Kommunikation ist oft unbedankt

2. November 2016In postfaktischen Zeiten wie diesen wird die Kommunikations-Luft immer dünner. Manchen geht zuerst die Luft, dann die Lust aus.


„Ich habe auf Facebook etwas Tolles geteilt und es hat niemand verstanden“, sagt die Workshop Teilnehmerin frustriert. Sie ist sendungsbewusst, reflektiert und kommuniziert aus Überzeugung.

Dennoch kann sie von Aufmerksamkeit für das, was sie erzählen und sagen will, einfach nur träumen.

Der nächste Frauenkörper im Bikini, der nächste Sonnenuntergang und das nächste Buzzfeed-Video sind nur einen Klick entfernt.

Was sagt man so jemandem? Was gibt man ihm mit auf den Weg?

  • Die neuesten Wege mit denen man den Algorithmus austrickst?
  • Input wie man noch stärker zuspitzt, aufregt und emotionalisiert?
  • Empathie und Zuspruch weiter zu kommunizieren wer und was man ist?

Ich habe mich natürlich für den dritten Weg entschieden, was gar nicht so leicht war. Zu spannend ist es, die Inhalte zu schärfen, hier anzusetzen und zu versuchen, im Geschrei der Massen, egal ob nun online oder offline, noch lauter und noch effizienter zum Punkt zu kommen.

Ich denke, dass es um jeden einzelnen Sender von Botschaften selbst geht. Es geht um das, was in ihm vorgeht, darum, was ihn antreibt oder eben, wie im vorliegenden Fall unendlich frustriert.

Das jetzt als Nabelschau zu verstehen, zu sagen, „jaja Social, da gehts halt primär um die Befindlichkeiten der Absender“, das greift zu kurz.

Wir selbst, unsere Sichtweisen und Geschichten sollten in unserer Online Kommunikation eine größere Rolle spielen.

Wer bis du? Was treibt dich an? Wofür brennst du und warum? Darüber zu sprechen kann nie falsch sein.

Ich denke, es kann oder besser könnte genau das sein, was uns dabei hilft aus der Masse rauszutreten und letztlich in die Relevanz zu kommen.

Jetzt nicht in die Relevanz der Vielen aber zumindest in die Relevanz der für uns jeweils kritischen Masse. Haben wir diese erreicht, können wir mehr als zufrieden sein.

Ich habe der Dame also geraten, bei dem zu bleiben, was sie sagen will. Weiter zu gehen auf ihrem Weg, für sich, für ihr Unternehmen auf Facebook (und anderswo) Bewusstsein zu bilden und sich einen Scheiß darum zu kümmern, was gerade angesagt ist im angeblich so professionellen Content-Marketing.

Ihr hat das vorerst mal sehr gut getan. Sogar richtig Lust hat sie wieder bekommen auf ihrer Unternehmensseite zu posten.

Ich denke, das ist mal ein guter Anfang.

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