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Content Audit: Der perfekte Start ins neue Jahr

4. Januar 2017Ins neue Jahr zu starten und seinen Blick auf die Inhalte der vergangenen Tage und Wochen zu richten, macht Sinn. Welche Fragen zu stellen Sinn macht, lesen Sie hier

Wer sich die Inhalte der eigenen Webseite, des eigenen Blogs und der daran anschließenden Profile in sozialen Medien kritisch anschaut, erkennt rasch, was funktioniert hat im abgelaufenen Jahr und was weniger.

Und jetzt startet das neue Jahr und wir alle scharren mit den fertigen Postingplänen in den Startlöchern oder machen uns gerade Gedanken, wie die Inhalte und das daran schließende Marketing der kommenden Wochen aussehen soll.

Aber halt! Jetzt einfach weiter zu wursteln ist nicht der Weisheit letzter Schluss! Damit der Start ins neue Content-Jahr 2017 gut gelingt, lohnt ein Blick zurück.

Jetzt alle Postings eines Blogs oder einer Facebook-Seite aufzulisten, und zu sehen, was wie stark kommentiert, geteilt oder geliked wurde, ist schon mal ein guter Anfang. Zudem ist es einfach, weil ein Blick ins Blog-Backend dafür ausreicht.

Content Strategie braucht Content Audit

Der Blick ins Backend des Blogs ist ein guter Anfang. Facebook -Statistiken oder Tools wie FanpageKarma liefern weitere interessante Einblicke.

Detailliertere Schlüsse lassen sich aber vor allem dann ziehen, wenn man sich die Inhalte auf Basis bestehender Business-Ziele ansieht. Das Posting mit den vielen Likes oder der Blogpost, in den besonders viel Zeit und Mühe gesteckt wurde, verliert dann möglicherweise seinen Glanz, wenn das, was er transportiert nicht oder nur in geringem Ausmaß zur verfolgten Business-Strategie passt.

Content Audit heißt kritisch Hinschauen auf die eigenen Inhalte

Neben der Qualität der Inhalte spielt immer auch der Posting-Zeitpunkt eine wichtige Rolle.

Hier heißt es nachzubessern und sich im ersten Schritt noch eingehender mit den eigentlichen Business-Zielen auseinander zu setzen. Sich also beispielsweise zu fragen:

  • Mit welchen Themen / Dienstleistungen oder Produkten möchte ich 2017 punkten?
  • Welche Umsätze in welchem Quartal mit welchen Dienstleistungen oder Services erzielen?
  • In welchen Themenbereichen möchte ich in welchem Zeitraum welche Zielgruppe erreichen?

Von strategischem Interesse im Content Marketing sind also jene Postings, die nicht nur gut funktionieren, sprich angenommen werden, sondern eben auch auf die eigenen Zielsetzungen einzahlen.

Kontakt Ed Wohlfahrt

Wir dürfen Sie bei Ihrem Content Audit unterstützen? Wir sind unter +43 463 914131 gerne für Sie da.

Lesetipp:
Einen sehr guten Post zum Thema Content Audit finden Sie im Blog von Babak Zand Content Audit

 

Corporate Intranet: Storytelling statt Verlautbarung!

30. April 2016Viele Intranets klingen wie Amtsblätter. Mitarbeiter holen sich ihren Klatsch und Tratsch lieber von Facebook, Snapchat oder Whats App. Interaktion, Engagement und Ideen fließen ab. Was kann man tun, wo ansetzen, damit sich das ändert?

Wie bringen wir unsere Intranets aus der Sicht des einzelnen Mitarbeiters wieder zurück in die Relevanz? Wie müssen Inhalte aussehen, damit sie Aufmerksamkeit bekommen und was genau braucht es, damit Social Intranets kein rein technisches Phänomen bleiben? Genau darum ging es im Interview, zu dem mich jüngst Gerald Pitschek, auch bekannt als The Content Guy, freundlicherweise gebeten hat.

Interview – Content-Strategie im Intranet from The Content Guy on Vimeo.

Brauchen Intranets Geschichten?

Absolut ja! Narrative Elemente bzw. Storytelling machen hier genau so viel Sinn, wie in der Kommunikation nach außen. Fast noch wichtiger finde ich jedoch das, was es auf dem Weg zur Story braucht. Nachfolgend ein paar Punkte, die ich als essentiell für die Kommunikation mit und über Geschichten erachte:

1. Vertrauens-Kultur
Intranets funktionieren dort gut, wo man einander vertraut. Das Management den Mitarbeitern, die Mitarbeiter dem Management. Nicht zuletzt aber auch Vertrauen zwischen den Mitarbeitern untereinander.

Eine Kultur des Vertrauens und des Miteinanders braucht aktives Handeln und Zeit. Ein Intranet mit sozialer Funktionalität einzuführen, ist zu wenig.

Weiter zu: Wie funktioniert Storytelling auf Facebook?

2. Support von oben

„Macht das mal nach der Arbeit“ oder „Ach Gott, jetzt haben wir wieder Märchenstunde“. Solche Aussagen zeigen deutlich, dass die Wirksamkeit von Geschichten bei der Unternehmensführung noch nicht angekommen ist.

Storytelling und Corporate Content

Storytelling kann sich in der internen und externen Unternehmenskommunikation wirklich auszahlen. Ohne die Unterstützung durch die Unternehmensführung geht dem zarten Pflänzchen aber nicht selten die Luft aus.

Storytelling gelingt nur, wenn es von ganz oben unterstützt wird. Wenn der CEO etwa auf seinem eigenen LinkedIn-Profil oder am Blog Geschichten aufgreift und teilt, dann gibt es eine seriöse Chance.

3. Bewusstsein
Ein Unternehmen, das „seine“ Geschichten kennt, das über ihre Kraft und Bedeutung Bescheid weiß, verfügt über die notwendige Basis, diese Geschichten laufend in seiner Kommunikation nach innen und außen einsetzen zu können. Ist dieses Bewusstsein nicht gegeben, steht es auch mit den für Storytelling notwendigen zeitlichen und budgetären Rahmenbedingungen nicht zum besten.

4. Prozesse
Storytelling ist nichts, was man mal schnell einführt und das ab diesem Zeitpunkt mehr oder weniger von alleine läuft. Aus diesem Grund braucht der Prozess, an dessen Ende fix-fertig aufbereitete und in verschiedenen Formaten erzählbare Geschichten stehen, einen strukturierten Ablauf. Ohne diesen lässt sich ein laufendes Finden, Heben und Verwerten von Geschichten im Unternehmen nicht sicherstellen.

Weiter zu: Warum funktionierten emotionale Stories besser?

5. Mut
Sich hinzusetzen und sich über zu erzählende Inhalte auszutauschen, das braucht neben Offenheit auch Mut. Es braucht Mut, die eigenen Intranet-Inhalte kritisch zu hinterfragen, schließlich haben sie Zeit und Geld gekostet. Letztlich braucht es auch Mut, in seiner Kommunikation nach innen und außen neue Wege einzuschlagen und ausgetretene, nachweislich nicht funktionierende wieder zu verlassen.

 

Storytelling ist ein überaus wirksamer Hebel. Es versetzt Unternehmen in die Lage, relevantere und bedeutsamere Inhalte für ihr Intranet aufzubereiten und anzubieten. Die schlechte Nachricht: Die Methodik passt nicht auf jedes Unternehmen. Zudem braucht es sowohl das notwendige Mindset der handelnden (Führungs-) Persönlichkeiten, als auch ein prozesshaftes Herangehen, sodass Storytelling seine volle Wirkung entfalten kann.

5 knackige Ideen für Ihr nächstes Online Video

23. Juni 2015Mit Videos ist es so eine Sache. Alle wissen, dass sie gerne gesehen werden aber kaum einer traut sich drüber. Viele Unternehmen beschränken sich deshalb darauf, Videos anderer zu teilen oder geben sich zufrieden mit einem verwaisten Youtube Kanal.

Neulich sah ich bei Marketo ein Video, bei dem ich hängen blieb. Ich sah es mir einmal an, dann noch einmal, weil ich den Ansatz schön fand. So einfach und doch wirksam.

Das Video war in der Produktion sicher nicht teuer, liefert jedoch sympathische Bilder die sich positiv auf Mitarbeiter und Marke auswirken. Nebenbei wirft es die Frage auf, „Was tut Marketo nun wirklich..“ und lädt so zu einer Beschäftigung mir der Marke ein.

Mobile Video leicht gemacht

Gutes Bewegbild muss nicht immer gleich eine Lawine kosten. Klar ist aber auch, dass ein verwackelte Handy-Video mit schlechtem Ton nicht zum gewünschten Ziel führen wird.

Sich also mal selbst fit zu machen, sich anzusehen, wie man etwa aus einer Handykamera plus Stativ richtig viel rausholen kann, ist ein lohnender erster Schritt. Eine tolle Anleitung für die Produktion von Mobile Video findet sich übrigens bei Vimeo.

Wenn das Video dann mehr können muss, wenn es Effekte, Luftaufnahmen oder eine perfekte Inszenierung für den CEO braucht, dann werden Sie an Profis nicht vorbeikommen.

Wobei sich die Frage stellt, wie gut sich perfekte Videos vom CEO auf Facebook und andern sozialen Medien überhaupt machen…

Hier ein paar nützliche Tips und Ideen für Ihr nächstes Video:

Auch das kürzeste Video verdient ein Drehbuch
Sich kurz zu skizzieren, wie das fertige Online Video aussehen soll, ist unerlässlich. Also muss ein Drehbuch / Storyboard her. Den Einstieg, den Mittelteil und den Schluss und die dazu passenden Szenen zu kennen ist das eine. Eine in sich schlüssige Handlung, um nicht zu sagen eine Dramaturgie zu haben, aber ebenso wichtig.

Aufmerksamkeit für Online Videos

Damit das nächste Online Video richtig gut wird, ist Planung geboten: Wer in seinem Video zu spät auf den Punkt kommt, hat oft nur noch einen Bruchteil des ursprünglichen Publikums…

Video Ideen kurz und knackig
Was wäre, würden Sie mit Mitarbeitern, nach Ablauf ihrer ersten sechs Monate im Unternehmen ein kurzes Video drehen?

Das Ein-halbes-Jahr-im-Job Video
In diesem Video spricht der Mitarbeiter davon, wie er das Unternehmen kennengelernt hat, wie damals seine Erwartungen waren, ob und wenn ja wie sie sich erfüllt haben, wie er sein Aufgabenfeld sieht, was ihm daran besondere Freunde bereitet, u.s.w.

Gedreht natürlich direkt am Arbeitsplatz. Das ganze kostet wenig und kann genau die Form von Inhalt sein, die Ihnen via Social Media und Webseite zu mehr Bewerbungen bzw. einer höheren Anzahl besser passender BewerberInnen verhilft…

Mitarbeiter des Monats für Online Videos nutzen

Mitarbeiter vor den Vorhang zu bitten kann ein wirksamer Weg sein wenn es um die Produktion kostengünstiger Online-Videos geht. Wertschätzung der eigenen Belegschaft gegenüber ist auch immer wieder schön.

Das Ein-Tag-in-meinem-Job-Video
Gewinnen Sie den telegensten Ihrer Mitarbeiter für diese Idee und begleiten ihn einen Tag durch seinen Job. Lassen Sie ihn über seine kniffeligen Aufgabenstellungen sprechen und darüber, wie er sie löst.

Ist dieser Mitarbeiter möglicherweise ein Morgenmuffel? Na dann bietet sich als erste Einstellung ja schon der Kaffeeautomat an. Weiter geht’s dann ähnlich wie zuvor. Also, was macht deinen Job aus, was verschönert dir den Tag? Was geht überhaupt nicht, etc.?

Das Video zum Projektstart
Sie oder eines Ihrer Teams steht am Beginn eines wichtigen Projektes? Eine gute Möglichkeit, die Beteiligten über ihre Erwartungen zu befragen. Wie denken Sie über die Herausforderungen? Warum ist dieses Projekt für sie von besonderer Bedeutung? Wie werden sie sich konkret einbringen und was soll dabei herauskommen?

Das Lieblings-Kunden-Video
Ihre Belegschaft arbeitet direkt am Endkunden? Ebenfalls eine gute Möglichkeit für das nächste Online-Video. Fragen Sie ein paar Ihrer Mitarbeiter nach ihren Lieblingskunden. Was macht für sie einen solchen Lieblingskunden aus?

Es geht hier gar nicht darum, diese auch mit Namen zu nennen, sondern darum, das Leuchten in den Augen und die Freunde Ihrer Mitarbeitern Ausdruck zu verleihen.

Das doofe-Fragen-Video
Die Konferenz ist aus, die Teilnehmer nehmen ihren Kaffee ein. Der optimale Zeitpunkt, ihnen eine dezent unpassende Frage zu stellen. Hier geht es nicht darum, jemanden bloß zu stellen sondern um das Auslösen einer Reaktion, in diesem Fall Verblüffung.

Produktvideo einmal anders
Wohl jeder kennt die legendären Videos des Mixer-Herstellers „Blendtec„. iPhones und andere teure Hightech-Geräte werden in den Mixer gesteckt und geschreddert. Der Mixer aus dem Hause des Herstellers schafft es natürlich jedes Mal.

Möglicherweise kann man auch Ihr Produkt auf unterschiedliche Weise nutzen, es für vielleicht verrückte Dinge einsetzen oder es auf bestimmte Art persönlich gestalten.

Sollten Sie Kunden haben, für die sie ganz spezielle Lösungen finden mussten oder Endkunden, die mit Ihren Produkten ungewöhnliche oder spannende Dinge anstellen, sprechen Sie in Ihrem nächsten Online Video genau darüber!

 

Weiterführende Info:
Hier ein paar Tipps zum besseren Storytelling: Warum Emotionale Geschichten besser funktionieren. 

 

 

State of Storytelling 2014

23. Oktober 2014Ob Corporate Storytelling, Digital Storytelling oder bloß Storytelling. Das Thema erlebt derzeit eine echte Hochblüte. Längst rümpfen viele die Nase und meinen, die Methodik als leeres Marketing-Vokabel enttarnt zu haben. Ich will aber mehr. Ich will tiefer in die Materie hinein, bessere Fragen stellen und auf höherem Niveau scheitern. Deshalb diese Blogparade, an der sich jeder beteiligen kann, der zum Thema etwas beitragen will.

Diese Blogparade ist ein Stein, den ich ins Wasser werfe. Ich mache das von Zeit zu Zeit mit Themen, die mir am Herzen liegen. Ich komme jedoch nicht mit leeren Händen. So gibt es etwa auf Slideshare Folien, die ich in der  Workshop-Serie „Wer erzählt gewinnt – Mit Geschichten zu mehr Aufmerksamkeit und Weiterempfehlungen“ im Unternehmens-Gründungsprogramm verwendet habe. Auch gibt es hier am Blog in der Kategorie Corporate Storytelling einiges zu meiner persönlichen Sicht auf das Thema und darüber hinaus natürlich die Google Plus Community Storytelling Austria, die sich wirklich mehr Aufmerksamkeit (v.a. von meiner Seite…) verdient hätte. Ach ja, ein StoryCamp in Salzburg hat es 2012 auch mal gegeben…

Who cares?!
Jetzt also eine Blogparade zum Thema Storytelling und die bange Frage, Who cares!? Was ich in meinen Workshops sehe, ist, dass viele, um nicht zu sagen alle, mit Geschichten arbeiten. Wir verwenden sie dafür, für uns und unsere Anliegen zu sprechen, unseren Zuhörern ein besseres Verständnis zu ermöglichen oder aus vielerlei anderen Gründen. Und noch viel wichtiger: Jeder versteht unter Geschichten – ich möchte das Wort Storytelling hier erst gar nicht verwenden – etwas anderes.

Blogparade Storytelling

Storytelling kann vieles sein oder bedeuten. Um diese unterschiedlichen Aspekte geht es im Rahmen der vorliegenden Blogparade Storytelling.

Jeder setzt sie anders ein, erzählt anders und hat andere Erfahrungen damit gemacht. Was die einen im wahrsten Wortsinn narrativ, sprich erzählend im Dialog Angesicht zu Angesicht machen, das übersetzen andere in die Sphären des (Mitmach-) Internets.

Immer mehr Unternehmen erzählen Geschichten
Bedeutet, dass uns auch auf Webseiten, Blogs, auf Netzwerken wie Facebook oder Twitter immer häufiger Geschichten erzählt werden. Oder andere zumindest sagen, dass sie dies tun würden. Auch o.k. natürlich. Wie gesagt: Für jeden bedeuten Geschichten, ihre Anwendungen und Formen etwas anderes. Vor diesem Hintergrund soll der Betrachtungswinkel auf das Thema Storytelling im Rahmen dieser Blogparade so breit wie nur irgendwie möglich sein. Einige Fragen, sozusagen als Orientierung möchte ich den TeilnehmerInnen der Blogparade dennoch mit auf den Weg geben. Sie verstehen sich als Einladung, als Sprungbrett oder auch Inspirationsquelle, von der aus man dann gerne weitergehen kann

  • Wo setzen ich Geschichten ein und warum?
  • Wie sieht mein persönlicher Zugang zu Geschichten und zu Storytelling aus?
  • Worin sehe ich das Potential von Geschichten?
  • Welche Erfahrungen habe ich mit dem Einsatz von Geschichten bislang gemacht?
  • Was gefällt mir daran, wenn mit Unternehmen Geschichten erzählen?
  • Welche Möglichkeiten für Geschichten sehe ich in der internen Unternehmenskommunikation?
  • Welche weiteren Anwendungsbereiche für Geschichte gibt es und welche Erfahrungen habe ich damit gemacht?
  • Welche Möglichkeiten für Geschichten sehe ich in der Kommunikation von Unternehmen nach außen?
  • Was braucht es, damit digitales Storytelling gelingt?
  • Welche Chancen und Möglichkeiten bringt Storytelling im Mitmach-Internet?
  • Wo bin ich mit Geschichten bislang nicht weitergekommen oder gescheitert?
  • Wie oder wo scheitern Unternehmen die Storytelling als neue „Super-Methode“ betrachten
  • Vielleicht gibt es auch den einen oder anderen, der auf seinem Blog seine eigene Geschichte erzählt hat oder ausgelöst von dieser Blopgarade erzählen möchte?
  • Weitere Inspiration gibt die vor einem Jahr stattgefundene Blogparade zum Thema schön zusammengefasst auf Storify

Alle Einreichungen zur Blogparade Storytelling werden hier verlinkt.
Es wäre schön, würde eine rege Debatte zum Thema Storytelling in all seinen Facetten und Spielarten entstehen können. Hier und auf den Blogs der einreichenden BloggerInnen!

#stateofStorytelling
Zudem werden alle Einreichungen auch auf Storytelling Austria auf GooglePlus geteilt. Und einen schönen Hashtag gibt es natürlich auch. Er lautet #stateofstorytelling und kann die Einreichungen auf Facebook und Twitter sehr gerne „verzieren“ : )

Laufzeit und Einreichschluss
Die Blogparade beginnt ab sofort und läuft bis einschließlich Sonntag, den 30. November 2014. Glück auf!

Es grüßt euch,
Ed Wohlfahrt (der sich jetzt gleich an seinen eigenen Beitrag zur Blogparade Storytelling machen wird ; )

Storytelling: No guts no glory!

15. Februar 2014Konflikte in unseren Geschichten funktionieren wie das Salz in der Suppe. Ist zu wenig oder gar keines drinnen, dann fehlt etwas. Was in der Küche oder bei Tisch völlig klar ist, verhält sich dann ganz anders, wenn Menschen oder Unternehmen Geschichten erzählen. Hier deshalb ein paar aktuelle Gedanken zum Thema Konflikte im Storytelling.

Beim Schnitt eines Videos neulich flogen drei Passagen raus. Sie mussten raus. Leider. Der Unternehmer erzählte darin über seine schwersten Stunden. Davon, als die Bank ihm den Geldhahn zudrehte, ein vermeintlicher Partner sein wahres Gesicht zeigte und er Mitarbeiter kündigen musste.

Failure is always the best way to learn, retracing your steps ’til you know, have no fear your wounds will heal. (Failure / Kings of Convenience)

Während er mir das erzählte klang seine Stimme deutlich anders als im restlichen Interview, stellte sich bei ihm ein nervöses Zwinkern ein und wenn man ganz genau hinsah, konnte man erkennen, dass sich seine Nasenflügel weiteten. Wir waren mitten drin in einem Problem, ach was sag ich! dem Problem schlechthin. Es ging nichts mehr und was dann folgte, war ein Umweg, ein langwieriges und schwieriges Unterfangen, das den Betreffenden nicht nur einmal an den Rand des Wahnsinns getrieben hat. Als er ein halbes Jahr später diesen Investor am Telefon hatte und damit endlich wieder Boden unter seinen Füßen verspürte, war es das aber noch lange nicht. Weitere bittere Jahre mussten ins Land ziehen, bis das Unternehmen wieder Leute einstellen konnte und so durchstarten konnte wie niemals  zuvor. Heute steht man in der Zeitung, gewinnt Preise, naja, das Übliche halt.

All das musste im Video wieder raus. Aber für mich sind all das Zutaten, die für unsere Geschichten enormes Potential haben. Nehmen wir diese Episoden heraus, weil wir scheinbar irgendwann gelernt haben, uns immer nur von der besten Seite zeigen zu müssen, servieren wir unserem Publikum Suppen ohne Salz, ohne jeglicher Würze und das schmeckt, wie eingangs erwähnt, fad.

Packende Stories ziehen uns deshalb in ihren Bann, weil eben nicht immer alles glatt läuft, weil Klippen auftauchen, Umwege in Kauf genommen und Lösungen gefunden werden müssen.

Unternehmen dazu zu bringen, über solche konfliktären Situationen zu sprechen, ist gar nicht so einfach. Nicht dass ich es darauf anlegen würde, mir von jeder und jedem ihre dunkelsten Stunden erzählen zu lassen. Hey! Alles kann, nix muss. Ich weiß aber, dass es genau diese Schwierigkeiten, Irrungen, Probleme, diese wahnwitzigen Anstrengungen und Umwege sind, über die wir unser Publikum abholen, es in unsere Geschichte hineinziehen, ja für unsere Zuhörer in Wirklichkeit überhaupt erst interessant werden.

Storytelling braucht Mut
Was ich sagen will, weil ich absolut davon überzeugt bin, ist, dass wir uns in unseren Geschichten mehr trauen sollen. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, die mit ihren geschönten Aussagen in narrativen Kunstwürfen meist alles erreichen, bloß keine richtigen Geschichten. Es fehlt das Salz in der Suppe. Es fehlen die Konflikte. Es fehlen die Protagonisten, die Firmengründer oder meinetwegen der Vorstand, der offen zu einer schweren Zeit des Unternehmens stehen und darüber auch erzählen darf. Wir brauchen also mehr Mut. Das was passieren wird, durfte ich auch schon am eigenen Leib erfahren. Es fliegen einem urplötzlich die Herzen zu, und zwar in einer Qualität, die einen schlicht und ergreifend umhaut. Ein Unternehmen, das durch eine schwere Zeit geht, etwa Leute entlassen muss oder insolvent wird, hat meist andere Sorgen als Storytelling. Geht es dann aber wieder bergauf und geht es darum, wieder Inhalte zu vermitteln, bleiben diese harten Zeiten meist ausgespart. Müssen sie, so wie die kritischen Passagen aus meinem Video wieder raus mussten.

Erfolg zu haben bedeutet oft auch Umwege gehen zu müssen. Über diese Irrungen und Wirren aber auch zu sprechen setzt Mut voraus.

Genau hier bräuchte es den Mut weil ernstgemeinte Geschichten, mit denen wir die Herzen unserer Zuhörer erreichen wollen (scheißegal ob online, offline, multimedial, etc.) diese schwierigen Zeiten eben nicht aussparen sollten. Tun sie das jedoch, nehmen sie uns die Chance anzudocken. Der Text, das Bild oder das Video wird vor dem geistigen Auge weggeklickt durchdringt unseren Filter nicht und geht unter im Gundrauschen. Soviel Zeit haben wir nicht. Soviel Aufmerksamkeit können wir nicht setzen.

Noch ein Problem gibt es, wenn wir auf das Salz in unseren Stories verzichten. Getrauen wir uns nicht, über persönliche Irrungen und Tiefpunkte zu berichten, bringen wir uns selbst auch um die Chance, über den Weg zurück zu erzählen. Es ist dieser steinige und steile Weg, es sind diese Gegenwind-Passagen unseres (Unternehmer-) Lebens und das, was wir taten oder tun, um all diese Klippen zu umschiffen, die uns die Herzen unserer Zuhörer zufliegen lassen. Für den Zuhörer wird so aber auch klar, wie wir uns gewandelt bzw. verwandelt haben von damals auf heute, was wir aus unseren Fehlern, aus schwierigen Zeiten, etc. mitgenommen haben, all das.

Storytelling

Natürlich lassen sich Erfolge über Storytelling wunderbar vermitteln. Vorher sollte der Erzähler aber auch mal schwierigere Zeiten durchgemacht haben. Ansonsten macht er es uns schwer, an seine Geschichte anzudocken bzw. die für uns darin enthaltene Relevanz zu erkennen.

Wenn mir Unternehmen Geschichten erzählen, die mich wirklich packen, die mich an meinen eigenen Weg erinnern, dann macht das für mich einen gewaltigen Unterschied zum gängigen Marketing-Blabla. Alleine, Unternehmen bekommen solche Geschichten in den meisten Fällen NICHT geschenkt wie sich zeigt. Sie müssen schon die Ärmel hochkrempeln und sie uns selbst erzählen. Wäre ja doch zu einfach sonst, oder?!

Dieser Unterschied, den eine gute Geschichte in der Lage ist zu vermitteln, zeigt zeigt sich zumindest bei mir in der Wahrnehmung dieses Unternehmens. In weiterer Folge beispielsweise aber auch am Point of Sale. Stories sind eine wunderbare Möglichkeit, Unternehmen bzw. deren Repräsentanten aus einem anderen Licht und in einer ganz anderen, nicht marketing-getriebenen Tonalität kennenzulernen – ich würde sagen, kennen lernen zu dürfen. Dürfen deshalb, weil ich es als ein Privileg betrachte, von Unternehmen, Einzelpersonen oder von wem auch immer über gute Geschichten adressiert zu werden. Aber dafür braucht’s halt auch das Salz in der Suppe.

Es grüßt Sie,
Ed Wohlfahrt

Anregungen oder weiterführende Gedanken? Ich freue mich von Ihnen zu hören ed@edwohlfahrt.com

Storytelling: Geschichten eine Bedeutung geben

1. Januar 2014Geschichten brauchen Bedeutung. So einfach ist das. Hier möchte ich über eine Lektion sprechen, die mir ein Vierjähriger erteilt hat und die mir hoffentlich dabei geholfen hat, bessere Geschichten zu erzählen.

Ich kann den derzeit kursierenden Beispielen und Listen für das „tollste Storytelling des abgelaufenen Jahres“ nicht sonderlich viel abgewinnen. Der Begriff „Storytelling“ bezeichnet scheinbar alles und jedes. Storytelling funktioniere nach einer Art Kochrezept. Der sagenhafte Erfolg an Klicks, Shares und Co ist bloß eine Frage der Zeit.

Oder da gibt es die tollsten Stroytelling-Folien des Internet-Stars Gary Vaynerchuk in denen er sich darüber beklagt, dass 99% des Marketings heute immer noch so laufen würde, als hätten wir 2004 (Folie 3/64). Und viel zu selten „wirklich gute“ Geschichten zum Einsatz kämen. Mein Gott, wie schrecklich. Und dann gibt es die Verlage, die mit ihren multimedialen Storytelling-Experimenten derzeit durch alle Decken knallen wie gestern die Sektkorken und auf Twitter und anderswo rauf und runter gehyped werden (oder sich wohl besser dadurch selbst ins Gespräch bringen).

Nicht dass ich diese Anstrengungen allesamt durch den Kakao ziehen will, bloß nicht. Ich glaube nur, dass Geschichten einfach daher kommen müssen und vor allem eine tiefere Bedeutung mitliefern müssen, wenn sie beim Zuhörer ankommen sollen. Warum ich das denke, hat mit einer Geschichte zu tun, die ich hier kurz erzählen darf.

Storytelling zielt ab auf Verständigung und Verständnis. Nicht schlecht, wenn der Inhalt für die Zuhörer bedeutsam ist

Bedeutung bzw. Bedeutsamkeit ist für mich das Kernelement guter Geschichten. Bildquelle: Pixabay.com / User Beie ==> http://pixabay.com/de/users/Bevie/

Unser Sohn ist jetzt vier. So in etwa vor einem Jahr war ich des Büchervorlesens echt wieder mal überdrüssig. Das gehört zu unserem Zu-Bett-Gehen-Ritual aber wenn man ein und das selbe Buch dreißig Mal und öfter gelesen hat, wird man zuerst in der Birne weich und dann erfinderisch. Ich bot unserem Kleinen also an, ihm eine Geschichte zu erzählen und improvisierte einfach darauf los. Das ging gar nicht schlecht, sprich, man hörte mir aufmerksam zu. Als ich mit meiner kleinen Geschichte fertig war, bekam ich unverblümt Feedback. Ich sollte eine andere Geschichte erzählen und darin ein paar Änderungen vornehmen, hieß es. Diese andere Geschichte sollte

  1. von einem kleinen Jungen handeln
  2. ein brennendes Haus beinhalten
  3. auch noch von einer Feuerwehr und/oder einem Feuerwehrmann handeln.

Na gut. Ein bisschen muffig (jetzt sagt mir dieser Dreikäsehoch doch glatt, wie ich meine Geschichte erzählen soll… reicht ihm nicht was ich tue, etc.) schwang ich mich zur nächsten Geschichte auf und siehe da, sie kam wesentlich besser an als die erste. Ich sollte von heute an jeden Abend Geschichten erzählen, hieß es und das wäre überhaupt viel besser, als aus Büchern vorzulesen, so in etwa war die Reaktion. Ich habe länger darüber nachgedacht und für mich folgendes mitgenommen.

Geschichten brauchen Bedeutung.
So was aber auch! Weiß doch eh jeder, oder? Naja… Wenn Geschichten diese Bedeutung nicht zu bieten in der läge sind, dann sind sie schlicht uninteressant oder aus Sicht des Publikums verschwendete Zeit. Der Nutzen stimmt dann einfach nicht. Ist die Bedeutung nicht gegeben, ist die Geschichte nicht anschlussfähig bzw. bleibt beim Zuhörer die Frage, „was hat das alles mit mir zu tun“ oder „was will er mir sagen?“. Wird über die Geschichte kein Beispiel, besser kein beispielhafter Charakter oder eine beispielhafte Handlung transportiert, so können Zuhörer daran kaum andocken bzw. wird es mit dem „Hey, in dieser Situation befand ich mich auch schon mal…“ schwierig. Weiteres Learning:

Geschichten müssen in Lebenswelt der Zuhörer passen.
Die Handlung bzw. der inhaltliche Verlauf von Geschichten muss in die Lebenswelt der Zuhörer passen. Wenn ich also wie unlängst vor Jägern spreche, so ist es zwar nicht nötig, ihnen einen Jäger vorzuspielen (der ich nicht bin), jedoch meiner Meinung nach essentiell, mich mit meiner Geschichte an ihrer Lebenswelt bzw. an der Lebenswelt eines Jägers (Stichwort z.B. Hegen und Pflegen…) zu orientieren. Tu ich das nicht, wird es meinen Zuhörern kaum gelingen, aus den vermittelten Informationen individuelle Bedeutung abzuleiten, sich selbst darin zu erkennen. Ich habe dann alle Fakten vermittelt und sogar eine Geschichte erzählt. Verstanden hat die Geschichte dann zwar niemand. Von den harten Fakten gar nicht erst zu sprechen. Verlorene Liebesmüh also! Learning Nummer drei:

Durch Feedback zu mehr Bedeutung!
Ein weiteres Erkenntnis ist, dass dem Storyteller gerne dabei geholfen wird, bessere Geschichten zu erzählen. Durch das Publikum! Die Frage ist, ob man dazu bereit ist, diese Hilfe auch zuzulassen, also anzunehmen. Gelingt nicht immer, ist klar. Auch ich war anfänglich wenig begeistert, als mir mein Sohn erklärte, wie die Geschichte seiner Meinung nach auszusehen hätte. Nimmt man dieses Angebot jedoch an und nimmt es zum Anlass, die eigenen Stories (laufend) zu verbessern, werden Geschichten, wird letztlich ein Dialog möglich, der für beide Seiten eine höhere Bedeutung, mehr Akzeptanz / Relevanz und damit mehr Sinn hat. Außerdem finde ich es schön, wenn beide Seiten gewinnen und Kommunikation gelingt!