Unkonventionell zu besseren Online-Inhalten

24. April 2017Jede Webseite, jedes Blog, jede Facebook- und Instagram-Page braucht Inhalte. Am besten mehr als weniger. Am besten in immer kürzeren Abständen. Was tun, wo ansetzen, wenn die Qualität dieser Inhalte nicht leiden soll? Hier ein paar Anregungen für die tägliche Content-Praxis.


Das Internet, vor allem aber der soziale Part davon, hat sich in ein Inhalte verschlingendes Monster verwandelt. Immer schneller werden diese benötigt, immer häufiger gilt es demnach, den „Veröffentlichen“-Knopf zu drücken, weil die Leser, weil Google, weil die Algorithmen eben nur dann für uns arbeiten, wenn wir auch genügend Content nachschieben.

Ganz schön viel Arbeit ist das! Wer sich aufmerksam durchs Internet klickt, und eben ab und zu auch etwas liest, dem fällt auf, dass es mit der Qualität der Inhalte häufig nicht zum besten steht.

Content-GAU: Marketing überholt Inhalt

Da gibt es brüllende Überschriften, die von den wichtigsten 5 Tipps für irgendwas oder von den unglaublichsten Erkenntnissen zu etwas anderem erzählen. Bei genauerem Hinsehen überholt das Marketing den Inhalt. Die Texte strotzen nur so vor heißer Luft. Die Aussagekraft, der Nutzen sind unterirdisch.

Marktschreierisches Content Marketing muss die Dosis immer erhöhen. Was ist die Folge
Marktschreierisches Content Marketing? Steht die Überschrift über dem Inhalt? Vielfach bereits gelebte Online-Praxis.

Jetzt sagen manche, dass das einfach so sein müsse. Sie argumentieren, dass Abstriche in der inhaltlichen Qualität ihrer Online Inhalte einfach einkalkuliert wären. Schließlich müsse ja auch so viel Content erzeugt werden, wie noch nie.

Tja, dann kann eben nicht mehr alles High-End sein, sorry.

Das ist jetzt sicher nicht falsch. Und ich denke nicht daran, mit dem Finger zu zeigen auf die Betreiber von Webseiten, Blogs und Portalen, die es mit ihren Inhalten genau so halten. Ich möchte ihren Content eben nur nicht in meiner Timeline oder meinem Feedreader.

Marktschreierische Überschriften täuschen oft nur über dürftigen Inhalt hinweg
Laut, lauter, am lautesten: Wenn das Marketing den Inhalt überholt. Derlei sieht und liest man online immer öfter. Gewöhnungseffekte nicht ausgeschlossen…

Ich möchte diese Inhalte auch nicht zweitverwertet in Newslettern vorgesetzt bekommen. Ich blende ihn aus. Einfach deshalb, weil ich meine wertvolle Online-Zeit nicht mit Inhalten zubringen will, die es gar nicht wert sind, von mir gelesen zu werden.

Bin ich ein Content-Snob?

Bin ich ein arrogantes Arschgeigerl? Vielleicht.

Ich habe über die Jahre eine Aversion gegen Texte, Bilder und Videos entwickelt, die nicht einmal im Entferntesten  daran denken, ihr Versprechen (Titel, Schlagworte, etc.) auch nur im Entferntesten einzulösen.

Ich habe goldene Verpackungen zu hassen gelernt, die damit nur über die Dürftigkeit des Verpackungsinhaltes hinwegtäuschen wollen (und damit oft genug davon kommen).

Content Qualität ist der Schlüssel zum Marketing-Erfolg
Auch online suchen wir nach den Perlen. Inhalten, die uns einen konkreten Nutzen liefern. Wenn Inhalte immer schneller drehen, leidet darunter nicht selten die Qualität. Ein Umstand der immer öfter bewusst in Kauf genommen wird.

So ist das. Und genau deshalb mache ich mir Gedanke über die Qualität meiner eigenen und die Qualität fremder Inhalte, versuche daran zu drehen und zu schrauben, zu lernen und Dinge immer besser zu machen.

Mir fällt dabei auf, dass beim Content ganz viele schlampen. Dann aber auch vorgeben, dies aus Prinzip zu tun, aus voller Berechnung!

„Unser Content ist zwar schwach, aber immerhin besser, als wir haben gar keinen“,

sagen sie und stehlen einfach unsere Zeit. Irgendjemand wird schon klicken, irgendwer wird sich schon durch den uninspirierten Text quälen.

These: Wir wollen gehaltvollere Online-Inhalte

In folgenden Facebook-Live stelle ich die These auf, dass wir uns nach einer anderen, sprich neuen, besseren, gehaltvolleren, liebevolleren, empathischeren, sattmachenderen, weniger klick-geilen, unsere Wünsche und Bedürfnisse stärker respektierenden Form von Online Inhalten sehnen und gebe Anregungen, wie es zumindest bei mir selbst gut funktioniert.

Diese Anregungen handeln unter anderem davon, dass weniger mehr sein kann. Auch in der Erstellung von Content. Vielleicht weniger oft, dafür gehaltvoller. Vielleicht weniger lang, dafür knackiger. Vielleicht weniger ego-zentriert, dafür aber empathischer.

 

Einige meiner festen Überzeugungen ganz zum Schluss.

a) Genaue Themenwahl als erster Schritt zu besserem Content.

Nicht jeder kann über jedes Thema gleichermaßen begeistert sein und folglich auch nicht guten Content dazu abliefern.

Wer mir hier widerspricht, soll das gerne tun. Ich glaube aber, dass man die Finger lassen sollte von Fragestellungen, Produkten und Themen, die einem persönlich nichts geben, die einem nicht dabei helfen, sich zu entfalten, aus dem Vollen zu schöpfen. Jemanden anderen zu bitten, diesen Content zu produzieren ist keine Schande. Warum muss man immer alles selbst machen?

b) Zeit verbringen mit Menschen, die uns (mit ihrer Passion) anstecken.

Wenn ich schon nicht dazu in der Lage bin, die Umsetzung eines bestimmten Themas abzugeben, dann sollte ich mir wenigsten jemanden schnappen, der mich in dieses Thema einführen kann und dessen Augen dabei selbst zu glänzen beginnen.

Es wird nicht lange dauern, und ich werde ein Stück weit besser erkennen können, wie toll, schön, besonders, relevant, etc. dieses Thema auch für mich selbst ist. Und entsprechend leichter werde ich mir dann auch mit seiner Umsetzung in Wort, Bild und Video tun.

c) Inhalte verstehen als Transportvehikel für das, was wir selbst sind oder werden wollen.

Wenn wir uns selbst begreifen als Individuen, die unter anderem deshalb auf dieser Welt wandeln, um uns selbst zur Entfaltung zu bringen, dann könnten wir das nächste Stück zu produzierendem Inhalt auch genau dazu verwenden.

Wir produzieren damit Inhalte, die uns dabei helfen, zu einem noch höheren Maß wir selbst zu sein. Das könnten dann wirklich gute Inhalte werden.

Das braucht nun kein exhibitionistischer Seelenstrip zu werden! Wer Inhalte produzieren kann, in denen sein persönliches Warum enthalten ist, der betreibt nicht nur Storytelling in Reinkultur, der legt es auch darauf an, als Marke, Person, als Inhalte-Ersteller besser verstanden zu werden. Und wovon handelt gelungene Kommunikation, wenn nicht von gegenseitigem Verstehen?

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