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Andreas Khol’s Antrittsvideo unter der Lupe

11. Januar 2016Die Online Videos der Kandidaten zur Wahl des Österreichischen Bundespräsidenten unter der Lupe. Heute an der Reihe: ÖVP Kandidat Dr. Andreas Khol

Ob es schnell hat gehen müssen mit diesem Video? Mit Sicherheit. Und das kann man auch sehen. So gibt es bei Bewegungen Khols einige Male das typische Pumpen des Autofokus. Das Video ist einige Sekunden lang nicht scharf.

Narrative Eisprenkel

Interessant jedoch ist folgendes: Khol macht sozusagen aus der Not eine Tugend und kommt gleich zu Beginn auf den Umstand zu sprechen, dass er hat einspringen müssen. In seiner Formulierung „sicherlich kennen Sie das aus ihrem eigenen Leben – plötzlich kommt eine Herausforderung auf einen zu, mit der man überhaupt nicht gerechnet hat“

Muss man das sagen oder kann man das sagen, wenn man unbedingt will? Warum startet Khol seine Antrittsrede auf Youtube genau mit diesem Satz? Ich denke aber, dass dieses Hinweisen auf eine Situation, wie sie Khol gerade durchlebt, die jedoch auch jeder Zuseher schon einmal erlebt haben dürfte, sehr gut gewählt ist.

Ob das jetzt Storytelling ist oder nicht, sei dahingestellt. Dennoch halte ich es für geschickt, dieser nicht vorteilhaften Situation durch das Andocken an die Erfahrungswelt des Betrachters, ein wenig die Spitze zu nehmen.

Videoqualität und Bildführung

Wie bereits erwähnt, es hat sicher schnell gehen müssen. Einzelnen Sequenzen des Videos bzw. die Schnitte sind vor allem zu Beginn des Videos sehr kurz gehalten und wirken, zumindest auf mich, ein wenig hektisch. Zudem wird z.B. bei 0:13 so stark auf den Kopf fokussiert, dass dieser bis zu den Augen abgeschnitten ist. Auch dies wirkt auf mich wenig präsidial, um es mal so zu formulieren.

In dieser Einstellung verschwindet Khol's Kopf ungewollt.

In dieser Einstellung wird der Kopf des Kandidaten wohl etwas zu stark angeschnitten ;)

Fazit

Khols Video hat mit Sicherheit noch Luft nach oben. Andererseits, die Wahlen finden ja auch erst im April statt bzw. stand das Team im vorliegenden Fall unter starkem Zeitdruck. Der gewählte Einstieg, mit dem der Kandidat Bezug nimmt auf eine Situation, die wohl jeder so oder anders schon mal erlebt hat, finde ich jedoch sehr gut gewählt.

Nachtrag

Wie man der Tageszeitung DER STANDARD vom 12. Jänner 2016 entnehmen kann, war bei Khols Videodreh wirklich Eile angesagt. Laut Standard wurde das Video nur wenige Stunden vor der offiziellen Präsentation des Kandidaten angefertigt. Die grüne Krawatte, die er auch bei der Präsentation trug, lieferte den Hinweis, wen das interessiert ; )

Weitere Informationen zum Kandidaten:
Webseite von Dr. Andreas Khol
Die Seite von Andreas Khol auf Facebook
Der Kanal von Andreas Khol auf Youtube

 

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Irmgard Griss‘ Antrittsvideo unter der Lupe
Alexander Van der Bellen’s Antrittsvideo unter der Lupe

Alexander Van der Bellen’s Antrittsvideo unter der Lupe

11. Januar 2016Wow… Das Antritts-Video des Grünen Präsidentschaftskandidaten Dr. Alexander Van der Bellen spielt im direkten Vergleich mit jenem von Irmgard Griss in einer völlig anderen Liga. Sorry jetzt, doch habe ich …

Wow… Das Antritts-Video des Grünen Präsidentschaftskandidaten Dr. Alexander Van der Bellen spielt im direkten Vergleich mit jenem von Irmgard Griss in einer völlig anderen Liga. Sorry jetzt, doch habe ich mir vorgenommen, mir jedes Video für diesen Post zum ersten Mal anzusehen, damit meine Eindrücke möglichst frisch sind.

Videoqualität und Bildführung

Der Kandidat ist mehr oder weniger ständig in Bewegung, was dem Video viel Dynamik bringt. Die Stimme des Kandidaten kommt aus dem Off und unterstreicht die ebenfalls emotionalisierenden Close-Ups – ich würde sie eher Super-Close-Ups nennen – zusätzlich. HInzu kommt, dass das das Video im ungewohnten Cinemascope-Format daherkommt. Dieses „echte“ Kinoformat verleiht dem gesamten Erscheinungsbild des Kandidaten noch einmal zusätzlichen Glanz.

Narrative Elemente

Auch Van der Bellen erzählt in seinem Video keine Geschichten oder bedient sich Micro-Stories. Das muss er auch nicht, da die Close-Ups gemeinsam mit der aus dem Off kommenden Stimme für genügend emotionalen Schub sorgen.

Fazit

Van der Bellen legt mit seinem Video die Latte wirklich hoch. Genial finde ich insbesondere die Entscheidung, die Schnittbilder mehr oder weniger durchgehend mit seiner Stimme aus dem Off zu unterlegen. Das wirkt wunderbar getragen und dennoch ausreichend präsidial, wie es sich für jemandem gehört, der sich um das erste Amt im Staat bewirbt. Dass man aus der wunderbar smoothen Stimme des Kandidaten etwas Besonders macht, bietet sich zwar an. Dass es dann aber auf so gekonnte Weise umgesetzt wird, ist schon großes Kino.

Qualität zahlt sich aus – gerade auf Facebook!

Dass sich diese Qualität im Videobreich auszahlt, zeigt allein schon die Tatsache, dass Van der Bellens Antritts-Video von seiner Facebook-Seite weit über 5.000 Male geteilt wurde. Auch via Social Media lässt sich so bestimmt eine gute Reichweite erzielen. Insbesondere im jüngeren Publikumssegment.

Facebook Van der Bellen

Beachtlich! Van der Bellens Video schafft es auf über 5.000 Facebook-Shares

Weitere Informationen zum Kandidaten:
Webseite von Alexander van der Bellen
Die Seite von Alexander Van der Bellen auf Facebook
Der Kanal von Alexander Van der Bellen auf Youtube

 

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Andreas Khol’s Antrittsvideo unter der Lupe
Irmgard Griss‘ Antrittsvideo unter der Lupe

Irmgard Griss‘ Antrittsvideo unter der Lupe

11. Januar 2016Im April wählt Österreich einen neuen Bundespräsidenten. Da es mehr oder weniger bereits zum guten Ton gehört, seine Kandidatur mittels Youtube Video bekannt zu geben, habe ich mir diese mal genau angesehen. Den Beginn macht Dr. Irmgard Griss.

Videoqualität und Kameraführung

Wer ganz genau hinsieht, erkennt, dass der Fokus auf das Gesicht der Kandidatin erst nach 16 Sekunden scharf stellt. Dies trifft auch auf Griss‘ Neujahrsansprache zu, wobei das Bild hier bereits schon nach 5 Sekunden scharf stellt. Bei Minute 2:25 fallen mir die etwas unruhige Kameraführung auf. Die Kamera pendelt sich zuerst in der Horizontale dann in der Vertikale ein. Dies fällt auf, weil beim Close-Up im Hintergrund ein Bilderrahmen erscheint, an dessen Rahmen man die Bewegungen der Kamera unschwer erkennen kann.

Ab 3:30 wird Griss richtig gut und authentisch. Sie spricht über ihre Chancen, warum sie antritt, was sie von den anderen Kandidaten unterscheidet und letztlich darüber, was sie anstrebt und will. Das ganze gipfelt im Satz „ich will eine unabhängige Kandidatin aller sein, die eine neue Politik wollen“ Hier kommt Griss für mich wirklich gut rüber, allerdings sind hier bereits die letzten Sekunden des Videos angebrochen.

Das ist einerseits gut, andererseits schlecht. Gut, weil die Kandidatin gegen Ende noch einmal emotionalisiert, den Seher abholt und ihm direkt mitteilt, wofür sie steht. Weniger gut ist dies deshalb, weil diese Charme- und Authentizitäts-Offensive relativ spät kommt. Möglicherweise hätte man diesen Part schon früher im Video bringen und dann darauf aufbauen können.

Narrative Elemente

Der Einsatz von Storytelling, Micro-Stories oder Bildern wäre mir bei Griess‘ Videobotschaft nicht aufgefallen. Soll jetzt keine Kritik sein, führe ich jedoch an, weil ich mir die Videos aller derzeitiger Kandidaten (Stand: 11.1.2016) vor allem auch auf diesen Aspekt hin angesehen habe.

Fazit

Griss präsentiert sich in ihrem Antrittsvideo professionell und vermittelt einen guten Eindruck davon, was man sich von ihr als Bundespräsidentin erwarten könne. Vom Schärfe-Thema abgesehen, ist das Video sehr solide gemacht, wobei das Licht und auch die gute Tiefenschärfe zu nennen sind.

Weitere Informationen zur Kandidatin:
Die Seite von Irmgard Griess auf auf Facebook
Der Kanal von Irmgard Griss auf Youtube

 

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Andreas Khol’s Antrittsvideo unter der Lupe
Alexander Van der Bellen’s Antrittsvideo unter der Lupe

Bundespräsidenten-Wahl 2016: Die Antritts-Videos unter der Lupe

11. Januar 2016Warum beschäftige ich mich mit den Video-Botschaften der Kandidaten zur Österreichischen Bundespräsidentschaftswahl?

PR braucht Video. Wie lange hören wir das bereits? Fünf Jahre oder doch schon länger? Nun ja, ich würde meinen, es kommt darauf an, welche Blogs man liest. US-Amerikanische, britische oder eben halt solche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ach so, Blogs sind ja immer noch out? Sind sie nicht aber egal, zurück zum Thema.

Warum also schaue ich mir die Kandidatenvideos an und gebe meinen Senf dazu?

Na um den Blick zu schärfen und zu lernen. So einfach ist das. Und wenn man genau hinschaut und hört, dann fallen einem zwangsläufig Dinge auf, liest man nach und lernt.

Lernen ist für mich derzeit gerade auch ein riesiges Thema. Ich habe meine Video-Ausrüstung jüngst um eine Panasonic Lumix GH4R erweitert. Der freundliche Büronachbar meinte dazu lapidar: „Na jetzt brauchst du mit dem Porsche ja nur noch fahren zu lernen“.

Wie recht er hat! Aber das tue ich unter anderem damit, dass ich den Machern der Videos von Alexander Van der Bellen, Andreas Khol und Irmgard Griss genau bei der Arbeit zusehe. Und wenn ich das schon mache, dann kann ich bloggen auch gleich drüber. Es könnte schließlich der Fall eintreten, dass jemand etwas dazu sagen, etwas beitragen will.

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Andreas Khol’s Antrittsvideo unter der Lupe
Irmgard Griss‘ Antrittsvideo unter der Lupe
Alexander Van der Bellen’s Antrittsvideo unter der Lupe

Causa Birnbacher: Massive Schockwellen in Sozialen Medien

26. Juli 2012Kärnten versinkt im Korruptionssumpf. Soweit so klar. Steuerberater Birnbacher hat sich erleichtert und dem Land nun wirklich einen Dienst erwiesen. Er hat ausgepackt. Das kann all jenen nur recht sein, …

Kärnten versinkt im Korruptionssumpf. Soweit so klar. Steuerberater Birnbacher hat sich erleichtert und dem Land nun wirklich einen Dienst erwiesen. Er hat ausgepackt. Das kann all jenen nur recht sein, die jetzt reinen Tisch machen wollen. Aber hier gehts nicht um Emotion sondern um die Frage, wie die Kärntner Parteien mit diesem Thema umgehen.

Ich habe mir zweierlei angesehen. Einerseits, wie die Kärntner Parteien auf die pikanten Enthüllungen über soziale Medien reagieren. Andererseits, ob und wenn ja, wie sich das politische Erdbeben in sozialen Medien niederschlägt bzw. wie sich die Kärntner Parteienladschaft in der Krisenbewältigung sozialer Medien bedient.

Disclaimer: Mag. Ed Wohlfahrt ist Berater für Soziale Medien in Klagenfurt und war zwischen 2000 und 2003 Pressesprecher der ÖVP Landesparteileitung.

Dass Bürgermedien wie Facebook, Twitter aber auch die Kommentarfunktion in Foren und auf den Homepages von Tageszeitungen in der Berichterstattung über die Hypo-Causa eine zentrale Rolle spielen, wird etwa bei der Kleinen Zeitung sichtbar. Auf entsprechende Berichte auf der Homepage gibt es derzeit 776 Kommentare. Kommentieren kann hier wohlgemerkt nur jemand, der auch über ein Passwort verfügt. Der Grad an Erregung dürfte also noch ein wesentlich höherer sein. Wie jedoch sehen die Nennungen in sozialen Medien im Einzelnen aus und welche Learnings lassen sich daraus ableiten.

Korruptions-Causa dominiert Berichterstattung
Hier wurden alle Nennungen in sozialen Medien während des vergangenen Monats zum Begriff „Kärnten“ (Inustry) jenen Nennungen gegenüber gestellt, in denen eines oder mehrere der Begriffe „Martinz“, „Rumpold“, „Scheuch“, „Dobernig“, „Birnbacher“, „FPK“, „Freiheitliche Partei Kärnten“ und „Kärnter Volkspartei“ bzw. „ÖVP Kärnten“ (Brands) vorkommen. Es zeigt sich folgendes Bild:

An insgesamt fünf Tagen des vergangenen Monats dominiert die Berichterstattung zur Causa Birnbacher/Hypo die Nennungen zum Bergriff Kärnten, einmal davon massiv. Am stärksten wird der Konnex zwischen dem südlichsten Bundesland und der unappetitlichen Causa gestern, dem 25. Juli 2012, an dem Birnbacher sein Geständnis ausdehnt und Ex-Landesrat Martinz als Parteiobmann zurücktritt. Fazit: Die derzeit über Kärnten stattfindenden Online Gespräche (Facebook, Twitter & Co) werden massiv von der Birnbacher-/Hypo-/Korruptions-Causa überlagert.

Uwe Scheuch dominiert (noch)
Auf eine Schlagwortwolke umgemünzt zeigt sich folgendes Bild.

Hier zeigt sich, dass FPK Landesrat Uwe Scheuch die Berichterstattung (noch) bei weitem dominiert. Dies dürfte sich während der kommenden Tage jedoch „zu Gunsten“ der ÖVP Kärnten bzw. zu ihrem ehemaligen Chef verschieben. Interessant ist auch die Intensität, mit der die involvierten bzw. im Zuge der Berichterstattung genannten Personen in sozialen Medien thematisiert werden. Hier zeigt sich folgendes Bild:

Anfang Juli 2012 dominiert Uwe Scheuch (Industry) wohingegen gestern klarerweise Josef Martinz (Brands) am deutlichsten ausschlägt. Interessanterweise fahren Scheuch und Dobernig in der Berichterstattung des 25. Juli zwar mit, besonders LR Dobernig spielt in sozialen Medien im vergangenen Monat jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Schön für ihn. Insgesamt erzielt Martinz im abgelaufenen Monat 256, Uwe Scheuch 474 und Harald Dobernig gerade mal 128 Nennungen in sozialen Medien.

Von den Grafiken mal abgesehen. Wie wirken sich die aktuellen Entwicklungen auf die politische Kommunikation und hier vor allem auf die Online Kommunikation der Parteien aus?

Parteibüros befinden sich in Schockstarre
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Posts tritt gerade mal Landesrat Dobernig (FPK) über sein Facebook-Profil in Aktion.

Interessant dabei: Auf der Facebook Fanpage der FPK gibt es bislang keinerlei kritische Postings. Dies könnte auch damit zu tun haben, dass das Feld „Inhalte anderer Nutzer“ vorsorglich entfernt oder schlicht gar nicht aktiviert war. Andes die Situation bei der ÖVP. Hier dürfen Fans in dieses „Inhalte anderer Nutzer“-Feld posten und machen von dieser Möglichkeit auch Gebrauch. So stark, dass die ÖVP Online Kommunikation das eine oder andere Postings bereits gelöscht hat und dafür kritisiert wurde.

Als Reaktion darauf wird mit Copy-Paste immer auf die selbe OTS-Aussendung verwiesen, eine Praxis wie sie auch bei der FPK gepflogen wird. Klar ist Sommer, klar ist Urlaubszeit. Soziale Medien und die davon ausgehende Echtzeit-Kommunikation kennt diese Worte jedoch nicht bzw. lassen sich Diskussion mit Copy-Paste nicht mehr stoppen.

Archive werden zur Waffe
Die Rache des Journalisten ist sein Archiv, heißt es so schön. Bloß sind es jetzt Nutzer wie du und ich, die recherchieren und immer öfter auch fündig werden. Diese Fundstücke werden dann genüsslich auf Facebook & Co gepostet. Links zu kappen, Berichte oder Videos offline zu nehmen funktioniert heute nicht mehr. Mit der Veröffentlichung landen sie sofort auch in den vielen privaten Archiven, in denen im Anlassfall eifrig gekramt wird.

Partei-Inhalte werden zum Bumerang
Aber auch die eigenen Aussagen der Parteien verbreitet über Social Medie Kanäle werden in Zeiten wie diesen leicht zum Bumerang wie dieses Video beweist. Parteien sind schlicht und einfach nicht mehr in der Lage, solches Material, das mittlerweile gegen sie verwendet wird, zu löschen oder ungeschehen zu machen. Es ist draußen, zig mal auf privaten Rechnern gespeichert und stellt damit ein wirksames Instrument der Agitation dar.

Fans tragen die Debatte auf Partei-Fanpages
Finden Fans auf Facebook die Möglichkeit vor, sich auf den Pages der Parteien zu äußern, so tun die dies. Das Deaktivieren dieser Möglichkeiten ist jedoch – oh Wunder! – kein Garant dafür, dass die Fanpages frei bleiben von kritischen Meldungen. So gehen die Fans dann einfach dazu über die Kommentarfunktion zu nutzen. Auch wenn der von der Partei gepostete Ursprungs-Inhalt gar nicht dazu passt. Für aufgebrachte User ist dies weder Grund noch Hindernis. Ein Umstand, von dem man sich auf der Fanpage der ÖVP-Kärnten überzeugen kann. Hier erscheinen (alte) Postings als Off-topic, zumindest aus Sicht der Fans.

Landespartei sind Diskussion nicht gewachsen
Bzw. stellen sich dieser Diskussion nur zu einem geringen Teil. Selbst bekannt wortgewaltige Social Media Nutzer wie ÖVP-Clubobmann Stephan Tauschitz melden sich auf Facebook nicht mehr zu Wort. Im Gegenteil. Wie ich gerade erfahre, gab es gestern vom Blog von Stefan Tauschitz noch einen funktionierenden Link auf den ÖVP eigenen Hypo-Abschlussbericht. Heute präsentiert sich die eigens zur Veröffentlichung dieses Berichts angelegte Homepage in schickem weiß.

Klar kam das Birnbacher-Geständnis gestern überraschend. Dennoch zeigt sich, dass die Parteien noch immer lieber mit APA-OTS arbeiten, als dass sie soziale Medien als integralen Bestandteil ihrer Kommunikation sehen und verwenden würden. Dies bedeutet, dass sie von einzelnen Social Media Evangelisten innerhalb ihrer Reihen abgesehen offenbar noch nicht jene Strukturen aufgebaut haben, die sie dazu benötigen würden, sich Krisen wie der vorliegenden aktiv zu stellen. Die Parteien waren bzw. sind dafür einfach noch zu langsam.

Disclaimer: Mag. Ed Wohlfahrt ist Berater für Soziale Medien in Klagenfurt und war zwischen 2000 und 2003 Pressesprecher der ÖVP Landesparteileitung.

 

Stop s37: Eine Bürgerinitiative im Social Web

13. November 2009Es war gar nicht leicht, meinen Gesprächspartner davon zu überzeugen, mir über die Kommunikationsarbeit der Bürgerinitiative zu erzählen. Mit PR-Agenturen hätte man bereits schlechte Erfahrungen gemacht, hieß es. Einige eMail …

Es war gar nicht leicht, meinen Gesprächspartner davon zu überzeugen, mir über die Kommunikationsarbeit der Bürgerinitiative zu erzählen. Mit PR-Agenturen hätte man bereits schlechte Erfahrungen gemacht, hieß es. Einige eMail und Telefonate später saß dann Hans Stocker bei mir auf der Couch und erzählte aus dem spannenden Innenleben der Bürgeriniative Stop s37, die in ihrer Kommunikationsarbeit auch auf Social Media setzt. Danke für das Vertrauen! 

http://www.youtube.com/v/1BMZA7ffqE4&hl=de_DE&fs=1&

Wer oder was ist stop S37? s37 Steht für die Schnellstraßenverbindung zwischen Klagenfurt in Kärnten und Judenburg in der Steiermark, die laut den Plänen der ASFINAG (Autobahnen- und Schnellstraßen- Finanzierungs- Aktiengesellschaft) streckenweise zu einer Autobahn ausgebaut werden soll. 

http://www.youtube.com/v/717_2Wd6DBw&hl=de_DE&fs=1&

Entlang der Straße haben sich bislang in Summe 16 Bürgerinitiativen gebildet, die gegen dieses Vorhaben auftreten. Mit teils unkonventionellen Mitteln, wie bemalten Strohballen und Transparenten, die entlang der Schnellstraße aufgestellt wurden und auf das Anliegen der Bürgerinitiative hinweisen.

Einige Aspekte sind für mich besonders wichtig

a) Social Media wird von der Bürgerinitiative dafür eingesetzt um die Mainstream-Medien zu informieren jedoch vor allem auch dazu, um quasi an ihnen vorbei die eigene Story zu lancieren

b) Die Bürgerinitiative schielt mit seinen Web 2.0 Aktivitäten gar nicht auf ein Massenpublikum. Die Leute die man bereits jetzt damit erreicht jedoch wären Key-Influencer. Die mit diesen Key-Influencern entstehenden Netzwerkeffekte wiegen den Einsatz an Zeit und Mittel jedoch mehr als auf, so mein Gesprächspartner.

Ich habe mich damals auf der Uni ein wenig mit sogenannten "neuen Sozialen Bewegungen" beschäftigt. Ein hoch spannendes Thema übrigens! Doch die Kosten, die diese Bewegungen vor 20 Jahren für ihre Aktivitäten, Flugzettel, Zeitungsinserate aufzuwenden hatten, müssen beträchtlich gewesen sein. Dieser Umstand hat sich heute massiv gewandelt. Wenn man sich ansieht, wie sich die Bürgerinitiative Stop s37 und zahlreiche andere heimische (Protest-) Bewegungen der Sozialen Medien annehmen, so bedeutet diese weitreichende Folgen für die Kommunikation von Unternehmen, Marken und Agenturen. Wenn sich Gespräch, wenn sich Aktivismus immer stärker virtualisiert, dann muss dieser Umstand auch in der Unternehmenskommunikation entsprechend berücksichtigt werden, will man den Zielsetzungen strategischer Kommunikation wie beispielsweise gegenseitiges Verständnis Verhaltensänderung, Information, Dialog, etc. gerecht werden. Genau um das ging es mir hier.

Sorry für die Video Qualität. Das geht beim nächsten Mal besser…Auch den Kärntner Slang werde ich mir beim nächsten Mal verkneifen. Schließlich hört ja hier die ganze Welt zu :)

Die Videoqualität ist jetzt perfekt. Danke dafür an Daniel Gollner aka GutsyHeron!

YouTube Kanal s37 Nein Danke
YouTube Kanal von Herrn Stocker

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