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Storytelling: Wie du gute Stories findest oder auch nicht

11. Januar 2017Machen wir uns nichts vor. Wer Geschichten aus dem eigenen Unternehmen oder Berufsleben erzählen will, muss diese Geschichten zuerst einmal finden. Nicht selten scheitert Storytelling genau dort!

Neulich im Workshop. Das Klima ist toll, die Stimmung gelöst und das Miteinander angstfrei und wertschätzend. Man geht aufeinander zu, erzählt sich aus dem Nähkästchen aber das, worum es eigentlich geht, will und will sich nicht einstellen: Geschichten.

Storytelling setzt voraus dass im Unternehmen Stories gefunden werden. Optimalerweise als laufender Prozess.

Storytelling Workshop: Was macht uns aus, was treibt uns an, warum tun wir, was wir tun? Mit diesen und anderen Fragen lassen sich Differenzierungsmerkmale leichter finden und herausarbeiten.

Unser Workshop hat mit dem Unternehmen, dem Kern der Marke zu tun, und dreht sich deshalb vor allem um das „Warum“, also etwa,

  • Warum produzieren wir auf diese Art und Weise?
  • Warum haben wir uns zu dieser oder jener Lösung durchgerungen?
  • Warum ist dieser oder jene Standpunkt für uns wichtig?
  • Warum haben wir uns von einem Geschäftspartner / Kunden getrennt?
  • Warum ist es uns wichtig, ein familienfreundliches Unternehmen zu sei?
  • Warum tun wir, warum sind wir (geworden) wie wir jetzt sind?
  • etc.

All diese Fragen kann man aufwerfen. Man kann sie konkret stellen. Man kann sie mittels Beamer an die Wand werfen oder meinetwegen ins Handout schreiben. Gebracht hat das – zumindest bei mir – selten etwas. Die Frage bleibt. Sie lautet:

Wie lassen sich im Umfeld eines Unternehmens Stories ausfindig machen? Konkret, im nächsten Workshop oder Sales-Meeting. Und jetzt nicht wieder das übliche Herumgedruckse!

Wie lassen sich Geschichten heben?

Wie lassen sie sich Geschichten heben wie ein Schatz und wie lässt sich daraus gar ein mehr oder weniger standardisierter Prozess machen, den man z.B. jedes halbe Jahr aufs neue durchlaufen kann? Das wäre schon cool, nicht wahr? Und genau daran arbeite ich derzeit.

viele dringen zum Kern von Storytelling gar nicht erst vor.

Wer die Kraft von Geschichten für sich und sein Unternehmen nutzen will, sollte sich nicht mit Luftschlössern begnügen.

 

Viel Storytelling-Blabla um Walt Disney & Co

Mein Eindruck ist, dass viele zur aktiven Suche nach Geschichten gar nicht erst kommen. Sie sind beim Pixar-Video hängen geblieben oder haben die Heldenreise so inhaliert, dass sie nicht mehr ans Wesentliche denken können.

Mir ist das zu wenig. Anders ausgedrückt:

Pixar & Co verstellt mir die Sicht auf das, was im Storytelling immer noch zentral sein sollte. Die Geschichte und ihr Zustandekommen.

 

Was tun wenn die guten Stories ausbleiben?

Zurück zu meiner jüngsten Workshop-Erfahrung. Was also tun, wenn die Geschichten ausbleiben? Wo ansetzen, wenn das beste Klima und das angestrengteste Nachdenken im Team nicht dazu führen, dass der Außendienstmitarbeiter, der Marketingleiter oder die Fachbeamtin ins Erzählen kommen? Folgende Instrumente können hier förderlich sein:

Die Grabesrede

Makaber, schon klar. Aber stellt man sich einmal vor, man würde am Grab des eigenen Unternehmen stehen, was würde man bedauern? Welche Lösungen würde es dann nicht mehr geben?

Welche Produkte oder Dienstleistungen würden den Hinterbliebenen nun fehlen? All diese Fragen lenken den Blick auf die eigenen Besonderheiten, der früher oder später Auskunft gibt über das Warum des Unternehmens, der Abteilung, des Gründers, etc.

Mit Extremen arbeiten

Workshop-Teilnehmer von ihrem schönsten oder meinetwegen schlimmsten Tag im Unternehmen erzählen zu lassen oder sie über ihren größten geschossenen Bock zu befragen, sorgt meist für allgemeine Heiterkeit.

Die Auf-Lösung ist dann meist nicht mehr das Problem. Schlimm war es meist ja nur einen Augenblick lang, dann gab es glückliche Wendungen, unterstützende Kollegen, verständnisvolle Kunden, prägend Lernerlebnisse, etc.

Wenn im Storytelling-Workshop nichts mehr geht, hilft das gemeinsame Nachdenken über Misserfolge und wie man damit umgegangen ist.

Schiffbruch: Aus Fehlern lässt sich nicht nur prima lernen. Fehler und wie man damit umging, bilden auch tollen Stoff für Storytelling.

Der Lebenslauf

Sich seinen Lebenslauf vorzustellen, das geht meistens ganz einfach. Zwischen den einzelnen Stationen gibt es bei näherem Hinsehen aber auch Phasen, über die wir weniger gerne sprechen, die wir weglassen und zwar aus gutem Grund.

Die vermasselte Mathe-Matura gehört hier etwa zu meinem Repertoire, das halbe Jahr Arbeitslosigkeit oder der Krach mit meinem Chef, der mich dazu veranlasste, zu kündigen.

Solche Sachen meine ich! Jeder hat sie, jeder kennt sie. Kaum aber einer nutzt sie für das eigene Storytelling!

Bloß liegen gerade hier die spannenden Ausgangspunkte für packende Erzählungen. Erzählungen im übrigen, mit denen wir unseren Zuhörern mehr von uns erzählen, als mit jedem (geschönten) Lebenslauf.

Die Unternehmensgeschichte

Und wo wir gerade beim Lebenslauf waren. Jedes Unternehmen durchläuft ebenfalls einen Lebenszyklus, scheitert, erfindet sich neu. Und wer darüber immer nur das Beste berichtet, der lässt einen Haufen weg.

Schade, weil im vergangenen Konkurs samt Kündigungen, weil im Streit mit der Bank und weil in der Art und Weise, wie dann doch wieder gemeinsam Fahrt aufgenommen werden konnte, große narrative Kraft liegt. Kraft, an die wir nicht denken und die dann ungenutzt bleibt.

Storytelling setzt das Wissen und die Sensibilität um Geschichten voraus. Aber nicht nur das: Es braucht dazu natürlich auch eines, und zwar Geschichten

Storytelling: Im passenden Augenblick mit der richtigen Geschichte zur Stelle zu sein, das ist für unsere Zuhörer nicht selten ein wahres Geschenk. Verstehen abseits von Zahlen, Daten und Fakten wird möglich.

Mit welchen Fragen oder Übungen fördern Sie Geschichten zu Tage? Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn es hierzu Kommentare gibt.

Weiterführende Artikel zu Storytelling

Post: Mit Storytelling zu einem besser funktionierenden Intranet?
Post: Content-Marketing – mit kleinem Ego zur besseren Story
Post: Storytelling auf Facebook (1)


Wenn Sie ein Gespräch über den Kern Ihrer Marke führen wollen, in dem wir unter anderem auf das „Warum“ Ihres Unternehmens zu sprechen kommen, nehmen Sie noch heute mit uns Kontakt auf ed@edwohlfahrt.com

Was uns bewegt: Touristisches Storytelling in der Praxis

11. August 2015In touristischem Storytelling versuchen sich derzeit viele. Die Benchmark jedoch kommt aus Südtirol. Ich habe Gabriele Crepaz und Andreas Tschurtschenthaler, die Projektverantwortlichen von "Was uns bewegt", zum Interview gebeten und gefragt, was Geschichten-Marketing im Tourismus bringt und ausmacht.

Im Gespräch mit dem Verantwortlichen geht es darum, was das Südtirol Marketing mit seinem Storytelling erreichen will, welche Rolle Strategie und Messbarkeit spielen, sowie darum, wie sich der Storytelling-Ansatz über Abteilungen hinweg auf die ganze Organisation ausgewirkt hat.

Nachdem im Video wirklich alles gesagt wurde, und ich bin total happy drüber, möchte ich hier nur auf einige, für mich zentrale Aspekte eingehen.

Über Geschichten zu einer besseren Kundenansprache

Zum Projekt Was uns bewegt, führte der Umstand, dass man beim Südtirol Marketing nach neuen Wegen suchte, die Aufmerksamkeit von Menschen zu bekommen bzw. dass man in der Ansprache von Kunden neue Wege gehen wollte.

Dem Projekt liegt also das Bewusstsein zugrunde, sich nicht nur über das Produkt, sondern eben auch über die Kundenansprache vom Mitbewerb abheben zu wollen. Das sagt sich jetzt wahrscheinlich so leicht. In Wirklichkeit braucht es in Kommunikation, PR und Marketing genau dazu eine Haltung, die (noch) nicht allzuweit verbreitet ist.
Viel zu oft wird deshalb über die Anzahl von Wasserrutschen und der Größe des Wellness-Bereichs gesprochen, und somit vom „Was“ und weniger vom „Warum“ erzählt. Um Auskunft über unser „Warum“ geben zu können, braucht es Geschichten. Zu diesem Thema gehe ich im Blogpost „Content Marketing: Mit kleinem Ego zu besseren Inhalten“ noch weiter in die Tiefe.

Auch Storytelling braucht Ziele

Wichtig natürlich auch die Ziele, die sich das Südtirol Marketing mit „Was uns bewegt“ gesetzt hat. Kurz zusammengefasst sind es vier.

  1. Menschen sollen über die Geschichten einen direkteren Zugang zur Marke bzw. zum Lebensraum Südtirol erhalten
  2. Eine Community soll entstehen, über die gezielt Menschen angesprochen werden, die die Werte der Marke gut heißen und dies auch über ihre eigenen sozialen Kanäle  teilen.
  3. Es soll laufend relevanter Content produziert werden.
  4. Über die Geschichten sollen Menschen dazu inspiriert werden, selbst vor Ort Nachschau zu halten, ob die vermittelten Botschaften so auch stimmen.

Der vom Südtirol Marketing gewählte Content-Ansatz wird mehrfach als „ein journalistischer“ bezeichnet. Gut so. Am Ende zählt, was dabei heraus kommt.

„Was die Destination aber schon braucht ist den Mut zu haben über diesen Storytelling-Ansatz nicht den unmittelbaren und schnellen Erfolg zu suchen… Wenn man das nicht hat, muss man die Finger davon lassen.“

Aus Sicht von Gabriele Crepaz entwickelte sich das Projekt im Unternehmen selbst zu einem abteilungsübergreifenden. Noch mehr zum Thema Messung von Storytelling-Kampangen am Beispiel von „Was uns bewegt“ gibt es übrigens hier.

Was uns bewegt ist Storytelling in Reinkultur

Was uns bewegt ist Storytelling in Reinkultur

Abteilungsübergreifend: Storytelling geht alle an

Sowohl Produktentwicklung, als auch PR, Social Media-Team und Marketing-Abteilung saßen in der Planung von „Was uns bewegt“ mit am Tisch. Crepaz bringt es sehr schön auf den Punkt, wenn sie sagt:

„Fast alle Abteilungen haben bei Was uns bewegt irgendwie die Finger im Spiel.“

Ein zentraler Punkt, weil eben das ganze Haus hinter einem solch ambitionierten Projekt stehen muss. In dieser Einbindung scheint ein zentraler Schlüssel für den Erfolg von Storytelling im touristischen Marketing zu liegen. So meint Tschurtschenthaler:

Storytelling funktioniert überall dort, wo man bereit ist, es nicht als isoliertes Projekt zu sehen. Wo es die Bereitschaft gibt, das Marketing einzubinden, das Social Media Team einzubinden. Das eine würde ohne das andere nicht funkionieren. Weder bei uns noch irgendwo anders. Dafür hätte eine Plattforma alleine nicht die Kraft.

Da schwingt für mich das mit, was gemeint ist, wenn wir von der Kraft gemischter Teams sprechen, oder davon, wie wichtig es ist, in Unternehmen von Abteilungs-Denken wegzukommen. Die erfolgreiche Umsetzung einer solchen Plattform ist zweierlei. Der Beweis dafür, dass dies möglich ist und zweitens, dass Unternehmen, die in diese Richtung gehen (können, dürfen, wollen) reich belohnt werden.

Geschichten bedeuten nicht nur guten Content

Storytelling verändert Organisationen, Sender aber auch Empfänger. Abschließend betrachtet, ist Was uns bewegt mehr als bloß alter Wein in neuen Schläuchen. Klar wird dieser Umstand unter anderem, wenn Tschurtschenthaler, der PR- und Content-Management-Verantwortliche, sagt:

Am Start des Projekts war das Marketing ein Vehikel um das Projekt (Anm. Was uns bewegt) bekannt zu machen.  Inzwischen ist es ein elementares Kampagnen-Teil geworden. Ohne Was uns bewegt würden wir die Kampagnen nicht so machen wie wir sie heute machen. Und das ist schon ein Paradigmenwechsel…

Abermals schön auf den Punkt gebracht. Geschichten bzw. das Arbeiten mit und die Kommunikation über Geschichten, verändert Unternehmen und ihre Tonalität nachhaltig.

Geschichten verändern unser Marketing (und uns selbst)

Die Kraft von Geschichten mag vielfältig sein. Dass sich daraus aber auch neue Sichtweisen auf Althergebrachtes (im touristischen Marketing) entwickeln lassen, sollte hier auf keinen Fall unerwähnt bleiben.

Nochmals vielen Dank an meine beiden Interview-Partner und speziell an Florian Castlunger, der unserem Hangout den letzten Schliff gegeben hat 😉

 

Online Content: Schluss-Machen will gelernt sein!

2. Juli 2015Viele Webseiten-Texte, Blogpost oder News-Artikel haben ein Problem. Sie enden schlecht. Oder besser gesagt, sie enden ohne besondere Vorkommnisse. Davon, warum ein gutes Ende ein neuer Anfang sein kann, lesen Sie hier.

Kennen Sie die Spezies Mensch, die zuerst das letzte Kapitel oder gar die letzte Seite eines Buches lesen? Es gibt sie, und es sind gar nicht wenige.

Auch Online gibt es Menschen, die Webseiten primär scannen, sich von einer Überschrift zum nächsten Zitat und von hier aus weiter zum letzten Absatz oder Satz hangeln.

Online Kommunikation Kärnten

Einen kurzweiligen Text zu schreiben, ein gutes Online Video zu drehen, ist das eine. Diese Inhalte aber auch mit einem guten Ende zu versehen, das andere

Ein besserer Schluss verleiht dem Content Flügel

Ist der Besucher dann beim letzten Absatz oder eben Satz angelangt und findet ihn wirklich gut, stellt sich bei ihm nicht selten das Gefühl ein, etwas Wichtiges verpasst zu haben.

Genau darum geht es. Und genau deshalb haben sich Ihre guten Online Texte ein noch besseres Ende verdient.

So machen Sie perfekt Schluss

Es gibt einige Techniken, mit denen Sie gezielt an der Aufmerksamkeitsschraube drehen und den Leser gezielt binden können.

Die Zusammenfassung

Sozusagen der Buchdeckel Ihres Online Artikels. Eine gute Zusammenfassung stillt den Informationshunger Ihrer Leser und erhöht zudem die Verweildauer.

Wenn schon die Zusammenfassung so gut ist, gehe ich besser noch weiter in die Tiefe, beschäftige ich mich mit dem zuvor Geschriebenen besser doch noch ein wenig mehr, könnte doch was verpassen, denkt sich der Nutzer.

Der Cliffhanger

Sie schließen damit, dass Sie ihrem Leser einen Extra-Happen anbieten, den er sich im nächsten Post, im nächsten Video, etc. abholen kann. Auch hier wird am Ende ein kräftiger Impuls gesetzt, der Nutzer zu einer konkreten Aktion eingeladen.

Guter Content für Web und Social Media

Guter Content hat sich nicht nur einen guten Beginn sonder auch ein gutes Ende verdient!

Den Deckel zumachen

Sie haben Ihren Artikeln mit einer Frage oder der Beschreibung einer konkreten Situation begonnen? Oder Sie haben zu Beginn eine Person eingeführt? Sehr gut!

Machen Sie nun Schluss, indem Sie diese Situation noch einmal aufgreifen, die eingangs gestellte Frage beantworten oder die Figur noch einmal zum Leben erwecken.

So! Und wie endet nun mein eigener Post? Es wird wohl keine Zusammenfassung werden und auch kein Cliffhanger. Ich lade jeden Leser dazu ein, seine Texte der jüngeren Vergangenheit auf ihr Ende hin zu überprüfen. Warum? Weil der nächste Anfang sich ganz einfach ein besseres Ende verdient hat!

  • Noch viel mehr zum Thema professionelles Schreiben finden Sie unter anderem beim Copyblogger oder Uberflip.
  • Auch Klaus Eck hat sich gerade mit dem Ende von Blogposts PR-Blogger beschäftigt, das seiner Ansicht nach keinesfalls werblich ausfallen sollte. Danke nach München für die Inspiration!

Roaming ade: Wie Sie als Touristiker jetzt vorbauen!

30. Juni 2015Europa sei Dank! Ab 2017 hat der heimische Tourismus ein Problem weniger. Die Zurückhaltung der Gäste, ihr eigenes (teures) Mobiltelefon zu nutzen, fällt weg. Wie Sie als Touristiker darauf reagieren und Ihr Online Marketing fit machen für die Zeit danach, lesen Sie hier!

2017 ist das leidige Thema Roaming Geschichte. Urlauber können ihr geliebtes Mobiltelefon dann nutzen, ohne Angst vor den Kosten haben zu müssen. Sie brauchen beim Upload ihrer Fotos, und Check ihrer Social Media Profile nicht mehr auf den Datenverbrauch achten.

Roaming onlinePR1

Die Frage ist nun, wie Destinationen, touristische Angebotsträger und touristische Marken auf diesen Umstand reagieren. Hier gleich ein paar Optionen

  • Gute Inhalte? Haben wir eh!
    Es gibt sie, die Regionen, Marken und Angebotsträger, die bereits gestern für heute vorgesorgt haben. Sie haben nicht nur längst mobil optimierte Webseiten, sie verfügen auch über relevante Inhalte, die jedoch laufend angepasst und erneuert werden. Die Qualität dieser Inhalte ist hoch. Es gibt eine Strategie für Soziale Medien und einen laufenden Prozess, der eine gleichbleibend hohe Content Qualität sicherstellt.
  • Gute Inhalte? Keine Ahnung!
    Wenn Sie all das nicht haben, wenn die Google Suche nach Ihrem Unternehmen eine nicht gewartete Google-Plus Seite ganz oben ausspuckt, dann sprechen Sie jetzt mit Ihrer Internetagentur. Daran, sein Online-Marketing für die Zeit nach dem Wegfall der Roaminggebühren anzupassen, führt meiner Meinung nach kein Weg vorbei. Und 2017 wird es zu spät sein, damit zu beginnen. Der frühe Vogel fängt den Wurm!
  • Gute Inhalte? Brauchen wir nicht!
    Sie brauchen keine guten Inhalte? Höchst wahrscheinlich auch kein Online-Marketing, weil Ihr Betrieb auch so gut funktioniert? Sie Glücklicher! Es gibt zwar nur noch wenige Betriebe, auf die das zutrifft (und es werden immer weniger) aber lassen Sie es sich gut gehen, der nächste Gast kommt bestimmt!

Anregungen für Ihr touristisches Content Marketing

Egal zu welcher Gattung Sie sich zählen. Hier ein paar Anregungen für Destinationen, touristische Marken und Angebotsträger (deren Produkt natürlich stimmt) für die Zeit vor dem Wegfall der Roaming-Gebühren ab 2017:

Roaming OnlinePR2

1. Verschaffen Sie sich Klarheit über den aktuellen Stand Ihres Online Marketings

Wo stehen Sie jetzt oder anders gefragt, wo ist Ihr Online Marketing stehengeblieben? Hier gehts erst mal gar nicht um den Inhalt sondern um die zum Einsatz kommenden Instrumente. Gibt es eine Webseite, ist sie benutzerfreundlich auch auf mobilen Endgeräten, wo rangieren Sie auf Google, wie funktioniert der Newsletter, wie kommen Sie an neue E-Mail Adressen, was sagen Bewertungsportale über Sie aus? Wie generieren Sie neue Anfragen? All diese Fragen einer nüchternen Neubewertung zu unterziehen, dazu ist jetzt die Zeit!

2. Die Zahlen auf den Tisch!

Viele Touristiker lagern ihr Online Marketing aus. Das ist grundsätzlich ok. Viele tun es aber so, dass sie die Verantwortung dafür schlichtweg abgeben. Bedeutet, dass sie weder Interesse an der Webseiten-Statistik, noch an den Öffnungsraten der versendeten Newsletter haben. Und wer jetzt kontert, und sagt, er hätte keine Zeit, dem sage ich hier und jetzt

Wer sich nicht um sein Online Marketing kümmert, der braucht sich bald um gar nichts mehr zu kümmern!

Sich einen Überblick zu verschaffen bedeutet, sich für die Dinge zu interessieren, Fragen zu stellen um in weiterer Frage noch bessere Fragen stellen zu können. Beispiel: Kunde zur Agentur: „Bitte fügen Sie mich als Administrator der Facebook-Seite hinzu“. Tut nicht weh, wirkt aber oft Wunder und verbessert die Performanz von Social Media Seiten nachweislich!

3. Alte Zöpfe abschneiden!

Entschlacken Sie Ihr Online-Marketing um das, was Ihnen nachweislich nichts bringt. Es ist komisch, wir halten an Dingen fest, die vor langer Zeit aufgehört haben zu funktionieren. Wenn sie es überhaupt jemals getan haben! Hier geht es um den Newsletter, den kaum jemand öffnet, die Facebook-Seite des Hotels, mit der sich niemand befreunden will oder die Google-Anzeigen, die einfach verpuffen. Was Sie brauchen, um solche guten Entscheidungen zu treffen? Klarheit. Und die liefern nur harte Zahlen.

Content Marketing Strategie

Klarheit. Eine schöne Sache. Auch und vor allem im Content Marketing!

So. Jetzt sind die Zahlen auf dem Tisch, sind Dinge, die nachweislich nichts bringen abgestellt oder abbestellt, je nach dem ; ) Der Blick wird klar.

Mit 2017 ist Roaming Geschichte

Die Frage, die sich nun stellt, lautet, was brauchen bestehende und potentielle Gäste oder Kunden? Welche Inhalte, welche Angebote können ihnen clevere Touristiker jetzt, in der Minute unterbreiten?

Gutes Online-Marketing macht Sinn, stiftet Nutzen, wird nicht länger als Werbung sondern als sinnvolle Ergänzung betrachtet, weil es einen Urlaub, einen Aufenthalt, ein touristisches Erlebnis

  • zu bereichern
  • zu entschleunigen
  • zu ergänzen
  • zu erleichtern
  • zu verbreiten

in der Lage ist. Hier setzt Tourismusmarketing nach dem Wegfall der Roaming-Kosten 2017 an. Was noch können Sie tun um Ihr Online-Marketing zu optimieren?

Online Marketing: Konkrete nächste Schritte

Sorgen Sie für gute Inhalte

Dass gute Online Inhalte für Gäste ein Segen sind, sollte hinlänglich bekannt sein. Diese guten Inhalte sollten jedoch insbesondere zum richtigen Zeitpunkt vor den Augen der richtigen Nutzer erscheinen. Und hier kommt das Thema Kontext ins Spiel.

Übererfüllen Sie bestehende Erwartungen

Hoch über der Waldgrenze mit Blick über halb Oberkärnten ein Vier-Gänge-Menü einzunehmen, wie man es in Millstatt tun kann, das sind Anlässe, über die man gerne spricht. Offline und auf Facebook sowieso. Das Mobiltelefon zückt aber nur der, dessen Erwartungen wirklich übererfüllt wurden.

Diese, bestehende Erwartungshaltungen übererfüllenden Anlässe, Begegnungen und Bezüge zu schaffen, genau dorthin sollte das touristische Sinnen und Trachten verstärkt gehen. Jetzt und noch viel stärker nach 2017 wo in den Mobiltelefonen unserer Gäste nicht mehr länger eine Kostenbremse eingebaut sein wird.

Beachten Sie Kontext und Bezüge

Wenn der Musikdienst Spotify die ausgelieferte Musik an die Laufgeschwindigkeit seiner Abonnenten anpassen kann, sollten auch Sie darüber nachdenken, ob die Inhalte Ihres Online Marketings bestehende und zukünftige Kunden zum rechten Zeitpunkt, in der richtigen Stimmungslage, mit dem genau passenden Informationsbedürfnissen abzuholen in der Lage sind.

Es gibt die Möglichkeit, Teile Ihres Online Marketings so zu kuratieren und anzubieten, sodass Bezüge entstehen, die von Ihren Kunden dankend nachgefragt werden.

Folgen Sie bloß nicht der Mode

Wenn Sie wissen, dass Ihr touristisches Angebot anders ist, dann hätte es sich eigentlich auch ein anderes Online Marketing verdient. Das muss nicht immer nur die neue Webseite oder der umgestalteter Newletter sein.

Sich inhaltlich neu aufzustellen, eine neue Sprache zu verwenden oder einfach „nur“ voll und ganz in die Schuhe seiner Gäste zu schlüpfen, all das kann Sie darin unterstützen, auch im Online Marketing neue Wege einzuschlagen. Wege, wie sie nur Sie, nur Ihr Betrieb einschlagen kann.

Ihr Produkt wird einzigartig sein, Ihre Geschichte leicht verständlich und damit teilbar und ihr Online Marketing wird anders sein als alles andere. Kurz gesagt: Produkt und Online Marketing ergänzen sich optimal, sind schlüssig und vor allem glaubwürdig. Und wollen wir das nicht alle?

Video-Interview mit Martin Bredl: Content Marketing ohne Kontext funktioniert nicht

17. Juni 2015Martin Bredl gilt ohne Übertreibung als einer der Vorreiter auf dem Gebiet des Content Marketings. Im Interview beschäftigten wir uns mit dem Zusammenhang zwischen Content und Kontext.

Gute Inhalte sind im Online Marketing ein Muss. Wer sich mit der Vermarktung dieser Inhalte beschäftigt, der weiß, dass es mit der Erstellung alleine noch nicht getan ist. Es braucht mehr und der Begriff „Content Marketing“ kommt ins Spiel. Wikipedia definiert Content Marketing als

… eine Marketing-Technik, die mit informierenden, beratenden und unterhaltenden Inhalten die Zielgruppe ansprechen soll, um sie vom eigenen Unternehmen und seinem Leistungsangebot zu überzeugen und sie als Kunden zu gewinnen oder zu halten.

Was gutes Content Marketing nun ausmacht, wann Marketing-Automatisierung für Unternehmen Sinn macht und wie Marketer mit ihren Inhalten wettbewerbsfähig bleiben, darüber habe ich mit Martin Bredl folgendes Interview geführt.

State of Storytelling 2014

23. Oktober 2014Ob Corporate Storytelling, Digital Storytelling oder bloß Storytelling. Das Thema erlebt derzeit eine echte Hochblüte. Längst rümpfen viele die Nase und meinen, die Methodik als leeres Marketing-Vokabel enttarnt zu haben. Ich will aber mehr. Ich will tiefer in die Materie hinein, bessere Fragen stellen und auf höherem Niveau scheitern. Deshalb diese Blogparade, an der sich jeder beteiligen kann, der zum Thema etwas beitragen will.

Diese Blogparade ist ein Stein, den ich ins Wasser werfe. Ich mache das von Zeit zu Zeit mit Themen, die mir am Herzen liegen. Ich komme jedoch nicht mit leeren Händen. So gibt es etwa auf Slideshare Folien, die ich in der  Workshop-Serie „Wer erzählt gewinnt – Mit Geschichten zu mehr Aufmerksamkeit und Weiterempfehlungen“ im Unternehmens-Gründungsprogramm verwendet habe. Auch gibt es hier am Blog in der Kategorie Corporate Storytelling einiges zu meiner persönlichen Sicht auf das Thema und darüber hinaus natürlich die Google Plus Community Storytelling Austria, die sich wirklich mehr Aufmerksamkeit (v.a. von meiner Seite…) verdient hätte. Ach ja, ein StoryCamp in Salzburg hat es 2012 auch mal gegeben…

Who cares?!
Jetzt also eine Blogparade zum Thema Storytelling und die bange Frage, Who cares!? Was ich in meinen Workshops sehe, ist, dass viele, um nicht zu sagen alle, mit Geschichten arbeiten. Wir verwenden sie dafür, für uns und unsere Anliegen zu sprechen, unseren Zuhörern ein besseres Verständnis zu ermöglichen oder aus vielerlei anderen Gründen. Und noch viel wichtiger: Jeder versteht unter Geschichten – ich möchte das Wort Storytelling hier erst gar nicht verwenden – etwas anderes.

Blogparade Storytelling

Storytelling kann vieles sein oder bedeuten. Um diese unterschiedlichen Aspekte geht es im Rahmen der vorliegenden Blogparade Storytelling.

Jeder setzt sie anders ein, erzählt anders und hat andere Erfahrungen damit gemacht. Was die einen im wahrsten Wortsinn narrativ, sprich erzählend im Dialog Angesicht zu Angesicht machen, das übersetzen andere in die Sphären des (Mitmach-) Internets.

Immer mehr Unternehmen erzählen Geschichten
Bedeutet, dass uns auch auf Webseiten, Blogs, auf Netzwerken wie Facebook oder Twitter immer häufiger Geschichten erzählt werden. Oder andere zumindest sagen, dass sie dies tun würden. Auch o.k. natürlich. Wie gesagt: Für jeden bedeuten Geschichten, ihre Anwendungen und Formen etwas anderes. Vor diesem Hintergrund soll der Betrachtungswinkel auf das Thema Storytelling im Rahmen dieser Blogparade so breit wie nur irgendwie möglich sein. Einige Fragen, sozusagen als Orientierung möchte ich den TeilnehmerInnen der Blogparade dennoch mit auf den Weg geben. Sie verstehen sich als Einladung, als Sprungbrett oder auch Inspirationsquelle, von der aus man dann gerne weitergehen kann

  • Wo setzen ich Geschichten ein und warum?
  • Wie sieht mein persönlicher Zugang zu Geschichten und zu Storytelling aus?
  • Worin sehe ich das Potential von Geschichten?
  • Welche Erfahrungen habe ich mit dem Einsatz von Geschichten bislang gemacht?
  • Was gefällt mir daran, wenn mit Unternehmen Geschichten erzählen?
  • Welche Möglichkeiten für Geschichten sehe ich in der internen Unternehmenskommunikation?
  • Welche weiteren Anwendungsbereiche für Geschichte gibt es und welche Erfahrungen habe ich damit gemacht?
  • Welche Möglichkeiten für Geschichten sehe ich in der Kommunikation von Unternehmen nach außen?
  • Was braucht es, damit digitales Storytelling gelingt?
  • Welche Chancen und Möglichkeiten bringt Storytelling im Mitmach-Internet?
  • Wo bin ich mit Geschichten bislang nicht weitergekommen oder gescheitert?
  • Wie oder wo scheitern Unternehmen die Storytelling als neue „Super-Methode“ betrachten
  • Vielleicht gibt es auch den einen oder anderen, der auf seinem Blog seine eigene Geschichte erzählt hat oder ausgelöst von dieser Blopgarade erzählen möchte?
  • Weitere Inspiration gibt die vor einem Jahr stattgefundene Blogparade zum Thema schön zusammengefasst auf Storify

Alle Einreichungen zur Blogparade Storytelling werden hier verlinkt.
Es wäre schön, würde eine rege Debatte zum Thema Storytelling in all seinen Facetten und Spielarten entstehen können. Hier und auf den Blogs der einreichenden BloggerInnen!

#stateofStorytelling
Zudem werden alle Einreichungen auch auf Storytelling Austria auf GooglePlus geteilt. Und einen schönen Hashtag gibt es natürlich auch. Er lautet #stateofstorytelling und kann die Einreichungen auf Facebook und Twitter sehr gerne „verzieren“ : )

Laufzeit und Einreichschluss
Die Blogparade beginnt ab sofort und läuft bis einschließlich Sonntag, den 30. November 2014. Glück auf!

Es grüßt euch,
Ed Wohlfahrt (der sich jetzt gleich an seinen eigenen Beitrag zur Blogparade Storytelling machen wird ; )

Storytelling: No guts no glory!

15. Februar 2014Konflikte in unseren Geschichten funktionieren wie das Salz in der Suppe. Ist zu wenig oder gar keines drinnen, dann fehlt etwas. Was in der Küche oder bei Tisch völlig klar ist, verhält sich dann ganz anders, wenn Menschen oder Unternehmen Geschichten erzählen. Hier deshalb ein paar aktuelle Gedanken zum Thema Konflikte im Storytelling.

Beim Schnitt eines Videos neulich flogen drei Passagen raus. Sie mussten raus. Leider. Der Unternehmer erzählte darin über seine schwersten Stunden. Davon, als die Bank ihm den Geldhahn zudrehte, ein vermeintlicher Partner sein wahres Gesicht zeigte und er Mitarbeiter kündigen musste.

Failure is always the best way to learn, retracing your steps ’til you know, have no fear your wounds will heal. (Failure / Kings of Convenience)

Während er mir das erzählte klang seine Stimme deutlich anders als im restlichen Interview, stellte sich bei ihm ein nervöses Zwinkern ein und wenn man ganz genau hinsah, konnte man erkennen, dass sich seine Nasenflügel weiteten. Wir waren mitten drin in einem Problem, ach was sag ich! dem Problem schlechthin. Es ging nichts mehr und was dann folgte, war ein Umweg, ein langwieriges und schwieriges Unterfangen, das den Betreffenden nicht nur einmal an den Rand des Wahnsinns getrieben hat. Als er ein halbes Jahr später diesen Investor am Telefon hatte und damit endlich wieder Boden unter seinen Füßen verspürte, war es das aber noch lange nicht. Weitere bittere Jahre mussten ins Land ziehen, bis das Unternehmen wieder Leute einstellen konnte und so durchstarten konnte wie niemals  zuvor. Heute steht man in der Zeitung, gewinnt Preise, naja, das Übliche halt.

All das musste im Video wieder raus. Aber für mich sind all das Zutaten, die für unsere Geschichten enormes Potential haben. Nehmen wir diese Episoden heraus, weil wir scheinbar irgendwann gelernt haben, uns immer nur von der besten Seite zeigen zu müssen, servieren wir unserem Publikum Suppen ohne Salz, ohne jeglicher Würze und das schmeckt, wie eingangs erwähnt, fad.

Packende Stories ziehen uns deshalb in ihren Bann, weil eben nicht immer alles glatt läuft, weil Klippen auftauchen, Umwege in Kauf genommen und Lösungen gefunden werden müssen.

Unternehmen dazu zu bringen, über solche konfliktären Situationen zu sprechen, ist gar nicht so einfach. Nicht dass ich es darauf anlegen würde, mir von jeder und jedem ihre dunkelsten Stunden erzählen zu lassen. Hey! Alles kann, nix muss. Ich weiß aber, dass es genau diese Schwierigkeiten, Irrungen, Probleme, diese wahnwitzigen Anstrengungen und Umwege sind, über die wir unser Publikum abholen, es in unsere Geschichte hineinziehen, ja für unsere Zuhörer in Wirklichkeit überhaupt erst interessant werden.

Storytelling braucht Mut
Was ich sagen will, weil ich absolut davon überzeugt bin, ist, dass wir uns in unseren Geschichten mehr trauen sollen. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, die mit ihren geschönten Aussagen in narrativen Kunstwürfen meist alles erreichen, bloß keine richtigen Geschichten. Es fehlt das Salz in der Suppe. Es fehlen die Konflikte. Es fehlen die Protagonisten, die Firmengründer oder meinetwegen der Vorstand, der offen zu einer schweren Zeit des Unternehmens stehen und darüber auch erzählen darf. Wir brauchen also mehr Mut. Das was passieren wird, durfte ich auch schon am eigenen Leib erfahren. Es fliegen einem urplötzlich die Herzen zu, und zwar in einer Qualität, die einen schlicht und ergreifend umhaut. Ein Unternehmen, das durch eine schwere Zeit geht, etwa Leute entlassen muss oder insolvent wird, hat meist andere Sorgen als Storytelling. Geht es dann aber wieder bergauf und geht es darum, wieder Inhalte zu vermitteln, bleiben diese harten Zeiten meist ausgespart. Müssen sie, so wie die kritischen Passagen aus meinem Video wieder raus mussten.

Erfolg zu haben bedeutet oft auch Umwege gehen zu müssen. Über diese Irrungen und Wirren aber auch zu sprechen setzt Mut voraus.

Genau hier bräuchte es den Mut weil ernstgemeinte Geschichten, mit denen wir die Herzen unserer Zuhörer erreichen wollen (scheißegal ob online, offline, multimedial, etc.) diese schwierigen Zeiten eben nicht aussparen sollten. Tun sie das jedoch, nehmen sie uns die Chance anzudocken. Der Text, das Bild oder das Video wird vor dem geistigen Auge weggeklickt durchdringt unseren Filter nicht und geht unter im Gundrauschen. Soviel Zeit haben wir nicht. Soviel Aufmerksamkeit können wir nicht setzen.

Noch ein Problem gibt es, wenn wir auf das Salz in unseren Stories verzichten. Getrauen wir uns nicht, über persönliche Irrungen und Tiefpunkte zu berichten, bringen wir uns selbst auch um die Chance, über den Weg zurück zu erzählen. Es ist dieser steinige und steile Weg, es sind diese Gegenwind-Passagen unseres (Unternehmer-) Lebens und das, was wir taten oder tun, um all diese Klippen zu umschiffen, die uns die Herzen unserer Zuhörer zufliegen lassen. Für den Zuhörer wird so aber auch klar, wie wir uns gewandelt bzw. verwandelt haben von damals auf heute, was wir aus unseren Fehlern, aus schwierigen Zeiten, etc. mitgenommen haben, all das.

Storytelling

Natürlich lassen sich Erfolge über Storytelling wunderbar vermitteln. Vorher sollte der Erzähler aber auch mal schwierigere Zeiten durchgemacht haben. Ansonsten macht er es uns schwer, an seine Geschichte anzudocken bzw. die für uns darin enthaltene Relevanz zu erkennen.

Wenn mir Unternehmen Geschichten erzählen, die mich wirklich packen, die mich an meinen eigenen Weg erinnern, dann macht das für mich einen gewaltigen Unterschied zum gängigen Marketing-Blabla. Alleine, Unternehmen bekommen solche Geschichten in den meisten Fällen NICHT geschenkt wie sich zeigt. Sie müssen schon die Ärmel hochkrempeln und sie uns selbst erzählen. Wäre ja doch zu einfach sonst, oder?!

Dieser Unterschied, den eine gute Geschichte in der Lage ist zu vermitteln, zeigt zeigt sich zumindest bei mir in der Wahrnehmung dieses Unternehmens. In weiterer Folge beispielsweise aber auch am Point of Sale. Stories sind eine wunderbare Möglichkeit, Unternehmen bzw. deren Repräsentanten aus einem anderen Licht und in einer ganz anderen, nicht marketing-getriebenen Tonalität kennenzulernen – ich würde sagen, kennen lernen zu dürfen. Dürfen deshalb, weil ich es als ein Privileg betrachte, von Unternehmen, Einzelpersonen oder von wem auch immer über gute Geschichten adressiert zu werden. Aber dafür braucht’s halt auch das Salz in der Suppe.

Es grüßt Sie,
Ed Wohlfahrt

Anregungen oder weiterführende Gedanken? Ich freue mich von Ihnen zu hören ed@edwohlfahrt.com