Archiv der Kategorie: Corporate Storytelling

Storytelling: Warum Ihre Online-Videos Stories brauchen

24. April 2013Über visuelles Storytelling habe ich hier bereits vor einigen Tagen gebloggt. Heute geht es um das Thema Video bzw. um die Frage, warum Ihr nächstes Online Video unbedingt einer Story folgen sollte.

Exkurs: Storytelling ist nicht bloß Marketing-Instrument. Die Methodik lässt sich auf vielfältige Weise einsetzen, egal ob im Wissensmanagement, in der Teamentwicklung, der internen Kommunikation, als Führungsinstrument oder als vertrauensbildende Maßnahme. Storytelling rein auf Marketing und PR oder gar nur auf Soziale Medien zu reduzieren, greift wesentlich zu kurz.

Der Zuseher als Teil der Handlung

Zurück zum Thema! Warum sollte Ihr nächstes Online Video unbedingt einer Story folgen und / oder auf die Methodik des Storytellings zurückgreifen? Nehmen Sie sich bitte kurz die Zeit und schaun’ Sie sich folgendes Video an. Sie wissen dann sofort, was mit Storytelling gemeint ist. Gleichzeitig kommen Sie nicht umhin, sich in den kleinen Jungen hinein zu versetzen. Und das ist es genau, was sie mit einer Story bezwecken wollen, nämlich, dass der Betrachter emotional an einen Charakter der Story, etwa dem Helden, andockt und somit zum Teil der Handlung wird. Ist diese Koppelung geglückt, erfolgt das Lernen, die Auseinandersetzung mit Werten, etc. fast automatisch. Aber hier sind wir schon ein bisschen zu weit!

Storytelling: Zuseher suchen nach sich selbst

Wenn Nutzer Online-Videos konsumieren, die einer guten Story folgen, suchen sie nicht nur den Nutzen, stellen sich also Fragen wie, was bringt es mir, die zwei Minuten zu investieren, was lerne ich, etc. sonder sie suchen nach sich selbst. Auch diese Suche in der Geschichte, nach sich selbst bzw. letztlich das ausfindig Machen dieser Person, dieses Charakters, stellt einen Nutzen dar, den gute Online-Videos ihren Zusehern liefern. Gutes Storytelling denkt diesen Zusammenhang entsprechend mit und liefert Zuhörern oder eben Zusehern Charaktere, mit denen sie sich emotional verbinden können. Beim Betrachter macht es “klick”, wenn er erkennt, “He, der Typ in dieser Geschichte bin ich ja selbst!”

Emotion statt Fakten

Hier geht es nicht mehr um die Anzahl der Pistenkilometer (eh meistens gemogelt!), um die Höhe der Gipfel und um die Features der neuen Federgabel, die man sich gerade an sein Mountainbike schrauben hat lassen. Hier geht es um keine Prozentsätze mehr und um keine Excel-Tabellen. Die Koppelung ist erfolgt, die emotionale Bindung ist da und die Vermittlung von Information erfolgt auf einer ganz anderen Ebene. Das ist gute gemachtes Storytelling!

Mit Storytelling zu mehr Verbreitung

Im Online Marketing und der Welt sozialer Medien geht es nicht zuletzt aber auch um den Verkauf. Je höher also der Verbreitungsgrad meiner Inhalte, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass User mit dem Inhalte interagieren, ihn teilen und damit noch weiter verbreiten. Storytelling leistet genau hierzu einen bedeutenden Beitrag. Ein Stück Inhalt ohne Story führt zu weit weniger Erinnerung aber auch Interaktion, als ein Stück Content mit Story.

Dieses Video ist dafür ein gutes Beispiel. In Atlanta gibt es ein ein Centucky Fried Chicken Restaurant mit einem überdimensionalen Huhn (The big chicken) an der Außenfassade. Es ist nicht nur kurios anzusehen, es ist für viele auch eine Orientierungshilfe. Ein Malerbetrieb kontaktierte den Betreiber des KFC-Restaurants und bot ihm an, das in die Jahre gekommene Huhn gratis neu zu streichen. Was gratis ist, ist nichts wert, heißt es oft. In diesem Fall weit gefehlt. Hier wird das Herzblut sichtbar und auch die Verbundenheit, die Malermeister Kevin Smither an den Tag legt. Als Betrachter frägt man sich unweigerlich, bin ich nicht auch schon mal ein Kevin Smither gewesen? He, der Typ bin ich oder war ich zumindest schon mal, etc.

Sympathische Geschichten werden gerne weitererzählt, sie finden ihren Weg eher in die Medien, als es langweilige Verkaufsvideos tun, sie werden in der Welt der sozialen Medien geteilt und geliked. Und geliebt werden wollen wir schließlich alle, oder?

Visual Storytelling in 10 Schritten

10. April 2013Wenn PR-Agenturen Infografiken versenden, wenn sich Facebook eine neue Timeline verpasst und Bildern darin höchsten Stellenwert einräumt. Wenn Bildplattformen wie Pinterest oder Instagram zu neuen Höhenflügen ansetzen. Dann, ja dann ist es höchste Zeit, sich mit dem Thema Visueller Kommunikation auseinanderzusetzen.

Aber visuelle Kommunikation ist hier weniger das Thema. Wir sparen uns das und gehen weiter zu einem Thema, das ungleich lohnender ist. Wenn sich nämlich visuell kommunizieren lässt, so sollte es doch auch möglich sein, visuell Geschichten zu erzählen. Und wir sind mit einem Schlag drin, mitten im digitalen Erzählen von Geschichten mit der Hilfe von Bildern, egal ob mit Fotos, Videos oder Infografiken.

Angestoßen durch die zu erwartenden Design-Änderungen auf Facebook habe ich mich mit dem Thema “Visual Storytelling” eingehend auseinandergesetzt und fühle mich fit genug, hier meine Erfahrungen und Sichtweisen zu teilen. Dass Unternehmen nicht nur dann mehr Gewicht auf ihre visuelle Kommunikation legen sollten, wenn sie eine Facebook-Page betreiben, liegt auf der Hand. Ebenso liegt auf der Hand, dass sich über Geschichten Zusammenhänge, Wissen, Werte, etc. besser vermitteln lassen, als über alle Powerpoint-Folien der Welt. Warum also nicht Bilder und Storytelling zu Visual Storytelling verbinden?!

Wenn Sie Betreiber einer Facebook-Seite sind, wenn Sie darüber hinaus ein Blog betreiben und oder Google Plus nutzen, dann kommen Sie weder an guten Bildern noch am Thema Storytelling vorbei. Hier einige Tipps, wie Sie von dort, wo Sie jetzt stehen, zu (hoffentlich) neuen Höhenflügen ansetzen und zwar nicht nur im Storytelling und der visuellen Kommunikation sondern in der Kombination beider Bereiche, dem Visual Storytelling. Nachfolgende Tipps erheben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit UND ich würde mich sehr darüber freuen, würden andere den Ball aufnehmen und Ihrerseits Tipps für gelungenes Storytelling mittels Bildern beisteuern.

1. Out of the Box denken
Storytelling will zuerst überhaupt erst einmal “visuell” gedacht sein. Was heißt das? Dort wo Storytelling als Methode im Unternehmen bereits Eingang findet, wird es auf vielfältige Art eingesetzt (besseres Verständnis, Leaving Expertes, Wissensvermittlung, Learning Curve, Wertevermittlung, etc.). Die Bilder, über die viele dieser Unternehmen kommunizieren, verfügen jedoch nur selten über eine strategische Aufhängung an das Thema Storytelling. Hier wird visuelles Storytelling als Methodik weit unter ihrem Wert geschlagen, und das ist schade.

2. Den Status Quo festlegen
Hier geht es um die Frage, wo steht unser Unternehmen, unsere Marke im Bereich Visual Storytelling überhaupt? Haben wir hierüber bereits nachgedacht und / oder entstehen Bilder im Kopf, wenn wir an unser Unternehmen, unsere Marke denken? Man könnte sich hier auch die eigenen Social Media Seiten ansehen und hinsichtlich der verwendeten Bilder kritisch hinterfragen. Wie gut liegen wir hier, was könnte man verbessern, etc.

3. Das Ziel des visuellen Storytellings festlegen
Das Ziel einfach damit festzulegen, die eigene Unternehmensgeschichte anhand von Bildern zu erzählen, greift entscheidend zu kurz. Alternativ könnte man sich fragen: Wohin wollen wir? Warum gibt es uns oder wen würden wir abgehen, würde es uns nicht (mehr) geben? Die Antwort könnte hier etwa lauten: Wir wollen im Rahmen unseres Storytellings visuell auflösen, wie wir das Leben unserer Kunden durch unsere Lösungen bereichern, verschönern, verbessern helfen. Ein Beispiel: In einer Besprechung mit einem Kunden ging es um ein bestimmtes Foto. Es zeigte eine Frau vor einem Tisch-Drucker. Die Frau lächelte zufrieden, weil das Ding endlich wieder problemlos funktionierte. Meine Kunde sagte zu dem Bild sinngemäß: “Schau Ed, genau das sind wir”. Ich fragte: Was meinst du? und bekam als Antwort: Wir sind für das Lächeln dieser Frau hier zuständig…

4. Die Core-Story entwickeln
Es ist nicht so einfach, das Konzept der Core-Story in wenigen Worten exakt auf den Punkt zu bringen (wird wohl ein weiterer Blogpost werden). Die Core Story eines Unternehmens muss nicht zwingend eine Geschichte im herkömmlichen Sinn sein (kann es aber). Sie umfasst im optimalen Fall das Mindset der Zielgruppe, transportiert den USP der Marke bzw. den Mehrwert, den das Unternehmen leistet und steht sozusagen synonym für die Werte, für die wiederum das Unternehmen steht. Die Core Story von Nike etwa geht so, dass der Gründer viel erreicht hat, weil er nicht aufgegeben hat oder anders ausgedrückt: Das Ziel der Marke Nike liegt darin, Sportlern dabei zu helfen, zu gewinnen.

6. Die Core-Story umsetzen
Dies geschieht nun aber nicht dadurch, dass man ein und die selbe Geschichte bzw. ein und den selben Zusammenhang wieder und wieder bildlich darstellt. Die Core-Story kann in visueller Hinsicht vielmehr durch Bilder ausgedrückt werden, die allesamt die Aussage der Story stützen bzw. absichern. Hier ist die Summe mehr als die einzelnen Teile bzw. die Facebook-Seite des Unternehmens in visueller Hinsicht etwa mehr als die Summe von aneinander gereihten Bildern. Jedes Bild bekommt dadurch eine Funktion und einen Sinn. Dieser Sinn liegt darin, dass jedes einzelne Bild einen kleinen oder größeren Beitrag zur Erklärung der Core-Story leistet und somit zum Teil einer Strategie wird.

7. Klotzen statt kleckern
Gute Bilder sind etwas wert. Sie müssen einfach etwas wert sein! Es gibt Blogger, die nur selbst erstelltes Bildmaterial verwenden. Gleiches gilt für Unternehmen, die auf ihrer Facebook-Seite jedem lizenzrechtlichen Ungemach dadurch aus dem Weg gehen, dass sie zu 100% eigenes Bildmaterial verwenden. Speziell dann, wenn es um Storytelling mit Bilder geht, zahlt sich diese Vorgangsweise absolut aus. Bekennen Sie sich zu gutem Bildmaterial und kämpfen Sie dies notwendigen Falles auch gegenüber Ihrem Chef durch. Wer sich angesichts der Bedeutung, die Facebook & Co Bildern derzeit beimisst, weigert, in gutes Bildmaterial zu investieren, der versteht die (Marketing-) Welt nicht mehr.

8 ) Geld in die Hand nehmen!
Natürlich kosten Bilder Geld. Aber es ist immer besser, Bilder zu verwenden, die mir oder dem Unternehmen selbst gehören, als solche, die zwar gratis sind, dem Unternehmen im Falle einer Abmahnung aber wirklich viel Geld kosten können. Wenn Sie sich zu digitalem Storytelling mit bzw. über Bilder entschlossen haben, nehmen Sie diese Entscheidung und die daran anschließenden Kosten in Ihr Marketingbudget auf. Und dies auch dann, wenn es nur für die Anschaffung einer eigenen Kamera reicht!

9) Mit Profis arbeiten
Ich durfte im Rahmen eines Projektes mit einem Profifotografen zusammenarbeiten. Das Facebook-Projekt (über das ich hier aufgrund einer Verschwiegenheitsklausel nicht sprechen darf) entwickelt sich hervorragend und dies nicht nur deshalb, weil der Fotograf top war. Er war zudem facebook-affin und von Anfang an in die Entwicklung der Core-Story eingebunden. Dies hatte unter anderem zur Folge, dass er Teile der Handlung vorgab, indem er einfach gute, sprich passende Bilder, beisteuerte. Dies jedoch natürlich im Rahmen der vorgegebenen Core-Story. Es war ein Gedicht mit diesem Fotografen zu arbeiten weil er nicht nur aktiv an der Story mitwirkte, sondern auch das Auge für die umzusetzende Story mitbrachte.

10) Flickr, Pinterest, Vine oder Instagram nutzen
Zum Schluss was Praktisches! Ich persönlich habe Pinterest vor langer Zeit getestet, nur zum Teil verstanden und dann wieder weggelegt. Mit Instagram ging es mir ähnlich. Dem Hype folgte der Katzenjammer. Durch die Bedeutung, die Facebook und auch GooglePlus  neuerdings Bildern einräumen, sind die erwähnten Plattformen jedoch auch hierzulande keine Eintagsfliegen mehr. Und dies aus gutem Grund: Facebook wird im Newsfeed geteilte Links ebenso aufwerten (d.h. prominenter darstellen) wie über Pinterest oder Instagram angelegte Alben. All das spricht dafür, dass man sich Bildplattformen wie Pinterest oder Instragram noch mal genauer ansehen sollte. Ein kleiner Tipp dazu: Pinterest zu tracken ist mit einem Dienst namens Reachli ein Kinderspiel.

So. Das waren mal meine 2 Cents in Sachen visuelles Storytelling. Ich hoffe inständig auf Input von außen. Ich denke, dass diese Auflistung erst dann echten Sinn macht, wenn sie durch Feedback ergänzt und angereichert wird. Also lasst mich bitte nicht hängen!
Ich wünsche viel Erfolg beim visuellen Storytelling ob auf Facebook, am eigenen Blog oder auf Google Plus!

 

Facebook neu: Rendezvous im “Following”-Feed

12. März 2013Facebook räumt mächtig auf. Alles wird angeblich klarer, größer und übersichtlicher. Der User bekommt die Möglichkeit, mehr von dem zu sehen, was ihm wirklich gefällt und content-spezifische Rubriken (Feeds) zu wählen, in denen er z.B. nur die Inhalte von Freunden oder nur Bilder oder nur das sieht, was die Seiten sagen, denen er folgt.

Schön ist es geworden, das neue Facebook. Obwohl es schon noch ein wenig dauern könnte, bis Zuckerberg das Redesign auch in unseren Breiten ausliefert: Man darf gespannt sein. Was aber heißt das neue Design, was bedeuten die neuen Funktionalitäten nun für Unternehmen und ihr tägliches Tun auf der größten und gleichzeitig wichtigsten Social Media Plattform?

Das neue Facebook kommt noch aufgeräumter daher

Facebook strukturiert den Newsfeed um - Für den User bedeutet dies eine annähernd gleiche Experience auf allen zur Verfügung stehenden Endgeräten aber auch mehr Einfluss darauf, welche Inhalte er sehen will.

Eines gleich mal vorweg: Wenn die angezeigten Inhalte auf Facebook besser d.h. prominenter platziert werden, so gilt dies natürlich auch für die Facebook-Werbung. Werbekunden, die also wirklich etwas herzuzeigen haben, sprich, die über exzellentes Bildmaterial verfügen, können sich fortan über größere Werbeanzeigen wie etwa gesponserte Meldungen noch besser ins rechte Licht rücken.

Unternehmen müssen draußen bleiben

Hier denkt man unweigerlich an die “Ich darf hier nicht hinein”-Schilder im Eingangsbereich von Supermärkten. Das neue Facebook wird Nutzern die Möglichkeit geben, Facebook-Inhalte nach Quelle (Freund, Unternehmen) und Inhaltstyp (Bilder, Video, Musik) zu filtern und separat anzuzeigen. Dieser Umstand hat für Unternehmen Vorteile aber auch Nachteile. Zuerst die Vorteile: Der Nutzer bekommt unter “Following” wirklich alles angezeigt, was der Star oder das Unternehmen über seine Seite veröffentlicht. Leute, die also gierig auf das nächste Update ihrer Love-Brand warten, werden hier optimal und vollinhaltlich bedient.

Nicht im Feed? Nicht existent!

Aber auch die Nachteile dieser inhaltlichen Segmentierung sollten angesprochen sein: Nutzen Facebook-User fortan nur noch den “Enge Freunde”-Feed, gehen die Inhalte der von ihnen gelikten Brands ins Leere. Facebook-Nutzer können sich mit Firmen natürlich immer noch verbinden wie bisher und ihren Freunden zeigen was sie mögen. Ob sie deren organische Inhalte dann aber auch wirklich angezeigt bekommen oder nicht, hängt einzig und allein davon ab, ob sie diese im betreffenden Feed (“following”) auch aktiv nachfragen, also anklicken. Einen Zwang dazu gibt es nicht. Von Werbung einmal abgesehen. Ob das ein geschickter Schachzug von Facebook ist, um so noch mehr Unternehmen für Facebook-Werbung zu begeistern..?

Visuelle Kommunikation

Was bislang ein Trend war, wird jetzt zum absoluten Muss. Dass hochwertige Bilder oder wunderschön gemachte Infografiken bei Social Media und Facebook-Nutzern schon bisher hoch im Kurs standen, ist kein Geheimnis. Das Facebook-Redesign jedoch bewertet Bilder so stark (größeres Format und eigener Bilder-Feed), dass Unternehmen hier noch viel stärker in Bildern denken und kommunizieren müssen, ob es ihnen passt oder nicht. Mir ist völlig klar, wie aufwändig und schwierig es ist, entsprechend hochwertiges Bild- und Grafikmaterial zu bekommen. Im neuen Facebook wird es aber genau um diese Frage gehen.

Content reduced to the max

Facebook wird also noch visueller, bunter, reduzierter und klarer. Was bedeutet dieser Umstand für die über Facebook laufende Unternehmenskommunikation? Das Bild muss optimal passen, klar. Der Text noch kürzer als bisher? Kommt darauf an, wie elegisch das betreffende Unternehmen bisher getextet hat. Fest steht: Um Romane zu lesen kommt wohl niemand auf Facebook. Dennoch geht es ja auch im neuen Facebook immer noch darum, Engagement auszulösen, die Fans also zur Interaktion zu bekommen, sie über einen “Call to Action” abzuholen, und dies wird sich mit schönen Bildern alleine wohl kaum bewerkstelligen lassen. Also doch Text, aber wie viel? So viel wie nötig und so wenig wie irgendwie möglich, würde ich mal sagen. Außerdem sollte das Bild durch den (kurzen) Text optimal ergänzt bzw. unterstützt werden. Ein Workaround wäre dann die häufig gewählte Möglichkeit, einen Text ins Bild zu stellen. Ganz ohne Text würde ich aber auch solche Text-Bilder nicht empfehlen.

Mehr Raum für Pinterest, Quora & Co

Die Bilderpattform Pinterest, aber auch Quora, eine Plattform, auf der User Fragen stellen können, werden von Facebook im neuen Newsfeed wesentlich prominenter platziert als bisher. Das wird v.a. jene Unternehmen freuen, die Pinterest schon auf dem Radar haben und aktiv beackern. Auch eingefügte Links werden im neuen Facebook besser, sprich prominenter dargestellt. Schön für alle, die über eigenen hochwertigen Content verfügen. Weniger gut für die, die immer nur auf fremde Inhalte verweisen müssen.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Unternehmen durch das Re-Design durchaus profitieren können. Und dies nicht nur, weil das neue Design auch größere Werbeflächen bringt. Wie schon bisher, stehen Unternehmen vor der großen Herausforderung, ihre Fans mit Inhalten zu versorgen, die für die wirklich brauchbar, ja in Wirklichkeit unverzichtbar sind. Eine schöne Challenge, würde ich mal sagen! Content, insbesondere gute Bilder werden noch wichtiger und ebenfalls noch wichtiger, ist das Händchen des Community-Managers, das er braucht, gute Bilder und gute, kurze Texte miteinander zu verbinden bzw. optimal aufeinander abzustimmen. Und obwohl ich hier eigentlich schon abschließen möchte, will ich einen Punkt ganz besonders herausstreichen, nämlich Digital Storytelling.

Digitales Brand- und Storytelling

Ich weiß, dass es manche schon nicht mehr hören können und ich weiß, dass mit diesem Begriff immer wieder mal arges Schindluder getrieben wird. Dennoch sehe ich in Facebook eine Möglichkeit, Geschichten zu erzählen. Dies bedeutet aber, dass man über seine Brand-Story nicht nur nachgedacht hat, sondern auch dazu bereit ist, über die Facebook-Page als Aneinanderreihung einzelner, voneinander getrennt funktionierender Status-Updates (Stories genannt) hinauszugehen. Das ist sozusagen die 500 Liter-Klasse, das ist die Nordwand, die für viele von uns nicht machbar ist, der ganz schwierige Weg also. Ich denke aber, dass wir uns auf diesen Weg machen können, ja müssen, um über soziale Medien Menschen anzusprechen, die begierig auf unser nächstes Update warten und die deshalb auf den neuen “following”-Feed, nie und nimmer verzichten werden.

Wenn es Unternehmen also gelingt, über ihre Social Media Kanäle und damit natürlich auch auf ihrer Facebook-Seite eine konsistente und glaubwürdige Geschichte zu entwickeln und zu erzählen, dann verlieren die neuen Facebook-Features ihren möglichen Schrecken und werden zur großen Chance.

Storytelling für EPU’s

28. November 2012Storytelling ist ein mächtiges Instrument. Von A wie Aufmerksamkeit bis Z wie Zusammenarbeit lässt sich damit eine ganze Reihe positiver Effekte erzielen. Wie aber können Ein-Personen-Unternehmen Storytelling einsetzen? 

Storytelling ist ein mächtiges Instrument. Von A wie Aufmerksamkeit bis Z wie Zusammenarbeit lässt sich damit eine ganze Reihe positiver Effekte erzielen. Wie aber können Ein-Personen-Unternehmen Storytelling einsetzen? 

Die Unternehmensgeschichte als Living-Paper

12. Oktober 2012Das Storycamp Salzburg am 23. November 2012 naht. Viele meiner Gespräche derzeit haben deshalb mit Storytelling zu tun. Dabei kam mir jetzt ein Aspekt unter, den ich hier kurz besprechen möchte. Was kann getan werden, damit Mitarbeiter die Unternehmensgeschichte nicht nur kennen, sondern diese auch aktiv kommunizieren? Und zwar egal ob in beruflichen oder privaten Kontexten.

Was nämlich hilft die beste Firmengeschichte, wenn sie im Eingangsbereich der Firma hinter Glas hängen muss? Was, wenn sie sich auf der Wikipedia-Page der Seite oder auf einem Blog des Unternehmens befindet, jedoch bereits von so viel anderen Einträgen überlagert wurde, dass sich niemand mehr daran erinnert? Wie also die Geschichten, die jedes Unternehmen hat, laufend an der “Oberfläche” des Unternehmens bzw. im Blickfeld all seiner Mitarbeiter behalten? Wie den Stories so viel Leben einhauchen, dass sie für die Mitarbeiter abrufbar und damit erzählbar sind und bleiben?

Mitarbeiter als Teil der Unternehmensgeschichte

Nur wenn Mitarbeiter die Geschichte(n) des Unternehmens (z.B. Gründungsgeschichte) kennen und somit abrufbar haben, können sie diese auch einsetzen. Ist dieser Idealfall gegeben, befeuern diese Geschichten nicht nur Marketing und Werbung des Unternehmens, nein! Sie helfen dem Unternehmen auch dabei, über das “Warum” zu sprechen. Dieses “warum” produziert ihr eigentlich Flilter? Wie ist es dazu gekommen? Warum gibt es eure Firma überhaupt, wie seid ihr denn auf die Idee gekommen Filter zu produzieren, etc. All das sind Fragen, deren Antworten Menschen oft mehr interessieren als Technik, Strukturen oder Prozesse.

Storytelling: Zuhörer andocken lassen

Gute Geschichtenerzähler bieten ihren Zuhörern nicht selten die Möglichkeit, Teil der Handlung zu werden. Einfache Fragen des Storytellers wie “was meint ihr, werden die Freunde dem Mädchen ein drittes Mal helfen?” oder “was würdet ihr jetzt tun…?” führen die Zuhörer noch näher an die Story heran und bieten ihnen die Möglichkeit, Teil der Handlung zu werden, ja mehr noch, ihren weiteren Verlauf sogar mitzugestalten. Was heißt das nun umgelegt auf die Unternehmensgeschichte?

Die Firmengeschichte schreiben alle!

Gelingt es Unternehmen, ihrem Mitarbeitern glaubhaft zu vermitteln, dass sie täglich mitschreiben an der Geschichte des Unternehmens, dass sie den Verlauf oder Ausgang der Geschichte durch ihr tägliches Tun und Handeln entscheidend mitbestimmen, so kann dies positive Folgen für die Brand-Story bzw. die Unternehmensgeschichte als Gesamtheit haben. Unternehmen, denen es gelingt, Geschichten hervorzubringen, die die Vorstellungen ihrer Mitarbeiter über ihre eigene Zukunft bzw. die Zukunft des Unternehmens antizipieren oder zumindest reflektieren helfen, schaffen jene Verbundenheit aber auch jenes Vertrauen, das den Unterschied macht.

Das Resultat sind nicht nur “starke” Marken und Unternehmensnamen mit einer Geschichte. Das Resultat sind insbesondere Marken und Namen, die auf gemeinsamen und lebendige Geschichte(n) und Werten aufbauen. Die Unternehmensgeschichte wird lebendig weil an ihr sozusagen täglich weitergeschrieben wird. Die Unternehmensgeschichte wird damit zum Living-Paper.

Storytelling: Twitter, Google+ oder doch Facebook?

11. Oktober 2012Ich habe mich hier am Blog schon öfters mit der Frage beschäftigt, welche (Social) Media Plattform sich wie gut für das Erzählen digitaler Geschichten eignet. Dieser Post soll eine Art Gegenüberstellung bieten und Gespräche triggern, die uns bei der Wahl sowohl von Plattformen, als auch Methoden im Storytelling weiterhelfen sollen.

Ich habe mich mit dem Post Storytelling auf Facebook – Es geht! schon ziemlich weit rausgelehnt. Ich habe darin einfach mal behauptet, dass sich auf Facebook Geschichten erzählen lassen. Das wird wohl stimmen auf die eine oder andere Art. Jedoch stellen sich doch ein paar Fragen:

  1. ist Facebook der geeignete Rahmen zum Erzählen von Geschichten im (zielgerichteten) Sinn von Storytelling?
  2. Geht es Fans einer Marke auf Facebook um Geschichten oder in Wirklichkeit doch eher um Rabatte und exklusive Infos?
  3. Ist das Erzählen von Geschichten auf Facebook nicht geradezu fahrlässig? Schließlich werden Infos von Nutzern bestenfalls überflogen. Außerdem heißt es den Edgerank im Auge zu behalten, da man ansonsten schnell weg ist vom Fenster der Aufmerksamkeit und auf Facebook in weiterer Folge vor leeren Rängen spielen muss.

Das zuvor Gesagte betriff in erster Linie das geschriebene Wort. Videos bieten weitere Möglichkeiten und diese via Einbettung auf Facebook oder anderen Medien zu promoten, macht bestimmt Sinn. Die eingangs gestellte Frage jedoch ist, inwieweit sich Social Media Plattformen für das Erzählen von Geschichten eignen und nicht, ob es auf der einen Plattform mehr Sinn hat Links zu Geschichten zu posten als auf der anderen!

Ich habe mir vorher das Siemens-Answers Projekt angesehen. Ich bekomme E-Mails wenn es neue Stories gibt und bin davon sehr angetan.

Storytelling wird bei Siemens unter anderem dafür eingesetzt, Menschen vorzustellen, oder dafür, zu vermitteln, wie das Unternehmen für sich Verantwortung definiert. Letztlich sicher aber auch dafür, mehr Produkte – wenn in diesem Fall auch gebrauchte Produkte – abzusetzen. Schließlich muss ja auch der Rubel rennen. Aber Storytelling eignet sich bekanntlich auch für die Verkaufsunterstützung bzw. schließt diese nicht aus.

Hinaus will ich aber darauf, dass der Twitter-Kanal von Siemens Answers für die Aufgabe des Erzählens von Geschichten keine Rolle zu spielen scheint. Hier geht es meiner Meinung nach lediglich darum, auf neue Geschichten hinzuweisen. Aber nicht darum, hier aktiv Geschichten zu erzählen oder von anderen einzuholen. Daraus ergibt sich die Frage, ob sich Twitter überhaupt für das Erzählen von Geschichten im Sinne des Storytellings eignet. Und nach einer ziemlich ausgiebigen Internet-Recherche beantworte ich diese Frage mal mit einem klaren Nein.

Twitter für Storytelling unbrauchbar?

140 Zeichen sind einfach zu kurz, das Medium zu flüchtig, als dass man es für den Aufbau von Spannungsbögen benutzen bzw. das Erzählen von Geschichten nutzen könnte. Wer hier Beispiele nennen kann, die zeigen, dass Twitter sehr wohl für Storytelling taugt, der postet bitte Links in den Kommentaren. Danke dafür bereits an dieser Stelle! Auch dem Versuch, Tweets aufeinander aufzubauen bzw. ineinandergreifen zu lassen, um durch die Aneinanderreihung von 140 + 140 + 140 Zeichen einen Spannungsbogen zu erreichen, scheinen Grenzen gesetzt. Welcher Twitter-Konsument wartet schon auf Twitter auf den Fortsetzungs-Tweet? Vor allem dann, wenn man mehr als einer Person folgt. Hier gibt es meiner Ansicht nach für Unternehmen kein Durchkommen bzw. Vorbeikommen mit ihren Geschchten an den Tweets anderer.

Storytelling auf Facebook? Naja…

Facebook bietet Storytellern weit mehr Raum an als Twitter. Allerdings stellt sich auch hier die Frage, ob die Rezipienten in ihren Newsfeeds (und hier spielt sich ihr “Facebook” letztendlich ja ab!) darauf aus sind, Geschichten zu lesen. Ein anderer Aspekt scheint mir hier auch nicht unwesentlich. Wenn Unternehmen dazu in der Lage sind, in Geschichten zu denken und den hohen Aufwand nehmen, diese auch entsprechend aufzubereiten, entwerten sie diese nicht gleich wieder, indem sie diese via Facebook teilen? Werfen sie nicht sprichwörtlich Perlen vor die Säue, indem sie gute Geschichten in die Streams ihrer Fans spielen, wo sie zwischen Posts der Marke “Ich esse gerade ein Steak mit 240 Gramm Einwaage” oder “Mann ist mein neuer BMW aber klasse” zu stehen kommen? Ich will hier keinesfalls überheblich sein, aber angesichts der Tatsache, wie viel Hirnschmalz in die Entwicklung guter Geschichten fließt bzw. fließen kann, sollte diese Frage zumindest angesprochen sein.

Ist Google Plus des Storytellers erste Wahl?

Ja. Meiner Meinung nach ist es so. Es geht aber nicht darum, den einen Kanal über den anderen zu stellen. Ich betrachte Google+ derzeit als jene Plattform, auf der meine Geschichten oder Aussagen, die ich versuche, in Geschichten zu verpacken, am besten aufgehoben sind. Warum?

Auf Google+ findet sich derzeit noch wesentlich weniger Trivialität als auf Facebook. Ich weiß, es gibt Ausnahmen aber derzeit habe ich diesen Eindruck. Während die Kommentare auf Facebook nicht selten abgleiten, habe ich auf Google+ diesen Eindruck noch nicht. Mit Betonung auf “noch”. Wäre ich also ein Unternehmen, das vor der Frage steht, Stories am eigenen Blog, auf Facebook, Google+ oder Twitter zu erzählen, würde ich mich bestimmt für das eigene Blog bzw. die eigene Homepage entscheiden, gleich danach aber bereits für Google+ votieren.

Das sind jetzt allesamt ziemlich subjektive Meinungen, ist mir klar. Dennoch sehe ich – und dies unterstützt meine These – dass Unternehmen auf Google Plus viel eher dazu tendieren, ihre Updates in Stories zu verpacken, als sie dies beispielsweise auf Facebook tun. Jetzt stellt sich die Frage, wie wir “Story” oder auch “Storytelling” definieren wollen. Aber ist dieses Status-Update von Coca Cola nun eine Story oder nicht? Ich denke nicht, es ist ein Info-Quickie, der auf den schnellen Like aus ist, nicht mehr. Ach ja, und maximalen Erfolg dabei hat…

Im Unterschied dazu sehe ich bei Unternehmen auf Google Plus ein anderes Verhalten. Zumindest teilweise. Auch hier gibt’s natürlich die, die auf den schnellen Klick aus sind. Ich vermute aber, dass Unternehmen ihren Followern auf Google+ ein wenig mehr zutrauen, was das Rezipieren von Text und die damit verbundene Aufmerksamkeitsspanne anbelangt. Hierzu ein Beispiel. Die Outdoor Marke The North Face etwa erzählt ihren Fans auf Google Plus eine Wanderung in Form einer Geschichte und teasert den Betrachter, am Blog mehr darüber zu erfahren. Hier fungiert Google Plus also nicht nur als Sprungbrett zur Geschichte sondern ist selbst der Ort, an dem uns die Marke eine Geschichte erzählt. Weitere Beispiele gerne separat, ich bin schon ziemlich lang.

Fassen wir also zusammen: Ich glaube Twitter lässt Storytelling schlicht nicht zu. Facebook bedeutet – sorry – Verschwendung von Geschichten, auch wenn sie sich hier aufgrund des Platzangebotes durchaus erzählen lassen. Das Problem der Aufnahme von Facebook-Inhalten bzw. die Rezeption im Newsfeed bleibt bestehen. Das Thema Edgerank ist ein weiteres Fragezeichen für Storytelling auf Facebook. Dies gilt selbstverständlich auch für Google Plus. Dennoch sehe ich in Google+ einen geeigneteren Rahmen für Storytelling, als es Twitter & Facebook sind. Die Mutter aller Storytelling Schlachten stellt jedoch nach wie vor die eigene Homepage bzw. das eigene Blog dar. Ein Learning, das nicht zuletzt auch das Siemens Answer Projekt bietet.

Veranstaltungstipp: Storycamp Salzburg – 23. November 2012 zwischen 9 und 16 Uhr (genaue Ortsangabe folgt!) Hier gehts zur ==> Anmeldung

Storycamp Salzburg 23. November 2012

8. Oktober 2012Ich möchte hier von einer Veranstaltung erzählen, die mir sehr am Herzen liegt. Gemeinsam mit Reinhard Lanner veranstalte ich am 23. November in Salzburg das Storycamp. Hier dazu ein paar Infos und einbegleitende Gedanken.

Wer braucht ein Storycamp und warum?
Mit Geschichten zu arbeiten zahlt sich einfach aus. Es hat für mich mit Nachhaltigkeit zu tun, mit gewaltfreier Kommunikation und mit Wertschätzung. Lauter Dinge, die für mich eine immer wichtiger wedende Rolle spielen. Vielfach ist man sich aber gar nicht bewusst, dass man Geschichten verwendet, um anderen einen besseren Eindruck zu vermitteln, andere besser verstehen zu lassen, etc. Insofern brauchen wir alle mehr Bewusstsein für die Kraft der Erzählung. Dieses Bewusstsein kann dieses Storycamp schaffen helfen. Es kann und wird Menschen aus unterschiedlichen Branchen und mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenbringen und voneinander lernen lassen. Und das wird einfach extrem cool!

Storycamp: Klein aber fein
Nachdem ich 2007 und 2008 bereits selbst Barcamps mitorganisieren durfte, ging diesem Veranstaltungsformat zumindest für mich irgendwann die Luft aus. Firmenpräsentationen und “wir sind toll”-Sessions zogen mir irgendwann entgültig den Stecker. Es ging irgendwie nur noch darum, möglichst zu glänzen, viele Visitenkarten an Headhunter oder potentielle Auftraggeber zu verteilen. Mein zentrales Barcamp-Learning hatte ich damals in Klagenfurt, als mir am Rande einer Session jemand mein Laptop erklärte. Es war neu und ich hatte keinen blassen Schimmer. Das hat jemand, der mit zugesehen hat erkannt, und mir spontan ein paar Kniffe beigebracht. Das ging ganz nebenbei und war geprägt vom Wunsch zu geben. Dieser Aspekt ging mir zuletzt mehr und mehr verloren. Mit dem Storycamp wollen wir in eine andere Richtung. Vielleicht zurück zu den Barcamp-Wurzeln? Wer weiß! Das Storycamp soll auf jeden Fall klein sein und fein. Klein von der Anzahl der TeilnehmerInnen – wir rechnen so in etwa mit 25-30 Personen – fein von der Qualität des Dialogs. Ach ja: Die genaue Location wird noch nachgereicht. Hier am Blog und zusätzlich auf unserer Storycamp-Page auf Amiando, auf der man sich auch anmelden kann.

Zuschnitt: Alles ist möglich!
Es sind alle Themen erlaubt, die mit Stortelling zu tun haben. Es gibt keinen Fokus auf Soziale Medien, Marketing, Tourismus oder PR. Alles kann, muss aber nicht. Es ist natürlich auch möglich, und sogar ausdrücklich erwünscht, dass Storyteller das Storycamp zum Erzählen ihrer eigenen Geschichten benutzen. Abestimmt wird, wie auf Barcamps üblich, mit den Füßen…

Dialoge statt Sessions
Das ist noch unausgegoren und wird mit den anderem Storycamp-Machern noch zu besprechen sein. Danke für diese Idee jedoch schon mal an Lisa Illichmann ; ) deren Geschichten schon bald in Buchform erhältlich sein werden. Ihr schwebt vor, dass es keine Sessions im herkömmlichen Barcamp-Sinn, sondern Dialoge gibt. Dialoge, in die das Publikum miteingebunden wird. Also nicht zuerst Session, dann Fragerunde sondern der Dialog selbst wird zum Format. So wie gute Storyteller in ihre Geschichten Stellen einbauen, in denen die Zuhörer andocken, in die Rolle der in der Story handelnden Personen schlüpfen können. Das wäre mal eine Idee, die ich hier gerne zur Diskussion stellen würde.

Bewusstsein für die Breite von Storytelling
Storytelling ist irrsinnig breit. Es reicht lange nicht aus, dieses Instument oder besser diese Technik auf Werbung, Marketing und PR alleine herunter zu brechen. Und gerade diese Breite soll im Storycamp eine Bühne bekommen. Wir wollen voneinander lernen, ganz unterschiedliche Blickwinkel und Betrachtungsweisen bekommen und viele Geschichten miteinander teilen vielleicht sogar gemeinsam Geschichte(n) schreiben? Wer dazu Lust hat ist am Storycamp auf jeden Fall richtig.

Ein passender Erzähl-Rahmen
Man kennt das. Niemand traut sich so recht aus der Deckung. Die Vertreter von tollen Firmen “Wir haben das gemacht und diesen Preis damit gewonnen” drängen in die Sessions und das ganze läuft schief. Für mich geht es beim Storycamp Salzburg primär darum, gemeinsam mit anderen das Setting, sprich den Rahmen bereitzustellen, in dem gute Geschichten stattfinden können, in dem sich Menschen wohlfühlen, ihre Erfahrungen und Geschichten teilen und vor allem gerne geben. Erst wenn dieser Rahmen geschaffen ist, kann das Storycamp für alle Teilnehmer ein schöner Ort weden, von dem man anderen gerne erzählt und an dem man vielleicht auch gerne wieder zurückkehren möchte.

Weitere Fragen
Wer hat Lust beizutragen, zu geben und mit dabei zu sein?
Welche Ideen und Vorschläge für Sessions Dialoge sollen berücksichtigt werden?
Wer weiß in Salzburg eine tolle Location mit einer guten Geschichte?
Wer kennt Menschen, die hier unbedingt dabei sein sollten?
Wer kennt StorytellerInnen, die vom Storycamp erfahren sollten?
Welcher Aspekte von Storytelling soll unbedingt ausgeleuchtet werden?
Welche Unternehmen wollen einen Beitrag zum Gelingen des Storycamps leisten?

Storytelling: Renault setzt auf Nostalgie

11. Juli 2012Wir lieben Geschichten. War so und wird wohl auch immer so sein. Unternehmen die Geschichten erzählen bzw. Unternehmen, für die Geschichten und damit Storytelling ein Fundament ihrer Kommunikation darstellt, sind …

Wir lieben Geschichten. War so und wird wohl auch immer so sein. Unternehmen die Geschichten erzählen bzw. Unternehmen, für die Geschichten und damit Storytelling ein Fundament ihrer Kommunikation darstellt, sind gefordert, diese Geschichten auch in die neuen “social” Kanäle hineinzutragen. Hier gibt es jedoch ein paar Probleme.

a) Wer liest heute noch Blogs? Klar eignen sich Blogs gut zum Erzählen von Brand Stories. Wer aber quält sich durch lange Texte und ringt sich unten dann noch ein Kommentar ab? Heute spielt die Musik doch auf Facebook!

b) Facebook Nutzer wollen es kurz und knapp. Wenn die Musik angeblich auf Facebook spielt (und hier nicht auf der Fanpage sondern in den Fleckerlteppich-Streams der Fans, in denen Marken mit Babybildern und Urlaubsfotos konkurrieren) stellt sich die Frage wie man zusammenängende Geschichten hier unterbringen kann. Hier kommt die Medien Bild und Bewegtbild ins Spiel und stellen schon mal eine ganz gute Lösung dar. Bewegtbild vor allem eignet sich besonders gut zum Erzählen von Geschichten.

c) Gutes Bewegtbild kostet Geld. Ja klar. Und wenn man nicht das Glück hat eine Videoagentur an der Hand zu haben, die etwas mit dem Begriff Storytelling anfangen kann, ist man aufgeschmissen. Klar gehört eine Story in jedes gute 2 Minuten Youtube-Drehbuch. Vielen Unternehmen bzw. ihren Video-Dienstleistern gelingt diese aber trotzdem nicht. Geschichten müssen dazu in der Lage sein, Envolvement, also persönliche Berührtheit auszulösen, müssen den Konsumenten hineinziehen in die Handlung, ja mehr noch, ihn dazu befähgien, selbst Teil der Handlung zu werden oder sich zumindest so zu fühlen. Das ist ganz schön viel.

Gut gelöst hat viele dieser Fragen Renault Niederlande. Jaja das sind die Leute, die auf der Großglockner-Hochalmstraße vier Meter zurückrollen und so Auffahrunfälle verursachen, weil sie im Österreich-Urlaub das erste mal die Handbremse benützen müssen ; ) sorry, ist mir dummerweise genau so passiert. Aber zurück zum Thema!

Die Geschichte geht so: Oma Hilda hat einen alten Renault 4. Ein sowas von schnuckeliges Auto, mein verstorbener Onkel hatte so eines in Weinrot… Das mein’ ich übgrigens mit Envolvement. Der Zuhörer beginnt unweigerlich damit, eigene Geschichten abzurufen. Und jeder hat bekanntlich Geschichten. Und wenn sie nur so lautet, dass man den alten Renault ganz schnuckelig findet… Das macht gute Geschichten aus, dass der Zuhörer hineingezogen, Teil der Handlung wird, die Synapsen einfach zu zucken beginnen. Das Unternehmen stellt sozusagen nur den Stimulus bereit und die (persönliche) Geschichte nimmt ihren Lauf… Wieder zurück!

Da Oma Hilda schon ziemlich betagt ist, verschenkt sie die Karre. Problem: Die findet die Schlüssel nicht mehr. Aufgabe für die Facebook-Gemeinde: Schlüssel suchen und finden. Das wurde über Tagging gelöst. User konnten in Omas Küche und Garage Markierungen anbringen, wo sie die Schlüssel vermuteten. Schließlich gab es einen Gewinner. Auf Facebook wurde das ganze zwischen 11. und 30 April mit Videos begleitet und wurde von den Fans begeistert angenommen.

Ich finde die Aktion umgesetzt übrigens von Dorst&Lesser sehr gelungen. Die Story ist einfach, erklärt sich von selbst und ist damit einfach teilbar. Auch abseits von Likes und Shares. Die spielt auch an auf nostalgische Gefühle jedes einzelnen Betrachters, ähnlich wie es die Getränkemarke Radlberger “Ein Sommer wie damals” tut.

Im Zentrum der Renault-Story steht eine Heldin, die zwar nicht mehr fahren kann aber immerhin etwas zu verschenken hat. Jetzt ist Envolvement bzw. aktives Engagement gefragt, Mitmachen, jetzt! und patsch, ist der passive Betrachter über die Story aktiviert.

Storytelling ist schon länger auf meinen Radar. Doch erst durch ein paar Bücher und Slideshare-Folien wurde ich in den letzten Wochen entgültig sensibilisiert. Ich habe für mich eine nach oben offene Ed-Skala entwickelt. Wenn ich Storys, vornehmlich Videos, sehe, bei denen ich stellenweise aus dem Stand losheulen könnte, dann ist das für mich ein Zeichen dafür, dass die Macher hinter der Geschichte storytelling-technisch einen perfekten Job gemacht haben. Mir fallen hier immer die Worte ein, die ich leider nicht mehr zuordnen kann. Sie lautet schlicht und ergreifend MAKE ME CARE. Das sagt im Grunde alles. Und diesen Ansrpuch sollte jeder Geschichtenerzähler, jeder Storyteller ob im corporate Umfeld, am Stammtisch oder privat zu Hause berücksichtigen. Wenn er oder sie das tut, liegt die Latte schon mal extrem hoch. Die gute Story wird folgen.

Storytelling auf Facebook: Es geht!

2. Mai 2012Hinter mir liegen einige Wochen intensiver Beschäftigung mit dem Thema Storytelling. Im Zentrum meiner Auseinandersetzung stand unter anderem die Frage wie Unternehmen Geschichten einsetzen können um darüber am Ende des …

Hinter mir liegen einige Wochen intensiver Beschäftigung mit dem Thema Storytelling. Im Zentrum meiner Auseinandersetzung stand unter anderem die Frage wie Unternehmen Geschichten einsetzen können um darüber am Ende des Tages besser zu verkaufen. Im Speziellen ging es mir darum, wie Social Media Inhalte aussehen und gedacht werden müssen, damit sie der oben dargestellten Zielsetzung genüge tun. Hier ein paar einfache Anregungen zum Arbeiten mit Stories auf Facebook.

Mit Storytelling geht bekanntlich viel. Besser zu verkaufen ist dabei nur eine Zielsetzung. Die Einarbeitungsphase neuer Mitarbeiter kurz zu halten, das Wissen im Unternehmen besser fließen zu lassen oder schneller zu innovieren sind andere mögliche Zielhorizonte. Was aber hat das alles mit sozialen Medien zu tun oder anders: Wie lassen sich über sozialen Medien wie etwa Facebook Stories erzählen, die es wert sind

a) gehört, in diesem Fall gelesen und
b) weitergetragen, sprich weitererzählt zu werden?

Das ist der Knackpunkt. Ich glaube nämlich, dass Posts nur dann geliked, kommentiert oder sogar erzählt / weitergeleitet werden, wenn sie dem Betrachter etwas “sagen” bei ihm etwas auslösen, erinnert werden. Dann und nur dann lösen soziale Medien das ein, was sie angeblich so gut können, wofür sie in den Augen vieler überhaupt da sind, nämlich Schneeballeffekte auslösen, in die Freundeskreise von Freunden vorstoßen, glückliche Zufälle mit einer am Ende klingelnden Kasse zu bewerkstelligen, etc.

Ich habe vor ein paar Tagen am Social Media Explorer folgenden schlichten Satz gelesen, der mit wirklich beeindruckt hat. Er lautet:

Damit ist alles gesagt und leicht verstanden dazu. Wir, egal ob privat oder als Unternehmen müssen gut genug kommunizieren. Tun wir das nicht, hört uns niemand zu. Einfache Formel: Keine qualitativen Facebook-Updates auf der Page ergibt unterm Strich kein Engagement und eine entsprechend niedrige Sichtbarkeit. Ok. Zurück zum Thema Storytelling.

Ich bin der festen Überzeugung, dass uns Geschichten nicht nur dabei helfen besser zu verstehen und zu erinnern. Sie helfen uns bzw. Marken und Unternehmen auch dabei, Engagement auszulösen, also in der Welt von Facebook und anderen Social Media Kanälen Gehör zu finden und Nachfrage zu bekommen. Alles andere geht im Grundrauschen des Social Webs unter. Wie also sehen Facebook-Postings aus die Geschichten erzählen?

Eineinandergreifende aufeinander abgestimmte Posts

Dazu möchte ich ein wenig ausholen. Die Fanpage eines Unterehmens als Aneinanderreihung einzelner Postings zu sehen ist ziemlich eindimensional. Klar bemüht sich jeder darum besonders witzig, interessant oder informativ zu sein. Aber nochmal: Ist eine Fanpage nun die Aneinanderreihung solcher möglichst toller Inhalte oder ist sie mehr? Ich denke Letzteres. So sollten die einzelnen Statusupdates sinnvollerweise mehr miteinander zu tun haben, als dass sie nur unter dem selben Firmenlogo gepostet wurden. Mit dieser Sicht nähern wir uns dem Thema Storytelling.

Kein Platz für Stories?

Das Problem mit dem Platz. Ich habe auf Facebook nicht unendlich viel Raum meine Geschichte in allen Einzelheiten auszurollen. Das geht nicht. Ist so. Jedoch gibt es Bilder (Videos lasse ich hier mal außen vor) und somit die Möglichkeit, den Text damit kürzer ausfallen zu lassen. Also geht es um die geschickte Verbindung von Text und Bildbotschaft. Und jetzt wird es kniffelig, braucht an doch ein gutes Bild und einen darauf hin abgestimmten Text. Gut ist es jetzt ferner, wenn die Postings aufeinander Bezug nehmen könnten, also biespielsweise aufeinander aufbauen. Auch dieser Umstand kann mir dabei helfen nicht in einem Posting gleich alles sagen zu müssen. So kann ich mir das eine oder andere (die Entwicklung, den Konflikt oder die Auflösung) getrost für später aufheben.

Konflikte? I like!

Die Sache mit dem Konflikt. Es ist so, dass Geschichten ohne Konflikt einfach stinklangweilig sind. Konflikt muss hier aber nicht immer nur Streit bedeuten. Konflikt kann z. B. auch bedeuten, dass ein in der Story vorkommendes Problem nicht gleich gelöst werden konnte, es dazu vielleicht fünf Fehlversuche bedurfte, dass etwas besonders schwierig war, etc. Also wie reinpacken diese Konflikte ins einzelne Posting?

Spannungsbögen bauen

In ein einzelnes Postig erstmal gar nicht. So zumindest meine Entdeckung. Es fehlt schlicht der Platz dazu! Um dem Konflikt (das Salz in der Suppe jeder Story) Genüge zu tun brauche ich ineinandergreifende bzw. aufeinander abgestimmte Postings. Vielleicht geht es auch ohne aber das würde mehr Text bedeuten und das schnelle Aufnehmen von Inhalten eher behindern. Ein Beispiel:

Über das erste Posting inklusive dem Teaser (Rezept gibt’s erst später…) bekomme ich für das nächste Posting jetzt die Möglichkeit entweder sofort das Ziel, das Rezept zu liefern oder doch noch einen (zumindest kleinen) Konflikt einzubauen. Die drei oben dargestellten Updates bekommen dadurch einen Bezug zueinander, der Betrachter die Möglichkeit einer kurzen Geschichte zu folgen. Ein Spannungsbogen entsteht. Auch die Kräuterbutter am Brot bekommt so eine Geschichte verpasst. Sie macht sprichwörtlich Sinn, da sie das Resultat von Posting eins und zwei wird.

Make me care

Ach ja. Auch das Engagement der Fans bzw. die Interaktion wird leichter ausgelöst wenn Postings ineinander greifen und dem Gedanken einer Geschichte folgen. “Sich in diesem Frühjahr zu verkühlen ist ja wirklich keine Kunst. Brrrrrrr!”. “Ist mir leider auch schon passiert, i like!”, etc. Und wenn Facebook-Inhalte noch dazu so gestaltet sind, dass sie neben der kleine Story auch die Möglichkeit zur Identifikation bieten, ist Engagement keine Hexerei mehr.

Es gibt also die Möglichkeit auf Facebook Geschichten zu erzählen und man sollte von dieser Möglichkeit unbedingt Gebrauch machen. Ansonsten wird es immer mehr Unternehmen geben bei deren Facebook-Postings wir auf “verbergen” klicken, die uns weder abholen noch sonst irgendwie kratzen und die auf die wichtigste aller Bitten ihrer Kunden keine rechte Antwort haben. Sie lautet schlicht: “Make me care!”

Facebook: Gute Online-PR heißt immer auch Storytelling

3. März 2012Jeder PR-Treibende weiß um die Wirkung guter Geschichten. Sie werden einfach gemerkt, gelernt und sofern die ersten beiden Punkte zutreffen auch einfach erinnert und weitergetragen. Ich hab mal eine Geschichte …

Jeder PR-Treibende weiß um die Wirkung guter Geschichten. Sie werden einfach gemerkt, gelernt und sofern die ersten beiden Punkte zutreffen auch einfach erinnert und weitergetragen. Ich hab mal eine Geschichte über ein Swarovski-Produkt, einen Feldstecher, gehört. Storytelling pur. Ganz schnell: Es ist Winter. Jäger fällt Swarovski-Feldstecher vom Hochsitz runter in den tiefen Schnee. Er sucht, findet ihn aber nicht. Im Frühling schmilzt der Schnee. Jäger kommt zurück. Findet seinen geliebten Feldstecher. Befreit ihn von Schmutz und ist happy weil das Ding einfach immer noch so funktioniert wie am ersten Tag. Das ist eine Story. Wo ich sie gehört habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich sie mir gemerkt und wahrscheinlich schon in mehr als zehn Workshops zur Erklärung des Themas Storytelling verwendet habe.

Jetzt hab ich ein wenig ausgeholt und komme zurück zum Thema Digital Storytelling bzw. Storytelling in und über soziale Medien im Web 2.0. Dass Facebook die Timeline für Unternehmensseiten der von Profilnutzern angepasst hat, habe ich im Post “Facebook neu: Die Timeline aus PR-Sicht” schon erwähnt. Auch den Umstand, dass Facebook Unternehmen nun förmlich dazu einlädt, ihre Geschichte(n) zu erzählen. Und das Gute daran: Unternehmen haben Geschichten. Oft wissen sie es nur nicht.

Facebook Updates rückdatieren

Facebook neu ermöglicht es Unternehmen nunmehr Status-Updates rückzudatieren. D.h. ich kann heute eine Update machen, das mir Facebook in der rechs angezeigten Timeline meines Unternehmens dann z. B. ins Jahr 2001 einsortiert. Ich habe mir jetzt zahlreiche neue Facebook-Pages namhafter Unternehmen angesehen und gemerkt, wie stark sie diese Funktion bereits netzt nutzen. Geschmacksache ist es nun, zu sagen, ob man pro Jahr immer nur ein oder mehrere Ereignisse im Timestream verarbeitet, wie mal also die Geschichte erzählen möchte. Detailliert oder eher in Stichworten. Wie gesagt Geschmacksache.

Die Facebook Page von Coca Cola ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie die Timeline für Geschichten bzw. digital Storytelling verwendet weden kann und ich würde vom PR-Standpunkt aus gesehen sagen verwendet werden sollte.

Facebook neue Timeline

Warum? Weil hier echte Menschen erzählen, was sie im Jahr 1974 mit Coca-Cola erlebt haben. Die Stories stammen also nicht mal aus der Feder der PR-Abteilung! Das liest sich dann so:

My husband and I met when I tried to buy a Coke from a vending machine and dropped my change down a grate. He offered change from his pocket, our eyes met and the rest is history. We sipped Coke and talked and got to know each other. We’ve been married 31 years! –Connie S.

Eine wunderbare Story die aus dem Lehrbuch stammen hätte können. Höhen und tiefen inklusive, kurz und doch einprägsam. Beim Kosmetik-Hersteller Dove ist zwischen 1957 und 1987 nichts passiert, was ich natürlich nicht glaube.

neue Timeline onlinePR

Was ich schon glaube, ist, dass die längst die Foto- und Sujet-Archive durchstöbern um ihre Timeline aufzupeppen und die Geschichte ihres Unternehmens zu erzählen. So wie dies Lance Armstrong mit seinem Livestrong-Projekt tut.

Facebook Timeline neu

Hier bei Lance Armstrong tut sich pro Kalenderjahr nur schon so viel, dass man schon etwas schwer tut, Wesentliches von eher Unwesentlichem zu unterscheiden. Stichwort Übersicht. Aber wie gesagt, Geschmacksache. Livestrong spricht Besucher der Seite gleich mit “Share your Stories” an und lädt sie auf die dazu gehörende App.

Digitals Storytelling Lance Armstrong

Auch hier wiederum können Fans erzählen, was für Sie die Marke ausmacht, was sie mit ihre verbinden, etc. Das nenne ich mal wunderbares PR-Futter und glaubwürdigen Content, wie der der PR-Firma wohl kaum aus der Feder fließen würde…

Seine Hausaufgaben in Sachen rückdatierte Statusupdate hat die New York Times gemacht. Von 1887 datieren die ersten Facebook-Einträge nach der Gründung. Auch wenn man den Inhalt, eine Titelseite aus diesem Jahr, nicht genau entziffern kann (ich habe mir die Bilddatei heruntergeladen), ist es dennoch eine Möglichkeit, zu demonstrieren, wie lange es das Unternehmen schon gibt wie viel Tradition und Patina der Name mit sich bringt, etc.

Facebook neue Timeline

Ok ich schließe hier mal ab. Es wird mehrere Unternehmen geben, die die Timeline als Erzähl-Vehikel nutzen werden in Zukunft. Clevere online PR-Strategen sollten das auf jeden Fall auch tun. Je geschickter und glaubwürdiger die Stories natürlich sind, die hier erzählt werden, desto besser. Aber das ist wohl klar. Mit Storytelling zu arbeiten bedeutet nicht genuin Stories zu faken. Um an entsprechend hochwertige und erzählbare Geschichten aus dem eigenen Unternehmen aber natürlich auch von außen zu gelangen muss man diese heben. Dafür gibt es Storytelling-Techniken, -Workshops und so weiter. Lassen Sie uns kreativ sein!