Archiv der Kategorie: Social Media Trends

Social Media: NGO’s immer professioneller

9. August 2012Dass NGO's wie Greenpeace, Global2000, Peta und Co in ihrer Kommunikation immer stärker auf soziale Medien setzen, liegt auf der Hand. Kommt es dann zum Ernstfall haben Unternehmen zumeist wenig entgegen zu setzen.

Sie sind auf Kampagnen ausgetragen über soziale Medien nicht oder nur unzureichend vorbereitet und scheitern nicht selten kläglich. Womit müssen Unternehmen heute rechnen? Kurz gesagt mit allem. Das bedeutet Facebook, Twitter, Youtube und selbst gefakten Webseiten. Gerade aktuell schlägt sich Shell mit einer Reihe von Fake-Accounts herum, die spitzfindige Gegner des Konzerns im Stillen hochgezogen und kürzlich live gestellt haben.

Wie umgehen mit dieser Professionalisierung? Was tun mit kritischen Anspruchsgruppen, die die Klaviatur sozialer Medien immer besser bespielen und über emotionale Themen und Stories zahlreiche Sympathisanten ansprechen? Was tun mit Einzelpersonen, für die es mittlerweile Realität ist, Unternehmen über deren Social Media Kanäle anzusprechen? Reicht es aus zu monitoren, was die meisten größeren Unternehmen heute bereits tun, oder braucht es mehr, damit im Falle des Auftauchens kritischer Stimmen oder gar gefakter Accounts richtig reagiert werden kann?

Monitoring reicht nicht!

Über Monitoring wurde bereits viel gesagt. Es ist wichtig, notwendig, hat strategisch zu erfolgen, die Lösung muss auf’s Unternehmen passen. All das ist richtig jedoch immer nur die halbe Miete. In der Praxis stellen sich meist ganz andere Fragen. Das Monitoring-Tool ist gekauft, richtig implementiert, die Mitarbeiter sind geschult. Woran es fehlt? An den daran anschließenden Strukturen in den Unternehmen!

Das Monitoring schlägt an, was nun..?

Gut. Das Unternehmen erfährt zeitnahe von kritischen Issues oder gar von Angriffen auf die Reputation via sozialer Medien. Was nun? Die entscheidende Frage ist, ob das Unternehmen im Vorfeld dazu in der Lage war, das Ereignis entsprechend vorzuplanen und durchzuspielen. Sind die Leute entsprechend gefasst auf das, was ihnen hier begegnet? Was passiert im Falle einer Krise oder dem Fall, dass eine Fake-Kampagne losbricht? Es sind all diese, nach dem Monitoring kommenden Fragen, die jetzt plötzlich interessieren. Unternehmen müssen darauf Antworten haben und zwar vor dem Supergau, wodurch immer dieser auch ausgelöst wurde.

Entscheidungswege und Strukturen entscheiden

Was ist gemeint damit, wenn hier von den notwendigen Strukturen die Rede ist? Zum Beispiel, dass die eine Hand im Unternehmen weiß, was die andere tut / tun wird bzw. wie im Fall eines Angriffes reagiert wird. Jeder sollte wissen, wie er oder sie zu reagieren hat, am besten in Form eines niedergeschriebenen Ablaufplanes, wie man ihn etwa auf jeder besseren Großbaustelle findet. Hier ist klipp und klar festgeschrieben, wer, wann was zu tun hat und wer wen zu informieren hat. Hier ist beispielsweise durchgespielt und festgeschrieben, wie sich ein Unternehmen im Falle einer widerrechtlichen Verwendung ihres Logos verhalten wird, wie man mit negativen Videos auf Youtube umgeht, etc. Alleine diese Fragen sind eine genauere Überlegung und auch Abstimmung wert. Dies jedoch vorher, sozusagen jetzt!

Weil sie wissen nicht was sie tun

Wenn die aufgebrachte Kommunikationsabteilung Youtube etwa mit der Bitte kontaktiert, das gegen die Markenrechte verstoßende Video zu löschen, wie im Nestle-Fall geschehen, zeugt dies nicht gerade von großem Social Media Know-how. Brachiale Schritte dieser Art bleiben auf den Sender nicht ohne (negative) Wirkung. Folglich gilt es, das eigene Krisen-Know-how laufend upzudaten und zu erweitern. Dafür braucht es Zeit. Aber die Kommunikationsabteilung sollte diese unbedingt finden können. Fehlt nämlich das Know-how, ist eine vorschnelle, unzureichende oder gar falsche Reaktion unvermeidlich.

Als Beispiel: Wie lange würde es dauern, bis Sie Ihren PR-Vorgesetzten, den Head of Marketing und den CEO soweit haben, eine Entschuldigung dieser Art zu verfassen bzw. abzuzeichnen? Und wie schnell sind Sie dazu in der Lage, diese Entschuldigung auf ihrer Facebook-Seite (sofern vorhanden) zu posten? Spielen Sie das einfach mal durch. Die erzielten Learnings machen Sie fit für den Ernstfall in dem es dann unter anderem darum geht, die richtigen Klicks zu setzen. Andere zu klärende Fragen betreffen eben den Umgang mit Fake-Seiten, gezielten Kampagnen gegen die Marke oder mutwillige Veränderungen des Unternehmenslogos. Was ist in diesem Fall konkret zu tun, wie sehen die einzelnen Schritte genau aus und wer entscheidet?

Auch der Chef muss eingeweiht sein

Wenn das C-Level eines Unternehmens erst im Fall einer durch soziale Medien entfachten oder befeuerten Krise davon erfährt, dass es so etwas gibt, hat die Krisen-PR versagt. Ihr Ziel muss unter anderem auch darin liegen, diese Informationen vorab an das C-Level heranzutragen und die Leute damit entsprechend krisen- und damit entscheidungs-fit zu machen. Letztlich muss auch dem CEO die Tragweite des jeweiligen Kommunikationsfalles bewusst sein und er sollte über ein Mindestmaß an Social Media-Know-how verfügen, das ihm nun dabei hilft, richtig und vor allem schnell zu entscheiden.

Angriffe richten sich immer gegen das gesamte Unternehmen

Wird ein Unternehmen via soziale Medien attackiert, so ist dies nicht primär für Werbung, Marketing und PR des Unternehmens ein Problem, auch wenn das Unternehmen das im ersten Blick so sehen mag. Das ganze Unternehmen und seine Reputation stehen auf dem Spiel und nehmen womöglich Schaden. Angriffe wirken sich somit auch auf die Arbeitgebermarke aus, wirken negativ auf die Motivation der Mitarbeiter oder führen zu rückläufigen Umsätzen. Vor diesem Hintergrund greift es zu kurz, Kommunikationskrisen alleine auf die Kommunikationsabteilung oder das Marketing herunter zu brechen und zu glauben, dass es die nächste Kampagne dann schon wieder richten wird.

Es wird schon nichts passieren

Dieses Argument hört man immer wieder. Und es hat sicher auch seine Berechtigung. Geht jedoch trotzdem mal etwas schief, ist guter Rat meist teuer. Weil ja angeblich nichts passieren kann, haben Unternehmen auch keinerlei Strukturen und Prozesse aufbauen können und stehen klassisch auf dem falschen Fuß. Die Social Media Blase hat dann einen Aufreger mehr, der Foliensatz ist um eine Social Media Bruchlandung reicher. Aber das muss wie gesagt nicht sein wenn rechtzeitig ein Mindestmaß an Vorbereitung erfolgen konnte. Fakt ist, dass NGO’s soziale Medien immer besser in Stellung bringen und sie im Rahmen ihrer Kampagnen gezielt einsetzen. Unternenehmen bzw. deren interne und externe Kommunikations-Dienstleister, sind gut beraten, diese Entwicklung nicht nur zu erkennen, sondern auch richtig darauf zu reagieren.

Facebook neu: Marketing statt Dialog auf Augenhöhe!

14. Juni 2012Als Facebook das neue Design für Pages Ende März dieses Jahres vorgestellt hat, wurde in Blogs viel darüber diskutiert, wie gut diese Umstellung nun für die einzelnen Facebook-Nutzer ist. Ob …

Als Facebook das neue Design für Pages Ende März dieses Jahres vorgestellt hat, wurde in Blogs viel darüber diskutiert, wie gut diese Umstellung nun für die einzelnen Facebook-Nutzer ist. Ob diese Facebook treu bleiben würden oder nicht wurde etwa gefragt. Ob sie die vielen Möglichkeiten, die Facebook Unternehmen jetzt bietet ebenfalls gut heißen würden oder nicht. Der Launch liegt jetzt einige Wochen zurück. Höchste Zeit also, sich mal anzusehen, wie Unternehmen umgestellt haben, was sie tun und wenn ja, wie sich ihre Online-PR über Facebook verändert.

Ich hab mir heute kurz die Facebook-Fanpage von Fressnapf angesehen. Hier wurde im Vorfeld der EURO 2012 das Thema Straßenhunde in der Ukraine diskutiert. Sehr heiß mitunter und sehr emotional. Kritische Stimmen gibt es natürlich immer noch. Im Kästchen “Aktuelle Beiträge anderer Nutzer” sind sie jedoch bestens untergrabracht. Den Spagat, der Facebook hier für seine Kunden eingefallen ist, ist wirklich genial. Kritischen Kommentaren wird so nämlich die Power genommen, die sie früher hatten, als Fans noch auf die Wall des Unternehmens posten und so wesentlich mehr “Wind” entfachen konnten.

Facebook-PR: Alles im grünen Bereich!

Auf der Fressnapf-Seite gibt es also immer noch genügend kritische Stimmen. Diese sind nur so verpackt und drapiert, dass sie für durchschnittliche Facebook-Nutzer gar nicht mehr aufscheinen. Das Unternehmen braucht sich damit wirklich nicht sonderlich mit diesen Stimmen aufzuhalten und kann mit dem Marketing auf der eigenen Pinwand weitermachen.

Oder ist das jetzt doch etwas voreilig? Auf mobilen Endgeräten wie dem iPad oder dem iPhone etwa sieht die Fressnapf-Seite schon ganz anders aus. Hier sind alle (!) kritischen Postings gut sichtbar und zwar für alle Besucherinnen der Seite. Ob Facebook kritischen Postings auch hier den Zahn ziehen wird bleibt abzuwarten. Interessant ist dieser Umstand jedoch allemal, relativiert er den “Marketing Canvass” doch ein wenig, den Facebook seinen potenten Werbekunden mit dem Launch ausgerollt hat. Unternehmen die sich angesichts der neuen Möglichkeiten Nutzerfeedback zu beschränken oder zumindest weitgehend einzudämmen jetzt freuen, könnten sich also auch zu früh freuen. Möglicherweise ist Facebook als Marketingtool für Unternehmen noch besser weil gefahrloser geworden. Möglicherweise liegt genau hier aber auch die größte Gefahr.

Credits: BrunoDNadai- flickr.com

Wie was Gefahr und für wen?! Facebook interessiert mich wenig. Um die braucht sich wohl niemand zu sorgen. Aber wie sieht es um die Unternehmen aus? Wie ist es um den einzelnen Facebook-Nutzer bestellt?

Wie holen Marken ihre Fans am besten ab?

Was ist wenn Facebook den Rahmen für Unternehmen nun so dermaßen pferfekt gestaltet, dass diese wieder ins alte Marketing-Muster zurückfallen bzw. sich von diesen angesichts einer solch perfekten Umgebung noch schwerer trennen können oder wollen. Was etwa hat das Marketing in und über soziale Medien beispielsweise noch mit Zuhören zu tun, wenn das was Nutzer hier an Unternehmen und Marken herantragen gar nicht mehr sonderlich relevant und sichtbar ist? Wie werden sich Nutzer verhalten, die andocken wollen, die sichbar sein wollen, die mitgestalten wollen, die etwas zu sagen haben aber an den Toren der Unternehmen in sozialen Medien abblitzen. Wie sehen diese Tore aus? Sind sie frisch gestrichen aber verschlossen oder lassen sie sich einfach öffnen? Oder steht doch ein Repräsentant des Unternehmens an der Türe und bittet den Nutzer freundlich herein? Das wär doch was!

Was tun mit Fans die Mitsprache und Sichbarkeit einfordern?

Aber bleiben wir doch noch einen Moment auf der Facebook-Page selbst, die vom Desktop aus aufgerufen wird. Ich weiß schon, das tun nicht viele Facebook Nutzer aber sei’s drum. Was tun Unternehmen nun, die sehen, (müssen), dass der Form bzw. der Art und Weise wie Fans der Marke auf Facebook mitreden und dadurch mitgestalten können durch den Launch von Facebook neu ein Riegel vorgeschoben wurde? Was tun Marken auf Facebook, die von ihrem Mindset dazu in der Lage sind, dieses Tool “out of the box” zu denken? Unternehmen also, die das Potential von Facebook auch außerhalb von Werbung, Marketing und PR sehen? Die Antwort lautet: Sie geben ihren Fans auf ihren Seiten alternative Möglichkeiten sich zu artikulieren, das Unternehmen anzusprechen, mit ihm zu interagieren. Und das ist klever!

Ein tolles Beispiel hierzu ist etwa die US-Nahrunsmittelkette Walmart. Denen genügt es nicht, dass Fans dem Unternehmen neuerdings eine Privatnachricht senden können. Würde mich übrigens mal interessieren, wie viele Fans dieses Feature auch wirklich nutzen.

Facebook-Strategie: Dienst nach Vorschrift reicht nicht mehr!

Was tut Walmart? Die holen den Besucher, der vielleicht bloß kommt um hier abzuschimpfen (unwahrscheinlich, aber nicht ganz auszuschließen) mit den Worten “What’s on your mind?” ab und führen ihn in einen Unterbreich der Page, auf dem er ganz einfach Feedback geben kann. Was ist “Feedback” für Walmart? Lob, Tadel, ok. schon klar soweit aber eben auch Probleme melden und Ideen äußern. Gut sichtbar für alle übrigens. Nutzer können dem Unternehmen über “me too” darüber hinaus mitteilen, dass diese Frage oder diese Beschwerde oder dieses Lob auch sie betrifft. Walmart arbeitet mit dem Community-Anbieter Get Satisfaction zusammen und erntet hier – zumindest aus meiner Sicht – gute Ergebnisse. Warum? Weil die Fans eben nicht nur schimpfen sondern auch empfehlen, sich einbringen und sich eben auch als Teil der Marke verstehen.

Ob Facebook diesem Umstand ausreichend gerecht wird ist für mich mal sekundär, wiewohl ich dazu schon eine Meinung habe. Wichtig ist meiner Einschätzung nach, wie die Unternehmen darauf reagieren, wie sehr sie dazu in der Lage sind, abzuschätzen, was die Nutzer von ihnen auf Facebook bzw. generell in sozialen Medien erwarten und wollen. Andererseits ist natürlich auch wichtig, was Unternehmen wollen. Wie sie ihre Facebook-Niederlassung ausrichten bzw. monetarisieren wollen. Hier gilt es wie gesagt außerhalb von Werbung, Marketing und PR zu denken und eine klare Strategie zu entwerfen, was noch möglich ist bzw. was noch angestrebt werden kann und sollte.

Content Curation: Wie Brands zu Super-Heros werden

3. Mai 2012Ich hätte den Titel wohl auch andes machen können. Vielleicht hätte “Warum Sie heute damit beginnen sollten Content zu kuratieren” oder so ähnlich mehr Klicks erzeugt. Aber darum geht es …

Ich hätte den Titel wohl auch andes machen können. Vielleicht hätte “Warum Sie heute damit beginnen sollten Content zu kuratieren” oder so ähnlich mehr Klicks erzeugt. Aber darum geht es ja nicht. Ich möchte hier aufzeigen was Content Curation ist und was die Technik für Unternehmen wertvoll macht. Es geht hier erstmals nicht um die Werkzeuge, mit denen sich Inhalte zusammenstellen bzw. kuratieren lassen (dazu in einem späteren Post mehr!). Hier geht es erstmal um den Nutzen von Content Curation für Einzelpersonen, Unternehmen und Marken.

Der Reihe nach. Die deutsche Wikipedia weißt zum Begriff “Kurator” folgendes zu berichten: Er stammt ab vom

lateinischen Wort curator („Pfleger“, „Vertreter“ oder „Vormund“) sowie von curare („Sorge tragen“, „sorgen um“). Das verwandte Wort Kuratorium kann auch eine Aufsichtsbehörde, einen Verwaltungsrat, einen Hochschulrat oder einen Stiftungsrat bezeichnen.

Damit ist mal ein Anfang gemacht. Was aber tun Kuratoren in sozialen Medien, was treibt sie an uns was zeichnet sie aus? Was ist es, das sie angeblich zu den neuen Superhelden des Webs macht?

Kuratoren fungieren als Filter. Sozusagen ist jeder von uns ein kleiner Kurator wenn er seinen Kontakten in Sozialen Netzwerken Inhalte bereitstellt, die er für besonderst interessant oder lesenswert hält. Das stimmt einerseits. Das Kuratieren von Inhalten geht aber noch weiter bzw. beginnt an dieser Stelle überhaupt erst einmal interessant zu werden.

Curated Content ohne Meinung ist fad

Kuratoren – ähnlich denen in den Museen – stellen Inhalte zusammen. Sie wählen bewusst aus, gruppieren thematisch und haben immer ihre Kunden, also hier die Leser, die Fans, die Follower im Auge. Was könnte diese interessiere? Womit könnte man sie unterfordern oder überfordern? Welche Inhalte brauchen die gerade? Und nicht zuletzt, wie kann ich über den von mir zusammengestellten und drapierten Content auch für mich relevante Inhalte und Meta-Inhalte transportieren? Das alles mach das Curatieren von Inhalten aus. Aber eben noch mehr. Entscheidend für die Zuhörer ist auch das, was der Kurator zu den von ihm zusammengetragenen Inhalten zu sagen hat, wie seine persönliche Meinung aussieht, etc. Es ist diese persönlche Färbung, die eine reine Ansammlung von Tweets, Bildern, Texten und Videos erst zu einem Gesamtkunstwerk macht.

Raus mit der Sprache!

Und es ist zugleich diese persönliche Färbung, die kuratierte Inhalte für den Betrachter so interessant macht. Wenn Sie also kuratieren, dann raus mit der Sprache! Was ist Ihre persnöliche Meinung. Warum ist das eine ein Scheiß und das andere Gold? Warum. Antworten auf diese Fragen zu finden und die Bewertung, den Kommentar mitzuliefern, das ist der Job eines Kurators der sein Handwerk versteht.

Was haben nun Unternehmen davon Inhalte zu kuratieren? Warum sollen sie es tun, was lässt sich überhaupt kuratieren und wenn ja, was hab ich am Ende des Tages davon. Weißt eh, die Kasse und die Vollbelegstage und die Umsätze, you know…

Corporate Curated Content

Was Unternehmen davon haben wenn sie Inhalte zusammestellen, hübsch drapieren, aktuell halten, nach Themen ordnen und häppchenweise zur Verfügung stellen ist einfach erklärt. Sie haben tollen Content. Darüber hinaus sind sie dazu in der Lage, sich in einem für sie wichtigen Thema als Auskunftsgeber zu positionieren. Und wer heute ein Auskunftsgeber ist kann  vielleicht morgen schon zur Informationsdrehscheibe aufgestiegen sein, wer weiß?! Da ich im Bereich SEO nicht zu Hause bin, kann ich hier nur vermuten, dass ein bunter Strauß an aus vielen Richtungen zusammengetragenen Informatioen auch für Suchmaschinen ein gutes Argument sein könnte, den Seiten und damit ihren Besitzer und damit wiederum deren Angeboten freundlich gesonnen zu sein.

Guten Kuratoren wird vertraut

Der kuratierende Betrieb oder der einzelne Kurator kann über sein Tun aber noch viel mehr für sich und seine Marke herausholen. Er wird über da, was er kuratiert, bedeutsam bzw. steigert seine Reputation, bekommt Anfragen, Probeexemplare und vieles andere mehr. Warum? Weil seine Meinung wichtig ist, weil man seiner sicheren Hand vertraut und seinen nachweislich guten Geschmack über die Zeit zu schätzen gelernt hat. Und all das bloß durch das Zusammentragen von Inhalten anderer durch deren Bewertung und thematischer Gruppierung? Ist das Leben wirklich so einfach? Leider nein!

Viele Unternehmen kuratieren schlecht

Warum Unternehmen zwar kuratieren, dies aber auf denkbar schlechte Weise tun, liegt auf der Hand. Sie wollen immer nur selbst im Rampenlicht stehen, immer nur auf eigene Inhalte verweisen und sich vordrängen wenn es darum geht, die Blicke auf sich zu ziehen. Das ist sehr schade weil es dem Thema Content Curation leider völlig widerspricht. Aber ist es der langjährige Beobachter dies icht schon gewöhnt. Haben wir uns nicht schon damit abgefunden von Unternehmen und Marken einfach nicht mehr überrascht bzw. noch schlimmer, latent unterfordert zu werden?

Curation ist ein undankbarer Job

Content Curation setzt voraus, dass der Kurator angesichts der von ihm zusammengestellten Werkschau an Inhalten in den Hintergrund treten kann. Das muss man sich selbst aber erst mal erlauben. Und wer sich in diesem Punkt nicht selbst schon mal komplett im Wege gestanden ist, der werfe den ersten Stein. Peng! Wer war das?! :)

Man stelle sich den Kurator einer Ausstellung vor, der alle ausgestellten Bilder selbst mal. Er kommt nicht sonderlich vom Fleck damit, schließlich will er ja einen Überblick über eine Zeitspanne von 150 Jahren abbilden. Das dauert. Und weil der Tag der Eröffnung immer näher rückt, entschließt sich unser Kuratur einfach dazu, die Bilder aufzuhängen, die schon da sind. Viele Räume seiner Ausstellung bleiben leer. Doch der Kurator ist happy. Schließlich sind es nur seine Bilder die jetzt gesehen werden. Die Vernissage floppt. Schnitt!

Content Curation ist mehr als bloß Nabelschau!

Pinterest. Hübsch sehen sie aus diese Zusemmanstellungen zu allen möglichen Themen. Ich bin wohl auch da, hab das ganze aber noch nicht sonderlich Zeit gehabt auf mich wirken zu lassen, es zu verstehen. Der Tag kommt aber. Das was ich schon gesehen habe passt hier jedoch gut dazu weil es sich dabei um ein wichtiges Grundprinzip sozialer Medien und eben auch des Kuratierens von Inhalten handelt. Viele Brands und Marken, ob Regionen, Hotel oder Nahrungsmittelmarken kuratieren immer nur ihre eigenen Inhalte. Das ist so falsch wie es logisch ist, dass sie es tun. Das Hotel das seinen Frühstücksraum in sämtlichen Verzierungen abbildet. Mal die Ananas am Frühstücksbuffet von rechts, dann von links, dann kommt die Kiwi dran und dann das Brotkörbchen. Kuratieren tun viele, verstehen sehr wenige.

Große Marken kuratieren schon lange. Hier ein tolles Beispiel curated by Harley-Davidson – The Harley-Davidson Ridebook:

Kuratieren kostet Zeit, viel Zeit sogar. Kuratieren setzt voraus, dass man nicht immer nur von sich selbst redet. Klingt komisch ist aber so: Manche können wirklich nur über sich selbst reden. Als Kuratoren werden es solche Leute schwer haben oder nur Dinge zusammenstellen, die keinen interessieren. Wie übrigens gefühlte 99% der Unternehmen auf Pinterest.

Meine Tipps: Springen Sie über den eigenen Schatten. Gehen sie in der Zusammenstellung der Inhalte tief und noch tiefer. Erst wenn Sie glauben, dass ihre kuratierten Inhalte so abgefahren, schrät und ausgefallen sind, dass sie kaum noch interessiert, sind Sie dem Idealtypus gefährlich nahe gekommen und das ist gut. Das ist dann der Rahm und der ist immer oben. Alles andere geht im Grundrauschen des Webs unter (wo es auch hingehört). Wenn sie kuratieren sein Sie großzügig und schöpfen Sie aus dem Vollen. Das setzt Zeit voraus aber ihre Leser, und Seher werden es Ihnen danken. Und ihre Reputation wird wachsen.

Corporate Social Media: Der Schlüssel zum Erfolg heißt Interaktion

23. Februar 2011Sie wünschen wir spielen. Wer kennt diesen Spruch nicht? Wer sich aber immer nur nach den Wünschen anderer richtet, soll sich nicht aufregen, wenn er für die Ziele anderer ackert. …

Sie wünschen wir spielen. Wer kennt diesen Spruch nicht? Wer sich aber immer nur nach den Wünschen anderer richtet, soll sich nicht aufregen, wenn er für die Ziele anderer ackert. Sich nach den Nutzern, besser gesagt nach den Wünschen der Nutzer zu richten ist jedoch spätestens dann ein Thema, wenn es um Social Media geht. Ich sage hier natürlich nicht, dass man die eigenen Zielsetzungen völlig außer Acht lassen und sich nur nach anderen richten sollte, nein. Will man über Social Media jedoch Kundenbindung, Brand Awareness oder Interaktionen auslösen, dann sollte man sich früher oder später darüber Gedanken machen, was es so ist, was sich die anderen (ups!) also die KonsumentInnen meiner Social Media Angebote so wünschen. Was aber ist das? Was wird speziell von Unternehmen gewünscht, die sich in sozialen Medien befinden? Eine Folien aus dem Global Web Index 2011 bietet guten Einblick in genau diese Materie.

Klar wird somit aber auch, dass die Messlatte gar nicht so übermäßig hoch liegt für Unternehmen. Gefragt wurde “Which of the following marketing communications activities improves your opinion of a brand”.

  1. Das Unternehmen wird ihr Freund in einem Social Network.
  2. Das Unternehmen verwendet Micro-Blogs / Social Networks um Customer Support / Service zu liefern.
  3. Das Unternehmen nutzt Blogs um über Company und Produkte zu sprechen.
  4. Das Unternehmen spricht mich mit nützlichen Infos an sobald ich es auf einem Microblog erwähne.
  5. Unternehmen spricht Blogger direkt an bezüglich Produkten und Services.
  6. Unternehmen erstellt Webseite die Interaktion und Direkte Ansprache ermöglicht.
  7. Das Unternehmen schenkt Kommentaren in Foren und Social Networks Gehör.

Ich ziehe daraus folgende Schlüsse:

a) User wünschen sich sich die Möglichkeit, Unternehmen über Social Media Kanäle einfach ansprechen zu können.

Also Interaktion. Zumindest Wenn ich mir jedoch den niedrigen Grad an Envolvement ansehe, den manchen Facebook Auftritte auch größerer Unternehmen haben, bin ich versucht zu sagen, dass dieser Wunsch sehr häufig auch theoretischer Natur ist. So in die Richtung “Ich habe ein gutes Bild von einem Unternehmen, das es mir über entsprechende Angebote ermöglicht, mit ihm in Kontakt zu treten, wenn ich das möchte”.

b) Die User wünschen sich zuhörende Unternehmen. Also solche, die Social Networks auch wirklich dafür benutzen, zuzuhören, die den hier einlaufenden Kommentaren auch wirklich lauschen.

Ich frage mich, woher die User denn wissen, dass Unternehmen zuhören oder nicht? Klar, das wissen sie nur dann, wenn Unternehmen dann auch aktiv teilnehmen am Dialog durch Kommentare etwa. Ich für mich lese heraus, dass jene Unternehmen vor dem User gut abschneiden, die Online zeigen, dass sie sich auch wirklich kümmern, offen sind, antworten liefern, sich bemühen. All das. Klar gibt es auch die passiven Zuhörer die gar nichts tun. Aber wie viel Sinn macht das?!

Summa summarum finde ich nicht, dass es so einfach ist, vor dem zunehmend mündiger werdenden Medienkunden bestehen zu können. Klar ist Interaktion ein zentraler Punkt. Viele andere kommen jedoch dazu. Natürlich auch solche aus der Offline-Welt. Denn wenn mich ein unfreundlicher Verkäufer im Shop meiner Wahl anrotzt, kann mir besagte Marke Online noch so viele Angebote zur Interaktion legen…

==> Global Web Index auf Slideshare

Memorable Stories: Facebook “hilft” uns beim Erinnern

13. Januar 2011Angestoßen durch die Twitter Diskussion zwischen Jo Wedenig und Klaus Eck schaue ich mir gerade ein Facebook Feature an, das einigen von uns noch schlaflose Nächte bereiten dürfte. Wie es …

Angestoßen durch die Twitter Diskussion zwischen Jo Wedenig und Klaus Eck schaue ich mir gerade ein Facebook Feature an, das einigen von uns noch schlaflose Nächte bereiten dürfte. Wie es sich für Facebook gehört, war die Funktion bei einigen Nutzern im Profil gestern kurz verfügbar, dann wieder weg, lese ich auf Techleash sowie auf AllFacebook. Auf meinem Profil tut sich derzeit auch noch nichts aber das muss bekanntlich ja nichts heißen. Worum gehts? Facebook schraubt derzeit an einer Funktion namens “Memorable Stories”. Der Clou dabei: Schon länger zurückliegende eigene Postings werden von Facebook (nach welchen Schlüssel auch immer) ausgewählt, als besonders denkwürdige Beiträge klassifiziert und im Profil oben rechts angezeigt.

Aus Sicher der Online-PR nun ein großer Heuler oder doch nicht? Hm, zum jetzigen Zeitunpunkt schwer zu sagen. Schließlich ist ja noch nicht klar, ob es für alle Facebook-Nutzer kommt oder doch nicht. Sollte es jedoch kommen, bedeutet dies vor allem, dass ausgewählte Facebook Postings nun noch länger nachwirken können. Wenn das “Best Of” in Form von Memorable Stories in meinem Profil angezeigt wird, könnte dies unter anderem vielleicht ja auch bedeuten, dass Facebook unter diesem Best-of jene Leichen versteht, die weit unten in meinem Facebook Stream vor sich hin schimmeln. Aufräumen sollte sich hier also auf jeden Fall lohnen. Da jedoch bekanntlich ein großer Teil der auf Facebook stattfindenden Postings auch in Verbindung mit Unternehmen und Marken steht, wäre das Feature auch in Sachen Online-Kommunikation nicht ganz auszublenden. Was wäre etwa, wenn es einen einfachen Trick geben würde, mit dem Unternehmen für sie genehme Postings in den Profilen von ihnen genehmen Personen (Evangelisten) dahingehend pushen könnte, dass diese über die Memorable Stories Funktion länger nachwirken und damit sichtbar bleiben? Ist doch schade drum’ wenn Postings im Steam im Affentempo nach unten gewischt werden und so aus dem Blickfeld derBetrachter verschwinden. Vielleicht lässt sich der oben angesprochene Trick auch ganz einfach auslösen, indem man bei Facebook ein paar Münzen einwirft? Wir werden sehn.

Social Media Monitoring: Ist die Hochblüte selbstgestrickter Lösungen vorüber?

14. Dezember 2009In meinen Folien, die ich für Workshops und Keynotes zu diversen Social Media Themen verwende, befinden sich ca. zehn Slides zum Thema "Clever Zuhören mit RSS". Ich hab die Folien …

In meinen Folien, die ich für Workshops und Keynotes zu diversen Social Media Themen verwende, befinden sich ca. zehn Slides zum Thema "Clever Zuhören mit RSS". Ich hab die Folien natürlich immer wieder mal umgebaut, die Aussage ist jedoch immer die selbe: 

a) nutzen Sie RSS, es bringt ihnen etwas 
b) verwenden Sie einen RSS-Reader zB. Google Reader und
c) behalten Sie die für Sie wichtigsten Begriffe im Auge. 

Nun. Daran habe ich mich selbst natürlich auch zu halten und monitore zB fleißig alles, was zu meinem Namen im Mitmach-Web so auftaucht. Hier ein Beispiel für ein solches selbstgestricktes Cockpit.

Online Monitoring
 

Eigentlich sollte mir dieses Monitoring dabei helfen, den Überblick zu bewahren. Es sollte mich über für mich relevante Gespräche im Netz informieren, sodass ich a) davon weiß, was wo über mich gesagt wird und ich b) in weiterer Folge abwägen kann, ob ich dazu etwas sagen will bzw. muss. Soweit zur Theorie.

Meine Beobachtungen der letzten Monate zeigen aber, dass mein Monitoring über frei im Netz verfügbare Tools wie Omgili, Google Blog Search, Social Mention, blogpulse, itpints, topsy, etc. zum überwiegenden Teil Schrott liefert. Die Ergebnisse, die über mein Cockpit zum Stichwort "Ed Wohlfahrt" bei mir ankommen nutzen mir kaum noch, da sie zum Teil veraltet sind (das gilt übrigens auch für Google-Alerts). In Wirklichkeit ist es um die Suchergebnisse aber noch viel schlimmer bestellt: Sie kosten mir nämlich wertvolle Zeit! Ein Blick in meinen Monitor, ich habe ihn mir "praktischerweise" in die Lesezeichenleiste im Browser gelegt, zeigt mir, dass es angeblich gerade 95 Orte im Netz gibt, in denen der von mir beobachtete Begriff, nämlich "Ed Wohlfahrt" vorkommt. 

Mir alle diese 95 Ergebnisse durchzusehen und dann auch noch die eintrudelnden Google Alerts zu checken, kostet mir ohne Übertreibung einen Vormittag. Und noch schlimmer ist: Es ist verschenkte Zeit, da die gefundenen Ergebnisse eben zu 99,9 Prozent Schrott sind. Viel wichtiger aber noch: Die Ergebnisse liefern keinerlei Aussage darüber, ob ich mich auf Linie mit meiner eigenen Social Media Strategy befinde, ob das, was online über mich gesagt und gefunden wird diese Strategie unterstützt oder aber auch zuwider läuft. Aber das wäre ja gerade, was ein Monitoring Tool für mich spannend machen würde.

Es geht mit einem Wort nicht mehr um die Quantität der Daten. Und ich frage mich, ob mein selbstgestrickter Monitor dazu in der Lage ist, diese Daten zu liefern oder ob an einem Profi-Tool kein Weg vorbeiführt. Daten gibt es bekanntlich zuhauf. Das worum es in Zeiten wie diesen geht, sind clevere Daten. Daten, die mich darin unterstützen, den angestrebten und in meiner Social Media Strategy klar definierten Kommunikationszielen messbar näher zu kommen. Daten, die beispielsweise belegen, dass die für Kunden XY gesetzten Social Media Maßnahmen diesen oder jenen konkreten Output erzielt haben. Dann nämlich bleiben Social Media nicht mehr der labbrige Pudding (den viele irgendwie an die Wand zu nageln versuchen) sondern werden in ihrer Performanz in ihrem Potential mess-, beleg- und verstehbar. Und genau dahin geht die Reise! Für mich ist Social Media Measurement, also das klare Belegen dessen, was wir tun, eines der wichtigsten Social Media Themen des kommenden Jahres. Heute noch weit verbreitete Aussagen wie "Hurra, wir machen eine lustige Fanpage" oder "Jipieeee, wir haben 1.000 Follower auf Twitter" sind dann hoffentlich von gestern.

Stop s37: Eine Bürgerinitiative im Social Web

13. November 2009Es war gar nicht leicht, meinen Gesprächspartner davon zu überzeugen, mir über die Kommunikationsarbeit der Bürgerinitiative zu erzählen. Mit PR-Agenturen hätte man bereits schlechte Erfahrungen gemacht, hieß es. Einige eMail …

Es war gar nicht leicht, meinen Gesprächspartner davon zu überzeugen, mir über die Kommunikationsarbeit der Bürgerinitiative zu erzählen. Mit PR-Agenturen hätte man bereits schlechte Erfahrungen gemacht, hieß es. Einige eMail und Telefonate später saß dann Hans Stocker bei mir auf der Couch und erzählte aus dem spannenden Innenleben der Bürgeriniative Stop s37, die in ihrer Kommunikationsarbeit auch auf Social Media setzt. Danke für das Vertrauen! 

http://www.youtube.com/v/1BMZA7ffqE4&hl=de_DE&fs=1&

Wer oder was ist stop S37? s37 Steht für die Schnellstraßenverbindung zwischen Klagenfurt in Kärnten und Judenburg in der Steiermark, die laut den Plänen der ASFINAG (Autobahnen- und Schnellstraßen- Finanzierungs- Aktiengesellschaft) streckenweise zu einer Autobahn ausgebaut werden soll. 

http://www.youtube.com/v/717_2Wd6DBw&hl=de_DE&fs=1&

Entlang der Straße haben sich bislang in Summe 16 Bürgerinitiativen gebildet, die gegen dieses Vorhaben auftreten. Mit teils unkonventionellen Mitteln, wie bemalten Strohballen und Transparenten, die entlang der Schnellstraße aufgestellt wurden und auf das Anliegen der Bürgerinitiative hinweisen.

Einige Aspekte sind für mich besonders wichtig

a) Social Media wird von der Bürgerinitiative dafür eingesetzt um die Mainstream-Medien zu informieren jedoch vor allem auch dazu, um quasi an ihnen vorbei die eigene Story zu lancieren

b) Die Bürgerinitiative schielt mit seinen Web 2.0 Aktivitäten gar nicht auf ein Massenpublikum. Die Leute die man bereits jetzt damit erreicht jedoch wären Key-Influencer. Die mit diesen Key-Influencern entstehenden Netzwerkeffekte wiegen den Einsatz an Zeit und Mittel jedoch mehr als auf, so mein Gesprächspartner.

Ich habe mich damals auf der Uni ein wenig mit sogenannten "neuen Sozialen Bewegungen" beschäftigt. Ein hoch spannendes Thema übrigens! Doch die Kosten, die diese Bewegungen vor 20 Jahren für ihre Aktivitäten, Flugzettel, Zeitungsinserate aufzuwenden hatten, müssen beträchtlich gewesen sein. Dieser Umstand hat sich heute massiv gewandelt. Wenn man sich ansieht, wie sich die Bürgerinitiative Stop s37 und zahlreiche andere heimische (Protest-) Bewegungen der Sozialen Medien annehmen, so bedeutet diese weitreichende Folgen für die Kommunikation von Unternehmen, Marken und Agenturen. Wenn sich Gespräch, wenn sich Aktivismus immer stärker virtualisiert, dann muss dieser Umstand auch in der Unternehmenskommunikation entsprechend berücksichtigt werden, will man den Zielsetzungen strategischer Kommunikation wie beispielsweise gegenseitiges Verständnis Verhaltensänderung, Information, Dialog, etc. gerecht werden. Genau um das ging es mir hier.

Sorry für die Video Qualität. Das geht beim nächsten Mal besser…Auch den Kärntner Slang werde ich mir beim nächsten Mal verkneifen. Schließlich hört ja hier die ganze Welt zu :)

Die Videoqualität ist jetzt perfekt. Danke dafür an Daniel Gollner aka GutsyHeron!

YouTube Kanal s37 Nein Danke
YouTube Kanal von Herrn Stocker

Das Verkehrt-Blog
Die Info Seite von Stops37

ReelDirector bringt Quantensprung bei Mobile Video

21. Oktober 2009Es ist jetzt ein paar Monate her, da riss ich mir eine kurze Meldung aus der Kleinen Zeitung. Ihr Titel: “iPhone filmt auf Vollgas”. Ihr Inhalt: Laut Videoplattform YouTube sei …

Es ist jetzt ein paar Monate her, da riss ich mir eine kurze Meldung aus der Kleinen Zeitung. Ihr Titel: “iPhone filmt auf Vollgas”. Ihr Inhalt: Laut Videoplattform YouTube sei die Zahl der Uploads vom iPhone 3Gs auf ihre Server am ersten Tag seiner Markteinführung um 400 Prozent (!) gestiegen. Bislang war es mit den Schnittkünsten des iPhones nicht sonderlich weit her, dementsprechend simpel gestrickt sahen auch die produzierten Kurzvideos aus. Über das Blog von Stephe Rubel stolpere ich nun über eine Schnittsoftware fürs iPhone, die wohl zu einer wesentlich besseren Video-Qualität führen wird. ReelDirector heißt die neue Anwendung (ReelDirector im iTunes Store), die unter mobilen Video-Freaks sicher bald viele Freunde finden wird. Kostenpunkt 5,99 Euro. Leistbar also. Wir sehen, dass es heute keine Betacam und Schnittsoftware um tausende Euros braucht, um ansprechendes und vor allem authentisches Videomaterial einzufangen. Wir sehen weiters: Mit Anwendungen wie ReelDirector und der Einfachheit, mit der es einem vormals extrem komplexen Thema (Videoschnitt) an den Kragen geht, nimmt die Deutungshoheit von Unternehmen über ihre Marken, Dienstleistungen und Produkte ein weiteres Stückchen ab. Und das bedeutet nicht zuletzt auch weiterhin spannende Zeiten für Kommunikatoren!

http://www.youtube.com/v/dFawUjjhzbE&hl=de&fs=1&

Google Wave: Vorgeschmack auf die Social Media Zukunft

1. Oktober 2009Google Wave ist nicht mehr oder weniger als der Vorgeschmack auf eine mögliche Zukunft des Social Webs. Das kann, das wird auf online Kommunikation auf online Marketing oder Online-PR nicht ohne Wirkung bleiben.

Google hat etwas Neues in seinem Bauchladen. Hm… Google bringt immer mal etwas Neues, gibt Dingen, die man von anderswo her kennt, einen neuen Anstrich (gMail) oder zückt einfach mal das Scheckheft (Feedburner, YouTube). Im vorliegenden Fall ist es jedoch anders, handelt es sich doch um ein "homegrown" Tool, an dem Google seit fast zwei Jahren schraubt und an dem unter anderem jene Personen werken, die schon bei Google Maps die Finger im Spiel hatten. Das ganze nennt sich Google Wave.

Ed Wohlfahrt google_wave_logo_final

Was ist Google Wave? Das neue Pferd im Google-Stall bietet seinen Nutzern in gängigen Web-Browsern die Möglichkeit zur Kommunikation und Kollaboration in Echtzeit. Nun werden Sie durchschnaufen und sagen, kann mein Instant Massaging System alles auch. Stimmt, doch Google Waves funktionieren in Echtzeit. Was heißt das? Personen die sich in einer Wave befinden, können in Echtzeit multimediale Inhalte miteinander austauschen bzw. editieren. Es können Waves zu allen möglichen Topics anlegen und andere in die Wave eingeladen werden. Kommt durch drag and drop (absolut cooles Feature!) nachträglich ein Benutzer hinzu, so kann dieser sich die History der Wave ansehen, also den Verlauf des Gespräches wie es geführt wurde. Wenn der Newbie möchte aber auch nur die Dialoge die Person A mit Person B geführt hat. Ein weiterer Vorteil: Die API der Google Wave ist offen (derzeit noch nicht voll, aber das wird sich bald ändern). Das heißt, dass Entwickler Google Wave auf ihre Bedürfnisse hin anwenden können, auf GoogelWave basierend neue Anwendungen und Erweiterungen (Extension) programmieren und anderen anbieten können. Das Killer-Feature von Google-Wave ist meiner Meinung nach jedoch die Möglichkeit, Waves sehr einfach auf externen Seiten einzubetten. Die Widget-Technologie oder die Möglichkeit, Videos zu embedden gibt es ja nun schon einige Zeit. Google Wave geht jedoch einen entscheidenden Schritt weiter. Ändert sich das Aussehen einer Wave zu einem x-beliebigem Thema, beispielsweise durch das Hinzukommen eines neuen Kommentars, so ändert sich gleichzeitig auch die dazugehörige Wave, die irgendwo im Netz auf einem Blog oder einer Homepage abgebildet ist. Großes Kino würde ich sagen…

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Jetzt haben wir mehrere Möglichkeiten mit Google Wave umzugehen

  1. Google Wave zu hypen, klar.
  2. Google Wave abzutun als ein weiters Tool, mit dem sich Google unersetzbar machen und seinen Erzrivalen Facebook auf Distanz halten will 
  3. Google Wave als das hinzustellen was es derzeit ist, nämlich eine noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Kommunikations- und Kollaborationsplattform mit entsprechender Breitenwirkung. Gestern bekamen die ersten 100.000 Personen exklusiven Zugang zu Google Wave. 

Ich persönlich tue mir mit einer Einschätzung schwer, da ich Google-Wave noch nicht selbst testen konnte und es generell zu früh ist, die jüngst präsentierte Kommunikationsplattform auf konkrete Beispiele hin anzuwenden und daraufhin zu testen (Stichwort: Performence orientierte Kommunikation thx Mr. Gattereder :) . Was also ist Google Wave dann? 

Google Wave ist nicht mehr oder weniger als der Vorgeschmack auf eine mögliche Zukunft des Social Webs. Für mich ist spätestens nach der Keynote, mit der Google seine Wave auf die Reise schickte, klar, dass Google damit Facebook den Fehdehandschuh hinwirft und sich selbst zur Meta- bzw. Mega Kommunikations-Plattform aufzuschwingen versucht. Klar ist mittlerweile auch, dass Google nunmehr voll auf die Macht des sozialen Internets bzw. die Keimzelle dieser Macht, das Gespräch (!) der einzelnen Nutzer untereinander, abzielt. Schließlich ist die Zielsetzung, ja eigentlich sogar die Daseinsberechtigung von Google Wave die Interaktion.

Ich habe auf diesem Blog schon oft über online Gespräche geschrieben. Für diese Gespräche brauchten wir bislang unterschiedliche Tools wie eMail, IM, Chat, Newsgroups, Wikis, Kommentarfunktion, etc. Google bietet nun alles aus einer Hand im Rahmen der Google Wave und Nutzern zudem die Chance, diese Gespräche in Echtzeit zu führen. Das kann, das wird auf online Kommunikation auf online Marketing oder Online-PR nicht ohne Wirkung bleiben.

Hier der Link zur Keynote anlässlich der Präsentation der Google Wave. Achtung! es dauert 1 Stunde 20 Minuten, gibt aber einen guten Überblick über Google Wave.

San Francisco setzt auf Twitter

9. Juni 2009Customer Care wäre die neue PR hörte oder las ich unlängst irgendwo im Netz. Was das für Unternehmen bedeutet liegt auf der Hand. Lauscher aufmachen, Onliner abholen und, wer weiß, …

Customer Care wäre die neue PR hörte oder las ich unlängst irgendwo im Netz. Was das für Unternehmen bedeutet liegt auf der Hand. Lauscher aufmachen, Onliner abholen und, wer weiß, vielleicht ein Geschäft machen. Vielleicht fängt ja nicht nur der frühe Vogel sondern auch der, der besser zuhört als andere den Wurm. Ist jetzt wahrscheinlich nicht das Thema für den Installateur um die Ecke aber große Unternehmen tun gut daran, dass sich zuhören lohnt, möchte man zufriedene Kunden. Spontan fallen mir Internetprovider, Gerätehersteller oder Mobilfunkanbieter ein, die, wenn sie online zuhören (würden) wirklich einfach und kostengünstig glückliche Kunden produzieren könnten. Den zB. der zu Hause sitzt und sich über die neu erworbene Datenkarte ärgert. Bekanntlich bleibt dieser Ärger nicht nur auf die eigenen vier Wände beschränkt. Er dringt nach außen und manifestiert sich auf Facebook, Twitter, auf Bewertungsseiten oder Blogs. Soviel zur Vorgeschichte (und zum Warm-Schreiben…)

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Die Starverwaltung von San Francisco hat das – wie ich im PCMAG lese – alles schon verstanden und schickt nun 311 ihrer MitarbeiterInnen ins Twitterversum, um hier zuzuhören und kleine und größere Probleme zu lösen. Über diese Page, eingerichtet auf der offiziellen Stadt-Homepage können sich Bürger registrieren und dem San Franciscoer Twitterati folgen. Dass der Kanal 24/7 offen ist, sei nur nebenbei erwähnt!

Man stelle sich das doch mal für Wien, Graz oder Klagenfurt vor. Der Bürgermeister von San Francisco ist davon überzeugt, dass sich mit dem Projekt die Art und Weise ändert, mit der die Bürger mit ihrer Verwaltung interagieren. Und ohne die Erwartungen zu hoch zu schrauben: Davon ist auszugehen. 

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Aktuelle nehmen 1.807 Leute das Angebot der Stadtverwaltung an und informieren über diesen Kanal über Schlaglöcher, leckende Hydranten oder andere Dinge.Ob sich derlei Fragen auch in anderen Städten stellen? Mit Sicherheit! Ob auch die Bewohner anderer Städte über diesen Kanal gerne abgeholt würden? Denke schon.

SanFran auf Twitte
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