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Online Empfehlungen 2015: Wie relevant ist Yelp?

10. Juli 2015Bewertungen und Empfehlungen sind die neue Währung des Internets. Ob die Empfehlungsplattform Yelp für Ihr Unternehmen Sinn macht? Nach diesem Post wissen Sie es!

Es ist Sommer. Viele Menschen suchen ihnen unbekannte Orte auf. Viele dieser Personen wollen ihr Mobiltelefon nicht nutzen, da Roaming-Gebühren anfallen. Andere tun es, da sie über Europa-Tarife verfügen. In wenigen Jahren ist Roaming dann Vergangenheit.

Bewertungen auf Yelp Österreich

Wir werden dann also noch viel stärker auf mobile Dienste zugreifen, die uns dabei helfen, unsere nächste Umgebung kennenzulernen. Egal ob daheim oder von unterwegs. Yelp ist ein Dienst, der uns dabei unterstützt.

Was genau tut Yelp?

Die Bewertungs- und Empfehlungs-Plattform Yelp verbindet ihre Nutzer mit lokal ansässigen Unternehmen und Geschäften. Nutzer können hier ihre Erfahrungen posten, sich mit anderen vernetzen oder einfach nur nach den Tipps anderer suchen.

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Die auf Yelp abgegebenen Kommentare durchlaufen einen automatisierten Bewertungsprozess und werden dann auf unterschiedliche Art angezeigt. Dieses Video erklärt den Vorgang.

Achtung: Yelp kann zicken!

Als Geschäftsinhaber kann es Ihnen also passieren, dass Sie zwar 30 Bewertungen auf Yelp haben, dass davon aber lediglich fünf angezeigt werden. Problematisch daran ist vor allem, wenn eines oder gar mehrere dieser Kommentare negativ oder teilweise negativ sind.

Nun einfach zu versuchen, positive Bewertungen nachzuschieben ist auch keine Lösung. Schließlich entscheidet der vorgeschaltene Validierungs-Prozess darüber, ob Yelp die neu hinzukommenden Bewertungen ins Töpfchen oder eben ins Kröpfchen gibt. Also ob sie angezeigt werden oder nicht.

Wer nutzt Yelp? Deutschland vs. Österreich

Um die Fragen nach der Relevanz von Yelp besser klären zu können, hilft ein Blick auf die Zahlen. Grundsätzlich ist zu sagen, dass Yelp in Deutschland eine wesentlich größere Rolle spielt bzw. weiter verbreitet ist, als hier in Österreich. Wie aber sieht der durchschnittliche Nutzer aus?

deutsche Yelp-Nutzer

So sieht er aus, der durchschnittliche Nutzer der Bewertungsplattform Yelp in Deutschland

Bereits hier zeigt sich, dass deutsche Yelp-Nutzer, etwa deutsche Urlauber, die ab 2017 keine Roaminggebühren mehr bezahlen müssen, eine interessante Klientel darstellen. Für lokale Kaufleute ebenso wie Restaurant- und Cafehausbesitzer. Gemeint sind sowohl der überdurchschnittliche Bildungsgrad, als auch die Einkommenssituation. Yelp-Nutzer sind finanziell entsprechend gut gepolstert.

In der Intensität, mit der Yelp genutzt wird, zeigen sich zwischen Österreich und Deutschland gravierende Unterschiede. Während Yelp in Österreich klapp 100.000 Visits erzielt, hat die Seite in Deutschland im selben Zeitraum (10. Juni bis 9. Juli 2015) 686.000 Visits.

Yelp erzielt in Deutschland zwischen zwischen 10. Juni und 9. Juli über 600.000 Visits

Yelp spielt in Österreich eine wesentlich geringere Rolle als in Deutschland. Hier die Visits im Zeitraum 10. Juni – 9. Juli 2015

Yelp Nutzerschaft Österreich vs. Deutschland

Mit über 600.000 Visits ist Yelp in Deutschland eine große Nummer unter den Bewertungs-Plattformen. Hier die Visits im Zeitraum 10. Juni – 9. Juli 2015

Nun jedoch die alles entscheidende Frage. Was bringt es einem Geschäftsinhaber, mit seinem Geschäft auf Yelp vertreten zu sein, was bringt es, seine Kunden aktiv um das Hinterlassen einer Bewertung zu ersuchen?

Wo werden Yelp-Einträge sichtbar?
Fragen iPhone Benutzer ihren persönlichen Assistenten Siri, so spuckt dieser auf entsprechende Fragen neben Ergebnissen von Trip-Advisor auch Yelp-Einträge aus. Das ganze sieht dann so aus:

Yelp Einträge tauchen zudem im Sperrbildschirm von HTC-Mobiltelefonen der Marke HTC One M9 auf. Die Nutzer dieser Handymarke können sich automatische Empfehlungen von Yelp hinsichtlich lokaler Geschäfte aus den Kategorien Resaturant, Essen & Trinken, Nightlife und Lokales anzeigen lassen. Klar, dass die Yelp-Einträge auch auf der Apple iWatch mit von der Partie sind.

Und eben nicht zu vergessen Yelp Webseite und App. Wenn wir in einen Ort fahren, wenn wir uns erkundigen, wählen wir neben TripAdvisor, GoogleMaps und GooglePlaces und anderen nützlichen Tools auch die Yelp-Webseite, stoßen über Google Suchanfragen auf Yelp-Einträge oder nutzen die Yelp-App.

Sichtbarkeit auf Yelp ist günstig zu haben – noch

Ein Blick in die Innenstädte von Klagenfurt, Graz und Salzburg zeigt: Wenige haben Yelp auf dem Radar. Dies bedeutet für Geschäftsinhaber vor allem, dass es derzeit noch relativ einfach ist, aus der Masse hervorzustechen. Den von Ihrem Betrieb angelegten Eintrag offiziell zu machen ist einfach:

Ed Wohlfahrt auf Yelp

Weiter geht es dann damit, möglichst relevante Bilder und eine Beschreibung online zu stellen. Werbung zu schalten, um Sichtbarkeit zu bekommen, würde ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht tun.

Meistens reichen die hier beschriebenen Dinge (Fotos, Beschreibungen, Bewertungen) völlig aus, um, wenn schon nicht ganz nach oben, so zumindest weit nach oben zu kommen in den Yelp-Ergebnisseiten.

Fazit: Yelp besitzt Relevanz

Bewertungen auf Yelp bringen lokal ansässigen Unternehmen Sichtbarkeit und haben damit Relevanz. Ob auf Android-Handy oder am iPhone, Yelp-Empfehlungen sind auf vielen Mobilgeräten auch dann mit dabei, wenn die Yelp-App nicht installiert ist. Mit ein Grund, warum Unternehmen aus dem Handel-, Service- und Dienstleistungsbereich die Empfehlungsplattform im Auge behalten bzw. die halbe Stunde, die das Anlegen eines Benutzers kostet, investieren sollten.

Sieben Tipps für Ihren Start auf Yelp

1. Claimen Sie Ihr Unternehmen
Dies bedeutet nicht mehr oder weniger, als dass Sie auf Yelp nach Ihrem Unternehmen suchen sollten. Finden Sie es bereits als Eintrag vor, sollten Sie Yelp sagen, dass er Ihnen „gehört“. Um dies tun zu können, legen Sie sich hier einen Yelp Nutzer an. Übrigens: Der Familienname wird nie voll angezeigt. Mein Yelp-Nutzer heißt demnach Ed W.

2. Stellen Sie relevante Infos bereit
Öffnungszeiten, Telefonnummer, Adresse, besondere Spezialitäten, Firmengeschichte, Gründungsjahr, Aktionen, etc.. All das können und sollen Sie hier einpflegen. Auch Backlinks zu Ihrer Webseite machen natürlich Sinn.

3. Sorgen Sie für erste Kommentare
Ein Yelp-Pickerl auf der Speisekarte oder am Eingang, tut niemandem weh, es ist aber ein Wink für Yelp-Nutzer. Um dem ganzen ein wenig Schub zu verleihen, können Sie vielleicht den einen oder anderen Gast fragen, ob er Yelp nutzt. Wenn ja, warum dann nicht auch für Ihr Geschäft?

4. Empfehlen Sie selbst!
Je besser Sie selbst mit Yelp umgehen können, desto besser für Ihr Business. Vor diesem Hintergrund macht es Sinn, Ihre eigenen Empfehlungen zu veröffentlichen. Damit Sie selbst ein besseres Gefühl für Yelp bekommen, holen Sie sich die Yelp-App für Iphone oder Android bzw. die Yelp-App für Geschäftsinhaber für iPhone oder Android.

5. Machen Sie auf sich aufmerksam!
Das Yelp-Logo auf Ihre Webseite zu pflanzen ist technisch überhaupt kein Problem. Sie können es nicht nur direkt zu Ihrer Unternehmensseite verlinken, sondern laden Besucher Ihrer Webseite auch gleich zu Feedback ein. Für jeden ist somit ersichtlich, dass Ihr Geschäft auf Yelp ist und dass es hier die Möglichkeit gibt, Feedback loszuwerden.

kostet nix bringt viel

6. Behalten Sie Ihre Empfehlungen im Auge
Von Zeit zu Zeit die eigene Yelp-Niederlassung zu besuchen, macht absolut Sinn. Über die zuvor genannte App für Geschäftsinhaber lässt sich das vom eigenen Telefon aus bequem erledigen. Über diesen Weg können Sie auch mit Kunden in Dialog treten, Feedback geben und vieles andere mehr.

7. Alles in allem: Bleiben Sie vorne
Auch oder gerade eben auch über eine bessere Sichtbarkeit Ihres Unternehmens auf Yelp.

Facebook: Mit Hashtags Nutzen stiften

17. Juni 2013Facebook bringt jetzt also Hashtags. Kennen wir doch schon lange, werden die einen sagen. Die anderen fragen sich zu recht, was es damit jetzt wieder auf sich hat. Ich freue mich darüber, weil mir die Hashtags ermöglichen, Information schneller zu erfassen und wenn gewünscht weiter in die Tiefe zu gehen. Und vorweg: Facebook macht für mich mit Hashtags absolut mehr Sinn als ohne.

Hier geht es mal nicht um die Erklärung, was ein Hashtag kann und will, sondern darum, wie sich kleinere und mittlere Unternehmen die Funktionalität zunutze machen können. Große Unternehmen freuen sich jetzt natürlich über eine neue Möglichkeit, ihre Kampagnen zu begleiten, aber was hat die Marke Kärnten, der Edelkleider-Schuppen oder der Hersteller hochwertiger Mountainbike-Rahmen davon?

Unternehmen dieser Größer sind selten dazu in der Lage, Trends zu setzen oder so viel Werbe-Kohle in eine Kampagne zu pumpen, als dass es Sinn hätte, einen eigenen Hashtag hochzuziehen. Was also machen diese Unternehmen aus der neuen Hashtag-Funktion auf Facebook? Unternehmen dieser Größe bleibt meiner Einschätzung nach nur die Möglichkeit, auf bestehende Hashtags zu reagieren. Ähnlich wie auf Twitter werden sich möglicherweise auch auf Facebook sogenannte „trending Topics“ ausmachen lassen. Es handelt sich dabei um jene Hashtags, die zum aktuellen Zeitpunkt an häufigsten und/oder von vielen Usern benutzt werden.

Trending Topics auf Twitter

Unternehmen die nicht Nike oder BMW heißen können über "Trending Topics" vor relevanten Hashtags erfahren, einschätzen, ob sie zu diesem Hashtag ebenfalls etwas zu sagen haben und diese dann tun

Ok. Wenn ich diese Themen, rund um die sich zu einem gegebenen Zeitpunkt viele Gespräche ranken, kenne, so gibt mir diese die Möglichkeit, an diesen Gesprächen unter Verwendung des betreffenden Hashtags ebenfalls teilzunehmen und dadurch auf dieses Gespräch oder dieses Thema zu referenzieren. Was das voraussetzt ist zweierlei. a) Ich muss über das, was Hashtags sind und meinen bescheid wissen b) ich muss Hashtags beobachten und dann richtig entscheiden.

Auf Facebook nach Hashtags suchen
Nachdem ich eine „Trending Topics“-Funktion auf Facebook noch nicht kenne, bleibt vorerst nur, nach Hashtags klassisch zu suchen. Also oben im Suchfenster einen Begriff eingeben z.B. „Hashtag“ – ohne Gänsefüßchen natürlich 😉 und dann nicht auf „Enter“ sondern auf das Lupen-Symbol klicken. Dann rechts in der Seitenleiste auf „Öffentliche Beiträge“ und die Suche spuckt all jene Beiträge von Facebook-Nutzern aus, die diesen Hashtag verwendet haben. Praktisch!

Hashstags: Trittbrettfahren aber richtig
Jeder der schon mal ein BarCamp veranstaltet oder z.B. eine größere Tagung via soziale Medien begleitet hat, kennt folgendes Phänomen: Sobald es eine gewisse Anzahl an Tweets zu einem bestimmten Hashtag gibt, melden sich unter diesem auch schon Vertreter des schlüpfrigen Gewerbes, Multi Level Marketer oder andere Trittbrettfahrer. Ihre Postings haben dann natürlich keine thematische Relevanz, sondern promoten etwas anderes, landen aber dennoch am Schirm jener, die einen bestimmten Hashtag mitverfolgen.

Als Trittbrettfahrer also genau diesen Weg zu gehen, halte ich für widersinnig, verwerflich und doof, sagen wir einfach Spam dazu. Intelligenteres Trittbrettfahren über einen bestimmten (Facebook-) Hashtag könnte z.B. so aussehen, dass ein regionaler Anbieter für Daten- und Computersicherheit den Hashtag #PRISM benutzt, um auf einen für ihn wichtigen Punkt, möglicherweise auch auf ein besonders relevantes Produkt hinzuweisen. Ich denke, dass ein solches Trittbrettfahren wesentlich mehr Sinn haben kann, weil es ja den, einem bestimmten Hashtag zuhörenden Adressaten, und seine möglichen Bedürfnisse zumindest nicht ganz aus den Augen lässt.

Hier noch ein paar abschließende Tipps zum Umgang mit Hashtags:

1) Manfred Mustermann nicht überfordern!
Vielleicht wird nicht jeder Faneiner Seite sofort wissen, wie er mit Hashtags umgehen soll. Ich denke, dass Betreiber einer Facebook-Seite nichts falsch machen, wenn sie ihren Nutzern das Prinzip mal eingehend klar machen. „Hi Leute, wir verwenden für unsere Postings ab sofort Hashtags. Sieht so aus. Der Nutzen für euch liegt hier, hier und hier.

2) Die Hashtag-Kirche im Hastag-Dorf lassen
Toll, dass es jetzt Hashtags gibt. Aber lassen wir die Kirche doch lieber im Dorf. Pro Status-Update würde ich es bei zwei bis maximal drei Hashtags belassen. Weniger ist schließlich mehr und letztlich schickt man Besucher über einen Hashtag ja auch irgendwie fort. In einen separaten Frame zwar, den man einfach wieder schließen kann und so auf die ursprüngliche Seite zurückkehrt, aber immerhin.

3) Mit Hashtags Nutzen stiften
Ich würde Hashtags vor allem dann einsetzen, wenn ich meinen Fans dadurch nützlich sein kann, für Sie Information besser aufbereite, etc. Vielleicht kann ich als Unternehmen durch den Einsatz von Hashtags auch am Spaßfaktor meiner Fanpage drehen. Kreativität ist auch nicht verkehrt.

4) Bestehende Debatten nutzen
Zu sehen, was gerade läuft, welches Thema gerade diskutiert wird, ist clever. Noch cleverer ist der, der sich dann überlegt, ob und wenn ja, was genau er dazu zu sagen hat. Gibt es hier ein zündende Idee, gibt es hier etwas, mit dem man eine bestehende Debatte ergänzen oder gar bereichern kann, dann schnappe ich mir den betreffenden Hashtag und nutze ihn nach allen Regeln der Kunst.

5) Neue Hashtags einführen
Das werden jetzt viele Nutzer und Betreiber von Fanseiten tun. Weitergetragen bzw. von anderen genutzt werden diese eigenen Hashtags jedoch nur dann, wenn sie in den Augen anderer Sinn haben. Dann und nur dann, können auch die Hashtags kleinerer Unternehmen oder von Menschen wie du und ich massenwirksam sein. Wenn es also etwas gibt, was Sie bzw. Ihr Unternehmen sagenhaft einzigartig macht, warum diese Einzigartigkeit nicht auch durch einen Hashtag ausdrücken? Vielleicht kann auch die Core-Story Ihres Unternehmens auf einen Hashtag zugespitzt weden?

Hm… wer kann sich das vorstellen bzw. traut sich aus dem Schützengraben? Vorschläge, Wünsche, Beschwerden und Anregungen sehr gerne erbeten!

Facebook Monitoring: So gehts!

21. September 2010Nirgends lernt man so viel wie am Kunden, heißt es. Bedeutet, dass sich bestimmte Fragen erst gar nicht stellen, würde einen der Kunde nicht darauf bringen. So geschehen gerade eben. …

Nirgends lernt man so viel wie am Kunden, heißt es. Bedeutet, dass sich bestimmte Fragen erst gar nicht stellen, würde einen der Kunde nicht darauf bringen. So geschehen gerade eben. Eine schöne neue Fanpage wurde aus der Taufe gehoben und den Fans alle Möglichkeiten geboten, die man auf Facebook so vorfindet. Wobei es interessant ist zu sehen, dass manche Unternehmen Fanpages eröffnen, ihren Fans hier jedoch nicht zumuten, aus dem Vollen zu schöpfen. Also bekommen sie einen Knebel dergestalt, dass sie das eine oder andere nicht dürfen. Also z.B. Links teilen oder Fotos hochladen, etc. Und dann wundern sich Unternehmen womöglich, dass sie mit ihren Fans so schwer ins Gespräch kommen…. Wäre wohl ein eigenes Posting wert dieses Thema. Jetzt aber nur Sidestep weil ich auf etwas ganz anderes hinaus will. 

Vor ein paar Wochen zeigte die Facebook Fanpage von Dunkin Donuts schlüpfrige Bilder spärlich bekleideter Frauen. Das Unternehmen benötigte 12 (!) lange Stunden, bis es davon Wind kriegte, seine Fanpage säuberte und sich bei den Fans entschuldigten (mehr dazu gibt es am Shifters-Blog oder bei Mizz Information)Das ist zu lange, keine Frage. Andererseits: Kann man dem Community-Manager daraus wirklich einen Strick drehen? Wohl kaum!

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Facebook bietet für die professionelle Beobachtung der eigenen Fanpage nämlich genau gesagt GAR NICHTS. Und das sollte man sich bei aller Euphorie klar vor Augen halten. Was heißt das? Zum Beispiel, dass Fans der Seite in älteren Beiträgen (die vielleicht nicht so im Gesichtsfeld des Community-Managers stehen…) kritische Dinge sagen bzw. Inhalte posten können, die gänzlich unentdeckt bleiben. Ich beobachte die Fanpage eines Kunden gerade intensiv und sehe erst jetzt, dass selbst hier fast täglich Spam-Postings auftauchen. Postings im übrigen, die immer weiter zurück liegende Beiträge betreffen.

Ok. Facebook bietet eine saubere Monitoring Lösung für Firmenkunden derzeit (noch) nicht an. Die sich auf Facebook bewegenden Unternehmen stehen dennoch in der Pflicht, hier die Augen offen zu halten, sodass ihnen nicht ähnliches widerfährt wie dem US-Amerikanischen Donut Produzenten. Und das ganz unabhängig davon, ob Facebook bei seiner Funktionalität nun nachbessert oder nicht. Der Vorgesetzte wird sich im Fall des Falles mit einem säuerlichen "Sorry aber das hab ich nicht gesehen…" des Community-Verantwortlichen wohl nicht zufrieden geben.

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Die Lösung die ich gefunden habe nennt sich Conversocial. Die Software liefert mir für jeden neu hereinkommenden Kommentar, aber auch für jedes Posting auf der Wall einen E-Mail Alert. Das ist praktisch, weil ich so einen guten Überblick habe, wer auf der Fanpage wann was sagt. Und darum geht es im Grunde! Und von noch einem anderen Problem erlöst mich Conversocial: Wer schon mal versucht hat, das Posting eines Fans zu löschen, der muss sich quer durch seine Fanpage hangeln, bis er nach langem Suchen findet, was er sucht. Mit Conversocial hat man jedoch alle Postings im Überblick und kann von dieser Überblicksseite aus bequem einzelne Postings freischalten, zuweisen oder löschen. Sehr gut ist auch die eingebaute Möglichkeit, direkt aus dem Cockpit heraus zu reagieren, also eine öffentliche Antwort auf der betreffenden Fanpage zu verfassen ähnlich wie das die Engagement Console von Radian6 kann.

Ich teste Conversocial jetzt mal 30 Tage gratis. Es sieht jedoch sehr danach aus, dass ich danach die Kreditkarte zücken werde.

Update: Und gerade sehe ich auf Dunkin Donut wieder schlüpfrige Bilder… Hm. Sie wurden erst vor zwei Stunden gepostet. Aber immerhin. Die Uhr tickt. Conversocial dürfte das Unternehmen noch immer nicht verwenden, sonst wären die Inhalte wohl schon längst entfernt. Wobei… ich kenne deren Social Media Policy bzw. deren Kommentarrichtlinien natürlich nicht. Vielleicht mag Dunkin Donut solche Postings oder findet zumindest nichts dabei. Wäre möglich

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British Petrol: Best Practice der Online Krisen-PR?

18. Mai 2010Am Digital Affairs Blog entdeckte ich vor ein paar Tagen den Post Best Practice in der Krisenkommunikation. Er beschäftigt sich mit der Ölpest im Golf von Mexiko und kommt zum …

Am Digital Affairs Blog entdeckte ich vor ein paar Tagen den Post Best Practice in der Krisenkommunikation. Er beschäftigt sich mit der Ölpest im Golf von Mexiko und kommt zum Schluss, dass BP relativ flott zur Stelle war, als es darum ging, seine Version des Ölunfalles zu erzählen. Dies tat es nicht nur klassisch sondern mit der eigens auf den Vorfall mit elf Toten zugeschnittenen Dark-Site namens Deepwater Horizon Response

Auf der Seite laufen die Infos verschiedener Social Media Kanäle zusammen unter anderem von Facebook, Twitter, Flickr und YouTube. Toll würde man meinen, und meinte ich im übrigen auch. Heute nach Lektüre von Karsten Füllhaas' ausgezeichnetem Überblicksartikel, der den für BP eingetretenen Reputationsschaden analysiert und vor allem von einem Artikel in der Zeit Online, in dem das Unternehmen und seine Kommunikationsansträngungen gar nicht gut wegkommen, blicke ich auf den Ölkatastrophe und die Reaktion von BP etwas differenzierter. Und dieser Blick, es handelt sich dabei um mein zweites Hinsehen, ist wirklich nötig, sieht man sich an, welche Inhalte das Unternehmen transportiert, was seine Exponenten auf Twitter sagen (bzw. was nicht) und führt man sich das Ausmaß der Katastrophe für Mensch und Tier vor Augen. 

Nun, wie sieht es aus mit diesen Inhalten? Was tut der Ölkonzern im Social Web? Welche Geschichten versucht er zu lancieren und welche Reaktionen löst er damit aus. BP befindet sich in einer Zwickmühle. Der Konzern muss kommunizieren, soviel steht fest. Über das "wie" jedoch scheint intern ein Kampf zwischen Kommunikations- und Rechtsabteilung entbrannt zu sein. Und hier finde ich extrem clever, was ich im Zuge meiner Recherchen irgendwo gelesen (jedoch nicht abgespeichert…) habe. In einer solchen Auseinandersetzung tendieren Eigentümer dazu, der Rechtsabteilung den Vorzug zu geben. Und diese hängt nicht selten der Meinung an, besser weniger zu sagen als zu viel. 

Was mir noch auffällt, ist die typische PR-Reaktion, die sich hier eben auch am Beispiel Ölkrise zeit. Die Reaktion lautet, möglichst schnell wieder in die Positivkommunikation zu steuern. Das ist aus Sicht des Unternehmens natürlich nötig und jeder PR-Treibende würde ähnlich handeln, denke ich. Die Frage, die ich mir stelle, ist nur die, ob das Unternehmen und seine PR-Leute den richtigen Zeitpunkt dafür gefunden haben.

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Sieht man sich zB die auf Flickr veröffentlichten Bilder an, so sprechen bzw. spachen diese bis vor kurzer Zeit die Sprache "He wir haben alles im Griff, wir machen sauber und strengen und dabei an wie verrückt". Die Aufräumarbeiten und die Anstrengungen von BP waren über weite Strecken zentraler Kommunikationsinhalt. Ölverklebte Seevögel wollte man dann aber doch nicht so wirklich. Die Aussage "Wir haben alles im Griff, bzw. Schaut her was wir alles tun" halte ich zumindest für die über Flickr laufende Kommunikation aufrecht, weil ich mir hier alle Bilder ansehen konnte. Genau diese Darstellung stößt jedoch vielen auf, die zu recht wie ich denke behaupten, dass der Ölkonzern nichts, aber auch wirklich gar nichts im Griff hat. Immer noch strömen z.B. Tonnen von Öl aus…

Kritisiert wurde unter anderem auch, dass der Sprecher der deutschen BP über seinen Twitter Steam lange Zeit nur Links auf Zeitungsberichte transportierte, die dem Unternehmen zu Gesicht standen, ja in einem Tweet sogar davon sprach, dass um Versachlichung gehen würde. 

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Versachlichung…. das wünscht sich das Unternehmen bestimmt, keine Frage. In einem Kommunikationsumfeld, in dem die Sachlichkeit aber nicht genuin vorausgesetzt werden kann, wie dem Social Web, ist das jedoch ein frommer Wunsch.

Noch etwas fällt mir auf: Das Unternehme hat mit der raschen Veröffentlichung seiner Dark-Site zweifellos einigen Applaus geerntet. Um als Best Practice durchzugehen reicht das aber nicht. Um genau zu sein, nicht mehr. Heute kommt es so offensichtlich nicht mehr nur darauf an, Social Media Kanäle zu "bespielen". Viel wichtiger ist es, sie mit den richtigen Inhalten und Botschaften zu bespielen. Und das wird in der Krise deutlicher als irgendwo sonst. Zu sagen, wow, die machen aber eine tolle Social Site zur Ölpest ist der erste Schritt. Der zweite lautet jedoch: Gut, und was genau wird über diese Kanäle kommuniziert?! Das was ein Global Player wie BP tut, das was er sage und das was er nicht sagt, liegt nicht zuletzt dank sozialer Medien auf der Goldwage. Nicht mehr länger nur auf der Goldwaage einer Handvoll Redakteure, nein! auf der Goldwaage der Massen, um genau zu sein. Und genau dieser Aspekt dürfte BP hier nicht ausreichend klar sein, Social Media Icons und Response-Site hin oder her.

Human Resources Management via Social Media

27. Oktober 2009Es ist schon ein paar Jahre her, da saß ich als Junior-Berater bei einem Unternehmen. Es war nicht gerade klein und hatte damals 3.000 Mitarbeiter und ca. 800 Mio. Euro …

Es ist schon ein paar Jahre her, da saß ich als Junior-Berater bei einem Unternehmen. Es war nicht gerade klein und hatte damals 3.000 Mitarbeiter und ca. 800 Mio. Euro Jahresumsatz. Was mit von diesem PR-Meeting in Erinnerung blieb, war das Klagelied der Manager in Sachen Human Resources. Auf die Zeitungsanzeigen des Unternehmens würden sich keine passenden BewerberInnen mehr melden, klagten sie. Die wirklich guten Leute würden sich bei weit kleineren Unternehmen bewerben, die für Absolventen jedoch attraktiver wären als das eigene Unternehmen. Ein echtes Kommunikationsproblem, würde ich sagen, das natürlich stark zu tun hat mit Eigen- und Fremdsicht des Unternehmens, mit seinem Image und seiner Reputation. 

Unternehmen, ja im Grunde ganze Wirtschaftsstandorte befinden sich heute im Kampf um die besten Köpfe, um das ganze mal martialisch auszudrücken. Die Universum Student Survey 2009 hat sich unter 4.000 AbsolventInnen umgehört und weist nun Österreichs beliebteste Arbeitgeber aus (==> PRESSE Artikel). In diesem Jahr führt Getränkehersteller Red Bull vor McKinsey und Google. Soweit so gut. Was aber können Unternehmen tun bzw. was tun sie bereits jetzt, um sich die besten Köpfe zu sichern? Richtig! Sie treten mit ihnen – ganz wichtig! – bereits während ihrer Ausbildung in Dialogbeziehungen, die sich über die Zeit hinweg intensivieren (können) und vielleicht, wer weiß, in ein konkretes Job-Offert münden. Und wenn man sich die Zielgruppe ansieht, um die es sich dabei handelt, also Menschen, die heute zwischen 25 und 30 Jahre alt sind, ist kaum verwunderlich, dass diese Gespräche auch über Social Media Kanäle geführt werden (müssen). Als Beispiel möchte ich hier die Mobilkom Austria anführen, die meiner Meinung nach sehr gut deutlich macht, worum es geht.

HR Management Ed Wohlfahrt

Viele der größeren Seiten haben heute Landingpages, die speziell auf die Zielgruppe der High Potantials zugeschnitten sind. So auch die Mobilkom, die diese Site klever mit einer Facebook-Fanpage verknüpft hat. 

Mobilcom Austria auf Facebook

Hier stellt sich das Unternehmen nicht nur mit dem dar, was es "kann" wer es ist, was Absolventen geboten wird, etc. hier geht es vor allem auch um das Gespräch um digitales "Anbandeln", das wohlgemerkt in beide Richtungen geht. Also als ich mich damals 1999 durch die Liste möglicher Arbeitgeber (und deren Homepages) geklickt habe, gab es diese Möglichkeit sicher noch nicht, in ein Unternehmen hineinzuschnuppern, online mit Menschen zu sprechen, die im betreffenden Unternehmen bereits arbeiten, über Social Media informelle Kontakte zu knüpfen, die mir beim Bewerbungsgespräch dann vielleicht Türen öffnen können, etc. Damals gab es bestenfalls Homepages mit einem eMail Formular der Marke "Bewerben Sie sich hier!". 

Und jetzt zurück zum Thema Unternehmenskommunikation! Zurück zum Ausgangspunkt, wo es um das Problem ging, dass sich beim betreffenden Unternehmen zu wenig wirklich gute Leute bewerben würden. Hm… Ich glaube, dass die Attraktivität, die ein Unternehmen bei potentiellen BewerberInnen besitzt, oder eben nicht besitzt, damit zu tun hat, wie diese das Unternehmen wahrgenommen bzw. kennenlernen durften. Hier gehts um Reputation und um Strahlkraft eines Unternehmens bzw. einer Marke. Und diese wiederum hat nicht zuletzt damit zu tun, wie sich diese Marke online präsentiert. Wie erlebbar sie hier für BewerberInnen wird, wie und ob überhaupt die Möglichkeit vorsieht, mit dem betreffenden Unternehmen online ein wenig zu kuscheln, vorzufühlen, warm zu werden, mich vielleicht sogar als Fan des Unternehmens zu outen, es zu gruscheln oder was immer… Ich denke man erkennt, woraus ich hinaus will. Es geht um die Reputation der Marke es geht vielleicht um den Vorgeschmack um einen Einblick, den mir das eine Unternehmen über diverse (Social Media) Kanäle ermöglicht, und das andere Unternehmen eben nicht. In Wirklichkeit geht es beim Aufbau von Kommunikationsbeziehungen immer um das Schlagen von Brücken. Und klevere Unternehmen beginnen damit nicht erst dann, wenn sie erkennen müssen, dass sie zu wenig gute Bewerbungen bekommen. Zu diesem Zeitpunkt ist meiner Einschätzung nach schon längst Feuer am Dach.

Wer kennt weitere Unternehmen, die in ihrem Human Resources Management Social Media einsetzen? Würde ich mir sehr gerne ansehen. Thx!