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Online Content: Schluss-Machen will gelernt sein!

2. Juli 2015Viele Webseiten-Texte, Blogpost oder News-Artikel haben ein Problem. Sie enden schlecht. Oder besser gesagt, sie enden ohne besondere Vorkommnisse. Davon, warum ein gutes Ende ein neuer Anfang sein kann, lesen Sie hier.

Kennen Sie die Spezies Mensch, die zuerst das letzte Kapitel oder gar die letzte Seite eines Buches lesen? Es gibt sie, und es sind gar nicht wenige.

Auch Online gibt es Menschen, die Webseiten primär scannen, sich von einer Überschrift zum nächsten Zitat und von hier aus weiter zum letzten Absatz oder Satz hangeln.

Online Kommunikation Kärnten

Einen kurzweiligen Text zu schreiben, ein gutes Online Video zu drehen, ist das eine. Diese Inhalte aber auch mit einem guten Ende zu versehen, das andere

Ein besserer Schluss verleiht dem Content Flügel

Ist der Besucher dann beim letzten Absatz oder eben Satz angelangt und findet ihn wirklich gut, stellt sich bei ihm nicht selten das Gefühl ein, etwas Wichtiges verpasst zu haben.

Genau darum geht es. Und genau deshalb haben sich Ihre guten Online Texte ein noch besseres Ende verdient.

So machen Sie perfekt Schluss

Es gibt einige Techniken, mit denen Sie gezielt an der Aufmerksamkeitsschraube drehen und den Leser gezielt binden können.

Die Zusammenfassung

Sozusagen der Buchdeckel Ihres Online Artikels. Eine gute Zusammenfassung stillt den Informationshunger Ihrer Leser und erhöht zudem die Verweildauer.

Wenn schon die Zusammenfassung so gut ist, gehe ich besser noch weiter in die Tiefe, beschäftige ich mich mit dem zuvor Geschriebenen besser doch noch ein wenig mehr, könnte doch was verpassen, denkt sich der Nutzer.

Der Cliffhanger

Sie schließen damit, dass Sie ihrem Leser einen Extra-Happen anbieten, den er sich im nächsten Post, im nächsten Video, etc. abholen kann. Auch hier wird am Ende ein kräftiger Impuls gesetzt, der Nutzer zu einer konkreten Aktion eingeladen.

Guter Content für Web und Social Media

Guter Content hat sich nicht nur einen guten Beginn sonder auch ein gutes Ende verdient!

Den Deckel zumachen

Sie haben Ihren Artikeln mit einer Frage oder der Beschreibung einer konkreten Situation begonnen? Oder Sie haben zu Beginn eine Person eingeführt? Sehr gut!

Machen Sie nun Schluss, indem Sie diese Situation noch einmal aufgreifen, die eingangs gestellte Frage beantworten oder die Figur noch einmal zum Leben erwecken.

So! Und wie endet nun mein eigener Post? Es wird wohl keine Zusammenfassung werden und auch kein Cliffhanger. Ich lade jeden Leser dazu ein, seine Texte der jüngeren Vergangenheit auf ihr Ende hin zu überprüfen. Warum? Weil der nächste Anfang sich ganz einfach ein besseres Ende verdient hat!

  • Noch viel mehr zum Thema professionelles Schreiben finden Sie unter anderem beim Copyblogger oder Uberflip.
  • Auch Klaus Eck hat sich gerade mit dem Ende von Blogposts PR-Blogger beschäftigt, das seiner Ansicht nach keinesfalls werblich ausfallen sollte. Danke nach München für die Inspiration!

Blogs als Felsen in der Social Media Brandung

14. Juni 2013Wenn ich in Zeitungen etwas über Blogs lese, schau' ich genau hin. Das gleiche gilt für Studien, die von der Wertigkeit von Blogs berichten. Und ganz genau hin höre ich, wenn mir Gesprächspartner über das erzählen, was ihnen andere über Blogs erzählen. Hier ein paar Inputs in Sachen Content Strategie, Storytelling und Corporate Communications. Jeweils unter Bezugnahme auf den Social Media Kanal Weblog.

Alleine das Wort „Weblog“ zu schreiben, fühlt sich antiquiert an. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich 2006 hier am edRelations-Blog über das Blog von Christoph Chorherr geschrieben habe. Zu einer Zeit, als es noch kein Facebook gab, meine Kunden von „Social“ noch nix wissen wollten und ich folglich pressearbeitete. Die Blog-Welt war damals noch irgendwie heil.

Blogs sind Felsen in der Brandung. Sind sie gut gemacht, bieten sie Orientierung im Geschrei um die Aufmerksamkeit.

Seitdem ist viel passiert. Neue Tools und Dienste machen es Nutzern noch viel einfacher, Online-Inhalte zu teilen. Blogs braucht dazu längst keiner mehr. Facebook takes it all. Derzeit noch. Aber auch hier gibt es längst über-deutliche Zeichen an der Wand, die uns nachdenklich machen sollten.

Ach ja, das Chorherr-Blog gibt es immer noch. Der Grün-Politiker bloggt sich nach wie vor die Finger wund und produziert Inhalte scheinbar ohne Ende. Eine viel wichtigere Beobachtung jedoch ist, dass dieser Content gelesen wird. Chorherr brauchte einen langen Atem, ja, aber sein Content kommt dafür auch wirklich an. Sein Beitrag etwa über das Radfahren am Getreidemarkt erzielt nicht weniger als 86 Kommentare und zeigt uns eindrucksvoll, dass hier nicht nur gelesen sondern vor allem auch interagiert wird. Aber zurück in die Meta-Ebene!

Viele Unternehmen sind es müde, über ihre Facebook-Seite iPads zu verschenken, haben es mit Vauchern versucht und wieder gelassen, auf Foursquare experimentiert und versuchen es jetzt auf Google Plus. Einmal hier und einmal dort wird investiert. Solch schlingernde Online-Strategien haben meist nur ein Problem: Wo den Content hernehmen, wenn nicht stehlen?!

In Sozialen Medien wird geteilt und geliked und kommentiert, schon klar. Aber was eigentlich? Ach ja, gute, berührende, emotionalisierende, relevante, lustige, etc. Inhalte. Aber woher kommen diese Inhalte?

Viele Unternehmen müssen einsehen, dass sie die Zügel hier viel zu lange haben schleifen lassen. Und wenn kein (eigener) Content da ist, dann müssen wir z.B. auf der eigenen Facebook-Seite die Inhalte anderer teilen. Hm… Dann machen wir aber eigentlich Reklame für die, oder? Ja, genau das passiert.

Der Grund ist, dass sich besagte Unternehmen nie Gedanken über den Aufbau einer eigenen Content-Schiene, etwa via eines eigenen Blogs, gemacht haben. Jetzt stehen sie da wie bestellt und nicht abgeholt und setzen dann halt auf die nächste Social Media Plattform, auf der sich das Spiel natürlich wiederholt. Was also tun? Wie also ausbrechen aus diesem Kreislauf? In Content investieren natürlich! Wenn Sie wissen wollen, wie das geht, empfehle ich Ihnen noch einmal Spezialfall Chorherr. Spezialfall deshalb, weil PolitikerInnen nicht selten ein gutes Händchen für die Vermarktung mitbringen. Von Natur aus, sozusagen.

In einem Gespräch vor einigen Tagen, kam die Sprache auf Top-Marketing-Experten. Wir unterhielten uns darüber, was sie lesen, woher sie sich informieren und wie man diese  Crème de la Crème an Leuten erreichen würde. Ich war ziemlich erstaunt, zu erfahren, dass für diesen, e-mail-technisch und telefonisch nicht (mehr) erreichbaren Menschenschlag, Blogs offenbar eine große Rolle spielen. Gut zu wissen! Die Frage ist jetzt bloß, welche Qualität sich diese Leute hier erwarten, wie sie Blogs beziehen und letztlich, wie sie Blogs wirklich lesen. Das gilt es herauszufinden.

Was jedoch sollten Unternehmen bedenken, die sich nun mehr und mehr eingestehen müssen, den Content-Zug versäumt zu haben? Eine ganze Menge! Unter anderem, dass es wesentlich mehr braucht, ein gutes Blog zu führen, als zum Beispiel nötig ist, eine halbwegs vernünftige Facebook-Seite hoch zu ziehen. Auch die Strategie sollte keines Falles zu kurz kommen und viele andere Dinge mehr berücksichtigt werden. Viele Agenturen wissen angeblich, wie es geht. Einige wenige haben Lösungen. Fragen Sie die und vor allem, schauen sie sich vorher ihre Blogs an. Auch hier gilt: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. 

Wenn es dann eine eigene Content-Schiene gibt. Wenn Ihr Unternehmen dann in die Lage versetzt wurde, wertvolle Inhalte zu erstellen und zwar laufend und in gleichbleibend hoher Qualität, werden Sie erkennen, um wieviel leichter Ihnen die Kommunikations-Arbeit auf ihren eigenen Social Media Kanälen fallen wird, dass Sie immer öfter wirklich relevante Inhalte, etwa in Form von Kommentaren, zurück bekommen und dass Sie für Ihre Zielgruppe genau jenen Kitt (Stichwort: Bindungsqualität) bereitstellen, den diese braucht, um an Ihrem Unternehmen, Ihrer Dienstleistung oder Ihrem Produkt im wahrsten Sinn des Wortes „dran zu bleiben“. Ihr Blog wird dann einer überschaubaren, thematisch klar umrissenen Gemeinschaft an Menschen Richtung geben. Das Ziel ist erreicht!

 

Der nächste Social Media Kanal, auf dem „jetzt alles sind“, kommt bestimmt. Ihr eigener Blog jedoch bleibt. Bei Fragen rund ums Bloggen oder das Thema Content Strategie, bin ich gerne für Sie da! ==> Kontakt

 

Social Media Strategie: Lessons Learned

21. März 2013In Kärnten eilt mir ein besonderer Ruf voraus, wurde mir vor ein paar Tagen zugetragen. Ed Wohlfahrt wolle immer nur über Social Media Strategien sprechen, wo doch Unternehmen in Wirklichkeit nur jemanden brauchen, der ihnen erklärt, wie sie ihre Social Media Kanäle ordentlich zum Laufen bringen, berichtete mir ein freundlicher Kollege.

Vorweg: Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass Kommunikation Strategie braucht. Ich weiß auch, dass ich angekommen bin, wenn Mitbewerber mich als „strategie-geil“ bezeichnen und auch, dass zielgerichtete Aktivität in Social Media eine Strategie braucht. Aber, ja aber!

Ich durfte in letzter Zeit einige Unternehmen strategisch betreuen. Bei einigen davon stand zu Beginn dieser Tätigkeit ein Stapel Papier, sprich, eine schriftlich ausformulierte Social Media Strategie. Diese wiederum versteht sich als Ausfluss eines Gesprächs, besser, einer Zusammenkunft, im Rahmen derer gemeinsam mit dem Unternehmen mögliche Vorgangsweisen besprochen wurden, um von Punkt A nach Punkt B zu gelangen. Nichts anderes nämlich ist Strategie. Meine sehr subjektiven Beobachtungen dieses Prozesses möchte ich hier kurz skizzieren.

Beobachtung Nummer 1)
Social Media Workshops machen Sinn. Hier wird zumeist viel diskutiert, hier lernt sich das Unternehmen selbst noch besser kennen, hier tritt viel Widerspruch zu Tage oder wird seitens der Workshop-Leitung aufgezeigt, hier kommen aber auch Sichtweisen und Erwartungen ans Tageslicht, die bisher noch nicht artikuliert wurden und die teilweise zu Konflikten führen. Auch diese Konflikte öffentlich zu verhandeln, sehe ich als großen Schritt hinsichtlich eines strategiegeleiteten Vorgehens im Bereich der Kommunikation bzw. eben der Kommunikation eines Unternehmens in bzw. über Social Media.

Beobachtung Nummer 2)
Schriftliche Social Media Strategien machen nur sehr begrenzt Sinn. Zwanzig oder dreißig Seiten Text kommen schnell mal zusammen. Meine Beobachtung: Diese werden von denen, die für das Unternehmen in Social Media tätig sein sollen entweder verstanden oder nicht. Was sie jedoch ganz sicher nicht werden, ist gelesen. Alles was von schriftlichen Social Media Strategien „hängen“ bleibt, wenn überhaupt, sind Zielsetzungen (auf die man sich im Workshop gemeinsam geeinigt hat…) und Prozesse, also Vorgangsweise und nicht zu vergessen: die Inhalte bzw. die Themenbereiche, die im Rahmen des Engagements in sozialen Medien abgedeckt werden sollen, oder, sofern sie Teil der Strategie sind, abgedeckt werden müssen. Alles andere, so meine Beobachtung, kann man getrost weglassen. Damit im direkten Zusammenhang:

Beobachtung Nummer 3)
Bei der Social Media Strategie bedeutet weniger mehr. Schriftlich ausformuliert oder nicht (wobei ich ersteres natürlich besser finde): Es geht um eine Handvoll strategische Vorgaben, die das Engagement des Unternehmens darstellen, darüber hinaus um klar definierte Ziele und wie man diese zu erreichen gedenkt. Je einfacher Abläufe oder Prozesse dabei erklärt werden können, desto besser. Weil, wie bereits erwähnt, alles andere wird nicht erinnert oder geht im Wust der vielen Informationen einfach unter. „Ach ja, das war ja in der Strategie drinnen“, heißt es dann später.

Social Media Strategie

Beobachtung Nummer 4)
CMO’s und das Management lieben schriftliche Social Media Strategien. Nicht, dass die SoMe-Strategie von diesem Personenkreis auswendig gelernt würde! Jedoch zeigt meine Erfahrung, dass es insbesondere dieser Personenkreis ist, der sich auch noch nach einem Jahr und länger auf die in der Strategie festgeschriebenen Punkt beziehen, während die mit der Umsetzung betrauten Stellen, zumeist das Marketing, schon längst im Business as Usual stecken und die Strategie zumindest für sich bzw. auf die eigenen, täglichen Bedürfnisse hin angepasst haben. Beides ist meiner Einschätzung nach gut. Sowohl dass sich das Management auf die SoMe-Strategie beruft (insbesondere dann, wenn es um die Erreichung der darin festgeschriebenen Zielsetzungen geht…), als auch, dass sich die feste, nicht selten starre Social Media Strategie durch die täglichen Arbeit zu einer Art Living-Paper weiterentwickelt.

Beobachtung Nummer 5)
Strategie ist ein Prozess und nie in Stein gemeiselt. Getätigte Learnings müssen so rasch als möglich in die Strategie rückgeführt werden. Ein konkretes Beispiel: Eine aktuelle Strategie für einen Kunden sah die Erstellung von Social Media tauglichen Inhalten (Content) vor. Nachdem dies nicht in der benötigten Form und Qualität erreicht weden konnte, musste die Strategie bereits nach drei Wochen angepasst werden. Ist die Strategie nicht in Stein gemeiselt, wird die Implementierung als Prozess verstanden und handelt es sich im optimalen Fall auch um ein Unternehmen, das inkrementelles Verbessern und Lernen ohnehin groß schreibt, so ist dies kein Problem!

Fest steht: Keine Strategie gleicht der anderen. Schon gar nicht, wenn sie Social Media zum Thema hat. Soweit meine bescheidenen Learnings. Welche Erfahrungen hierzu haben Sie gemacht? Werden Ihre Strategien gelesen? Worauf legt legen Sie in der Strategiearbeit besonderen Wert?

 

Facebook neu: Marketing statt Dialog auf Augenhöhe!

14. Juni 2012Als Facebook das neue Design für Pages Ende März dieses Jahres vorgestellt hat, wurde in Blogs viel darüber diskutiert, wie gut diese Umstellung nun für die einzelnen Facebook-Nutzer ist. Ob …

Als Facebook das neue Design für Pages Ende März dieses Jahres vorgestellt hat, wurde in Blogs viel darüber diskutiert, wie gut diese Umstellung nun für die einzelnen Facebook-Nutzer ist. Ob diese Facebook treu bleiben würden oder nicht wurde etwa gefragt. Ob sie die vielen Möglichkeiten, die Facebook Unternehmen jetzt bietet ebenfalls gut heißen würden oder nicht. Der Launch liegt jetzt einige Wochen zurück. Höchste Zeit also, sich mal anzusehen, wie Unternehmen umgestellt haben, was sie tun und wenn ja, wie sich ihre Online-PR über Facebook verändert.

Ich hab mir heute kurz die Facebook-Fanpage von Fressnapf angesehen. Hier wurde im Vorfeld der EURO 2012 das Thema Straßenhunde in der Ukraine diskutiert. Sehr heiß mitunter und sehr emotional. Kritische Stimmen gibt es natürlich immer noch. Im Kästchen „Aktuelle Beiträge anderer Nutzer“ sind sie jedoch bestens untergrabracht. Den Spagat, der Facebook hier für seine Kunden eingefallen ist, ist wirklich genial. Kritischen Kommentaren wird so nämlich die Power genommen, die sie früher hatten, als Fans noch auf die Wall des Unternehmens posten und so wesentlich mehr „Wind“ entfachen konnten.

Facebook-PR: Alles im grünen Bereich!

Auf der Fressnapf-Seite gibt es also immer noch genügend kritische Stimmen. Diese sind nur so verpackt und drapiert, dass sie für durchschnittliche Facebook-Nutzer gar nicht mehr aufscheinen. Das Unternehmen braucht sich damit wirklich nicht sonderlich mit diesen Stimmen aufzuhalten und kann mit dem Marketing auf der eigenen Pinwand weitermachen.

Oder ist das jetzt doch etwas voreilig? Auf mobilen Endgeräten wie dem iPad oder dem iPhone etwa sieht die Fressnapf-Seite schon ganz anders aus. Hier sind alle (!) kritischen Postings gut sichtbar und zwar für alle Besucherinnen der Seite. Ob Facebook kritischen Postings auch hier den Zahn ziehen wird bleibt abzuwarten. Interessant ist dieser Umstand jedoch allemal, relativiert er den „Marketing Canvass“ doch ein wenig, den Facebook seinen potenten Werbekunden mit dem Launch ausgerollt hat. Unternehmen die sich angesichts der neuen Möglichkeiten Nutzerfeedback zu beschränken oder zumindest weitgehend einzudämmen jetzt freuen, könnten sich also auch zu früh freuen. Möglicherweise ist Facebook als Marketingtool für Unternehmen noch besser weil gefahrloser geworden. Möglicherweise liegt genau hier aber auch die größte Gefahr.

Credits: BrunoDNadai- flickr.com

Wie was Gefahr und für wen?! Facebook interessiert mich wenig. Um die braucht sich wohl niemand zu sorgen. Aber wie sieht es um die Unternehmen aus? Wie ist es um den einzelnen Facebook-Nutzer bestellt?

Wie holen Marken ihre Fans am besten ab?

Was ist wenn Facebook den Rahmen für Unternehmen nun so dermaßen pferfekt gestaltet, dass diese wieder ins alte Marketing-Muster zurückfallen bzw. sich von diesen angesichts einer solch perfekten Umgebung noch schwerer trennen können oder wollen. Was etwa hat das Marketing in und über soziale Medien beispielsweise noch mit Zuhören zu tun, wenn das was Nutzer hier an Unternehmen und Marken herantragen gar nicht mehr sonderlich relevant und sichtbar ist? Wie werden sich Nutzer verhalten, die andocken wollen, die sichbar sein wollen, die mitgestalten wollen, die etwas zu sagen haben aber an den Toren der Unternehmen in sozialen Medien abblitzen. Wie sehen diese Tore aus? Sind sie frisch gestrichen aber verschlossen oder lassen sie sich einfach öffnen? Oder steht doch ein Repräsentant des Unternehmens an der Türe und bittet den Nutzer freundlich herein? Das wär doch was!

Was tun mit Fans die Mitsprache und Sichbarkeit einfordern?

Aber bleiben wir doch noch einen Moment auf der Facebook-Page selbst, die vom Desktop aus aufgerufen wird. Ich weiß schon, das tun nicht viele Facebook Nutzer aber sei’s drum. Was tun Unternehmen nun, die sehen, (müssen), dass der Form bzw. der Art und Weise wie Fans der Marke auf Facebook mitreden und dadurch mitgestalten können durch den Launch von Facebook neu ein Riegel vorgeschoben wurde? Was tun Marken auf Facebook, die von ihrem Mindset dazu in der Lage sind, dieses Tool „out of the box“ zu denken? Unternehmen also, die das Potential von Facebook auch außerhalb von Werbung, Marketing und PR sehen? Die Antwort lautet: Sie geben ihren Fans auf ihren Seiten alternative Möglichkeiten sich zu artikulieren, das Unternehmen anzusprechen, mit ihm zu interagieren. Und das ist klever!

Ein tolles Beispiel hierzu ist etwa die US-Nahrunsmittelkette Walmart. Denen genügt es nicht, dass Fans dem Unternehmen neuerdings eine Privatnachricht senden können. Würde mich übrigens mal interessieren, wie viele Fans dieses Feature auch wirklich nutzen.

Facebook-Strategie: Dienst nach Vorschrift reicht nicht mehr!

Was tut Walmart? Die holen den Besucher, der vielleicht bloß kommt um hier abzuschimpfen (unwahrscheinlich, aber nicht ganz auszuschließen) mit den Worten „What’s on your mind?“ ab und führen ihn in einen Unterbreich der Page, auf dem er ganz einfach Feedback geben kann. Was ist „Feedback“ für Walmart? Lob, Tadel, ok. schon klar soweit aber eben auch Probleme melden und Ideen äußern. Gut sichtbar für alle übrigens. Nutzer können dem Unternehmen über „me too“ darüber hinaus mitteilen, dass diese Frage oder diese Beschwerde oder dieses Lob auch sie betrifft. Walmart arbeitet mit dem Community-Anbieter Get Satisfaction zusammen und erntet hier – zumindest aus meiner Sicht – gute Ergebnisse. Warum? Weil die Fans eben nicht nur schimpfen sondern auch empfehlen, sich einbringen und sich eben auch als Teil der Marke verstehen.

Ob Facebook diesem Umstand ausreichend gerecht wird ist für mich mal sekundär, wiewohl ich dazu schon eine Meinung habe. Wichtig ist meiner Einschätzung nach, wie die Unternehmen darauf reagieren, wie sehr sie dazu in der Lage sind, abzuschätzen, was die Nutzer von ihnen auf Facebook bzw. generell in sozialen Medien erwarten und wollen. Andererseits ist natürlich auch wichtig, was Unternehmen wollen. Wie sie ihre Facebook-Niederlassung ausrichten bzw. monetarisieren wollen. Hier gilt es wie gesagt außerhalb von Werbung, Marketing und PR zu denken und eine klare Strategie zu entwerfen, was noch möglich ist bzw. was noch angestrebt werden kann und sollte.