19. April 2013Die Einschläge kommen näher, die Fragen werden mehr. Ich teste auf Google Plus seit längerer Zeit, lege das Tool wieder weg, habe es abgesehen von einem mal noch nie aktiv empfohlen. Wie aber sieht es mit meiner Facebook-Unternehmensseite aus? Was bringt sie mir (noch)?
Während der vergangenen Wochen reifte bei mir die Entscheidung, GooglePlus den Vorzug gegenüber Facebook zu geben. Nachfolgende Punkte halfen mir dabei, in meine Überlegungen mehr Klarheit rein zu bringen. Fazit: Meine Kosten-Nutzen-Rechnung für meine edRelations-Facebook-Seite ist negativ und ich werde sie deshalb wohl nicht mehr lange mitschleppen. Entwickeln mag ich sie aber auch nicht. Auch dazu hier ein paar Gründe.
Facebook: Schleichende Nivellierung nach unten
Ich beobachte auf Facebook bereits seit längerer Zeit eine Nivellierung nach unten. Auch von Seiten der Unternehmen her. Das schnelle Like, das freudige Auflachen sind wichtiger als alles andere und entsprechend wird kommuniziert. Stutzig in diese Richtung machte mich jüngst auch die Aussage mehrerer Unternehmen, die zwar was in Social Media jedoch “sicher nicht” in Facebook investieren wollen. Das Problem sehe ich häufig darin, dass Unternehmen auf Facebook möglichst kurz und knapp und maximal freundschaftlich agieren müssen, um überhaupt noch jemanden ansprechen zu können.
Meine Facebook-Inhalte gehören mir nicht
All das, was ich auf Facebook gepostet habe, gehört mir nicht. Hat mir nie gehört. es ging mit dem Klick auf den Send-Button in den Besitz Facebooks über. Das ist insofern ok, als dass ich mich auf Facebook ja freiwillig bewege. Allerdings wirken die auf Facebook geposteten Inhalte, und Gesetz dem Fall, es handle sich darum um wirkliche Perlen, in nur sehr geringer Weise nach. Google spielt kein Thema und wer klickt sich schon nachträglich durch die Facebook-Seite eines Unternehmens? o.k. verlinken könnte man dann schließlich auch noch. Was also die Kosten-Nutzen-Rechnung anlangt, muss auf Facebook hart kalkuliert werden! Nachdem mir mein dort geposteter Inhalte nicht gehört und er mir mittel- und längerfristig, etwa über Google, kaum was bringt, spricht vieles für ein Blog oder eine Webseite, auf der mein Content wirklich mein Content ist, und über Google auch entsprechend nachwirken kann. Auch GooglePlus könnte hier eine bessere Alternative sein, also Facebook. Dies alles vor dem Hintergrund, dass mir die Facebook-Graph-Search noch nicht ausreichend bekannt ist. Sie könnte das Argument, Inhalte wirken zu wenig nach, mit einem Schlag entkräften.
Triviale Inhalte stiften kaum Nutzen
Unternehmen haben schnell erkannt, dass sie sich auf Facebook anders “geben” müssen. Einige machen das bekanntlich sehr gut, erzählen hier Geschichten (like!), weil sie ihre Core-Story kennen, sie nehmen sich nicht zu ernst, behandeln ihre Facebook-Seite weniger als Auftritt, denn als Gesprächsangebot, wie es Sascha Lobo jüngst formulierte, all das. Vielerorts tun sich Unternehmen aber auch sehr schwer. Sie posten trivialste Inhalte und ernten trivialste Interaktionen. Solang sich diese jedoch in einem gewissen quantitativen Rahmen abspielen, scheint die Rechnung auch wieder aufzugehen.
Je einfacher und manchmal auch trivialer auf Facebook gepostet wird, desto besser. Es bringt zwar meist nicht mehr Kommentare, jedoch viele Likes und in diesem Fall auch Shares. Was aber, wenn ein Unternehmen auf diese Art nicht kommunizieren möchte?
Was aber, wenn sich Unternehmen auf dieses Niveau nicht herablassen wollen? Wenn also, um ein konkretes Beispiel zu geben, ich nicht Bilder eines Kleinkindes vor meinem Computer im Büro sitzend posten möchte, nur weil mir das vielleicht ein paar Likes bringt? Ich merke derzeit, dass es vielen Unternehmen genau so geht. Sie fragen sich was sie tun sollen und ob es gut ist, nicht zuletzt für ihre Reputation, das zu tun, was sie tun.
Facebook ist ein Freunde-Medium
Auch diesen Umstand habe ich lange nicht ausreichend verstanden. Das was Facebook für die breite Masse ist, ist ein Werkzeug, über das man mit Freunden in Kontakt bleiben, alte Schulkameraden wieder finden, Baby- und Katzenfotos teile kann, all das. Ich weiß schon, natürlich gibt es auf Facebook auch andere Inhalte. Aber viele meiner Freunde und Bekannten nutzen das Medium genau so. Dass Firmen nun kommunizieren und agieren müssen oder besser sollten, wie Freunde (Stichwort: Friend-Brand), dass sie plötzlich so ansprechbar sein müssen oder besser sollten, wie Freunde, ist sehr schwer zu bewerkstelligen und dass sie plötzlich den Kumpel geben müssen, stellt die Unternehmenskommunikation auf eine harte Probe.
Facebook bringt mir kein Neugeschäft
Von idealen Kunden (nämlich solchen, die Social Media über Facebook hinaus denken) ganz zu schweigen. Leute die bei mir um einen Termin anfragen, kommen nicht über Facebook, sie kommen über eine Google-Anfrage und über offline stattfindende Mundpropaganda, was für mich den Idealfall schlechthin darstellt. Kommen sie über Facebook? Nein! Und eine weiter zentrale Beobachtung: Auch wenn es zu einer Kundenbeziehung kommt, verbinden sich lediglich geschätzte 10 Prozent mit meiner Facebook-Seite. Warum das so ist? Ja weil der Großteil jener Personen, die darüber entscheiden, ob Ed Wohlfahrt eingekauft wird oder nicht, selbst alles andere sind, als Facebook-Heavy-User. Sie sind Entscheider, die eben nicht eine Stunde pro Tag Social Media nutzen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Sie machen mich jedoch nicht satt!
Meine Zuhörer sind großteils Berater
Nichts gegen meine Zuhörer auf Facebook! Aber der Großteil sind selbst Berater oder Social Media Afficionados von denen wohl kaum ein Lead ausgehen wird. Hier spielen Twitter und meine Homepage eine wesentlich wichtigere Rolle, wobei die Zuhörerschaft auf meinem Blog auch eher in Richtung Social-Media-Community gehen dürfte.
Facebook-Inhalte spielen auf Google kaum eine Rolle
Bereits oben ausgeführt: Prospektive Neukunden checken mich über Google ab. In der Trefferliste spielen die über meine Facebook-Seite geteilten Inhalte keine Rolle. Mein persönliches Facebook-Profil schon, weshalb ich es auch sicher weiterführen werde! Schon gar nicht dann, wenn es um spezielle, für mich wichtige Begriffe wie “Corporate Storytelling” geht. Also welchen Sinn hat es für mich, auf meiner Facebook-Seite diese Themen zu bringen, darüber Gespräche anzuzetteln, gute Inhalte zu teilen, wenn mir dies auf entsprechende Suchanfragen (Google) so überhaupt nichts bringt?!
Warum dann also noch eine Facebook-Page?
Warum – aus meiner Sicht betrachtet – also noch in eine eigene Facebook-Page investieren? Ich finde hier echt keinen Grund dazu. Achtung! Ich sage nicht, Facebook wäre unwichtig, würde Unternehmen generell nichts (mehr) bingen. Das wäre mehr als unklug. Ich denke aber, dass sich das eine oder andere Unternehmen die oben dargestellten Punkte mal kritisch ansehen sollte. Sich fragen sollte, was bringt das Vorhandensein unserer Marke / unseres Unternehmens unseren Zuhörern auf diesem Kanal wirklich? Oder anders gefragt: Welchen Nutzen sind wir in der Lage hier zu bieten? Eine weiter Frage gleich daran anschließend: Wie kann unser Unternehmen von den hier stattfindenden Gesprächen profitieren, und zwar konkret, sprich, hinsichtlich der Kommunikations- und Unternehmensziele? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, machen Investitionen (wieder) Sinn.
Wie geht es Euch mit (eigenen) Unternehmensseiten auf Facebook. Teilt Ihr meine Bedenken und Sichtweisen oder setzt ihr Eurer Facebook-Engagement fort, weil es eben doch etwas bringt, ihr hier andere Leute erreichen könnt, Mehrwert liefern und erzielen könnt? Würde mich echt interessieren. Danke im Voraus!
10. April 2013Wenn PR-Agenturen Infografiken versenden, wenn sich Facebook eine neue Timeline verpasst und Bildern darin höchsten Stellenwert einräumt. Wenn Bildplattformen wie Pinterest oder Instagram zu neuen Höhenflügen ansetzen. Dann, ja dann ist es höchste Zeit, sich mit dem Thema Visueller Kommunikation auseinanderzusetzen.
Aber visuelle Kommunikation ist hier weniger das Thema. Wir sparen uns das und gehen weiter zu einem Thema, das ungleich lohnender ist. Wenn sich nämlich visuell kommunizieren lässt, so sollte es doch auch möglich sein, visuell Geschichten zu erzählen. Und wir sind mit einem Schlag drin, mitten im digitalen Erzählen von Geschichten mit der Hilfe von Bildern, egal ob mit Fotos, Videos oder Infografiken.
Angestoßen durch die zu erwartenden Design-Änderungen auf Facebook habe ich mich mit dem Thema “Visual Storytelling” eingehend auseinandergesetzt und fühle mich fit genug, hier meine Erfahrungen und Sichtweisen zu teilen. Dass Unternehmen nicht nur dann mehr Gewicht auf ihre visuelle Kommunikation legen sollten, wenn sie eine Facebook-Page betreiben, liegt auf der Hand. Ebenso liegt auf der Hand, dass sich über Geschichten Zusammenhänge, Wissen, Werte, etc. besser vermitteln lassen, als über alle Powerpoint-Folien der Welt. Warum also nicht Bilder und Storytelling zu Visual Storytelling verbinden?!
Wenn Sie Betreiber einer Facebook-Seite sind, wenn Sie darüber hinaus ein Blog betreiben und oder Google Plus nutzen, dann kommen Sie weder an guten Bildern noch am Thema Storytelling vorbei. Hier einige Tipps, wie Sie von dort, wo Sie jetzt stehen, zu (hoffentlich) neuen Höhenflügen ansetzen und zwar nicht nur im Storytelling und der visuellen Kommunikation sondern in der Kombination beider Bereiche, dem Visual Storytelling. Nachfolgende Tipps erheben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit UND ich würde mich sehr darüber freuen, würden andere den Ball aufnehmen und Ihrerseits Tipps für gelungenes Storytelling mittels Bildern beisteuern.
1. Out of the Box denken
Storytelling will zuerst überhaupt erst einmal “visuell” gedacht sein. Was heißt das? Dort wo Storytelling als Methode im Unternehmen bereits Eingang findet, wird es auf vielfältige Art eingesetzt (besseres Verständnis, Leaving Expertes, Wissensvermittlung, Learning Curve, Wertevermittlung, etc.). Die Bilder, über die viele dieser Unternehmen kommunizieren, verfügen jedoch nur selten über eine strategische Aufhängung an das Thema Storytelling. Hier wird visuelles Storytelling als Methodik weit unter ihrem Wert geschlagen, und das ist schade.
2. Den Status Quo festlegen
Hier geht es um die Frage, wo steht unser Unternehmen, unsere Marke im Bereich Visual Storytelling überhaupt? Haben wir hierüber bereits nachgedacht und / oder entstehen Bilder im Kopf, wenn wir an unser Unternehmen, unsere Marke denken? Man könnte sich hier auch die eigenen Social Media Seiten ansehen und hinsichtlich der verwendeten Bilder kritisch hinterfragen. Wie gut liegen wir hier, was könnte man verbessern, etc.
3. Das Ziel des visuellen Storytellings festlegen
Das Ziel einfach damit festzulegen, die eigene Unternehmensgeschichte anhand von Bildern zu erzählen, greift entscheidend zu kurz. Alternativ könnte man sich fragen: Wohin wollen wir? Warum gibt es uns oder wen würden wir abgehen, würde es uns nicht (mehr) geben? Die Antwort könnte hier etwa lauten: Wir wollen im Rahmen unseres Storytellings visuell auflösen, wie wir das Leben unserer Kunden durch unsere Lösungen bereichern, verschönern, verbessern helfen. Ein Beispiel: In einer Besprechung mit einem Kunden ging es um ein bestimmtes Foto. Es zeigte eine Frau vor einem Tisch-Drucker. Die Frau lächelte zufrieden, weil das Ding endlich wieder problemlos funktionierte. Meine Kunde sagte zu dem Bild sinngemäß: “Schau Ed, genau das sind wir”. Ich fragte: Was meinst du? und bekam als Antwort: Wir sind für das Lächeln dieser Frau hier zuständig…
4. Die Core-Story entwickeln
Es ist nicht so einfach, das Konzept der Core-Story in wenigen Worten exakt auf den Punkt zu bringen (wird wohl ein weiterer Blogpost werden). Die Core Story eines Unternehmens muss nicht zwingend eine Geschichte im herkömmlichen Sinn sein (kann es aber). Sie umfasst im optimalen Fall das Mindset der Zielgruppe, transportiert den USP der Marke bzw. den Mehrwert, den das Unternehmen leistet und steht sozusagen synonym für die Werte, für die wiederum das Unternehmen steht. Die Core Story von Nike etwa geht so, dass der Gründer viel erreicht hat, weil er nicht aufgegeben hat oder anders ausgedrückt: Das Ziel der Marke Nike liegt darin, Sportlern dabei zu helfen, zu gewinnen.
6. Die Core-Story umsetzen
Dies geschieht nun aber nicht dadurch, dass man ein und die selbe Geschichte bzw. ein und den selben Zusammenhang wieder und wieder bildlich darstellt. Die Core-Story kann in visueller Hinsicht vielmehr durch Bilder ausgedrückt werden, die allesamt die Aussage der Story stützen bzw. absichern. Hier ist die Summe mehr als die einzelnen Teile bzw. die Facebook-Seite des Unternehmens in visueller Hinsicht etwa mehr als die Summe von aneinander gereihten Bildern. Jedes Bild bekommt dadurch eine Funktion und einen Sinn. Dieser Sinn liegt darin, dass jedes einzelne Bild einen kleinen oder größeren Beitrag zur Erklärung der Core-Story leistet und somit zum Teil einer Strategie wird.
7. Klotzen statt kleckern
Gute Bilder sind etwas wert. Sie müssen einfach etwas wert sein! Es gibt Blogger, die nur selbst erstelltes Bildmaterial verwenden. Gleiches gilt für Unternehmen, die auf ihrer Facebook-Seite jedem lizenzrechtlichen Ungemach dadurch aus dem Weg gehen, dass sie zu 100% eigenes Bildmaterial verwenden. Speziell dann, wenn es um Storytelling mit Bilder geht, zahlt sich diese Vorgangsweise absolut aus. Bekennen Sie sich zu gutem Bildmaterial und kämpfen Sie dies notwendigen Falles auch gegenüber Ihrem Chef durch. Wer sich angesichts der Bedeutung, die Facebook & Co Bildern derzeit beimisst, weigert, in gutes Bildmaterial zu investieren, der versteht die (Marketing-) Welt nicht mehr.
8 ) Geld in die Hand nehmen!
Natürlich kosten Bilder Geld. Aber es ist immer besser, Bilder zu verwenden, die mir oder dem Unternehmen selbst gehören, als solche, die zwar gratis sind, dem Unternehmen im Falle einer Abmahnung aber wirklich viel Geld kosten können. Wenn Sie sich zu digitalem Storytelling mit bzw. über Bilder entschlossen haben, nehmen Sie diese Entscheidung und die daran anschließenden Kosten in Ihr Marketingbudget auf. Und dies auch dann, wenn es nur für die Anschaffung einer eigenen Kamera reicht!
9) Mit Profis arbeiten
Ich durfte im Rahmen eines Projektes mit einem Profifotografen zusammenarbeiten. Das Facebook-Projekt (über das ich hier aufgrund einer Verschwiegenheitsklausel nicht sprechen darf) entwickelt sich hervorragend und dies nicht nur deshalb, weil der Fotograf top war. Er war zudem facebook-affin und von Anfang an in die Entwicklung der Core-Story eingebunden. Dies hatte unter anderem zur Folge, dass er Teile der Handlung vorgab, indem er einfach gute, sprich passende Bilder, beisteuerte. Dies jedoch natürlich im Rahmen der vorgegebenen Core-Story. Es war ein Gedicht mit diesem Fotografen zu arbeiten weil er nicht nur aktiv an der Story mitwirkte, sondern auch das Auge für die umzusetzende Story mitbrachte.
10) Flickr, Pinterest, Vine oder Instagram nutzen
Zum Schluss was Praktisches! Ich persönlich habe Pinterest vor langer Zeit getestet, nur zum Teil verstanden und dann wieder weggelegt. Mit Instagram ging es mir ähnlich. Dem Hype folgte der Katzenjammer. Durch die Bedeutung, die Facebook und auch GooglePlus neuerdings Bildern einräumen, sind die erwähnten Plattformen jedoch auch hierzulande keine Eintagsfliegen mehr. Und dies aus gutem Grund: Facebook wird im Newsfeed geteilte Links ebenso aufwerten (d.h. prominenter darstellen) wie über Pinterest oder Instagram angelegte Alben. All das spricht dafür, dass man sich Bildplattformen wie Pinterest oder Instragram noch mal genauer ansehen sollte. Ein kleiner Tipp dazu: Pinterest zu tracken ist mit einem Dienst namens Reachli ein Kinderspiel.
So. Das waren mal meine 2 Cents in Sachen visuelles Storytelling. Ich hoffe inständig auf Input von außen. Ich denke, dass diese Auflistung erst dann echten Sinn macht, wenn sie durch Feedback ergänzt und angereichert wird. Also lasst mich bitte nicht hängen!
Ich wünsche viel Erfolg beim visuellen Storytelling ob auf Facebook, am eigenen Blog oder auf Google Plus!
5. Dezember 2012Hier ist mein eigener Beitrag zur Blogparade zum Thema Zukunft Online-PR. Es wird wohl nicht der letzte bleiben. Anstatt mich mit Zukünften zu beschäftigen, ging ich ein wenig tiefer und setzte mich mit der Entwicklung des Begriffes Online-PR auseinander. Mein Fazit: Der Begriff "OnlinePR" braucht Hilfe. Unsere Hilfe.
Der Begriff Online-PR hat es sehr schwer. Die vormals klassischen PR-Agenturen hatten ihn lange Zeit nicht am Radar, das heißt eigentlich, sie hatten die Veränderungen, die Blogs, Flickr, Bewertungsplattformen und Foren in der Zeit zwischen 2003 – 2008 für die Unternehmenskommunikation haben sollte, nur zum Teil auf dem Radar. Von der eigenen sich wandelnden Rolle erst gar nicht zu sprechen.
Credits: charliedees / flickr.com
Für einige war Online-PR nichts anderes als eine Mogelpackung oder alter Wein in neuen Schläuchen. So nach dem Motto „Uns ist der Medienkanal, in dem wir für unsere Kunden strategisch oder meinetwegen integriert kommunizieren völlig egal. Wenn es jetzt nicht mehr Tageszeitungs-, Publikums- oder Fachmedien sind, dann können wir jederzeit auch in Foren oder sonst wo Meinung machen. Alles kein Problem.“
Online-PR: Ein sperriges Thema
Noch eine weitere Entwicklung war oder besser ist zu bemerken. Der Begriff und die Tätigkeit „Online-PR“ bleibt vage, ist oft weder Fisch noch Fleisch. Heißt, der Begriff Online-PR wird unter seinem Wert geschlagen bzw. ist vielen nicht annähernd klar, wofür er denn eigentlich steht, nämlich für Dialogbeziehungen (Relations) zwischen einer Organisation und ihren Teilöffentlichkeiten und zwar online. Ja aber was heißt das? Bedeutet dies etwa, dass jede x-beliebige Facebook-Fanpage, jeder dahergelaufene Twitter-Kanal einer Agentur oder eines Unternehmens schon Online-PR bedeutet? Schwer zu sagen. Für mich ist das Online-PR im weitesten Sinn bzw. kommt dem, was Online-PR intendiert oder sein könnte schon mal recht nahe. Und zwar egal ob diesem Tun PR-Konzeption zugrunde liegt oder nicht.
Online-PR: Vieles bleibt unklar
Ich denke das Thema Online-PR hat es unheimlich schwer. Wir denken alle in Begriffen, brauchen die Vereinfachung, die uns hilft, besser zu verstehen. Der Begriff Online-PR ist so sperrig bzw. bietet so viele Sichtweisen und Interpretationsspielraum, dass er gegen gut eingeführte und zumindest auf den ersten Blick verstandene Begriffe wie „Online-Marketing“ (bring Klicks und Traffic) oder „Facebook-Marketing“ (bringt Fans und Interaktion) niemals anzukommen vermag.
PR-Praktiker sind gefordert!
Ich bin jedoch zutiefst davon überzeugt, dass der Begriff „Online-PR“ nicht nur seine Berechtigung hat sondern dass es ihn dingend braucht. Aber nicht nur das! Es braucht zudem PR-Praktiker die ihn verwenden und dazu in der Lage sind, zu erklären, was Online-PR macht und kann. PR-Treibende die dies schaffen könnten sich dadurch einen Vorteil verschaffen. Warum? Ich habe die Vermutung, dass es entweder schon vorbei ist mit dem Hype um Social Media, Facebook, und SoMe-Monitoring oder zumindest sehr bald damit vorbei sein wird. Die einen werden das früher bemerken, die anderen später.
Mehr Bewusstsein und Klarheit
Es könnten die PR-Treibenden und die PR-Branche sein, die mit der Akzentuierung auf das Thema Online-PR dafür sorgen, dass Unternehmen und Marken nach dem Tal der Tränen (Social Media sind Zeitverschwendung) zum Plateau der Produktivität gelangen (Social Business). Darüber hinaus würde ein solcher Fokus auf Online-PR dazu führen, dass sie sich von allen anderen Formen / Spielarten von Public Relations (Litigation PR, Change Communication, etc.) aber natürlich auch von allen Formen des Social Media Marketings klarer abhebt, was ich überaus wichtig fände. Andererseits würde ein klar umrissener Online-PR-Begriff, der nicht in der Marketing- und Kommunikations-Sauce untergeht, dazu führen, dass professionell ausgeführte Online-PR im Rahmen z. B. von Litigation-PR oder Change Kommunikation einen klareren und damit abgesicherteren Platz einnehmen würde. Es wäre dann etwa klarer, dass sich Online-PR im Rahmen der internen Kommunikation einen wesentlich bedeutenderen Platz verdient hätten, als sie es sehr häufig haben. Oder etwa auch, dass Online-PR einen Change-Prozess überaus sinnvoll begleiten kann und wohl auch in der Pressearbeit, der Krisenkommunikation oder der Kommunikation mit immer spezieller und überschaubareren Dialogpartnern ihren unbestreitbar fixen Platz haben muss.
Ohne PR-Background kann’s nicht funktionieren
Plattformen kommen und gehen. Die online stattfindenden Gespräch jedoch bleiben und ich gehe davon aus, dass sich an der Virtualisierung von Kommunikation in absehbarer Zeit nichts Wesentliches ändern wird. Für PR-Treibende heißt dies jedoch, dass am Thema Social Media keinen Weg mehr vorbei führt. Dies heißt nicht, dass PR-Agenturen mit all jenen in den Ring steigen müssen, die nun Facebook, Pinterest und GooglePlus für sich entdecken. Dies heißt jedoch sehr wohl, dass PR-Treibende ein viel klareres Bewusstsein dafür haben sollten, was sie und zwar nur sie mitbringen, wenn sie am Tisch sitzen und das Gespräch auf „Social Media“ kommt.
Mehr PR für Online-PR!
PR-Treibende müssen sich ihrer Rolle in diesem Thema viel stärker im Klaren sein und diese auch entsprechend trommeln. Es ist so wunderbar einfach geworden „auch“ in Sozialen Medien zu sein. Die Inhalte sind teilbar, also sind wir ein offenes Unternehmen, können mit Feedback umgehen und unsere Kommunikationsziele erreichen… Ist es wirklich so einfach? Nein und nochmals nein! Aber diesen Punkt muss die PR hinreichend erklären. Das kann und wird sonst niemand anderer für uns tun!
4. Dezember 2012Viele, um nicht zu sagen alle Studien und Befragungen ergeben ein ähnliches Bild. Online-PR sind wichtig, werden wichtiger und sind überhaupt nicht mehr wegzudenken. Wie aber sieht die Realität aus? Mit dieser Blogparade möchte ich einen Dialogprozess zur Zukunft von Online-PR beginnen bevor die unvermeidlichen Blogposts "PR-Trends für 2013" wieder losgehen und sich die Debatte ebenso unvermeidlich verflacht.
Warum ich gerade das Mittel der Blogparade wähle, wo man doch auch auf Google+ und Facebook debattieren könnte? Nun, weil sie eine schöne Möglichkeit darstellt, sich miteinander zu vernetzen und weil die Kommunikation, wie auch der Content in einem Blog weit weniger flüchtig sind, als sie sich auf anderen Orten des Webs anfühlen würde.
Blogparade Zukunft Online-PR – Worum geht’s?
Es wäre für die deutschsprachige PR- und Kommunikations-Community bestimmt hilfreich, wenn wir einander unsere, bewusst subjektive Sichtweisen zur Zukunft von Online-PR und -Kommunikation erzählen würden. Angesichts von Studien, deren Aussagekraft ich mal hinterfragen möchte, und die Online-PR unisono als “total wichtig” einschätzen, fände ich es mal interessant, die Gedanken von PR-Praktikern egal ob in Unternehmen oder agenturseitig aber natürlich auch von PR-Konsumenten und -Kunden zum Thema zu hören. Wo also sehen Sie spannendes Neuland, wohin sehen Sie die Entwicklung von Online Kommunikation hingehen, welche Beispiele kennen Sie, die zukunftsträchtig oder gar innovativ sind, etc.?
Wie sieht sie aus die Zukunft der Online Public Relations?
Wie könnten passende Themen aussehen?
Das bestimmt jede/r selbst. Um mitzumachen sollte das Gesagte jedenfalls einen Konnex zum Thema Online-PR haben. Aus welchem Blickwinkel aus betrachtet auch immer. Vielleicht spielen Techniken und Methoden der Online PR eine Rolle? Vielleicht möchte jemand etwas zum notwendigen, fehlenden, etc. Mindset von Agenturen oder Auftraggebern sagen oder aus der Agentur-Kiste plaudern. Vielleicht machen auch einige “alte PR-Hasen” mit, die hier ihre ganz eigene Sicht auf das Thema beleuchten könnten. Wer sich weitere Anregungen für seinen Blogpost holen möchte, der kann auch mal in dieser Studie schmökern und findet vielleicht den einen oder anderen Anknüpfungspunkt für seinen Beitrag zur Blogparade Online-PR.
Blogparade – wie geht das noch mal?
An dieser Blogparade teilzunehmen ist einfach.
1. Sich zum Thema Zukunft Online-PR Gedanken machen.
2. Diese Gedanken am eigenen Blog, der eigenen Homepage oder wo auch immer zu “Papier” bringen und hier am besten kommentierbar und teilbar machen. 3. Den Link bis 20. Dezember 2012 bis 20. Jänner 2013 (Redaktionsschluss) hier am edRelations-Blog als Kommentar teilen (ich nehme ihn dann in den Blogpost auf) auf Twitter unter dem Hashtag #zukunftOnlinePR posten und / oder am eigenen Facebook-Profil oder der eigenen Seite auf Google Plus (bitte auch hier den Hashtag #zukunftonlinePR verwenden) teilen.
Was kommt dabei heraus?
Optimalerweise Dialog, Austausch und Miteinander. Gemeinsames Nachdenken und Vordenken zum Thema OnlinePR aus Agentur-, Unternehmens- oder Kundensicht. Was noch? Etwa gemeinsames Vorantreiben des Themas, mit dem wir wohl alle zu tun haben. Und mit der Blogparade verhält es sich so wie mit dem guten alten Holzofen zu Hause. Wärmen tut er uns dann am besten, wenn wir vorher ein paar dicke Buchenscheiter eingeworfen haben ; )
Wie und wann jeder Einzelne profitiert
Durch Links, Sichtbarkeit, Feedback und anderen wertvollen Input, durch neue Blickwinkel, durch das Kennenlernen thematisch Gleichgesinnter im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus, etc.
Noch Fragen? Gerne hier als Kommentar, auf Twitter @edwohlfahrt bzw. #zukunftOnlinePR oder E-Mail. Ich freue mich von uns zu lesen und werde heute oder morgen meinen ersten Post abliefern!
Gesammelte Beiträge zur Blogparade #zukunftonlinePR
31. Juli 2012Dass es nichts bringt, Fans zu kaufen, ist common Sense. Dennoch können Unternehmen dem Reiz vieler Fans auf Facebook, GooglePlus oder Twitter oft nicht widerstehen. Sie haben keine Zeit, müssen …
Dass es nichts bringt, Fans zu kaufen, ist common Sense. Dennoch können Unternehmen dem Reiz vieler Fans auf Facebook, GooglePlus oder Twitter oft nicht widerstehen. Sie haben keine Zeit, müssen Zahlen vorweilsen, den Launch der Seite künstlich anschieben, wollen Breite, verwechseln Social Media mit Push-Kommunikation, warum auch immer.
Was also tun, wenn der Chef Zahlen sehen will, die sich über die normale und fotgeschrittene Nutzung sozialer Medien nicht erreichen lassen? Und was tun, wenn im Unternehmen die Entscheidung bereits gefallen ist, Fans zu kaufen? Dieser Post soll für diesen Fall eine Handlungsanleitung bzw. Diskussionsgrundlage darstellen. Ich bin jedoch wie wahrscheinlich viele andere gegen das Kaufen von Fans und habe es Kunden weder empfohlen noch jemals persönlich getan.
Welche Anbieter gibt es
Grob eingeteilt zwei Arten von “Dienstleistern”. Typ eins verkauft Facebook- oder Twitter-Fans z.b. pro 1.000 Stück um 20, 30 oder 70 Euro. Je nach dem. Der Interessent nennt die URL der Fanpage, überweist zumeist via PayPal auf ein Konto und während der nächsten Tage und Wochen schnellt die Zahl der Fans wie von Zauberhand in die Höhe. Vielerorts sind die Herausgabe der Nutzerdaten bzw. das Zurückfolgen (auf Twitter) nicht mehr nötig. Die Facebook- oder Twitter-Nutzer sind Fakes, sprich künsltlich angelegte Nutzer, die dann auf Kommando liken.
Der andere Typ Anbieter arbeitet mit persönlichen Profilen oder Gruppen. Diese werden angelegt und frienden dann wahllos andere Nutzer. Das sind dann z.B. Facebook-Nutzer die dann 4000 Freunde haben oder mehr jedoch nur zwei Updates haben. Sobald das Profil dann mit genügend Nutzern gefüllt ist, werden Links gepostet, wird die Person dann zum Admin einer x-beliebigen Fanpage und lädt alle ihre Kontakte dazu ein die Seite zu liken. Solches Tun bleibt Facebook nicht verborgen. Die sperren dann den Account und wollen einen Ausweis sehen, um so zu wissen, dass es sich dabei um Personen aus Fleisch und Blut handelt. Aber die “geschickten” Dienstleister haben auch daran gedacht. Sie haben sich die Identität einfach ausgeborgt und haben somit auch den Personalausweis parat. Wer sich als Unternehmen zu solchen Praktiken entscheidet, geht ein hohes Risiko, das er selbst (!) zu tragen hat. Sich im Falle einer Sperre des Accounts durch Facebook oder Twitter an den Dienstleister zu melden hat zumeist wenig Sinn bzw. führt zu Streitereien, während der Schaden eh schon passiert ist.
Sichern Sie sich unbedingt ab
Machen Sie ihre Chefs und Vorgesetzten darauf aufmerksam, dass die Anbieter Tricks verwenden, die den AGB’s von Facebook, Twitter & Co zum Teil massiv widersprechen. Die Folgen, die solche Verstöße mit sich bringen können reichen von Verwarnungen bis hin zur Sperre von Benutzern oder Seiten. Kaufen Sie Fans wenn überhaupt nur dann, wenn Sie jemanden haben, der dafür im Unternehmen den Kopf hinhält, sprich die Verantwortung trägt. Klar und deutlich und von vorne herein. Gibt es diesen jemanden nicht, weigern Sie sich hartnäckig und sprechen Sie die zahlreichen Beispiele an, in denen Fakes aufgeflogen sind.
Vermeiden Sie extreme Sprünge
Vor allem bei Twitter ist es irrsinnig leicht, sich das Fanwachstum anzusehen. Tools wie Twittercounter oder AllFacebook Stats liefern ein recht eindeutiges Bild. Aus diesem Grund gilt es extreme Sprünge unbedingt zu vermeiden wenn Sie als Marke unter dem Radar bleiben wollen. Zu Beginn ist es besser, wenig Fans auf einmal zu ordern. Zwar liken diese Ihre Seite oder Ihren Account erst im Verlauf von einigen Tagen. Dennoch ist es besser hier nicht zu gierig zu sein und Fans zu tausenden auf einmal zu kaufen.
Vorbereitung ist alles
Nichts bleibt verborgen. Und eine große Anzahl indischer, pakistanischer oder chinesischer Fans wirft bei fortgeschritteneren Social Media Nutzern Fragen auf. Wie kommt es zu diesen Fragen? Wenn jemand der z.B ein paar Tausend echte Verbindungen auf Facebook hat eine Facebook-Page mit ebenfalls ein paar Tausend Fans likt, ist die Möglichkeit groß, dass es auch schon andere Personen aus dem eigenen Freundeskreis gibt, denen diese Seite gefällt. Wenn jedoch niemand diese Seite gelikt hat und damit niemand im Feld “Freunde denen das gefällt” auftaucht fragt man sich schon, womit dies zu tun haben könnte. Auch könnte ein extremes Mißverhältnis zwischen der Anzahl der Fans einer Seite und der Zahl der Personen die darüber sprechen, ein Indiz darstellen, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Vorsicht ist also geboten.
Reaktion im Krisenfall muss “sitzen”
Sie sind enttarnt. Blogger XY deckt den Fall auf. Online Medien reagieren und schon steht das Unternehmen in der Zeitung. Dumm gelaufen! Wenn es im Unternehmen jedoch eine strategische Entscheidung für den Kauf von Fans gegeben hat (siehe “Sichern Sie sich unbedingt ab”) dann muss es für den Fall des Entdeckt-Werdens auch einen Plan B, sprich, eine vorbereitete Antwort, eine Argumentation oder dergleichen geben. Wenn nicht, dann wird es jetzt haarig und wohl auch peinlich. Ich empfehle, dass Community-Manager, Marketing- und Kommunikationsabteilung von Anfang an in die Kaufabsicht eingeweiht und für den D-Day, spricht den Tag, an dem die ganze Sache auffliegt, vorbereitet sein müssen. Es muss sichergestellt sein, dass es dann kein Wegducken oder Durchtauchen geben kann, sondern dass es eine geordnete und (im Vorfeld) durchdachte Krisenkommunikation geben muss.
Erwarten Sie sich nichts!
Erwarten Sie sich von gekauften Fake-Fans auf keinen Fall zu viel!. Stellen Sie diesen Umstand bei den Vorgesetzten klar, sodass ausgeschlossen werden kann, dass man sich von mehr Fans auch mehr Engagement oder die Erreichung anderer qualitativer oder quantitativer Parameter (KPI’s) erwartet. Das sollten Sie nämlich nicht tun. Fake Accounts interagieren mit der Page nun mal nicht. Außerdem: Für 30 Euro sollte man sich wirklich auch nicht zu viel erwarten!
Reputationsschaden einkalkulieren
Bedenken Sie unbedingt auch, was das Auffliegen für die Reputation des Unternehmens bedeuten könnte. Ist es von seinem Image her stabil aufgestellt oder könnte ein Facebook-Flop einen mortalen Vertrauensverlust bedeuten? In letzterem Fall absolut Hände weg von gekauften Fans oder falschen Freunden!
Aber nochmal: Die vorangegangenen Punkte sind nur dann anzuwenden, wenn die (falsche) Entscheidung für den Zukauf von Fake-Fans bereits gefallen ist. Immer besser fahren Unternehmen und Marken dann, wenn Sie ihre Online Kommunikation langfristig planen und umsetzen. Solche Unternehmen entwickeln erfahrungsgemäß auch nur sehr selten Begehrlichkeiten in Richtung kauf von Fans.
30. Juli 2012Engagement, Interaktion, Likes, Kommentare, Weiterempfehlung und Shares. Wo ist in Sozialen Medien bloß der verdammte Knopf, den man nur zu drücken braucht und dann klappt es auch schon? Für alle, …
Engagement, Interaktion, Likes, Kommentare, Weiterempfehlung und Shares. Wo ist in Sozialen Medien bloß der verdammte Knopf, den man nur zu drücken braucht und dann klappt es auch schon? Für alle, die diesen Knopf noch nicht gefunden haben eine gute Nachricht. Hören Sie auf zu suchen, es gibt ihn nicht!
Während der vergangenen Wochen habe ich in meiner Vorbereitung auf diverse Workshops immer wieder auf Storytelling und eben Engagement fokussiert. Warum diese beiden Bereiche in sozialen Medien eine so große Rolle spielen ist einfach erklärt. Ohne Stories gestaltet sich Unternehmenspräsentationen auf Facebook als Aneinanderreihung einzelnder Updates. Diese sind mehr oder weniger lose. D.h. sie verbinet nicht viel mehr als der Umstand, dass sie alle vom gleichen Unternehmen stammen. Warum Engagement wichtig ist bzw. Unternehmen wissen sollten, wie sie es denn auslösen können auf ihren Social Media Ablegern ist auch klar. Ohne Engagement, ohne Interaktion zwischen dem Unternehmen und seiner Fans stellt sich früher oder später die Sinnfrage bzw. werden die Social Media Zelte wieder abgebrochen. Aber schauen wir uns den Begriff einmal genauer an.
Was ist Engagement?
Kurz erklärt handelt es sich dabei um die aktive Teilnahme am Geschehen in Form von Interaktion. Umgelegt auf soziale Medien bedeutet dies, dass Fans, Follower, Leser aktiviert und eigeladen werden etwas anzumerken, zu sagen, eine Aktion zu setzen, die von einem flüchtigen Like über den Retweet bis hin zum Copy&Pasten eines Links ins E-Mail Programm reichen kann. Das, woran viele Unternehmen scheitern, ist die Verfügbarkeit von Inhalten, die eben dieses Engagement auszulösen in der Lage sind. Es scheitert häufig aber auch an den Basics, die in den nachfolgenden Punkte angesprochen weden sollen. Alle, die weitere Tricks auf Lager haben bitte diese via Kommentarfunktion teilen. Dann wird aus 1 + 1 plötzlich 3 ; )
Mehr Engagement durch geschlossene Fragen
Zum überwiegenden Teil sind die Nutzer sozialer Medien nicht darauf aus, Unternehmen dabei zu helfen, ihre Botschaften zu verbreiten. Sowas aber auch! Unternehmen müssen sich aber auch darüber im Klaren sein, dass sie im Newsfeed ihrer Fans z.B. auf Facebook mit den Babyfotos der Nachbarin und den Urlaubsbildern des besten Freundes zu konkurrenzieren haben. Geschlossene Fragen helfen dabei, auch faulere, weniger klickfreudigere Nutzer zur Interaktion zu bekommen. So ist es also besser zu fragen: “Was war das Schlimmste, das ihr Hund einmal gefressen hat?” als “Was wollen Sie mit ihrem Urlaub anfangen?”. Während die Frage mit dem Hund die Anworten (Schuhe, Tiefkühlgemüse, die Katze des Nachbaren) sozusagen schon vorwegnimmt, stellt zweite Frage den Nutzer vor ein echtes Problem: Nachdenken, formuliern, vielleicht nochmal durchlesen und abhändern und dann posten. Das ist zu viel verlangt in flüchtigen Zeiten und es findet keine Interaktion statt. Das “Like” oder “Ma liiiiiiiiieb )))” unter das Babyfoto geht einfach und schnell.
Harmonie zwischen Bildern und Text
Ein Bild sagt mehr sagt als 1.000 Worte, richtig. Aber vom richtigen Bildformat (wieder Facebook) mal abgesehen geht es hier noch um viel mehr. Wie klar ist die Botschaft des Bildes, erklärt es sich selbst? Wie ist es farblich abgestimmt? Knallt es rein oder ist es grau in grau? Passt es zur dazu gestellten kurzen Message? Unterstützt es diese Text-Botschaft oder widerspricht sie ihr? Lange Rede kurzer Sinn: Ein zum Posting gestelltes Bild ist noch keine Garant für Engagement!
Klare Handlungsanweisungen bringen Engagement
Ein Facebook-Posting etwa damit abzuschließen, dass man schreibt “Wenn Sie uns bei dieser Aktion unterstützen wollen, klicken Sie bitte auf Like” macht Sinn. Auch dem lahmsten Betrachter des Postings wird somit klar, dass er aufgerufen ist JETZT! was zu tun. Es muss natürlich nicht immer nur das Like sein. Auf Ebene von Blogposts eignen sich dazu natürlich auch Fragen offener oder geschlossener Natur. Je genauer man Nutzern sagt wie sie helfen können, wie sie unterstützen können, wie sie konkret teilhaben können, desto höher auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie dieses Angebot annehmen. A propos Angebot: Zu kompliziert sollte es auf keinen Fall sein!
Sich selbst beim Wort nehmen
Bei so manchem Unternehmen, das mich via Facebook um meine Meinung fragt, denke ich mir meinen Teil. Ich frage mich mal grundsätzlich, wie ernst die das meinen. Wenn mir ein Unternehmen jedoch glaubhaft (überr alle Tipping-Points hinweg wohlgemerkt) vermitteln kann, dass es ihm wirklich an meiner Meinung gelegen ist, dann trage ich zumeist gerne bei und nehme das Angebot zur Interakion an. Soziale Medien bieten aber auch eine schöne Möglichkeit, zu belegen, wie man mit dem erzielten Feedback als Unternehmen weiterarbeitet.So hat die niederländische Fluglinie KLM einen eigenen Unterbereich seiner Facebook-Page angelegt, der einzig und allein einem Zweck dient: Dem Besucher zu sagen, dass der Fluglinie Feedback wichtig ist und was mit diesem Feedback genau gemacht wird, also z.B. wo genau was verbessert oder weiterentwickelt wurde.
Komplexität unbedingt vermeiden Man kennt das. Man schreibt sich warm und klickt dann auf “Send”. Jeder der sich aber schon mal mit dem Thema beschäftigt hat, weiß um die Bedeutung der richtigen Überschrift bzw. die Bedeutung der darin vorkommenden Wörter. Je doppeldeutiger, länger und missverständlicher wir in sozialen Medien kommunizieren, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Interaktion ausbleibt. Deshalb weg mit den Abkürzungen, die nur ein erlauchter Kreis versteht (es sei denn man kommuniziert in Fachforen in denen alle wissen worum es geht) und auf ein Minestmaß an Verständlichkeit und Klarheit achten. Wer Tweets etwa mit dem Twitter-Slang “pls RT” beschließt braucht sich nicht zu wundern. Ein “bitte Retweeten” hätten die Chance gehabt von mehr Nutzern verstanden zu werden.
Einfaches Erfassen sicherstellen Bei den Bildern und dem Punkt “Komplexität vermeinden” bereit angeklungen. Je einfacher und schneller ein Leser das Bild, das Video oder den Text für sich dekodieren, also entschlüsseln und auf seinen Nutzen hin abschlätzen kann, deso besser. Je länger man sich reinquälen muss oder sich fragt, “was will mir das Unternehmen mit diesem Posting eigentlich sagen”, desto schlechter. Deshalb lohnt es sich immer mal wieder, sich den Post vorzustellen und zu Fragen ob möglichst mit einem Blick erkennbar wird, worum es hier geht.
Einen langen Atem mitbringen
Engagement stellt sich nicht von heute auf morgen ein. Es braucht natürlich auch die Community dahinter. Bedeutet, die Zahlen sind auch nicht ganz unerheblich. Mehr Nutzer, Leser, Follower bedeutet meist, dass auch Interaktionsgrad und Engagement höher ausfallen werden. Bis man das erreicht, dauert es einfach eine Weile. Aber auch im Rahmen kleinerer Zuhörerschaften können die oben erwähnten Tricks helfen. Dennoch sollte man die Flinte nicht vorschnell ins Korn werfen, nur weil das Corporate Weblog im ersten Monat gerade mal ein Kommentar erhalten hat. Dinge müssen wachsen und erfolgreiche Kommunikation über soziale Medien braucht Zeit.
11. Juli 2012Wir lieben Geschichten. War so und wird wohl auch immer so sein. Unternehmen die Geschichten erzählen bzw. Unternehmen, für die Geschichten und damit Storytelling ein Fundament ihrer Kommunikation darstellt, sind …
Wir lieben Geschichten. War so und wird wohl auch immer so sein. Unternehmen die Geschichten erzählen bzw. Unternehmen, für die Geschichten und damit Storytelling ein Fundament ihrer Kommunikation darstellt, sind gefordert, diese Geschichten auch in die neuen “social” Kanäle hineinzutragen. Hier gibt es jedoch ein paar Probleme.
a) Wer liest heute noch Blogs? Klar eignen sich Blogs gut zum Erzählen von Brand Stories. Wer aber quält sich durch lange Texte und ringt sich unten dann noch ein Kommentar ab? Heute spielt die Musik doch auf Facebook!
b) Facebook Nutzer wollen es kurz und knapp. Wenn die Musik angeblich auf Facebook spielt (und hier nicht auf der Fanpage sondern in den Fleckerlteppich-Streams der Fans, in denen Marken mit Babybildern und Urlaubsfotos konkurrieren) stellt sich die Frage wie man zusammenängende Geschichten hier unterbringen kann. Hier kommt die Medien Bild und Bewegtbild ins Spiel und stellen schon mal eine ganz gute Lösung dar. Bewegtbild vor allem eignet sich besonders gut zum Erzählen von Geschichten.
c) Gutes Bewegtbild kostet Geld. Ja klar. Und wenn man nicht das Glück hat eine Videoagentur an der Hand zu haben, die etwas mit dem Begriff Storytelling anfangen kann, ist man aufgeschmissen. Klar gehört eine Story in jedes gute 2 Minuten Youtube-Drehbuch. Vielen Unternehmen bzw. ihren Video-Dienstleistern gelingt diese aber trotzdem nicht. Geschichten müssen dazu in der Lage sein, Envolvement, also persönliche Berührtheit auszulösen, müssen den Konsumenten hineinziehen in die Handlung, ja mehr noch, ihn dazu befähgien, selbst Teil der Handlung zu werden oder sich zumindest so zu fühlen. Das ist ganz schön viel.
Gut gelöst hat viele dieser Fragen Renault Niederlande. Jaja das sind die Leute, die auf der Großglockner-Hochalmstraße vier Meter zurückrollen und so Auffahrunfälle verursachen, weil sie im Österreich-Urlaub das erste mal die Handbremse benützen müssen ; ) sorry, ist mir dummerweise genau so passiert. Aber zurück zum Thema!
Die Geschichte geht so: Oma Hilda hat einen alten Renault 4. Ein sowas von schnuckeliges Auto, mein verstorbener Onkel hatte so eines in Weinrot… Das mein’ ich übgrigens mit Envolvement. Der Zuhörer beginnt unweigerlich damit, eigene Geschichten abzurufen. Und jeder hat bekanntlich Geschichten. Und wenn sie nur so lautet, dass man den alten Renault ganz schnuckelig findet… Das macht gute Geschichten aus, dass der Zuhörer hineingezogen, Teil der Handlung wird, die Synapsen einfach zu zucken beginnen. Das Unternehmen stellt sozusagen nur den Stimulus bereit und die (persönliche) Geschichte nimmt ihren Lauf… Wieder zurück!
Da Oma Hilda schon ziemlich betagt ist, verschenkt sie die Karre. Problem: Die findet die Schlüssel nicht mehr. Aufgabe für die Facebook-Gemeinde: Schlüssel suchen und finden. Das wurde über Tagging gelöst. User konnten in Omas Küche und Garage Markierungen anbringen, wo sie die Schlüssel vermuteten. Schließlich gab es einen Gewinner. Auf Facebook wurde das ganze zwischen 11. und 30 April mit Videos begleitet und wurde von den Fans begeistert angenommen.
Ich finde die Aktion umgesetzt übrigens von Dorst&Lesser sehr gelungen. Die Story ist einfach, erklärt sich von selbst und ist damit einfach teilbar. Auch abseits von Likes und Shares. Die spielt auch an auf nostalgische Gefühle jedes einzelnen Betrachters, ähnlich wie es die Getränkemarke Radlberger “Ein Sommer wie damals” tut.
Im Zentrum der Renault-Story steht eine Heldin, die zwar nicht mehr fahren kann aber immerhin etwas zu verschenken hat. Jetzt ist Envolvement bzw. aktives Engagement gefragt, Mitmachen, jetzt! und patsch, ist der passive Betrachter über die Story aktiviert.
Storytelling ist schon länger auf meinen Radar. Doch erst durch ein paar Bücher und Slideshare-Folien wurde ich in den letzten Wochen entgültig sensibilisiert. Ich habe für mich eine nach oben offene Ed-Skala entwickelt. Wenn ich Storys, vornehmlich Videos, sehe, bei denen ich stellenweise aus dem Stand losheulen könnte, dann ist das für mich ein Zeichen dafür, dass die Macher hinter der Geschichte storytelling-technisch einen perfekten Job gemacht haben. Mir fallen hier immer die Worte ein, die ich leider nicht mehr zuordnen kann. Sie lautet schlicht und ergreifend MAKE ME CARE. Das sagt im Grunde alles. Und diesen Ansrpuch sollte jeder Geschichtenerzähler, jeder Storyteller ob im corporate Umfeld, am Stammtisch oder privat zu Hause berücksichtigen. Wenn er oder sie das tut, liegt die Latte schon mal extrem hoch. Die gute Story wird folgen.
20. Juni 2012Was ist mir wichtig? Wer ist mir wichtig? Was sind die wirklich guten Sachen für mich auf Facebook? Sind Facebook seine bald eine Milliarde Mitglieder noch wichtig? Neuerdings glaube ich …
Was ist mir wichtig? Wer ist mir wichtig? Was sind die wirklich guten Sachen für mich auf Facebook? Sind Facebook seine bald eine Milliarde Mitglieder noch wichtig? Neuerdings glaube ich das wieder stärker. Zumindest habe ich heute entdeckt, dass mich Facebook dazu einlädt, jene Freunde zu markieren, von denen ich nichts mehr verpassen möchte. Warum tut Facebook das und welche Überlegungen könnten Marken daraus ableiten?
Facebook gibt mir ein weiteres Werkzeug (neben Freundeslisten, der Möglichkeit Postings zu verbergen, Freunde auszuschließen, etc.), um mein persönliches Profil bzw. meinen Newsfeed so zu gestalten, dass mehr relevantere Dinge bei mir landen, dass ich mehr von dem erfahre, was wirklich wichtig für mich ist. Das ist genau das, was ich gemeint habe als ich sagte, es würde jetzt darauf ankommen was Facebook tut, in welche Richtung sich das Super-Network entwickelt.
Facebook Doppel-Strategie?
So wie ich das einschätze geht Facebook in zwei Richtungen gleichzeitig. Einerseits will es den großen Marken den perfekten Ort bieten hier zu werben bzw. in weiterer Folge Geld auszugeben. In diese Richtung geht was Facebook nach dem jüngst erfolgten Launch der Facebook-Pages Werbekunden in seinen Guides of Success in Aussicht stellt, nämlich
Your Facebook Page is now the richest, most customizable marketing canvas ever created and connects you with people in ways that matter to them.
Die zweite Richtung die Facebook einschlägt, ist jene, es seinen Nutzern noch einfacher zu machen in ihren Newsfeed Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Und was könnte wichtiger sein als die Babyfotos, der Beziehungsstatus oder die Hochzeitsbilder der besten Freunde (die Facebook natürlich kennt)?!
Wohin entwickelt sich Facebook?
Alle Marken wollen in den Newsfeed möglichst vieler Fans. Am besten ohne Facebook bzw. seinen Aktionären gleich Kohle in den Rachen werfen zu müssen dafür. Was nun könnte die Folge dieses Endkampfes um die Aufmerksamkeit des Facebook-Nutzers sein? Hier einige Varianten natürich ohne dem Anspruch auf Vollständigkeit:
a) Facebook liefert das was die Fans wollen. Das Social Network findet also durch Funktionalitäten wie die oben beschriebene “Verpasse die guten Sachen nicht”-Funktion Mittel und Wege seinen Kunden wirklich das zu liefern was sie wollen. Relevante Inhalte nämlich. Alles kann so bleiben wie es ist.
b) Facebook bietet die Nichts-mehr-verpassen-Funktion auch für Brands an. Und die Fans machen davon Gebrauch weil sie es bereits von ihren wichtigsten Freunden her kennen von denen sie nichts verpassen wollen. Was können Marken tun um möglichst “am Fan” zu bleiben? Mehr Kitt und Beziehungsqualität (Stichwort Online-PR) aufbauen durch relevantere, sich besser an der Lebenswelt und den Bedürfnissen der Kunden orientierende Inhalte.
c) Facebook User üben sich in einer neuen Zurückhaltung. Um den Feed “sauber” bzw. relevanter zu halten lassen Facebook-Nutzer einfach nicht mehr jeden rein, klicken nicht mehr auf jedes x-beliebige Like, etc. Anzeichen für ein solches Verhalten gibt es in meinem persönlichen Freuneskreis bereits. Wer hat das an sich oder anderen noch beobachtet? Was können Marken tun? Wiederum in die Beziehungsqualität investieren, an ihren Content-Strategien feilen, sich als Social Business auch über diesen Kanal immer angreifbarer, transparenter und offener zeigen und diesen Umstand im daily business also entlang aller Touchpoints auch mit Leben zu erfüllen. Klingt nach Arbeit…
d) Die Apokalypse. Facebook findet das vom Fan gewünschte Gleichgewicht zwischen personal und branced Content nicht und knickt angesichts der immer heftiger geäußerten Wünsche seiner (zahlenden) Werbekunden ein. Facebook kommt Marken zu sehr entgegen die ihre Fans nach allen Regeln der Kuns penetrieren. Die Fans reagieren und wandern ab. Facebook stirbt oder wird von einem Netzwerk xy abgelöst.
Es gibt natürlich auch noch andere Optionen, Mischvormen und Zwischenstufen. Welche anderen Zukünfte zeichnen sich ab? Wo sehen die Leserinnen dieses Blogs Facebook – und damit wohl Soziale Medien generell hingehen, abbiegen und ankommen?
14. Juni 2012Als Facebook das neue Design für Pages Ende März dieses Jahres vorgestellt hat, wurde in Blogs viel darüber diskutiert, wie gut diese Umstellung nun für die einzelnen Facebook-Nutzer ist. Ob …
Als Facebook das neue Design für Pages Ende März dieses Jahres vorgestellt hat, wurde in Blogs viel darüber diskutiert, wie gut diese Umstellung nun für die einzelnen Facebook-Nutzer ist. Ob diese Facebook treu bleiben würden oder nicht wurde etwa gefragt. Ob sie die vielen Möglichkeiten, die Facebook Unternehmen jetzt bietet ebenfalls gut heißen würden oder nicht. Der Launch liegt jetzt einige Wochen zurück. Höchste Zeit also, sich mal anzusehen, wie Unternehmen umgestellt haben, was sie tun und wenn ja, wie sich ihre Online-PR über Facebook verändert.
Ich hab mir heute kurz die Facebook-Fanpage von Fressnapf angesehen. Hier wurde im Vorfeld der EURO 2012 das Thema Straßenhunde in der Ukraine diskutiert. Sehr heiß mitunter und sehr emotional. Kritische Stimmen gibt es natürlich immer noch. Im Kästchen “Aktuelle Beiträge anderer Nutzer” sind sie jedoch bestens untergrabracht. Den Spagat, der Facebook hier für seine Kunden eingefallen ist, ist wirklich genial. Kritischen Kommentaren wird so nämlich die Power genommen, die sie früher hatten, als Fans noch auf die Wall des Unternehmens posten und so wesentlich mehr “Wind” entfachen konnten.
Facebook-PR: Alles im grünen Bereich!
Auf der Fressnapf-Seite gibt es also immer noch genügend kritische Stimmen. Diese sind nur so verpackt und drapiert, dass sie für durchschnittliche Facebook-Nutzer gar nicht mehr aufscheinen. Das Unternehmen braucht sich damit wirklich nicht sonderlich mit diesen Stimmen aufzuhalten und kann mit dem Marketing auf der eigenen Pinwand weitermachen.
Oder ist das jetzt doch etwas voreilig? Auf mobilen Endgeräten wie dem iPad oder dem iPhone etwa sieht die Fressnapf-Seite schon ganz anders aus. Hier sind alle (!) kritischen Postings gut sichtbar und zwar für alle Besucherinnen der Seite. Ob Facebook kritischen Postings auch hier den Zahn ziehen wird bleibt abzuwarten. Interessant ist dieser Umstand jedoch allemal, relativiert er den “Marketing Canvass” doch ein wenig, den Facebook seinen potenten Werbekunden mit dem Launch ausgerollt hat. Unternehmen die sich angesichts der neuen Möglichkeiten Nutzerfeedback zu beschränken oder zumindest weitgehend einzudämmen jetzt freuen, könnten sich also auch zu früh freuen. Möglicherweise ist Facebook als Marketingtool für Unternehmen noch besser weil gefahrloser geworden. Möglicherweise liegt genau hier aber auch die größte Gefahr.
Credits: BrunoDNadai- flickr.com
Wie was Gefahr und für wen?! Facebook interessiert mich wenig. Um die braucht sich wohl niemand zu sorgen. Aber wie sieht es um die Unternehmen aus? Wie ist es um den einzelnen Facebook-Nutzer bestellt?
Wie holen Marken ihre Fans am besten ab?
Was ist wenn Facebook den Rahmen für Unternehmen nun so dermaßen pferfekt gestaltet, dass diese wieder ins alte Marketing-Muster zurückfallen bzw. sich von diesen angesichts einer solch perfekten Umgebung noch schwerer trennen können oder wollen. Was etwa hat das Marketing in und über soziale Medien beispielsweise noch mit Zuhören zu tun, wenn das was Nutzer hier an Unternehmen und Marken herantragen gar nicht mehr sonderlich relevant und sichtbar ist? Wie werden sich Nutzer verhalten, die andocken wollen, die sichbar sein wollen, die mitgestalten wollen, die etwas zu sagen haben aber an den Toren der Unternehmen in sozialen Medien abblitzen. Wie sehen diese Tore aus? Sind sie frisch gestrichen aber verschlossen oder lassen sie sich einfach öffnen? Oder steht doch ein Repräsentant des Unternehmens an der Türe und bittet den Nutzer freundlich herein? Das wär doch was!
Was tun mit Fans die Mitsprache und Sichbarkeit einfordern?
Aber bleiben wir doch noch einen Moment auf der Facebook-Page selbst, die vom Desktop aus aufgerufen wird. Ich weiß schon, das tun nicht viele Facebook Nutzer aber sei’s drum. Was tun Unternehmen nun, die sehen, (müssen), dass der Form bzw. der Art und Weise wie Fans der Marke auf Facebook mitreden und dadurch mitgestalten können durch den Launch von Facebook neu ein Riegel vorgeschoben wurde? Was tun Marken auf Facebook, die von ihrem Mindset dazu in der Lage sind, dieses Tool “out of the box” zu denken? Unternehmen also, die das Potential von Facebook auch außerhalb von Werbung, Marketing und PR sehen? Die Antwort lautet: Sie geben ihren Fans auf ihren Seiten alternative Möglichkeiten sich zu artikulieren, das Unternehmen anzusprechen, mit ihm zu interagieren. Und das ist klever!
Ein tolles Beispiel hierzu ist etwa die US-Nahrunsmittelkette Walmart. Denen genügt es nicht, dass Fans dem Unternehmen neuerdings eine Privatnachricht senden können. Würde mich übrigens mal interessieren, wie viele Fans dieses Feature auch wirklich nutzen.
Facebook-Strategie: Dienst nach Vorschrift reicht nicht mehr!
Was tut Walmart? Die holen den Besucher, der vielleicht bloß kommt um hier abzuschimpfen (unwahrscheinlich, aber nicht ganz auszuschließen) mit den Worten “What’s on your mind?” ab und führen ihn in einen Unterbreich der Page, auf dem er ganz einfach Feedback geben kann. Was ist “Feedback” für Walmart? Lob, Tadel, ok. schon klar soweit aber eben auch Probleme melden und Ideen äußern. Gut sichtbar für alle übrigens. Nutzer können dem Unternehmen über “me too” darüber hinaus mitteilen, dass diese Frage oder diese Beschwerde oder dieses Lob auch sie betrifft. Walmart arbeitet mit dem Community-Anbieter Get Satisfaction zusammen und erntet hier – zumindest aus meiner Sicht – gute Ergebnisse. Warum? Weil die Fans eben nicht nur schimpfen sondern auch empfehlen, sich einbringen und sich eben auch als Teil der Marke verstehen.
Ob Facebook diesem Umstand ausreichend gerecht wird ist für mich mal sekundär, wiewohl ich dazu schon eine Meinung habe. Wichtig ist meiner Einschätzung nach, wie die Unternehmen darauf reagieren, wie sehr sie dazu in der Lage sind, abzuschätzen, was die Nutzer von ihnen auf Facebook bzw. generell in sozialen Medien erwarten und wollen. Andererseits ist natürlich auch wichtig, was Unternehmen wollen. Wie sie ihre Facebook-Niederlassung ausrichten bzw. monetarisieren wollen. Hier gilt es wie gesagt außerhalb von Werbung, Marketing und PR zu denken und eine klare Strategie zu entwerfen, was noch möglich ist bzw. was noch angestrebt werden kann und sollte.
26. April 2012Alles spricht über Social Media. Bei genauerer Betrachtung aber wird klar, dass vor allem über die Kanäle selbst gesprochen wird. Klar, steckt doch schon im Wort Social “MEDIA”. Also sollte …
Alles spricht über Social Media. Bei genauerer Betrachtung aber wird klar, dass vor allem über die Kanäle selbst gesprochen wird. Klar, steckt doch schon im Wort Social “MEDIA”. Also sollte sich niemand wundern, wenn Unternehmen vor allem wissen wollen, ob sie Xing, Facebook oder doch Twitter nutzen sollen. Was aber ist mit den Inhalten? Warum wird so wenig über sie gesproche? Warum sind sie offensichtlich so nebensächlich in der Auseinandersetzung mit sozialen Medien? Dieser Post soll Antworten liefern und Wege aufzeigen, wie Inhalte wieder jenen Stellenwert bekommen können, der ihnen eigentlich zusteht.
Welche Social Media Inhalte weden geteilt? Solche mit hoher Qualität!
Welche Inhalte werden über soziale Medien geteilt?
Meine Google-Suchanfrage ist jetzt wenige Minuten her. Ich wollte wissen welche Inhalte über soziale Medien geteilt werden. Ich bekam tonnenweise Antworten. Meine Frage jedoch blieb unbeantwortet. Die erhaltenen Antworten drehten sich vor allem um das Wie. Wie also geteilt wird, über welche Plattformen, wann und wie stark geteilt wird. Allesamt wichtige Fragen. Wichtig insofern, weil sie die Lücke aufzeigen, die es hier gibt. Die für mich wesentliche Frage lautet: Wie müssen Inhalte beschaffen sein, damit sie geteilt werden. Also ganz konkret: Wie ist es um ihre Qualität bestellt, wie muss diese aussehen, damit jemand einen der vielen schönen Teil-Buttons klickt und damit das Versprechen einlöst, das hinter sozialen Medien steckt (Schneeballeffekte, Viralität you name it!).
Social Media: Wie wichtig ist guter Content wirklich?
Warum ist diese Frage wichtig? Warum ist es wichtig, sich die Inhalte von Blogs, Facebook-Postings oder Tweets genauer anzusehen? Welch dumme Frage! Da könnte man ja gleich fragen warum Qualität wichtig ist, oder? Ja, das könnte man natürlich tun, aber wen interessiert das?! Nun, es gibt da zweifellos Aspekte, die in (sozialen) Medien den Ausschlag dafür geben, dass diese konsumiert werden, erinnert werden, dankbare Abnehmer finden etc. Ist Qualität also doch ein Thema? Meiner Meinung nach ja!
Geheimtipps: Nein zu Social Mogelpackungen!
Wenn ich Blog sehe, die in ihren Headlines erklären, dass sie Hintergrund-Tipps und Insinder-Infos liefern, dann lese ich doch schon mal gerne näher rein. In 99,9 Prozent der Fälle sehe ich dann vieles, aber eben keine Insider-Infos oder gar Geheimtipps. Wer sich aber ansieht, wie stark z.B. Urlaubsgäste genau danach suchen, der sollte sich ansträngen, der schönen Verpackung dann auch entsprechend schöne Inhalte mit auf den Weg zu geben.
Quality Content abseits von Blogs
Das gleiche gilt natürlich auch abseits von Blogs, einem Medium im übrigen, das echt verstanden weden möchte (auch qualitativ!) bevor man es in WordPress gießt und live stellt. Auch auf Facebook geht es nicht nur um kurze Reaktionszeiten, aktive Customer Care sondern in erster Linie um hochwertige Inhalte. Aber genau zu diesem Thema – ich beschäftige mich damit gerade in Vorbereitung auf einen Workshop – findet man kaum etwas. Alles geht nur in die Richtung, wann, wo und wie Inhalte geteilt werden und nie darum, wie Inhalt(e) denn überhaupt beschaffen sein müssen damit sie geteilt werden. Wie also haben sie auszusehen? Hier ein paar für mich wichtige Punkte die natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit beanspruchen können. Was also macht ihn aus, den guten Content in sozialen Medien?
Was macht guten Social Media Content aus?
Guter Social Media Content ist informativ, unterhaltsam, kommt zur richtigen Zeit, nicht zu oft und nicht zu selten. Aber im Grund muss oder besser kann Social Media Content jenes Puzzleteilchen darstellen, das jemand gerade jetzt! zur Lösung seiner Fragen oder Probleme braucht. Und das Wort Lösung ist hier wichtig. Guter Social Media Content muss mir (und vielleicht auch anderen…) dabei helfen, ein Problem, eine Fragestellung zu lösen oder mich dieser Lösung zumindest ein Stückweit näher zu bringen.
Mit gutem Social Content besser verkaufen!
Natürlich muss oder besser sollte Social Content auch verkaufen können. Wo kämen wir denn hin, wäre dies nicht ein ebenso wichtiges Kriterium wie die bereits oben erwähnten?! Aber wie verkaufen in einer Social Media Welt, die neben Langeweile und Penetration kaum noch etwas anderes kennt? Wenn ich über meinen Facebook Sream dazu in der Lage bin, Inhalte zu transportieren, die nachweislich auf Verkauf abzielen (z.B. Urlaub), die jedoch so verpackt sind, dass sie nicht als schnöde Werbung sondern vielmehr als Lösung wahrgenommen werden (weil sie als Lösung konzipiert wurden ergo eine Lösung auf ein konretes oder latentes Problem darstellen!) weil sie eben eine Lösung sine (!) dann sollte auch der Verkauf über soziale Medien keine Hexeren mehr darstellen, oder?
Social Content Quality first!
Die Voraussetzung für all das oben gesagte sind ein paar klare Gedanken über die Inhalte, die wir in unsere Kanäle (social MEDIA…) kippen. Kommt hier nämlich der ganze schnöde Mist rein, von dem wir sonst nicht wissen wohin, dann kommt hinten auch Mist bzw. Frust heraus. Klar eigentlich. Ebenso wichtig ist die Fage, was wir mit den möchlichst qualitativ hochwertigen Inhalten beim Betrachter auslösen wollen. Ober überhaupt erst einmal, welche Fragestellungen könnte jemand haben, der sich durch unser Social Media Angebot klickt..? Alle diese Fragen haben ein Ziel: Sie führen uns zu besseren Inhalten. Gleichzeitig führen sie uns weg von den Hüllen und hin zu den Inhalten. Und ich denke, diese Art der Betrachtung sozialer Medien kann uns allen nur gut tun.