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Content Audit: Der perfekte Start ins neue Jahr

4. Januar 2017Ins neue Jahr zu starten und seinen Blick auf die Inhalte der vergangenen Tage und Wochen zu richten, macht Sinn. Welche Fragen zu stellen Sinn macht, lesen Sie hier

Wer sich die Inhalte der eigenen Webseite, des eigenen Blogs und der daran anschließenden Profile in sozialen Medien kritisch anschaut, erkennt rasch, was funktioniert hat im abgelaufenen Jahr und was weniger.

Und jetzt startet das neue Jahr und wir alle scharren mit den fertigen Postingplänen in den Startlöchern oder machen uns gerade Gedanken, wie die Inhalte und das daran schließende Marketing der kommenden Wochen aussehen soll.

Aber halt! Jetzt einfach weiter zu wursteln ist nicht der Weisheit letzter Schluss! Damit der Start ins neue Content-Jahr 2017 gut gelingt, lohnt ein Blick zurück.

Jetzt alle Postings eines Blogs oder einer Facebook-Seite aufzulisten, und zu sehen, was wie stark kommentiert, geteilt oder geliked wurde, ist schon mal ein guter Anfang. Zudem ist es einfach, weil ein Blick ins Blog-Backend dafür ausreicht.

Content Strategie braucht Content Audit

Der Blick ins Backend des Blogs ist ein guter Anfang. Facebook -Statistiken oder Tools wie FanpageKarma liefern weitere interessante Einblicke.

Detailliertere Schlüsse lassen sich aber vor allem dann ziehen, wenn man sich die Inhalte auf Basis bestehender Business-Ziele ansieht. Das Posting mit den vielen Likes oder der Blogpost, in den besonders viel Zeit und Mühe gesteckt wurde, verliert dann möglicherweise seinen Glanz, wenn das, was er transportiert nicht oder nur in geringem Ausmaß zur verfolgten Business-Strategie passt.

Content Audit heißt kritisch Hinschauen auf die eigenen Inhalte

Neben der Qualität der Inhalte spielt immer auch der Posting-Zeitpunkt eine wichtige Rolle.

Hier heißt es nachzubessern und sich im ersten Schritt noch eingehender mit den eigentlichen Business-Zielen auseinander zu setzen. Sich also beispielsweise zu fragen:

  • Mit welchen Themen / Dienstleistungen oder Produkten möchte ich 2017 punkten?
  • Welche Umsätze in welchem Quartal mit welchen Dienstleistungen oder Services erzielen?
  • In welchen Themenbereichen möchte ich in welchem Zeitraum welche Zielgruppe erreichen?

Von strategischem Interesse im Content Marketing sind also jene Postings, die nicht nur gut funktionieren, sprich angenommen werden, sondern eben auch auf die eigenen Zielsetzungen einzahlen.

Kontakt Ed Wohlfahrt

Wir dürfen Sie bei Ihrem Content Audit unterstützen? Wir sind unter +43 463 914131 gerne für Sie da.

Lesetipp:
Einen sehr guten Post zum Thema Content Audit finden Sie im Blog von Babak Zand Content Audit

 

Was uns bewegt: Touristisches Storytelling in der Praxis

11. August 2015In touristischem Storytelling versuchen sich derzeit viele. Die Benchmark jedoch kommt aus Südtirol. Ich habe Gabriele Crepaz und Andreas Tschurtschenthaler, die Projektverantwortlichen von "Was uns bewegt", zum Interview gebeten und gefragt, was Geschichten-Marketing im Tourismus bringt und ausmacht.

Im Gespräch mit dem Verantwortlichen geht es darum, was das Südtirol Marketing mit seinem Storytelling erreichen will, welche Rolle Strategie und Messbarkeit spielen, sowie darum, wie sich der Storytelling-Ansatz über Abteilungen hinweg auf die ganze Organisation ausgewirkt hat.

Nachdem im Video wirklich alles gesagt wurde, und ich bin total happy drüber, möchte ich hier nur auf einige, für mich zentrale Aspekte eingehen.

Über Geschichten zu einer besseren Kundenansprache

Zum Projekt Was uns bewegt, führte der Umstand, dass man beim Südtirol Marketing nach neuen Wegen suchte, die Aufmerksamkeit von Menschen zu bekommen bzw. dass man in der Ansprache von Kunden neue Wege gehen wollte.

Dem Projekt liegt also das Bewusstsein zugrunde, sich nicht nur über das Produkt, sondern eben auch über die Kundenansprache vom Mitbewerb abheben zu wollen. Das sagt sich jetzt wahrscheinlich so leicht. In Wirklichkeit braucht es in Kommunikation, PR und Marketing genau dazu eine Haltung, die (noch) nicht allzuweit verbreitet ist.
Viel zu oft wird deshalb über die Anzahl von Wasserrutschen und der Größe des Wellness-Bereichs gesprochen, und somit vom „Was“ und weniger vom „Warum“ erzählt. Um Auskunft über unser „Warum“ geben zu können, braucht es Geschichten. Zu diesem Thema gehe ich im Blogpost „Content Marketing: Mit kleinem Ego zu besseren Inhalten“ noch weiter in die Tiefe.

Auch Storytelling braucht Ziele

Wichtig natürlich auch die Ziele, die sich das Südtirol Marketing mit „Was uns bewegt“ gesetzt hat. Kurz zusammengefasst sind es vier.

  1. Menschen sollen über die Geschichten einen direkteren Zugang zur Marke bzw. zum Lebensraum Südtirol erhalten
  2. Eine Community soll entstehen, über die gezielt Menschen angesprochen werden, die die Werte der Marke gut heißen und dies auch über ihre eigenen sozialen Kanäle  teilen.
  3. Es soll laufend relevanter Content produziert werden.
  4. Über die Geschichten sollen Menschen dazu inspiriert werden, selbst vor Ort Nachschau zu halten, ob die vermittelten Botschaften so auch stimmen.

Der vom Südtirol Marketing gewählte Content-Ansatz wird mehrfach als „ein journalistischer“ bezeichnet. Gut so. Am Ende zählt, was dabei heraus kommt.

„Was die Destination aber schon braucht ist den Mut zu haben über diesen Storytelling-Ansatz nicht den unmittelbaren und schnellen Erfolg zu suchen… Wenn man das nicht hat, muss man die Finger davon lassen.“

Aus Sicht von Gabriele Crepaz entwickelte sich das Projekt im Unternehmen selbst zu einem abteilungsübergreifenden. Noch mehr zum Thema Messung von Storytelling-Kampangen am Beispiel von „Was uns bewegt“ gibt es übrigens hier.

Was uns bewegt ist Storytelling in Reinkultur

Was uns bewegt ist Storytelling in Reinkultur

Abteilungsübergreifend: Storytelling geht alle an

Sowohl Produktentwicklung, als auch PR, Social Media-Team und Marketing-Abteilung saßen in der Planung von „Was uns bewegt“ mit am Tisch. Crepaz bringt es sehr schön auf den Punkt, wenn sie sagt:

„Fast alle Abteilungen haben bei Was uns bewegt irgendwie die Finger im Spiel.“

Ein zentraler Punkt, weil eben das ganze Haus hinter einem solch ambitionierten Projekt stehen muss. In dieser Einbindung scheint ein zentraler Schlüssel für den Erfolg von Storytelling im touristischen Marketing zu liegen. So meint Tschurtschenthaler:

Storytelling funktioniert überall dort, wo man bereit ist, es nicht als isoliertes Projekt zu sehen. Wo es die Bereitschaft gibt, das Marketing einzubinden, das Social Media Team einzubinden. Das eine würde ohne das andere nicht funkionieren. Weder bei uns noch irgendwo anders. Dafür hätte eine Plattforma alleine nicht die Kraft.

Da schwingt für mich das mit, was gemeint ist, wenn wir von der Kraft gemischter Teams sprechen, oder davon, wie wichtig es ist, in Unternehmen von Abteilungs-Denken wegzukommen. Die erfolgreiche Umsetzung einer solchen Plattform ist zweierlei. Der Beweis dafür, dass dies möglich ist und zweitens, dass Unternehmen, die in diese Richtung gehen (können, dürfen, wollen) reich belohnt werden.

Geschichten bedeuten nicht nur guten Content

Storytelling verändert Organisationen, Sender aber auch Empfänger. Abschließend betrachtet, ist Was uns bewegt mehr als bloß alter Wein in neuen Schläuchen. Klar wird dieser Umstand unter anderem, wenn Tschurtschenthaler, der PR- und Content-Management-Verantwortliche, sagt:

Am Start des Projekts war das Marketing ein Vehikel um das Projekt (Anm. Was uns bewegt) bekannt zu machen.  Inzwischen ist es ein elementares Kampagnen-Teil geworden. Ohne Was uns bewegt würden wir die Kampagnen nicht so machen wie wir sie heute machen. Und das ist schon ein Paradigmenwechsel…

Abermals schön auf den Punkt gebracht. Geschichten bzw. das Arbeiten mit und die Kommunikation über Geschichten, verändert Unternehmen und ihre Tonalität nachhaltig.

Geschichten verändern unser Marketing (und uns selbst)

Die Kraft von Geschichten mag vielfältig sein. Dass sich daraus aber auch neue Sichtweisen auf Althergebrachtes (im touristischen Marketing) entwickeln lassen, sollte hier auf keinen Fall unerwähnt bleiben.

Nochmals vielen Dank an meine beiden Interview-Partner und speziell an Florian Castlunger, der unserem Hangout den letzten Schliff gegeben hat 😉

 

5 knackige Ideen für Ihr nächstes Online Video

23. Juni 2015Mit Videos ist es so eine Sache. Alle wissen, dass sie gerne gesehen werden aber kaum einer traut sich drüber. Viele Unternehmen beschränken sich deshalb darauf, Videos anderer zu teilen oder geben sich zufrieden mit einem verwaisten Youtube Kanal.

Neulich sah ich bei Marketo ein Video, bei dem ich hängen blieb. Ich sah es mir einmal an, dann noch einmal, weil ich den Ansatz schön fand. So einfach und doch wirksam.

Das Video war in der Produktion sicher nicht teuer, liefert jedoch sympathische Bilder die sich positiv auf Mitarbeiter und Marke auswirken. Nebenbei wirft es die Frage auf, „Was tut Marketo nun wirklich..“ und lädt so zu einer Beschäftigung mir der Marke ein.

Mobile Video leicht gemacht

Gutes Bewegbild muss nicht immer gleich eine Lawine kosten. Klar ist aber auch, dass ein verwackelte Handy-Video mit schlechtem Ton nicht zum gewünschten Ziel führen wird.

Sich also mal selbst fit zu machen, sich anzusehen, wie man etwa aus einer Handykamera plus Stativ richtig viel rausholen kann, ist ein lohnender erster Schritt. Eine tolle Anleitung für die Produktion von Mobile Video findet sich übrigens bei Vimeo.

Wenn das Video dann mehr können muss, wenn es Effekte, Luftaufnahmen oder eine perfekte Inszenierung für den CEO braucht, dann werden Sie an Profis nicht vorbeikommen.

Wobei sich die Frage stellt, wie gut sich perfekte Videos vom CEO auf Facebook und andern sozialen Medien überhaupt machen…

Hier ein paar nützliche Tips und Ideen für Ihr nächstes Video:

Auch das kürzeste Video verdient ein Drehbuch
Sich kurz zu skizzieren, wie das fertige Online Video aussehen soll, ist unerlässlich. Also muss ein Drehbuch / Storyboard her. Den Einstieg, den Mittelteil und den Schluss und die dazu passenden Szenen zu kennen ist das eine. Eine in sich schlüssige Handlung, um nicht zu sagen eine Dramaturgie zu haben, aber ebenso wichtig.

Aufmerksamkeit für Online Videos

Damit das nächste Online Video richtig gut wird, ist Planung geboten: Wer in seinem Video zu spät auf den Punkt kommt, hat oft nur noch einen Bruchteil des ursprünglichen Publikums…

Video Ideen kurz und knackig
Was wäre, würden Sie mit Mitarbeitern, nach Ablauf ihrer ersten sechs Monate im Unternehmen ein kurzes Video drehen?

Das Ein-halbes-Jahr-im-Job Video
In diesem Video spricht der Mitarbeiter davon, wie er das Unternehmen kennengelernt hat, wie damals seine Erwartungen waren, ob und wenn ja wie sie sich erfüllt haben, wie er sein Aufgabenfeld sieht, was ihm daran besondere Freunde bereitet, u.s.w.

Gedreht natürlich direkt am Arbeitsplatz. Das ganze kostet wenig und kann genau die Form von Inhalt sein, die Ihnen via Social Media und Webseite zu mehr Bewerbungen bzw. einer höheren Anzahl besser passender BewerberInnen verhilft…

Mitarbeiter des Monats für Online Videos nutzen

Mitarbeiter vor den Vorhang zu bitten kann ein wirksamer Weg sein wenn es um die Produktion kostengünstiger Online-Videos geht. Wertschätzung der eigenen Belegschaft gegenüber ist auch immer wieder schön.

Das Ein-Tag-in-meinem-Job-Video
Gewinnen Sie den telegensten Ihrer Mitarbeiter für diese Idee und begleiten ihn einen Tag durch seinen Job. Lassen Sie ihn über seine kniffeligen Aufgabenstellungen sprechen und darüber, wie er sie löst.

Ist dieser Mitarbeiter möglicherweise ein Morgenmuffel? Na dann bietet sich als erste Einstellung ja schon der Kaffeeautomat an. Weiter geht’s dann ähnlich wie zuvor. Also, was macht deinen Job aus, was verschönert dir den Tag? Was geht überhaupt nicht, etc.?

Das Video zum Projektstart
Sie oder eines Ihrer Teams steht am Beginn eines wichtigen Projektes? Eine gute Möglichkeit, die Beteiligten über ihre Erwartungen zu befragen. Wie denken Sie über die Herausforderungen? Warum ist dieses Projekt für sie von besonderer Bedeutung? Wie werden sie sich konkret einbringen und was soll dabei herauskommen?

Das Lieblings-Kunden-Video
Ihre Belegschaft arbeitet direkt am Endkunden? Ebenfalls eine gute Möglichkeit für das nächste Online-Video. Fragen Sie ein paar Ihrer Mitarbeiter nach ihren Lieblingskunden. Was macht für sie einen solchen Lieblingskunden aus?

Es geht hier gar nicht darum, diese auch mit Namen zu nennen, sondern darum, das Leuchten in den Augen und die Freunde Ihrer Mitarbeitern Ausdruck zu verleihen.

Das doofe-Fragen-Video
Die Konferenz ist aus, die Teilnehmer nehmen ihren Kaffee ein. Der optimale Zeitpunkt, ihnen eine dezent unpassende Frage zu stellen. Hier geht es nicht darum, jemanden bloß zu stellen sondern um das Auslösen einer Reaktion, in diesem Fall Verblüffung.

Produktvideo einmal anders
Wohl jeder kennt die legendären Videos des Mixer-Herstellers „Blendtec„. iPhones und andere teure Hightech-Geräte werden in den Mixer gesteckt und geschreddert. Der Mixer aus dem Hause des Herstellers schafft es natürlich jedes Mal.

Möglicherweise kann man auch Ihr Produkt auf unterschiedliche Weise nutzen, es für vielleicht verrückte Dinge einsetzen oder es auf bestimmte Art persönlich gestalten.

Sollten Sie Kunden haben, für die sie ganz spezielle Lösungen finden mussten oder Endkunden, die mit Ihren Produkten ungewöhnliche oder spannende Dinge anstellen, sprechen Sie in Ihrem nächsten Online Video genau darüber!

 

Weiterführende Info:
Hier ein paar Tipps zum besseren Storytelling: Warum Emotionale Geschichten besser funktionieren. 

 

 

State of Storytelling 2014

23. Oktober 2014Ob Corporate Storytelling, Digital Storytelling oder bloß Storytelling. Das Thema erlebt derzeit eine echte Hochblüte. Längst rümpfen viele die Nase und meinen, die Methodik als leeres Marketing-Vokabel enttarnt zu haben. Ich will aber mehr. Ich will tiefer in die Materie hinein, bessere Fragen stellen und auf höherem Niveau scheitern. Deshalb diese Blogparade, an der sich jeder beteiligen kann, der zum Thema etwas beitragen will.

Diese Blogparade ist ein Stein, den ich ins Wasser werfe. Ich mache das von Zeit zu Zeit mit Themen, die mir am Herzen liegen. Ich komme jedoch nicht mit leeren Händen. So gibt es etwa auf Slideshare Folien, die ich in der  Workshop-Serie „Wer erzählt gewinnt – Mit Geschichten zu mehr Aufmerksamkeit und Weiterempfehlungen“ im Unternehmens-Gründungsprogramm verwendet habe. Auch gibt es hier am Blog in der Kategorie Corporate Storytelling einiges zu meiner persönlichen Sicht auf das Thema und darüber hinaus natürlich die Google Plus Community Storytelling Austria, die sich wirklich mehr Aufmerksamkeit (v.a. von meiner Seite…) verdient hätte. Ach ja, ein StoryCamp in Salzburg hat es 2012 auch mal gegeben…

Who cares?!
Jetzt also eine Blogparade zum Thema Storytelling und die bange Frage, Who cares!? Was ich in meinen Workshops sehe, ist, dass viele, um nicht zu sagen alle, mit Geschichten arbeiten. Wir verwenden sie dafür, für uns und unsere Anliegen zu sprechen, unseren Zuhörern ein besseres Verständnis zu ermöglichen oder aus vielerlei anderen Gründen. Und noch viel wichtiger: Jeder versteht unter Geschichten – ich möchte das Wort Storytelling hier erst gar nicht verwenden – etwas anderes.

Blogparade Storytelling

Storytelling kann vieles sein oder bedeuten. Um diese unterschiedlichen Aspekte geht es im Rahmen der vorliegenden Blogparade Storytelling.

Jeder setzt sie anders ein, erzählt anders und hat andere Erfahrungen damit gemacht. Was die einen im wahrsten Wortsinn narrativ, sprich erzählend im Dialog Angesicht zu Angesicht machen, das übersetzen andere in die Sphären des (Mitmach-) Internets.

Immer mehr Unternehmen erzählen Geschichten
Bedeutet, dass uns auch auf Webseiten, Blogs, auf Netzwerken wie Facebook oder Twitter immer häufiger Geschichten erzählt werden. Oder andere zumindest sagen, dass sie dies tun würden. Auch o.k. natürlich. Wie gesagt: Für jeden bedeuten Geschichten, ihre Anwendungen und Formen etwas anderes. Vor diesem Hintergrund soll der Betrachtungswinkel auf das Thema Storytelling im Rahmen dieser Blogparade so breit wie nur irgendwie möglich sein. Einige Fragen, sozusagen als Orientierung möchte ich den TeilnehmerInnen der Blogparade dennoch mit auf den Weg geben. Sie verstehen sich als Einladung, als Sprungbrett oder auch Inspirationsquelle, von der aus man dann gerne weitergehen kann

  • Wo setzen ich Geschichten ein und warum?
  • Wie sieht mein persönlicher Zugang zu Geschichten und zu Storytelling aus?
  • Worin sehe ich das Potential von Geschichten?
  • Welche Erfahrungen habe ich mit dem Einsatz von Geschichten bislang gemacht?
  • Was gefällt mir daran, wenn mit Unternehmen Geschichten erzählen?
  • Welche Möglichkeiten für Geschichten sehe ich in der internen Unternehmenskommunikation?
  • Welche weiteren Anwendungsbereiche für Geschichte gibt es und welche Erfahrungen habe ich damit gemacht?
  • Welche Möglichkeiten für Geschichten sehe ich in der Kommunikation von Unternehmen nach außen?
  • Was braucht es, damit digitales Storytelling gelingt?
  • Welche Chancen und Möglichkeiten bringt Storytelling im Mitmach-Internet?
  • Wo bin ich mit Geschichten bislang nicht weitergekommen oder gescheitert?
  • Wie oder wo scheitern Unternehmen die Storytelling als neue „Super-Methode“ betrachten
  • Vielleicht gibt es auch den einen oder anderen, der auf seinem Blog seine eigene Geschichte erzählt hat oder ausgelöst von dieser Blopgarade erzählen möchte?
  • Weitere Inspiration gibt die vor einem Jahr stattgefundene Blogparade zum Thema schön zusammengefasst auf Storify

Alle Einreichungen zur Blogparade Storytelling werden hier verlinkt.
Es wäre schön, würde eine rege Debatte zum Thema Storytelling in all seinen Facetten und Spielarten entstehen können. Hier und auf den Blogs der einreichenden BloggerInnen!

#stateofStorytelling
Zudem werden alle Einreichungen auch auf Storytelling Austria auf GooglePlus geteilt. Und einen schönen Hashtag gibt es natürlich auch. Er lautet #stateofstorytelling und kann die Einreichungen auf Facebook und Twitter sehr gerne „verzieren“ : )

Laufzeit und Einreichschluss
Die Blogparade beginnt ab sofort und läuft bis einschließlich Sonntag, den 30. November 2014. Glück auf!

Es grüßt euch,
Ed Wohlfahrt (der sich jetzt gleich an seinen eigenen Beitrag zur Blogparade Storytelling machen wird ; )

Storytelling: No guts no glory!

15. Februar 2014Konflikte in unseren Geschichten funktionieren wie das Salz in der Suppe. Ist zu wenig oder gar keines drinnen, dann fehlt etwas. Was in der Küche oder bei Tisch völlig klar ist, verhält sich dann ganz anders, wenn Menschen oder Unternehmen Geschichten erzählen. Hier deshalb ein paar aktuelle Gedanken zum Thema Konflikte im Storytelling.

Beim Schnitt eines Videos neulich flogen drei Passagen raus. Sie mussten raus. Leider. Der Unternehmer erzählte darin über seine schwersten Stunden. Davon, als die Bank ihm den Geldhahn zudrehte, ein vermeintlicher Partner sein wahres Gesicht zeigte und er Mitarbeiter kündigen musste.

Failure is always the best way to learn, retracing your steps ’til you know, have no fear your wounds will heal. (Failure / Kings of Convenience)

Während er mir das erzählte klang seine Stimme deutlich anders als im restlichen Interview, stellte sich bei ihm ein nervöses Zwinkern ein und wenn man ganz genau hinsah, konnte man erkennen, dass sich seine Nasenflügel weiteten. Wir waren mitten drin in einem Problem, ach was sag ich! dem Problem schlechthin. Es ging nichts mehr und was dann folgte, war ein Umweg, ein langwieriges und schwieriges Unterfangen, das den Betreffenden nicht nur einmal an den Rand des Wahnsinns getrieben hat. Als er ein halbes Jahr später diesen Investor am Telefon hatte und damit endlich wieder Boden unter seinen Füßen verspürte, war es das aber noch lange nicht. Weitere bittere Jahre mussten ins Land ziehen, bis das Unternehmen wieder Leute einstellen konnte und so durchstarten konnte wie niemals  zuvor. Heute steht man in der Zeitung, gewinnt Preise, naja, das Übliche halt.

All das musste im Video wieder raus. Aber für mich sind all das Zutaten, die für unsere Geschichten enormes Potential haben. Nehmen wir diese Episoden heraus, weil wir scheinbar irgendwann gelernt haben, uns immer nur von der besten Seite zeigen zu müssen, servieren wir unserem Publikum Suppen ohne Salz, ohne jeglicher Würze und das schmeckt, wie eingangs erwähnt, fad.

Packende Stories ziehen uns deshalb in ihren Bann, weil eben nicht immer alles glatt läuft, weil Klippen auftauchen, Umwege in Kauf genommen und Lösungen gefunden werden müssen.

Unternehmen dazu zu bringen, über solche konfliktären Situationen zu sprechen, ist gar nicht so einfach. Nicht dass ich es darauf anlegen würde, mir von jeder und jedem ihre dunkelsten Stunden erzählen zu lassen. Hey! Alles kann, nix muss. Ich weiß aber, dass es genau diese Schwierigkeiten, Irrungen, Probleme, diese wahnwitzigen Anstrengungen und Umwege sind, über die wir unser Publikum abholen, es in unsere Geschichte hineinziehen, ja für unsere Zuhörer in Wirklichkeit überhaupt erst interessant werden.

Storytelling braucht Mut
Was ich sagen will, weil ich absolut davon überzeugt bin, ist, dass wir uns in unseren Geschichten mehr trauen sollen. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, die mit ihren geschönten Aussagen in narrativen Kunstwürfen meist alles erreichen, bloß keine richtigen Geschichten. Es fehlt das Salz in der Suppe. Es fehlen die Konflikte. Es fehlen die Protagonisten, die Firmengründer oder meinetwegen der Vorstand, der offen zu einer schweren Zeit des Unternehmens stehen und darüber auch erzählen darf. Wir brauchen also mehr Mut. Das was passieren wird, durfte ich auch schon am eigenen Leib erfahren. Es fliegen einem urplötzlich die Herzen zu, und zwar in einer Qualität, die einen schlicht und ergreifend umhaut. Ein Unternehmen, das durch eine schwere Zeit geht, etwa Leute entlassen muss oder insolvent wird, hat meist andere Sorgen als Storytelling. Geht es dann aber wieder bergauf und geht es darum, wieder Inhalte zu vermitteln, bleiben diese harten Zeiten meist ausgespart. Müssen sie, so wie die kritischen Passagen aus meinem Video wieder raus mussten.

Erfolg zu haben bedeutet oft auch Umwege gehen zu müssen. Über diese Irrungen und Wirren aber auch zu sprechen setzt Mut voraus.

Genau hier bräuchte es den Mut weil ernstgemeinte Geschichten, mit denen wir die Herzen unserer Zuhörer erreichen wollen (scheißegal ob online, offline, multimedial, etc.) diese schwierigen Zeiten eben nicht aussparen sollten. Tun sie das jedoch, nehmen sie uns die Chance anzudocken. Der Text, das Bild oder das Video wird vor dem geistigen Auge weggeklickt durchdringt unseren Filter nicht und geht unter im Gundrauschen. Soviel Zeit haben wir nicht. Soviel Aufmerksamkeit können wir nicht setzen.

Noch ein Problem gibt es, wenn wir auf das Salz in unseren Stories verzichten. Getrauen wir uns nicht, über persönliche Irrungen und Tiefpunkte zu berichten, bringen wir uns selbst auch um die Chance, über den Weg zurück zu erzählen. Es ist dieser steinige und steile Weg, es sind diese Gegenwind-Passagen unseres (Unternehmer-) Lebens und das, was wir taten oder tun, um all diese Klippen zu umschiffen, die uns die Herzen unserer Zuhörer zufliegen lassen. Für den Zuhörer wird so aber auch klar, wie wir uns gewandelt bzw. verwandelt haben von damals auf heute, was wir aus unseren Fehlern, aus schwierigen Zeiten, etc. mitgenommen haben, all das.

Storytelling

Natürlich lassen sich Erfolge über Storytelling wunderbar vermitteln. Vorher sollte der Erzähler aber auch mal schwierigere Zeiten durchgemacht haben. Ansonsten macht er es uns schwer, an seine Geschichte anzudocken bzw. die für uns darin enthaltene Relevanz zu erkennen.

Wenn mir Unternehmen Geschichten erzählen, die mich wirklich packen, die mich an meinen eigenen Weg erinnern, dann macht das für mich einen gewaltigen Unterschied zum gängigen Marketing-Blabla. Alleine, Unternehmen bekommen solche Geschichten in den meisten Fällen NICHT geschenkt wie sich zeigt. Sie müssen schon die Ärmel hochkrempeln und sie uns selbst erzählen. Wäre ja doch zu einfach sonst, oder?!

Dieser Unterschied, den eine gute Geschichte in der Lage ist zu vermitteln, zeigt zeigt sich zumindest bei mir in der Wahrnehmung dieses Unternehmens. In weiterer Folge beispielsweise aber auch am Point of Sale. Stories sind eine wunderbare Möglichkeit, Unternehmen bzw. deren Repräsentanten aus einem anderen Licht und in einer ganz anderen, nicht marketing-getriebenen Tonalität kennenzulernen – ich würde sagen, kennen lernen zu dürfen. Dürfen deshalb, weil ich es als ein Privileg betrachte, von Unternehmen, Einzelpersonen oder von wem auch immer über gute Geschichten adressiert zu werden. Aber dafür braucht’s halt auch das Salz in der Suppe.

Es grüßt Sie,
Ed Wohlfahrt

Anregungen oder weiterführende Gedanken? Ich freue mich von Ihnen zu hören ed@edwohlfahrt.com

Storytelling: Geschichten eine Bedeutung geben

1. Januar 2014Geschichten brauchen Bedeutung. So einfach ist das. Hier möchte ich über eine Lektion sprechen, die mir ein Vierjähriger erteilt hat und die mir hoffentlich dabei geholfen hat, bessere Geschichten zu erzählen.

Ich kann den derzeit kursierenden Beispielen und Listen für das „tollste Storytelling des abgelaufenen Jahres“ nicht sonderlich viel abgewinnen. Der Begriff „Storytelling“ bezeichnet scheinbar alles und jedes. Storytelling funktioniere nach einer Art Kochrezept. Der sagenhafte Erfolg an Klicks, Shares und Co ist bloß eine Frage der Zeit.

Oder da gibt es die tollsten Stroytelling-Folien des Internet-Stars Gary Vaynerchuk in denen er sich darüber beklagt, dass 99% des Marketings heute immer noch so laufen würde, als hätten wir 2004 (Folie 3/64). Und viel zu selten „wirklich gute“ Geschichten zum Einsatz kämen. Mein Gott, wie schrecklich. Und dann gibt es die Verlage, die mit ihren multimedialen Storytelling-Experimenten derzeit durch alle Decken knallen wie gestern die Sektkorken und auf Twitter und anderswo rauf und runter gehyped werden (oder sich wohl besser dadurch selbst ins Gespräch bringen).

Nicht dass ich diese Anstrengungen allesamt durch den Kakao ziehen will, bloß nicht. Ich glaube nur, dass Geschichten einfach daher kommen müssen und vor allem eine tiefere Bedeutung mitliefern müssen, wenn sie beim Zuhörer ankommen sollen. Warum ich das denke, hat mit einer Geschichte zu tun, die ich hier kurz erzählen darf.

Storytelling zielt ab auf Verständigung und Verständnis. Nicht schlecht, wenn der Inhalt für die Zuhörer bedeutsam ist

Bedeutung bzw. Bedeutsamkeit ist für mich das Kernelement guter Geschichten. Bildquelle: Pixabay.com / User Beie ==> http://pixabay.com/de/users/Bevie/

Unser Sohn ist jetzt vier. So in etwa vor einem Jahr war ich des Büchervorlesens echt wieder mal überdrüssig. Das gehört zu unserem Zu-Bett-Gehen-Ritual aber wenn man ein und das selbe Buch dreißig Mal und öfter gelesen hat, wird man zuerst in der Birne weich und dann erfinderisch. Ich bot unserem Kleinen also an, ihm eine Geschichte zu erzählen und improvisierte einfach darauf los. Das ging gar nicht schlecht, sprich, man hörte mir aufmerksam zu. Als ich mit meiner kleinen Geschichte fertig war, bekam ich unverblümt Feedback. Ich sollte eine andere Geschichte erzählen und darin ein paar Änderungen vornehmen, hieß es. Diese andere Geschichte sollte

  1. von einem kleinen Jungen handeln
  2. ein brennendes Haus beinhalten
  3. auch noch von einer Feuerwehr und/oder einem Feuerwehrmann handeln.

Na gut. Ein bisschen muffig (jetzt sagt mir dieser Dreikäsehoch doch glatt, wie ich meine Geschichte erzählen soll… reicht ihm nicht was ich tue, etc.) schwang ich mich zur nächsten Geschichte auf und siehe da, sie kam wesentlich besser an als die erste. Ich sollte von heute an jeden Abend Geschichten erzählen, hieß es und das wäre überhaupt viel besser, als aus Büchern vorzulesen, so in etwa war die Reaktion. Ich habe länger darüber nachgedacht und für mich folgendes mitgenommen.

Geschichten brauchen Bedeutung.
So was aber auch! Weiß doch eh jeder, oder? Naja… Wenn Geschichten diese Bedeutung nicht zu bieten in der läge sind, dann sind sie schlicht uninteressant oder aus Sicht des Publikums verschwendete Zeit. Der Nutzen stimmt dann einfach nicht. Ist die Bedeutung nicht gegeben, ist die Geschichte nicht anschlussfähig bzw. bleibt beim Zuhörer die Frage, „was hat das alles mit mir zu tun“ oder „was will er mir sagen?“. Wird über die Geschichte kein Beispiel, besser kein beispielhafter Charakter oder eine beispielhafte Handlung transportiert, so können Zuhörer daran kaum andocken bzw. wird es mit dem „Hey, in dieser Situation befand ich mich auch schon mal…“ schwierig. Weiteres Learning:

Geschichten müssen in Lebenswelt der Zuhörer passen.
Die Handlung bzw. der inhaltliche Verlauf von Geschichten muss in die Lebenswelt der Zuhörer passen. Wenn ich also wie unlängst vor Jägern spreche, so ist es zwar nicht nötig, ihnen einen Jäger vorzuspielen (der ich nicht bin), jedoch meiner Meinung nach essentiell, mich mit meiner Geschichte an ihrer Lebenswelt bzw. an der Lebenswelt eines Jägers (Stichwort z.B. Hegen und Pflegen…) zu orientieren. Tu ich das nicht, wird es meinen Zuhörern kaum gelingen, aus den vermittelten Informationen individuelle Bedeutung abzuleiten, sich selbst darin zu erkennen. Ich habe dann alle Fakten vermittelt und sogar eine Geschichte erzählt. Verstanden hat die Geschichte dann zwar niemand. Von den harten Fakten gar nicht erst zu sprechen. Verlorene Liebesmüh also! Learning Nummer drei:

Durch Feedback zu mehr Bedeutung!
Ein weiteres Erkenntnis ist, dass dem Storyteller gerne dabei geholfen wird, bessere Geschichten zu erzählen. Durch das Publikum! Die Frage ist, ob man dazu bereit ist, diese Hilfe auch zuzulassen, also anzunehmen. Gelingt nicht immer, ist klar. Auch ich war anfänglich wenig begeistert, als mir mein Sohn erklärte, wie die Geschichte seiner Meinung nach auszusehen hätte. Nimmt man dieses Angebot jedoch an und nimmt es zum Anlass, die eigenen Stories (laufend) zu verbessern, werden Geschichten, wird letztlich ein Dialog möglich, der für beide Seiten eine höhere Bedeutung, mehr Akzeptanz / Relevanz und damit mehr Sinn hat. Außerdem finde ich es schön, wenn beide Seiten gewinnen und Kommunikation gelingt!

Storytelling: Warum Ihre Online-Videos Stories brauchen

24. April 2013Über visuelles Storytelling habe ich hier bereits vor einigen Tagen gebloggt. Heute geht es um das Thema Video bzw. um die Frage, warum Ihr nächstes Online Video unbedingt einer Story folgen sollte.

Exkurs: Storytelling ist nicht bloß Marketing-Instrument. Die Methodik lässt sich auf vielfältige Weise einsetzen, egal ob im Wissensmanagement, in der Teamentwicklung, der internen Kommunikation, als Führungsinstrument oder als vertrauensbildende Maßnahme. Storytelling rein auf Marketing und PR oder gar nur auf Soziale Medien zu reduzieren, greift wesentlich zu kurz.

Der Zuseher als Teil der Handlung

Zurück zum Thema! Warum sollte Ihr nächstes Online Video unbedingt einer Story folgen und / oder auf die Methodik des Storytellings zurückgreifen? Nehmen Sie sich bitte kurz die Zeit und schaun‘ Sie sich folgendes Video an. Sie wissen dann sofort, was mit Storytelling gemeint ist. Gleichzeitig kommen Sie nicht umhin, sich in den kleinen Jungen hinein zu versetzen. Und das ist es genau, was sie mit einer Story bezwecken wollen, nämlich, dass der Betrachter emotional an einen Charakter der Story, etwa dem Helden, andockt und somit zum Teil der Handlung wird. Ist diese Koppelung geglückt, erfolgt das Lernen, die Auseinandersetzung mit Werten, etc. fast automatisch. Aber hier sind wir schon ein bisschen zu weit!

Storytelling: Zuseher suchen nach sich selbst

Wenn Nutzer Online-Videos konsumieren, die einer guten Story folgen, suchen sie nicht nur den Nutzen, stellen sich also Fragen wie, was bringt es mir, die zwei Minuten zu investieren, was lerne ich, etc. sonder sie suchen nach sich selbst. Auch diese Suche in der Geschichte, nach sich selbst bzw. letztlich das ausfindig Machen dieser Person, dieses Charakters, stellt einen Nutzen dar, den gute Online-Videos ihren Zusehern liefern. Gutes Storytelling denkt diesen Zusammenhang entsprechend mit und liefert Zuhörern oder eben Zusehern Charaktere, mit denen sie sich emotional verbinden können. Beim Betrachter macht es „klick“, wenn er erkennt, „He, der Typ in dieser Geschichte bin ich ja selbst!“

Emotion statt Fakten

Hier geht es nicht mehr um die Anzahl der Pistenkilometer (eh meistens gemogelt!), um die Höhe der Gipfel und um die Features der neuen Federgabel, die man sich gerade an sein Mountainbike schrauben hat lassen. Hier geht es um keine Prozentsätze mehr und um keine Excel-Tabellen. Die Koppelung ist erfolgt, die emotionale Bindung ist da und die Vermittlung von Information erfolgt auf einer ganz anderen Ebene. Das ist gute gemachtes Storytelling!

Mit Storytelling zu mehr Verbreitung

Im Online Marketing und der Welt sozialer Medien geht es nicht zuletzt aber auch um den Verkauf. Je höher also der Verbreitungsgrad meiner Inhalte, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass User mit dem Inhalte interagieren, ihn teilen und damit noch weiter verbreiten. Storytelling leistet genau hierzu einen bedeutenden Beitrag. Ein Stück Inhalt ohne Story führt zu weit weniger Erinnerung aber auch Interaktion, als ein Stück Content mit Story.

Dieses Video ist dafür ein gutes Beispiel. In Atlanta gibt es ein ein Centucky Fried Chicken Restaurant mit einem überdimensionalen Huhn (The big chicken) an der Außenfassade. Es ist nicht nur kurios anzusehen, es ist für viele auch eine Orientierungshilfe. Ein Malerbetrieb kontaktierte den Betreiber des KFC-Restaurants und bot ihm an, das in die Jahre gekommene Huhn gratis neu zu streichen. Was gratis ist, ist nichts wert, heißt es oft. In diesem Fall weit gefehlt. Hier wird das Herzblut sichtbar und auch die Verbundenheit, die Malermeister Kevin Smither an den Tag legt. Als Betrachter frägt man sich unweigerlich, bin ich nicht auch schon mal ein Kevin Smither gewesen? He, der Typ bin ich oder war ich zumindest schon mal, etc.

Sympathische Geschichten werden gerne weitererzählt, sie finden ihren Weg eher in die Medien, als es langweilige Verkaufsvideos tun, sie werden in der Welt der sozialen Medien geteilt und geliked. Und geliebt werden wollen wir schließlich alle, oder?

Visual Storytelling in 10 Schritten

10. April 2013Wenn PR-Agenturen Infografiken versenden, wenn sich Facebook eine neue Timeline verpasst und Bildern darin höchsten Stellenwert einräumt. Wenn Bildplattformen wie Pinterest oder Instagram zu neuen Höhenflügen ansetzen. Dann, ja dann ist es höchste Zeit, sich mit dem Thema Visueller Kommunikation auseinanderzusetzen.

Aber visuelle Kommunikation ist hier weniger das Thema. Wir sparen uns das und gehen weiter zu einem Thema, das ungleich lohnender ist. Wenn sich nämlich visuell kommunizieren lässt, so sollte es doch auch möglich sein, visuell Geschichten zu erzählen. Und wir sind mit einem Schlag drin, mitten im digitalen Erzählen von Geschichten mit der Hilfe von Bildern, egal ob mit Fotos, Videos oder Infografiken.

Angestoßen durch die zu erwartenden Design-Änderungen auf Facebook habe ich mich mit dem Thema „Visual Storytelling“ eingehend auseinandergesetzt und fühle mich fit genug, hier meine Erfahrungen und Sichtweisen zu teilen. Dass Unternehmen nicht nur dann mehr Gewicht auf ihre visuelle Kommunikation legen sollten, wenn sie eine Facebook-Page betreiben, liegt auf der Hand. Ebenso liegt auf der Hand, dass sich über Geschichten Zusammenhänge, Wissen, Werte, etc. besser vermitteln lassen, als über alle Powerpoint-Folien der Welt. Warum also nicht Bilder und Storytelling zu Visual Storytelling verbinden?!

Wenn Sie Betreiber einer Facebook-Seite sind, wenn Sie darüber hinaus ein Blog betreiben und oder Google Plus nutzen, dann kommen Sie weder an guten Bildern noch am Thema Storytelling vorbei. Hier einige Tipps, wie Sie von dort, wo Sie jetzt stehen, zu (hoffentlich) neuen Höhenflügen ansetzen und zwar nicht nur im Storytelling und der visuellen Kommunikation sondern in der Kombination beider Bereiche, dem Visual Storytelling. Nachfolgende Tipps erheben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit UND ich würde mich sehr darüber freuen, würden andere den Ball aufnehmen und Ihrerseits Tipps für gelungenes Storytelling mittels Bildern beisteuern.

1. Out of the Box denken
Storytelling will zuerst überhaupt erst einmal „visuell“ gedacht sein. Was heißt das? Dort wo Storytelling als Methode im Unternehmen bereits Eingang findet, wird es auf vielfältige Art eingesetzt (besseres Verständnis, Leaving Expertes, Wissensvermittlung, Learning Curve, Wertevermittlung, etc.). Die Bilder, über die viele dieser Unternehmen kommunizieren, verfügen jedoch nur selten über eine strategische Aufhängung an das Thema Storytelling. Hier wird visuelles Storytelling als Methodik weit unter ihrem Wert geschlagen, und das ist schade.

2. Den Status Quo festlegen
Hier geht es um die Frage, wo steht unser Unternehmen, unsere Marke im Bereich Visual Storytelling überhaupt? Haben wir hierüber bereits nachgedacht und / oder entstehen Bilder im Kopf, wenn wir an unser Unternehmen, unsere Marke denken? Man könnte sich hier auch die eigenen Social Media Seiten ansehen und hinsichtlich der verwendeten Bilder kritisch hinterfragen. Wie gut liegen wir hier, was könnte man verbessern, etc.

3. Das Ziel des visuellen Storytellings festlegen
Das Ziel einfach damit festzulegen, die eigene Unternehmensgeschichte anhand von Bildern zu erzählen, greift entscheidend zu kurz. Alternativ könnte man sich fragen: Wohin wollen wir? Warum gibt es uns oder wen würden wir abgehen, würde es uns nicht (mehr) geben? Die Antwort könnte hier etwa lauten: Wir wollen im Rahmen unseres Storytellings visuell auflösen, wie wir das Leben unserer Kunden durch unsere Lösungen bereichern, verschönern, verbessern helfen. Ein Beispiel: In einer Besprechung mit einem Kunden ging es um ein bestimmtes Foto. Es zeigte eine Frau vor einem Tisch-Drucker. Die Frau lächelte zufrieden, weil das Ding endlich wieder problemlos funktionierte. Meine Kunde sagte zu dem Bild sinngemäß: „Schau Ed, genau das sind wir“. Ich fragte: Was meinst du? und bekam als Antwort: Wir sind für das Lächeln dieser Frau hier zuständig…

4. Die Core-Story entwickeln
Es ist nicht so einfach, das Konzept der Core-Story in wenigen Worten exakt auf den Punkt zu bringen (wird wohl ein weiterer Blogpost werden). Die Core Story eines Unternehmens muss nicht zwingend eine Geschichte im herkömmlichen Sinn sein (kann es aber). Sie umfasst im optimalen Fall das Mindset der Zielgruppe, transportiert den USP der Marke bzw. den Mehrwert, den das Unternehmen leistet und steht sozusagen synonym für die Werte, für die wiederum das Unternehmen steht. Die Core Story von Nike etwa geht so, dass der Gründer viel erreicht hat, weil er nicht aufgegeben hat oder anders ausgedrückt: Das Ziel der Marke Nike liegt darin, Sportlern dabei zu helfen, zu gewinnen.

6. Die Core-Story umsetzen
Dies geschieht nun aber nicht dadurch, dass man ein und die selbe Geschichte bzw. ein und den selben Zusammenhang wieder und wieder bildlich darstellt. Die Core-Story kann in visueller Hinsicht vielmehr durch Bilder ausgedrückt werden, die allesamt die Aussage der Story stützen bzw. absichern. Hier ist die Summe mehr als die einzelnen Teile bzw. die Facebook-Seite des Unternehmens in visueller Hinsicht etwa mehr als die Summe von aneinander gereihten Bildern. Jedes Bild bekommt dadurch eine Funktion und einen Sinn. Dieser Sinn liegt darin, dass jedes einzelne Bild einen kleinen oder größeren Beitrag zur Erklärung der Core-Story leistet und somit zum Teil einer Strategie wird.

7. Klotzen statt kleckern
Gute Bilder sind etwas wert. Sie müssen einfach etwas wert sein! Es gibt Blogger, die nur selbst erstelltes Bildmaterial verwenden. Gleiches gilt für Unternehmen, die auf ihrer Facebook-Seite jedem lizenzrechtlichen Ungemach dadurch aus dem Weg gehen, dass sie zu 100% eigenes Bildmaterial verwenden. Speziell dann, wenn es um Storytelling mit Bilder geht, zahlt sich diese Vorgangsweise absolut aus. Bekennen Sie sich zu gutem Bildmaterial und kämpfen Sie dies notwendigen Falles auch gegenüber Ihrem Chef durch. Wer sich angesichts der Bedeutung, die Facebook & Co Bildern derzeit beimisst, weigert, in gutes Bildmaterial zu investieren, der versteht die (Marketing-) Welt nicht mehr.

8 ) Geld in die Hand nehmen!
Natürlich kosten Bilder Geld. Aber es ist immer besser, Bilder zu verwenden, die mir oder dem Unternehmen selbst gehören, als solche, die zwar gratis sind, dem Unternehmen im Falle einer Abmahnung aber wirklich viel Geld kosten können. Wenn Sie sich zu digitalem Storytelling mit bzw. über Bilder entschlossen haben, nehmen Sie diese Entscheidung und die daran anschließenden Kosten in Ihr Marketingbudget auf. Und dies auch dann, wenn es nur für die Anschaffung einer eigenen Kamera reicht!

9) Mit Profis arbeiten
Ich durfte im Rahmen eines Projektes mit einem Profifotografen zusammenarbeiten. Das Facebook-Projekt (über das ich hier aufgrund einer Verschwiegenheitsklausel nicht sprechen darf) entwickelt sich hervorragend und dies nicht nur deshalb, weil der Fotograf top war. Er war zudem facebook-affin und von Anfang an in die Entwicklung der Core-Story eingebunden. Dies hatte unter anderem zur Folge, dass er Teile der Handlung vorgab, indem er einfach gute, sprich passende Bilder, beisteuerte. Dies jedoch natürlich im Rahmen der vorgegebenen Core-Story. Es war ein Gedicht mit diesem Fotografen zu arbeiten weil er nicht nur aktiv an der Story mitwirkte, sondern auch das Auge für die umzusetzende Story mitbrachte.

10) Flickr, Pinterest, Vine oder Instagram nutzen
Zum Schluss was Praktisches! Ich persönlich habe Pinterest vor langer Zeit getestet, nur zum Teil verstanden und dann wieder weggelegt. Mit Instagram ging es mir ähnlich. Dem Hype folgte der Katzenjammer. Durch die Bedeutung, die Facebook und auch GooglePlus  neuerdings Bildern einräumen, sind die erwähnten Plattformen jedoch auch hierzulande keine Eintagsfliegen mehr. Und dies aus gutem Grund: Facebook wird im Newsfeed geteilte Links ebenso aufwerten (d.h. prominenter darstellen) wie über Pinterest oder Instagram angelegte Alben. All das spricht dafür, dass man sich Bildplattformen wie Pinterest oder Instragram noch mal genauer ansehen sollte. Ein kleiner Tipp dazu: Pinterest zu tracken ist mit einem Dienst namens Reachli ein Kinderspiel.

So. Das waren mal meine 2 Cents in Sachen visuelles Storytelling. Ich hoffe inständig auf Input von außen. Ich denke, dass diese Auflistung erst dann echten Sinn macht, wenn sie durch Feedback ergänzt und angereichert wird. Also lasst mich bitte nicht hängen!
Ich wünsche viel Erfolg beim visuellen Storytelling ob auf Facebook, am eigenen Blog oder auf Google Plus!