Corporate Intranet: Storytelling statt Verlautbarung!

30. April 2016Viele Intranets klingen wie Amtsblätter. Mitarbeiter holen sich ihren Klatsch und Tratsch lieber von Facebook, Snapchat oder Whats App. Interaktion, Engagement und Ideen fließen ab. Was kann man tun, wo ansetzen, damit sich das ändert?


Wie bringen wir unsere Intranets aus der Sicht des einzelnen Mitarbeiters wieder zurück in die Relevanz? Wie müssen Inhalte aussehen, damit sie Aufmerksamkeit bekommen und was genau braucht es, damit Social Intranets kein rein technisches Phänomen bleiben? Genau darum ging es im Interview, zu dem mich jüngst Gerald Pitschek, auch bekannt als The Content Guy, freundlicherweise gebeten hat.

Interview – Content-Strategie im Intranet from The Content Guy on Vimeo.

Brauchen Intranets Geschichten?

Absolut ja! Narrative Elemente bzw. Storytelling machen hier genau so viel Sinn, wie in der Kommunikation nach außen. Fast noch wichtiger finde ich jedoch das, was es auf dem Weg zur Story braucht. Nachfolgend ein paar Punkte, die ich als essentiell für die Kommunikation mit und über Geschichten erachte:

1. Vertrauens-Kultur
Intranets funktionieren dort gut, wo man einander vertraut. Das Management den Mitarbeitern, die Mitarbeiter dem Management. Nicht zuletzt aber auch Vertrauen zwischen den Mitarbeitern untereinander.

Eine Kultur des Vertrauens und des Miteinanders braucht aktives Handeln und Zeit. Ein Intranet mit sozialer Funktionalität einzuführen, ist zu wenig.

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2. Support von oben

„Macht das mal nach der Arbeit“ oder „Ach Gott, jetzt haben wir wieder Märchenstunde“. Solche Aussagen zeigen deutlich, dass die Wirksamkeit von Geschichten bei der Unternehmensführung noch nicht angekommen ist.

Storytelling und Corporate Content

Storytelling kann sich in der internen und externen Unternehmenskommunikation wirklich auszahlen. Ohne die Unterstützung durch die Unternehmensführung geht dem zarten Pflänzchen aber nicht selten die Luft aus.

Storytelling gelingt nur, wenn es von ganz oben unterstützt wird. Wenn der CEO etwa auf seinem eigenen LinkedIn-Profil oder am Blog Geschichten aufgreift und teilt, dann gibt es eine seriöse Chance.

3. Bewusstsein
Ein Unternehmen, das „seine“ Geschichten kennt, das über ihre Kraft und Bedeutung Bescheid weiß, verfügt über die notwendige Basis, diese Geschichten laufend in seiner Kommunikation nach innen und außen einsetzen zu können. Ist dieses Bewusstsein nicht gegeben, steht es auch mit den für Storytelling notwendigen zeitlichen und budgetären Rahmenbedingungen nicht zum besten.

4. Prozesse
Storytelling ist nichts, was man mal schnell einführt und das ab diesem Zeitpunkt mehr oder weniger von alleine läuft. Aus diesem Grund braucht der Prozess, an dessen Ende fix-fertig aufbereitete und in verschiedenen Formaten erzählbare Geschichten stehen, einen strukturierten Ablauf. Ohne diesen lässt sich ein laufendes Finden, Heben und Verwerten von Geschichten im Unternehmen nicht sicherstellen.

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5. Mut
Sich hinzusetzen und sich über zu erzählende Inhalte auszutauschen, das braucht neben Offenheit auch Mut. Es braucht Mut, die eigenen Intranet-Inhalte kritisch zu hinterfragen, schließlich haben sie Zeit und Geld gekostet. Letztlich braucht es auch Mut, in seiner Kommunikation nach innen und außen neue Wege einzuschlagen und ausgetretene, nachweislich nicht funktionierende wieder zu verlassen.

 

Storytelling ist ein überaus wirksamer Hebel. Es versetzt Unternehmen in die Lage, relevantere und bedeutsamere Inhalte für ihr Intranet aufzubereiten und anzubieten. Die schlechte Nachricht: Die Methodik passt nicht auf jedes Unternehmen. Zudem braucht es sowohl das notwendige Mindset der handelnden (Führungs-) Persönlichkeiten, als auch ein prozesshaftes Herangehen, sodass Storytelling seine volle Wirkung entfalten kann.

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