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Andreas Khol’s Antrittsvideo unter der Lupe

11. Januar 2016Die Online Videos der Kandidaten zur Wahl des Österreichischen Bundespräsidenten unter der Lupe. Heute an der Reihe: ÖVP Kandidat Dr. Andreas Khol

Ob es schnell hat gehen müssen mit diesem Video? Mit Sicherheit. Und das kann man auch sehen. So gibt es bei Bewegungen Khols einige Male das typische Pumpen des Autofokus. Das Video ist einige Sekunden lang nicht scharf.

Narrative Eisprenkel

Interessant jedoch ist folgendes: Khol macht sozusagen aus der Not eine Tugend und kommt gleich zu Beginn auf den Umstand zu sprechen, dass er hat einspringen müssen. In seiner Formulierung „sicherlich kennen Sie das aus ihrem eigenen Leben – plötzlich kommt eine Herausforderung auf einen zu, mit der man überhaupt nicht gerechnet hat“

Muss man das sagen oder kann man das sagen, wenn man unbedingt will? Warum startet Khol seine Antrittsrede auf Youtube genau mit diesem Satz? Ich denke aber, dass dieses Hinweisen auf eine Situation, wie sie Khol gerade durchlebt, die jedoch auch jeder Zuseher schon einmal erlebt haben dürfte, sehr gut gewählt ist.

Ob das jetzt Storytelling ist oder nicht, sei dahingestellt. Dennoch halte ich es für geschickt, dieser nicht vorteilhaften Situation durch das Andocken an die Erfahrungswelt des Betrachters, ein wenig die Spitze zu nehmen.

Videoqualität und Bildführung

Wie bereits erwähnt, es hat sicher schnell gehen müssen. Einzelnen Sequenzen des Videos bzw. die Schnitte sind vor allem zu Beginn des Videos sehr kurz gehalten und wirken, zumindest auf mich, ein wenig hektisch. Zudem wird z.B. bei 0:13 so stark auf den Kopf fokussiert, dass dieser bis zu den Augen abgeschnitten ist. Auch dies wirkt auf mich wenig präsidial, um es mal so zu formulieren.

In dieser Einstellung verschwindet Khol's Kopf ungewollt.

In dieser Einstellung wird der Kopf des Kandidaten wohl etwas zu stark angeschnitten ;)

Fazit

Khols Video hat mit Sicherheit noch Luft nach oben. Andererseits, die Wahlen finden ja auch erst im April statt bzw. stand das Team im vorliegenden Fall unter starkem Zeitdruck. Der gewählte Einstieg, mit dem der Kandidat Bezug nimmt auf eine Situation, die wohl jeder so oder anders schon mal erlebt hat, finde ich jedoch sehr gut gewählt.

Nachtrag

Wie man der Tageszeitung DER STANDARD vom 12. Jänner 2016 entnehmen kann, war bei Khols Videodreh wirklich Eile angesagt. Laut Standard wurde das Video nur wenige Stunden vor der offiziellen Präsentation des Kandidaten angefertigt. Die grüne Krawatte, die er auch bei der Präsentation trug, lieferte den Hinweis, wen das interessiert ; )

Weitere Informationen zum Kandidaten:
Webseite von Dr. Andreas Khol
Die Seite von Andreas Khol auf Facebook
Der Kanal von Andreas Khol auf Youtube

 

Hier weitere Postings zu dieser Blog-Serie:
Irmgard Griss‘ Antrittsvideo unter der Lupe
Alexander Van der Bellen’s Antrittsvideo unter der Lupe

Alexander Van der Bellen’s Antrittsvideo unter der Lupe

11. Januar 2016Wow… Das Antritts-Video des Grünen Präsidentschaftskandidaten Dr. Alexander Van der Bellen spielt im direkten Vergleich mit jenem von Irmgard Griss in einer völlig anderen Liga. Sorry jetzt, doch habe ich …

Wow… Das Antritts-Video des Grünen Präsidentschaftskandidaten Dr. Alexander Van der Bellen spielt im direkten Vergleich mit jenem von Irmgard Griss in einer völlig anderen Liga. Sorry jetzt, doch habe ich mir vorgenommen, mir jedes Video für diesen Post zum ersten Mal anzusehen, damit meine Eindrücke möglichst frisch sind.

Videoqualität und Bildführung

Der Kandidat ist mehr oder weniger ständig in Bewegung, was dem Video viel Dynamik bringt. Die Stimme des Kandidaten kommt aus dem Off und unterstreicht die ebenfalls emotionalisierenden Close-Ups – ich würde sie eher Super-Close-Ups nennen – zusätzlich. HInzu kommt, dass das das Video im ungewohnten Cinemascope-Format daherkommt. Dieses „echte“ Kinoformat verleiht dem gesamten Erscheinungsbild des Kandidaten noch einmal zusätzlichen Glanz.

Narrative Elemente

Auch Van der Bellen erzählt in seinem Video keine Geschichten oder bedient sich Micro-Stories. Das muss er auch nicht, da die Close-Ups gemeinsam mit der aus dem Off kommenden Stimme für genügend emotionalen Schub sorgen.

Fazit

Van der Bellen legt mit seinem Video die Latte wirklich hoch. Genial finde ich insbesondere die Entscheidung, die Schnittbilder mehr oder weniger durchgehend mit seiner Stimme aus dem Off zu unterlegen. Das wirkt wunderbar getragen und dennoch ausreichend präsidial, wie es sich für jemandem gehört, der sich um das erste Amt im Staat bewirbt. Dass man aus der wunderbar smoothen Stimme des Kandidaten etwas Besonders macht, bietet sich zwar an. Dass es dann aber auf so gekonnte Weise umgesetzt wird, ist schon großes Kino.

Qualität zahlt sich aus – gerade auf Facebook!

Dass sich diese Qualität im Videobreich auszahlt, zeigt allein schon die Tatsache, dass Van der Bellens Antritts-Video von seiner Facebook-Seite weit über 5.000 Male geteilt wurde. Auch via Social Media lässt sich so bestimmt eine gute Reichweite erzielen. Insbesondere im jüngeren Publikumssegment.

Facebook Van der Bellen

Beachtlich! Van der Bellens Video schafft es auf über 5.000 Facebook-Shares

Weitere Informationen zum Kandidaten:
Webseite von Alexander van der Bellen
Die Seite von Alexander Van der Bellen auf Facebook
Der Kanal von Alexander Van der Bellen auf Youtube

 

Hier weitere Postings zu dieser Blog-Serie:
Andreas Khol’s Antrittsvideo unter der Lupe
Irmgard Griss‘ Antrittsvideo unter der Lupe

Irmgard Griss‘ Antrittsvideo unter der Lupe

11. Januar 2016Im April wählt Österreich einen neuen Bundespräsidenten. Da es mehr oder weniger bereits zum guten Ton gehört, seine Kandidatur mittels Youtube Video bekannt zu geben, habe ich mir diese mal genau angesehen. Den Beginn macht Dr. Irmgard Griss.

Videoqualität und Kameraführung

Wer ganz genau hinsieht, erkennt, dass der Fokus auf das Gesicht der Kandidatin erst nach 16 Sekunden scharf stellt. Dies trifft auch auf Griss‘ Neujahrsansprache zu, wobei das Bild hier bereits schon nach 5 Sekunden scharf stellt. Bei Minute 2:25 fallen mir die etwas unruhige Kameraführung auf. Die Kamera pendelt sich zuerst in der Horizontale dann in der Vertikale ein. Dies fällt auf, weil beim Close-Up im Hintergrund ein Bilderrahmen erscheint, an dessen Rahmen man die Bewegungen der Kamera unschwer erkennen kann.

Ab 3:30 wird Griss richtig gut und authentisch. Sie spricht über ihre Chancen, warum sie antritt, was sie von den anderen Kandidaten unterscheidet und letztlich darüber, was sie anstrebt und will. Das ganze gipfelt im Satz „ich will eine unabhängige Kandidatin aller sein, die eine neue Politik wollen“ Hier kommt Griss für mich wirklich gut rüber, allerdings sind hier bereits die letzten Sekunden des Videos angebrochen.

Das ist einerseits gut, andererseits schlecht. Gut, weil die Kandidatin gegen Ende noch einmal emotionalisiert, den Seher abholt und ihm direkt mitteilt, wofür sie steht. Weniger gut ist dies deshalb, weil diese Charme- und Authentizitäts-Offensive relativ spät kommt. Möglicherweise hätte man diesen Part schon früher im Video bringen und dann darauf aufbauen können.

Narrative Elemente

Der Einsatz von Storytelling, Micro-Stories oder Bildern wäre mir bei Griess‘ Videobotschaft nicht aufgefallen. Soll jetzt keine Kritik sein, führe ich jedoch an, weil ich mir die Videos aller derzeitiger Kandidaten (Stand: 11.1.2016) vor allem auch auf diesen Aspekt hin angesehen habe.

Fazit

Griss präsentiert sich in ihrem Antrittsvideo professionell und vermittelt einen guten Eindruck davon, was man sich von ihr als Bundespräsidentin erwarten könne. Vom Schärfe-Thema abgesehen, ist das Video sehr solide gemacht, wobei das Licht und auch die gute Tiefenschärfe zu nennen sind.

Weitere Informationen zur Kandidatin:
Die Seite von Irmgard Griess auf auf Facebook
Der Kanal von Irmgard Griss auf Youtube

 

Hier weitere Postings zu dieser Blog-Serie:
Andreas Khol’s Antrittsvideo unter der Lupe
Alexander Van der Bellen’s Antrittsvideo unter der Lupe

Bundespräsidenten-Wahl 2016: Die Antritts-Videos unter der Lupe

11. Januar 2016Warum beschäftige ich mich mit den Video-Botschaften der Kandidaten zur Österreichischen Bundespräsidentschaftswahl?

PR braucht Video. Wie lange hören wir das bereits? Fünf Jahre oder doch schon länger? Nun ja, ich würde meinen, es kommt darauf an, welche Blogs man liest. US-Amerikanische, britische oder eben halt solche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ach so, Blogs sind ja immer noch out? Sind sie nicht aber egal, zurück zum Thema.

Warum also schaue ich mir die Kandidatenvideos an und gebe meinen Senf dazu?

Na um den Blick zu schärfen und zu lernen. So einfach ist das. Und wenn man genau hinschaut und hört, dann fallen einem zwangsläufig Dinge auf, liest man nach und lernt.

Lernen ist für mich derzeit gerade auch ein riesiges Thema. Ich habe meine Video-Ausrüstung jüngst um eine Panasonic Lumix GH4R erweitert. Der freundliche Büronachbar meinte dazu lapidar: „Na jetzt brauchst du mit dem Porsche ja nur noch fahren zu lernen“.

Wie recht er hat! Aber das tue ich unter anderem damit, dass ich den Machern der Videos von Alexander Van der Bellen, Andreas Khol und Irmgard Griss genau bei der Arbeit zusehe. Und wenn ich das schon mache, dann kann ich bloggen auch gleich drüber. Es könnte schließlich der Fall eintreten, dass jemand etwas dazu sagen, etwas beitragen will.

Hier alle bisherigen Postings zu dieser Blog-Serie:
Andreas Khol’s Antrittsvideo unter der Lupe
Irmgard Griss‘ Antrittsvideo unter der Lupe
Alexander Van der Bellen’s Antrittsvideo unter der Lupe

Content Marketing: Warum die Brechstange nicht lohnt

15. Juni 2015Lügen haben kurze Beine. Content Marketing mit der Brechstange ebenfalls. Fallen Ihre Inhalte auf Webseite und in sozialen Medien zu marktschreierisch aus, so fallen sie durch.

Da hat man keine Kosten und Mühen gescheut, richtig guten Inhalt produziert und nun das. Die Absprung-Rate ist immer noch hoch, die Verweildauer pendelt sich auf niedrigem Niveau ein und im Webshop herrscht Flaute.

Was tun wenn Ihr Content nicht funktioniert

Auch in sozialen Medien will Ihren „guten“ Inhalt niemand weitertragen, liken oder kommentieren. Es nun mir der Brechstange zu versuchen lohnt definitiv nicht!

Warum funktioniert der Content nicht?!

Ist Ihr Content zu selbstbezogen, zu marketing-getrieben und werblich, dann fällt er bei Ihrer Zielgruppe durch. Woran kann das liegen?

  • Wir müssen mit unseren Content verkaufen.
  • Unser Content Marketing ist Werbung.
  • Wir dürfen nicht so wie wir wollen.
  • Wir haben keine Idee wie nützlicher Inhalt aussieht.

In allen vier Punkte lohnt es sich, zurück an den Start zu gehen, ein weiteres Mal darüber nachzudenken, für wen unserer Content gedacht ist, was Ihr Unternehmen damit erreichen will, wie idealtypische Inhalte aussehen könnten, um für die Zielgruppe relevant zu sein, etc. Ohne diesen Schritt zurück wird es nicht gehen bzw. werden Ihre Online Inhalte beim Publikum weiterhin durchfallen.

Content Marketing?  Klar haben wir das versucht aber es führt nicht zum gewünschten Ergebnis.

Ein Beispiel: Neulich kommt mir Blog von Hootsuite. Die Titelzeile klingt verheißungsvoll „4 Things to Do on Social Media While Your Event is Happening„. Da hat sich offenbar wirklich jemand Gedanken gemacht, mich thematisch abzuholen. Der Titel scheint also wie für mich geschaffen – klick!

Die Pleite folgt am stehenden Fuß: Von den vier angekündigten Dingen, die thematisch so gut gepasst hätten, lösen sich drei in Luft auf. Drei von vier Tipps beziehen sich einzig und alleine auf Produkte des Unternehmens, laden mich ein zu kaufen oder zumindest zu testen. Das war definitiv nicht der Grund, warum ich geklickt habe.

Zu werbliche Inhalte enttäuschen Kunden

Die Verpackung (Überschrift) stimmt mit dem Inhalt nicht überein. Der User springt nicht nur ab, er ist enttäuscht. Content Marketing will genau das Gegenteil davon!

Eine Vorgangsweise, wie sie mir vor allem bei Anbietern von Social Media Software zuletzt immer wieder unterkommt. Es geht um den schnellen Klick, ausgelöst durch eine verheißungsvolle Überschrift. Von dieser aber bleibt bei näherer Betrachtung kaum etwas übrig. Gutes Content Marketing funktioniert genau anders rum!

Inhalt hält was Verpackung verspricht
Auch wenn es trivial klingt. Die Super-Überschrift muss mit dem Inhalt in Einklang stehen. „Ja klar“, höre ich viele sagen. Aber wenn man genau hinsieht, ist vielfach das Gegenteil der Fall.

Content Marketer tragen mit der Überschrift meist ziemlich dick auf. So dick, dass es schwierig wird, die damit erzeugte Aufmerksamkeit auch wirklich zu halten.

Erwartungen erfüllen ist zu wenig

Wenn ich mit dem Unternehmen auf Tuchfühlung gehen soll, wenn ich den Newsletter abonnieren oder mich anderweitig binden soll, dann reicht die flotte Überschrift nicht aus. Auch nicht, dass meine Erwartungen einfach nur erfüllt werden.

Inhalt muss bestehende Erwartungen übererfüllen. Nur wenn er dazu in der Lage ist, würde ich von gelungenem Content Marketing sprechen.

Der Kunde im Fokus
Der Kunde und sein Thema oder seine Fragestellung stehen im Mittelpunkt. Nicht das Produkt. Die Lebenswelt und die Themen, die beim Kunden gerade eine Rolle spielen (könnten) werden abgehandelt und im optimalen Fall ein Stück weit gelöst.

Plumpe Werbung hat mit Content Marketing meiner Meinung nach nichts gemeinsam. Dennoch können es viele Marketer nicht lassen, von ihren Produkten in jedem zweiten Satz als den tollsten der Welt zu sprechen. Das können sie natürlich gerne tun, ihr Content jedoch fällt durch.

In Zukunft haben jene Unternehmen die Nase vorn, die online nützlichere Inhalte abliefern in der Lage sind, als ihre Konkurrenz. Nur wer dies laufend unter Beweis stellt, wird für potentielle aber auch bestehende Kunden in Zukunft noch relevant sein.

 

Weiterführende Artikel zum Thema:
Content Marketing – Mit kleinem Ego zu besseren Inhalten
Fünf Wege aus der Facebook-Sackgasse
Periscope für Unternehmen: Entdecke die Möglichkeiten!

Facebook: Zurück in die Reichweite

12. Juni 2015Viele Unternehmen merken, dass ihre natürliche Reichweite auf Facebook nicht mehr die ist, wie noch vor ein oder zwei Jahren. Hier ein paar praktische Vorschläge, wie Sie sich ein Stück dieser Reichweite einfach wieder zurückholen.

Facebook schraubt laufend an seinem Produkt. Dieses ist dann gut, wenn es für die Nutzer Relevanz besitzt. Bedeutet, dass sich Facebook sehr genau anschaut, mit welchen Inhalten seine Nutzer interagieren und welche bei ihnen durchfallen.

Da Facebook für viele Nutzer zuletzt immer werblicher wurde, also Inhalte von Unternehmen und Marken immer stärker zugenommen haben, steuert das größte soziale Netzwerk seit geraumer Zeit gegen.

Reichweite nur gegen Bares?
Bedeutet, dass Unternehmen mit ihren Inhalten auf natürliche, sprich nicht beworbene Art und Weise einen immer geringer werdenden Teil ihrer eigenen (!) Fanbasis erreichen. Ärgerlich zwar, schließlich hat die Schaffung dieser Fanbasis ja Geld gekostet, aber Fakt.

Einfach weiterzumachen auf Facebook wie bisher, das ist vielleicht nicht die klügste Variante.

Es geht auch anders
Was also dagegen tun? Wie darauf reagieren, dass Unternehmen auf Facebook trotz vieler Anstrengungen nur noch wenige wirklich erreichen? Hier ein paar Möglichkeiten, wie Sie sich ein Stück der verloren gegangenen Reichweite zurückholen können.

Facebook-Seiten mit um die 50.000 Fans erreichen gerade mal 10% ihrer Fans. Das muss nicht sein!

Facebook-Seiten mit um die 50.000 Fans erreichen gerade mal 10% ihrer Fans. Das muss nicht sein!

a) Die Kreditkarte stecken lassen
Mir ist klar, dass dieser Punkt noch keine Reichweite schafft. Doch scheint es bei einigen Unternehmen mittlerweile so zu sein, dass Facebook-Werbung ganz normal ist, sprich automatisch bzw. unhinterfragt geschalten wird. Doch halt. Der schnelle Klick auf „Beitrag bewerben“ ist sicher nicht erste Wahl!

Zum "Boost Post" mal öfter nein zu sagen ist nicht die schlechteste Wahl!

Zum „Boost Post“ mal öfter nein zu sagen und „natürliche“ Reichweite über andere Wege zu versuchen, ist nicht die schlechteste Wahl!

Hier wird ohne exzellentes Know-how schnell eine Menge Geld verbrannt. Also der Versuchung öfters mal widerstehen! Hier meine fünf Vorschläge zu einer besseren natürlichen Reichweite auf Facebook:

b) Nicht an den Peaks posten
Facebook zeigt Ihnen in den Statistiken, wann die meisten Ihrer Fans online sind. Es ist Common Sense, dass genau zu diesen Zeitpunkten gepostet werden soll. Es gibt aber Leute, die ihre Facebook Postings antizyklisch veröffentlichen und dadurch ihre natürliche Reichweite steigern.

Zu den Peaks zu posten ist eigentlich logisch, oder? Wer mehr natürliche Reichweite anstrebt sollte von diesem Schema mal Abstand nehmen und es zu anderen Zeitpunkten versuchen.

Zu den Peaks zu posten ist eigentlich logisch, oder? Wer mehr natürliche Reichweite anstrebt sollte von diesem Schema mal Abstand nehmen und es zu anderen Zeitpunkten versuchen.

Eigentlich logisch. In unseren Breiten werden wohl viele Facebook-Seiten ähnliche Grafiken  haben. Gegen Abend gehen mehr Leute online.

Bedeutet aber auch, dass es mehr Konkurrenz zwischen den Seiten geben muss. Ein Umsand, der sich wiederum negativ auf die natürliche Reichweite auswirken kann.

c) Trittbrettfahren auf Facebook
Trittbrettfahren auf Facebook bedeutet, dass sich Marken und Unternehmen mit ihren über Facebook transportierten Inhalten an aktuellen Ereignissen anhängen können.

Relevant zu sein ist gut. Um natürliche Reichweite zu erzielen gilt es, zum richtigen Zeitpunkt relevant zu sein!

Wenn das auf kurzweilige Art geschieht, lässt die natürliche Reichweite nicht lange auf sich warten. Ein wunderbares Beispiel ist der Süßwarenhersteller Oreo, der während eines Stromausfalls beim Finale der Superbowl 2013 folgendes Bild postete.

Relevanz zum Richtigen Zeitpunkt bringt natürliche Reichweite auf Facebook

Relevanz zum Richtigen Zeitpunkt bringt natürliche Reichweite auf Facebook

d) Bilder: Bloß nicht zu sparsam!
Wem es auf Facebook um Relevanz und damit Reichweite geht, der sollte keinesfalls den Fehler machen, bei den Bildern zu sparen.

Viele Seitenmanager geben sich mit einem Bild pro Post zufrieden. Es kann aber gerne auch mehr sein! Facebook ist ein visuelles Medium. Da kann es zu viele Bilder gar nicht geben!

e) Video-Content schaffen!
Dass Facebook seit geraumer Zeit viele Videos in unseren Newsfeeds anzeigt, weiß jeder. Für Unternehmen heißt das aber nicht, dass das fade Video vom Firmenjubiläum von vor drei Jahren geteilt werden sollte.

Um mit Bewegtbild auf Facebook erfolgreich zu sein, braucht es Videos einer völlig neuen Qualität. Worauf zu achten ist und was gute Videos auf Facebook ausmachen, darüber hat Thomas Hutter jüngst einen sehr guten Blogpost geschrieben. Fakt ist: Mit Videos, die halt auch auf Facebook gestellt werden, gewinnt man heute keinen Blumenstrauß mehr. Gute Facebook-Videos werden bzw. müssen genau für diesen Zweck produziert sein!

So, das waren sie also, meine fünf Vorschläge, wie Sie dem schleichenden Reichweitenverlust auf Facebook begegnen können. Lassen Sie mich gerne wissen, welche Erfahrungen Sie gemacht haben, welcher dieser fünf Punkte bei Ihnen funktioniert und welcher nicht.

Weiterführende Artikel:
Fünf Wege aus der Facebook-Sackgasse
Praxistip: Storytelling auf Facebook

Österreichs Top Unternehmen im Social Web

12. August 2010  Worum geht es hier? Um die Performanz der fünfzig umsatzstärksten (bereinigten) Unternehmen Österreichs im Web 2.0. Um diese qualitativ zu erheben – genau darin lag die Zielsetzung des Unterfangens …

Österreich Web 2.0 

Worum geht es hier? Um die Performanz der fünfzig umsatzstärksten (bereinigten) Unternehmen Österreichs im Web 2.0. Um diese qualitativ zu erheben – genau darin lag die Zielsetzung des Unterfangens – haben uns folgende Kanäle angesehen:

a) Twitter
b) Flickr
c) YouTube
d)Facebook
e) Corporate Blog

und diese auf folgende Parameter hin abgeklopft. Die wiederum über Unterkategorien mit erreichbaren Punkten versehen wurden

a) Kategorie „Relevanz des Contents“ (Video/Bilder/Posts)
b) Kategorie „Qualität der Kommentare“
c) Kategorie „Technische Funktionalität“
d) Kategorie „Reaktionszeit bei konkreten Fragestellungen

Die Zielsetzung lag darin, die umsatzstärksten österreichischen Unternehmen und ihr Engagement im Social Web aus einem qualitativen Blickwinkel zu betrachten. Um dabei möglichst zeitnahe zu sein wurde im Zeitraum März bis April 2010 erhoben. Die Daten der umsatzstärksten Österreichischen Unternehmen stammen übrigens aus der Zeitschrift Trend. Der Grund dafür, die Social Media Aktivitäten Österreichischer Unternehmen auf ihre Qualität hin zu untersuchen, lag wiederum in einer anderen Erhebung, durchgeführt von der Agentur Meta Communication (der ich für die Übermittlung der quantitativen Daten hier noch einmal danken möchte). 

Über diese Erhebung und ihre Ergebnisse habe ich mir hier am Ed Wohlfahrt Blog ein paar Gedanken gemacht. Meine Kritik lag damals darin, dass man – wie es in der Meta Communication Erhebung gemacht wurde – keine sauberen Ergebnisse bekommt, wenn man Fans, Seitenaufrufe und Follower einfach addiert. Weiters wären über diese rein quantitative Schiene natürlich keine qualitativen Aussagen möglich. Logisch! Schade, weil ich denke und nach wie vor davon ausgehe, dass man die Qualität von Social Media und den Output, den Unternehmen in ihrer Online Kommunikation daraus zielen können nur schwer quantitativ messen kann. Durch die im Zuge der Erhebung geführten Gespräche mit Kommunikationsverantwortlichen quer durch die heimische Wirtschaft, sehe ich mich in dieser Haltung bestätigt. Social Media muss gemessen werden, ja, selbstverständlich. Doch eben nicht rein qualitativ sondern auch qualitativ. Schema "F", d.h. allgemein gültige Parameter wird es dafür kaum geben können. Aber bevor ich hier zu weit abschweife, hier das Gesamtranking. Wir haben dafür die Punkte der betreffenden Unternehmen, die es in den einzelnen Kanälen a – f erhalten hat einfach addiert. Hier also ist das Ranking der umsatzstärksten Österreichischen Unternehmen im Social Web:

Rang Unternehmen Blog FB Twitter Flickr YouTube Gesamt
1 Red Bull 17 17 17 0 18 69
2 Austrian Airlines AG (AUA) 7 23 18 6 12 66
3 voestalpine 12 9 15 16 8 60
4 Wienerberger 15 5 7 10 5 42
4 Wien Energie 16 11 9 0 6 42
5 Swarovski 0 18 19 0 0 37
6 mobilkom austria 11 6 10 0 9 36
7 Spar 0 13 18 0 0 31
8 Telekom Austria 0 12 2 4 11 29
9 Österr. ElektrizitätswirtschaftsAG (Verbund-Konzern) 0 10 0 9 0 19
10 Casinos Austria 0 14 2 2 0 18
11 Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation 0 3 0 0 10 13
11 Lenzing 8 5 0 0 0 13
11 Zumtobel 0 7 0 0 6 13
12 OMV 0 8 3 0 0 11
13 Magna 0 5 5 0 0 10
13 Österr. Post 6 4 0 0 0 10
13 bauMax 10 0 0 0 0 10
14 Blum 0 3 0 0 6 9
15 Strabag 0 0 6 0 0 6
15 Egger Holzwerkstoffe 0 6 0 0 0 6
16 Alpla – Werke Alwin Lehner 0 5 0 0 0 5
17 Österr. Bundesbahnen(ÖBB) 0 0 0 0 4 4
17 Münze Österreich 0 4 0 0 0 4
17 Tiwag-Tiroler Wasserkraft 0 4 0 0 0 4
18 Alpine Holding 3 0 0 0 0 3
18 LKW Walter Internationale Transportorganisation 0 0 0 0 3 3
19 Andritz 0 0 2 0 0 2
20 Borealis 0 0 0 0 0 0
20 Alu-met 0 0 0 0 0 0
20 Hofer 0 0 0 0 0 0
20 A-TEC Industries 0 0 0 0 0 0
20 Allgemeine Baugesellschaft – A. Porr 0 0 0 0 0 0
20 EconGas 0 0 0 0 0 0
20 EVN 0 0 0 0 0 0
20 Österr. Lotterien 0 0 0 0 0 0
20 RWA Raiffeisen Ware Austria 0 0 0 0 0 0
20 Constantia Packaging 0 0 0 0 0 0
20 XXXLutz 0 0 0 0 0 0
20 Agrana 0 0 0 0 0 0
20 Autobahnen- und Schnellstraßen – FinanzierungsAG (ASFINAG) 0 0 0 0 0 0
20 Mayr-Melnhof Karton 0 0 0 0 0 0
20 VA Intertrading AG (VAIT) 0 0 0 0 0 0
20 RHI 0 0 0 0 0 0
20 Energie AG Oberösterreich 0 0 0 0 0 0
20 Swietelsky 0 0 0 0 0 0
20 Roth 0 0 0 0 0 0
20 Energie Steiermark 0 0 0 0 0 0
20 Raiffeisen Informatik 0 0 0 0 0 0

Hier die Daten (Gesamtranking) zum Download: Download Quality Austria – Gesamt Ranking

Ach ja. Hier sei auch erwähnt, dass die qualitative Herangehensweise andere Unternehmen nach oben gespült hat, als die oben angeführte Meta Communication Studie. Keine Überraschung gab es jedoch ganz oben. Red Bull scheint in Social Media derzeit das Maß aller Dinge zu sein. Egal nämlich ob qualitativ oder quantitativ gemessen wird.

Weiterführende Infos zu Quality Austria, der ersten qualitativen Erhebung der heimischen Social Media Landschaft gibt es hier:

Quality Austria (1): Die 50 umsatzstärksten Unternehmen Österreichs und ihr Engagement in Social Media
Quality Austria (2): Zur Vorgangsweise
Quality Austria (3): Ranking Corporate Blogs
Quality Austria (4): Stilblüten einer qualitativen Social Media Befragung
Quality Austria (5): Österreichs umsatzstärkste Unternehmen auf Flickr


Ergänzung: 

Ich habe gerade erfahren, dass die hier vorliegende Ausarbeitung zu subjektiv, ihre Aussagekraft zu gering ist. Das sagt zumindest die Austria Presse Agentur. Das Wirtschaftsblatt hab ebenfalls abgewunken, warum auch immer. Das ist schade. Ist die ganze Studie, ist die ganze Zeit die hierfür investiert wurde also für den Müll? Ich glaube nicht. 

Ich denke, dass die hier vorliegenden Ergebnisse einen Beitrag zum besseren Verständnis der Bewertung von Social Media in Österreich leisten können und werden. Sie werden Unternehmen dabei helfen, die Sicht einerseits auf ihre Kommunikationskanäle im Social Web zu schärfen. Andererseits aber auch andere auf den Plan rufen, sich mit Beispielen aus dem Österreichischen Social Media Universum von qualitativer Seite her zu beschäftigen. Ist dies erreicht, so war die Ausarbeitung ein voller Erfolg, egal ob sie groß in der Zeitung steht (was ich mir natürlich insgeheim erhofft hätte…)

Ach ja: Damit andere die Arbeit fortsetzen können, sind alle Inhalte unter Creative Commons lizenziert und stelle ich alle Rankings, Parameter und Bewertungen frei ins Netz. Sollte jemandem Was abgehen oder sollten sich weiter Fragen ergeben, so einfach melden.

Social Media Ranking – Österreichs Top Unternehmen auf Facebook

3. August 2010Fakten, Fakten, Fakten. Hier also gleich vorweg das Ranking der bereinigten umsatzstärksten Österreichischen Unternehmen auf Facebook. Im Anschluss gehe ich dann auf die gewählten Paramter der Erhebung ein. Platz 1 …

Facebook

Fakten, Fakten, Fakten. Hier also gleich vorweg das Ranking der bereinigten umsatzstärksten Österreichischen Unternehmen auf Facebook. Im Anschluss gehe ich dann auf die gewählten Paramter der Erhebung ein.

Platz 1 Austrian Airlines 23 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 2 Swarovski 18 Punkte  ==> zur FB Seite

Platz 3 Red Bull 17 ==> zur FB Seite

Platz 4 Casinos Austria 14 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 5 Spar 13 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 6 Telekom Austria 12 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 7 Wien Energie 11 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 8 Verbund 10 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 9 Voestalpine 9 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 10 OMV 8 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 11 Zumtobel 7 Punkte ==> zur FB Gruppe

Platz 12 Egger Holzwerkstoffe 6 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 12 Mobilkom Austria 6 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 13 Magna 5 Punkte ==> zur FB Gruppe

Platz 13 Wienerberger 5 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 13 Alpla 5 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 13 Lenzing AG 5 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 14 Österreichische Post 4 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 14 Münze Österreich 4 Punkte ==> zur FB Gruppe

Platz 14 Tiwag 4 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 15 Salzburg AG 3 Punkte ==> zur FB Gruppe

Platz 15 Blum 3 Punkte ==> zur FB Seite

Was haben wir uns angesehen, wie die einzelnen Facebook Fanpages und Facebook Gruppen bewertet? 

a) Die Relevanz der Posts des Unternehmens
Hier haben wir uns unter anderem folgende Fragen gestellt: wird die Möglichkeit geboten das Unternehmen über Facebook näher kennen zu lernen? Sind Posts so verfasst, dass sie Diskussion / Feedback fördern, beispielsweise durch Fragen, etc.? Wird auf andere Informationen zu einem bestimmten Thema hingewiesen (oder gehts dem Unternehmen rein um Verlautbarung seiner eigenen "Ergüsse")? Streben die einzelnen Posts Interaktion mit den Nutzern an oder läuft die Kommunikation "one way"?

b) Qualität der Kommentare
Hier haben wir uns unter anderem angesehen, wie stark sich die Kommentare inhaltlich auf die Posts des Unternehmens beziehen, wie stark sie sich aufeinander beziehen, ob über die Kommentarfunktion Dialoge geführt werden
 und ob sich die Unternehmen in diesen Dialog mit einbringen.

c) Technische Funktionalität des Facebook Kanals
Hier wurde gefragt, ob ein persönliches Profil, eine Gruppe oder eine Fanseite eingesetzt wird, ob Fans ( Freunde / Mitglieder Beiträge, Fotos,Videos oder Links posten dürfen, ob zusätzliche Reiter / Felder zusätzliche Infos bieten und darüber hinaus Punkte vergeben wenn technische Funktionalitäten gravierende vom Normalzustand (also der Standardkonfiguration) abweichen.

d) Reaktionszeit bei konkreten Fragestellungen
Auch hier wieder waren wir voll fies, haben gefragt und dann geschaut, wie lange Unternehmen benötigen, um uns eine Antwort zu liefern. Pro verstrichenen zwei Stunden wurde von den hier zu vergebenden fünf Punkten einer weniger.

Fakt ist, dass die top platzierten Unternehmen wie AUA, Swarovski und Red Bull Facebook bereits massiv in ihren Kommunikationsmix integriert haben. Auf diesen Kanälen tut sich nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ eine ganze Menge. Dies wiederum setzt neben der konkreten Zielsetzung (welche Informationen möchte ich mit meinen Fans / Followern auf Facebook teilen, etc.) auch einen Workflow voraus. Die Kontinuität, mit der die top Unternehmen hier zu Werke gehen, lässt darauf schließen, dass es fixe Verantwortlichkeiten gibt und Menschen, die den Job mit entsprechender Professionalität und Know-how machen. Nur am Rande sei erwähnt, dass dass in den Facebook Gruppen der Unternehmen Blum und Münze Österreich die Anfrage meines damaligen Trainees am 2. Juni 2010 die letzte Aktivität war.

Die Daten zur Erhebung gibt es hier zum Download: Download Social Media Erhebung Facebook

Weiterführende Infos zur Erhebung gibt es hier:

Quality Austria (1): Die 50 umsatzstärksten Unternehmen Österreichs und ihr Engagement in Social Media
Quality Austria (2): Zur Vorgangsweise
Quality Austria (3): Ranking Corporate Blogs
Quality Austria (4): Stilblüten einer qualitativen Social Media Befragung
Quality Austria (5): Österreichs umsatzstärkste Unternehmen auf Flickr

Quality Austria (6): Österreichs umsatzstärkste Unternehmen auf YouTube

18. Mai 2010Die Veröffentlichung der Österreichischen Blog Charts hat die Besucherzahlen meines Blogs in für mich lichte Höhen gehievt. Danke an alle, die sich unsere Erhebung angeschaut haben. Jetzt geht es mit …

Die Veröffentlichung der Österreichischen Blog Charts hat die Besucherzahlen meines Blogs in für mich lichte Höhen gehievt. Danke an alle, die sich unsere Erhebung angeschaut haben. Jetzt geht es mit YouTube weiter. Eigentlich geplant gewesen wäre Flickr, aber hier gab es jüngst Feedback, das zur Erweiterung unserer Parameter geführt hat. Danke dafür an Mr. Digirati, Georg Holzer! Wir arbeiten es jetzt ein und ziehen statt dessen YouTube vor. Ich möchte hier nochmal darauf hinweisen, dass wir hier von den bereinigten 50 umsatzstärksten Unternehmen sprechen. Weitere Infos, diese Bereinigung betreffend sind im Post "Quality Austria (2): Zur Vorgangsweise" zusammengefasst. 

Wenn man sich den YouTube Kanal eines Unternehmens ansieht, kann man vortrefflich darüber streiten, was wichtig ist und was weniger. Für die qualitative Erhebung der Social Media Aktivitäten der 50 umsatzstärksten Unternehmen Österreichs auf YouTube haben wir uns versucht in die Rolle des prospektiven Kunden oder generellen Interessenten zu begeben. 

Um die Qualität der dargestellten (oder eben nicht dargestellten) Videos im interessierenden Messzeitraum (März bis April 2010) zu erheben, haben wir uns weiters angesehen, wie nützlich Titel und Beschriftung des Videos für uns sind und wie viele Abonnenten und Freunde (wir haben hier die Summe genommen) der betreffende Kanal aufweist. Darüber hinaus gingen wir mit den Unternehmen auf Tuchfühlung und stellten Fragen, die sich konkret auf den Inhalt der am Kanal stehenden Videos bezogen. Wir stellten keine Wischi-Waschi Fragen, sondern versuchten dabei ganz konkret zu sein, also Fragen zu stellen (keine Anmerkungen zu machen), die eigentlich eine Antwort bedingten. Wobei es uns hier einerseits um die Qualität bzw. Nützlichkeit der Antworten andererseits auch um die Qualität der restlichen Kommentare und den dadurch möglicherweise ausgelösten Reaktionen des Unternehmens ging. 

Was die technische Funktionalität der betreffenden YouTube Kanäle anlangt, interessierte uns, ob es die Unternehmen erlauben, ihre Videos auf externen Seiten einzubetten und ob Kommentare und ob Bewertungen der Videos zugelassen werden. Last but not least war auch die Reaktionszeit auf die von uns gestellten Fragen ein Kriterium. Wir gingen so vor, dass wir von den fünf möglichen Punkten (für eine sehr rasche Antwort) für alle zwei Stunden, in denen das Unternehmen schwieg einen Punkt abzogen. Gemein eigentlich. Andererseits: Wenn sich Unternehmen in die Welt sozialer Medien vorwagen, dann sollten sie hierbei auch gewisse Standards einhalten. Schließlich kommuniziert man mit "Fans" und "Freunden" auf Augenhöhe.

Von den fünfzig bereinigten Unternehmen verfügen 12 über eine Präsenz auf YouTube. Sieben davon haben im untersuchten Zeitraum (März bis April 2010) neue Videos hochgeladen. Und so sieht unser Qualitätsranking der 50 umsatzstärksten Österreichischen Unternehmen auf YouTube aus:

#1 Red Bull (18 Punkte)==> zum YouTube Kanal


Red_Bull
 

#2 Austrian Airlines (12 Punkte) ==> zum YouTube Kanal


Austrian_Airlines
 

#3 Telekom Austria (11 Punkte) ==> zum YouTube Kanal


Telekom_Austria
 

#4 Salzburg AG (10 Punkte) ==> zum YouTube Kanal


Salzburg_AG
 

#5 Mobilkom Austria (9 Punkte) ==> zum YouTube Kanal


Mobilkom Austria original Logo
 

#6 voestalpine AG (8 Punkte) ==> zum YouTube Kanal


Voestalpine_Logo
 

#7 Wien Energie (6 Punkte) ==> zum YouTube Kanal


Wien_Energie
 

#7 Zumtobel Lighting (6 Punkte) ==> zum YouTube Kanal


Zumtobel
 

#7 Julius Blum GmbH (6 Punkte) ==> zum YouTube Kanal


Blum
 

#8 Wienerberger Official (5 PUnkte) ==> zum YouTube Kanal


Wienerberger_Logo
 

#9 ÖBB (4 Punkte) ==> zum YouTube Kanal


ÖBB
 

#10 LKW Walter-Group (3 Punkte) ==> zum YouTube Kanal

LKW_Walter
 

Die Österreichischen Bundesbahnen setzen zumindest bei YouTube nicht auf Dialog. So war es zum Zeitpunkt unserer Messung nicht möglich, die am ÖBB Kanal geposteten Videos zu kommentieren. Dass drei Unternehmen ex eaquo auf Platz sechs liegen hat damit zu tun, dass sie allesamt keine Videos, auf ihrem Kanal jedoch die gleichen technischen Settings und annähernd die selbe Zahl an Abonnenten und Freunden aufweisen.


Hier noch die Dateblätter zum Download Ranking YouTube

Weitere Inhalte die sich auf die Quality Austria Erhebung beziehen:

Quality Austria (1): Die 50 umsatzstärksten Unternehmen Österreichs und ihr Engagement in Social Media
Quality Austria (2): Zur Vorgangsweise
Quality Austria (3): Ranking Corporate Blogs
Quality Austria (4): Stilblüten einer qualitativen Social Media Befragung
Quality Austria (5): Österreichs umsatzstärkste Unternehmen auf Flickr




  

Insights zum Präsidentschaftswahlkampf 2.0

14. April 2010"Herr Wohlfahrt, ist heuer in der Präsidentschaftswahl das große BlaBla ausgebrochen oder wie schätzen Sie ein, was sich gerade auf Facebook tut?" Danke für diese Frage an die Journalistin die …

"Herr Wohlfahrt, ist heuer in der Präsidentschaftswahl das große BlaBla ausgebrochen oder wie schätzen Sie ein, was sich gerade auf Facebook tut?" Danke für diese Frage an die Journalistin die ich meine! Aber jetzt mal von vorne! Gestern durfte ich der Austria Presse Agentur (APA) ein Interview geben. Es ging um meine Einschätzung, was die Social Media Angebote der drei Präsidentschaftskandidaten angeht. Hier der Artikel aus dem STANDARD

Bild 1

Ich würde jetzt lügen, hätte ich darauf gleich eine Antwort gewusst also hab ich mich mit allen mal auf Facebook angefreundet. Mit Heinz Fischer, mit Barbara Rosenkranz und Rudolf Gehring. Mein grundsätzlicher Befund zu den Online und Social Media Auftritten, ist positiv. Meiner Meinung nach macht es Heinz Fischer mit Abstand am besten, was wohl mir der Wahl seiner Kommunikationsagentur Datenwerk zu haben dürfte Eine wirklich kreative Idee, die man zwar schon kennt, auf die man sich aber immer wieder mal gerne einlässt, ist "Fischer Yourself", sprich das Verunstalten des eigenen Bildes. Auf der Facebook Fanpage des amtierenden Bundespräsidenten kann man eine kleine Anwendung starten, sein Bild hochladen und es dann mit präsidialer Brille, präsidialen Augenbrauen usw. versehen, teilen, etc. 

Was mir an der Kampagne von Heinz Fischer gut gefällt, ist ihr von außen leicht erkennbare rote Faden. Hier hat sich zweifellos jemand hingesetzt und konzipiert, eine Social Media Strategie ausgearbeitet und sauber umgesetzt. Mich interessiert natürlich, ob die Kommunikationsanstrengungen der Kampagne nach geschlagener Wahl weitergehen werden oder nicht. Ich bin hier mal gespannt. Sieht man sich die Social Web Aktivitäten von Barbara Rosenkranz und Rudolf Gehring an, fehlt dieser rote Faden komplett und bleibt ein ganzheitliches Herangehen an die Materie Social Media aus. Am deutlichsten zeigt sich das auf Twitter wo Rosenkranz gerade mal fünf stramme Follower, Gehring sogar nur einen einzigen vorweisen kann. Klar kann man jetzt über den Sinn und Zweck von Twitter für die beiden sprechen. Wenn ich mich jedoch zu offiziellen Accounts entschließe, so solle ich auch dazu in der Lage sein sie entsprechend zu handeln, was hier unterbleibt. Anders ist hier wiederum der Amtsinhaber. Es gibt einen Twitter-Account namens "beifi", der offenbar von jemanden aus der Entourage des Präsidenten gemacht wird. Zusätzlich gibt es auf einer der beiden präsidialen Homepages einen Twitterlink, der einfach nur auf den Hashtag #heifi2010 zeigt. Eine Kleinigkeit zwar, aber eine Kleinigkeit mit Charme, die imho zeigt, dass es der Kampagne nicht nur um Frontalkommunikation sondern unter anderem auch um die Abbildung der Gespräche anderer geht. Die gleichermaßen leidige wie zentrale Frage "Ja aber was ist, wenn andere den #Tag verwenden und uns etwas Böses auf die Homepage schreiben…?" wurde hier offenbar einer positiven Antwort zugeführt. 

Ich möchte hier zu meinem allgemeinen Befund noch ein wenig tiefer gehen. Ich habe seit einigen Monaten die Möglichkeit, das Social Media Monitoring Tool Radian6 zu benutzen. Danke dafür nach Esslingen zur Firma Mindlab Solutions GmbH namentlich an Heinz D. Schultz! Ich habe mir heute früh also das Analysetool geschnappt und drauflos analysiert. Herausgekommen sind ein paar interessante Grafiken, die auf das vorher Gesagte perfekt passen. So habe ich mir die Anzahl der Blogposts des letzten Monats angesehen, die einen der drei Präsidentschaftskandidaten zum Inhalt haben.

Total Comment Count Radian6

Heinz Fischer kann hier mehr als 50 Prozent aller Nennungen in Kommentaren auf sich verbuchen. Quantitativ ebenfalls nicht schlecht schneidet Barbara Rosenkranz ab, die mit 673 Nennungen – wohlgemerkt im Zeitraum der vergangenen 30 Tage auf 37% Gesprächsanteil kommt. Nachdem die FPÖ-Kandidatin ja bekanntlich extrem polarisiert, dürften nicht 100% ihrer Nennungen positiv ausgefallen sein…

Total Posts Radian6

Auch in dieser Grafik zeigt sich sehr schön, dass Heinz Fischer Social Media technisch auf einer anderen Ebene spielt. Er führt sowohl auf Ebene der Blogs, als auch im Bereich der Microblogs (Twitter) sowie auf Facebook. Ebenfalls nicht uninteressant ist ein Blick auf die wichtigsten über das Thema Österreichischer Präsidentschaftswahlkampf berichtenden Blogs bzw. auf die dahinter stehenden Sprecher.

Influencer Radian6
 

Ein Traum, wenn man mit einem Blick weiß, wer hier spricht und möglicherweise sogar Hinweise auf andere benutzte Kanäle des betreffenden Sprechers erhält. 

Social Profile Radian6
 

Hier geht's dann sehr rasch ans Eingemachte, um die Kommunikation. Darum, die vorhandene Social Media Strategie auf die gewonnenen Erkenntnisse hin anzupassen und Kontakt auf Augenhöhe aufzunehmen. Hands on!