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Next Internet: Warum wir omline am Radar haben sollten

14. Januar 2016Viele die Rede ist derzeit vom einer neuen, bewussteren Haltung, mit der Nuzter angeblich online gehen. Omline nennt sich das ganze. Was ist damit gemeint und was macht dies Entwicklung für Online Marketer interessant?

Was meint Matthias Horx wenn er von Omline bzw. dem Omline-Trend spricht? Kurz zusammengefasst, eine neue Achtsamkeit, die in einen veränderten Umgang mit dem Internet mündet.

Omline: Neues Bewusstsein der Nutzer

Es geht nicht mehr um online oder offline, sondern darum, wie Menschen online gehen. Horx spricht hier von einer neuen Achtsamkeit. Angelehnt an den Om-Laut, den einige von uns aus dem Yoga-Kurs kennen, wird daraus das Kunstwort „Omline“.

Omline der neue Megatrend?

Laut Zukunftsforscher Horx gehen Nutzer immer bewusster online. Diese Haltung, dieses neue Bewusstsein im Umgang mit dem Internet, nennt er Omline. Angelehnt an dem Om-Laut aus Meditation und Yoga.

Auf welchen Prozentsatz an Onlinern diese spezielle Form der achtsamen Nutzung nun jedoch zutrifft, ist nicht bekannt.

Verändertes Bewusstheit auch auf Anbieter-Seite

Nicht erst seitdem der Begriff „Inbound Marketing“ in unseren Breiten Einzug hält, gehen immer mehr Anbieter von Online-Inhalten dazu über, möglichst nützlich zu sein bzw. die Informationsbedürfnisse ihrer Leser/Kunden ins Zentrum ihres Publizierens zu stellen.

Ich sage nicht, diese Entwicklung wäre neu, doch gibt es derzeit vermehrt Stimmen, die von Marken und Anbietern eine neue Nützlichkeit einfordern.

Ob nun als Antwort auf den von Horx beschriebenen Omline-Trend, sei dahingestellt. Vielleicht gibt es auch einfach nur immer mehr Anbieter von Inhalten und damit verfügbaren Content, sodass sich nur noch jene durchsetzen, die über besonders nützliche Inhalte verfügen?

Eine neue Ökonomie der Nützlichkeit als Resultat der von Georg Franck ins Treffen geführten Ökonomie der Aufmerksamkeit vielleicht?

Respekt! Neue Kundensicht im Online-Marketing

Neulich habe ich auf Lead Digital einen Gastbeitrag von Meike Leopold gelesen. Sie schreibt über guten Content bzw. darüber, dass die Produktion desselben auch etwas wert sei. In den Kommentaren finde ich dann folgenden Satz. Ich greife ihn hier heraus, weil ich ihn für zentral halte:

Denn es ist die Basis für alle Kanäle, wenn ein geiler Text die Leser mit reißt. Und es ist dem Leser Respekt erweisen.

Er stammt aus der Feder von Richard Sirch, dem Geschäftsführer von Tastenfeuer. Schon interessant was er da schreibt.

Hier gehts um nicht mehr oder weniger als dem Nutzer Respekt zu werweisen oder, um das Wort noch einmal zu strapazieren, ihm respektvoll zu begegnen. Inhaltlich, spricht textlich wohlgemerkt! So lese ich Richard hier einfach mal.

neues Bewusstsein der Online Erfahrung

Die Erstellung von Online Inhalten hat viel mit Respekt zu tun. Wer seine Leser mit ihren Bedürfnissen, ja auch Nöten abholen will, schafft Vertrauen und Relevanz.

 

Respektvoller Umgang mit dem Leser

Dies führt unweiterlich zur Frage, was denn das Gegenteil wäre bzw. wie sich Online Inhalte anfühlten, die es an diesem Respekt vermissen lassen? Nun, hierzu fällt mir gleich eine ganze Menge ein

Online Inhalte, die es an Respekt vermissen lassen

  • Inhalte, die einzig das Ziel verfolgen, dass sich damit jemand „warmschreibt“ bevor er dann, möglichst weit unten, mehr oder weniger nebenbei, dazu bereit ist, zum Punkt zu kommen.
  • Inhalte, die nicht einlösen, was ihre Verpackung in Form von Headline, Meta-Tags & Co versprochen hat.
  • Inhalte, die primär für Maschinen oder Suchmaschinen geschrieben wurden und die aus diesem Umstand erst gar kein Hehl machen.
  • Inhalte, die uns hinhalten oder sogar arglistig hinters Licht führen, nur damit wir in weiterer Folge gezwungenermaßen klicken, herunterladen oder anderweitig „interagieren“.
  • Inhalte, deren Ziel primär darin besteht, die Lücken zwischen den links, rechts, oben und unten angebrachten Werbeanzeigen von Amazon, Willhaben & Co zu füllen, weil diese Seiten sonst komisch aussehen würden.

Diese Liste ist absolut erweiterbar. Ich denke, dass uns viele dieser Dinge in absehbarer Zeit so alt vorkommen werden, wie vor zehn Jahren die ausgedruckten E-Mails in der Postmappe des Geschäftsführers.

Fazit: Warum Omline, Respekt und Inbound zusammengehören

Omline, Respekt und Inbound-Marketing gehören zusammen oder haben zumindest viel miteinander zu tun.

Wenn ich den Nutzer nicht respektiere, setze ich ihm Inhalte vor, die primär meinen eigenen Interessen dienen, aber nicht den seinen. Er wird entsprechend reagieren.

Inhalte zu erstellen und anzubieten, die die Zeit und die Bedürfnisse unserer Kunden und Dialogpartner im Blick behalten, ist also mehr denn je ein Gebot der Stunde.

Dies auch deshalb, weil man Lesern, die immer genauer hinsehen und die Information immer bewusster nachfragen, aufnehmen oder einfach weglassen, damit jenen Respekt entgegenbringen kann, den sie eigentlich verdienen.

 

Sorry, keine Zeit für deine Story!

13. Januar 2016In der Produktion relevanter Online-Inhalte mühen sich viele ab. Sie schreiben Geschichten, vesuchen zu emotionalisieren und lassen auch sonst nichts unversucht. Was aber, wenn Nutzer für die hochwertigen Früchte dieser Arbeit gar keine Zeit haben?

Mir geister dieser Gedanke schon lange im Kopf herum. Was ist, wenn wir in unseren Texten mit Bildern, Metaphern und Geschichten arbeiten, wir den Leser damit aber gar nicht (mehr) abholen, weil dieser an chronischem Zeitmangel leiden oder zumindest am Plafond seiner Aufnahmefähigkeit steht?

storytelling dortydoing content erstellung

Wir setzen in unseren Texten vielfach auf Narrative, Metaphern oder Microstories. Die Frage steht im Raum, ob die Leser dafür überhaupt genügend Zeit und Lust mitbringen.

Wäre es da nicht klüger, auf Info-Happen und Bullet-Points zu setzen und narrative Ansätze (Stichwort: Storytelling) in unserem Online-Marketing gänzlich über Bord zu werfen? Ich meine, Aufwand ist das ja wirklich genug. Die Frage ist, ob dieser sich lohnt.

Wer stellt sich ähnliche Fragen und wer hat darauf vielleicht sogar schon Antworten?

Ich befinde mich schon länger in dieser „Storytelling-ist-super“-Clique, weiß, dass wir uns seit Jahrtausenden Geschichten erzählen und darauf (angeblich) abfahren.

Ich frage mich, inwieweit die Gleichung „Relevante Geschichte gut erzählt ist gleich Aufmerksamkeit“ noch stimmt bzw. ob sie überhaupt jemals gestimmt hat.

Jetzt gibt es all diese Beispiele von interaktivem Storytelling, also vom Ineinandergreifen hochwertig aufbereiteter multimedialer Inhalte. Die Frage stellt sich aber, wer sich für ein solches Angebot dann wirklich die Zeit nimmt, minuten- oder wohl besser stundelang verweilt und genießt.

Storytelling Storydoing Attention Span

Sinkende Aufmerksamkeitsspannen und gleichzeitig Texte, die aufwändig erzählte Geschichten beinhalten. Geht das zusammen?

Wie sehr muss man sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen, wie viel Zeit mitbringen und wie viel Muse? In einer Zeit, in der die Aufmerksamkeitsspanne immer weiter nach unten rutscht, Kinder flennen und Telefone bimmeln.

Ach ja, mein Computer erinnert mich gerade an den nächsten Termin! Storytelling? Fehlanzeige.

Ich, und ich glaube viele von uns haben die Zeit einfach nicht. Und da stellt sich die eingangs erwähnte Frage noch einmal: Macht es überhaupt noch Sinn, in bzw. mit unseren Texten (Achtung, ich spreche hier nicht von Videos, Grafiken oder Bildern!) den ernsthaften Versuch zu unternehmen, Geschichten zu erhählen.

 

Mehr aus der Rubrik Storytelling hier am Blog

 

Was uns bewegt: Touristisches Storytelling in der Praxis

11. August 2015In touristischem Storytelling versuchen sich derzeit viele. Die Benchmark jedoch kommt aus Südtirol. Ich habe Gabriele Crepaz und Andreas Tschurtschenthaler, die Projektverantwortlichen von "Was uns bewegt", zum Interview gebeten und gefragt, was Geschichten-Marketing im Tourismus bringt und ausmacht.

Im Gespräch mit dem Verantwortlichen geht es darum, was das Südtirol Marketing mit seinem Storytelling erreichen will, welche Rolle Strategie und Messbarkeit spielen, sowie darum, wie sich der Storytelling-Ansatz über Abteilungen hinweg auf die ganze Organisation ausgewirkt hat.

Nachdem im Video wirklich alles gesagt wurde, und ich bin total happy drüber, möchte ich hier nur auf einige, für mich zentrale Aspekte eingehen.

Über Geschichten zu einer besseren Kundenansprache

Zum Projekt Was uns bewegt, führte der Umstand, dass man beim Südtirol Marketing nach neuen Wegen suchte, die Aufmerksamkeit von Menschen zu bekommen bzw. dass man in der Ansprache von Kunden neue Wege gehen wollte.

Dem Projekt liegt also das Bewusstsein zugrunde, sich nicht nur über das Produkt, sondern eben auch über die Kundenansprache vom Mitbewerb abheben zu wollen. Das sagt sich jetzt wahrscheinlich so leicht. In Wirklichkeit braucht es in Kommunikation, PR und Marketing genau dazu eine Haltung, die (noch) nicht allzuweit verbreitet ist.
Viel zu oft wird deshalb über die Anzahl von Wasserrutschen und der Größe des Wellness-Bereichs gesprochen, und somit vom „Was“ und weniger vom „Warum“ erzählt. Um Auskunft über unser „Warum“ geben zu können, braucht es Geschichten. Zu diesem Thema gehe ich im Blogpost „Content Marketing: Mit kleinem Ego zu besseren Inhalten“ noch weiter in die Tiefe.

Auch Storytelling braucht Ziele

Wichtig natürlich auch die Ziele, die sich das Südtirol Marketing mit „Was uns bewegt“ gesetzt hat. Kurz zusammengefasst sind es vier.

  1. Menschen sollen über die Geschichten einen direkteren Zugang zur Marke bzw. zum Lebensraum Südtirol erhalten
  2. Eine Community soll entstehen, über die gezielt Menschen angesprochen werden, die die Werte der Marke gut heißen und dies auch über ihre eigenen sozialen Kanäle  teilen.
  3. Es soll laufend relevanter Content produziert werden.
  4. Über die Geschichten sollen Menschen dazu inspiriert werden, selbst vor Ort Nachschau zu halten, ob die vermittelten Botschaften so auch stimmen.

Der vom Südtirol Marketing gewählte Content-Ansatz wird mehrfach als „ein journalistischer“ bezeichnet. Gut so. Am Ende zählt, was dabei heraus kommt.

„Was die Destination aber schon braucht ist den Mut zu haben über diesen Storytelling-Ansatz nicht den unmittelbaren und schnellen Erfolg zu suchen… Wenn man das nicht hat, muss man die Finger davon lassen.“

Aus Sicht von Gabriele Crepaz entwickelte sich das Projekt im Unternehmen selbst zu einem abteilungsübergreifenden. Noch mehr zum Thema Messung von Storytelling-Kampangen am Beispiel von „Was uns bewegt“ gibt es übrigens hier.

Was uns bewegt ist Storytelling in Reinkultur

Was uns bewegt ist Storytelling in Reinkultur

Abteilungsübergreifend: Storytelling geht alle an

Sowohl Produktentwicklung, als auch PR, Social Media-Team und Marketing-Abteilung saßen in der Planung von „Was uns bewegt“ mit am Tisch. Crepaz bringt es sehr schön auf den Punkt, wenn sie sagt:

„Fast alle Abteilungen haben bei Was uns bewegt irgendwie die Finger im Spiel.“

Ein zentraler Punkt, weil eben das ganze Haus hinter einem solch ambitionierten Projekt stehen muss. In dieser Einbindung scheint ein zentraler Schlüssel für den Erfolg von Storytelling im touristischen Marketing zu liegen. So meint Tschurtschenthaler:

Storytelling funktioniert überall dort, wo man bereit ist, es nicht als isoliertes Projekt zu sehen. Wo es die Bereitschaft gibt, das Marketing einzubinden, das Social Media Team einzubinden. Das eine würde ohne das andere nicht funkionieren. Weder bei uns noch irgendwo anders. Dafür hätte eine Plattforma alleine nicht die Kraft.

Da schwingt für mich das mit, was gemeint ist, wenn wir von der Kraft gemischter Teams sprechen, oder davon, wie wichtig es ist, in Unternehmen von Abteilungs-Denken wegzukommen. Die erfolgreiche Umsetzung einer solchen Plattform ist zweierlei. Der Beweis dafür, dass dies möglich ist und zweitens, dass Unternehmen, die in diese Richtung gehen (können, dürfen, wollen) reich belohnt werden.

Geschichten bedeuten nicht nur guten Content

Storytelling verändert Organisationen, Sender aber auch Empfänger. Abschließend betrachtet, ist Was uns bewegt mehr als bloß alter Wein in neuen Schläuchen. Klar wird dieser Umstand unter anderem, wenn Tschurtschenthaler, der PR- und Content-Management-Verantwortliche, sagt:

Am Start des Projekts war das Marketing ein Vehikel um das Projekt (Anm. Was uns bewegt) bekannt zu machen.  Inzwischen ist es ein elementares Kampagnen-Teil geworden. Ohne Was uns bewegt würden wir die Kampagnen nicht so machen wie wir sie heute machen. Und das ist schon ein Paradigmenwechsel…

Abermals schön auf den Punkt gebracht. Geschichten bzw. das Arbeiten mit und die Kommunikation über Geschichten, verändert Unternehmen und ihre Tonalität nachhaltig.

Geschichten verändern unser Marketing (und uns selbst)

Die Kraft von Geschichten mag vielfältig sein. Dass sich daraus aber auch neue Sichtweisen auf Althergebrachtes (im touristischen Marketing) entwickeln lassen, sollte hier auf keinen Fall unerwähnt bleiben.

Nochmals vielen Dank an meine beiden Interview-Partner und speziell an Florian Castlunger, der unserem Hangout den letzten Schliff gegeben hat 😉

 

Online Marketing: Vor welchen Herausforderungen Unternehmen wirklich stehen

17. Juli 2015Neulich las ich den Vorschlag, weniger häufig, dafür besseren Content zu produzieren. Einleuchtend, dachte ich mir. Dabei liegen die Potenziale der Unternehmen im Content Marketing ganz wo anders.

Langsam aber sicher spricht es sich herum. Viel Inhalt zu produzieren und dabei zu wenig Augenmerk auf dessen Qualität zu legen, zahlt sich nicht aus. Dennoch, produzieren viele einfach weiter. Getreu dem Motto „Inhalt ist gut. Noch mehr Inhalt besser“.

Wo stehen Unternehmen im Bereich Content?

Wenn ich mir das Online Marketing bzw. die inhaltliche Qualität des Online Marketings diverser Unternehmen anschaue, so kommen mir meist diese drei Typen unter.

Typ 1: Marketing mit Inhalten? Wir haben doch eine Webseite!
Für Unternehmen vom Typ 1 war das Online Marketing mit der Fertigstellung der Webseite erledigt. Ein News-Bereich, der ursprünglich für aktuelle Infos aus dem Unternehmen gedacht war, ist zwar vorhanden, leider fühlt sich unter der Zeit aber keiner so richtig dafür verantwortlich.

Typ 2: Content Marketing? Wir tun eh…
Unternehmen vom Typ 2 produzieren mehr oder weniger laufend Inhalte, die sich in Newslettern, im News- oder Blogbereich auf der Webseite wiederfinden. Die Qualität dieser Inhalte ist manchmal höher, manchmal niedriger.

Und natürlich gibt es hier Phasen, in denen mehr Inhalte produziert werden, als in andren. Ein Beispiel hierfür sind Tourismusunternehmen, die mit der Erstellung von Inhalten erst wieder beginnen, wenn sie die Sonnenschirme aus dem Schuppen räumen.

Typ 3: Content Marketing? Leider keine Zeit!
Firmen vom Typ 3 können sich um ihre Webseiten, die darin enthaltenen News-und Blogbereiche leider nicht kümmern. Der Grund: Es werden so circa alle Social Media Kanäle bespielt, die das Mutmach-Web so bietet. Da bleibt dann einfach zu wenig Zeit.

So manches Unternehmen erschöpft sich in sozialen Medien und hat dadurch keine Ressourcen mehr für die Erstellung eigener Inhalte auf eigenen Kanälen frei.

Erschöpft von zu viel Social Media? Keine Ressourcen mehr frei für die Erstellung eigener Inhalte auf eigenen Kanälen wie Webseite und Blog?

Im Übrigen ein schwerer strategischer Fehler, alle Eier in einen Korb zu legen und sein Content Marketing ausschließlich auf jenen Plattformen stattfinden zu lassen, die außerhalb des eigenen Einflussbereichs liegen. Gemeint sind Facebook, Google Plus, Twitter und alle anderen.

Qualität im Content Marketing ist immer ein Thema und wird auch immer eines bleiben.

Auch wenn das Marketing, insbesondere das Online Marketing immer technischer wird, und diese Entwicklung zeichnet sich längst ab, werden Inhalte die entscheidende Rolle spielen.

Und hier wird es meiner Meinung nach um beides gehen. Also um Qualität und Quantität im gleichen Maße. Wer aber nicht in der Lage ist, eine gleichbleibende Qualität abzuliefern und zwar dauerhaft, hat keine Chance.

Content Marketing: Was ist Qualität?

Was ist jetzt wieder Qualität? Ich denke, das lässt sich einfach sagen. Wenn Unternehmen dazu in der Lage sind, in die Schuhe und Fragestellungen ihrer Zuhörer zu schlüpfen, wenn sie sich wirklich dafür interessieren, wo ihre Kunden, Gäste, Abnehmer thematisch gerade stehen und darauf Antworten liefern, dann liegen sie mit ihrem guten Content richtig.

Content Check Handlungsbedarf

Wenn Ihr Online Content einer genauen Prüfung nicht standhält, besteht Handlungsbedarf.

Wobei sich schon die Frage stellt, wie sehr Unternehmen und Firmen genau dieser Umstand interessiert. Schon möglich, dass hier manche uninteressiert mit den Achseln zucken. Aber die Inhalte, die sie online vermarkten wollen, wird niemand lesen, hören oder gar teilen wollen.

Quantität ist immer ein Thema

Es wird nicht ausreichen, ab und an etwas Hoch-Qualitatives über seine Webseite zu spannen, weil dort alle an den Lippen des Unternehmens hängen, und den Rest des Jahres zu schweigen.

Ich glaube, dass Unternehmen heute dauerhaft den Grund liefern müssen, warum es sie, warum es in ihrem Online Marketing gerade diese ihre Inhalte braucht.

Unternehmen die diesen Wahrheitsbeweis nur für einige Monate im Sommer antreten können oder wollen, fallen durch. Entweder sie sind dauerhaft relevant oder sie sind es nicht. In letzterem Fall treten andere, für das Publikum relevantere Absender an ihre Stelle.

Qualität und Quantität: Kein Entweder-Oder!

Meiner Meinung nach geht es im Content Marketing um Qualität und Quantität. Eines allein reicht nicht aus, soll das ganze Unterfangen von Erfolg gekrönt sein. Vor diesem Hintergrund halte ich den Tip, weniger Inhalte zu produzieren, dafür inhaltlich stärker auf Qualität zu setzen, für einen Luxus-Ratschlag.

Viele Unternehmen haben schlichtweg andere Sorgen. Sie liegen, wie oben ausgeführt, dort, wo es darum geht, den nächsten Post, den nächsten Newsartikel, den nächsten Newsletter-Text zu verfassen. Inhalte übrigens, die das Telefon klingeln lassen und in weiterer Folge Käufe und Neukunden nach sich ziehen sollen.

Hotel La Perla: Erfolgreich mit wertegeleitetem Content Marketing

9. Juli 2015Sie wollen sich mit Ihrer Webseite abheben? Sie schrauben jeden Tag an der Qualität der veröffentlichten Texter, Bilder und Videos? Das Hotel La Perla tut das auch. Jedoch nicht im breiten Fahrwasser des Mainstream. Wie es zu diesem Content-Ansatz kam, habe ich mit Axl Pizzinini, dem Web- und Kommunikationsverantwortlichen des Hotels besprochen.

Mit Online-Content ist es so eine Sache. Alle reden davon, aber nur wenige sind wirklich dazu in der Lage, über den eigenen Tellerrand zu blicken, sich zu fragen,

  • Wer sind wir?
  • Wofür steht unser Produkt / unsere Dienstleistung?
  • Was wollen wir vermitteln und was nicht?
  • Welche Gäste und Kunden passen zu uns und welche nicht?

Und eben erst dann Inhalte anzubieten, mit denen darauf die passenden Antworten gegeben werden.

Bei einer Recherche zu einem Vortrag stieß ich auf das Hotel La Perla in Alta Badia / Südtirol. Mir war sofort klar, dass hier interessante Menschen am Werk sein müssen und ich wurde nicht enttäuscht. Mein erster Gedanke: Eine clevere Webagentur. Ich lag falsch, wie sich später herausstellen sollte. Oder zumindest nicht ganz richtig 😉

Die News-Artikel auf der Hotelhomepage, sie werden „Pills“ genannt – im Sinne von Streicheleinheiten für die Seele – sind inhaltlich so anders, als alles andere, das man von Hotelwebseiten her kennt.

Im Beitrag „Dank der Familie Costa, den Mitarbeiter und ihrer sprichwörtlichen Hilfsbereitschaft…“ erzählt der Koch des Hauses, Nicola Laeira, über seine Herkunft, seine Eltern und letztlich darüber, wie sich all das auf seine Art zu Kochen ausgewirkt hat.

Was er da schreibt, ist keine Lobhudelei seinem Arbeitgeber gegenüber. Das, was hier steht, ist eigebettet in einen Rahmen, der das ganze glaubwürdig macht. Hier gehts nicht um Überschriften, nicht um Google oder den schnellen Klick. Balsam also für jeden Interessenten, der sich vor Urlaubsantritt frägt, ob dieses Hotel wohl zum seinem Mindset passen könnte…

Blog Inhalte aus einem Guss

Ein wunderbares Stück Blog-Content aus der Küche des La Perla

Das Wort „Blog“ mag Axl Pizzinini, das Mastermind in Sachen Online-Kommunikation, übrigens gar nicht. Deshalb eben auch der Begriff „Pills“ für jeden einzelnen Newsbeitrag. Wie sehen diese Beiträge nun aus?

Sie sind erstens textlastig, bedeutet, sie sehen einem Zeitungsbericht beinahe zum Verwechseln ähnlich. Hier ein weiteres Beispiel für gelungenes Storytelling, in dem eine ganz besondere Aushilfskraft vor den Vorhang gebeten wird. Der Titel lautet: „Drei 21er-Chromosomen… und Lebensfreude für zehn

Tut man so etwas?!

Soll man das jetzt machen? Soll man so texten? Ja, soll man! Und zwar unbedingt, will man sich von der breiten Masse abheben und strebt man ein Content Marketing an, das anders ist, als das Content-Marketing vom Betrieb nebenan.

Ganz bewusst hat man sich dazu entschieden, wegzugehen von den Bildern mit stets azurblauem Himmel, von den Berichten von sich verliebt in die Augen blickenden Paaren.

Folgerichtig gibt es im La Perla im Sommer natürlich auch keinen Apfelstrudel und im Winter keine Erdbeeren.

Content Marketing muss nicht von der Stange sein

News-Artikel, in dem der Koch Nicola Laeira von seine Herkunft und der daraus resultierenden Handschrift seiner Küche erzählt.

Auch Axl Pizzinini selbst, mein Gesprächspartner, hat eine interessante Reise hinter sich. Er kommt aus der Welt der Klick-Optimierung und des Suchmaschinen-Managements. Er kennt wohl alle Tricks und Möglichkeiten, diese punktgenau einzusetzen.

Hier im La Perla jedoch setzt er aber auf eine Webseite, in der nicht alles und jedes SEO optimiert ist. „Wir können das tun und haben Erfolg damit“, sagt er nicht ohne Stolz.

Für mich ist die Webseite des Hotels ein absolutes Paradebeispiel für qualitativ hochwertige Inhalte in Text und Bild.

Die Basis eines solchen Zugangs bilden die Werte, zu denen man sich hier bewusst entschieden hat und die sich sowohl in Produkt und Erlebnisqualität, aber eben auch in den News-Beiträgen und den Bildern der Webseite zeigen. Das Ergebnis: Ein in sich stimmiges, rundes Bild.

Für mich ist der hier eingeschlagene Weg auch deshalb so bemerkenswert, weil er wegführt vom Online-Marketing Mainstream, in dem jetzt alle über die Quadratmeteranzahl ihres Wellnessbereichs, über Raumdiagonalen und im Winter eben über die Anzahl Pistenkilometer schreiben. Einem Online Marketing, in dem man Webseiten baut, die mehr Verkaufstrichter als Inspirationsquelle sind, bei denen es primär darum geht, den Gast möglichst effizient zur Buchung zu bekommen, in denen Content Marketing mit der Brechstange versucht wird.

Es geht eben auch anders und die Content Strategie des La Perla ist dafür ein weithin leuchtendes Beispiel!