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Österreichs Top Unternehmen im Social Web

12. August 2010  Worum geht es hier? Um die Performanz der fünfzig umsatzstärksten (bereinigten) Unternehmen Österreichs im Web 2.0. Um diese qualitativ zu erheben – genau darin lag die Zielsetzung des Unterfangens …

Österreich Web 2.0 

Worum geht es hier? Um die Performanz der fünfzig umsatzstärksten (bereinigten) Unternehmen Österreichs im Web 2.0. Um diese qualitativ zu erheben – genau darin lag die Zielsetzung des Unterfangens – haben uns folgende Kanäle angesehen:

a) Twitter
b) Flickr
c) YouTube
d)Facebook
e) Corporate Blog

und diese auf folgende Parameter hin abgeklopft. Die wiederum über Unterkategorien mit erreichbaren Punkten versehen wurden

a) Kategorie „Relevanz des Contents“ (Video/Bilder/Posts)
b) Kategorie „Qualität der Kommentare“
c) Kategorie „Technische Funktionalität“
d) Kategorie „Reaktionszeit bei konkreten Fragestellungen

Die Zielsetzung lag darin, die umsatzstärksten österreichischen Unternehmen und ihr Engagement im Social Web aus einem qualitativen Blickwinkel zu betrachten. Um dabei möglichst zeitnahe zu sein wurde im Zeitraum März bis April 2010 erhoben. Die Daten der umsatzstärksten Österreichischen Unternehmen stammen übrigens aus der Zeitschrift Trend. Der Grund dafür, die Social Media Aktivitäten Österreichischer Unternehmen auf ihre Qualität hin zu untersuchen, lag wiederum in einer anderen Erhebung, durchgeführt von der Agentur Meta Communication (der ich für die Übermittlung der quantitativen Daten hier noch einmal danken möchte). 

Über diese Erhebung und ihre Ergebnisse habe ich mir hier am Ed Wohlfahrt Blog ein paar Gedanken gemacht. Meine Kritik lag damals darin, dass man – wie es in der Meta Communication Erhebung gemacht wurde – keine sauberen Ergebnisse bekommt, wenn man Fans, Seitenaufrufe und Follower einfach addiert. Weiters wären über diese rein quantitative Schiene natürlich keine qualitativen Aussagen möglich. Logisch! Schade, weil ich denke und nach wie vor davon ausgehe, dass man die Qualität von Social Media und den Output, den Unternehmen in ihrer Online Kommunikation daraus zielen können nur schwer quantitativ messen kann. Durch die im Zuge der Erhebung geführten Gespräche mit Kommunikationsverantwortlichen quer durch die heimische Wirtschaft, sehe ich mich in dieser Haltung bestätigt. Social Media muss gemessen werden, ja, selbstverständlich. Doch eben nicht rein qualitativ sondern auch qualitativ. Schema "F", d.h. allgemein gültige Parameter wird es dafür kaum geben können. Aber bevor ich hier zu weit abschweife, hier das Gesamtranking. Wir haben dafür die Punkte der betreffenden Unternehmen, die es in den einzelnen Kanälen a – f erhalten hat einfach addiert. Hier also ist das Ranking der umsatzstärksten Österreichischen Unternehmen im Social Web:

Rang Unternehmen Blog FB Twitter Flickr YouTube Gesamt
1 Red Bull 17 17 17 0 18 69
2 Austrian Airlines AG (AUA) 7 23 18 6 12 66
3 voestalpine 12 9 15 16 8 60
4 Wienerberger 15 5 7 10 5 42
4 Wien Energie 16 11 9 0 6 42
5 Swarovski 0 18 19 0 0 37
6 mobilkom austria 11 6 10 0 9 36
7 Spar 0 13 18 0 0 31
8 Telekom Austria 0 12 2 4 11 29
9 Österr. ElektrizitätswirtschaftsAG (Verbund-Konzern) 0 10 0 9 0 19
10 Casinos Austria 0 14 2 2 0 18
11 Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation 0 3 0 0 10 13
11 Lenzing 8 5 0 0 0 13
11 Zumtobel 0 7 0 0 6 13
12 OMV 0 8 3 0 0 11
13 Magna 0 5 5 0 0 10
13 Österr. Post 6 4 0 0 0 10
13 bauMax 10 0 0 0 0 10
14 Blum 0 3 0 0 6 9
15 Strabag 0 0 6 0 0 6
15 Egger Holzwerkstoffe 0 6 0 0 0 6
16 Alpla – Werke Alwin Lehner 0 5 0 0 0 5
17 Österr. Bundesbahnen(ÖBB) 0 0 0 0 4 4
17 Münze Österreich 0 4 0 0 0 4
17 Tiwag-Tiroler Wasserkraft 0 4 0 0 0 4
18 Alpine Holding 3 0 0 0 0 3
18 LKW Walter Internationale Transportorganisation 0 0 0 0 3 3
19 Andritz 0 0 2 0 0 2
20 Borealis 0 0 0 0 0 0
20 Alu-met 0 0 0 0 0 0
20 Hofer 0 0 0 0 0 0
20 A-TEC Industries 0 0 0 0 0 0
20 Allgemeine Baugesellschaft – A. Porr 0 0 0 0 0 0
20 EconGas 0 0 0 0 0 0
20 EVN 0 0 0 0 0 0
20 Österr. Lotterien 0 0 0 0 0 0
20 RWA Raiffeisen Ware Austria 0 0 0 0 0 0
20 Constantia Packaging 0 0 0 0 0 0
20 XXXLutz 0 0 0 0 0 0
20 Agrana 0 0 0 0 0 0
20 Autobahnen- und Schnellstraßen – FinanzierungsAG (ASFINAG) 0 0 0 0 0 0
20 Mayr-Melnhof Karton 0 0 0 0 0 0
20 VA Intertrading AG (VAIT) 0 0 0 0 0 0
20 RHI 0 0 0 0 0 0
20 Energie AG Oberösterreich 0 0 0 0 0 0
20 Swietelsky 0 0 0 0 0 0
20 Roth 0 0 0 0 0 0
20 Energie Steiermark 0 0 0 0 0 0
20 Raiffeisen Informatik 0 0 0 0 0 0

Hier die Daten (Gesamtranking) zum Download: Download Quality Austria – Gesamt Ranking

Ach ja. Hier sei auch erwähnt, dass die qualitative Herangehensweise andere Unternehmen nach oben gespült hat, als die oben angeführte Meta Communication Studie. Keine Überraschung gab es jedoch ganz oben. Red Bull scheint in Social Media derzeit das Maß aller Dinge zu sein. Egal nämlich ob qualitativ oder quantitativ gemessen wird.

Weiterführende Infos zu Quality Austria, der ersten qualitativen Erhebung der heimischen Social Media Landschaft gibt es hier:

Quality Austria (1): Die 50 umsatzstärksten Unternehmen Österreichs und ihr Engagement in Social Media
Quality Austria (2): Zur Vorgangsweise
Quality Austria (3): Ranking Corporate Blogs
Quality Austria (4): Stilblüten einer qualitativen Social Media Befragung
Quality Austria (5): Österreichs umsatzstärkste Unternehmen auf Flickr


Ergänzung: 

Ich habe gerade erfahren, dass die hier vorliegende Ausarbeitung zu subjektiv, ihre Aussagekraft zu gering ist. Das sagt zumindest die Austria Presse Agentur. Das Wirtschaftsblatt hab ebenfalls abgewunken, warum auch immer. Das ist schade. Ist die ganze Studie, ist die ganze Zeit die hierfür investiert wurde also für den Müll? Ich glaube nicht. 

Ich denke, dass die hier vorliegenden Ergebnisse einen Beitrag zum besseren Verständnis der Bewertung von Social Media in Österreich leisten können und werden. Sie werden Unternehmen dabei helfen, die Sicht einerseits auf ihre Kommunikationskanäle im Social Web zu schärfen. Andererseits aber auch andere auf den Plan rufen, sich mit Beispielen aus dem Österreichischen Social Media Universum von qualitativer Seite her zu beschäftigen. Ist dies erreicht, so war die Ausarbeitung ein voller Erfolg, egal ob sie groß in der Zeitung steht (was ich mir natürlich insgeheim erhofft hätte…)

Ach ja: Damit andere die Arbeit fortsetzen können, sind alle Inhalte unter Creative Commons lizenziert und stelle ich alle Rankings, Parameter und Bewertungen frei ins Netz. Sollte jemandem Was abgehen oder sollten sich weiter Fragen ergeben, so einfach melden.

Social Media Ranking – Österreichs Top Unternehmen auf Facebook

3. August 2010Fakten, Fakten, Fakten. Hier also gleich vorweg das Ranking der bereinigten umsatzstärksten Österreichischen Unternehmen auf Facebook. Im Anschluss gehe ich dann auf die gewählten Paramter der Erhebung ein. Platz 1 …

Facebook

Fakten, Fakten, Fakten. Hier also gleich vorweg das Ranking der bereinigten umsatzstärksten Österreichischen Unternehmen auf Facebook. Im Anschluss gehe ich dann auf die gewählten Paramter der Erhebung ein.

Platz 1 Austrian Airlines 23 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 2 Swarovski 18 Punkte  ==> zur FB Seite

Platz 3 Red Bull 17 ==> zur FB Seite

Platz 4 Casinos Austria 14 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 5 Spar 13 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 6 Telekom Austria 12 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 7 Wien Energie 11 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 8 Verbund 10 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 9 Voestalpine 9 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 10 OMV 8 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 11 Zumtobel 7 Punkte ==> zur FB Gruppe

Platz 12 Egger Holzwerkstoffe 6 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 12 Mobilkom Austria 6 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 13 Magna 5 Punkte ==> zur FB Gruppe

Platz 13 Wienerberger 5 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 13 Alpla 5 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 13 Lenzing AG 5 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 14 Österreichische Post 4 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 14 Münze Österreich 4 Punkte ==> zur FB Gruppe

Platz 14 Tiwag 4 Punkte ==> zur FB Seite

Platz 15 Salzburg AG 3 Punkte ==> zur FB Gruppe

Platz 15 Blum 3 Punkte ==> zur FB Seite

Was haben wir uns angesehen, wie die einzelnen Facebook Fanpages und Facebook Gruppen bewertet? 

a) Die Relevanz der Posts des Unternehmens
Hier haben wir uns unter anderem folgende Fragen gestellt: wird die Möglichkeit geboten das Unternehmen über Facebook näher kennen zu lernen? Sind Posts so verfasst, dass sie Diskussion / Feedback fördern, beispielsweise durch Fragen, etc.? Wird auf andere Informationen zu einem bestimmten Thema hingewiesen (oder gehts dem Unternehmen rein um Verlautbarung seiner eigenen "Ergüsse")? Streben die einzelnen Posts Interaktion mit den Nutzern an oder läuft die Kommunikation "one way"?

b) Qualität der Kommentare
Hier haben wir uns unter anderem angesehen, wie stark sich die Kommentare inhaltlich auf die Posts des Unternehmens beziehen, wie stark sie sich aufeinander beziehen, ob über die Kommentarfunktion Dialoge geführt werden
 und ob sich die Unternehmen in diesen Dialog mit einbringen.

c) Technische Funktionalität des Facebook Kanals
Hier wurde gefragt, ob ein persönliches Profil, eine Gruppe oder eine Fanseite eingesetzt wird, ob Fans ( Freunde / Mitglieder Beiträge, Fotos,Videos oder Links posten dürfen, ob zusätzliche Reiter / Felder zusätzliche Infos bieten und darüber hinaus Punkte vergeben wenn technische Funktionalitäten gravierende vom Normalzustand (also der Standardkonfiguration) abweichen.

d) Reaktionszeit bei konkreten Fragestellungen
Auch hier wieder waren wir voll fies, haben gefragt und dann geschaut, wie lange Unternehmen benötigen, um uns eine Antwort zu liefern. Pro verstrichenen zwei Stunden wurde von den hier zu vergebenden fünf Punkten einer weniger.

Fakt ist, dass die top platzierten Unternehmen wie AUA, Swarovski und Red Bull Facebook bereits massiv in ihren Kommunikationsmix integriert haben. Auf diesen Kanälen tut sich nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ eine ganze Menge. Dies wiederum setzt neben der konkreten Zielsetzung (welche Informationen möchte ich mit meinen Fans / Followern auf Facebook teilen, etc.) auch einen Workflow voraus. Die Kontinuität, mit der die top Unternehmen hier zu Werke gehen, lässt darauf schließen, dass es fixe Verantwortlichkeiten gibt und Menschen, die den Job mit entsprechender Professionalität und Know-how machen. Nur am Rande sei erwähnt, dass dass in den Facebook Gruppen der Unternehmen Blum und Münze Österreich die Anfrage meines damaligen Trainees am 2. Juni 2010 die letzte Aktivität war.

Die Daten zur Erhebung gibt es hier zum Download: Download Social Media Erhebung Facebook

Weiterführende Infos zur Erhebung gibt es hier:

Quality Austria (1): Die 50 umsatzstärksten Unternehmen Österreichs und ihr Engagement in Social Media
Quality Austria (2): Zur Vorgangsweise
Quality Austria (3): Ranking Corporate Blogs
Quality Austria (4): Stilblüten einer qualitativen Social Media Befragung
Quality Austria (5): Österreichs umsatzstärkste Unternehmen auf Flickr

Insights zum Präsidentschaftswahlkampf 2.0

14. April 2010"Herr Wohlfahrt, ist heuer in der Präsidentschaftswahl das große BlaBla ausgebrochen oder wie schätzen Sie ein, was sich gerade auf Facebook tut?" Danke für diese Frage an die Journalistin die …

"Herr Wohlfahrt, ist heuer in der Präsidentschaftswahl das große BlaBla ausgebrochen oder wie schätzen Sie ein, was sich gerade auf Facebook tut?" Danke für diese Frage an die Journalistin die ich meine! Aber jetzt mal von vorne! Gestern durfte ich der Austria Presse Agentur (APA) ein Interview geben. Es ging um meine Einschätzung, was die Social Media Angebote der drei Präsidentschaftskandidaten angeht. Hier der Artikel aus dem STANDARD

Bild 1

Ich würde jetzt lügen, hätte ich darauf gleich eine Antwort gewusst also hab ich mich mit allen mal auf Facebook angefreundet. Mit Heinz Fischer, mit Barbara Rosenkranz und Rudolf Gehring. Mein grundsätzlicher Befund zu den Online und Social Media Auftritten, ist positiv. Meiner Meinung nach macht es Heinz Fischer mit Abstand am besten, was wohl mir der Wahl seiner Kommunikationsagentur Datenwerk zu haben dürfte Eine wirklich kreative Idee, die man zwar schon kennt, auf die man sich aber immer wieder mal gerne einlässt, ist "Fischer Yourself", sprich das Verunstalten des eigenen Bildes. Auf der Facebook Fanpage des amtierenden Bundespräsidenten kann man eine kleine Anwendung starten, sein Bild hochladen und es dann mit präsidialer Brille, präsidialen Augenbrauen usw. versehen, teilen, etc. 

Was mir an der Kampagne von Heinz Fischer gut gefällt, ist ihr von außen leicht erkennbare rote Faden. Hier hat sich zweifellos jemand hingesetzt und konzipiert, eine Social Media Strategie ausgearbeitet und sauber umgesetzt. Mich interessiert natürlich, ob die Kommunikationsanstrengungen der Kampagne nach geschlagener Wahl weitergehen werden oder nicht. Ich bin hier mal gespannt. Sieht man sich die Social Web Aktivitäten von Barbara Rosenkranz und Rudolf Gehring an, fehlt dieser rote Faden komplett und bleibt ein ganzheitliches Herangehen an die Materie Social Media aus. Am deutlichsten zeigt sich das auf Twitter wo Rosenkranz gerade mal fünf stramme Follower, Gehring sogar nur einen einzigen vorweisen kann. Klar kann man jetzt über den Sinn und Zweck von Twitter für die beiden sprechen. Wenn ich mich jedoch zu offiziellen Accounts entschließe, so solle ich auch dazu in der Lage sein sie entsprechend zu handeln, was hier unterbleibt. Anders ist hier wiederum der Amtsinhaber. Es gibt einen Twitter-Account namens "beifi", der offenbar von jemanden aus der Entourage des Präsidenten gemacht wird. Zusätzlich gibt es auf einer der beiden präsidialen Homepages einen Twitterlink, der einfach nur auf den Hashtag #heifi2010 zeigt. Eine Kleinigkeit zwar, aber eine Kleinigkeit mit Charme, die imho zeigt, dass es der Kampagne nicht nur um Frontalkommunikation sondern unter anderem auch um die Abbildung der Gespräche anderer geht. Die gleichermaßen leidige wie zentrale Frage "Ja aber was ist, wenn andere den #Tag verwenden und uns etwas Böses auf die Homepage schreiben…?" wurde hier offenbar einer positiven Antwort zugeführt. 

Ich möchte hier zu meinem allgemeinen Befund noch ein wenig tiefer gehen. Ich habe seit einigen Monaten die Möglichkeit, das Social Media Monitoring Tool Radian6 zu benutzen. Danke dafür nach Esslingen zur Firma Mindlab Solutions GmbH namentlich an Heinz D. Schultz! Ich habe mir heute früh also das Analysetool geschnappt und drauflos analysiert. Herausgekommen sind ein paar interessante Grafiken, die auf das vorher Gesagte perfekt passen. So habe ich mir die Anzahl der Blogposts des letzten Monats angesehen, die einen der drei Präsidentschaftskandidaten zum Inhalt haben.

Total Comment Count Radian6

Heinz Fischer kann hier mehr als 50 Prozent aller Nennungen in Kommentaren auf sich verbuchen. Quantitativ ebenfalls nicht schlecht schneidet Barbara Rosenkranz ab, die mit 673 Nennungen – wohlgemerkt im Zeitraum der vergangenen 30 Tage auf 37% Gesprächsanteil kommt. Nachdem die FPÖ-Kandidatin ja bekanntlich extrem polarisiert, dürften nicht 100% ihrer Nennungen positiv ausgefallen sein…

Total Posts Radian6

Auch in dieser Grafik zeigt sich sehr schön, dass Heinz Fischer Social Media technisch auf einer anderen Ebene spielt. Er führt sowohl auf Ebene der Blogs, als auch im Bereich der Microblogs (Twitter) sowie auf Facebook. Ebenfalls nicht uninteressant ist ein Blick auf die wichtigsten über das Thema Österreichischer Präsidentschaftswahlkampf berichtenden Blogs bzw. auf die dahinter stehenden Sprecher.

Influencer Radian6
 

Ein Traum, wenn man mit einem Blick weiß, wer hier spricht und möglicherweise sogar Hinweise auf andere benutzte Kanäle des betreffenden Sprechers erhält. 

Social Profile Radian6
 

Hier geht's dann sehr rasch ans Eingemachte, um die Kommunikation. Darum, die vorhandene Social Media Strategie auf die gewonnenen Erkenntnisse hin anzupassen und Kontakt auf Augenhöhe aufzunehmen. Hands on!

Bloginterview mit Mag. Cornelia Leitner vom Caritasverband Kärnten

21. Dezember 2009Der Caritasverband Kärnten war in der Vorweihnachtszeit medial sehr stark präsent. Dies lag einerseits an der bundesweiten Campagne "Caritas & Du", die unter anderem für das Thema Armut sensibilisierte, andererseits …

Der Caritasverband Kärnten war in der Vorweihnachtszeit medial sehr stark präsent. Dies lag einerseits an der bundesweiten Campagne "Caritas & Du", die unter anderem für das Thema Armut sensibilisierte, andererseits aber auch an Aktionen, die im öffentlichen Raum gesetzt wurden. So veranstaltete die Caritas ein Frühstück im Freien oder stellte auf einem belebten Platz Klagenfurts Betten auf, um damit auf jene aufmerksam zu machen, die abends nicht ins warme Bett kriechen können. Diese Aktivitäten fanden neben den klassischen Medien auch im Social Web ihren Niederschlag. Beispielsweise auf der Webseite 

Mag. Cornelia Leitner youngCaritas KärntenYoungCaritasKärnten, der dazugehörenden Facebook-Fanpage sowie auf einem Twitter-Kanal. Ich habe mit Mag. Cornelia Leitner, verantwortlich für Kommunikation & youngCaritas Kärnten über die Social Media Aktivitäten des Kärntner Caritasverbandes folgendes Bloginterview geführt.

Ed Wohlfahrt Der Kärntner Caritasverband setzt neuerdings verstärkt auf Soziale Medien wie Twitter oder Facebook. Was erhofft man sich davon?

Cornelia Leitner: Es ist Aufgabe der Caritas als Hilfsorganisation, den Puls der Zeit zu spüren und zu verstehen, wo Entwicklungen sich hinbewegen. Das gilt für die zeitgemäße Schaffung von Hilfsangeboten ebenso wie für die Kommunikationskanäle. Die Kommunikation der Caritas richtet sich einerseits immer an die Menschen,  für die wir unsere Hilfsangebote schaffen und die unsere Hilfe in Anspruch nehmen sollen, aber ebenso an jene, die wir um ihre Solidarität und Unterstützung in jeglicher Form bitten. Von den Möglichkeiten des Web 2.0 erhoffen wir uns einen für die Caritas neuen Kanal, um mit Menschen in Kontakt zu treten, die wir auf klassischen Wegen nicht oder nur schwer erreichen.

F: Welche Strategien verfolgt der Caritasverband durch den Einsatz Sozialer Medien, welche Ziele hat man sich mit den Social Media Engagement gesetzt?

A: Dahinter steht keine besondere Strategie, sondern lediglich die Idee, unsere Angebote und Anliegen sehr schnell mit Menschen zu teilen, die unsere Botschaften auch hören möchten. Menschen zeigen sich durch unser adden solidarisch, haben die Möglichkeit Stellung zu beziehen, Fragen an uns zu richten, und das alles sehr schnell und unkompliziert. Die Caritas ist wohl beinahe jedem ein Begriff, aber oftmals sehr abstrakt. Auf Facebook wird sie auch „angreifbar“.

F: War es schwierig, Vorgesetzte davon zu überzeugen, in der Kommunikation stärker auf das Thema Web 2.0 zu setzen? 

A: Nein. Wie gesagt ist die Caritas, und das gilt vor allem für die Führungsebene, immer am Ball der Zeit. Entscheidungen müssen häufig sehr schnell getroffen werden und zum Wohle und zum Nutzen der Menschen, für die wir täglich im Einsatz sind, müssen wir uns der Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft anpassen. 

F: Was bzw. welcher Umstand führte letztlich dazu, dass man sich letztlich für den Einsatz von Social Media entschied?

A: Es ist kein Geheimnis, dass das Durchschnittsalter der Spenderinnen und Spender weit über 50 liegt. Ein Beispiel dazu aus Wien: Die Spenderstruktur in Wien aus dem Jahr 2006 sah wie folgt aus: 60 % waren über 65 Jahre, 0,003 % unter 25 Jahre (ein einziger Spender!). Wir sind also seit jeher bemüht, auch jüngere Menschen anzusprechen, auf uns und unsere Themen aufmerksam zu machen. Dazu müssen wir aber selbst jung sein und das ist die Caritas Kärnten trotz ihrem stolzen Alter von 88 Jahren. Wir möchten via Facebook nicht unbedingt Spenden sammeln, aber die Menschen für soziale Themen sensibilisieren.

F: Verglichen mit den anderen PR-Maßnahmen, wie viel Prozent der Mittel gehen in klassische Kanäle (Anzeigen, Schaltungen), wie viele gehen in den Online Bereich bzw. ins Social Web?

A: Die Caritas ist auf das Wohlwollen und die Unterstützung von Menschen und Firmen angewiesen. Das gilt erst recht für Medien und PR-Maßnahmen. Es gibt kaum bezahlte Berichterstattungen, die Medien drucken uns dankenswerter Weise unsere Berichte kostenlos. Mit Inseraten gehen wir mehr als sparsam um, Erlagscheinbeilagen werden uns zu Sozialtarifen genehmigt, Sendeplätze für TV- oder Kinospots kostenlos eingeräumt etc. Natürlich haben wir eine Homepage, die betreut werden muss. Ansonsten fließen keine Mittel in den Online-Bereich, abgesehen von Arbeitszeit, die wir aber nicht auf Kostenstellen zurechnen. Unsere Schützlinge im Mittelpunkt all unserer Anstrengungen betrachtend, tun wir, was getan werden muss, um den immer komplexer werdenden Hilfsmaßnahmen gerecht zu werden.

F: Wie viel Zeitbudget wird für die online Kommunikation derzeit aufgewendet? Wird zukünftig mehr Zeit in die online Kommunikation investiert werden müssen oder eher weniger?

A: Es geschieht innerhalb der Caritasarbeit immer das, was zu geschehen hat und derzeit gerade Priorität hat. Der Onlinekommunikation wird natürlich viel Aufmerksamkeit geschenkt und man kann davon ausgehen, dass sich dies in Zukunft verstärkt.

F: Gibt es Richtlinien für die Online Kommunikation von MitarbeiterInnen des Caritasverbands wie beispielsweise verbindliche Regeln, Policies, etc.?

A: Wir haben uns in Kärnten darauf geeinigt, dass wir unseren Freunden und Followern einfach zeigen möchten, was wir tun. Mit Statusmeldungen, Beiträgen, Videos und Fotos. Wir möchten diese Plattform nicht dazu verwenden, aufdringlich, mahnend oder parteipolitisch zu werden. Es soll informieren, aber nicht zu ernst werden, es soll Freude bereiten, mit uns befreundet zu sein.

F: Worin liegt der konkrete Nutzen, den die Caritas Kärnten aus ihrem Social Media Engagement zieht / ziehen möchte?

A: Nach den ersten Erfahrungswerten liegt der Nutzen vor allem darin, dass die Caritas plötzlich „angreifbar“ wird. Die Menschen schreiben uns, chatten uns an, richten Fragen, aber auch Angebote an uns. Das würden sie über die klassischen Kanäle wie Telefon oder Email nicht tun. Sie kommentieren unsere Beiträge usw. Das heißt, dass wir bis dato einfach das Gefühl haben, den richtigen Weg gewählt zu haben. Diverse Ideen sind durch die sozialen Netzwerke bereits entstanden, Menschen beteiligen sich an Aktionen, bieten uns ihr Know-how an und es ist auch schön für uns, Rückmeldungen zu unserer Arbeit zu bekommen. Denn wer greift heute schon zum Telefon wenn ihm etwas in der Zeitung gefallen hat, oder zum Stift und schreibt noch einen Brief, um uns seine Meinung mitzuteilen?

F: Nach welchen Kritierien werden die im Social Web unternommenen Anstrengungen gemessen oder bewertet?

A: Wir messen keinerlei Anstrengungen mit einer der gängigen Möglichkeiten und Methoden. Wir versuchen in der Kommunikation sehr breit zu sein, um möglichst Viele zu erreichen. Das breite Thema „Mensch“, der immer im Mittelpunkt unserer Arbeit steht, ist so vielseitig wie die Menschen selbst und geht daher alle etwas an. Wir möchten die ältere Frau, die sonntags in die Kirche geht, ebenso erreichen wie jene, die um diese Uhrzeit noch im Land der Träume sind. Die Menschen müssen jeweils dort abgeholt werden, wo sie sind, mit den Themen, die si
e interessieren und auf den Wegen, auf denen man sie erreicht. 

Online-PR: Entängstigung als Schlüssel zum Erfolg

27. Mai 2009Es sind Presseaussendungen wie diese zum Thema "Unternehmen ignorieren Gefahren des Web 2.0" mich aufhorchen lassen. Erst gestern gab es beim PR-Blogger einen spannenden Post zu den sich ändernden Anforderungen …

Es sind Presseaussendungen wie diese zum Thema "Unternehmen ignorieren Gefahren des Web 2.0" mich aufhorchen lassen. Erst gestern gab es beim PR-Blogger einen spannenden Post zu den sich ändernden Anforderungen an PR-Profis entstehend unter anderem aus dem sich ändernden Kommunikationsumfeld. Vor einigen Jahren schon sah ich Dr. Othmar Hill in Villach und er sprach in anderem Zusammenhang davon, dass eine der wichtigsten Managementfunktionen für ihn Entängstigung sei. Übertragen auf das sich ändernde Kommunikationsumfeld, in dem Unternehmen und Marken heute kommunizieren müssen, mache ich mir hier so einige Gedanken wenn die Sprache auf Social Media und PR 2.0 kommt.

Negativ Beispiele dominieren
Egal ob Domino's Pizza, die Allianz24, Amazon, Ryanair, die Telekom Austria oder Playmobil, sehr häufig geht es – auch auf diesem Blog – um negative Beispiele. Also darum, was herauskommen kann, wenn online Gespräche nicht gehört oder falsch verstanden oder was immer… werden. Klar geht es den Social Media Auskennern darum, zu lernen. Und dies erfolgt nicht zuletzt anhand von Beispielen, die zeigen, was nicht klappt. Und da gibt es bekanntlich einige Beispiele, wie… ==> und schon wieder ginge es hier um Negatives, zu Vermeidendes, etc. Wo sind die guten Beispiele, wo die toll umgesetzten, integrativen Kampagnen? Diese zu finden und entsprechend darzustellen, das wäre doch viel eher die Aufgabe von Social Media Evangelisten, oder irre ich mich?

Mehr statt weniger Ängste
Je häufiger die Social Media Welt über die Stacheldrahtzäune der Unternehmen klettert oder sogar aus dem Unternehmen heraus (!) an den festgefahrenen Kommunikationsarchitekturen und -abläufen rüttelt, desto mehr verstärkt sich die Angst und desto weniger stressfei und lustvoll ist das Herangehen jener Personen, die intern oder von außen für die Kommunikation von Unternehmen verantwortlich sind. Heraus kommt das klassische Verhalten: Wollen wir nicht, brauchen wir nicht, warten wir ab.

Fehlendes Know-how
Es liegt leider auf der Hand, dass Kunden nicht immer die besten Antworten auf ihre Fragen bekommen, wenn es um Social Media geht. Das Gebiet ist mittlerweile einfach zu breit und zu komplex geworden, als dass ich meinem Webdesigner von nebenan beispielsweise schnell mal die Ausarbeitung meiner Social Media Policy umhängen kann. Das wird so nicht funktionieren. Allerdings denke ich schon, dass es in vielen Agenturen an grundlegenden Fertigkeiten bzw. an Basiswissen rund um das Thema Social Media fehlt. Klar lassen die großen Agenturnetzwerke ihre Berater aus Übersee einfliegen und über Social Media PR etc. parlieren. Was aber bleibt am Ende des Tages übrig? Häufig der alleine gelassene Mitarbeiter der inhouse PR-Abteilung, der an den Einstiegshürden scheitert. Fehlt mir das Know-how, bin ich umso empfänglicher für Ängste. Kenne ich etwa die Kriminalstatistik nicht, und "schau in die Krone", na klar werde ich mich von mordenden und brandschatzenden Kriminellen umgeben sehen und bei mir selbst und anderen schreckliche Ängste entfachen. Insofern spielt für mich Know-how, um wieder auf die Ebene des Sozialen Internets zurückzukehren, eine entscheidende Rolle, wenn PR-Treibende die Angst vor Social Media verlieren sollen.

Zielsetzung Entängstigung
Die Dame die mich unlängst fragt, ob sie auf Holidaycheck "auch ein paar Fotos hineingeben" kann um damit mehr Buchungen zustande zu bringen, blickte mich ganz verwundert an, als sie auf den gratis zur Verfügung stehenden Hotelzugang ansprach. Natürlich benutze sie diesen nicht, kenne diesen ja gar nicht. Na da es sich schon mal gut, dass man zumindest einmal große Angst vor negativen Bewertungen hat. Getraut sich der CEO nicht zu, seine Marke auch über andere Kanäle als die eigene Homepage zu transportieren, sie anderen Ortes ins Gespräch zu bringen, Diskussion zuzulassen oder zumindest zur Kenntnis zu nehmen, DASS diese Gespräche überhaupt stattfinden und für das Unternehmen relevant sind, so sehe ich die große Aufgabenstellung darin, ihm seine nicht unbegründete Angst zu nehmen, sie zu diskutieren und dadurch – wenn möglich – zu entkräften. Mit Hau-Ruck-Methoden der Marke "Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben" geht hier mal gar nichts. 

Zielsetzung Lustvolles Herangehen
Der Social Media Zug ist längst noch nicht abgefahren und wird es wohl auch nie sein. Die Frage, wo ich mich als Agentur, als Berater, etc. mit meinem Know-how gerade befinde, wie weit ich mich schon vorgewagt habe im Experimentieren, ist jedoch schon von gewisser Relevanz. Neugierig und vor allem Neuem gegenüber offen zu sein und zu bleiben, sehe ich als eine Grundvoraussetzung von Menschen in Kommunikationsberufen. Damit einher geht ein gewisser Lustgewinn, der aus dem Entdecken von Neuem und konkreten Lernerlebnissen resultiert. Genau diesen Lustgewinn gilt es imho in den Vordergrund zu stellen bzw. darauf hinzuarbeiten. Der (persönliche) Nutzen und das damit einhergehende Aha-Erlebnis (bei MitarbeiterInnen zB) sind die hübschen Geschwister des Lustgewinns. Und die wohnen gleich ums Eck!

Ängsten entgegenzuwirken impliziert Ängste ernst zu nehmen, sie zu hören und zu verstehen. Je länger wir aber Negativen in den Vordergrund stellen, wenn wir über Corporate Social Media diskutieren, je weniger ist davon auszugehen, dass die Chancen und Potentiale sichtbar werden, die Social Media im Grunde für jedes Unternehmen bedeuten. Und die Sichtbarkeit, die Transparenz und das davon ausgehende Verständnis sind meiner Meinung nach der Schlüssel zur verstärkten Anwendung partizipativer Technologien.