es für die Nutzer Relevanz besitzt. Bedeutet, dass sich Facebook sehr genau anschaut, mit welchen Inhalten seine Nutzer interagieren und welche bei ihnen durchfallen.

Da Facebook für viele Nutzer zuletzt immer werblicher wurde, also Inhalte von Unternehmen und Marken immer stärker zugenommen haben, steuert das größte soziale Netzwerk seit geraumer Zeit gegen.

Reichweite nur gegen Bares?
Bedeutet, dass Unternehmen mit ihren Inhalten auf natürliche, sprich nicht beworbene Art und Weise einen immer geringer werdenden Teil ihrer eigenen (!) Fanbasis erreichen. Ärgerlich zwar, schließlich hat die Schaffung dieser Fanbasis ja Geld gekostet, aber Fakt.

Einfach weiterzumachen auf Facebook wie bisher, das ist vielleicht nicht die klügste Variante.

Es geht auch anders
Was also dagegen tun? Wie darauf reagieren, dass Unternehmen auf Facebook trotz vieler Anstrengungen nur noch wenige wirklich erreichen? Hier ein paar Möglichkeiten, wie Sie sich ein Stück der verloren gegangenen Reichweite zurückholen können.

Facebook-Seiten mit um die 50.000 Fans erreichen gerade mal 10% ihrer Fans. Das muss nicht sein!

Facebook-Seiten mit um die 50.000 Fans erreichen gerade mal 10% ihrer Fans. Das muss nicht sein!

a) Die Kreditkarte stecken lassen
Mir ist klar, dass dieser Punkt noch keine Reichweite schafft. Doch scheint es bei einigen Unternehmen mittlerweile so zu sein, dass Facebook-Werbung ganz normal ist, sprich automatisch bzw. unhinterfragt geschalten wird. Doch halt. Der schnelle Klick auf „Beitrag bewerben“ ist sicher nicht erste Wahl!

Zum "Boost Post" mal öfter nein zu sagen ist nicht die schlechteste Wahl!

Zum „Boost Post“ mal öfter nein zu sagen und „natürliche“ Reichweite über andere Wege zu versuchen, ist nicht die schlechteste Wahl!

Hier wird ohne exzellentes Know-how schnell eine Menge Geld verbrannt. Also der Versuchung öfters mal widerstehen! Hier meine fünf Vorschläge zu einer besseren natürlichen Reichweite auf Facebook:

b) Nicht an den Peaks posten
Facebook zeigt Ihnen in den Statistiken, wann die meisten Ihrer Fans online sind. Es ist Common Sense, dass genau zu diesen Zeitpunkten gepostet werden soll. Es gibt aber Leute, die ihre Facebook Postings antizyklisch veröffentlichen und dadurch ihre natürliche Reichweite steigern.

Zu den Peaks zu posten ist eigentlich logisch, oder? Wer mehr natürliche Reichweite anstrebt sollte von diesem Schema mal Abstand nehmen und es zu anderen Zeitpunkten versuchen.

Zu den Peaks zu posten ist eigentlich logisch, oder? Wer mehr natürliche Reichweite anstrebt sollte von diesem Schema mal Abstand nehmen und es zu anderen Zeitpunkten versuchen.

Eigentlich logisch. In unseren Breiten werden wohl viele Facebook-Seiten ähnliche Grafiken  haben. Gegen Abend gehen mehr Leute online.

Bedeutet aber auch, dass es mehr Konkurrenz zwischen den Seiten geben muss. Ein Umsand, der sich wiederum negativ auf die natürliche Reichweite auswirken kann.

c) Trittbrettfahren auf Facebook
Trittbrettfahren auf Facebook bedeutet, dass sich Marken und Unternehmen mit ihren über Facebook transportierten Inhalten an aktuellen Ereignissen anhängen können.

Relevant zu sein ist gut. Um natürliche Reichweite zu erzielen gilt es, zum richtigen Zeitpunkt relevant zu sein!

Wenn das auf kurzweilige Art geschieht, lässt die natürliche Reichweite nicht lange auf sich warten. Ein wunderbares Beispiel ist der Süßwarenhersteller Oreo, der während eines Stromausfalls beim Finale der Superbowl 2013 folgendes Bild postete.

Relevanz zum Richtigen Zeitpunkt bringt natürliche Reichweite auf Facebook

Relevanz zum Richtigen Zeitpunkt bringt natürliche Reichweite auf Facebook

d) Bilder: Bloß nicht zu sparsam!
Wem es auf Facebook um Relevanz und damit Reichweite geht, der sollte keinesfalls den Fehler machen, bei den Bildern zu sparen.

Viele Seitenmanager geben sich mit einem Bild pro Post zufrieden. Es kann aber gerne auch mehr sein! Facebook ist ein visuelles Medium. Da kann es zu viele Bilder gar nicht geben!

e) Video-Content schaffen!
Dass Facebook seit geraumer Zeit viele Videos in unseren Newsfeeds anzeigt, weiß jeder. Für Unternehmen heißt das aber nicht, dass das fade Video vom Firmenjubiläum von vor drei Jahren geteilt werden sollte.

Um mit Bewegtbild auf Facebook erfolgreich zu sein, braucht es Videos einer völlig neuen Qualität. Worauf zu achten ist und was gute Videos auf Facebook ausmachen, darüber hat Thomas Hutter jüngst einen sehr guten Blogpost geschrieben. Fakt ist: Mit Videos, die halt auch auf Facebook gestellt werden, gewinnt man heute keinen Blumenstrauß mehr. Gute Facebook-Videos werden bzw. müssen genau für diesen Zweck produziert sein!

So, das waren sie also, meine fünf Vorschläge, wie Sie dem schleichenden Reichweitenverlust auf Facebook begegnen können. Lassen Sie mich gerne wissen, welche Erfahrungen Sie gemacht haben, welcher dieser fünf Punkte bei Ihnen funktioniert und welcher nicht.

Weiterführende Artikel:
Fünf Wege aus der Facebook-Sackgasse
Praxistip: Storytelling auf Facebook

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