Archiv der Kategorie: Corporate Storytelling

Der Kanzler als Pizzamann

20. April 2017Die nächsten Wahlen zum Österreichischen Nationalrat kommen bestimmt. Die Parteien bringen sich in Stellung und nutzen dafür natürlich auch Soziale Medien. SPÖ-Kanzler Christian Kern sorgt gerade mit einem unkonventionellen Video für Aufsehen.

Es ist schwer als Politiker. Was ich meine? Es ist schwer Dinge zu sagen und zu tun, die in sozialen Medien bestehen können. Dinge, die in Erinnerung bleiben, die möglicherweise berühren, mit denen man sich positiv abhebt, alle diese Sachen.

Politik ist nicht lustig. Politiker lachen selten, sind wenigen Leuten sympathisch. Es geht stets um die politische Sache, das politische Thema, den richtigen eigenen Standpunkt und natürlich um den falschen des Mitbewerbers. Politik bohrt dicke Bretter, und basta!

Politiker haben es schwer!

Ich möchte damit nicht sagen, dass mir Politiker leid tun. Zumindest solange man sie nicht auf Skiern die Piste hinunter schickt, wie geschehen im Präsidentschaftswahlkampf von Andreas Khol. Wir erinnern uns mit Schrecken. Aber schwer haben sie es dann schon wieder. Man traut ihnen nicht über den Weg und schätzt ihre Problemlösungskompetenz meist als niedrig bis sehr niedrig ein.

Wer vertraut Politikern?

Das Vertrauensbarometer für Politiker stark nach unten. Vor allem bei den Jüngeren ist es damit nicht allzu gut bestellt.

Die Kommunikation ist schuld, ausnahmslos immer

Und natürlich auch ihre Berater, Spindoktoren und Pressesprecher. Sie sollen müssen es dann richten. Im Wissen natürlich, dass die Kommunikation immer versagt, wenn es schlecht läuft. „Es ist uns nicht gelungen, den Leuten verständlich zu machen, dass…“ heißt es dann nach erfolglos geschlagener Wahl. Und dass natürlich die Kommunikation schlecht war… Ich warte jeden Wahlabend auf diese Wortspenden und sie kommen den Verlierern über die Lippen so wie das Amen im Gebet.

Politik tut sich schwer in sozialen Medien

Besonders schwierig für Politiker ist das Metier Sozialer Medien. Dass das aber nicht zwingend so sein muss, zeigt der amtierende Bundeskanzler Dr. Christian Kern.

Es geht darum, eine Kampagne, eine Bewegung zu starten, darum, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, ehrliche und authentische Bilder zu produzieren und zu vermarkten. Kern uns sein Team haben sich zu einen Zugang entschlossen, für den es vor allem drei Dinge braucht.

 

  • Mut bzw. die Fähigkeit über den Dingen zu stehen.
  • Die Fähigkeit, sich und das eigene Tun nicht zu ernst zu nehmen.
  • Hohe Frustrationstoleranz.

 

All diese Punkte bringen viele Politiker nicht mit. Leider. Vor diesem Hintergrund tun sie sich sehr schwer, wenn es darum geht, über Sozialen Medien zu kommunizieren und darin zu bestehen.

Kanzler Kern als Pizzamann

Was tut Kern? Sehen sie selbst! Er verkleidet sich einen Abend lang den Pizzaboten, kommt mit Menschen ins Gespräch und inszeniert sich damit als dialogbereit, sympathisch und offen. Nicht schlecht!

Verbreitet wird dieses Video über den Facebook Kanal des Kanzlers und den hauseigenen Kanal auf Youtube.

Natürlich ist das Berechnung! Natürlich geht es um die Bilder, den davon ausgehenden Buzz in Online Medien und Tageszeitungen. Und, ja klar, handelt es sich dabei um ein klassisches Pseudo-Ereignis. Andererseits, warum nicht!? Die anderen Politiker tun es schließlich auch oder werden sehr bald wieder damit beginnen. Babies küssen, Marktbesuche, Verteilaktionen. Man kennt das. Werden sie damit Online Gespräche auslösen können? Ich bin mir da nicht so sicher.

 

 

Kern löst eine ganze Menge dieser Online Gespräche aus. Nicht alle werden immer schmeichelhaft für ihn ausfallen. Aber das ist auch egal. Kern folgt seinen Beratern, er wagt sich hinaus auf dünnes Eis und er wird wohl auch das Durchhaltevermögen mitbringen, in seiner Online Kommunikation und dem daran anschließenden Transport social Media-gerechter Bilder weiter am Drücker zu bleiben.

Online Buzz als neue Währung?

Möglich auch, dass wir auch hierzulande sehr bald mehr von dieser Form politischer Kommunikation erleben werden. Mehr Inhalte also, die auf die Verbreitung in und über soziale Medien abzielen, die ganz bewusst für diesen Kanal ersonnen und umgesetzt wurden. Dass es dafür einen neuen Typus Politker braucht, der bereit ist, auch hier entsprechend mitzuspielen, sollte allen klar sein.

Facebook LIVE: So holen Sie noch mehr Reichweite heraus!

15. Januar 2017Facebook LIVE ist ein spannendes Werkzeug. Wer diese Tricks berücksichtigt, erzielt damit jetzt noch mehr natürliche Reichweite.

Mit Facebook LIVE können Unternehmen und Marken ganz schön Spaß haben. Und wie man sieht, wird bereits eifrig getestet. Manche haben sehr früh damit begonnen, andere ziehen jetzt nach. Allen gemeinsam ist der Wille, Facebook LIVE für das eigene Storytelling zu nutzen.

mit Facebook-Steraming mehr erreichen

Facebook LIVE kann ein wirksames Instrument für die Produktion werthaltiger Inhalte sein.

Was ist Facebook-Live?

Facebook LIVE ist ein Facebook Feature. Es ermöglicht das Streaming von LIVE-Videos über das Smartphone bzw. genauer gesagt die Facebook-Smartphone App.
Alle, die Facebook-LIVE am Computerbildschirm suchen, werden es also nicht finden können. Streamen kann jeder Facebook-Nutzer über sein persönliches Profil und jeder Seiten-Administrator. Aber eben nur über Mobiltelefon und App.

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Wie lässt sich Reichweite erzielen über Facebook LIVE?

Ich bin jetzt versucht, zu sagen, gar nicht mehr so einfach, wie etwa noch vor ein paar Monaten. Da reichte es wirklich, LIVE zu gehen und die Kamera auf einen bewegten Gegenstand zu richten, fertig. Warum das damals noch reichte, ist einfach erklärt.

Facebook belohnte den Einsatz dieser Funktion mit massig natürlicher Reichweite, weil es von seinen Nutzern mehr Video-Inhalte, genauer, LIVE Video Inhalte sehen wollte. Dies, um die „Umerziehung“ der Nutzer in Richtung Bewegtbild voranzutreiben. Jetzt, wo Facebook-LIVE von immer mehr Nutzern eingesetzt wird, hat Facebook erreicht, was es wollte und kann die natürlich zu erzielende Facebook-Reichweite getrost etwas zurückschrauben. Es sein denn, man lässt sich da etwas einfallen.

DAS ist bereits eines der wichtigsten Takeaways! Sich etwas einfallen zu lassen, ist für den Einsatz von Facebook LIVE heute oberstes Gebot. LIVE zu gehen und das Telefon auf einen x-beliebigen Gegenstand zu richten, reicht heute bei weitem nicht mehr aus.

Nachtrag: Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel, wie dieses Video von TaiPan Touristik mit stattlichen 6.900 Aufrufen zeigt!

 

Formate für Facebook-LIVE machen Sinn

Geht man als einfacher Facebook-Endverbraucher LIVE so sollte der Nutzen für die eigenen „Freunde“ anders aussehen, als wenn etwa Marken und Unternehmen LIVE streamen. Was im Freundeskreis Freundes- oder Cliquen-Content sein kann, sollte im Corporate-Einsatz anders gestrickt sein.

Darüber sollte sich jedes Unternehmen vorher Gedanken gemacht haben. Weil es, wie gesagt, heute nicht mehr reicht, auch Facebook-LIVE zu machen.

Facebook-LIVE machen jetzt viele: So machen Sie den Unterschied

Es gibt da ein paar Dinge, mit denen Facebook LIVE noch mehr Spaß macht. Und ich habe dann Spaß, wenn unterm Strich natürliche Reichweite herausschaut. Wo also ansetzen?

Mir ist aufgefallen, dass viele Unternehmen beim Streaming über Facebook LIVE mittlerweile auf ein gutes Setting achten.

  • An das Licht achten. Natürliches Licht ist gut. Wenn es nicht ausreicht, dann die Szene besser mit eigenem Licht ausleuchten.
  • Auf die Bildführung achten, sprich, Stativ und Gimbal verwenden. Verwackelte Bilder waren gestern. 50 Euro in ein Stativ zu investieren, zahlt sich bei Facebook-LIVE doppelt aus. Gimbals machen dann Sinn, wenn sich der Sprecher etwa durch einen Raum bewegen soll. Alternativ kann man hier aber auch mit einem Kameraschwenk arbeiten.
  • Nicht nur mit einer Einstellung arbeiten. Wenn der Sprecher vor der Kamera lediglich seinen Mund bewegt, so scheint das für Facebook nicht sonderlich interessant. Bessere Ergebnisse habe ich erzielt, wenn die Kamera bewegt wird oder sich gar der Sprecher selbst bewegt.
  • Der Ton macht die Musik. Smartphones haben gute eingebaute Mikros. Fakt ist aber auch, dass die Tonqualität vieler Facebook-Live Streamings zu wünschen übrig lässt. Vor allem wenn es Umfeldgeräusche gibt. Hier mittels eigenem Mikro nachzuhelfen, macht absolut Sinn!
Bei Video ist der Ton besonders wichtig

Wer seinem Smartphone für den Facebook-LIVE Einsatz ein externes Mikro spendiert, meint es gut mit seinen Zuhörern.

Folgende weitere Dinge tragen bei zu einer höheren natürlichen Reichweite auf Facebook LIVE

Facebook braucht ein wenig Zeit, das LIVE Video nach erfolgtem Start in die Feeds der Freunde bzw. Fans der Seite zu bringen. Vor diesem Hintergrund machen längere Streamings Sinn. Wer z.B. nach 30 Sekunden abbricht, bringt sich um LIVE-Zuseher, die sich so möglicherweise für das nächste LIVE-Video benachrichtigen lassen und nimmt sich damit auch natürliche Reichweite.

5 Minuten sind gut, 10 Minuten besser!

Wer also weiß, was er zu sagen hat und / oder dazu in der Lage ist, den Spannungsbogen über zehn Minuten zu halten, der sollte dies unbedingt tun.

Facebook-Live ankündigen

Wenn ich weiß, dass meine Seite in zwei oder drei Stunden livesteamen wird, dann kann ich dies gut und gerne auf Facebook ankündigen. Hier kann man dann nicht nur den genauen Startzeitpunkt nennen, sondern die Fans aktiv auch dazu auffordern, vorab Fragen zu stellen und sich so aktiv einzubringen. Alle Kommentare, Likes und möglicherweise Shares zu dieser Ankündigungen, erhöhen die Chance, dass die betreffenden Personen in ihren Feeds dann auch wirklich meine LIVE-Bilder zu sehen bekommen.

FB LIVE lebt von Interaktion!

Interaktion ist eine coole Sache. Interaktion meine ich zwischen denen, die via FacebookLIVE Streamen und jenen, die sich die Inhalte ansehen. Wem es hier gelingt, Nähe herzustellen zwischen Sendern und Empfängern, der macht es besonders richtig.

Auf’s Hallo und Danke nicht vergessen

Wenn sich Zuseher während dem LIVE-Streaming mit ihren Fragen und LIKES melden, sollte man unbedingt darauf eingehen. Noch besser jedoch ist es, diese Interaktionen gezielt auszulösen, indem gefragt oder eben (zurück)gegrüßt wird. Ja, das alles sind Kleinigkeiten. Jedoch helfen sie ungemein, wenn es darum geht, über Facebook-LIVE natürliche Reichweite zu erzielen.

Probieren Sie es selbst aus!

Mehr Tipps und Tricks zu Facebook-LIve finden Sie bei Facebook LIVE

 

 

 

Storytelling: Wie du gute Stories findest oder auch nicht

11. Januar 2017Machen wir uns nichts vor. Wer Geschichten aus dem eigenen Unternehmen oder Berufsleben erzählen will, muss diese Geschichten zuerst einmal finden. Nicht selten scheitert Storytelling genau dort!

Neulich im Workshop. Das Klima ist toll, die Stimmung gelöst und das Miteinander angstfrei und wertschätzend. Man geht aufeinander zu, erzählt sich aus dem Nähkästchen aber das, worum es eigentlich geht, will und will sich nicht einstellen: Geschichten.

Storytelling setzt voraus dass im Unternehmen Stories gefunden werden. Optimalerweise als laufender Prozess.

Storytelling Workshop: Was macht uns aus, was treibt uns an, warum tun wir, was wir tun? Mit diesen und anderen Fragen lassen sich Differenzierungsmerkmale leichter finden und herausarbeiten.

Unser Workshop hat mit dem Unternehmen, dem Kern der Marke zu tun, und dreht sich deshalb vor allem um das „Warum“, also etwa,

  • Warum produzieren wir auf diese Art und Weise?
  • Warum haben wir uns zu dieser oder jener Lösung durchgerungen?
  • Warum ist dieser oder jene Standpunkt für uns wichtig?
  • Warum haben wir uns von einem Geschäftspartner / Kunden getrennt?
  • Warum ist es uns wichtig, ein familienfreundliches Unternehmen zu sei?
  • Warum tun wir, warum sind wir (geworden) wie wir jetzt sind?
  • etc.

All diese Fragen kann man aufwerfen. Man kann sie konkret stellen. Man kann sie mittels Beamer an die Wand werfen oder meinetwegen ins Handout schreiben. Gebracht hat das – zumindest bei mir – selten etwas. Die Frage bleibt. Sie lautet:

Wie lassen sich im Umfeld eines Unternehmens Stories ausfindig machen? Konkret, im nächsten Workshop oder Sales-Meeting. Und jetzt nicht wieder das übliche Herumgedruckse!

Wie lassen sich Geschichten heben?

Wie lassen sie sich Geschichten heben wie ein Schatz und wie lässt sich daraus gar ein mehr oder weniger standardisierter Prozess machen, den man z.B. jedes halbe Jahr aufs neue durchlaufen kann? Das wäre schon cool, nicht wahr? Und genau daran arbeite ich derzeit.

viele dringen zum Kern von Storytelling gar nicht erst vor.

Wer die Kraft von Geschichten für sich und sein Unternehmen nutzen will, sollte sich nicht mit Luftschlössern begnügen.

 

Viel Storytelling-Blabla um Walt Disney & Co

Mein Eindruck ist, dass viele zur aktiven Suche nach Geschichten gar nicht erst kommen. Sie sind beim Pixar-Video hängen geblieben oder haben die Heldenreise so inhaliert, dass sie nicht mehr ans Wesentliche denken können.

Mir ist das zu wenig. Anders ausgedrückt:

Pixar & Co verstellt mir die Sicht auf das, was im Storytelling immer noch zentral sein sollte. Die Geschichte und ihr Zustandekommen.

 

Was tun wenn die guten Stories ausbleiben?

Zurück zu meiner jüngsten Workshop-Erfahrung. Was also tun, wenn die Geschichten ausbleiben? Wo ansetzen, wenn das beste Klima und das angestrengteste Nachdenken im Team nicht dazu führen, dass der Außendienstmitarbeiter, der Marketingleiter oder die Fachbeamtin ins Erzählen kommen? Folgende Instrumente können hier förderlich sein:

Die Grabesrede

Makaber, schon klar. Aber stellt man sich einmal vor, man würde am Grab des eigenen Unternehmen stehen, was würde man bedauern? Welche Lösungen würde es dann nicht mehr geben?

Welche Produkte oder Dienstleistungen würden den Hinterbliebenen nun fehlen? All diese Fragen lenken den Blick auf die eigenen Besonderheiten, der früher oder später Auskunft gibt über das Warum des Unternehmens, der Abteilung, des Gründers, etc.

Mit Extremen arbeiten

Workshop-Teilnehmer von ihrem schönsten oder meinetwegen schlimmsten Tag im Unternehmen erzählen zu lassen oder sie über ihren größten geschossenen Bock zu befragen, sorgt meist für allgemeine Heiterkeit.

Die Auf-Lösung ist dann meist nicht mehr das Problem. Schlimm war es meist ja nur einen Augenblick lang, dann gab es glückliche Wendungen, unterstützende Kollegen, verständnisvolle Kunden, prägend Lernerlebnisse, etc.

Wenn im Storytelling-Workshop nichts mehr geht, hilft das gemeinsame Nachdenken über Misserfolge und wie man damit umgegangen ist.

Schiffbruch: Aus Fehlern lässt sich nicht nur prima lernen. Fehler und wie man damit umging, bilden auch tollen Stoff für Storytelling.

Der Lebenslauf

Sich seinen Lebenslauf vorzustellen, das geht meistens ganz einfach. Zwischen den einzelnen Stationen gibt es bei näherem Hinsehen aber auch Phasen, über die wir weniger gerne sprechen, die wir weglassen und zwar aus gutem Grund.

Die vermasselte Mathe-Matura gehört hier etwa zu meinem Repertoire, das halbe Jahr Arbeitslosigkeit oder der Krach mit meinem Chef, der mich dazu veranlasste, zu kündigen.

Solche Sachen meine ich! Jeder hat sie, jeder kennt sie. Kaum aber einer nutzt sie für das eigene Storytelling!

Bloß liegen gerade hier die spannenden Ausgangspunkte für packende Erzählungen. Erzählungen im übrigen, mit denen wir unseren Zuhörern mehr von uns erzählen, als mit jedem (geschönten) Lebenslauf.

Die Unternehmensgeschichte

Und wo wir gerade beim Lebenslauf waren. Jedes Unternehmen durchläuft ebenfalls einen Lebenszyklus, scheitert, erfindet sich neu. Und wer darüber immer nur das Beste berichtet, der lässt einen Haufen weg.

Schade, weil im vergangenen Konkurs samt Kündigungen, weil im Streit mit der Bank und weil in der Art und Weise, wie dann doch wieder gemeinsam Fahrt aufgenommen werden konnte, große narrative Kraft liegt. Kraft, an die wir nicht denken und die dann ungenutzt bleibt.

Storytelling setzt das Wissen und die Sensibilität um Geschichten voraus. Aber nicht nur das: Es braucht dazu natürlich auch eines, und zwar Geschichten

Storytelling: Im passenden Augenblick mit der richtigen Geschichte zur Stelle zu sein, das ist für unsere Zuhörer nicht selten ein wahres Geschenk. Verstehen abseits von Zahlen, Daten und Fakten wird möglich.

Mit welchen Fragen oder Übungen fördern Sie Geschichten zu Tage? Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn es hierzu Kommentare gibt.

Weiterführende Artikel zu Storytelling

Post: Mit Storytelling zu einem besser funktionierenden Intranet?
Post: Content-Marketing – mit kleinem Ego zur besseren Story
Post: Storytelling auf Facebook (1)


Wenn Sie ein Gespräch über den Kern Ihrer Marke führen wollen, in dem wir unter anderem auf das „Warum“ Ihres Unternehmens zu sprechen kommen, nehmen Sie noch heute mit uns Kontakt auf ed@edwohlfahrt.com

Corporate Intranet: Storytelling statt Verlautbarung!

30. April 2016Viele Intranets klingen wie Amtsblätter. Mitarbeiter holen sich ihren Klatsch und Tratsch lieber von Facebook, Snapchat oder Whats App. Interaktion, Engagement und Ideen fließen ab. Was kann man tun, wo ansetzen, damit sich das ändert?

Wie bringen wir unsere Intranets aus der Sicht des einzelnen Mitarbeiters wieder zurück in die Relevanz? Wie müssen Inhalte aussehen, damit sie Aufmerksamkeit bekommen und was genau braucht es, damit Social Intranets kein rein technisches Phänomen bleiben? Genau darum ging es im Interview, zu dem mich jüngst Gerald Pitschek, auch bekannt als The Content Guy, freundlicherweise gebeten hat.

Interview – Content-Strategie im Intranet from The Content Guy on Vimeo.

Brauchen Intranets Geschichten?

Absolut ja! Narrative Elemente bzw. Storytelling machen hier genau so viel Sinn, wie in der Kommunikation nach außen. Fast noch wichtiger finde ich jedoch das, was es auf dem Weg zur Story braucht. Nachfolgend ein paar Punkte, die ich als essentiell für die Kommunikation mit und über Geschichten erachte:

1. Vertrauens-Kultur
Intranets funktionieren dort gut, wo man einander vertraut. Das Management den Mitarbeitern, die Mitarbeiter dem Management. Nicht zuletzt aber auch Vertrauen zwischen den Mitarbeitern untereinander.

Eine Kultur des Vertrauens und des Miteinanders braucht aktives Handeln und Zeit. Ein Intranet mit sozialer Funktionalität einzuführen, ist zu wenig.

Weiter zu: Wie funktioniert Storytelling auf Facebook?

2. Support von oben

„Macht das mal nach der Arbeit“ oder „Ach Gott, jetzt haben wir wieder Märchenstunde“. Solche Aussagen zeigen deutlich, dass die Wirksamkeit von Geschichten bei der Unternehmensführung noch nicht angekommen ist.

Storytelling und Corporate Content

Storytelling kann sich in der internen und externen Unternehmenskommunikation wirklich auszahlen. Ohne die Unterstützung durch die Unternehmensführung geht dem zarten Pflänzchen aber nicht selten die Luft aus.

Storytelling gelingt nur, wenn es von ganz oben unterstützt wird. Wenn der CEO etwa auf seinem eigenen LinkedIn-Profil oder am Blog Geschichten aufgreift und teilt, dann gibt es eine seriöse Chance.

3. Bewusstsein
Ein Unternehmen, das „seine“ Geschichten kennt, das über ihre Kraft und Bedeutung Bescheid weiß, verfügt über die notwendige Basis, diese Geschichten laufend in seiner Kommunikation nach innen und außen einsetzen zu können. Ist dieses Bewusstsein nicht gegeben, steht es auch mit den für Storytelling notwendigen zeitlichen und budgetären Rahmenbedingungen nicht zum besten.

4. Prozesse
Storytelling ist nichts, was man mal schnell einführt und das ab diesem Zeitpunkt mehr oder weniger von alleine läuft. Aus diesem Grund braucht der Prozess, an dessen Ende fix-fertig aufbereitete und in verschiedenen Formaten erzählbare Geschichten stehen, einen strukturierten Ablauf. Ohne diesen lässt sich ein laufendes Finden, Heben und Verwerten von Geschichten im Unternehmen nicht sicherstellen.

Weiter zu: Warum funktionierten emotionale Stories besser?

5. Mut
Sich hinzusetzen und sich über zu erzählende Inhalte auszutauschen, das braucht neben Offenheit auch Mut. Es braucht Mut, die eigenen Intranet-Inhalte kritisch zu hinterfragen, schließlich haben sie Zeit und Geld gekostet. Letztlich braucht es auch Mut, in seiner Kommunikation nach innen und außen neue Wege einzuschlagen und ausgetretene, nachweislich nicht funktionierende wieder zu verlassen.

 

Storytelling ist ein überaus wirksamer Hebel. Es versetzt Unternehmen in die Lage, relevantere und bedeutsamere Inhalte für ihr Intranet aufzubereiten und anzubieten. Die schlechte Nachricht: Die Methodik passt nicht auf jedes Unternehmen. Zudem braucht es sowohl das notwendige Mindset der handelnden (Führungs-) Persönlichkeiten, als auch ein prozesshaftes Herangehen, sodass Storytelling seine volle Wirkung entfalten kann.

Sorry, keine Zeit für deine Story!

13. Januar 2016In der Produktion relevanter Online-Inhalte mühen sich viele ab. Sie schreiben Geschichten, vesuchen zu emotionalisieren und lassen auch sonst nichts unversucht. Was aber, wenn Nutzer für die hochwertigen Früchte dieser Arbeit gar keine Zeit haben?

Mir geister dieser Gedanke schon lange im Kopf herum. Was ist, wenn wir in unseren Texten mit Bildern, Metaphern und Geschichten arbeiten, wir den Leser damit aber gar nicht (mehr) abholen, weil dieser an chronischem Zeitmangel leiden oder zumindest am Plafond seiner Aufnahmefähigkeit steht?

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Wir setzen in unseren Texten vielfach auf Narrative, Metaphern oder Microstories. Die Frage steht im Raum, ob die Leser dafür überhaupt genügend Zeit und Lust mitbringen.

Wäre es da nicht klüger, auf Info-Happen und Bullet-Points zu setzen und narrative Ansätze (Stichwort: Storytelling) in unserem Online-Marketing gänzlich über Bord zu werfen? Ich meine, Aufwand ist das ja wirklich genug. Die Frage ist, ob dieser sich lohnt.

Wer stellt sich ähnliche Fragen und wer hat darauf vielleicht sogar schon Antworten?

Ich befinde mich schon länger in dieser „Storytelling-ist-super“-Clique, weiß, dass wir uns seit Jahrtausenden Geschichten erzählen und darauf (angeblich) abfahren.

Ich frage mich, inwieweit die Gleichung „Relevante Geschichte gut erzählt ist gleich Aufmerksamkeit“ noch stimmt bzw. ob sie überhaupt jemals gestimmt hat.

Jetzt gibt es all diese Beispiele von interaktivem Storytelling, also vom Ineinandergreifen hochwertig aufbereiteter multimedialer Inhalte. Die Frage stellt sich aber, wer sich für ein solches Angebot dann wirklich die Zeit nimmt, minuten- oder wohl besser stundelang verweilt und genießt.

Storytelling Storydoing Attention Span

Sinkende Aufmerksamkeitsspannen und gleichzeitig Texte, die aufwändig erzählte Geschichten beinhalten. Geht das zusammen?

Wie sehr muss man sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen, wie viel Zeit mitbringen und wie viel Muse? In einer Zeit, in der die Aufmerksamkeitsspanne immer weiter nach unten rutscht, Kinder flennen und Telefone bimmeln.

Ach ja, mein Computer erinnert mich gerade an den nächsten Termin! Storytelling? Fehlanzeige.

Ich, und ich glaube viele von uns haben die Zeit einfach nicht. Und da stellt sich die eingangs erwähnte Frage noch einmal: Macht es überhaupt noch Sinn, in bzw. mit unseren Texten (Achtung, ich spreche hier nicht von Videos, Grafiken oder Bildern!) den ernsthaften Versuch zu unternehmen, Geschichten zu erhählen.

 

Mehr aus der Rubrik Storytelling hier am Blog

 

Hotel La Perla: Erfolgreich mit wertegeleitetem Content Marketing

9. Juli 2015Sie wollen sich mit Ihrer Webseite abheben? Sie schrauben jeden Tag an der Qualität der veröffentlichten Texter, Bilder und Videos? Das Hotel La Perla tut das auch. Jedoch nicht im breiten Fahrwasser des Mainstream. Wie es zu diesem Content-Ansatz kam, habe ich mit Axl Pizzinini, dem Web- und Kommunikationsverantwortlichen des Hotels besprochen.

Mit Online-Content ist es so eine Sache. Alle reden davon, aber nur wenige sind wirklich dazu in der Lage, über den eigenen Tellerrand zu blicken, sich zu fragen,

  • Wer sind wir?
  • Wofür steht unser Produkt / unsere Dienstleistung?
  • Was wollen wir vermitteln und was nicht?
  • Welche Gäste und Kunden passen zu uns und welche nicht?

Und eben erst dann Inhalte anzubieten, mit denen darauf die passenden Antworten gegeben werden.

Bei einer Recherche zu einem Vortrag stieß ich auf das Hotel La Perla in Alta Badia / Südtirol. Mir war sofort klar, dass hier interessante Menschen am Werk sein müssen und ich wurde nicht enttäuscht. Mein erster Gedanke: Eine clevere Webagentur. Ich lag falsch, wie sich später herausstellen sollte. Oder zumindest nicht ganz richtig 😉

Die News-Artikel auf der Hotelhomepage, sie werden „Pills“ genannt – im Sinne von Streicheleinheiten für die Seele – sind inhaltlich so anders, als alles andere, das man von Hotelwebseiten her kennt.

Im Beitrag „Dank der Familie Costa, den Mitarbeiter und ihrer sprichwörtlichen Hilfsbereitschaft…“ erzählt der Koch des Hauses, Nicola Laeira, über seine Herkunft, seine Eltern und letztlich darüber, wie sich all das auf seine Art zu Kochen ausgewirkt hat.

Was er da schreibt, ist keine Lobhudelei seinem Arbeitgeber gegenüber. Das, was hier steht, ist eigebettet in einen Rahmen, der das ganze glaubwürdig macht. Hier gehts nicht um Überschriften, nicht um Google oder den schnellen Klick. Balsam also für jeden Interessenten, der sich vor Urlaubsantritt frägt, ob dieses Hotel wohl zum seinem Mindset passen könnte…

Blog Inhalte aus einem Guss

Ein wunderbares Stück Blog-Content aus der Küche des La Perla

Das Wort „Blog“ mag Axl Pizzinini, das Mastermind in Sachen Online-Kommunikation, übrigens gar nicht. Deshalb eben auch der Begriff „Pills“ für jeden einzelnen Newsbeitrag. Wie sehen diese Beiträge nun aus?

Sie sind erstens textlastig, bedeutet, sie sehen einem Zeitungsbericht beinahe zum Verwechseln ähnlich. Hier ein weiteres Beispiel für gelungenes Storytelling, in dem eine ganz besondere Aushilfskraft vor den Vorhang gebeten wird. Der Titel lautet: „Drei 21er-Chromosomen… und Lebensfreude für zehn

Tut man so etwas?!

Soll man das jetzt machen? Soll man so texten? Ja, soll man! Und zwar unbedingt, will man sich von der breiten Masse abheben und strebt man ein Content Marketing an, das anders ist, als das Content-Marketing vom Betrieb nebenan.

Ganz bewusst hat man sich dazu entschieden, wegzugehen von den Bildern mit stets azurblauem Himmel, von den Berichten von sich verliebt in die Augen blickenden Paaren.

Folgerichtig gibt es im La Perla im Sommer natürlich auch keinen Apfelstrudel und im Winter keine Erdbeeren.

Content Marketing muss nicht von der Stange sein

News-Artikel, in dem der Koch Nicola Laeira von seine Herkunft und der daraus resultierenden Handschrift seiner Küche erzählt.

Auch Axl Pizzinini selbst, mein Gesprächspartner, hat eine interessante Reise hinter sich. Er kommt aus der Welt der Klick-Optimierung und des Suchmaschinen-Managements. Er kennt wohl alle Tricks und Möglichkeiten, diese punktgenau einzusetzen.

Hier im La Perla jedoch setzt er aber auf eine Webseite, in der nicht alles und jedes SEO optimiert ist. „Wir können das tun und haben Erfolg damit“, sagt er nicht ohne Stolz.

Für mich ist die Webseite des Hotels ein absolutes Paradebeispiel für qualitativ hochwertige Inhalte in Text und Bild.

Die Basis eines solchen Zugangs bilden die Werte, zu denen man sich hier bewusst entschieden hat und die sich sowohl in Produkt und Erlebnisqualität, aber eben auch in den News-Beiträgen und den Bildern der Webseite zeigen. Das Ergebnis: Ein in sich stimmiges, rundes Bild.

Für mich ist der hier eingeschlagene Weg auch deshalb so bemerkenswert, weil er wegführt vom Online-Marketing Mainstream, in dem jetzt alle über die Quadratmeteranzahl ihres Wellnessbereichs, über Raumdiagonalen und im Winter eben über die Anzahl Pistenkilometer schreiben. Einem Online Marketing, in dem man Webseiten baut, die mehr Verkaufstrichter als Inspirationsquelle sind, bei denen es primär darum geht, den Gast möglichst effizient zur Buchung zu bekommen, in denen Content Marketing mit der Brechstange versucht wird.

Es geht eben auch anders und die Content Strategie des La Perla ist dafür ein weithin leuchtendes Beispiel!

 

5 knackige Ideen für Ihr nächstes Online Video

23. Juni 2015Mit Videos ist es so eine Sache. Alle wissen, dass sie gerne gesehen werden aber kaum einer traut sich drüber. Viele Unternehmen beschränken sich deshalb darauf, Videos anderer zu teilen oder geben sich zufrieden mit einem verwaisten Youtube Kanal.

Neulich sah ich bei Marketo ein Video, bei dem ich hängen blieb. Ich sah es mir einmal an, dann noch einmal, weil ich den Ansatz schön fand. So einfach und doch wirksam.

Das Video war in der Produktion sicher nicht teuer, liefert jedoch sympathische Bilder die sich positiv auf Mitarbeiter und Marke auswirken. Nebenbei wirft es die Frage auf, „Was tut Marketo nun wirklich..“ und lädt so zu einer Beschäftigung mir der Marke ein.

Mobile Video leicht gemacht

Gutes Bewegbild muss nicht immer gleich eine Lawine kosten. Klar ist aber auch, dass ein verwackelte Handy-Video mit schlechtem Ton nicht zum gewünschten Ziel führen wird.

Sich also mal selbst fit zu machen, sich anzusehen, wie man etwa aus einer Handykamera plus Stativ richtig viel rausholen kann, ist ein lohnender erster Schritt. Eine tolle Anleitung für die Produktion von Mobile Video findet sich übrigens bei Vimeo.

Wenn das Video dann mehr können muss, wenn es Effekte, Luftaufnahmen oder eine perfekte Inszenierung für den CEO braucht, dann werden Sie an Profis nicht vorbeikommen.

Wobei sich die Frage stellt, wie gut sich perfekte Videos vom CEO auf Facebook und andern sozialen Medien überhaupt machen…

Hier ein paar nützliche Tips und Ideen für Ihr nächstes Video:

Auch das kürzeste Video verdient ein Drehbuch
Sich kurz zu skizzieren, wie das fertige Online Video aussehen soll, ist unerlässlich. Also muss ein Drehbuch / Storyboard her. Den Einstieg, den Mittelteil und den Schluss und die dazu passenden Szenen zu kennen ist das eine. Eine in sich schlüssige Handlung, um nicht zu sagen eine Dramaturgie zu haben, aber ebenso wichtig.

Aufmerksamkeit für Online Videos

Damit das nächste Online Video richtig gut wird, ist Planung geboten: Wer in seinem Video zu spät auf den Punkt kommt, hat oft nur noch einen Bruchteil des ursprünglichen Publikums…

Video Ideen kurz und knackig
Was wäre, würden Sie mit Mitarbeitern, nach Ablauf ihrer ersten sechs Monate im Unternehmen ein kurzes Video drehen?

Das Ein-halbes-Jahr-im-Job Video
In diesem Video spricht der Mitarbeiter davon, wie er das Unternehmen kennengelernt hat, wie damals seine Erwartungen waren, ob und wenn ja wie sie sich erfüllt haben, wie er sein Aufgabenfeld sieht, was ihm daran besondere Freunde bereitet, u.s.w.

Gedreht natürlich direkt am Arbeitsplatz. Das ganze kostet wenig und kann genau die Form von Inhalt sein, die Ihnen via Social Media und Webseite zu mehr Bewerbungen bzw. einer höheren Anzahl besser passender BewerberInnen verhilft…

Mitarbeiter des Monats für Online Videos nutzen

Mitarbeiter vor den Vorhang zu bitten kann ein wirksamer Weg sein wenn es um die Produktion kostengünstiger Online-Videos geht. Wertschätzung der eigenen Belegschaft gegenüber ist auch immer wieder schön.

Das Ein-Tag-in-meinem-Job-Video
Gewinnen Sie den telegensten Ihrer Mitarbeiter für diese Idee und begleiten ihn einen Tag durch seinen Job. Lassen Sie ihn über seine kniffeligen Aufgabenstellungen sprechen und darüber, wie er sie löst.

Ist dieser Mitarbeiter möglicherweise ein Morgenmuffel? Na dann bietet sich als erste Einstellung ja schon der Kaffeeautomat an. Weiter geht’s dann ähnlich wie zuvor. Also, was macht deinen Job aus, was verschönert dir den Tag? Was geht überhaupt nicht, etc.?

Das Video zum Projektstart
Sie oder eines Ihrer Teams steht am Beginn eines wichtigen Projektes? Eine gute Möglichkeit, die Beteiligten über ihre Erwartungen zu befragen. Wie denken Sie über die Herausforderungen? Warum ist dieses Projekt für sie von besonderer Bedeutung? Wie werden sie sich konkret einbringen und was soll dabei herauskommen?

Das Lieblings-Kunden-Video
Ihre Belegschaft arbeitet direkt am Endkunden? Ebenfalls eine gute Möglichkeit für das nächste Online-Video. Fragen Sie ein paar Ihrer Mitarbeiter nach ihren Lieblingskunden. Was macht für sie einen solchen Lieblingskunden aus?

Es geht hier gar nicht darum, diese auch mit Namen zu nennen, sondern darum, das Leuchten in den Augen und die Freunde Ihrer Mitarbeitern Ausdruck zu verleihen.

Das doofe-Fragen-Video
Die Konferenz ist aus, die Teilnehmer nehmen ihren Kaffee ein. Der optimale Zeitpunkt, ihnen eine dezent unpassende Frage zu stellen. Hier geht es nicht darum, jemanden bloß zu stellen sondern um das Auslösen einer Reaktion, in diesem Fall Verblüffung.

Produktvideo einmal anders
Wohl jeder kennt die legendären Videos des Mixer-Herstellers „Blendtec„. iPhones und andere teure Hightech-Geräte werden in den Mixer gesteckt und geschreddert. Der Mixer aus dem Hause des Herstellers schafft es natürlich jedes Mal.

Möglicherweise kann man auch Ihr Produkt auf unterschiedliche Weise nutzen, es für vielleicht verrückte Dinge einsetzen oder es auf bestimmte Art persönlich gestalten.

Sollten Sie Kunden haben, für die sie ganz spezielle Lösungen finden mussten oder Endkunden, die mit Ihren Produkten ungewöhnliche oder spannende Dinge anstellen, sprechen Sie in Ihrem nächsten Online Video genau darüber!

 

Weiterführende Info:
Hier ein paar Tipps zum besseren Storytelling: Warum Emotionale Geschichten besser funktionieren. 

 

 

Content Marketing: Warum die Brechstange nicht lohnt

15. Juni 2015Lügen haben kurze Beine. Content Marketing mit der Brechstange ebenfalls. Fallen Ihre Inhalte auf Webseite und in sozialen Medien zu marktschreierisch aus, so fallen sie durch.

Da hat man keine Kosten und Mühen gescheut, richtig guten Inhalt produziert und nun das. Die Absprung-Rate ist immer noch hoch, die Verweildauer pendelt sich auf niedrigem Niveau ein und im Webshop herrscht Flaute.

Was tun wenn Ihr Content nicht funktioniert

Auch in sozialen Medien will Ihren „guten“ Inhalt niemand weitertragen, liken oder kommentieren. Es nun mir der Brechstange zu versuchen lohnt definitiv nicht!

Warum funktioniert der Content nicht?!

Ist Ihr Content zu selbstbezogen, zu marketing-getrieben und werblich, dann fällt er bei Ihrer Zielgruppe durch. Woran kann das liegen?

  • Wir müssen mit unseren Content verkaufen.
  • Unser Content Marketing ist Werbung.
  • Wir dürfen nicht so wie wir wollen.
  • Wir haben keine Idee wie nützlicher Inhalt aussieht.

In allen vier Punkte lohnt es sich, zurück an den Start zu gehen, ein weiteres Mal darüber nachzudenken, für wen unserer Content gedacht ist, was Ihr Unternehmen damit erreichen will, wie idealtypische Inhalte aussehen könnten, um für die Zielgruppe relevant zu sein, etc. Ohne diesen Schritt zurück wird es nicht gehen bzw. werden Ihre Online Inhalte beim Publikum weiterhin durchfallen.

Content Marketing?  Klar haben wir das versucht aber es führt nicht zum gewünschten Ergebnis.

Ein Beispiel: Neulich kommt mir Blog von Hootsuite. Die Titelzeile klingt verheißungsvoll „4 Things to Do on Social Media While Your Event is Happening„. Da hat sich offenbar wirklich jemand Gedanken gemacht, mich thematisch abzuholen. Der Titel scheint also wie für mich geschaffen – klick!

Die Pleite folgt am stehenden Fuß: Von den vier angekündigten Dingen, die thematisch so gut gepasst hätten, lösen sich drei in Luft auf. Drei von vier Tipps beziehen sich einzig und alleine auf Produkte des Unternehmens, laden mich ein zu kaufen oder zumindest zu testen. Das war definitiv nicht der Grund, warum ich geklickt habe.

Zu werbliche Inhalte enttäuschen Kunden

Die Verpackung (Überschrift) stimmt mit dem Inhalt nicht überein. Der User springt nicht nur ab, er ist enttäuscht. Content Marketing will genau das Gegenteil davon!

Eine Vorgangsweise, wie sie mir vor allem bei Anbietern von Social Media Software zuletzt immer wieder unterkommt. Es geht um den schnellen Klick, ausgelöst durch eine verheißungsvolle Überschrift. Von dieser aber bleibt bei näherer Betrachtung kaum etwas übrig. Gutes Content Marketing funktioniert genau anders rum!

Inhalt hält was Verpackung verspricht
Auch wenn es trivial klingt. Die Super-Überschrift muss mit dem Inhalt in Einklang stehen. „Ja klar“, höre ich viele sagen. Aber wenn man genau hinsieht, ist vielfach das Gegenteil der Fall.

Content Marketer tragen mit der Überschrift meist ziemlich dick auf. So dick, dass es schwierig wird, die damit erzeugte Aufmerksamkeit auch wirklich zu halten.

Erwartungen erfüllen ist zu wenig

Wenn ich mit dem Unternehmen auf Tuchfühlung gehen soll, wenn ich den Newsletter abonnieren oder mich anderweitig binden soll, dann reicht die flotte Überschrift nicht aus. Auch nicht, dass meine Erwartungen einfach nur erfüllt werden.

Inhalt muss bestehende Erwartungen übererfüllen. Nur wenn er dazu in der Lage ist, würde ich von gelungenem Content Marketing sprechen.

Der Kunde im Fokus
Der Kunde und sein Thema oder seine Fragestellung stehen im Mittelpunkt. Nicht das Produkt. Die Lebenswelt und die Themen, die beim Kunden gerade eine Rolle spielen (könnten) werden abgehandelt und im optimalen Fall ein Stück weit gelöst.

Plumpe Werbung hat mit Content Marketing meiner Meinung nach nichts gemeinsam. Dennoch können es viele Marketer nicht lassen, von ihren Produkten in jedem zweiten Satz als den tollsten der Welt zu sprechen. Das können sie natürlich gerne tun, ihr Content jedoch fällt durch.

In Zukunft haben jene Unternehmen die Nase vorn, die online nützlichere Inhalte abliefern in der Lage sind, als ihre Konkurrenz. Nur wer dies laufend unter Beweis stellt, wird für potentielle aber auch bestehende Kunden in Zukunft noch relevant sein.

 

Weiterführende Artikel zum Thema:
Content Marketing – Mit kleinem Ego zu besseren Inhalten
Fünf Wege aus der Facebook-Sackgasse
Periscope für Unternehmen: Entdecke die Möglichkeiten!

Blog Interview mit Leonie Blume von den Energiebloggern

11. Juni 2015Über Storytelling reden viele ja viel zu viel. Was oft fehlt sind Beispiele zum zielgerichteten Einsatz von Storytelling im Unternehmenskontext. Die Energieblogger haben jetzt einen Geschichten-Contest gestartet und zeigen vor, wie Storytelling in der Praxis aussehen kann.

Die Energieblogger“ haben sich der Energiewende verschrieben und sind
mittlerweile zu einem Netzwerk aus 50 Blogs und Experten-Websites gewachsen.
Seit kurzer Zeit rufen sie zu einem Storytelling-Contest auf. User können ihre
Geschichten, die allesamt mit der Energiewende zu tun haben, einreichen.

Wir setzen auf Dich und warten nicht mehr auf die Bundesregierung oder irgendwelche Verbände.

Eine Jury wählt daraus die besten Geschichten aus, die dann als Video umgesetzt wird.

Storytelling in der Praxis - Deine Geschichte zur Energiewende

Storytelling in der Praxis – Die Energieblogger sammeln Geschichten zur Energiewende.

 

Was mir auffällt, und was ich gleich eingangs erwähnen möchte: Die Kampagne ist gut überlegt und umgesetzt. Potentielle Teilnehmer finden auf der Seite gleich viel nützliche Infos und Anleitungen, wie ihre Geschichte aussehen könnte und lernen eine ganze Menge über Storytelling an sich.

 

Klarheit durch konkrete Vorgaben
Man hat sich also nicht unbedingt darauf verlassen (wollen), bloß zu sagen, „Hallo ihr Leute da draußen, schickt uns mal was…“ sonder sich die Mühe gemacht, das, was man an qualitätsvollen Einreichungen anstrebt, auch ordentlich zu erklären.

Ich habe Leonie Blume, der Social Media Managerin der Energieblogger, gebeten, die laufende Storytelling-Kampagne man ein bisschen vorzustellen.

Leonie Blume setzte das Storytellingprojekt bei den Energiebloggern um.

Leonie Blume setzte das Storytellingprojekt bei den Energiebloggern um.

Ed Wohlfahrt: Was brachte euch auf die Idee das Thema Energie / Energiewende über einen Geschichten-Contest zu transportieren?

Leonie Blume: Als Teil der Energieblogger-Community habe ich auf dem letzten Barcamp Renewables einen Vortrag zum Thema Storytelling für die Energiewende gehalten. Meine Hauptaussage: Wir müssen das Thema emotionaler und persönlicher angehen als nur mit reinen Fakten – die Gegner machen es ja schließlich auch. Das kam gut an und wir haben beschlossen den Wettbewerb zu starten.

EW: Wie leicht oder schwer war es,  deine Vorgesetzten von diesem Ansatz zu überzeugen?

LB: Meine Chefin hat das Thema von Anfang an unterstützt und findet die Aktion super. Von daher war das kein Problem.

EW: Was genau wollt ihr über Storytelling erreichen, wann ist das Ganze für euch ein Erfolg?

LB: Wir wollen die Menschen zum Nachdenken anregen, berühren und im besten Fall zum Umdenken bewegen. Toll wäre es, wenn sowohl viele persönliche Anwendergeschichten als auch kreative und fiktive Geschichten entstehen würden. Für mich wäre es ein Riesen-Erfolg, wenn wir mindestens ein Video aus den Geschichten produzieren könnten, dass sich viral verbreiten lässt.

EW: Wie viele Einreichungen habt ihr bereits, wie viele strebt ihr an?

LB: Momentan läuft der Wettbewerb erst an. Aber die Aktion spricht sich langsam rum. Bis Ende August haben Interessierte Zeit, sich zu beteiligen. Von daher freue ich mich über alle, die die Aktion teilen und weiterempfehlen.

EW: Wo siehst du die Knackpunkte einer solchen Kampagne, was ist deiner Erfahrung nach zu berücksichtigen, wenn sie erfolgreich sein soll?

LB: Wir sollten uns nicht nur an die wenden, die ohnehin schon überzeugt sind, sondern v.a. an junge Kreative, die mit einem unvoreingenommenen Blick an das Thema herangehen. Wenn wir die Generation YouTube erreichen wollen, dürfen wir nicht mit dem erhobenen Zeigefinger auftreten, sondern unterhalten. Ich hoffe, dass uns das gelingt.

EW: Leonie, danke für deine Auskünfte!

Content Marketing: Mit kleinem Ego zu besseren Inhalten

7. Juni 2015  Kein Online Marketing ohne gute Inhalte. Soweit, so gut. Was aber macht gute Inhalte aus, worauf ist zu achten und worin, wenn überhaupt, liegt die Qualität dieser Inhalte begründet?

Welcher Content brauchbar ist, und welcher vor dem geistigen Auge weggeklickt oder ausgeblendet wird, entscheidet immer der Betrachter. Wer Online-Inhalte wie Texte, Bilder, Videos, Grafiken oder Whitepapers produziert, der weiß, dass es sehr hilfreich ist, sein Zielpublikum möglichst genau zu kennen.

Guter Content: Kenne die, für die du produzierst
Seine Zielgruppe oder Zielpersonen möglichst gut zu kennen, ist die eine Sache. Mit den produzierten Inhalten sozusagen in ihre Schuhe zu schlüpfen, eine andere. Je genauer Sie die Info-Bedürfnisse jener kennen, für die Sie schreiben, desto besser lässt sich darauf auch eingehen.

Content zu erstellen mit der Maßgabe, dass er „möglichst vielen“ gefallen soll, ist zu wenig spezifisch. Eine Möglichkeit, mit der man hier für sich selbst möglichst große Klarheit schaffen kann, ist der Personas-Ansatz.

Sich konkret vorzustellen, wer der Konsument der Inhalte sein soll und wie dieser tickt, führt automatisch zu besseren, weil zielgerichteteren Inhalten.

Sich konkret vorzustellen, wer der Konsument der Inhalte sein soll und wie dieser tickt, führt automatisch zu besseren, weil zielgerichteteren Inhalten.

Ganz stark verkürzt, geht es hier darum, sich einen Menschen vorzustellen bzw. zu kreieren, für die Sie dieses eine Stück Content produzieren. Sich im Team, zu zweit oder meinetwegen auch alleine hinzusetzen und ein Profil dieser Zielperson zu erstellen, ihr einen Namen zu geben und auch ein Gesicht, bringt zusätzliche Klarheit.

Noch besser ist es, möglichst konkret aufzuschreiben, wie es mit dem Wissensstand dieser Person im interessierenden Thema, ihren zeitlichen Ressourcen, ihren im beruflichen Kontext wichtigsten Fragenstellungen und vielen anderen Punkte mehr bestellt ist. Mehr zum Personas-Ansatz im Content Marketing gibts z.B. im Blog von StandOut.

Kleines Ego – guter Content
Sieht man sich erfolgreiche Content Marketer an, so zeigt sich schnell, dass es denen nicht um den Applaus von Auskennern und selbsternannten Experten geht. Sie verfolgen mit ihrem Content eine klare Zielsetzung und sind sich deshalb auch nicht zu schade dafür, die Dinge einfach zu halten, nicht zu hoch anzusetzen und mit Fachvokabeln kürzer zu treten.

Richtigerweise müsste hier stehen: "Too much ego will kill your Content" :)

Richtigerweise müsste es hier heißen: „Too much ego will kill your Content“ :)

Das hat damit zu tun, dass erfolgreiche Content Marketer ihren Content nicht als Mittel zum Zweck der Nabelschau mit anderen Auskennern sehen, sondern vielmehr ihre Leser, Zuhörer und Seher im Blick haben. Warum es clever ist, das eigene Content-Ego klein zu halten, zeigt etwa der riesige Erfolg, den die Dummy-Bücherreihe hatte.

Wer sich emanzipiert, wer dazu in der Lage ist, sich selbst ein Stück weit rauszunehmen und dafür die Bedürfnisse seiner Zuhörer ins Visier nimmt, liefert automatisch besseren Content.

Weil mehr nicht besser ist: Mut zur Lücke
Menschen die Content erstellen haben zumeist das Problem, möglichst alles auf einmal loswerden zu wollen, einfach alles unterzubringen zu müssen. Diese Tendenz komm mir etwa im touristischen Content Marketing immer wieder unter.

Mit diesem Mindset produzieren wir Content, der zwar fast alles abbildet, der jedoch weder inspiriert noch irgendein anderes Bedürfnis (dazu später mehr!) unserer Zuhörer befriedigen kann. Klar ist alles darin enthalten und das Video, der Text oder die Fotostrecke somit „ok“ aber Inhalten, die nicht klar genug fokussieren, landen im Kübel.

Mit Mut zur Lücke zu besserem Content. Nicht immer muss alles vollinhaltlich erklärt, gezeigt oder gebracht werden.

Mit Mut zur Lücke zu besserem Content. Nicht immer muss alles vollinhaltlich erklärt, gezeigt oder gebracht werden.

Der Gast, der auf der Suche nach Inspiration ist, braucht die Verknappung, braucht den guten Kurator, der ihn mittels gutem Content, der von der Tendenz her eher weglässt, zum richtigen Gefühl verhilft und ihn damit in die Gänge bringt etwas zu tun.

Der Unterschied zwischen potentiellen Gästen (im Tourismus) und potentiellen Käufern (B2B oder B2C) ist gar nicht mal so groß. Wer Mut zur Lücke hat und Content erstellen kann, der Komplexität reduziert anstatt neue zu schaffen, der ist mit seinen Inhalten vorne mit dabei.

Bedürfnisse im Fokus
Um welche Bedürfnisse könnte es auf Empfängerseite nun also gehen? Ich denke der Satz „Make me care“ (Zeig mir, dass es mit mir zu tun hat), bringt es gut auf den Punkt. Aber nun im Einzelnen.

Guter Content gibt mir das (gute) Gefühl, ein Thema vollinhaltlich präsentiert zu bekommen. Wer auf Travelbook diesen Reisebericht lies, der hat wirklich das Gefühl, alles serviert bekommen zu haben, allles zu bekommen, gut bedient worden zu sein. Völlig egal, ob es dann objektiv betrachtet auch genau das war. Listen, auch Listicles genannt, funktionieren genau aus diesem Grund.

Emotion, Emotion, Emotion
Guter Content ist darüber hinaus in der Lage zu emotionalisieren. Eine Funktion die meist über eine Ansprache der Sinne (Schmecken, Fühlen, Sehen, Hören, Riechen) erfolgt. Wer etwa diesen Reisebericht aus Zypern liest, der weiß, was hier gemeint ist.
Guter Inhalt erzählt nicht selten auch über das Warum. Warum dieses „Warum“ (nicht das „Was“ oder das „Wie“) von so entscheidender Bedeutung ist, weiß Simon Sinek nur zu gut. Zum Thema Emotion habe ich mir im Blogpost „Warum emotionale Geschichten besser funktionieren“ weiterführende Gedanken gemacht.

Mit der zuvor angesprochenen Emotionalität in Verbindung steht ein weiteres Charakteristikum guter Inhalte. Sie lassen den Empfänger mitfühlen, sie sind dazu in der Lage ihn abzuholen, weil sie ihm erzählen, dass der Inhalt in dieser oder einer ähnlichen Form mit ihm selbst zu tun hat.

Wir wären wieder beim „Make me care“ angelangt und der Kreis schließt sich. Dass Inhalte auch dann gut sind, wenn sie uns unterhalten, die Zeit vertreiben, uns zum richtigen Zeitpunkt (da geschickt lanciert) unter die Augen kommen, ein konkretes Informationsbedürfnis stillen, sei abschließend auch noch erwähnlt.

In Summe liefert guten Content, wer besser in die Schuhe seiner Zuhörer, Leser und Seher schlüpfen kann, darüber hinaus aber auch auf den Punkt kommt, emotionalisiert, ohne dabei in die Beliebigkeit und in das oft gesehene Schema „Jetzt ist wirklich alles enthalten…“ verfällt. Und beim Content trennt sich bekanntlich ja die Spreu vom Weizen.