Archiv der Kategorie: Social Business

Wandel verstehen, unterstützen und wertschätzen

1. Januar 2014Das hässliche Entlein wird zum Schwan, das Aschenputtel zur Frau des Königs. Geschichten handeln immer vom Wandel und von der Veränderung ihrer Protagonisten. Hier ein paar persönliche Gedanken zum Thema Wandel.

Mir wurde vor ein paar Wochen gesagt, ich befände mich ganz offensichtlich in einem Prozess des Wandels. Na gut, dachte ich mir. Derjenige würde schon wissen wovon er spricht. Innerlich jedoch rollte ich mit den Augen über so viel Weisheit.

Der Wandel, die Veränderung spielt in Geschichten eine wichtige Rolle. Wie geht es uns selbst mit dem Wandel in uns und rund um uns herum?

Neulich war ich in einem Atelier. Die Bilder waren definitiv zu teuer für mich, das Gespräch mit dem Künstler jedoch sehr anregend. Bei einem Bier mit einem Bekannten erfuhr ich ein paar Tage später, wer der Künstler eigentlich sei oder besser gesagt in seinem vorigen Leben war. “Das ist doch der Unternehmer mit dem fetten Konkurs. Der malt jetzt Bilder..?” Dann gibt es noch den Literaten. Und wieder ein paar Wohlmeinende, die mich daran erinnern, dass dieser Literat ja wohl nicht ernst zu nehmen sei, zumal er vor wenigen Monaten noch eine Wiener Agentur geleitet hat, sich dann aber mit seinen Anteilpartnern überwarf und überhaupt und außerdem.

Was uns in der Welt der Sagen und Märchen (einer wahren Fundgrube für den Storytelling-Interessierten übrigens…) so leicht fällt, nämlich, den Wandel der Charaktere anzunehmen, geschehen zu lassen ohne daran herumkritteln, das fällt uns im täglichen Miteinander irrsinnig schwer. Ein Naturwissenschaftler erklärte mir vergangenen Sommer die Inkompetenz eines seiner Mitarbeiter wie folgt. “Der Herr Sowieso wird kommendes Jahr sein Bodenkultur-Studium abschließen. Fachlich ernst nehmen werde ich ihn aber auch dann nicht.” Gerade sein Ätschi-bätschi ist mir damals noch abgegangen…

Alle drei dieser kurz erzählten Begebenheiten haben eines gemeinsam. Wir tun uns mit dem Wandel anderer Menschen enorm schwer. Mehr noch: Nicht selten billigen wir unseren Mitmenschen diesen Wandel gar nicht erst zu. Das ist mehr als nur kurzsichtig, es ist niederträchtig und gemein.

Mit Geschichten zu arbeiten hat mich nicht nur gelehrt, das Stilelement des Wandels gezielt herauszuarbeiten und einzusetzen, da es uns beim Verstehen und Weitertragen von Geschichten enorm hilft. Es hat mir auch vor Augen geführt, wie schwer wir uns alle mit dem Wandel und der Veränderung unserer Mitmenschen tun, wie wenig wir dazu bereit sind, diesen Wandel nachzuvollziehen, anzuerkennen und wertzuschätzen.

So leicht es uns fällt, den Wandel des Helden in unseren Geschichten zu verstehen, so schwer fällt es uns, Menschen rund um uns herum im Wandel zu erkennen und sie in ihrem Tun aktiv zu unterstützen. Hier ein besseres Sensorium an den Tag zu legen, könnte eine schöne Sache sein für das kommende Jahr. Ich glaube, davon würden wir alle profitieren.

Möglich und machbar: Wertschätzende Online Kommunikation

22. April 2013Vor ein paar Wochen beendete ich ein Projekt, in dem es um Community-Management ging. Es ging darin um das, was Social Media in Wirklichkeit ausmacht, was Social Media sind und meinen: Um das online stattfindende Gespräch. People 2 People sozusagen. Das Unternehmen war gut aufgestellt, die Community-Managerinnen fit und wir konnten starten.

Im Rahmen des Coachings, es lief über zwei Monate, während denen insgesamt acht Einheiten zu verschiedenen Themen stattfanden, ging es recht bald um die Umgangsformen bzw. darum, wie sich das Unternehmen am Online-Dialog nun beteiligen sollte, was es sich gefallen lassen (Kritik) sollte und was nicht mehr. Eher früher als später, kamen wir auf das Thema Wertschätzung zu sprechen. Es ging um die Frage, wie sich Wertschätzung in Online-Dialogen ausdrücken lässt, wo sie einen Platz hat bzw. haben sollte und wie man es ganz konkret anstellt, mit der Wertschätzung unserer Gesprächspartner im Online-Dialog. Hierzu ein paar Gedanken:

Wertschätzung kommt viel zu kurz
Egal ob im “echten” Leben oder online. Wertschätzung ist kaum ein Thema oder kommt oft viel zu kurz. “Loben tut man nur die Deppen”, heißt es in einem Sprichwort, ein anderes sagt “Nichts gesagt, ist Lob genug”. Uns so sehen sie dann auch oft aus, unsere Dialog-und Kommunikationsbeziehungen. Leider! Und manche Online-Gespräche strotzen nur so vor gegenseitigen Verletzungen und rechthaberischem Getue. Da ist Wertschätzung überhaupt kein Thema mehr. Das Unternehmen, die Marke sollte sich jedoch fragen, ob es Gespräche dieser nicht-wertschätzenden Art führen möchte. Warum? Weil uns Gesprächssituationen, in denen wir uns nicht wertgeschätzt fühlen, bewusst oder unbewusst nicht gut tun. Wir nehmen daraus ein Gefühl mit, das nicht passt, das uns vielleicht sogar diffus bedrückt, von dem wir vielleicht nicht gleich wissen, woher es kommt. Fakt ist: Die Qualität unserer Gespräche macht unseren Tag! Und zwar egal ob es sich dabei um Online-Gespräche handelt oder nicht.

Online wertschätzende zu kommunizieren macht Sinn

Wertschätzung ist oft total schwer, manchmal aber auch einfacher als man denkt. Wertschätzende Online Kommunikation trägt jedoch Früchte, soviel steht fest! Wertschätzung schafft Beziehungsqualität und bringt ihre Kommunikation damit möglicherweise zum Blühen.

Wertschätzung muss ehrlich sein
Die Wertschätzung muss von der “richtigen” Person ausgehen, sie muss authentisch sein und darf keine versteckte Forderung enthalten. Wird Lob und Anerkennung ausgedrückt, geht es oft mehr um Strategie und Hintergedanken, als um ein echtes Danke, das hast du getan / gesagt, mit geht es damit so oder so (Gefühle) oder folgendes Bedürfnis erfüllt sich dadurch bei mir, etc. Es wir mit der einen Hand danke gesagt oder gelobt, aber das bloß aus dem Grund, weil man mit der anderen Hand die nächste Forderung erheben will. Auf solche Wertschätzung sind wir alle allergisch, weil sie nicht echt ist.

Wertschätzung schafft Vertrauen
Wenn Wertschätzung zum Ausdruck gebracht wird, die echt ist, dann kommt das beim Gegenüber gut an. Das Danke wird als ehrlich verstanden und kann in dieser Form angenommen werden. Dies auch deshalb, weil es keine versteckte Forderung enthält. Über solche “honest signals”, also kommunikative Akte des Vertrauens, stellen wir Gemeinsamkeiten her und schaffen die Voraussetzung dafür, dass man uns vertraut.

Wertschätzung kann Scham auslösen
In einem Seminar für Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg (GfK) lernte ich neulich, dass offen zu Ausdruck gebrachte Wertschätzung von dem, der sie bekommt, oft abgetan wird. Im Italienischen kann man zu jemandem, der sich bedankt, sagen “Niente!” (Das ist nichts!) Und hier haben wir sie, die Scham, die sich rasch auftun kann, wenn sich jemand auf ehrliche Art wertschätzend verhält! Schließlich wissen wir seit langer Zeit, dass man sich nicht loben sollte oder dass “Eigenlob stinkt”, etc. Wenn wir uns jedoch schämen, weil sich jemand uns gegenüber im einem Online Dialog wertschätzend verhält, weil uns jemand für etwas, das wir getan oder gesagt hat, offen und ehrlich gemeint dankt, so ist dies sehr schade. Also sollten wir uns auf den Weg machen, die Mauer der Scham, die unsere wichtigsten und kostbarsten Bedürfnisse (etwa Zugehörigkeit, Verständnis, Vertrauen, Geborgenheit, Respekt, Liebe, Ehrlichkeit, Harmonie, Werte, Akzeptanz, etc.) umgibt, zu durchbrechen. Dafür heißt es aber, dem Thema Scham offensiv zu begegnen, d.h. sie im ersten Schritt zuzulassen und hineinzuspüren.

Wertschätzung kann Unternehmen helfen

Online oder offline. Wertschätzende Kommunikation erleichtert vieles. Sogar dann, wenn Menschen online z.B. auf Facebook über ein Thema sprechen und vielleicht nicht einer Meinung sind. Die Argumente des anderen anzuerkennen, sie wertzuschätzen, sich für die Teilnahme am Dialog, für die darin eingebrachten Ressourcen zu bedanken, das macht absolut Sinn. Leider wird es so gut wie immer vergessen. Und ich spreche hier absolut nicht davon, dass der Communtiy-Manager “Ja danke, wir haben ihren Kommentar gelesen und kümmern uns darum” sagt. Das hat mir Wertschätzung kaum etwas zu tun!

Beginnen sie jetzt wertschätzend zu kommunizieren!
Schauen Sie sich die Kommunikation der kommenden Stunden und Tage mal genauer an und fokussieren Sie dabei auf das Thema Wertschätzung. Was fällt Ihnen dabei auf, wofür könnten Sie einen Gesprächspartner danken, wofür ihn wertschätzen und ihm das dann natürlich auch sagen? Nicht deshalb, weil Sie von ihm im Gegenzug etwas haben wollen oder sich von der offen zur Schau gestellten Wertschätzung Vorteile erhoffen.

Wenn Sie ihren Gesprächspartnern online wie offline Wertschätzung entgegen bringen, dann weden sie zuerst einmal sehen, dass das viele verwundert, manche abschreckt, wieder andere dazu veranlasst, zu sagen, “ach was, das ist ja gar nichts…” weil sich das Schamgefühl meldet. Echte Wertschätzung jedoch hat eine unglaubliche Kraft und kann unsere Gespräche und unser tägliches Miteinander ungeheuer bereichern. Ob dies nun in der Kaffeeküche ist oder beim nächsten Facebook-Dialog.

Probieren Sie es aus!

 

Ist wertschätzende Online Kommunikation möglich?

19. Februar 2013Ich habe mich während der letzten Monate intensiv mit Online-Kommunikation beschäftigt. Dabei ging es weniger um Strukturen oder Strategien als vielmehr um die einzelnen Postings. Also diesmal die Mikro-Ebene. Mir ist dabei aufgefallen, dass es um die Wertschätzung in der Online-Kommunikation von Unternehmen oft nicht allzu gut bestellt ist.

Unternehmen und deren Community-Manager können ziemlich rasch, ziemlich zickig werden. In den Kommentarspalten zeigt sich dann, dass es mit dem Zuhören, dem Zulassen und dem Wertschätzen anderer Meinungen nicht allzu weit her ist. Vielen Community-Managern wird es irgendwann mal zu blöd. Sie ziehen sich dann entweder zurück oder agieren aggressiv, anstatt Kommunikation auszulösen oder weiterhin zu ermöglichen. Und dies auch bei Postings, die offensichtlich nicht gegen die Umgangsformen oder den guten Ton verstoßen. Es reicht vielfach, dass ein Fragesteller beharrlich bleibt, um einen Community-Manager zur Weissglut zu bringen.

Ich will hier nicht nach den Gründen dafür fragen. Ich möchte es einfach mal nur festhalten. Meine Beobachtung zeigt, dass viele Unternehmen ihre Facebook-Seite oder andere gebrandete Social Media Plätze dafür benutzen, andere zu überzeugen. Dagegen ist grundsätzlich ja nichts einzuwenden. Jedoch erfolgt diese Form der Überzeugung nicht selten mit aller Kraft und Gewalt. Hier geht es nicht mehr darum, ein gemeinsames Dialogfeld aufzubauen, Argumente für und wider zu sammeln, etc., sondern darum, recht zu behalten oder zu bekommen. So nach dem Motto “Das hier unsere Plätze, und hier haben nur wir recht!”

Solches Verhalten wundert mich, ist aber dennoch nachvollziehbar. Unternehmen sehen diese Orte und Plätze des Internets als “ihre” Orte an (auch wenn diese definitiv nicht ihnen gehören…), die man tunlichst sauber halten oder sauber bekommen muss.
Auf der Strecke bleibt das Zuhören, die gegenseitige Wertschätzung und auch eine Form der Kommunikation, die man im weitesten Sinn als gewaltfrei bezeichnen könnte. Geht es um die Gefühle und Bedürfnisse, die hinter einem aggressiven Verhalten (Angriff oder Rückzug) stehen bzw. darum, diese von seinem Gegenüber zu erfragen, so ist das persönliche Gespräch wohl die beste Wahl. Vielleicht kann man das eine oder andere dieses Ansatzes aber auch online anwenden.

CC flickr.com / Tanja FÖHR

Gewaltfreies Kommunizieren könnte für Community-Manager ein gewinnbringendes Thema sein oder werden. Diese Form des empathischen Miteinander-Sprechens könnte den Blick frei machen auf die Bedürfnisse des Gegenübers. Vorausgesetzt natürlich, dem Unternehmen ist an einem wertschätzenden Umgang mit seinen Fans und Followern auch wirklich gelegen. Geht es für das Unternehmen rein um Werbung, Marketing und PR und zwar im “Push-Modus”, so ist Wertschätzung, sind Miteinander und Dialog ohnehin nicht gewollt. Auch dies natürlich ist zu akzeptieren und ja, auch solche Unternehmen tummeln sich in sozialen Medien! Andererseits glaube ich, dass sich ein wertschätzender Umgang mit Kunden, Fans und Followern für Unternehmen auch zu einem echten USP auswachsen kann, weil ich dadurch die Beziehungs- und Bindungsqualität nach oben schraube und dann bei der nächsten Kaufentscheidung “näher liege” als die Konkurrenz.

Erfolgreich durch Empathie?

Wenn in unseren Online Dialogen aber Empathie und gegenseitige Wertschätzung eine Rolle spielen (sollen), wird es immer weniger darum gehen (können), recht zu behalten oder anderen die eigene Meinung aufzuzwingen. Ich vermute, dass mit einer solchen Online Kommunikation auch viele Probleme mit renitenten Fans oder gar Trollen weniger gravierend ausfallen würde. Die Frage ist, ob wir das wollen. Die Frage ist, ob wir bei uns selbst anfangen möchten, beim nächsten zickigen Facebook-Posting etwa.

Bessere Dialoge durch Wertschätzung

Die Frage ist für mich nicht zuletzt aber auch, ob wir das Miteinander, dieses “Dialogische”, das das Internet in den frühen 90er Jahren ausgemacht hat, diesen wunderbaren und chancenreichen Raum dafür benutzen wollen, anderen unsere Meinung aufzuoktroyieren oder dazu, bessere Dialoge zu führen, die in weiterer Folge zu einer schöneren Zeit (miteinander), zu besseren Entscheidungen oder Produkten, zufriedeneren Kunden und tragfähigeren Netzwerken führen. Ich denke, die Antwort darauf muss sich jedes Unternehmen selbst geben.

OnlinePR: Ein Begriff braucht unsere Hilfe!

5. Dezember 2012Hier ist mein eigener Beitrag zur Blogparade zum Thema Zukunft Online-PR. Es wird wohl nicht der letzte bleiben. Anstatt mich mit Zukünften zu beschäftigen, ging ich ein wenig tiefer und setzte mich mit der Entwicklung des Begriffes Online-PR auseinander. Mein Fazit: Der Begriff "OnlinePR" braucht Hilfe. Unsere Hilfe.

Der Begriff Online-PR hat es sehr schwer. Die vormals klassischen PR-Agenturen hatten ihn lange Zeit nicht am Radar, das heißt eigentlich, sie hatten die Veränderungen, die Blogs, Flickr, Bewertungsplattformen und Foren in der Zeit zwischen 2003 – 2008 für die Unternehmenskommunikation haben sollte, nur zum Teil auf dem Radar. Von der eigenen sich wandelnden Rolle erst gar nicht zu sprechen.

Credits: charliedees / flickr.com

Für einige war Online-PR nichts anderes als eine Mogelpackung oder alter Wein in neuen Schläuchen. So nach dem Motto „Uns ist der Medienkanal, in dem wir für unsere Kunden strategisch oder meinetwegen integriert kommunizieren völlig egal. Wenn es jetzt nicht mehr Tageszeitungs-, Publikums- oder Fachmedien sind, dann können wir jederzeit auch in Foren oder sonst wo Meinung machen. Alles kein Problem.“

Online-PR: Ein sperriges Thema

Noch eine weitere Entwicklung war oder besser ist zu bemerken. Der Begriff und die Tätigkeit „Online-PR“ bleibt vage, ist oft weder Fisch noch Fleisch. Heißt, der Begriff Online-PR wird unter seinem Wert geschlagen bzw. ist vielen nicht annähernd klar, wofür er denn eigentlich steht, nämlich für Dialogbeziehungen (Relations) zwischen einer Organisation und ihren Teilöffentlichkeiten und zwar online. Ja aber was heißt das? Bedeutet dies etwa, dass jede x-beliebige Facebook-Fanpage, jeder dahergelaufene Twitter-Kanal einer Agentur oder eines Unternehmens schon Online-PR bedeutet? Schwer zu sagen. Für mich ist das Online-PR im weitesten Sinn bzw. kommt dem, was Online-PR intendiert oder sein könnte schon mal recht nahe. Und zwar egal ob diesem Tun PR-Konzeption zugrunde liegt oder nicht.

Online-PR: Vieles bleibt unklar

Ich denke das Thema Online-PR hat es unheimlich schwer. Wir denken alle in Begriffen, brauchen die Vereinfachung, die uns hilft, besser zu verstehen. Der Begriff Online-PR ist so sperrig bzw. bietet so viele Sichtweisen und Interpretationsspielraum, dass er gegen gut eingeführte und zumindest auf den ersten Blick verstandene Begriffe wie „Online-Marketing“ (bring Klicks und Traffic) oder „Facebook-Marketing“ (bringt Fans und Interaktion) niemals anzukommen vermag.

PR-Praktiker sind gefordert!

Ich bin jedoch zutiefst davon überzeugt, dass der Begriff „Online-PR“ nicht nur seine Berechtigung hat sondern dass es ihn dingend braucht. Aber nicht nur das! Es braucht zudem PR-Praktiker die ihn verwenden und dazu in der Lage sind, zu erklären, was Online-PR macht und kann. PR-Treibende die dies schaffen könnten sich dadurch einen Vorteil verschaffen. Warum? Ich habe die Vermutung, dass es entweder schon vorbei ist mit dem Hype um Social Media, Facebook, und SoMe-Monitoring oder zumindest sehr bald damit vorbei sein wird. Die einen werden das früher bemerken, die anderen später.

Mehr Bewusstsein und Klarheit

Es könnten die PR-Treibenden und die PR-Branche sein, die mit der Akzentuierung auf das Thema Online-PR dafür sorgen, dass Unternehmen und Marken nach dem Tal der Tränen (Social Media sind Zeitverschwendung) zum Plateau der Produktivität gelangen (Social Business). Darüber hinaus würde ein solcher Fokus auf Online-PR dazu führen, dass sie sich von allen anderen Formen / Spielarten von Public Relations (Litigation PR, Change Communication, etc.) aber natürlich auch von allen Formen des Social Media Marketings klarer abhebt, was ich überaus wichtig fände. Andererseits würde ein klar umrissener Online-PR-Begriff, der nicht in der Marketing- und Kommunikations-Sauce untergeht, dazu führen, dass professionell ausgeführte Online-PR im Rahmen z. B. von Litigation-PR oder Change Kommunikation einen klareren und damit abgesicherteren Platz einnehmen würde. Es wäre dann etwa klarer, dass sich Online-PR im Rahmen der internen Kommunikation einen wesentlich bedeutenderen Platz verdient hätten, als sie es sehr häufig haben. Oder etwa auch, dass Online-PR einen Change-Prozess überaus sinnvoll begleiten kann und wohl auch in der Pressearbeit, der Krisenkommunikation oder der Kommunikation mit immer spezieller und überschaubareren Dialogpartnern ihren unbestreitbar fixen Platz haben muss.

Ohne PR-Background kann’s nicht funktionieren

Plattformen kommen und gehen. Die online stattfindenden Gespräch jedoch bleiben und ich gehe davon aus, dass sich an der Virtualisierung von Kommunikation in absehbarer Zeit nichts Wesentliches ändern wird. Für PR-Treibende heißt dies jedoch, dass am Thema Social Media keinen Weg mehr vorbei führt. Dies heißt nicht, dass PR-Agenturen mit all jenen in den Ring steigen müssen, die nun Facebook, Pinterest und GooglePlus für sich entdecken. Dies heißt jedoch sehr wohl, dass PR-Treibende ein viel klareres Bewusstsein dafür haben sollten, was sie und zwar nur sie mitbringen, wenn sie am Tisch sitzen und das Gespräch auf „Social Media“ kommt.

Mehr PR für Online-PR!

PR-Treibende müssen sich ihrer Rolle in diesem Thema viel stärker im Klaren sein und diese auch entsprechend trommeln. Es ist so wunderbar einfach geworden „auch“ in Sozialen Medien zu sein. Die Inhalte sind teilbar, also sind wir ein offenes Unternehmen, können mit Feedback umgehen und unsere Kommunikationsziele erreichen… Ist es wirklich so einfach? Nein und nochmals nein! Aber diesen Punkt muss die PR hinreichend erklären. Das kann und wird sonst niemand anderer für uns tun!

 

Die Unternehmensgeschichte als Living-Paper

12. Oktober 2012Das Storycamp Salzburg am 23. November 2012 naht. Viele meiner Gespräche derzeit haben deshalb mit Storytelling zu tun. Dabei kam mir jetzt ein Aspekt unter, den ich hier kurz besprechen möchte. Was kann getan werden, damit Mitarbeiter die Unternehmensgeschichte nicht nur kennen, sondern diese auch aktiv kommunizieren? Und zwar egal ob in beruflichen oder privaten Kontexten.

Was nämlich hilft die beste Firmengeschichte, wenn sie im Eingangsbereich der Firma hinter Glas hängen muss? Was, wenn sie sich auf der Wikipedia-Page der Seite oder auf einem Blog des Unternehmens befindet, jedoch bereits von so viel anderen Einträgen überlagert wurde, dass sich niemand mehr daran erinnert? Wie also die Geschichten, die jedes Unternehmen hat, laufend an der “Oberfläche” des Unternehmens bzw. im Blickfeld all seiner Mitarbeiter behalten? Wie den Stories so viel Leben einhauchen, dass sie für die Mitarbeiter abrufbar und damit erzählbar sind und bleiben?

Mitarbeiter als Teil der Unternehmensgeschichte

Nur wenn Mitarbeiter die Geschichte(n) des Unternehmens (z.B. Gründungsgeschichte) kennen und somit abrufbar haben, können sie diese auch einsetzen. Ist dieser Idealfall gegeben, befeuern diese Geschichten nicht nur Marketing und Werbung des Unternehmens, nein! Sie helfen dem Unternehmen auch dabei, über das “Warum” zu sprechen. Dieses “warum” produziert ihr eigentlich Flilter? Wie ist es dazu gekommen? Warum gibt es eure Firma überhaupt, wie seid ihr denn auf die Idee gekommen Filter zu produzieren, etc. All das sind Fragen, deren Antworten Menschen oft mehr interessieren als Technik, Strukturen oder Prozesse.

Storytelling: Zuhörer andocken lassen

Gute Geschichtenerzähler bieten ihren Zuhörern nicht selten die Möglichkeit, Teil der Handlung zu werden. Einfache Fragen des Storytellers wie “was meint ihr, werden die Freunde dem Mädchen ein drittes Mal helfen?” oder “was würdet ihr jetzt tun…?” führen die Zuhörer noch näher an die Story heran und bieten ihnen die Möglichkeit, Teil der Handlung zu werden, ja mehr noch, ihren weiteren Verlauf sogar mitzugestalten. Was heißt das nun umgelegt auf die Unternehmensgeschichte?

Die Firmengeschichte schreiben alle!

Gelingt es Unternehmen, ihrem Mitarbeitern glaubhaft zu vermitteln, dass sie täglich mitschreiben an der Geschichte des Unternehmens, dass sie den Verlauf oder Ausgang der Geschichte durch ihr tägliches Tun und Handeln entscheidend mitbestimmen, so kann dies positive Folgen für die Brand-Story bzw. die Unternehmensgeschichte als Gesamtheit haben. Unternehmen, denen es gelingt, Geschichten hervorzubringen, die die Vorstellungen ihrer Mitarbeiter über ihre eigene Zukunft bzw. die Zukunft des Unternehmens antizipieren oder zumindest reflektieren helfen, schaffen jene Verbundenheit aber auch jenes Vertrauen, das den Unterschied macht.

Das Resultat sind nicht nur “starke” Marken und Unternehmensnamen mit einer Geschichte. Das Resultat sind insbesondere Marken und Namen, die auf gemeinsamen und lebendige Geschichte(n) und Werten aufbauen. Die Unternehmensgeschichte wird lebendig weil an ihr sozusagen täglich weitergeschrieben wird. Die Unternehmensgeschichte wird damit zum Living-Paper.

Glaubwürdig durch Soziale Medien? Denkste!

12. September 2012Nein, falsch! Wenn ich die Forsa-Studie im Auftrag von SAS Deutschland richtig deute, dann machen soziale Medien Unternehmen eben nicht (!) automatisch glaubwürdig. Wäre ja auch zu einfach, würden es Unternehmen glaubwürdig machen, wenn sie auf soziale Medien setzten. Es braucht mehr dazu, viel mehr.

Ledigich 17% der befragten Internetnutzer geben an, dass die Auftritte von Unternehmen in sozialen Medien diese ihrer Meinung nach dazu veranlassen, authentischer bzw. ehrlicher mit ihren Kunden zu kommunizieren.

Viel Aufwand – wenig Vertrauen

Dieser Wert sollte all jenen Unternehmen zu denken geben, die sich genau aus diesem Grund mit den sozialen Medien des Web x.0 herumschlagen, sich täglich abmühen, nicht unbeträchtliche Summen investieren. Dies alles unter anderem mit dem Ziel authentischer und ehrlicher, unmittelbarer und angreifbarer zu werden bzw. zumindest so gesehen zu werden. Und was bekommen sie am Ende des Tages dafür? Schlappe 17% die ihnen dieses ehrliche (?) Bemühen abnehmen. Ziemlich bitter würd’ ich sagen.

Anderseits: Wie ehrlich ist es wirklich, dieses Bemühen? Wie viel von diesem Transparenz- und Augenhöhe-Blabla kommt an beim einzelnen Follower, beim einzelnen Fan? Wieviel kann er und sie davon spüren, wie davon profitieren? Jetzt nicht in Form von Gewinnspiel-Codes und Rabatt-Kupons. Inwieweit können Nutzer der Social Media Kanäle eines Unternehmens von den Informationen, von den Dialogen, von der jeweiligen Qualität der Ansprache des Unternehmens profitieren? Inwieweit finden sie über diesen Weg ein authentischeres, offeneres, zuhörenderes, und lösungsorientierteres Unternehmen vor? Ein Unternehmen möglicherweise, mit den sich wirklich reden lässt, das menschlich fühlt, reagiert und entscheidet. Nicht im gleichgeschalteten Corporate-Sprech “Abteilung XY wird sich um Ihr Anliegen kümmern…”

Es wird nicht vertraut – Was nun?

Nur 17% also… Was mit dieser Information anfangen? Alles Social Media Gedöns über den Haufen werfen, weil es eh nur marginal einzahlt auf das Ehrlichkeits- und Authentizitäts-Konto von Marken und Unternehmen? Oder Social Media überhaupt ganz anders sehen, also etwa noch viel stärker auf Absatz und Verkaufen setzen?
Oder doch mal kurz inne halten und sich fragen, warum nehmen es uns unsere Zuhörer eigentlich nicht ab, wenn wir sagen, wir kommunizieren mit ihnen auf Augenhöhe? Ob es wohl an den Online Inhalten hängt, die wir hier teilen, ob das Mindset unseres Unternehmen eine Rolle spielt, oder ob doch auch unsere Social Media Berater schuld sind, die anstatt auf die Qualität der online Gespräche auf immer neuere und buntere Tools setzen.

Wenn man sich ansieht, wie der überwiegende Teil der in Sozialen Medien vertretenen Marken und Unternehmen kommuniziert, wird schnell klar, dass die hier stattfindende Kommunikation bestenfalls eine Fortsetzung dessen ist, was das Unternehmen in seiner Marktkommunikation schon bislang gemacht hat. Erfolgsgeschichten, Unternehmenspräsentation im Stile von “das gemacht, diesen Etat gewonnen, hier eine Keynote gehalten”. Garniert natürlich ein wenig mit Dialogangeboten, schließlich ist Dialog ja wichtig.

Tools und Funktionen bedeuten nicht automatisch Dialog!

Aber mal im Ernst, wenn unser Vorstand sich zu einem Foto durchringen kann, das die Presseabteilung dann auf Facebook oder Google Plus “abdrucken” darf, wo ist hier der Dialog, die Einladung zum Gespräch? Ist das sozusagen schon eingebaut, nur weil diese Inhalte auf Facebook und Co theoretisch zu kommentieren und zu liken sind? Mir wird immer mehr klar, dass es diese (Facebook-) Funktionen sind, die Unternehmen dazu verleiten, zu glauben, sie wären hier per se dialogisch. Falsch!

Kommunikation über und unter der Wasseroberfläche

Meiner Meinung nach braucht es mehr als diese eingebackenen Funktionalitäten, um mit Fug und Recht sagen zu können, wir sind hier auf einen Zugewinn an Vertrauen und Authentizität aus. Hierfür braucht es Inhalte. Sozusagen den oberen Teil des Eisberges. Hier braucht es die richtige Ansprache der Zuhörerschaft, das ehrliche Nachaußen-Kehren der eigenen Dialogbereitschaft. ABER, und hier wird es spannend, es braucht auch den Teil des Eisberges, der unter der Wasseroberfläche liegt.

Wertlos – Online Kommunikation ohne Werte

Es braucht das Committment, die Werte und die Unternehmenskultur. Erst durch diesen Unterbau kann die Außenkommunikation gelingen, können Botschaften so ankommen, wie sie ursprünglich intendiert waren. Erst durch dieses Tragwerk kommen Unternehmen in die Nähe davon, über soziale Medien ehrlich oder meinetwegen authentisch zu kommunizieren. Alles andere sind hohle Phrasen, ist Aktivität in sozialen Medien, die eben nicht als ehrlich und authentisch ankommt. Der Status Quo sozusagen!

Ich weiß natürlich, dass es Ausnahmen gibt. Und sie werden mehr. Dennoch ist ein Großteil des Social Media Engagements nicht auf Augenhöhe und Dialog ausgerichtet. Es geht hier um ganz andere Dinge aber sicher nicht um den Austausch, das voneinander lernen, das aktive Zuhören und die wertschätzende Kommunikation. Insofern sollte sich niemand wundern, dass viele nicht glauben, dass Soziale Unternehmen nahbarer, zuhörender und authentischer machen. Alle die das immer noch glauben, in ihrem Social Media Engagement jedoch keinerlei Akzente in diese Richtung zu setzen in der Lage sind, sollten langsam aber sicher aufwachen!

 

Further Reading: Gelingt der digitale Dialog? ==> Bloginterview mit Roland Brezina von SAS Deutschland zur Studie Konvergenz in der Kundenkommunikation – Der digitale Dialog aus Sicht des Konsumenten.

Bloginterview: Gelingt der digitale Dialog?

12. September 2012Vor mir liegt eine Forsa-Studie erstellt im Auftrag von SAS Deutschland. Sie hat den klingenden Titel "Konvergenz in der Kundenkommunikation - Der digitale Dialog aus Sicht des Konsumenten". Die Frage die sich nicht nur dem Autor sondern eigentlich uns allen stellt bzw. stellen solltet: Gelingt dieser Digitale Dialog überhaupt?

Das Vorwort zur Studie hat Roland Brezina, Manager Competence Center Customer Intelligence vei SAS Deutschalnd unter einen Titel gestellt, der mir gleich mal kräftig ins Auge sticht: “Gelingt der digitale Dialog?”, fragt er und nennt als Ziel dieses Dialoges die “nachhaltig positive Kundenerfahrung”. Klingt super spannend, dachte ich, und bat Brezina zum Blog-Interview.

Online Kommunikation gelingt nicht immer / Forsa Studie

Ed Wohlfahrt: In der Einleitung schreiben Sie “Das Ziel nachhaltig positiver Kundenerfahrungen, eines integrierten Customer Experience Management also, rückt bedeutend näher, wenn es möglich wird, mir der Geschwindigkeit der digitalen Medien Schritt zu halten – besser noch, frühzeitig zu antizipieren, welche Bedarfssituationen und Handlungsfelder im täglichen Kundendialog entstehen.” Wie hoch schätzen sie den Anteil der Unternehmen, die Social Media nutzen, um genau diese positiven Kundenerfahrungen zu erreichen?

Roland Brezina: Noch zu gering. Aktuell sind die Angebote im Social Web meines Dafürhaltens eher vertriebsorientiert als dialogorientiert. Ausnahme ist da sicher der Service von Telekom oder der Deutschen Bahn bei Twitter – ist spannend und sollte man einmal selbst ausprobieren. Die größte Schwäche einmal mehr: Da ist wieder ein neues Silo für die Kundenkommunikation entstanden, denn die Kommunikationen mit Kunden über Social Media sind nahezu abgekoppelt von der allgemeinen Kommunikationstrategie.

EW: 61% der Befragten glauben nicht, dass SoMe-Engagement Unternehmen ehrlicher und authentischer macht. Worin liegen die Gründe dafür?

RB: Wahrscheinlich an dem zunehmend großen Widerspruch zwischen der Darstellung und der Wahrnehmung der Unternehmen. Viel zu häufig stellen Fans einen Beitrag auf einer Fanpage ein, warten auf den Austausch mit der Marke und verhallen mit ihrem Feedback ungehört. Natürlich kann bei Brandpages, die in Stoßzeiten locker 1.500 und mehr neue Fans pro Tag gewinnen, nicht jeder Beitrag kommentiert werden. Aber eben die wichtigsten sollte man herausfiltern und sicherstellen, dass eine adäquate Situation in angemessener Zeit erfolgt.

EW: Wie hoch schätzen Sie den Anteil jener Unternehmen, für die Ehrlichkeit und Authentizität festgeschriebene Kommunikationsziele darstellen?

RB: 100% aller Konzerne, die Wert auf ihre Marke legen und deren Markenwert eine betriebswirtschaftlich relevante Bedeutung hat, das wären dann mal mindestens alle im DAX. Ob die Theorie dann auch immer in die Praxis – zu jedem Zeitpunkt und effektiv – umgesetzt wird, steht auf einem anderen Blatt. Aber dann zeigt sich die Einstellung des Unternehmens wieder im Bemühen, um eine effektive und offene Krisenkommunikation. Das haben in der Vergangenheit einige Beispiele gezeigt, z.B. die Reaktion der INGDiba auf die Reaktionen zu „Nowitzki und die Wurst“.

EW: Ist Unternehmen ausreichend bewusst, dass ihnen in Sozialen Medien über 60% nicht vertrauen?

RB: Ich glaube, dass viele Marketingmanager nicht verinnerlicht haben, dass man sich Vertrauen 2.0 erst verdienen muss. Und das gelingt meines Ermessens nach am besten, wenn man sich treu bleibt. In der Regel passiert aber gerade das nicht: Statt die Content-Strategie in seiner Gesamtheit auf den Prüfstand zu stellen, geht die Schere hier weiter auseinander. Manchmal inhaltlich anspruchsvoll Above-the-line wird man dann trivial und populistisch in seinen Pinnwandeinträgen. Das muss der Zielgruppe auf kurz oder lang auffallen.

EW: Was tun bzw. können Unternehmen Ihrer Meinung nach tun, damit ihnen in sozialen Medien (wieder) stärker vertraut wird. Wo sehen Sie hier noch freiliegendes Potential?

RB: Ohne jetzt in die üblichen Phrasen abrutschen zu wollen: Es geht um tatsächlichen Dialog. Dieser hat optimalerweise zwei Seiten. Einerseits müssen die Unternehmen sicherstellen, dass sie schneller reagieren können, wenn sie angefragt oder kritisiert werden. Auf der anderen Seite sollten sie durchaus auch aktiv auf ihre Stakeholder zugehen, das müssen dann auch nicht nur Kunden sein, sondern auch Anwohner, die Familien der Mitarbeiter … Im Fall der Kunden gilt es, diese so anzusprechen, dass man auf deren Bedürfnisse auch tatsächlich eingeht – auch das ist ein Fazit der Studie. Darüber hinaus sollten die Unternehmen anfangen, positive Dinge mehr zu thematisieren, damit auch darüber „gesprochen“ wird. Die Kommunikation zu Reputation, Qualität, Kundenservice und Individualität in der Kundenansprache wird vernachlässigt. Sicher ist es auch ein probates Mittel, wenn Unternehmen nicht um den „Like“ ihrer Konsumenten bitten, sondern vor allem mal bei Meinungsführen aktiv zu deren „Followern“ werden und ihrerseits den Dialog suchen.

EW: Danke für das Gespräch!

==> Studie zum Download

Jetzt ist es nicht so, dass ich mir zur Studie wie auch zum Gesagten keine Gedanken mache… Ich gehe darauf im separaten Blogpost “Glaubwürdig durch Soziale Medien? Denkste!” näher ein.

Zusammenarbeit: Welche Tools nutzen eigentlich Ihre Mitarbeiter?

26. Juli 2012Dass es in vielen Unternehmen bereits Paralleluniversen gibt, liegt auf der Hand. Das Unternehmen kommuniziert nach innen über Intranet, schwarzes Brett und Mitarbeiterzeitung. Parallen dazu hat ein großer Teil der …

Dass es in vielen Unternehmen bereits Paralleluniversen gibt, liegt auf der Hand. Das Unternehmen kommuniziert nach innen über Intranet, schwarzes Brett und Mitarbeiterzeitung. Parallen dazu hat ein großer Teil der Mitarbeiter Accounts auf Facebook, Xing oder Google Plus.

Das Unternehmen ist natürlich auch auf Facebook, Xing und Google Plus. Aber was kratzt das die Mitarbeiter..? Viel Nutzen für ihre tägliche Arbeit finden sie auf der Fanpage des Unternehmens zumeistens nicht. Schließlich gehts hier darum, dass sich das Unternehmen von seiner schönsten Seite her zeigt. Wie Unternehmen mit dieser Situation umgehen können? Etwa, indem sie ihre eigene Kommunikation überdenken und gegebenen Falles anpassen!

Bildquelle: thx2 derekbruff / flickr.com

Es muss nicht immer gleich das komplett vernetzte “Social” Business sein, dass Unternehmen hier anstreben sollen. Dennoch ist es vielleicht nicht schlecht auch hinsichtlich der Kommunikationstools mit der Zeit oder eben mit dem Mitarbeiter zu gehen. In technischer Hinsicht geben sich viele Unternehmen schon recht offen. Bring your own device ist die Devise. Der Mitarbeiter kann also von seinem Endgerät her in der Arbeit das nutzen, was er auch zu Hause gut findet und nutzt. Unternehmen die diese “Bring your own device”-Policy verfolgen, sind davon überzeugt, dass es ihnen von den Mitarbeitern gedankt wird, dass diese gerne und vielleicht sogar mehr arbeiten.

Mitarbeiter zu fragen lohnt sich!
Wie aber erfolgt die Kommunikation am Arbeitsplatz genau? Um dies herauszufinden, lohnt es sich, den Mitarbeitern mal genauer bei der Arbeit bzw. dem Lösen der hier entstehenden (Kommunikations-)Probleme zuzusehen. Auch aktives Nachfragen ist zielführend. Etwa “Wie machen Sie das jetzt genau” oder “Welchen Weg dieses Problem zu lösen finden Sie den besten oder effizientesten?”. Ein Bekannter hat genau das getan und gesehen, dass ein großer Teil seiner Mitarbeiter die Nachrichtenfunktion von Facebook nutzt. Facebook ist nebenbei immer offen. Aber eben nicht um hier bedingt lustige Updates zu posten oder den Freunden zuzusehen, sondern vielmehr dazu, um am kurzen Weg zu kommunizieren. Wieder andere benutzen Skype, SMS oder Google Hangout. Nicht selten ist es auch so, dass Mitarbeiter auf Facebook geschlossene Gruppen bilden oder sich gegenseitig auf Twitter folgen, um dadurch einen schnellen und oft auch mobilen Zugang zum Gegenüber sicherzustellen. Schließlich arbeitet nicht jeder immer am Arbeitsplatz sondern ist auswärts, arbeitet von zu hause, etc.

Yammer, Salesforce oder Socialcast? Mitarbeiter einbinden!
Als mir mein Bekannter das erzählte machten wir uns gleich daran, die richtigen Learnings aus dieser Beobachtung zu ziehen. Jetzt suchen wir die Tools aus (dazu bald ein weiterer Post!) und werden einen Piloten umsetzen. Dann gehts darum, die Mitarbeiter dazu zu bringen, das neue Tool auch wirklich einzusetzen. Kooperation sozusagen. Vielleicht ist das auch gar nicht so schwer. Schließlich wurden die Mitarbeiter dazu eingeladen, ihre Requirements zu nennen und selbst abzustimmen. Sie sind nun auch aktiv in die Tests eingebunden und angeschafft wird nicht das, was andere für gut finden, sondern das, was bei den Mitarbeitern am besten ankommt.

Social Business braucht Fürsprecher
Nichts geht leicht. Aber ich hab’ hier gelernt, wie wichtig es ist, dass der Chef von Anfang an hinter dem Projekt steht, es persönlich trägt und vorantreibt. Dazu braucht es die passende Vision, die sich klarerweise niemanden eingetrichtert lässt. Entweder sie ist da oder eben nicht. Wichtig ist aber auch eine weitere Zutat: Vertrauen in die Mitarbeiter und ihre Fähigkeiten. Wenn dieses Vertrauen da ist, ist in Wirklichkeit kein Ziel zu ambitioniert. Da im vorliegenden Fall beides, also sowohl der CEO als auch das Vertrauen in die Mitarbeiter gegeben ist, sehe ich in den kommenden Wochen nicht nur viel Arbeit. Ich sehe auch Sinn und – noch wichtiger – große Freude!

Olympia 2012: Social Media Maulkorb für alle

12. Juli 2012Nicht mehr lange und das olympische Feuer wird entuzündet. Sportler aus der ganzen Welt werden sich in London versammeln und unter dem Motto citius, altius, fortius in fairen Wettkämpfen gegeneinander …

Nicht mehr lange und das olympische Feuer wird entuzündet. Sportler aus der ganzen Welt werden sich in London versammeln und unter dem Motto citius, altius, fortius in fairen Wettkämpfen gegeneinander antreten. Strahlende Gewinner und begeisterte Besucher in den Stadien sind vorprogrammiert. Aber Vorsicht! Zu sehr sollten Athleten und Zuseher ihrer Begeisterung dann doch nicht nachgeben.

Und dies schon gar nicht in sozialen Medien. Die Social Media Guidelines (pdf.) die das Olympische Komitee hierfür ausgegeben hat sind nicht nur haarsträubend und widersprechen der olympischen Idee. Sie stehen synonym für den aussichtslosen Kampf etablierter Intitutionen und vor alle der Werbewirtschaft, die sich 2012 in einem neuen Kommunikationsraum zurechtfinden müssen und dafür Regeln aus dem vorigen Jahrhundert verwenden. Ein Beispiel:

Athlet A darf, sofern ich richtig verstehe, auf seinem Blog nicht sagen. “Ich sitzen hier mit Athlet B und esse gerade eine Pizza”.

Unser Athlet A darf also keine Bilder von Wettkämpfen auf seine persönlichen Social Media Seiten stellen.

Video und Audio wird wie Fotomaterial behandelt. Nix geht. Soviel mal zu den Athleten. Aber die sollen eh nicht mit ihren iPhones rumspielen sondern Medaillien nach Hause holen, ihr Land stolz machen und all das. Konzentration meine Damen und Herren!
Wie aber sieht es mit den Besucher der Olympischen Spiele aus? Ganz schlecht. Mit dem Erwerb eines Tickets haben sie sich unter anderem hiermit einverstanden erklärt:

“Images, video and sound recordings of the Games taken by a Ticket Holder cannot be used for any purpose other than for private and domestic purposes and a Ticket Holder may not license, broadcast or publish video and/or sound recordings, including on social networking websites and the internet more generally, and may not exploit images, video and/or sound recordings for commercial purposes under any circumstances, whether on the internet or otherwise, or make them available to third parties for commercial purposes.”

Es steht die Befürchtung im Raum, dass es sehr still werden könnte um die Olympischen Spiele in London. Warum? Na weil sowohl Sportler als auch Zuseher einen Maulkorb verpasst bekommen. Während vorangegangener Spiele war das Thema Social Sharing noch kein sonderlich großes. Jetzt ist es andes und es winkt die ganz große Kohle. Andererseits wollen auch Sponsoren etwas für ihr Geld. Ist klar. Dennoch wundere ich mich darüber, dass Unternehmen, die sich in sozialen Medien so kommunikativ zeigen, ihren Fans hier auf Augenhöhe und zuhörend begegnen solchen Regeln des IOC ihre Zustimmung erteilt haben. Wir reden hier etwa von Procter&Gamble, Samsung, Visa, Adidas, BMW oder British Petrol. Wobei BP die Freude an ihrem Olympia Engagement nach diesem üblen Scherz ohnehin schon vergangen sein dürfte…

Was ich schade finde, ist die rüde Art, mit der das IOC hier vorgeht. Dass sich Facebook, Twitter und die Fernsehanstalten nach der kommerziellen Decke strecken wundert mich wenig. Hier werden unter Hinweis auf Sponsoreninteressen Regeln aufgstellt, die einfach nicht mehr zeitgemäß sind. Man möchte über das ganze Thema so viel Kontrolle wie möglich. Also bitte in den Olympic Hub marschieren und hier zentral die Info konsumieren die das offizielle Olympia bzw. der einzelne Athlet bereitstellt… Wie viel Kontrolle ist hier dann überhaupt noch möglich?!

Menschen haben die Werzeuge über die sie sich mitteilen, über die sie Inhalte jeder Art teilen können und wollen. Die Politik die hier seitens des IOC eingeschlagen wird verkennt diese Realität oder – noch schlimmer – nimmt sie nicht ausreichend wahr.

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CEO Kommunikation: In Blogs we trust

28. Juni 2012“Wenn es für das Unternehmen gut ist und etwas bringt, dann werde ich dazu die Zeit finden, dann werde ich es tun”, sagte ein CEO neulich in die Runde. Warum …

“Wenn es für das Unternehmen gut ist und etwas bringt, dann werde ich dazu die Zeit finden, dann werde ich es tun”, sagte ein CEO neulich in die Runde. Warum bloggen? Fragt man sich unweigerlich. Warum dieses scheinbar verstaubte Instument aus der Social Media Mottenkiste holen, warum es ins Zentrum einer Social Media Strategie stellen? Und warum es dem am schwersten arbeitendsten Menschen des Unternehmens, dem CEO, umhängen, wo der doch wirklich Wichtigeres zu tun hat? Fragen über Fragen. Ich habe gestern bei Brandfrog eine CEO-Studie gefunden, die Antworten liefert und auch Blog-Kritiker nachdenklich stimmen könnte.

Vorweg vielleicht eine Grafik aus dem aktuellen Edelman Trust Barometer 2012. Es hat sich wieder mal angesehen, wem genau wir vertrauen und warum. Ein zentrales Erkenntnis daraus:

Der CEO rutscht als vertrauenswürdige Auskunftsquelle eines Unternehmens ab. Aber ist das nicht völlig egal? Muss ein Manager wirklich Vertrauen aufbauen können oder geht es nicht vielmehr darum, dass die Zahlen stimmen und alles möglichst überschaubar und schlank bleibt? Ich denke nicht. Man braucht nur die Glotze aufzudrehen und man hört von Euro-Rettungsschirmen und in einem der nächsten Sätze heißt es dann auch schon “… nicht sicher ob durch die Finanzspritze das Vertrauen in die Märkte wiederhergestellt werden kann…”, etc. Vertrauen ist so allgegenwärtig wie nie zuvor.

Vertrauensökonomie: Wer vertraut wem und warum?

Vertraut mir mein Partner noch, mein Investor, meine Anleger, mein Büropartner? Und in weiterer Folge: Was kann icht tun um Verttauen herzustellen, aufzubauen zu kapitalisieren? Wer genauer hinsieht, erkennt: Vertrauen ist überall. Es fungiert als Kitt wenn es darum geht, Sicherheit zu haben oder eben nicht. Und hier spielt auch der CEO und sein vorhandenes oder eben nicht vorhandenes Kapital an Vertrauen eine Rolle. Hat er dieses Vertrauen, so wird es ihm oder ihr leichter fallen, MitarbeiterInnen mitzunehmen durch den Wandel, in dem sich Unternehmen nun mal dauerhaft befinden. Hat er es nicht, so ist er ein schwacher Chef. Man folgt ihm nicht, man versteht ihm nicht und vertrauen kann man ihm schon überhaupt nicht. Aber nun zurück zur Studie und ihren Aussagen hinsichtlich des Einsatzes Sozialer Medien in den Chefetagen dieser Welt.

Wer will ihn nicht haben, diesen “highly connected”-Typen als Chef. Der gut ankommt hier und gut kann mit dem? Der sozusagen Türen aufmachen kann, der gleich verstanden wird, dem man gerne folgt und leicht vertraut? Nach Meinung der Studienteilnehmer sind Chefs die Social Media nutzen dazu in er Lage einfachere und bessere Verbindungen zu Konsumenten, Angestellten und Investoren herzustellen als solche CEO’s, die diese Werkzeuge nicht verwenden, darüber nicht angesprochen oder wahrgenommen werden können.

Interessant auch die Auswirkungen die die Nutzung sozialer Medien für den CEO haben soll: Für 78% kommunizieren Chefs besser, für 64% stellen sie so mehr Transparenz her, für 45% führen sie sogar besser. Wo sind die Leute die jetzt aufscheien. Wo sind die “Hääääää??!”-Sager die ins Treffen führen, dass diese Outcomes im “harten Wirtschaftsleben von heute” doch gar keine Platz haben dürfen, ein Synonym sind für schwache Chefs? Ich kann sie hören!

Andererseits höre ich auch die neue Workforce. Leute, die lange Ausbildungszeiten hinter sich gebracht haben, die sich als Wissensarbeiter verstehen, die sich ihre Jobs vielleicht sogar aussuchen können, die über große soziale Netzerke verfügen. Und wenn man diese Leute fragt, sie sagen einem immer das gleiche. Ihnen gehts um Transparenz, um das Thema Unternehmenskultur, um Werte, um eine gute interne Kommunikation, um das Klima. Klar ist Geld auch ein Thema. Aber aben bei weitem nicht das Wichtigste. Was beispielsweise hilft mir diese Kohle, wenn ich in einem Unternehmen arbeite, das mich geistig unterfordert und dessen Führung reflexartig jedem um sich herum mit einem Maulkorb ausstaffiert, weil die Crew Angst vor Widersrpuch und Ablehnung hat? Solche Unternehmen mit einer richtig schönen Kultur des Misstrauens werden es bald sehr schwer haben, gute Leute zu finden und an sich zu binden.

Nach außen zu kommunizieren ist leicht!

Die Chefs an der Spitze solcher Unternehmen (schönes Bild übrigens) werden sich ohnehin schwer tun mit dem Teilen von Information, mit dem Plaudern ber das “warum” des Unternehmens und seiner Werte. Nach innen und außen gleichermaßen. Wobei… nach außen zu kommunizieren ist doch immer noch super einfach, oder?!

Nein! Nach außen zu Kommunizieren ist nur dann leicht, wenn es Unternehmen im Grunde genommen egal ist, ob es die Bedrüfnisse seiner Kunden, Fans, Follower, Aktionäre, wie immer gearteten Dialogpartner trifft oder nicht. Und weißte was? Genau so läuft es. Genau das sagt die oben gezeigte Grafik.

Nach außen zu kommunizieren ist schwer!

Unternehmen und da schließe ich die UnternehmER (weiblich/männlich) mit ein, haben sich mittlerweile daran gewöhnt, zwischen dem, was sie nach außen sagen, und dem, was draußen ankommt, eine satte Kluft zu haben. Es ist mehr oder weniger Common Sense, die Bedürfnisse der Dialogpartner nicht zu treffen und dies nicht nur in Ausnahmefällen sondern im Regelbetrieb! Ist das gut? Ist das normal? Ist das heute einfach so? Oder könnte es auch anders laufen, nämlich so, dass die Erwartungen an das Unternehmen von diesem übertroffen werden?

Der Clou: Erwartungshaltungen überfüllen!

Das wäre doch mal was! Aber wie geht das? Durch aktives Zuhören alleine? Durch Bloggen? Wohl kaum. Wenngleich ein bloggender, ein twitternder CEO bzw. ein CEO, der über diese Kanäle a) erreichbar und b) ansprechbar ist, schon auch ein schönes Zeichen sein kann, das auf eine entsprechende Unternehmenskultur schließen lässt.

Gehen wir einen Schritt weiter. Für 82% der Befragten ist es wahrscheinlicher bzw. wesentlich wahrscheinlicher einem Unternehmen zu vertrauen, dessen Führungsriege über soziale Medien über ihre Aufgaben, Ziele und Werte spricht. Nicht in Form eines Mission-Statement im Intranet ausgearbeitet von der neuen PR-Agentur! In Form eines Living-Papers, in Form eines Blogposts mit geöffneter Kommentarfunktion!

Warum sind gute Blogs aus dem C-Level so selten?

Ich mach hier mal stopp. Ich denke, dass ein gute geführtes CEO-Blog in Österreich oder Deutschland noch immer die große Ausnahme ist. Ich frage mich warum und auch wie lange dies noch der Fall sein wird. Ich frage mich ferner, wie lange der Run von Unternehmen in die Quantität (Facebook-Fans, Likes, Kommentare) noch anhalten kann, bevor es zur großen Rückbesinnung kommen wird. Haben Leute aus der C-Suite einfach zu viel um die Ohren, erachten sie das Thema einfach nicht als wichtig genug weil so viel andere Dinge ebenfalls wichtig sind? Nehmen CEO’s ihre Vorbildwirkung etwa subjektiv ganz anders wahr als Personen von außen? Kann sein. Welche weiteren Gründe sind schuld daran, dass so wenige Chefs die Chancen ergreifen, die Soziale Medien bieten?

Vor ein paar Jahren hat es geheißen, Blogs fühlten sich an wie 1999. Ja vielleicht. Ein gutes verstandenes und noch besser geführtes Corporate Blog bzw. CEO Blog kann meiner Meinung nach die Türen zu einem nachhaltigen Change aufstoßen und für CEO’s ein mächtiges Werkzeug sein, dass ihnen dabei hilft, besser zu verstehen, besser zu kommunizieren und den Wandel aktiv zu unterstützen.