Storytelling: No guts no glory!

15. Februar 2014Konflikte in unseren Geschichten funktionieren wie das Salz in der Suppe. Ist zu wenig oder gar keines drinnen, dann fehlt etwas. Was in der Küche oder bei Tisch völlig klar ist, verhält sich dann ganz anders, wenn Menschen oder Unternehmen Geschichten erzählen. Hier deshalb ein paar aktuelle Gedanken zum Thema Konflikte im Storytelling.

Beim Schnitt eines Videos neulich flogen drei Passagen raus. Sie mussten raus. Leider. Der Unternehmer erzählte darin über seine schwersten Stunden. Davon, als die Bank ihm den Geldhahn zudrehte, ein vermeintlicher Partner sein wahres Gesicht zeigte und er Mitarbeiter kündigen musste.

Failure is always the best way to learn, retracing your steps ’til you know, have no fear your wounds will heal. (Failure / Kings of Convenience)

Während er mir das erzählte klang seine Stimme deutlich anders als im restlichen Interview, stellte sich bei ihm ein nervöses Zwinkern ein und wenn man ganz genau hinsah, konnte man erkennen, dass sich seine Nasenflügel weiteten. Wir waren mitten drin in einem Problem, ach was sag ich! dem Problem schlechthin. Es ging nichts mehr und was dann folgte, war ein Umweg, ein langwieriges und schwieriges Unterfangen, das den Betreffenden nicht nur einmal an den Rand des Wahnsinns getrieben hat. Als er ein halbes Jahr später diesen Investor am Telefon hatte und damit endlich wieder Boden unter seinen Füßen verspürte, war es das aber noch lange nicht. Weitere bittere Jahre mussten ins Land ziehen, bis das Unternehmen wieder Leute einstellen konnte und so durchstarten konnte wie niemals  zuvor. Heute steht man in der Zeitung, gewinnt Preise, naja, das Übliche halt.

All das musste im Video wieder raus. Aber für mich sind all das Zutaten, die für unsere Geschichten enormes Potential haben. Nehmen wir diese Episoden heraus, weil wir scheinbar irgendwann gelernt haben, uns immer nur von der besten Seite zeigen zu müssen, servieren wir unserem Publikum Suppen ohne Salz, ohne jeglicher Würze und das schmeckt, wie eingangs erwähnt, fad.

Packende Stories ziehen uns deshalb in ihren Bann, weil eben nicht immer alles glatt läuft, weil Klippen auftauchen, Umwege in Kauf genommen und Lösungen gefunden werden müssen.

Unternehmen dazu zu bringen, über solche konfliktären Situationen zu sprechen, ist gar nicht so einfach. Nicht dass ich es darauf anlegen würde, mir von jeder und jedem ihre dunkelsten Stunden erzählen zu lassen. Hey! Alles kann, nix muss. Ich weiß aber, dass es genau diese Schwierigkeiten, Irrungen, Probleme, diese wahnwitzigen Anstrengungen und Umwege sind, über die wir unser Publikum abholen, es in unsere Geschichte hineinziehen, ja für unsere Zuhörer in Wirklichkeit überhaupt erst interessant werden.

Storytelling braucht Mut
Was ich sagen will, weil ich absolut davon überzeugt bin, ist, dass wir uns in unseren Geschichten mehr trauen sollen. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, die mit ihren geschönten Aussagen in narrativen Kunstwürfen meist alles erreichen, bloß keine richtigen Geschichten. Es fehlt das Salz in der Suppe. Es fehlen die Konflikte. Es fehlen die Protagonisten, die Firmengründer oder meinetwegen der Vorstand, der offen zu einer schweren Zeit des Unternehmens stehen und darüber auch erzählen darf. Wir brauchen also mehr Mut. Das was passieren wird, durfte ich auch schon am eigenen Leib erfahren. Es fliegen einem urplötzlich die Herzen zu, und zwar in einer Qualität, die einen schlicht und ergreifend umhaut. Ein Unternehmen, das durch eine schwere Zeit geht, etwa Leute entlassen muss oder insolvent wird, hat meist andere Sorgen als Storytelling. Geht es dann aber wieder bergauf und geht es darum, wieder Inhalte zu vermitteln, bleiben diese harten Zeiten meist ausgespart. Müssen sie, so wie die kritischen Passagen aus meinem Video wieder raus mussten.

Erfolg zu haben bedeutet oft auch Umwege gehen zu müssen. Über diese Irrungen und Wirren aber auch zu sprechen setzt Mut voraus.

Genau hier bräuchte es den Mut weil ernstgemeinte Geschichten, mit denen wir die Herzen unserer Zuhörer erreichen wollen (scheißegal ob online, offline, multimedial, etc.) diese schwierigen Zeiten eben nicht aussparen sollten. Tun sie das jedoch, nehmen sie uns die Chance anzudocken. Der Text, das Bild oder das Video wird vor dem geistigen Auge weggeklickt durchdringt unseren Filter nicht und geht unter im Gundrauschen. Soviel Zeit haben wir nicht. Soviel Aufmerksamkeit können wir nicht setzen.

Noch ein Problem gibt es, wenn wir auf das Salz in unseren Stories verzichten. Getrauen wir uns nicht, über persönliche Irrungen und Tiefpunkte zu berichten, bringen wir uns selbst auch um die Chance, über den Weg zurück zu erzählen. Es ist dieser steinige und steile Weg, es sind diese Gegenwind-Passagen unseres (Unternehmer-) Lebens und das, was wir taten oder tun, um all diese Klippen zu umschiffen, die uns die Herzen unserer Zuhörer zufliegen lassen. Für den Zuhörer wird so aber auch klar, wie wir uns gewandelt bzw. verwandelt haben von damals auf heute, was wir aus unseren Fehlern, aus schwierigen Zeiten, etc. mitgenommen haben, all das.

Storytelling

Natürlich lassen sich Erfolge über Storytelling wunderbar vermitteln. Vorher sollte der Erzähler aber auch mal schwierigere Zeiten durchgemacht haben. Ansonsten macht er es uns schwer, an seine Geschichte anzudocken bzw. die für uns darin enthaltene Relevanz zu erkennen.

Wenn mir Unternehmen Geschichten erzählen, die mich wirklich packen, die mich an meinen eigenen Weg erinnern, dann macht das für mich einen gewaltigen Unterschied zum gängigen Marketing-Blabla. Alleine, Unternehmen bekommen solche Geschichten in den meisten Fällen NICHT geschenkt wie sich zeigt. Sie müssen schon die Ärmel hochkrempeln und sie uns selbst erzählen. Wäre ja doch zu einfach sonst, oder?!

Dieser Unterschied, den eine gute Geschichte in der Lage ist zu vermitteln, zeigt zeigt sich zumindest bei mir in der Wahrnehmung dieses Unternehmens. In weiterer Folge beispielsweise aber auch am Point of Sale. Stories sind eine wunderbare Möglichkeit, Unternehmen bzw. deren Repräsentanten aus einem anderen Licht und in einer ganz anderen, nicht marketing-getriebenen Tonalität kennenzulernen – ich würde sagen, kennen lernen zu dürfen. Dürfen deshalb, weil ich es als ein Privileg betrachte, von Unternehmen, Einzelpersonen oder von wem auch immer über gute Geschichten adressiert zu werden. Aber dafür braucht’s halt auch das Salz in der Suppe.

Es grüßt Sie,
Ed Wohlfahrt

Anregungen oder weiterführende Gedanken? Ich freue mich von Ihnen zu hören ed@edwohlfahrt.com

Wandel verstehen, unterstützen und wertschätzen

1. Januar 2014Das hässliche Entlein wird zum Schwan, das Aschenputtel zur Frau des Königs. Geschichten handeln immer vom Wandel und von der Veränderung ihrer Protagonisten. Hier ein paar persönliche Gedanken zum Thema Wandel.

Mir wurde vor ein paar Wochen gesagt, ich befände mich ganz offensichtlich in einem Prozess des Wandels. Na gut, dachte ich mir. Derjenige würde schon wissen wovon er spricht. Innerlich jedoch rollte ich mit den Augen über so viel Weisheit.

Der Wandel, die Veränderung spielt in Geschichten eine wichtige Rolle. Wie geht es uns selbst mit dem Wandel in uns und rund um uns herum?

Neulich war ich in einem Atelier. Die Bilder waren definitiv zu teuer für mich, das Gespräch mit dem Künstler jedoch sehr anregend. Bei einem Bier mit einem Bekannten erfuhr ich ein paar Tage später, wer der Künstler eigentlich sei oder besser gesagt in seinem vorigen Leben war. “Das ist doch der Unternehmer mit dem fetten Konkurs. Der malt jetzt Bilder..?” Dann gibt es noch den Literaten. Und wieder ein paar Wohlmeinende, die mich daran erinnern, dass dieser Literat ja wohl nicht ernst zu nehmen sei, zumal er vor wenigen Monaten noch eine Wiener Agentur geleitet hat, sich dann aber mit seinen Anteilpartnern überwarf und überhaupt und außerdem.

Was uns in der Welt der Sagen und Märchen (einer wahren Fundgrube für den Storytelling-Interessierten übrigens…) so leicht fällt, nämlich, den Wandel der Charaktere anzunehmen, geschehen zu lassen ohne daran herumkritteln, das fällt uns im täglichen Miteinander irrsinnig schwer. Ein Naturwissenschaftler erklärte mir vergangenen Sommer die Inkompetenz eines seiner Mitarbeiter wie folgt. “Der Herr Sowieso wird kommendes Jahr sein Bodenkultur-Studium abschließen. Fachlich ernst nehmen werde ich ihn aber auch dann nicht.” Gerade sein Ätschi-bätschi ist mir damals noch abgegangen…

Alle drei dieser kurz erzählten Begebenheiten haben eines gemeinsam. Wir tun uns mit dem Wandel anderer Menschen enorm schwer. Mehr noch: Nicht selten billigen wir unseren Mitmenschen diesen Wandel gar nicht erst zu. Das ist mehr als nur kurzsichtig, es ist niederträchtig und gemein.

Mit Geschichten zu arbeiten hat mich nicht nur gelehrt, das Stilelement des Wandels gezielt herauszuarbeiten und einzusetzen, da es uns beim Verstehen und Weitertragen von Geschichten enorm hilft. Es hat mir auch vor Augen geführt, wie schwer wir uns alle mit dem Wandel und der Veränderung unserer Mitmenschen tun, wie wenig wir dazu bereit sind, diesen Wandel nachzuvollziehen, anzuerkennen und wertzuschätzen.

So leicht es uns fällt, den Wandel des Helden in unseren Geschichten zu verstehen, so schwer fällt es uns, Menschen rund um uns herum im Wandel zu erkennen und sie in ihrem Tun aktiv zu unterstützen. Hier ein besseres Sensorium an den Tag zu legen, könnte eine schöne Sache sein für das kommende Jahr. Ich glaube, davon würden wir alle profitieren.

Storytelling: Geschichten eine Bedeutung geben

1. Januar 2014Geschichten brauchen Bedeutung. So einfach ist das. Hier möchte ich über eine Lektion sprechen, die mir ein Vierjähriger erteilt hat und die mir hoffentlich dabei geholfen hat, bessere Geschichten zu erzählen.

Ich kann den derzeit kursierenden Beispielen und Listen für das “tollste Storytelling des abgelaufenen Jahres” nicht sonderlich viel abgewinnen. Der Begriff “Storytelling” bezeichnet scheinbar alles und jedes. Storytelling funktioniere nach einer Art Kochrezept. Der sagenhafte Erfolg an Klicks, Shares und Co ist bloß eine Frage der Zeit.

Oder da gibt es die tollsten Stroytelling-Folien des Internet-Stars Gary Vaynerchuk in denen er sich darüber beklagt, dass 99% des Marketings heute immer noch so laufen würde, als hätten wir 2004 (Folie 3/64). Und viel zu selten “wirklich gute” Geschichten zum Einsatz kämen. Mein Gott, wie schrecklich. Und dann gibt es die Verlage, die mit ihren multimedialen Storytelling-Experimenten derzeit durch alle Decken knallen wie gestern die Sektkorken und auf Twitter und anderswo rauf und runter gehyped werden (oder sich wohl besser dadurch selbst ins Gespräch bringen).

Nicht dass ich diese Anstrengungen allesamt durch den Kakao ziehen will, bloß nicht. Ich glaube nur, dass Geschichten einfach daher kommen müssen und vor allem eine tiefere Bedeutung mitliefern müssen, wenn sie beim Zuhörer ankommen sollen. Warum ich das denke, hat mit einer Geschichte zu tun, die ich hier kurz erzählen darf.

Storytelling zielt ab auf Verständigung und Verständnis. Nicht schlecht, wenn der Inhalt für die Zuhörer bedeutsam ist

Bedeutung bzw. Bedeutsamkeit ist für mich das Kernelement guter Geschichten. Bildquelle: Pixabay.com / User Beie ==> http://pixabay.com/de/users/Bevie/

Unser Sohn ist jetzt vier. So in etwa vor einem Jahr war ich des Büchervorlesens echt wieder mal überdrüssig. Das gehört zu unserem Zu-Bett-Gehen-Ritual aber wenn man ein und das selbe Buch dreißig Mal und öfter gelesen hat, wird man zuerst in der Birne weich und dann erfinderisch. Ich bot unserem Kleinen also an, ihm eine Geschichte zu erzählen und improvisierte einfach darauf los. Das ging gar nicht schlecht, sprich, man hörte mir aufmerksam zu. Als ich mit meiner kleinen Geschichte fertig war, bekam ich unverblümt Feedback. Ich sollte eine andere Geschichte erzählen und darin ein paar Änderungen vornehmen, hieß es. Diese andere Geschichte sollte

  1. von einem kleinen Jungen handeln
  2. ein brennendes Haus beinhalten
  3. auch noch von einer Feuerwehr und/oder einem Feuerwehrmann handeln.

Na gut. Ein bisschen muffig (jetzt sagt mir dieser Dreikäsehoch doch glatt, wie ich meine Geschichte erzählen soll… reicht ihm nicht was ich tue, etc.) schwang ich mich zur nächsten Geschichte auf und siehe da, sie kam wesentlich besser an als die erste. Ich sollte von heute an jeden Abend Geschichten erzählen, hieß es und das wäre überhaupt viel besser, als aus Büchern vorzulesen, so in etwa war die Reaktion. Ich habe länger darüber nachgedacht und für mich folgendes mitgenommen.

Geschichten brauchen Bedeutung.
So was aber auch! Weiß doch eh jeder, oder? Naja… Wenn Geschichten diese Bedeutung nicht zu bieten in der läge sind, dann sind sie schlicht uninteressant oder aus Sicht des Publikums verschwendete Zeit. Der Nutzen stimmt dann einfach nicht. Ist die Bedeutung nicht gegeben, ist die Geschichte nicht anschlussfähig bzw. bleibt beim Zuhörer die Frage, “was hat das alles mit mir zu tun” oder “was will er mir sagen?”. Wird über die Geschichte kein Beispiel, besser kein beispielhafter Charakter oder eine beispielhafte Handlung transportiert, so können Zuhörer daran kaum andocken bzw. wird es mit dem “Hey, in dieser Situation befand ich mich auch schon mal…” schwierig. Weiteres Learning:

Geschichten müssen in Lebenswelt der Zuhörer passen.
Die Handlung bzw. der inhaltliche Verlauf von Geschichten muss in die Lebenswelt der Zuhörer passen. Wenn ich also wie unlängst vor Jägern spreche, so ist es zwar nicht nötig, ihnen einen Jäger vorzuspielen (der ich nicht bin), jedoch meiner Meinung nach essentiell, mich mit meiner Geschichte an ihrer Lebenswelt bzw. an der Lebenswelt eines Jägers (Stichwort z.B. Hegen und Pflegen…) zu orientieren. Tu ich das nicht, wird es meinen Zuhörern kaum gelingen, aus den vermittelten Informationen individuelle Bedeutung abzuleiten, sich selbst darin zu erkennen. Ich habe dann alle Fakten vermittelt und sogar eine Geschichte erzählt. Verstanden hat die Geschichte dann zwar niemand. Von den harten Fakten gar nicht erst zu sprechen. Verlorene Liebesmüh also! Learning Nummer drei:

Durch Feedback zu mehr Bedeutung!
Ein weiteres Erkenntnis ist, dass dem Storyteller gerne dabei geholfen wird, bessere Geschichten zu erzählen. Durch das Publikum! Die Frage ist, ob man dazu bereit ist, diese Hilfe auch zuzulassen, also anzunehmen. Gelingt nicht immer, ist klar. Auch ich war anfänglich wenig begeistert, als mir mein Sohn erklärte, wie die Geschichte seiner Meinung nach auszusehen hätte. Nimmt man dieses Angebot jedoch an und nimmt es zum Anlass, die eigenen Stories (laufend) zu verbessern, werden Geschichten, wird letztlich ein Dialog möglich, der für beide Seiten eine höhere Bedeutung, mehr Akzeptanz / Relevanz und damit mehr Sinn hat. Außerdem finde ich es schön, wenn beide Seiten gewinnen und Kommunikation gelingt!

Kärnten 2044: Ein offener Dialograum

29. Dezember 2013Vor ein paar Wochen fragte mich die Kärntner Kronenzeitung um ein paar Zeilen. Thema: Mein Kärnten in 30 Jahren. Mir ist das dazu eingefallen. Vielleicht klingelt’s bei der einen oder …

Vor ein paar Wochen fragte mich die Kärntner Kronenzeitung um ein paar Zeilen. Thema: Mein Kärnten in 30 Jahren. Mir ist das dazu eingefallen. Vielleicht klingelt’s bei der einen oder beim anderen oder will jemand was dazu sagen. Fänd’ ich schön.

Kärnten kann und wird zu einem Offenen Dialograum werden. Und es wird eher früher sein als später.

Mein Kärnten in 30 Jahren ist ein offener Dialog- und Kommunikationsraum. Wir haben erkannt, dass es ein vertrauensvolles Miteinander braucht, da sich die (Wissens-) Schätze dieses Landes, der hier ansässigen Betriebe, der hier lebenden Menschen nur so heben lassen. Die Aktivitäten des Vereins „Unser Land“ oder der „Initiative für Intelligente Innovation“ geben bereits heute einen Vorgeschmack auf das, was uns in weniger als 30 Jahren erwartet. Kommunikation unabhängig davon ob online oder offline, wird weniger strategisch oder „von oben nach unten“ erfolgen, sondern ausschließlich im wechselseitigen und angstfreien Miteinander. Wir entscheiden gemeinsam, beteiligen, engagieren und vernetzen uns in ungeahnter Qualität! Diese Form der aktiven Mitgestaltung –  maßgeblich unterstützt durch neue Technologien – wird nicht wie heute Ausnahme, sondern vielmehr die Regel sein. Die Früchte dieses offenen Dialog- und Vertrauensraumes Kärnten heißen Innovation, Kooperation und die freiwillige Weitergabe von Wissen. Fragestellungen, an denen wir uns heute (noch) die Zähne ausbeißen. Auch die politische Kommunikation sowie die Kommunikation von Unternehmen nach innen und außen wird sich grundlegend wandeln. Top-down Ansätze, wie sie heute noch vielfach bestehen, werden in dreißig Jahren nur noch Kopfschütteln hervorrufen. Public Relations und Organisationskommunikation werden sich mehrfach neu erfunden haben. Auch hier wird es nicht länger nur um Werkzeuge, als viel mehr um unsere innere Haltung gehen, mit der wir Kommunikation ermöglichen, anstatt sie steuern zu wollen. Zuhören, Empathie und Geschichten werden jene Methoden sein, die uns mit uns selbst und anderen verbinden.

 

Case-Study: Baustellenkommunikation via Facebook und Blog

20. Dezember 2013Es war ein kleines, jedoch feines Projekt. Es begann mit dem Nebensatz eines lieben und baustellentechnisch leidgeplagten Freundes, der mich auf die Idee dazu brachte. Diese wurde vom Stadtsenat für gut befunden und von mir umgesetzt.

Es ging dabei um die Kommunikation der größten Straßenbaustelle der Landeshauptstadt Klagenfurt. Ein Abschnitt der St. Veiter Straße wurde erneuert und eine Brücke neu gebaut. Mein Job dabei, diese Baustelle zu kommunizieren und mit Bildern, Videos und vor allem Geschichten gegen die weit verbreitete Meinung anzukämpfen, Baustellen wären einzig und allein scheiße. Ich schreib das so, weil die Leute das wirklich so glauben und natürlich recht haben damit.

Baustellen nerven, produzieren Staus und Chaos, sind laut und staubig, bringen Geschäftsentgang und wütende Anrufe. Dagegen kämpfte ich an. Das war aber noch lange nicht alles. Ich kämpfte weiters an gegen das Image eines Günstlings mit schönen Schuhen und Anzug, der Arbeitern die Zeit stiehlt und in der Gegend herum steht, dumme Fragen stellt und einfach nicht dazugehört. Dieses wurde mir zu Beginn des Projektes natürlich auch brühwarm um die Ohren gebunden. “Herr Wohlfahrt, ich sag es lieber gleich… Freude haben wir keine” Wie geil war das denn?! Wenn das kein Ansporn ist, einen guten Job zumindest zu versuchen…

Herausgekommen ist eine Baustelle, die im Vergleich zu anderen Baustellen der Landeshauptstadt (und ich meine Straßenbaustellen ;) ) in der öffentlichen aber auch der veröffentlichten Meinung wirklich gut weggekommen ist. Völlig klar natürlich, dass dies nur zu einem kleinen Teil mit dem Pilotprojekt Baustellentagebuch zu tun hatte. Worum also ging es dabei?

Unter dem Übertitel Baustellentagebuch wurde eine Facebook-Seite (Link ändert sich gerade!) und ein Baustellen-Blog (auch dieser Link wird umgebogen!) umgesetzt und darüber laufend Informationen geteilt. Diese betrafen jedoch nur zum Teil den Baufortschritt.

Alternative Bilder statt Lärm und Dreck
Den Schwerpunkt legte ich auf Menschen und Geschichten. Und weil es so oft heiß “wir haben ja keine Geschichten”… es zeigte sich, dass Baustellen vor Geschichten nur so wimmeln! Da gab es den kleinen Ibrahim, der während den Sommerferien jeden Tag mehrmals auf der Baustelle vorbei kam, um die Maschinen zu bestaunen. Oder die beiden Friseurinnen, mit zehn Zentimetern Schlamm im Keller ihres Geschäftslokals, die mir dennoch mit einer Freundlichkeit begegneten, die mich stutzig machte. Da gab es den Bauleiter, der auf der Baustelle ab und an Besuch von seiner Familie bekam und viele andere Begebenheiten mehr.

Ibrahim war jeden Tag live dabei wenn neue interessante Maschinen auf der Baustelle auftauchten

Warum das ganze klappte, hat einen Grund. Er heißt “Lange Leine”. Ich hatte so gut wie keine Vorgaben, konnte tun und lassen was ich wollte und ich machte von dieser Möglichkeit natürlich in Absprache mit den handelnden Personen wirklich auch Gebrauch.

Lange Leine und politikfreie Zone
Eine dieser Freiheiten war zb, dass es am Baustellentagebuch keine Politiker gab. Es ging hier ausschließlich um die Arbeiter selbst, um die Anrainer und Geschäftsinhaber und basta. Es war wirklich cool, dass sich niemand rein reklamiert hat. Ganz im Gegenteil. Die einzigen, die mir mit der Zeit ein schlechtes Gewissen einzureden versuchten, waren einige Arbeiter. “Du hast so viele Fotos von uns gemacht und kein einziges ist auf Facebook”. Das hat mir gezeigt, dass älteres Semester sehr wohl nachschauen ob und wie und was! Gutes und vor allem wertschätzendes Feedback von außen druckte ich zudem aus und hing es dort auf, wo es auf der Baustelle alle sehen konnten.

Dialog online und offline
Eine weitere schöne Erkenntnis war, dass sich die Online Dialoge auch im echten Leben fortsetzten und Kritiker, um nicht zu sagen Gegner des Projektes in echte Befürworter verwandelten. Was es dazu brauchte, war der Beweis, dass sich Baustellen eben auch auf diesem Weg transportieren lassen und diese Inhalte entsprechend angenommen werden. Dass dem so war, davon zeugen derzeit über 1.200 Likes auf Facebook und auch einiges Feedback am Blog. Wobei dieses Feedback teilweise von hoher Qualität war. Beispielsweise bekamen wir Feedback von einem Lastwagenfahrer, das uns half, die Beschilderungen für die Umleitung der Baustelle zu verbessern. Es ist ausdrücklich auch ein Projekt, bei dem es nicht um Klicks ging. Wichtig war die Weitergabe von Information und der Transport alternativer Bilder und Stories.

Pressearbeit via Facebook und Blog  
Ein gutes Beispiel dafür war, dass wir die erste Fahrt über die neu errichtete Brücke verlost haben. Die beiden Posts brachten es gemeinsam auf über 300 Likes, was für eine so kleine Seite doch ganz gut ist. Das Posting wurde erstellt an einem Samstag oder Sonntag. Eine halbe Stunde später bekam ich den ersten Anruf einer Journalistin, am kommenden Montag darauf dann ein ausführlicher Medienbericht lautend auf “Das gab es noch  nie…” Also auch Journalisten nutzen Facebook und freunden sich mit Baustellen an…

Feedback und Werbung
In Summe gab es einen negativen Kommentar auf Facebook. Dieser wurde gelöscht und das war’s dann auch schon. Die große Befürchtung, das Feedback könnte ausschließlich negativ sein, bewahrheitete sich nicht. Auch Facebook-Ads kamen zum Einsatz. Dies insbesondere zu Schulbeginn im Herbst, als es darum ging, Ausweichrouten zu transportieren und die Pendler zu erreichen. Nachdem jedoch vor allem im Norden der Landeshauptstadt geworben und ein enges Targeting angewendet wurde, konnten die Kosten gering gehalten werden.

Braucht jede Baustelle Online-PR?
Bleibt abschließend die Frage, ob jede Baustelle eine online stattfindende Begleitung haben sollte? Ich würde sagen nein. Es hängt von vielen Faktoren ab, ob sich so etwas rechnet. Ich würde dann darüber nachdenken wollen, wenn eine Baustelle viele Menschen betrifft, die als Pendler, Anrainer oder Geschäftsinhaber involviert sind oder involviert werden sollen. Dann vielleicht ja. Und noch eine Kleinigkeit: Den Stundenaufwand für ein solches Projekt würde ich auf keinen Fall unterschätzen. Aber das macht nix, wenn man weiß, dass das Herzblut an der richtigen Stelle investiert wurde.

Spannende Perspektiven und neues Land

20. Dezember 2013"Ed, du machst schon noch Social Media, oder?" Das war so eine Frage, die ich neulich mit "ja natürlich, aber..." beantwortet habe. Und es war nicht gelogen.

Dieses “aber” möchte ich hier näher ausführen. Einerseits für mich (Stichwort Selbstreferenzialität), andererseits aber auch für die, die mir hier zuhören, mit mir gemeinsam an Projekten arbeiten und von denen ich gerne verstanden und angenommen sein möchte.

Um 4 Uhr morgens gibt es wohl eine ganze Menge an Dingen, die man tun könnten. Schlafen zum Beispiel. Geht zur Zeit nicht, also sitze ich hier und blogge. Im Anschluss werde ich mich um das Workshop-Design für eine Großgruppenveranstaltung kümmern auf die ich mich riesig freue und in deren Zentrum das Thema Wertschätzung stehen wird. Während der letzten Wochen habe ich mich intensiv mit der Methode der wertschätzenden Befragung (Appreciative Inquiry) auseinandergesetzt und gestern fielen auch die Würfel für die Fortsetzung eines reinen Facebook-Projekts, das sich im zweiten Halbjahr in eine wahre Herzensangelegenheit verwandelt hat.

Dieses Projekt schoss mich mitten hinein in die (für mich mittlerweile) gut abgehangenen Public Relations, die Online-PR sowie angrenzende Bereiche wie Social Media Marketing, Moderation, Konzeption und Durchführung von Events, Customer Relationship Management, Organisationsentwicklung und natürlich, auch hier, wertschätzende Kommunikation. Und wenn ich schreibe “schoss”, so meine ich wohl eher, dass mir dieses Projekt im wahrsten Sinn des Wortes passierte. Aber ich nehme mir gerade vor, die Learnings aus dem Baustellentagebuch hier separat zu behandeln. Zeit hab ich, ist doch erst zehn nach vier!

Eine weitere Zutat für das abgelaufene Jahr sind Geschichten. Vom Storycamp 2012 (kam 2013 leider nicht zustande) in Salzburg an ging mir das Thema Storytelling nicht mehr aus dem Kopf. Die gelesenen Bücher verstand ich nur zum Teil, der Bezug zur Praxis meiner Kunden aber auch der zu meiner eigenen Praxis fehlte mir weitestgehend. Dennoch mauserte sich Storytelling immer mehr zur Methode (gemeinsam mit Wertschätzung), die ich so gut wie in jedes Projekt auf die eine oder andere Weise mit hineinbacke (kein Tippfehler!). Die Methodik ist zu klar, zu intuitiv und wirkungsmächtig, als dass ich darauf verzichten wollte. Soviel dazu.

Fassen wir zusammen: Ich fühle mich an keiner Weggabelung angelangt auch wenn ich in wenigen Tagen 40 werde. Beruflich läuft es besser denn je, was nach einem katastrophalen ersten Halbjahr eine wirklich tolle Erfahrung für mich ist. Ach ja. Und mit mir selbst verändern sich natürlich auch meine Projekte, Sichtweisen und Lösungen. Sie sind weniger strategisch, klicklastig und vielleicht rechthaberisch, als sie einmal waren. Sie spielen sich stärker auf der Beziehungsebene und weniger auf der Sachebene ab. Dies deshalb, weil ich einsehe, dass auch die erfolgreichsten Kommunikationsprojekte zum Stillstand kommen, wenn es auf der Beziehungsebene nicht klappt. Dorthin, nämlich auf die Ebene der Beziehung, des wertschätzenden Dialogs, des Gesprächs, geht meine Reise. Und angekommen bin ich noch lange nicht!

Zukunft Online-PR: Brauchen OnlinePR einen neuen Fokus?

12. August 2013Frau FH-Prof. Mag. Dr. Uta Rußmann und Mag. Peter Winkler von der Stiftungsprofessur für Strategisches Kommunikationsmanagement & Neue Medien der Stadt Wien haben mir dankenswerterweise eine Studie zur Social Media Nutzung der Top 500 Unternehmen Österreichs überlassen. Ich habe mir die Folien gerade durchgeblättert und bin bei dieser hier hängen geblieben.


Status Quo der ONLINE-PR in Österreich

Grundannahme von PR2.0 und die Realität - Die Österreichischen Top 500 Unternehmen und ihre Nutzung Sozialer Medien

Sie sagt für mich alles. Sie bildet eine Status Quo ab, der sich auch vor dem Hintergrund meiner persönlichen Erfahrung nicht wegdiskutieren lässt.

Aha. Das öffentlich zur Schau gestellte Vernetzungs- und Partizipationsverständnis bleibt also häufig Rhetorik… Interessant, dies hier zu lesen, und ein wenig sickern zu lassen. Aber es ist genau das, was ich oft sehe, beobachte und – ich gebe es zu – immer häufiger zur Kenntnis nehme. Ich nehme was zur Kenntnis? Na dass Partizipation und Vernetzung ausgelöst durch Soziale Medien zwar in Presseaussendungen einen schlanken Fuß machen, in der realen Unternehmenskommunikation 2.0 jedoch häufig unerreichbar sind. Ist das gut oder schlecht? Keine Ahnung. Und ich möchte mich nicht hinstellen müssen, und sagen, so ist es richtig und so ist es falsch. Ich beobachte, versuche zu verstehen und die Dinge so zu nehmen, wie sie sind. Dinge bzw. Sichtweisen, wie sie mir manchmal unterkommen.

Unser(e) Social Media Auftritte bereits machen uns zum “Sozialen” Unternehmen. Wir sind auf Twitter und Facebook und dadurch (!) vernetzen wir uns, werden Teil der Community, machen Online-PR. Natürlich Blödsinn, da die Einrichtung eines Kanals alleine bestenfalls den ersten Schritt darstellt, das Vorhandensein z.B. einer Facebook-Seite alleine noch keine tragfähige Kommunikationsbeziehung ausmacht und das Versenden eines Tweets pro Tag noch keine wie immer geartete Partizipation beschreibt.

Was ich denke? Unternehmen haben vielfach anderes Sorgen! Ihre Probleme liegen nicht dort, wo sie Social Media Berater vielleicht vermuten, beispielsweise im Aufbau einer v.a. quantitativ ansehnlichen Schar an Fans und Followern, im Verkauf über Soziale Medien oder im Generieren von Traffic für die Homepage, um nur einige “Problembereiche” aufzuzählen. Unternehmen denken und ticken anders. Sie müssen. Es geht um den täglichen Überlebenskampf und deshalb nicht bloß um Verkauf, Vermarktung und Verpackung. Klar können Soziale Medien Unternehmen auch hier einen entscheidenden Vorteil verschaffen. Aber eben nicht auf den ersten Blick vielleicht. Zumindest solange dieser erste Blick bei der Anzahl von Fans und Followern, bei der designtechnischen Ausgestaltung von GooglePlus und Youtube-Kanal hängen bleibt.

Soweit, so gut. Was soll aber zeitgemäße Online-PR tun, leisten, denken, wenn sie hinaus will über den symbolischen Akt, wenn sie mehr leisten will, als Vernetzungs- und Partizipations-Rhetorik..? Die Autoren der Studie schlagen eine Veränderung des Fokus von Online-PR vor:

Braucht PR20 einen neuen Fokus?

Die Zukunft der PR2.0 braucht einen alternativen Fokus.

Wenn ich meine eigene Tätigkeit reflektiere, wird mir schnell klar, wie stark der oben dargestellte “aktuelle Fokus” auf mich zutrifft. Das ist nicht gut oder schlecht – es ist erst einmal. Warum es so ist, erklärt die Studie meiner Einschätzung nach aufschlussreich. Sie bildet den österreichischen Status Quo in Sozialen Medien ab und damit die Decke, nach der ich mich als Berater zu strecken habe. Mir stellen sich folgende Fragen

a) Wie kann die Online-PR den vorgeschlagenen alternativen Fokus setzen, wenn die Realität in heimischen Unternehmen so aussieht, wie sie (derzeit) ist?

b) Wie könnte das “Weg-von” inhaltlichen Effekten bzw. das “Hin-zu” den Dynamiken funktionieren, in einem Umfeld, das sich derzeit an den inhaltlichen Effekten des Social Webs abarbeitet bzw. abarbeiten muss?

c) Wie lässt sich die vorgeschlagene indirekte Einflussnahme (Governance) im Sinne von vermitteln “verkaufen” und insbesondere messen und auf bestehende Kommunikations-Ziele so herunter brechen, sodass sie immer noch in die Job-Beschreibung eines Kommunikations- und/oder PR-Verantwortlichen passt?

Ich geb’ zu, dass ich mehr Fragen als Antworten habe. Aber vielleicht sind sie ein erster Schritt. Vielleicht würde es auch Sinn machen, die Studien-Autoren zu einem Interview zu bitten und bezüglich der Zukünfte von Online-PR genauer nachzufragen? Vielleicht möchte den Ball jemand aufnehmen und mich das wissen lassen?

==> zur Studie Einsatz von Social Media in den Ö Top 500 – Status Quo und Herausforderungen der Zukunft. (pdf)

Facebook: Mit Hashtags Nutzen stiften

17. Juni 2013Facebook bringt jetzt also Hashtags. Kennen wir doch schon lange, werden die einen sagen. Die anderen fragen sich zu recht, was es damit jetzt wieder auf sich hat. Ich freue mich darüber, weil mir die Hashtags ermöglichen, Information schneller zu erfassen und wenn gewünscht weiter in die Tiefe zu gehen. Und vorweg: Facebook macht für mich mit Hashtags absolut mehr Sinn als ohne.

Hier geht es mal nicht um die Erklärung, was ein Hashtag kann und will, sondern darum, wie sich kleinere und mittlere Unternehmen die Funktionalität zunutze machen können. Große Unternehmen freuen sich jetzt natürlich über eine neue Möglichkeit, ihre Kampagnen zu begleiten, aber was hat die Marke Kärnten, der Edelkleider-Schuppen oder der Hersteller hochwertiger Mountainbike-Rahmen davon?

Unternehmen dieser Größer sind selten dazu in der Lage, Trends zu setzen oder so viel Werbe-Kohle in eine Kampagne zu pumpen, als dass es Sinn hätte, einen eigenen Hashtag hochzuziehen. Was also machen diese Unternehmen aus der neuen Hashtag-Funktion auf Facebook? Unternehmen dieser Größe bleibt meiner Einschätzung nach nur die Möglichkeit, auf bestehende Hashtags zu reagieren. Ähnlich wie auf Twitter werden sich möglicherweise auch auf Facebook sogenannte “trending Topics” ausmachen lassen. Es handelt sich dabei um jene Hashtags, die zum aktuellen Zeitpunkt an häufigsten und/oder von vielen Usern benutzt werden.

Trending Topics auf Twitter

Unternehmen die nicht Nike oder BMW heißen können über "Trending Topics" vor relevanten Hashtags erfahren, einschätzen, ob sie zu diesem Hashtag ebenfalls etwas zu sagen haben und diese dann tun

Ok. Wenn ich diese Themen, rund um die sich zu einem gegebenen Zeitpunkt viele Gespräche ranken, kenne, so gibt mir diese die Möglichkeit, an diesen Gesprächen unter Verwendung des betreffenden Hashtags ebenfalls teilzunehmen und dadurch auf dieses Gespräch oder dieses Thema zu referenzieren. Was das voraussetzt ist zweierlei. a) Ich muss über das, was Hashtags sind und meinen bescheid wissen b) ich muss Hashtags beobachten und dann richtig entscheiden.

Auf Facebook nach Hashtags suchen
Nachdem ich eine “Trending Topics”-Funktion auf Facebook noch nicht kenne, bleibt vorerst nur, nach Hashtags klassisch zu suchen. Also oben im Suchfenster einen Begriff eingeben z.B. “Hashtag” – ohne Gänsefüßchen natürlich ;) und dann nicht auf “Enter” sondern auf das Lupen-Symbol klicken. Dann rechts in der Seitenleiste auf “Öffentliche Beiträge” und die Suche spuckt all jene Beiträge von Facebook-Nutzern aus, die diesen Hashtag verwendet haben. Praktisch!

Hashstags: Trittbrettfahren aber richtig
Jeder der schon mal ein BarCamp veranstaltet oder z.B. eine größere Tagung via soziale Medien begleitet hat, kennt folgendes Phänomen: Sobald es eine gewisse Anzahl an Tweets zu einem bestimmten Hashtag gibt, melden sich unter diesem auch schon Vertreter des schlüpfrigen Gewerbes, Multi Level Marketer oder andere Trittbrettfahrer. Ihre Postings haben dann natürlich keine thematische Relevanz, sondern promoten etwas anderes, landen aber dennoch am Schirm jener, die einen bestimmten Hashtag mitverfolgen.

Als Trittbrettfahrer also genau diesen Weg zu gehen, halte ich für widersinnig, verwerflich und doof, sagen wir einfach Spam dazu. Intelligenteres Trittbrettfahren über einen bestimmten (Facebook-) Hashtag könnte z.B. so aussehen, dass ein regionaler Anbieter für Daten- und Computersicherheit den Hashtag #PRISM benutzt, um auf einen für ihn wichtigen Punkt, möglicherweise auch auf ein besonders relevantes Produkt hinzuweisen. Ich denke, dass ein solches Trittbrettfahren wesentlich mehr Sinn haben kann, weil es ja den, einem bestimmten Hashtag zuhörenden Adressaten, und seine möglichen Bedürfnisse zumindest nicht ganz aus den Augen lässt.

Hier noch ein paar abschließende Tipps zum Umgang mit Hashtags:

1) Manfred Mustermann nicht überfordern!
Vielleicht wird nicht jeder Faneiner Seite sofort wissen, wie er mit Hashtags umgehen soll. Ich denke, dass Betreiber einer Facebook-Seite nichts falsch machen, wenn sie ihren Nutzern das Prinzip mal eingehend klar machen. “Hi Leute, wir verwenden für unsere Postings ab sofort Hashtags. Sieht so aus. Der Nutzen für euch liegt hier, hier und hier.

2) Die Hashtag-Kirche im Hastag-Dorf lassen
Toll, dass es jetzt Hashtags gibt. Aber lassen wir die Kirche doch lieber im Dorf. Pro Status-Update würde ich es bei zwei bis maximal drei Hashtags belassen. Weniger ist schließlich mehr und letztlich schickt man Besucher über einen Hashtag ja auch irgendwie fort. In einen separaten Frame zwar, den man einfach wieder schließen kann und so auf die ursprüngliche Seite zurückkehrt, aber immerhin.

3) Mit Hashtags Nutzen stiften
Ich würde Hashtags vor allem dann einsetzen, wenn ich meinen Fans dadurch nützlich sein kann, für Sie Information besser aufbereite, etc. Vielleicht kann ich als Unternehmen durch den Einsatz von Hashtags auch am Spaßfaktor meiner Fanpage drehen. Kreativität ist auch nicht verkehrt.

4) Bestehende Debatten nutzen
Zu sehen, was gerade läuft, welches Thema gerade diskutiert wird, ist clever. Noch cleverer ist der, der sich dann überlegt, ob und wenn ja, was genau er dazu zu sagen hat. Gibt es hier ein zündende Idee, gibt es hier etwas, mit dem man eine bestehende Debatte ergänzen oder gar bereichern kann, dann schnappe ich mir den betreffenden Hashtag und nutze ihn nach allen Regeln der Kunst.

5) Neue Hashtags einführen
Das werden jetzt viele Nutzer und Betreiber von Fanseiten tun. Weitergetragen bzw. von anderen genutzt werden diese eigenen Hashtags jedoch nur dann, wenn sie in den Augen anderer Sinn haben. Dann und nur dann, können auch die Hashtags kleinerer Unternehmen oder von Menschen wie du und ich massenwirksam sein. Wenn es also etwas gibt, was Sie bzw. Ihr Unternehmen sagenhaft einzigartig macht, warum diese Einzigartigkeit nicht auch durch einen Hashtag ausdrücken? Vielleicht kann auch die Core-Story Ihres Unternehmens auf einen Hashtag zugespitzt weden?

Hm… wer kann sich das vorstellen bzw. traut sich aus dem Schützengraben? Vorschläge, Wünsche, Beschwerden und Anregungen sehr gerne erbeten!

Blogs als Felsen in der Social Media Brandung

14. Juni 2013Wenn ich in Zeitungen etwas über Blogs lese, schau' ich genau hin. Das gleiche gilt für Studien, die von der Wertigkeit von Blogs berichten. Und ganz genau hin höre ich, wenn mir Gesprächspartner über das erzählen, was ihnen andere über Blogs erzählen. Hier ein paar Inputs in Sachen Content Strategie, Storytelling und Corporate Communications. Jeweils unter Bezugnahme auf den Social Media Kanal Weblog.

Alleine das Wort “Weblog” zu schreiben, fühlt sich antiquiert an. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich 2006 hier am edRelations-Blog über das Blog von Christoph Chorherr geschrieben habe. Zu einer Zeit, als es noch kein Facebook gab, meine Kunden von “Social” noch nix wissen wollten und ich folglich pressearbeitete. Die Blog-Welt war damals noch irgendwie heil.

Blogs sind Felsen in der Brandung. Sind sie gut gemacht, bieten sie Orientierung im Geschrei um die Aufmerksamkeit.

Seitdem ist viel passiert. Neue Tools und Dienste machen es Nutzern noch viel einfacher, Online-Inhalte zu teilen. Blogs braucht dazu längst keiner mehr. Facebook takes it all. Derzeit noch. Aber auch hier gibt es längst über-deutliche Zeichen an der Wand, die uns nachdenklich machen sollten.

Ach ja, das Chorherr-Blog gibt es immer noch. Der Grün-Politiker bloggt sich nach wie vor die Finger wund und produziert Inhalte scheinbar ohne Ende. Eine viel wichtigere Beobachtung jedoch ist, dass dieser Content gelesen wird. Chorherr brauchte einen langen Atem, ja, aber sein Content kommt dafür auch wirklich an. Sein Beitrag etwa über das Radfahren am Getreidemarkt erzielt nicht weniger als 86 Kommentare und zeigt uns eindrucksvoll, dass hier nicht nur gelesen sondern vor allem auch interagiert wird. Aber zurück in die Meta-Ebene!

Viele Unternehmen sind es müde, über ihre Facebook-Seite iPads zu verschenken, haben es mit Vauchern versucht und wieder gelassen, auf Foursquare experimentiert und versuchen es jetzt auf Google Plus. Einmal hier und einmal dort wird investiert. Solch schlingernde Online-Strategien haben meist nur ein Problem: Wo den Content hernehmen, wenn nicht stehlen?!

In Sozialen Medien wird geteilt und geliked und kommentiert, schon klar. Aber was eigentlich? Ach ja, gute, berührende, emotionalisierende, relevante, lustige, etc. Inhalte. Aber woher kommen diese Inhalte?

Viele Unternehmen müssen einsehen, dass sie die Zügel hier viel zu lange haben schleifen lassen. Und wenn kein (eigener) Content da ist, dann müssen wir z.B. auf der eigenen Facebook-Seite die Inhalte anderer teilen. Hm… Dann machen wir aber eigentlich Reklame für die, oder? Ja, genau das passiert.

Der Grund ist, dass sich besagte Unternehmen nie Gedanken über den Aufbau einer eigenen Content-Schiene, etwa via eines eigenen Blogs, gemacht haben. Jetzt stehen sie da wie bestellt und nicht abgeholt und setzen dann halt auf die nächste Social Media Plattform, auf der sich das Spiel natürlich wiederholt. Was also tun? Wie also ausbrechen aus diesem Kreislauf? In Content investieren natürlich! Wenn Sie wissen wollen, wie das geht, empfehle ich Ihnen noch einmal Spezialfall Chorherr. Spezialfall deshalb, weil PolitikerInnen nicht selten ein gutes Händchen für die Vermarktung mitbringen. Von Natur aus, sozusagen.

In einem Gespräch vor einigen Tagen, kam die Sprache auf Top-Marketing-Experten. Wir unterhielten uns darüber, was sie lesen, woher sie sich informieren und wie man diese  Crème de la Crème an Leuten erreichen würde. Ich war ziemlich erstaunt, zu erfahren, dass für diesen, e-mail-technisch und telefonisch nicht (mehr) erreichbaren Menschenschlag, Blogs offenbar eine große Rolle spielen. Gut zu wissen! Die Frage ist jetzt bloß, welche Qualität sich diese Leute hier erwarten, wie sie Blogs beziehen und letztlich, wie sie Blogs wirklich lesen. Das gilt es herauszufinden.

Was jedoch sollten Unternehmen bedenken, die sich nun mehr und mehr eingestehen müssen, den Content-Zug versäumt zu haben? Eine ganze Menge! Unter anderem, dass es wesentlich mehr braucht, ein gutes Blog zu führen, als zum Beispiel nötig ist, eine halbwegs vernünftige Facebook-Seite hoch zu ziehen. Auch die Strategie sollte keines Falles zu kurz kommen und viele andere Dinge mehr berücksichtigt werden. Viele Agenturen wissen angeblich, wie es geht. Einige wenige haben Lösungen. Fragen Sie die und vor allem, schauen sie sich vorher ihre Blogs an. Auch hier gilt: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. 

Wenn es dann eine eigene Content-Schiene gibt. Wenn Ihr Unternehmen dann in die Lage versetzt wurde, wertvolle Inhalte zu erstellen und zwar laufend und in gleichbleibend hoher Qualität, werden Sie erkennen, um wieviel leichter Ihnen die Kommunikations-Arbeit auf ihren eigenen Social Media Kanälen fallen wird, dass Sie immer öfter wirklich relevante Inhalte, etwa in Form von Kommentaren, zurück bekommen und dass Sie für Ihre Zielgruppe genau jenen Kitt (Stichwort: Bindungsqualität) bereitstellen, den diese braucht, um an Ihrem Unternehmen, Ihrer Dienstleistung oder Ihrem Produkt im wahrsten Sinn des Wortes “dran zu bleiben”. Ihr Blog wird dann einer überschaubaren, thematisch klar umrissenen Gemeinschaft an Menschen Richtung geben. Das Ziel ist erreicht!

 

Der nächste Social Media Kanal, auf dem “jetzt alles sind”, kommt bestimmt. Ihr eigener Blog jedoch bleibt. Bei Fragen rund ums Bloggen oder das Thema Content Strategie, bin ich gerne für Sie da! ==> Kontakt

 

Ich blogge, also bin ich

6. Juni 2013Ich will schon seit längerer Zeit über das Bloggen schreiben. Da kommt mir dieses Stöckchen dazwischen und ich nehme es gerne auf. Stöckchen-Werfen, auch Blog-Karneval genannt, funktioniert so, dass ein Blogger sich ein Thema vorknöpft oder Fragen stellt (wie im vorliegenden Fall), diese beantwortet, um den Ball oder das Stöckchen dann an einen anderen (Blogger) weiter zu geben. Der Sinn des Ganzen: Backlinks.

Backlings jedoch sind eine Form der Anerkennung und damit gegenseitiger Wertschätzung. Wenn Ritchie Pettauer und Martin Bredl auf mich verlinken, dann ist das mehr als nur ein Impuls für Google, das dann erkennt, dass wir “irgendwie” zusammenhängen. Backlinks dieser Art und Qualität sind viel mehr als das.

Den Richard Pettauer kenne und schätze ich seit langer langer Zeit. Er ist nicht einer jener “Social Media Experten”, die die Sau erst seit einigen Jahren vor sich her treiben. Ritchie war von Anfang an mit dabei und kennt sich aus. Und noch viel wichtiger. Er teilt sein Wissen und zwar aus Prinzip. Aus diesem Grund ist er für mich nicht nur Vorbild, sondern immer wieder auch Ansporn, raus zu gehen aus der Komfort-Zone, zu teilen, sich zu interessieren und sich nicht zu erheben über andere, die thematisch vielleicht anders gelagert sind, von einer Sache vielleicht weniger verstehen als andere.

Bleibt noch Martin Bredl. Martin war einst Präsident des Österreichischen PR-Clubs (PRVA). Abgesehen davon ist er ein profunder Kenner der Materie Kommunikation und hat nach seiner Tätigkeit als PR-Chef der Österreichischen Telekom den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit getan. Zudem ist er ein Treiber, wenn es darum geht, die Bereiche Online, PR und Content miteinander zu verbinden. Ich schätze Martin Bredl einfach sehr. Als Blogger und PR-Auskenner einerseits, aber vor allem auch als Mensch, der mein Blog, und damit mich selbst, schon seit geraumer Zeit wohlwollend begleitet. Danke dafür!

Soviel zum Thema Menschen. Sie stehen für mich hinter den Blogs, die ich lese. Ihre Blogs geben mir Eintritt in ihre Gedankenwelten. Es geht mir bei Blogs immer um den Menschen dahinter. Um die geht es mir. Weniger darum, wie die Marken oder Unternehmen heißen, für die sie meinetwegen sprechen. Blogs sind für mich das Paradebeispiel “sozialer” Medien. Blogs werden von Menschen für Menschen gemacht und wenn sie von der namenlosen Content-Engine für ein Unternehmen gemacht werden oder gemacht werden müssen, dann klingen sie schieße und erreichen ihre Ziele nur in den seltensten Fällen. Soviel zum Thema Blog-Karneval oder Stöckchenwerfen. Und hier die Fragen. Sie haben allesamt mit meiner Art zu bloggen zu tun.

BLOGGER-TYP?
Zuerst mal rein geschäftlich, wobei sich das, was ich hier sozusagen geschäftlich mache, von dem, was ich denke und woran ich auch privat glaube, nicht trennen lässt. Insofern blogge ich über “Geschäftliches” aus subjektiv-privater Sicht (oder so).

GERÄTSCHAFTEN DIGI­TAL?
iMac, iPhone älteres Modell von dem ich so ziemlich alles, was “social” ist, herunter gegeben habe. Es wird imho viel zu viel geteilt, viel zu wenig gelesen und kaum noch was verstanden. Wir geben einander in sozialen Medien einen Beat vor, den kaum noch jemand verträgt. Das gilt für Facebook und Twitter. Insofern ist für mich mein Blog Wohltat und Entspannung. Er hilft mir dabei, meinen Kopf zusammen zu räumen und Gedanken zu bündeln. Für mich enorm wichtig. Geht natürlich nur dann, wenn man “in the mood” ist. Leider zu selten der Fall.

GERÄTSCHAFTEN ANA­LOG?
Mein Cannondale Caad 9 (Rennrad). Eine wichtige Gerätschaft, die mir dabei hilft, den Kopf frei zu bekommen, was wiederum unweigerlich zum nächsten Blogpost führt.

ARBEITSWEISE
Je nach Auftragslage ;) Nein, im Ernst: Ich brauche den klaren Kopf. Strategien und Kommunikationslösungen abseits eingetretener Pfade bringe ich nur dann hin, wenn ich in die Zeit dazu habe, in die Schuhe meiner Kunden zu schlüpfen. Dies wiederum geht nur dann, wenn ich die Zeit und auch den Freiraum habe, in die Schuhe der Kunden meiner Kunden zu schlüpfen, mich einzufühlen und einzustimmen in deren Problemlagen. Klingt super-komplex und ist es auch. Wenn ich aber einen klaren Gedanken habe, geht es mir der Umsetzung schnell. Genauso ist es mit dem Thema Bloggen.

WELCHE TOOLS NUTZT DU ZUM BLOGGEN, RECHERCHIEREN UND BOOKMARK-VERWALTUNG?
Wordpress, Storify, Scoop.it sind hier die Tools meiner Wahl. Ja und vielleicht noch manchmal Feedly. Austo-Posting-Tools wie Buffer, Hootsuite oder Time.ly habe ich abgeschworen. Sie entsprechen meinem Mindset nicht mehr.

WO SAM­MELST DU DEINE BLOGIDEEN?
Ebenfalls auf WordPress. Das sind dann die vielen Entwürfe…

WAS IST DEIN BES­TER ZEITSPAR-TRICK/SHORTCUT FÜRS BLOGGEN/IM INTERNET?
Bloggen und Zeitsparen, das passt meiner Meinung nach nicht zusammen. Bloggen braucht Zeit, Recherche, Lesen, Nachdenken. All das lässt sich weder durch Tricks, noch durch Shortcuts umgehen oder beschleunigen.

BENUTZT DU EINE TO-DO-LIST-APP?
Nein. Ich habe einen Ordner am Schreibtisch. Er nennt sich “2Blog”. Das ist alles.

GIBT ES NEBEN TELEFON UND COMPUTER EIN GERÄT, OHNE DAS DU NICHT LEBEN KANNST?
Nein. All das sind Werkzeuge, die ich brauche. Aber ich bestimme über sie – nie sie über mich!

GIBT ES ETWAS, DAS DU BES­SER KANNST ALS ANDERE?
Nein. Ich versuche wertschätzend zu kommunizieren und scheitere damit auf hohem Niveau. Solange sich dieses Niveau nach oben verändert, bin ich zufrieden, weil ich weiß, dass etwas (mit mir) weiter geht.

WAS BEGLEI­TET DICH MUSI­KA­LISCH BEIM BLOGGEN?
Gar nichts. Beim Bloggen lerne ich extrem viel, bin angespannt und deshalb voll konzentriert. Musik wäre für mich nur hinderlich. Bin nämlich jemand, der, hört er Musik, sehr bewusst Musik hört. Prince Roger Nelson (Lotus Flowers) gibt es höchstens nach vollendetem Blogpost. Sozusagen als Belohnung.

WIE IST DEIN SCHLAFRHYTHMUS – EULE ODER NACHTIGALL ODER LERCHE?
Unterschiedlich und damit wohl typisch für Selbstständige. Bloggen kann ich dann am besten, wenn es mich überkommt. Nur dann hab’ ich wirklich was zu sagen. Nur dann, sprudelt es förmlich aus mir heraus und ich getrau mich, mit Gedanken, Überzeugungen und Worten vor den Vorhang, die ganz tief drinnen sind in mir. Diese Ich-muss-heute-bloggen-weil-Freitag-ist-Posts fand ich damals schon an mir selbst zum Kotzen!

EHER INTRO­VER­TIERT ODER EXTROVERTIERT?
Keine Ahnung! Ein wenig wohl von beiden. Kenne da allerdings Leute, die sagen, jeder der bloggt sei eine Rampensau und damit extrovertiert.

WER SOLLTE DIESE FRAGEN AUCH BEANTWORTEN?
Georg Holzer
Anne Breitner
Reinhard Lanner

DER BESTE RAT, DEN DU JE BEKOM­MEN HAST?
Das ist Empathie und so kannst du damit arbeiten.

NOCH IRGEND­WAS WICHTIGES?
Storytelling ist mir wichtig. Gewaltfreie Kommunikation ebenfalls. Wenn du das eine tust,  ergibt sich das andere wie von selbst.