16. Mai 2013Google Plus zeigt sich in neuem Gewand und überfordert mich massiv. Was ich brauche ist weniger. Was ich mir wünsche ist Klarheit. Was ich ablehne ist eine zunehmende Datenflut, der ich mich immer weniger gewachsen sehe.
Das Telefonat heute morgen war noch gar nicht beendet. Trotzdem klickte ich schon auf meinen Browser und weiter auf meine Google Plus Seite. Google Plus wird für mich immer wichtiger und ich habe neben dem persönlichen Profil auch die Community Storytelling Austria und eine Unternehmensseite edRelations – Wertschätzende Online Kommunikation aufgezogen. Google Plus sieht ab heute ein wenig anders aus. Vielleicht auch schon seit gestern, jedoch war ich gestern nicht online.
Google Plus sieht jetzt nicht nur anders aus, es überfordert mich. Es kommt in einem Gewand daher, das ich von Pinterest oder Rebelmouse kenne, mir persönlich jedoch nicht zusagt. Warum? Weil ich überflutet werde mit Informationen, Bildern und Videosequenzen und es so noch schwieriger für mich ist, ruhig und fokussiert zu bleiben, brauchbare Information aufzunehmen und ihnen die Zeit zu geben die sie brauchen. Google Plus macht meine User-Erfahrung noch fragmentierter, noch hektischer und schneller. Und das finde ist überaus schade.
Die Filter Lüge
It’s Not Information Overload. It’s Filter Failure. Oh wie gut das klingt! Man ginge nicht unter in Informationen, solange man nur die Filter richtig setzt. Alle Information kommt jetzt also durch meinen sozialen Filter. Also ist der soziale Filter, spricht, die Verbindungen, die mich in sozialen Medien umgeben, gut. Wirklich relevante Information also wird mich schon finden, so die sinnige Annahme. Das einzige Problem: Die Annahme stimmt nicht. Ob auf Google Plus, Twitter, Facebook oder Pinterest: Es ist in erster Linie Schrott, der daher kommt. Und es wird immer mehr! Schrott seitens meiner persönlichen Verbindungen. Schrott und Irrelevantes von Unternehmen, denen ich folge. Kaum jemand ist sich darüber in klaren, das er Teil meines sozialen Filters ist, und ergo gut ist bzw. eine wichtige Funktion erfüllt. Wenn dies meinen privaten Verbindungen nicht klar ist, naja, drücken wir mal ein Auge zu, aber was, wenn es sich dabei um Unternehmen handelt, die keine Sekunde ihrer (online-) Zeit darauf verschwenden, was für mich nützlich oder relevant sein könnte?
Bin ich am Ende selber schuld?
Aber hallo! Ich selbst bin doch für meinen eigenen Schrott verantwortlich, oder? Schließlich war ich es ja, der sich von Google dazu hat verleiten lassen, seine Dienste in Anspruch zu nehmen (die vorher ganz anders ausgesehen haben und mich nicht annähernd so vielen Informationen auf einmal ausgesetzt haben wie jetzt…), schließlich habe ich mich selbst dazu entschlossen, alle anderen Dienste rundherum zu nutzen. Ich war es, der sie zugelassen hat. Ich habe ihnen auf meinem Desktop, in meinem Browser und letztlich in meinem Kopf jenen Raum gegeben, den sie jetzt num mal haben. Also worüber rege ich mich auf?!
Es geht mir darum, festzuhalten, dass wir in all dieser Content- und Bilderflut untergehen. Dass wir kaum noch dazu in der Lage sind, klar und konzentriert bei der Sache zu sein und mit dem Füttern unserer Feeds und Streams (über die wir nicht selten belangloses Zeug verbreiten) nicht mehr nachkommen. Wir haben uns kleine Monster geschaffen und dabei völlig vergessen, wie unsere eigenen Bedürfnisse und Strategien aussehen, vergessen, was wir eigentlich wollen und hier in Sozialen Medien tun.
Wir kommen also mit dem Füttern nicht mehr nach und nutzen deshalb Maschinen die uns dabei helfen, den zusammengetragenen Twitter- und Facebook-Content auch an Sonn- und Feiertagen unter die Leute zu bringen. Wertschätzung in unserer Online Kommunikation? Geschenkt! Zuhören, Leute abholen? Naja, wenn’s was bringt. Customer Care? Na klar doch, solange sich unsere Fans gegenseitig helfen und wir uns dadurch Kosten sparen.
Aber schneller und schneller dreht sich die Content-Maschine. Dabei haben wir gerade erst gelernt, wie wir die Überschriften unserer Kurz-Texte (Social Objects) nun verfassen müssen (kurz und mega-knackig) damit sie am Desktop ebenso “funktionieren” wie am mobilen Endgerät und da stellt Google schon wieder seinen Algorithmus um und alles ist wieder umsonst. Egal! Schnell weiter im Programm. Schnell noch ein paar Videos, ein paar Fotos und Tweets in den virtuellen Stream geschoben. Raus damit! Schließlich wollen unsere kleinen Monster gefüttert sein. Wir haben aufgehört, dieses Tun zu hinterfragen, und das ist gut so. Oder doch nicht?
Weniger ist noch immer mehr
Ab dem Zeitpunkt, wo du erkennt, dass nicht alles zu schaffen ist, geht es leichter. Umgemünzt auf Social Media bedeutet das für mich ein radikales Umdenken. Ja, ich muss mitspielen und ja, ich entschließe mich jeden Tag aufs Neue dazu, Soziale Medien für meinen Geschäftserfolg zu nutzen. Aber. Ja aber. Um genau dieses Aber geht es mir.
Ich bestimme, wann ich poste, welchen Informationen und Feeds ich mich aussetze und wozu ich etwas sage. Ich selbst bestimme, ob meine Online Kommunikation an 24 Stunden des Tages läuft und an sieben Tagen der Woche. Ich habe es in der Hand, zu sagen, ich blogge, poste oder like jetzt mal drei Wochen gar nichts, weil ich die Zeit brauche um damit klar zu kommen um das zu verstehen, was ist. Und letztlich habe es auch ich in der Hand, zu sagen, heute geht gar nichts und ich werde mich erst recht nicht dazu zwingen (lassen).
Wenn wir nicht klar sehen – und genau das lässt mich Google Plus in dieser seiner derzeitigen Forum und Fassung leider nicht (mehr), dann wird es auch mit dem Verstehen schwierig. Wenn wir nicht mehr ausreichend verstehen, dann müssen wir uns wieder auf die Suche nach Klarheit begeben. Müssen reduzieren, weglassen, uns von Dingen, Diensten und Gesprächspartnern trennen, die wir nicht (mehr) verstehen, die uns unserer Sicht und Klarheit berauben. Genau dorthin geht mein Weg und er wird mit jedem Schritt klarer.
Nachtrag: So bekommen Sie den Pinterest-Look von Google-Plus wieder weg!
Wer im Google Plus Profil ganz oben rechts auf “Mehr” klickt, der kann das Stream Layout von GooglePlus wieder auf die ursprüngliche Form zurücksetzen.
Die Objekte im Stream werden dann wieder untereinander angeführt.
M´it rechts und links “meterweise” Platz dann, aber bitte…
21. Dezember 2012Ich möchte mich hiermit bei allen bedanken, die dieses Jahr zu einem schönen und erfüllten Jahr gemacht haben. Das gilt nicht nur für die LeserInnen dieses Blogs sondern auch für Kunden und eine Familie, wie man sie sich nur wünschen kann.
Es ist Zeit, einmal kurz Danke zu sagen. Fangen wir an mit Geschenken, die nichts kosten, außer Zeit. An der Blogparade Zukunft Online-PR haben bislang über zwanzig (!) Berater, Agenturen, Menschen teilgenommen. Sie haben nicht nur mich beschenkt (Traffic, Tweets, Backlinks) sondern auch sich selbst und alle anderen, denen das Thema Online-PR wichtig ist. Danke dafür! Dieses Geben und Nehmen, dieses Teilen ist mir persönlich sehr wichtig. Es ist integraler Bestandteil meiner Arbeit und meines Selbstverständnisses.
Danke aber auch an alle bestehenden Kunden. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich Menschen zu einer Zusammenarbeit mit mir entscheiden, nicht selbstverständlich, dass Rechnungen pünktlich bezahlt werden und man sich gegenseitig wertschätzt. Ohne dieser Wertschätzung keine Wertschöpfung bzw. sinnstiftende Zusammenarbeit. Das ist so wichtig und wird doch so oft vergessen. Auch Dinge, die im vergangenen Jahr nicht so gut gelaufen sind, gehören hier rein. Auch dafür danke. Ohne sie und ohne herausfordernde Menschen, Gespräche und Situationen kein Wachstum.
Ich wünsche Ihnen / Euch ein frohes Weihnachtsfest, positive Gedanken und genügend Zeit, die Akkus wieder ordentlich aufzuladen.
22. Mai 2012Ich habe Anne M. Schüller 2010 im Rahmen des Buches Leitfaden WOM-Marketing kennengelernt zu dem ich einen Beitrag zum Thema Online PR beisteuern konnte. Jetzt hat Schüller nachgelegt. In ihrem …
Ich habe Anne M. Schüller 2010 im Rahmen des Buches Leitfaden WOM-Marketing kennengelernt zu dem ich einen Beitrag zum Thema Online PR beisteuern konnte. Jetzt hat Schüller nachgelegt. In ihrem neuen Buch Touch Points – Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute beschäftigt sie sich mit den Touchpoints innerhalb von Unternehmen und jenen hin zu Kunden bzw. anderen externen Stakeholdern. Wobei diese strikte Einteilung zwischen innen und außen in vernetzten Unternehmen – Stichwort Social Business – wohl an ihre Grenzen stößt. Genug der langen Rede. Ich habe mit ihr nachfolgendes Interview geführt und so manchen spannenden Hinweis erhalten.
Ed Wohlfahrt: Sehr geehrte Frau Schüller! Sie haben Ihr neues Buch “Touchpoints – Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute” genannt. Was macht diese Touchpoints aus und was macht sie für Unternehmen relevant?
Anne M. Schüller: Was eine Marketingstrategie wirklich taugt, entscheidet sich in den ‚Momenten der Wahrheit‘ an den Kontaktpunkten (Touchpoints) eines Unternehmens.Touchpoints entstehen überall da, wo ein (potenzieller) Kunde mit den Mitarbeitern, Produkten, Services und Marken eines Anbieters direkt oder auch indirekt in Berührung kommt. An jedem Touchpoint kann es zu positiven wie auch negativen Erlebnissen kommen, die eine Kundenbeziehung stärken oder zermürben beziehungsweise eine Marke kräftigen oder bröckeln lassen. Und oft genug sind es Kleinigkeiten, die schließlich große Katastrophen bewirken. Und im Web erzählen die Betroffenen sowas dann der ganzen Welt. Deshalb muss zusammen mit den Mitarbeitern für jeden einzelnen Kontaktpunkt erarbeitet werden, wie man die Interaktion mit den Kunden besser gestalten, ihr Leben vereinfachen, ihr Dasein versüßen und ihren Nutzen vergrößern kann. Oder wie man sie emotional berühren, ihnen Zeit schenken und sie immer wieder neu überraschen und begeistern kann. Hierbei kommt es nicht nur auf Ideenreichtum und das Wissen um Kundenbedürfnisse an, sondern auch auf das ‚Wollen‘ der Mitarbeiter.
EW: Wenn Unternehmen beispielsweise mit ihren Mitarbeitern auf Tuchfühlung gehen wollen und dies über Werkzeuge des Social Intranets, Collaborations-Tools oder dergleichen tun. Welche Fehler gilt es unbedingt zu vermeiden?
AS: Es gibt ja leider immer noch Manager, die glauben, an den Rändern ihrer Organisation gäbe es kein intelligentes Leben. Dort macht die Zwangsjacke starrer Service-Normen Mitarbeiter zu Marionetten, die sich selbst den blödesten Anweisungen willenlos beugen und jedem Kunden ihre öden Standards aufoktroyieren („Das ist bei uns Vorschrift!“). Eine hohe Kundenfluktuation und herbe Reputationsschäden sind dann die Folge. Deshalb müssen die aktiviert werden, die am besten wissen, was Kunden wirklich wollen und welche Rahmenbedingungen es dazu braucht: Die Mitarbeiter, die tagtäglich ganz nah an den Kunden und Prozessen sind. Collaboration-Tools dazu gibt es reichlich. Zunächst muss man allerdings die Mitarbeiter befähigen, also mit adäquatem Wissen versorgen und in unternehmerischem Denken schulen. Entscheidend ist dann, die Mitarbeiter machen zu lassen und ihren Vorschlägen auch tatsächlich zu folgen, selbst wenn ab und an mal was in die Hose geht. Das bedeutet dann vor allem Kontrollverlust, doch sowas mögen Manager alter Schule gar nicht gern.
EW: Was tun, wenn die intern zur Verfügung stehenden Collaboration-Tools nicht angenommen werden, also nicht geteilt wird, weil es beispielsweise an der dafür benötigten Unternehmenskultur fehlt?
AS: Ja, mit der passenden Unternehmenskultur fängt alles an. Und das ist nichts, was man in einem Leitbild beschreiben und den Mitarbeitern dann an die Wand nageln kann. Unternehmenskultur muss tagtäglich von den Oberen vorgelebt werden, und sie muss regelmäßig auf den Prüfstand. Außerdem muss die Führung sicherstellen, dass es den Leuten gut geht bei der Arbeit. Sogenannte Feelgood-Manager werden sich künftig um deren Wohlergehen kümmern, für eine ‚lachende‘ Unternehmenskultur sorgen und Burnout vermeiden helfen. Denn Mitarbeiter bringen – genauso wie Spitzensportler – nur unter optimalen Bedingungen ihr Bestes.
EW: In ihrem Buch widmen Sie sich auch dem Thema Collaboration-Touchpoint, also dem Rahmen, den es braucht, damit sich Wissensarbeiter entfalten können. Wieviele Vorgaben, verbindliche Regeln aber auch Freiheit braucht es, damit Knowledge-Worker motiviert sind, gerne arbeiten, im Unternehmen längerverweilen und vor allem auch ihr Wissen mit anderen teilen?
AS: Nur in kreativen Freiräumen können Spitzenleistungen entstehen. Denn Kreativität – die Schlüsselressource der Zukunft – braucht Weite. Und sie kann sich nur in heiteren Hirnen entfalten. Der Vorgesetzte von heute ist demnach vor allem ein ‚Enabler‘, also ein Möglichmacher. Er fördert die Selbstorganisation seiner Leute und schafft Freiräume für Kundenbelange. Er brennt seine Leute nicht aus und er hält sie auch nicht ‚klein‘, er macht sie vielmehr stark, damit sie dem Unternehmen ihr ganzes Wissen und schließlich den Kunden ihre ganze Kraft geben können.
EW: Die Loyalität von Wissensarbeitern gilt heute längst nicht mehr nur dem Arbeitgeber. An erster Stelle stehen das persönliche Netzwerk vor allem aber auch das persönliche Wissensgebiet und Thema in dem man sich entfalten will. Was können Arbeitgeber tun, wenn sie Mitarbeiter haben wollen, die sich auch dem Unternehmen gegenüber möglichst loyal verhalten?
Im ersten Schritt gilt es zu verstehen, wie Loyalität heutzutage funktioniert. Während nämlich die Loyalität der Analog Seniors ihrer Firma gehörte, gehört die Loyalität der Digital Natives ihrem Netzwerk. Ein Unternehmen, das ihnen verbietet, ihre sozialen Netze auch während der Arbeit zu pflegen, kommt für sie nicht in Betracht. Ein zweiter Aspekt ist die Sinn-Komponente, die vor allem den topqualifizierten Wissensarbeitern sehr wichtig ist. Wenn sie zwei oder mehr Job-Angebote haben, entscheiden sie sich für dasjenige mit dem Sinn-Plus. Und ein dritter Aspekt sind persönliche Werte. Loyalität funktioniert nämlich dann am besten, wenn die Werte eines Unternehmens und die persönlichen Werte seiner Mitarbeiter ein hohes Maß an Übereinstimmung zeigen. Sich voll und ganz mit einem Unternehmen identifizieren zu können heißt dann auch, sich selber treu zu sein.
EW: In ihrem Buch raten Sie Unternehmen unter anderem dazu, mit ihren Kunden auf Tuchfühlung zu gehen, definieren hierbei Enttäuschungs-, OK- und Begeisterungsfaktoren. Wenn wir das mal auf die Realität Sozialer Medien umlegen: Was können Unternehmen tun, damit sie hier mehr Begeisterung auslösen?
AS: Bei der Betrachtung einzelner Touchpoints werden in gängigen Verfahren gern die folgenden Bewertungsstufen verwendet: negativ, neutral, positiv. Die ganze Emotionalität, die einen Kunden befallen kann und auch meistens befällt, wenn er ein Produkt ersteht oder eine Dienstleistung nutzt, kommt dabei allerdings reichlich zu kurz. Denn, wie inzwischen hinlänglich bekannt, wird jede Erfahrung, die Menschen machen, emotional markiert und so im zerebralen Erfahrungsspeicher abgelegt. Als ‚like‘ oder ‚dislike‘ wird sie dem Umfeld dann schließlich bekanntgegeben. Um diese Emotionalität sichtbar zu machen, favorisierte ich eine Vorgehensweise, bei der jeder Touchpoint auf seine Enttäuschungs-, OK- und Begeisterungsfaktoren hin analysiert wird. Und das gilt natürlich auch Online. Dazu muss man dann noch wissen, was einen Menschen bewegt. Zum Beispiel,
wenn man ihm etwas sehr Nützliches oder etwas Unterhaltsames bietet
oder ihm etwas völlig Neues, Einzigartiges oder Sensationelles zeigt
oder wenn man seinen Spieltrieb und das Gewinnen wollen anregt
oder wenn man ihm etwas gibt, mit dem er sich schmücken bzw. zu etwas Gutem beitragen kann.
EW: Welche Rolle spielen Begeisterung und Kundenverblüffung beispielsweise für Fans eines Unternehmens auf Facebook bzw. anders gefragt: Sind Fans hier überhaupt noch auf der Suche nach Begeisterung oder haben sie sich längst daran gewöhnt, von Firmen nur mit langweiligen, bestenfalls mittelmäßigen Inhalten konfrontiert zu werden?
AS: Dazu kann ich nur folgendes sagen: Anstatt weiterhin ihren Werbeschrot(t) in die Welt hinauszuballern und damit auch auf Facebook zu nerven, sollten Unternehmen ihren Fans das geben, was das Fan-Sein so besonders lohnenswert macht:
ernst und wichtig genommen zu werden
das Gefühl, jemand Besonderes zu sein
die Möglichkeit, sinnvolle Beiträge zu leisten
eingebettet in eine Gemeinschaft zu sein
Teil von etwas Großem zu sein
EW: Sie zitieren auf Seite 235 Monica Glisenti, Leiterin Corporate Communications bei der Schweizer Migros mit den Worten “Immer wenn wir Kundenwünsche in unserem Sortiment berücksichtigen, werden wir mit Lob im Social Web belohnt”. Ist es wirklich so einfach mit dem Thema Kundenwünschen bzw. was tun, wenn man als Unternehmen von seinen Kunden noch gar nicht diskutiert wird?
AS: Wie gerade schon angeklungen: Die meisten Menschen sind beseelt von dem Wunsch, einen Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten. Und wir alle hungern nach Aufmerksamkeit und Anerkennung. Deswegen ist eine Reaktion auf positive Hinweise im Social Web mindestens genauso wichtig wie das Umgehen mit Kritik. Wenn aber noch gar nicht über einen im Web gesprochen wird, dann gilt es, Reaktionen gezielt anzuregen und seine Kunden ein wenig zu impfen. Denn selbst, wenn diese tatsächlich begeistert sind, denken sie nicht vollautomatisch daran, eine Empfehlung auszusprechen. Bei Monarch Wildlife Cruises &Tours aus Neuseeland klingt das zum Beispiel so: „Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Erlebnisse, Bilder und Videos mit anderen Wildlife-Fans auf unserer Facebook-Seite teilen oder uns bei TripAdvisor empfehlen“.
8. März 2012Die beste Videocamera ist angeblich immer die, die man gerade dabei hat, heißt es so schön. Neulich war ich am Messestand eines Kunden und frage mich, warum mir der Chef …
Die beste Videocamera ist angeblich immer die, die man gerade dabei hat, heißt es so schön. Neulich war ich am Messestand eines Kunden und frage mich, warum mir der Chef vor seinem Produkt stehend nicht ein paar Info-Happen geben könnte. Ich wollte diese auf seine Facebook-Seite stellen. Das ganze ging leider daneben bzw. konnte ich das Footage nicht verwenden. Aber nicht etwa wegen meinem Gesprächspartner sondern wegen des verwendeten Kamera-Setups. Hier ein paar Tipps und Tricks wie das schnelle Corporate Video trotzdem gelingen kann. ”
9. Februar 2012Wir kennen das Problem. Einzelne Tweets konnten bislang nur über Screenshots eingebunden werden. Zwar konnte man auf den Tweet auf Twitter verlinken, aber richtig nutzerfreundlich war das nicht. Mit seinem …
Wir kennen das Problem. Einzelne Tweets konnten bislang nur über Screenshots eingebunden werden. Zwar konnte man auf den Tweet auf Twitter verlinken, aber richtig nutzerfreundlich war das nicht. Mit seinem neuen Layout schafft Twitter nun Abhilfe. So lassen sich Tweets neuerdings embedden, also sauber z. B. in ein Blog einbauen. Und das ganze geht so!
Schritt 1) Man wählt auf Twitter einfach jenen Tweet aus der embedded werden soll und klickt auf “Öffnen” – Der Tweet klappt sozusagen auf und dann auf “Details”
Schritt 2) Twitter stellt nun HTML, Kurzwahl oder Link zur Verfügung und gibt die Möglichkeit die Darstellung anzupassen (also rechsbündig, zentriert, linksbündig). Unterhalb sieht man den Tweet, wie er dann im Blog, auf Posterous oder wo auch immer aussehen wird.
Schritt 3) Im Backend des Blogs (ich verwende WordPress) den HTML-Code mit Steuerung+C / Steuerung+V einfügen, auf “Speichern” klicken und fertig!
Das gaze sieht dann so aus:
Schade… das fing so vielversprechend an: Westbahn mit einem weiteren Facebook-Patzer… awe.sm/5f1xo#westbahn
Interessant dabei ist die eingebaute Funktion, dass man über Klicken des “Folgen”-Buttons dem jeweiligen Tweet gleich folgen bzw. im ersten Schritt auf dem Twitter-Profil landet und hier “Follow” klicken kann. Ein Twitter-Konto natürlich vorausgesetzt. Ich denke, dass dies aus Kommunikaitonssicht ein durchaus spannender Punkt sein könnte, über den man die Bekanntheit eines Twitter-Kanals pushen kann. Vorausgesetzt natürlich, dass darin enthaltent Tweets entsprechend oft embedded werden. Aber wie immer machen auch auf Twitter die Inhalte die Musik.
Es bleibt abzuwarten ob sich diese und andere Twitter-Features (da kommt sicher noch einiges) auf die Userzahen in unseren Breiten positiv auswirken.
30. Juni 2011Im Rahmen der Social Media Convention 2011 spreche ich heute Abend über das Thema Online Krisen-PR. Es ist mir ein sehr wichtiges. Zugleich ist es ein sehr schwieriges. Das hat …
Im Rahmen der Social Media Convention 2011 spreche ich heute Abend über das Thema Online Krisen-PR. Es ist mir ein sehr wichtiges. Zugleich ist es ein sehr schwieriges. Das hat unter anderem damit zu tun, dass Unternehmen, die man darauf aufmerksam macht, meist ablehnende reagieren. Allein wenn sie das Wort Krise schon hören. Im besten Fall heißt es dann “Herr Kollege, damit wir ein Scheitern ausschließen können, sitzen Sie ja eigentlich am Tisch”. So schnell kann es gehen und die Krisenprävention ist an den Social Media Berater ausgelagert, der zu diesem “Zusatzjob” sprichwörtlich kommt wie die Jungfrau zum Kind. We
15. Juni 2011Ich habe über den 123 People Newsletter gerade von Luca Sartoni erfahren. Er hat in San Francisco diesen Ignite Talke zum Thema “Symbolic Violence and Social Media” gehalten. [youtube http://www.youtube.com/watch?v=UhN_hOdgYOg?rel=0&w=640&h=394] Extrem aktuelles …
Ich habe über den 123 People Newsletter gerade von Luca Sartoni erfahren. Er hat in San Francisco diesen Ignite Talke zum Thema “Symbolic Violence and Social Media” gehalten.
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=UhN_hOdgYOg?rel=0&w=640&h=394]
Extrem aktuelles Thema finde ich. Spannend wirds gegen Ende hin, wenn er sagt:
I think that as a company we should not rank people about their popularity on twitter when we answer their questions, when we reply their customer requests. Actually we are spending too much efforts on influencers (…) As users we should ask companies and service to wor
k just because we are humans – not because we are popular on Twitter. We should stop to claim our symbols when we are online to get attention. Just because we have natural rights and we have to take advantage of that.
Ich habe diese Mess- und Bewertungs-Brille im Bereich von Influencer-Analysen und Community-Building Maßnahmen lange, zu lange, auf gehabt, denke aber, dass es nun an der Zeit ist, sie abzunehmen. Zu wissen, mit wem man es online zu tun hat und diesen jemanden richtig einzuschätzen ist eine Sache. Ihm menschlich um nicht zu sagen “social” zu begegnen, respektive sich dies von Zeit zu Zeit wieder in Erinnerung zu rufen, die andere. Fröhliches Nachdenken!
10. Juni 2011Am 30. Juni 2011 findet in Wien die Social Media Convention 2011 statt. Ich habe Mrs. digitalks.at aka Meral, sie setzt die Veranstaltung für pressetext.at um, nach längeren Verhandlungen eine Karte …
Am 30. Juni 2011 findet in Wien die Social Media Convention 2011 statt. Ich habe Mrs. digitalks.at aka Meral, sie setzt die Veranstaltung für pressetext.at um, nach längeren Verhandlungen eine Karte im Gegenwert von 390 Euro entlocken können, die ich hier verlose kann.
=”_blank”>ed@edwohlfahrt.com senden, nehmen an der Verlosung teil. Rechtsweg und Barablöse sind natürlich ausgeschlossen. Die Frage, sie ist ein wenig kniffelig, lautet:
Wie heißt jener Mitarbeiter der PR-Firma Burson-Marsteller, der versuchte, den Ex-Journalisten und Blogger Christopher Soghoian zu einer Google-kritischen Berichterstattung zu bewegen, den Namen seines Kunden (Facebook Inc.) aber nicht nennen wollte und so einen der größten PR-Skandale im Silicon Valley der letzten Jahre auslöste?
Antworten bitte per E-Mail bis 17. Juni 2011 um 12.00 Uhr an mich. Viel Glück! Und man sieht sich auf der Social Media Convention. Ich spreche dort ab 18.00 16.00 Uhr übrigens zum Thema “Online Krisen-PR: Was tun wenn's daneben geht”.
4. April 2011Ich bin ein Suchender, ach was sag ich! Ich bin ein Lenender Lernender. Als solcher finde oder besser stolpere ich über Dinge wie den Shitstorm, der sich gerade rund um …
Ich bin ein Suchender, ach was sag ich! Ich bin ein Lenender Lernender. Als solcher finde oder besser stolpere ich über Dinge wie den Shitstorm, der sich gerade rund um die Wiener Kultureinrichtung Museumsquartier – kurz MQ – auf Facebook zusammenbraut. Ich habe mich jetzt 1:38.25 Sekunden mit der Thematik auseinander gesetzt und sehe einigermaßen klar. Die Sicht auf die Ding trüben lediglich zwei Hirter Märzen sowie der mir eigene Social Media Mindset. Aber lassen wir das mal beiseite.
Geschehen ist folgendes (Kurz-Zusammenfassung): Ein Student hat eine Facebook-Page hochgezogen. Er hat das Logo des MQ dafür verwendet und nicht explizit festgehalten, dass er das ganze als Privatperson tut. Das MQ entschloss sich nun angesichts immer mehr werdender Anfragen dazu, die Fanpage zu übernehmen. Leider konnte man sich mit dem “Urheber” (finanziell) nicht einigen bzw. führe ein Kommunikationsproblem dazu, dass die Seite und ihre ca. 25.000 Fans einfach übernommen wurden. Jetzt ergießt sich über das MQ auf Facebook ein Shitstorm, der für österreichische Verhältnisse seines gleichen sucht.
Liebe MQ-Fans! Wir bedanken uns recht herzlich bei unserem MQ-Fan für die Gründung und kompetente Betreuung der MuseumsQuartier Wien facebook Page. Ab sofort berichtet das MQ Social Media Team über aktuelle Geschehnisse aus dem MQ.
Das nenne ich mal eine Übernahme… Klar wurde versucht mit dem inoffiziellen Betreiber Kontakt aufzunehmen. Klar pfuschte einem Facebook gewaltig rein, indem es zuerst sagte, die Zusammenführung würde schon ein Weilchen dauern, die Hebel dann aber von heute auf morgen – und für viele völlig überraschend – umlegte.
Machen wir hier vielleicht mal einen Sidestep. Nach Berlin. Eine hier ansässige, sagen wir es so, in Gründung befindliche Agentur lanciert eine Presseaussendung. Das tut erstmal richtig gut. Und schreibt darin folgendes:
Das Ziel meiner Aussendung wurde zweifellos erreicht! Sie setzte
eine große öffentliche Diskussion über den Umgang mit facebook-
Seiten in Gang, die ohne Frage bessere Antworten lieferte als jede
Fachveranstaltung zum Thema Social Media Marketing.
Das unterschreibe ich gleich mal blanko. Und vorweg: Würde ich mich gerade in Gründung befinden, ich würde wahrscheinlich das selbe tun. Was? Na mich dranhängen an eine gerade hochkochende Thematik. Schließlich sind mit Erwähnungen und Buzz garantiert. Und gerade das ist es doch, was eine Agentur am Start so braucht. Bloß würde ich mir dann die Zeit nehmen und den Bereich Coaching unter Leistungen auf meiner Seite ausformulieren. Wie schaut denn das aus, wenn den BesucherInnen meiner Page ein sinnentleertes Lorem ipsum engegenblickt…?!
Wenn ich etwa gelernt habe während der vergangenen Jahre, dann eines: Ab einem gewissen Zeitpunkt geht gar nichts mehr. Social Media technisch gesprochen, meine ich. Wäre ich wirklich in Gründung, so würde ich sogar noch eins drauf setzen und demjenigen, der in Eigenregie die Facebook Seite hochgezogen hat eine eigene OTS-Meldung spendieren, die ja schon echtes Geld kostet. 700 Euro, wenn ich die Preise richtig im Kopf habe. Abhängig davon, wie viel OTS-Meldungen ich im Paket kaufe. Klar würde ich mir damit den Vorwurf einhandeln, ich würde an einem professionell lancierten Shitstorm arbeiten, aber wen kümmert das (noch)?!
In Sachen Gründung eine Richtigstellung. Wie mir Herr Kaden von Mikamedia Kulturmarketing via Twitter mitteilt, existiert die Agentur bereits seit August 2010. Auf der Homepage steht “Lost geht’s am 4. April”. Dies aber zielt ab auf einen Relaunch der Site und nicht auf die Gründung eines Unternehmens. Meine Schuld, hätte ich besser checken müssen. Danke für die Info und nichts für Ungut!
Hat ein Fall ein gewisses Momentum, so gibt es kaum etwas, das das betroffene Unternehmen noch tun kann. Das klingt ganz schön krass für jemanden wie mich, der unter anderem Online Krisen-PR im Programm hat. Aber es ist Fakt, dass Menschen (wie ich) im DERSTANDARD (hardcopy) eine Kurzmeldung lesen, sich mit dem betroffenen Unternehmen auf Facebook verbinden und diesem dann gehörig die Meinung sagen (das hab ich übrigens nicht getan…). Und zwar OHNE! sich den Fall vorher besehen zu haben, ohne eine zweite Meinung eingeholt zu haben und ohne jegliches Vorwissen bezüglich Facebook-AGB’s oder anderen, in diesem Falle längst nicht mehr interessierenden Fragen.
Machen wir mal einen Strich: Jeder kann hiervon lernen. Und zwar ausnahmslos jeder! Was genau? Dass es völlig unerheblich ist, dass man sich juristisch oder auf Basis der Facebook AGB’s am richtigen Weg befindet. Das interessiert hier erstmal niemanden. Ganz im Gegenteil. Momentum bekommt die Sache deshalb, weil einem armen Studenten für zwei Jahre unentgeltlicher Arbeit vom MQ (oder deren Agentur) ein paar Brosamen hingeworfen werden. Das passt nicht. Weder online noch offline. Und das passt seit ungefähr tausenden Jahren nicht, oder wann immer David Goliath seinen Stein so exakt an die Schläfe knallte, dass dieser umfiel wie ein Brett. Groß gegen klein. Mächtig gegen schmächtig. MQ gegen Studi. Genau diesen Umtand hätte man sich vor Augen führen müssen. Gerade in Zeiten der sozialen Vernetzung.
Es stimmt genau was der Webarchitekt in einem privaten Twitter-Gespräch von vorhin gerade sagte:
Das was rechtens ist, ist die eine Sache. Insofern hat auch die handelnde und ich hoffe beratende Agentur recht wenn sie unter anderem meint:
In Social Media gelten die selben Regeln wie im “echten Leben” – der Diskurs wird auch hier idealerweise fair, transparent und respektvoll geführt. Genau das vermisse ich in der momentanen Diskussion von einzelnen “Fans” des MQ.
Allein die Social Media Realität ist die andere. Eine Realität, in der Diskurse eben nicht ideal ablaufen, nicht transparent und respektvoll geführt werden. Das ist ein wenig so, wie wenn ich mit der “reinen Lehre” zum Unternehmen gehe und sage “jetzt aber mal im Ernst, sie haben sich authentisch zu verhalten, das Visier hochzuklappen, Fehler einzugestehen und überhaupt, transparent und völlig offen zu sein”. Bitte nicht lachen. Ich habe genau das getan. Solange, bis ich die Realität erkennen musste, in der genau diese Unternehmen zu bestehen haben. Und da hieß es bei Thema Authentizität schon mal Abstiche machen, beim Fehler eingestehen schon mal 10% nachzulassen, etc. You know what I mean?!
Vor diesem Hintergrund stelle ich mir die Frage, ob es klug war, auf das 1.700 Euro Angebot (in etwa so viel wollte der Admin der ursprünglichen MQ-Fanpage für seine erstmals unentgeltliche Tätigkeit haben) nicht einzugehen. Egal ob die Leute, die sich als “Fans” des MQ verkleidet nun gerade berechtigt oder unberechtigt die Seele aus dem Leib schimpfen. Schließlich geht es weder um richtig noch um falsch hier.
Völlig klar ist ferner: Es gibt kein Patentrezept. Jedoch hätte ich schon darauf gepocht, dass es ein persönliches Gespräche mit dem Studenten gibt, dass man sich in die Augen blickt, Verständnis gewinnt für die jeweilige Position. Dieses blieb bislang nämlich aus, lese ich. Dinge verselbstständigen sich. Ob uns das nun passt oder nicht. Ab einem gewissen Zeitpunkt geht nichts mehr. Hier noch sachlich zu argumentieren oder gar dagegen zu halten kann man gelinde gesagt vergessen. Doch die Übernahme bzw. das Zusammenführen der inoffiziellen Facebook-Page mit einer hochgezogenen offiziellen, das hätte man besser planen können, ja sogar müssen. Dass die Sache so hoch kommt, hätte in dieser Form wohl in keiner Szenarien-Analyse gestanden. Aber man hätte sich damit fit gemacht. Fit gemacht und vorbereitet für den Fall, wo die Fans und Userleins der Sonnenschein-Kommunikation entsagen und sich – ob berechtigt oder nicht – auf die Hinterfüße stellen.
Für uns alle bedeutet der MQ-Fall aber vor allem eines: Lernen, nochmals lernen und Aufpassen! So unbedeutend, so klein kann keine Communty sein, als dass man sich ein wie immer geartetes Drüberfahren leisten kann. Hier Vorsicht walten zu lassen, hier einen Schritt zurück zu machen und nicht den Revolverhelden raus hänge zu lassen, macht auf längerfristige Sicht absolut Sinn.
30. März 2011Vielen Dank nochmals für Ihre Bemühungen. Der Vorstand hat nun allerdings beschlossen, dass für ein Strategie-Konzept kein Geld ausgegeben wird. Ich habe den Auftrag erhalten, ein kostenloses Konzept einzuholen. Wenn Sie dies machen …
Vielen Dank nochmals für Ihre Bemühungen. Der Vorstand hat nun allerdings beschlossen, dass für ein Strategie-Konzept kein Geld ausgegeben wird. Ich habe den Auftrag erhalten, ein kostenloses Konzept einzuholen. Wenn Sie dies machen wollen, sind wir dafür gerne offen. Sollten dafür allerdings wie besprochen 5-7 Stunden á € 180,- verrechnet werden, so muss ich leider anderswo nachfragen.
Das fand ich heute in meinem Postfach. Und es gab mir zu denken. Die weit über die Grenzen Kärntens hinaus bekannte Tourismusagentur Strafinger teilt mir mit, dass ich zu teuer bin. Sie sagt mir aber auch, dass sie durchaus dazu bereit wäre, ein Gratis-Konzept aus meiner Feder anzunehmen. Das will ich aber nicht tun. Aus mehreren Gründen. Ist mir aber zu doof hier darauf einzugehen.
Ich bin von Tourismusagenturen schon des öfteren abgesaugt worden. Meist handelte es sich dabei um große, gut situierte Agenturen, die das Thema Social verschlafen hatten. Schöne Grüße nach Salzburg! Betreffende Agenturen waren von heute auf morgen gefordert (von ihren Kunden?) und brauchten so schnell und natürlich so günstig wie möglich aktuelles Social Media Wissen.
Was mich im oben zitierten Fall jedoch besonders sauer aufstößt, ist die Dreistigkeit, mir der sich ein Vorstand ein Gratis Strategie-Konzept einfordert und (!) das ist es ja gerade, auch bekommen wird. Das steht für mich nämlich fest. Der Vorstand wird bekommen, was er will. Bekommen Vorstände das nicht immer? Irgendwer wird liefern. Irgendwer wird sich hinsetzen, Hirnschmalz investieren, sein profundes Wissen zu Papier bringen und Lösungen ausarbeiten für eine Facebook Page die nicht funktioniert, weil sie nicht funktionieren kann. Warum? Weil jemand (ein Vorstand?) sich eine solche gewünscht hat, weil das jetzt alle machen, weil Facebook jetzt rein muss in den Marketing-Mix oder warum auch immer. Auf jeden Fall ohne Konzept, ohne klare Strategie und Richtung. Und dann sind sie da, die zahlreichen Kanäle, die nicht funktionieren wollen. Weil die Anzahl an willigen Zuhörer dann halt doch ziemlich begrenzt ist. Selbst in weltumspannenden Jeder-mit-jedem-Netzwerken wie dem Internet oder Facebook oder Social Media. Ist eh doch alles das selbe!
Im schon ziemlich langen Thread auf meiner Facebook-Seite oder wars auf Twitter, keine Ahnung, da stellte jemand die Frage, ob der Vorstand des Unternehmens auch gratis arbeiten würde. Und das glaube ich ja nicht. Die wissen was sie tun und sind sich voll darüber im Klaren, dass sie bekommen werden was sie wollen. Wenngleich der Preis fest steht (€ 0,00) für ein Social Media Strategie Konzept, die Qualität, die sie erhalten werden, ist derweil völlig unbekannt. Ich hoffe aber, dass sie entsprechend hoch ist. Die betreffende Fanpage könnte sie nämlich wirklich gebrauchen.
Mir kommen strenge Dinge unter. Jemand etwa, der für die Umstellung einer Facebook-Fanpage-URL auf eine Vanity-URL 200 Euro haben will zum Beispiel. Aber warum auf andere mit den Fingern zeigen? Ich selbst werde im Juni in Wien sprechen und kein Honorar verrechnen, weil keines bezahlt wird. Ja bin ich deppert? Ja und nein. Ja weil ich es tue. Nein, weil ich weiß, dass mir Keynotes Kunden bringen. Und zwar gute Kunden.
Im Gegensatz dazu bringen mir gratis Konzepte gar nichts. Im Gegenteil. Sie kosten mir viel Zeit. Zeit im übrigen, die ich nicht mit meiner Familie verbringen kann. Zeit, die unwiederbringlich futsch ist. Ich finde schade, dass Agenturen, die über eine so ausgezeichneten Ruf verfügen wie Strafinger, so handeln. Nämlich beim Zuhören ganz große Ohren zu machen, beim Zahlen aber knausern bzw. offen Gratis-Leistungen verlangen. Die betreffende Tourismusagentur lässt damit tief blicken. Sie sagt nicht nur, dass sie im Bereich sozialer Medien im März 2011 über nicht genügend Know-how verfügt. Sie macht damit auch deutlich, dass Social Media für sie kein allzu wichtiges Thema darstellen. Und genau diese Einstellung halte ich aus strategischer Sicht für brandgefährlich. Aber das ist nur meine bescheidene Meinung. Gratis, aber aus tiefster Überzeugung.